Von der Wärme und Kälte, z 59
die Kalte ihre Thcilchen nahe genug an ein-ander bringt, daß ße in einen stärkern Zu-sammenhang übergehen können. Bisweilenbekommen die Theilchen dabey einer besondernAnziehung wegen besondere jagen. Mankönnte diese Veränderung des flüssigen Zusian-des eines Körpers in einen festen durch dieEntziehung der Warme überhaupt ein Ge-frieren nennen. Die meisten Körper nehmennach dem Gefrieren einen kleinern Raum ein,wie man auch schon vorher vermuthen konnte,lind haben folglich alsdann ein größeres eigen-thümliches Gewicht als da sie noch flüssig waren.
§. 425.
Aber einige Körper machen doch eine Aus-nahme. Das Eisen dehnt sich aus, wenn esaus dem flüssigen Zustande in den festen über-geht; indessen hat man auch bemerkt, daßalsdann inwendig in demselben eine Mengevon kleinen Höhlungen entsteht, und daß rei-ner Stahl hingegen sich zusammen zieht indemer erkaltet und verhärtet. Auch der Schwe-fel nimmt, so lange er flüssig ist, einen klei-nern Raum ein als gefroren vielleicht aufeben die Weise als das Eisen; und weil ro-hes Spießglas eine beträchtliche Menge vonSchwefel in sich enthalt, so weicht vielleichtdas Spießglas nur eben deßwegen gleichfallsvon der allgemeinen Regel ab.
Z 4