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Faust : eine Tragödie ; Theil 2 ;
(Vollendet im Sommer 1831)
Seite
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Wagest du Scheusal,

Nebe« der Schönheit,

Dich vor dein Kennerblick

Phöbus zu zeige»?

Tritt du dennoch hervor nur immer.

Denn das Haßliche schaut Er nicht.

Wie sein heiliges Auge noch

Nie erblickte den Schatten.

Doch uns Sterbliche nöthigt, achLeider! trauriges MißgeschickZu dem unsäglichen Augenschmerz,

Den das Verwerfliche, Ewig-unseligeSchönheitliebcndcn rege macht.

Ja so höre denn, wenn du frech

Uns entgegencst, höre Fluch,

Höre jeglicher Schelte Drohn

Aus dem verwünschenden Munde der Glücklichen,

Die von Göttern gebildet sind.

P h o r k >) a s.

Alt ist das Wort, doch bleibet hoch und wahr der Sinn:Daß Scham und Schönheit nie zusammen, Hand in Hand,De» Weg verfolgen über der Erde grünen Pfad.

Tief eingewurzelt wohnt in beiden alter Haß,

Daß, wo ste immer irgend auch des Weges sichBegegnen, jede der Gegnerin den Rücken kehrt.

Daun eilet jede wieder heftiger weiter fort.

Die Scham betrübt, die Schönheit aber frech gesinnt.