Druckschrift 
2 (1837)
Entstehung
Seite
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ohne vom Glanz der Chorherren, der lebendig um sich greifendenPrämonstratenser, der mächtig anwachsenden geistlichen Ritterordenund der wohlthätigcn Trinitaner im Mindesten verdunkelt zu werden.

Ja, die beiden Perioden von 629 bis 817 und von dg bis1210 können mit Recht die benedi ctinifche Zeit genannt werden,die Zeit auf welche die schwarzen Mönche den entschiedensten undgroßentheils wvhlthätigen Einfluß übten; die Zeit, welche sie, wonicht ganz und allein bildeten, doch wesentlich lenkten und mit derfast ganzlich verlorenen Vergangenheit befruchtend verknüpften.

Aher seit geraumer Zeit war schon der denedictinische Geist ver-krüppelt und verderbt, die Sünde unermeßlicher Reichthümer lasteteauf ihm und allen seinen Nebenzweigen, deren Einer stets den An-dern verdunkelte. Die Strenge von Clugny war allmälig zurNachlässigkeit und Faulheit geworden und die noch jungen Cister-zicnscr wälzten sich auf dem Lotterbett arger Ueppigkeit.

Die Kanoniker erschienen nicht selten wie Travestien von Cle-rikcrn, alle Gebrechen und Laster des rohen JunkerthnmS wurdenimmer zahlreicher und ungebundener auf den Baum des Monachis-mus gepfropft und trieben lustig Zweige und Blüten und Früchte,daß der Menschheit davor grauen mußte.

Kanonissinncn und Klosterfrauen wandelten auch auf der Bahndes Vcrdcrbniffes glänzend voran und yeranlaßten häufig die ärger-lichsten Scandalc. Vielseitig litten Kirche und Religion im Ge-dränge und Gcwirre des Mvnachismus mit seinen Ungeheuern Reich-thümcrn, seiner Sittenvcrderbniß, täglich wachsenden Herrschsuchtund Widerspenstigkeit und Habgier. Fürsten und Völker begannendiesen überschwenglichen Staat im Staat mit bedenklichen Blickenzu betrachten und hie und da ihren Verdruß darüber merklich zumachen, aus Aenderung des Unwesens ernstlich zu sinnen, den Un-willen darüber laut werden zu lassen.

Fern am Horizont hoben sich Dünste, stiegen dunkle Wolkenauf. — Nur die alten Benedfftiner wußten noch in einzelnen Ab-teien mitten in Saus und Braus und freiestcm Weltlichen einenThcil ihrer Würde zu behaupten, einseitig ihrem Beruf zu folgenund der Welt sich nützlich zu beweisen. Wissenschaftliches Strebenund edle Studien vertrugen sich mit dem unmünchischen Wandel garwohl und gewährten neue Reize jedem, der im Strudel der Schwcl-gerei noch nicht völlig untergegangen war.

Noch standen viele der altbcrühmtcn bencdictinischen Kloster-schulen offen und Neue waren hinzugekommen. Allein sie verbreite-ten kein Licht unter die Massen, keine Bildung unter das Volk,sie standen seit geraumer Zeit nur dem Clerus und Adel offen.Diese vornehme Tendenz mußte nothwcndig den frühern Ernst, diefrühere Tiefe und die schöne einfache Würde aus der Gelehrsamkeitverdrängen, alle Studien allmälig verflachen und in den Kreis an-ständiger Erheiterungs- und Lebensverschönerungsmittcl herabziehen.