rührender Demuth, daß er ihn künstig auf das rechte Ohr schla-gen möge.
Sie bekamen einen ehrenvollen Besuch von dem Abt Guar!»des berühmten Klosters St. Michael de Cusan in Katalonien unddieser Besuch verschaffte ihnen die Ehre, daß der auf verräthcrischeWeise auf den Herzogsthron von Venedig gelangte Pietro Ur-seoli von Gewissensbissen plötzlich gefoltert, Thron, Weib undKinder verließ, mit seinem Freund Giovanni Graden ico in ih-rer Einsiedelei ein Asyl suchte und mit ihnen nach Spanien zog.Pietro und Giovanni wurden Novizen im Kloster Cusan, Marinound Romuald bezogen wieder eine Einsiedelei. Sobald jene Prvfcßgethan hatten, kamen sie auch in die Wildniß heraus und selbst deralte Marino erkannte fortan linsern Romuald für seinen Führerund Meister. Sie aßen täglich nur eine Hand voll SpanischerErbsen und hielten Stoppellese in der ganzen Gegend, um sichetwas Korn zu verschaffen; das ganze Jahr hindurch wurden wö-chentlich drei Fasttage gehalten und an Sonntagen aß man Ge-müse als besondere Leckerei. Ein Graf Oliban entschloß sichaus Frömmigkeit, ein Mönch zu werden und wollte sämmtlicheEinsiedler mit sich nach Monte Cassino nehmen. Aber Romualdhatte indessen die Kunde erhalten, daß sein Vater zwar im KlosterSt. Severus eine Zuflucht gesucht habe, jedoch solches ernstlich zubereuen bereits anfange. Romuald hieß also seinen Gefährten, denGrafen zu begleiten und er selbst entschloß sich, zu dem Vater zueilen, um von jedem Rücktritt ihn abzuhalten. Wahnsinnig mußteer sich stellen, um von den Cataloniern aus ihrem Land wieder ent-lassen zu werden. Sie wollten dieses Muster aller Einsiedlernicht verlieren.
Bei seinem Vater wohlbehalten angelangt, bemerkte er bald,daß mit Güte wenig auszurichten sein würde. Er ließ ihn daherin enges Gewahrsam bringen und so lange an Händen und Füßenfesseln, fasten, Lust und Licht entbehren, 'bis der alte Mann ganzzerknirscht erklärte, im Kloster Zeitlebens bleiben zu wollen. Wirk-lich erwarb er sich darin auch die Krone eines Heiligen. Romualdbezog das Kloster Classe, allein bald baute er sich eine kleine Zellein einem Morast bei der sogenannten Petersbrücke, verließ jedochdiese Wohnung bald wieder, wanderte in die Einöde Bagno undbaute dort das Kloster von St. Michael di Bagno. Als er Geldan die abgebrannten Brüder des Klosters Palatioli verschenkte,prügelten ihn seine Mönche derb und jagten ihn dann fort. Erzog im Gcbirg von Urbino umher und blieb dann auf der kleinenInsel Pereo bei Ravenna, bis Kaiser Otto III. ihn uöthigte, demRuf der Mönche als Abt nach Classe zu folgen.
Damian, Silvano Razzi, Mabillon und Helvotmachen bei der Erzählung von seinem Aufenthalt in Classe eineBemerkung, welche allzubezeichncnd ist und über die Unordnungen,