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Sonn- und Festtage durch Lesung von Erbauungsbüchcrn, öfte-res Kirchcnbcsuchcn und Gebet, Uebung von Werken der Mild-thätigkeit, feiernde Stimmung des Gcmüthes; ferner durch Ver-meidung von Sünde und Ungerechtigkeiten jeder Art ist bei denCasuisten keine Rede, und selbst das nackte Gebot, am Sonn-tage eine Messe zu hören, und das Verbot knechtlicher Arbeitenmissen sie noch recht artig zu erleichtern und zu beschneiden; nament-lich haben sie in Ansehung des Mcssehörcns Vorschriften ausge-stellt, von denen cs zweifelhaft ist, ob sie lächerlicher als gott-loser sind. Doch davon werden wir später bei den Gebotender Kirche handeln.
2) Das dritte Gebot verbietet kncchtliche Arbeiten an Sonn-und Festtagen. Kusenbaum und Escobar mit einer ganzenSchaar anderer Casuisten, die sie citiren, erlauben jedoch knecht-liche Arbeit, wenn ein ungewöhnlicher und unerwarteter Gewinndadurch errungen werden kann; ferner erlauben sie das Fischen,Jagen, Anstrcichcn, Malen, Dcstilliren, Lastthiere treiben, Kornnach der Mühle fahren °°). Kusenbaum meint auch im All-gemeinen, an einem Sonntage etwas kncchtliche Arbeit thun,sei überhaupt keine große Sünde, und cs würde hart sein, we-gen drei oder vier Stunden knechtlicher Arbeit schon eine Tod-sünde zu begehen. *')
3) Escobar erlaubt ferner den Herren, ihren nicht christ-lichen Sclaven am Sonntage die gewohnten Arbeiten aufzulc-gcn "), ebenso unmenschlich und gefühllos, als gegen die Bibel,die sogar dem Last - und Zugvieh am Tage des Herrn Ruhegönnt. Und fürwahr, die barbarischen Pflanzer brauchen nichtdie casuistischen Aufmunterungen der Jesuiten, um den Neger-sklaven die einzige Ruhe zu rauben, die ihnen das göttliche Ge-setz zum Tröste ihres Elendes gewähren will.
4) Ebenso tröstet er die Schneider, die dem Sonntage einigeStunden stehlen, um ihre Kunden zu befriedigen. ")
60 ) Lscod. 95. 1. lüx. 5- c. 3. n. 13- >-> 93. 9usei>l>»u»i l. c.95. 3. c. 3. ctub. 1. n. 4 sec;, p. 195—197. ZI) ilMI. ,!M>. 2. ,i. 200.sr) Lscob. I. c. c. 4. n. 15. p. 99. 63) idw. i>. 23. p. 100.