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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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4) So resolvirt auch Escobar: „Du kannst deinem Feinde,der dir sonst sehr schaden würde, den Tod wünschen; nicht zwaraus Haß (das wäre unchristlich), sondern um deinem Schadenzu entgehen; du kannst dich auch über seinen Tod freuen, weiler dir Northeil brachte. So Sa aus dem Sotus." ^°)

5) Hurtado, den Diana anführt, erfrecht sich sogar,Folgendes zu behaupten: „Ein Sohn kann sich, ohne eine Tod-sünde zu begehen, über den Tod seines Vaters freuen, weil erdessen Gäter erbt; ein Pfründebcsitzcr über den Tod desjenigen,dem er eine Pension bezahlen muß. Dasselbe gilt von demeinfachen Verlangen, womit die Vorgenannten aus besag-ten Gründen dem Genannten den Tod wünschen, wenn es nurnicht aus Haß oder einem andern todsündlichen Beweggründegeschieht." och Schande diesen Jesuiten, die so frevelhaft mitdem heiligsten der göttlichen Gebote, mit dem ersten aller Na-turgesetze Spiel treiben.

Mögen diese Beispiele, die wir leicht mit der zehnfachenAnzahl vermehren könnten, genügen, den Geist jener Lehre überdie Leitung der Absicht zu offenbaren, und mögen sie uns ge-rechten Abscheu einflößen gegen Männer, die so schändlich mitden Geboten Gottes umgingen, den Menschen das Sündigenleicht machten, sic dazu freundlich und artig cinluden und dietodeswunden Gewissen in den Schlaf einer seelenverdcrbendcnfalschen Gewissenssicherheit einlulltcn. Diese Jesuiten mit ihremmodernen Sündenevangelium! Solchen Menschen mit solcherLehre sollte man die neue Zeit und die jetzige Menschheit preis-gcben? Fürwahr, wir verdienten die Strafe, die der Heilanddenen droht, so Aergcrniß geben den Kleinen und Unmündigen.

Wir kommen nun zur dritten Ausgeburt der jesuitischenCasuistik, die da erzeugt wurde,'um den Pfad der Sünde glattund eben zu machen, die Menschen mit derselben zu befreundenund Gott mit derselben zu versöhnen, nämlich zur sogenannten--estrvotr'o , von der Lehre vom Vorbehalte und der

zweideutigen Wortstellung. Diese Lehre hat des Giftes genugerzeugt und ist ganz geeignet, alle Redlichkeit, alles Zutrauen

W) Lscctur. I'i.-ict. 5. I-x. Z. n. 145. p. 625. 01 ) INnliclc, llo-cd.pecx. 1 t. Uiltcicnt 9. Oiinim. p. 5. 1l. 14. l>csv!. 99.