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anderer Meinung, und diese ist, weil er ein äoctor plus undxrsvis ist, also auch wohl probabel. „Mir gefällt, sagt er, dieEinschränkung meiner Kollegen C orduba und Hadrian nicht,wenn sie sagen, es sei ein Unterschied zwischen einem JrrthumeZriris Immsiii und ^nris äivini. In beiden gilt das Anseheneines frommen und gelehrten Mannes gleich viel." °)
Aber wenn nun in einem Gcwifsensfalle der eine äoctor§rsvis die Handlung für Sünde erklärt, der andere aber sie er-laubt ?
Das macht Nichts, und es ist bei den Casuisten durchgängigMode, dieses zu thun.. Auch dieses gehört zum Systeme; mankann auswählen, was einem gefällt und zusagt, und das Gewis-sen bleibt in jedem Falle frei, weil für beide Meinungen, fürdas pro und contra ein äoctor xravis steht. Hören wirdarüber den gelehrten Diana, der einen solchen Zwcifclfallerörtert.
„Hier sind, sagt er, Pontius und Sanchez ganz ent-gegengesetzter Meinung; aber weil beide sehr gelehrte Männergewesen sind, so macht jeder von ihnen wenigstens aus diesemGrunde seine Meinung wahrscheinlich und in praxi sicher." ')
Und hier braucht einem auch die Wahl nicht schwer zu wer-den, welcher von den beiden probabeln Meinungen man folgenwill; man kann der folgen, die einem am meisten zusagt. Manhöre nur den dieses beweisenden äoctor Gravis Emmanuel Sa,der noch einen Schritt weiter geht. „Man kann thun, sagt er,was man nach einer wahrscheinlichen Meinung erlaubt hält,wenn auch das Gegentheil vor dem Gewissen sichererist. Hier genügt vollkommen das Ansehen irgend eines äoctorKravis oder ein gutes Beispiel." °) Filliuccius sagt ebenfallsgradczu: „Es ist erlaubt, nach einer minder wahrscheinlichenMeinung zu handeln, obwohl sie weniger sicher ist. Das istdie Meinung aller Neuern." So fragt auch der berühmteEscobar: „Darf ich einer minder probabeln Meinung mitHintansetzung der probableren folgen? Allerdings; ich darf sogar
6) I. c. 7) Diana. Part. 3. Iract. 4. kesolut. 244. 8) pm. 8a^plrorism. sut> voce p 183. S) pilliucciui. Moral. Huaest.
^ract. 2t. e. 4. n. 128.