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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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thun, so verstehen sie darunter: ich will es thun, vorausgesetzt,wenn ich meine Willensmcinung nicht ändere.

Ausgerüstet mit den Werkzeugen des Probabilismus, dermetk«)cku8 lliriAentlae inlentioiiis und der resknvstio und re-«trietio inentslis haben die Jesuiten ihr neues Moralsystem auf-gebaut, welches wir nun im Einzelnen näher beleuchten wollen.

Zweites Kapitel.

Sittenlchec der Jesuiten in Betreff der zehngöttlichen Gebote.

Gott hat den Menschen in den zehn Geboten das Gesetzverkündigt und die Beobachtung derselben unter schwerer Strafebefohlen. Die jesuitischen Casuisten haben sich ihrerseits allemögliche Mühe gegeben, die Menschen von der Pflicht der Er-füllung der göttlichen Gebote zu entbinden und die Uebertretun-gen derselben als unsündlich darzustcllen. Sehen wir, wie ihnendieses gelungen ist, und bewundern wir ihren Scharfsinn unddie liebevolle Theilnahme an den menschlichen Schwächen, denendie göttlichen Gebote so oft eine gar unerträgliche Last sind,welche man gerne abwcrfcn möchte.

Die Jesuiten haben die Gebote Gottes von vorn hereinund im Ganzen dadurch befleckt, daß ihre Casuisten behaupten,man könne dieselben auch ohne Liebe erfüllen.

Busenbaum, unser ehrwürdiger Landsmann, stellt dieFrage auf: „Müssen die Gebote aus Liebe erfüllt werden?"Antwort: „Sie können auch ohne Liebe erfüllt werden, wennsie diese nicht in ihrer Wesenheit einschließcn, wie z. B. dasGebor, Gott zu lieben. Grund ist, weit durch das Gebot nurdie Wesenheit der in demselben eingeschlossen Handlung gefordertwird. So z. B. thut man dem vierten Gebote genug, wenn

N) Lscobsr 3. Lx. 3. n. 48. x. 369. Zahllose andere Bei-

spiele oben beim Ende.