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Klosterfrauen von der Empfängniß Maria. (Orckrede 1a Lonception.)
Beatrix de Silva, eine Schwester des Grafen von Por-talegre und des uns wohlbekannten Ordensstifters Amadeus, kammit Elisabeth von Portugal, der Braut des castilischen Königs DonJuan II. nach Spanien. Ihre außerordentliche Schönheit fandnicht nur Gnade in den Augen des ganzen Hofs, sondern sogar desköniglichen Herrn. Ihrer Schönheit glich nur die Reinheit ihresHerzens und die innige Frömmigkeit. Aber Königin Elisabeth ent-brannte in wilder Eifersucht und gerieth auf den garstigen Einfall,die schöne Nebenbuhlerin einzusperren und verhungern zu lassen.
Der Mensch denkt und Gott lenkt!
Beatrix fand nach dreitägiger Qual des Hungers Mittel zurRettung und floh nach Toledo, wo sie in dem Kloster der Domi-nikanerinnen ein Asyl fand und vier Jahre als Gast, unsichtbar fürJedermann, ein sehr strenges Leben führte. Bon Jugend auf warsie eine warme Verehrerin der heil. Mutter Gottes gewesen. Soentstand in den Stunden der Einsamkeit der Gedanke in ihr: eineneigenen Orden zur Ehre der reinen Empfängniß Maria zu stiftenund sie führte ihn mit Hülfe der frommen Königin Jsabella aus,indem sie 1484 mit 12 Dominikanerinnen das Kloster verließ unddas zu ihrem Zweck bestimmte Gebäude des Palastes zu Galiana bezog.
So wie sie in einer ihrer Visionen die heilige Jungfrau erblickthatte: Weiß mit einem himmelblauen Mantel, kleidete sie dieSchwestern des Ordens, fügte ein nur bis auf den Gürtel herabge-hendcs weißes Scapulier hinzu und ließ darauf ein Bild der heili-gen Jungfrau in Silber setzen. Am Sprachgittcr oder in Ver-sammlungen mußte jede Schwester dieses kleine Scapulier sammtdem Bild mit einem großen, bis auf den Fuß herabfallenden Sca-pulier bedecken. Der neue Orden erhielt zur Richtschnur seinesWandels von Papst Jnnocenz VIII. die Regel der Cisterzienser(1489) und als geistliches Haupt den Erzbischof von Toledo, denberühmten Kardinal Timenes.
Dieser fand 1601 für angemessen, den Klosterfrauen der rei-nen Empfängniß Maria die Franziskaner zu geistlichen Führern unddie Regel des heil. Franz zur Lebensnorm zu geben. Weil vieleSchwestern einer solchen wesentlichen Aenderung sich nicht fügenwollten und deshalb in ein anderes Kloster übergingen, so vereinigtekr mit diesen Klosterfrauen die Benedictinerinncn von St. Pedro delas Duenas und wies ihnen ein neues Kloster zu Toledo an, wozuAlexander VI. im Jahr 1611 eine eigens modisicirte Regel undKardinal Quignoncz neue Satzungen fügte.
Der Orden verbreitete sich über viele Klöster in Spanien, Jta-uen und Frankreich, erkennt außer den genannten als seine Haupt-wster die Häuser zu Torrigio, Madrid, Valladolid, Rom, Assisi