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tm. Beiden Orden sollten auch gemeinsam gültige Satzungen er-theilt werden. Allein von diesem Allem kam nur sehr wenig zuStand, weil einige Jahre nachher beide Orden schon wieder sich
trennten. ..
Die Silvestriner erhielten in ihrem Generalkapttel vom I. 1678neue Satzungen. Diesen gemäß stehen sie zu verschiedenen Jahres-zeiten um 2, 3, 4, 6 oder 6 Uhr zu den Metten auf; sprechen anden Werktagen und einfachen Festen, außer dem großen Amt derheil. Jungfrau und nach der Prima, die Litanei der Heiligen; hal-ten die Conventualmesse nach der 1'ortia, dann die 8oxta und nachTisch die Nona. Nach der Vesper folgt eine geistliche Unterhaltungund nach der Complct noch eine Stunde des Gebets, wornach Allesich in den Schlafsaal verfügen. Sie halten täglich Bußkapitel,geißeln sich wöchentlich einmal privatim und jeden Freitag gemein-schaftlich, aber in der Advent- und Fastenzeit wöchentlich zweimalprivatim und außer am Freitag auch noch Mittwochs öffentlich.Nur die Krankheit erlaubt den Genuß des Fleisches. Ihre Fastensind zahlreich und streng, jedoch kann der Superior davon freispre-chen. An allen Fasttagen sind Eier und Milch streng verpöntSogar die Reisenden sollen die gebotenen Fasten halten. Der Or-den hat die besondere Einrichtung, daß er unter seinen Acbten vieleTitularäbte zählt. Niemand kann wirklicher Superior eines Klo-sters werden, der nicht zuvor Titularabt gewesen und Titularabtwird nur, wer Novizenmcister, Secrctär des Ordens, Lcctor derTheologie oder Philosophie, oder der schönen Wissenschaften, Biblio-thekar zu Fabriano gewesen oder wenigstens einen bedeutenden Dienstim Orden zuvor verwaltet hat. Die Kleidung des Ordens bestehtaus einem Rock mit breitem Scapulier, woran eine Kapuze befe-stigt ist, Alles von glänzend türkisch-blauem Tuch. Im Chor undzum Ausgehen tragen sie darüber noch eine große Kutte von glei-cher Farbe, bei schlechtem Wetter wohl auch einen großen Kirchen-dicNermantel. Ihre Hemden, Halskragen und Aermel sind vonweißer Serge. Der General trägt gleich den römischen Prälatenein Mäntelchen und eine Älo^otta von violetter Farbe. Die Aebtekönnen sich jährlich dreimal des Pontisicalschmucks bedienen.
Der heil. Silvester hatte seinem Orden auch Klosterfrauen bei-gegeben und diese der Führung und Fürsorge der Aebte anvertraut.Ihre Satzungen und ihre Tracht waren dieselben wie bei den Mön-chen. Aber in späteren Zeiten riß oft Zwiespalt zwischen Mönchenund Nonnen der Einkünfte wegen ein, wornach viele Nonnenklösterganz vom Orden sich trennten und benedictinische Kleidung annah-men. In seiner höchsten Blüte zählte der Orden 65 Klößer, jetztsind deren nur noch wenige in Italien.