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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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richt schwören, du habest etwas nicht gcthan, indem du dabeidenkst: nicht auf die Weise, wie der Richter es meint.

Endlich sagen die Doctoren, während du nicht gehalten bist,gemäß der Absicht desjenigen zu schwören, der dich befragt, sokannst du dieß nach der eigenen thun. Andere verneinen dießzwar, indem sie sagen, daß die Art und Weise, seine eigene An-sicht unterzuschicben, die absolut falschen Ausdrücke nicht aus-schließe. Auf jeder Seite sind gelehrte Männer, welche bezie-hungsweise mit Probabilität denken. ^)

14) Franz Toletus läßt einen Verbrecher vorführen, derdie angeschuldigte That wirklich begangen hat, und stellt nun dieFrage auf, ob er auf die Frage, ob er sich schuldig fühle, ant-worten dürfe: Ich habe das Verbrechen nicht begangen. Erantwortet nun: Voraus ist gewiß, daß er keine Lüge sagen darf;denn dann würde er meineidig sein und in allen Fällen eineTodsünde begehen; aber einer Zweideutigkeit darf er sich bedie-nen. Sotus behauptet daher, cs sei ihm durchaus nicht gestat-tet, zu sagen: Ich habe es nicht gcthan, weil in diesen Wortenkein Doppelsinn liege, sondern eine Lüge. Dagegen sagt Adria,daß er kühn sagen dürfe: Ich habe es nicht gcthan. Cajetansagt, er könne antworten, er habe keine Mitschuldige gehabt,obschon er deren gehabt hat, und ich glaube, daß diese Ansichtdie probablere ist. Jndeß muß der Schuldige höchst vorsichtigsein und diese Worte nur in einem wahren und seiner Absichtangemessenen Sinne gebrauchen. Wenn er z. B. antwortet:Ich habe cs nicht gcthan, so muß er dabei denken: solange ichim Gefä'ngniß war. Antwortet er: Ich habe keine Mitschuldigegehabt, so muß er dieß so verstehen, als habe er keine Mitschul-dige bei andern Verbrechen gehabt, nicht aber bei dem frag-lichen. Sonst lügt er, während er aus diese Weise cs umgeht,indem in solchem Falle die Worte nicht nach der Absicht desRichters, sondern nach der des Angeklagten zu nehmen sind.

15) Suarez. Vor Allem sage ich, daß innerlich kein Uc-bel daraus entsteht, wenn man sich der Doppelsinnigkeit bedient,

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