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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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Lehre folgen, weil jede Meinung auch nur eines ckoetor xrs-vis probabel und in praxi tula ist, um so mehr, da ja Escobar,Lessius und Mehrere geradezu sagen, was in der Spekulation er-laubt ist, ist auch in der Praxis erlaubt, wie wir oben gesehenhaben.

Zum Schlüsse dieser Materie wollen wir noch einige Casusaus dem reichen Magazine von Escobar anführcn. Solltensic christliche und keusche Ohren beleidigen: man muß sich beiden Casuisten daran gewöhnen. Wir können Nichts dafür, dennunsere Absicht ist es ja, ihre Schä'ndlichkeiten aufzudccken unddavor zu warnen. Wir spüren dem Gifte nach und decken esauf, und das ist nicht böse, sondern gut und rechtlich.

33) „Darf man, fragt der schändliche Jesuit, einem Mädchendie noch nicht lebende Frucht abtreiben, um ihr Leben und ihreEhre zu retten? Antwort: Sanchez behauptet, das Erstcre seierlaubt, nicht aber Letzteres. Jedoch weiß ich, daß ein gelehrterMann (ein llootor Kisvis) behauptet hat, daß diese zwei Sa-chen gar nicht im Zusammenhänge stehen; denn, wenn es imersten Falle erlaubt ist, warum sollte cs nicht auch im zweitenerlaubt sein? Wir aber stimmen dem Sanchez bei." Aberjener gelehrte Mann ist ein «lootor Kvsvis, also ist seine Mei-nung probabel und in praxi tute.

34) „Ein Mädchen will sich tödten, um der Schande derSchwangerschaft zu entgehen, darf man ihr rathcn, sich dieFrucht abzutreibcn? Lugo behauptet, es sei erlaubt, wenn dicßdaS einzige Mittel ist, sie von ihrem Vorhaben abzubringen,weil das ja nicht hieße zum Bösen verleiten, sondern das ge-ringere Uebcl wählen."

Wir gestehen, solche Fragen auswerfen, ist schon ein Ver-rats, an der Sittlichkeit; die Art, wie der Jesuit sie beantwortethat, ist ein Frevel. Glaubt denn der ehrwürdige Vater, daßMädchen, die in dem besagten Falle sind, sich nicht entschließenwürden, sich zu stellen, als wenn sie sich, um der Schande zuentgehen, tödten wollten, um ihrer Umgebung den schandvollen,mörderischen Rath abzulocken, den er ihnen so freigebig gibt?

1Z7) Lscob. p, 122. diio. 59. 64. IW) „. 64.