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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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die Schule geschrieben, sondern sür's Leben, für diePraxis, und sie selbst wollen von der bloßen speculativen Na-tur ihrer säubern Sittenlehren Nichts wissen, sie sollen auch Nor-men sür's Handeln sein. Wir wollen aus tausend Beispieleneins aufgreifen. Der große Escobar wirst die Frage auf:„Darf Jemand nach erhaltener Ohrfeige den, welcher sie ihmgab, verfolgen oder ihn ermorden? Einige sagen nein, weil dasRache und nicht Bcrtheidigung wäre. Aber Lessius (I-. H.v. 0. vubinm 12. n. 8V.) sagt, es sei in der Speculation er-laubt, aber für die Praxis müsse man nicht dazu rathen." Undwarum nicht? nicht, weil man dadurch ein göttliches Gebot ver-letzt, welches Rache und Mord verbietet; das ist dem Jesuitennicht in den Sinn gekommen; sondern „ wegen der Gefahr desHasses, der Rache und des Uebermaaßcs der Raufereien undMorde, die zum Schaden des Staates daraus entstehen wür-den." Aber, fährt der weise Escobar fort, Andere (unter de-nen er Henriquez H. c. 1V. n. 9.) anführt) behaupten,daß der Mord in genanntem Falle auch in der Praxis pro-babel und sicher sei, wenn man nur jene Gefahren meidet.Grund ist (und er ist merkwürdig wegen seiner heidnischen Gott-losigkeit): solange der zugefügte Schaden schwebend (in Liispenso)bleibt, habe ich immer die Erlaubniß, mich zu verthcidigen, wiees bei dem offenbar ist, der einen Dieb verfolgt, um ihm dasGestohlene wieder zu entreißen. Denn wiewohl der, welchermir eine Ohrfeige gegeben, meine Ehre nicht hat, wie der Diebdas Gestohlene, so kann diese doch immer wie eine gestohleneSache angesehen und zurückcrobert werden, indem man seinenHochsinn (durch den Mord dessen, der mir die Ohrfeige gab)beweiset und um die Achtung der Menschen buhlt. Denn giltnicht der Geohrfeigte so lange für ehrlos, bis er denjenigen er-mordet hat, der sie ihm gab? ")

So stcht's wörtlich im Escobar, daß einem ein Schauderübcrlaust, wie ein einziger cloetor Kisvis et plus den Rachemordin praxi privilcgirt und dem göttlichen Gebote: „Du sollst nichtmorden", durch seine spitzfindige Casuistik Hohn spricht. Undüberhaupt, um uns auf die speculative oder theoretische Wahr-

14 ) Lscob. I. c. Iract. I, L.XLM. 7. e. 3, o. 48 p. 120-