( 189 )
sich die Große der Erdkugel nach allen Ausdehnungen be-rechnen läßt.
§. 275. Betreffend die Messung eines Bogenstücksvom Meridian, so ist dabei) die Frage, wie weit man aufder Erdoberfläche unter einem und demselben Meridian odergerade von Norden nach Süden, und umgekehrt, fortgegan-gen ist, wenn nach genauen astronomischen Beobachtungenein Stern seine Weite vom Zenith um eine gewisse AnzahlGrade, Minuten und Secunden verändert hat. Nach 65 57sieht aus s betrachtet der Stern 8 gerade im Zenith, gehtman nun von a bis b so wird daselbst r das Zenith und 8erscheint um eben so viele Grade vom Umkreise der Him-melskugcl von r ab, als die Ortsveränderung oder der Bo-gen ab vom Umfange der Erde nab° austragt, weil c>der gemeinsame Mittelpunkt der Erd- und Himmelskugelist (§. z.)- Nun muß noch der zurückgelegte Weg nach ei-nem bekannten Längenmaaße etwa in Meilen, Ruthen,Klafter wirklich ausgemessen werden, da die bloße AnzahlGrade nichts in der Größe des Bogens bestimmen, sonstweiß der Beobachter nicht, ob er auf der größern Erdkugelden Weg ab oder auf der kleinern r? gemacht hat, da beydeBögen gleich viele Grabe enthalten.
§. 276. Auf dergleichen Untersuchungen sind schon dieAlten gekommen, sobald sie die Kugelgestalt der Erde ein-sahen. Nach den ältesten Berichten soll Anaximandervon Milesien etwa 550 Jahr vor C. G. zuerst den Umfangvon Land und Meer angegeben und Archytas 400 Jahrvor C. G. die Erde ausznmesftn versucht haben, wovon