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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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laubken, zur Sünde hin; auf der anderen Seite aber tritt mah-nend, warnend und drohend das göttliche Gesetz vor ihn hinund untersagt ihm das Böse und befiehlt, nach der Tugend undinneren Vollkommenheit zu streben. So bildet des Menschensündige Natur einen beständigen Gegensatz zwischen dem gött-lichen Willen und Gesetze, und entweder jener nachgebend, oderdieser huldigend, geht er den Weg des Heiles oder des Verderbens.

Die Aussöhnung zwischen dem Bösen und Guten war bisdahin unmöglich geworden; man glaubte und war allgemeinüberzeugt, daß die böse That auch die Sunde und die Schuldund die Beleidigung des Herrn durch Ucbertretung seines Ge-setzes involvire. Da kamen die Väter Jesu und versöhnten dasBöse mit dem Guten und streiften von der bösen That dieSünde und die Schuld und den darauf ruhenden Zorn Gottes,bewiesen, daß man auch ungehorsam gegen Gott sein und dessenGebote übertreten könne, ohne ihn zu beleidigen.

Dieses haben sie zu Stande gebracht durch ihre metlioilus«ürigeiicli mtentionom, vermöge welcher man jede böse Hand-lung begehen kann, wenn man nur nicht die Absicht hat, da-durch gerade zu sündigen, sondern einen beliebigen erlaubtenZweck erreiche. Nach dieser Lehre sind nur diejenigen vcrdam-mungswürdig, die eine böse Handlung bloß begehen, weil sieam Bösen Gefallen haben, also um des Bösen willen. SolcheNaturen sind aber wohl selten; die meisten Menschen werdenvon ihrer Sinnlichkeit und Lust zum Bösen getrieben. Sie blei-ben aber schuldlos bei der Begehung, sobald sic die Absicht, dieSünde als solche zu wollen, nur vermeiden und sich nur einenandern erlaubten Endzweck versetzen. Und in der That, dieMenschen wären ja Teufel oder Narren, wenn sie das Böseaus purem Gefallen an der Sünde als solcher begingen und ihreAbsicht nicht auf einen erlaubten Zweck richteten. Das hieße jader Hölle mit sehenden Augen in den Rachen laufen. Werz. B. stiehlt, wäre ein Thor, das zu thun in der ausdrücklichenAbsicht, ein göttliches Gebot zu übertreten; er kann sich ja einenganz erlaubten Zweck Vorsitzen, z. B. sich vermittelst des Ge-stohlenen elegant zu kleiden, anständig zu leben, oder eine Lust-reise zu machen. Namentlich aber haben die Jesuiten die Lehrevon der Lenkung der Absicht auf den Mord und die Rache an-