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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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pfehlen, wenn er recht oft das anräth, was leichterund mit geringerem Nachtheile geleistet werden kann."

Allerdings sind das ganz goldene Regeln, die leicht hin-wegbringen über göttliches und menschliches Gesetz und Ge-wissensscrupel und statt aller dieser Dinge die Meinung einesüootor KI-SVIS als infallible Norm setzen. Und jene Regelngelten auch für alle mögliche Fälle. Denn auch die Beicht-väter sind verpflichtet, sich dem Accomodationssysteme des Pro-babilismus geduldig zu fügen. Der ehrwürdige Vater Baunysagt hierüber: „Wenn die Ansicht, wonach ein Beichtender ge-handelt hat, probabel ist, so muß der Beichtvater ihm die Ab-solution crtheilen, wenn er auch eine ganz entgegengesetzte Mei-nung hat." „Denn, fügt er hinzu, Jemandem, der nach einer wahr-scheinlichen Meinung gehandelt hat, die Absolution zu verweigern,ist seinem Wesen nach eine Todsünde. So lehren auch^Vas-quez, Sanchez, Suarez." ")

Freilich steht im Evangelium und den Vätern Nichts vonderlei Todsünden, aber wir wissen ja, daß die Jesuiten die Weltmit einem neuen Evangelium und einem Series neuer Apostelund Väter beschenkt haben. Dieses kann man aus der Vorrededer Moralthcologie des Vater Escobar sehen. Derselbe ver-gleicht sein berüchtigtes Buch mit jenem in der Apokalypse, wel-ches mit sieben Siegeln versehen war, und überreicht cs den vierThieren, welche ihm seine hochweisen Collegcn Suarez, Vasquez,Molina und Valencia sind, in Gegenwart der vierundzwanzigAeltcsten, worunter er die vierundzwanzig Kasuisten versteht, auswelchen er seine fünfundzwanzigste Moraltheologie zusammenge-schrieben hat, als aus Aposteln und Vätern.

Man hat die Jesuiten — und in manchem Buche habe ichcs gelesen — verthcidigcn wollen, indem man sagte: ihr Pro-babilismus sei bloß speculativer Natur gewesen und mehr eineSchulübung, als Regel zum Handeln. Die so etwas behaupten,haben nie einen Casuistcn in der Hand gehabt; sie schreiben es,weil sie nichts Anderes wissen. Die Casuistcn haben nicht für

Laun^. 't?r»ct. äs poeniteiitia. IV. s)n»est. 13. p. 93. Nachdieser Ansicht könnte der Streit über die gemischten Ehen leicht geschlichtetwerden.