Anfangsgründe der R l r r e h r e. Entworfen von Johann Christian Polykarp Erxleben weil. derWeltweish.D. und Prof. auf der Georg Augusts-Itniver- fitat, der König!. Societ. der Wisscnsch. und des König!. Insiit. der histor. Miss, zu Göttingen, der König!. Landwirthschafts- geselisch. zu Zelle und der Vatav. Societ. der Experimental- philof. zu Rotterdam Mitglied, der Berlin. Gesevfch. naturforsch. Freunde Ehrenmitglied. Sechste Auflage. Mit Verbesserungen und vielen Zusätzen von G. C. Lichtenberg König!. Eroßbrit. Hosr. und Prof. zu Göttingen. Göttingen, 6 e» Johann Christian Dieterich, r 7 ? 4- Sr. Wohlgebornen dem Herr n Hofrath Kästner. Wohlgebomcr Herr, Hochzuverehrender Herr Hofrath, ich vor fünf Jahren diese Anfangsgründe der Natnrlehre zum ersten Mahle dem Drucke übergab/ da veranlaßt mich der Unterricht/ den ich von En» Wohlgeb. ehedem in der Naturlehre erhalten hatte/ und die so häufigen Merkmahle von Gewogenheit/ die Sie mich hatten empfinden lassen/ mein Buch Eu. Wohlgeb. Hochachtungsvoll zuzueignen. Da ich jenen a 3 ftey- freylich noch immer zu schätzen weiß/ und ich so glücklich bily diese noch immer zu genieße«/ so ist eö Pflicht/ auch bey dieser neuen Auflage meines Buches Eu. Wohlgeb. dafür öffentlich meinen Dauk abzustatten. Auch für die Anmerkungen muß ich es thun/ welche Eu. Wohlgeb. mir über mein Buch zugestellt haben; denn Ihnen habe habe ich Erweiterungen meiner Einsicht in die Naturiehre zu verdanken, wodurch ansehnliche Verbesserungen und Abhebung wichtiger Mängel und Unvoll- konnnenhciten, die ich nicht alle in meinem Buche entdeckt haben würde, entstanden sind. Ich wäre dieser Belehrungen nicht Werth, wenn ich sie nicht gehörig zu schätzen wüßte. a 4 Mit Mit der vollkommensten Hochachtung habe ich die Ehre zu sepn Wohlgeborner Herr, Hochzuverehrender Herr Hofrath Eu. Wohlgebornen gehorsamster Diener I. C. P. Elxleben. Rachschrift des neuen Herausgebers. ^o gering auch der Antheil ist/ den ich an diesem neuen Abdruck eines Ew. Wohlgeb. gewidmeten Werks habe/ so wichtig wird er mir dennoch dadurch/ daß er mir die erwünschte Gest 5 legen- legenheit giebt/ Denselben meine Hochachtung vor der Welt darzulegen. Genugthuender für meine Pflicht sowohl als mein Gefühl weiß ich dieses nicht auszurichten/ als durch unbeschrankte Unterzeichnung vorstehender Zuschrift meines verewigten Freundes. Denn gleicher von Ew. Wohlgeb» geb. nnt ihm genossener Unterricht und gleiche von Denselben erhaltene Unterstützung/ erst als Lehrling und dann als Lehrer hiesiger Universität/ heischet von meinem Herzen gleichen Dank; die edle Treuherzigkeit und Wahrheit aber womit er denselben hier für sich darlegt/ macht alles Bestreben es für mich treffender zu thun vergeblich. Hoch- Hochachtungsvoll habe ich die Ehre zu verharren/ Wohlgeborner Herr, Hochzuverehrsnder Herr Hofrath, Ew- Wohlgcb. Göttingen, den z. Nov. i 7 S 4- gehorsamster Diener. G. C. Lichtenberg. Vorrede der ersten Ausgabe. Habs geglaubt, ein Handbuch über die gesammte Naturlehrs, worin nicht nur die Anfangsgründe dieser Wissenschast selbst vorgetragen würden, sondern das auch zugleich zur Geschichte derselben und zur Bücherkenntuiß Anleitung gäbe, würde Ansangern nicht unbrauchbar seyn. Da wir, so viel ich weiß, noch keins haben, das besonders diese letztere Absicht erfüllte, so hielt ich eö nicht sür über- flüssig, eines zu schreiben, und ich habe mich zugleich bemühet, die übrigen Pflichten eines Compendienschreibers zu erfüllen, die Lehren der Wissenschaft selbst so vollständig, als es die engen Grenzen eines Handbuches erlauben, in einer zusammenhaugenden Ordnung und in der nochigen und doch deutlichen Kürze vorzutragen. Es hat mir auch immer geschienen, als ob gemeiniglich in den Handbüchern über die Naturlehre verschiedene lehren entweder gänzlich oder doch zu kurz übergangen würden, die denn doch mehrere Aufmerksamkeit verdienten, und diese habe ich daher an ihrem Orte ebenfalls mitgenommen. Leser, die der Natur- XIV Vorrede Naturlchre kundig sind, werden sie leicht be- merken» Da der größte Theil derer, welche auf Universitäten ein Colleginm über die Naturlehre hören, eines Theils nicht die Absicht hat, sich in das Feinere der Naturlchre einzulassen, andern Theils auch ohne die dazu erforderlichen mathematischen Kenntnisse diese Wissenschast zu studiren anfangt, so habe ich allerwarts nur die leichtesten machemarischen Lehren zum Erweis der physikalischen gebraucht, und lieber die Säße, welche mehr Mathematik voraussetzen, gar nicht erwiesen; zumahl da ohnedem Jemand, dem es um eine genaue mathemalische Kcnntniß der Physik zu thun ist, die ge- sammle Naturlchre in ihrem völligen Umfange nicht aus einem kleinen Handbuche zu lernen verlangen wird. Denen aber, die auch nicht durch die nörhigen mathematischen Kenntnisse auf die gehörige Weise zur Erlernung der Naturlehre vorbereitet sind, kann doch immer eine Menge von nützlichen und angenehmen Kenntnissen aus der Naturlchre beygebracht werden, obgleich nicht die ganze Wissenschaft, und der Erweis verschiedener Satze, die sie daher auch nur glauben müsse», ohne von ihrer Richtigkeit wirklich überzeugt zu seyn. Auch einige an sich zu weitläufige Materien habe ich eben ihrer Weitläufigkeit wegen nur ganz kurz und der ersten Ausgabe. xv historisch berührt, Z. B. die Lehre vom Reiben , von der Starke des Zusammenhanges fester Körper; so wie ich mich auch bey denen Sachen, die am Ende des Buches vorkommen, kürzer habe fassen müssen, als ich sonst gewünscht hatte. Im übrigen wird man bisweilen bemerken, daß ich dem Vortrage meines verehrungswür- digen Lehrers, des Herrn Hofr. Kästners in dessen angewandter Mathematik und höherer Mechanik fast Fuß für Fuß gefolgt bin; und wie konnte ich anders, wenn ich die Sachen gründlich und dabey doch kurz und deutlich vortragen wollte? Merkwürdige Hypothesen berühmter Manner, wenn sie auch gleich falsch sind, habe ich nicht gern unberührt vorbey gehen lassen, weil ich es für nützlich und angenehm halte, auch sie zu kennen. Doch mich selbst wird man, wie ich glaube, nicht mit Recht eines zu grossen Hanges zu Hypothesen beschuldigen können, da ich lieber eine Erscheinung gar nicht, als Vielleicht unrichtig erklären mag. Die merkwürdigsten und brauchbarsten Bücher über die Naturlehre und ihre einzelnen Theile habe ich nur den Titeln nach angeführt, rmd das Urtheil darüber in die Vorlesungen über xvi Vorrede über mein Handbuch verspätt. Mit Fleiß habe ich auch wohl schlechte genannt, wenn sie etwa vorzüglich bekannt sind, oder wohl gar als gute empfohlen werden. Es kann auch gar wohl scyn, daß ich einige Bücher nicht angeführt habe, die ich billig hatte anführen sollen; denn wie leicht kann das geschehen! aber ich wünsche alsdann, bey einer Gelegenheit dieses Versehen wieder gut zu machen. Uebri- gens habe ich hauptsachlich die Originalausgaben der Werke, wo ich gekonnt habe, und vornehmlich nur deutsche UeberseHungen angezeigt. Endlich muß ich noch erinnern, daß gegenwartige Anfangsgründe der Naturlehre mit den 176g von mir herausgegebenen Anfangsgründen der Naturgeschichte gemissermaaßen ein Ganzes, ein Handbuch über die fämimlichen physikalischen Wissenschaften ausmachen sollen. Mir ist Naturgeschichte eben das, was man sonst auch besondere Physik der drey Naturreiche nennt. Diese habe ich in meinen Anfangsgründen der Naturgeschichte vorgetragen, ohn- gesahr eben so, wie hier die übrigen Theile der Naturlehre, und zugleich die Ansanger in dieser weitläufigen Wissenschaft angeführt, bey der ganz besonder» Untersuchung der natürlichen Körper aller derer Vorlheiic zu genießen, welche die neuere methodische Einkleidung der Naturgeschichte giebt. So wenig wie ich glaube, daß das der ersten Ausgabe. xvir das Wesentliche der Naturgeschichte in den Kennzeichen der Elasten, Ordnungen, Geschlechter und Arten der nalüilichen Körper besteht, denn diese sehe ich nur wie einen Leitfaden an, der dazu dient, daß man stch in der weitläufigen Wissenschaft nicht verirrt; eben so wenig kann ich Llline's Nacursnstein und ähnliche Bücher für wahre Compendia über die Naturgeschichte halten; sie sind nur Register über die bekannten natürlichen Körper. Güttingen, im Februar 1772. Anmerkung. Diese Vorrede enthielt noch eine kurze Antwort auf eine vorgebliche Reeension meiner herngch >77? wieber neu aufgelegten An- fangean'mde der Naturgeschichte in der allgemeinen Deutschen Bibliothek xn Band. Sie kann gegenwärtig wegfallen, um so mehr da der Re, rensent seine Absichten nicht erreicht hat. d Vorrede XVIII Vorrede Vorrede zur zweyten Ausgabe. ^ch habe nach Anleitung der ersten Austage der Anfangsgründe der Naturlehre, welche hier zum zweyten Male gedruckt erscheinen, neun Mal die Naturlehre mündlich vorgetragen und den Vortrag mit Versuchen begleitet: nolhwen- dig mußte sich hierbei) Gelegenheit genug zeigen, dicß und das richtiger, bestimmter, deutlicher, besser vorzutragen, als zuerst geschehen war, und so sind eine Menge von Verbesserungen in diesem Handbuche nach und nach entstanden, die manchmal nur in geringer Veränderung weniger Worte bestehen, manchmal mehr in die Augen fallen, zum Theil auch nur die Ordnung der Gegenstände betreffen. Zu verschiedenen haben Hin. Hofr. Kastners gütige Erinnerungen Veranlassung gegeben. Daß außer Verbesserungen dieser Art auch noch Zusähe dessen hinzugekommen sind, was man in den leßkern Iahren entdeckt hat, erwartet man ohnehin. Vor- zur zweyten Ausgabe. xix Vorzüglich umgearbeitet und hin und wieder ganz neu ausgearbeitet sind: Statik und Mechanik, eins und das andere in der Optik, die kehre vom Feuer, die kehre von der Elek- tricilät (mit deren Vertrag in der ersten Auflage ich selbst nie zufrieden gewesen bin), vieles in der physischen Geographie. Der ehemalige fünfte Abschnitt ist hier ganz weggefallen und sein Inhalt an Stellen eingeschaltet, wo er mir bester zu stehen schien; dagegen ist ein neuer Abschnitt von den Wirkungen der anziehenden Kraft bey si.ffstgm Korpern hinzugekommen, von welchen ich in der ersten Austage unordentlicher mitten in der Hydrostatik geredet hatte. Eine vortreffliche neueSmeakousche Luftpumpe von unserm Hrn. Kampe verfertigt, die ich mir kürzlich angeschaft habe, hat auch einige neue Zeichnungen auf dem vierten Kupfer veranlaßt, um dadurch den befondern V.m dieser Luftpumpe meinen Zuhörern bekannt zn machen, ehe ich sie in den Vorlesungen selbst gebrauche ^). Ueberhaupt sind die Kupftr- b 2 tafeln ') Statt dieser Luftpumpe, die man ohnehin schon in andern Werken z.B. Hrn. Hofr. Kästners Anfangsgründen der Acrvmetrie §. -zo. u. ff. und in Hrn. Hofr. Karstens Lehrbeariff der gcsanun- ten Math. 6. Theil, Pnevmatick K. 8?. u. ff. beschrieben findet, habe ich auf Hrn. Hofr. Kästners Rath die Beschreibung und Zeichnung der von Nairne und Blunt verbesserten Smea- tonscheu, die ich seihst besitze, bepgesügt. k- XX Vorrede zur zweyten Ausgabe. tafeln nach den Veränderungen des Inhalts des Buches selbst verändert worden. Man hat mir bei? der ersten Ausgabe dieser Anfangsgrunde vorgeworfen, daß ich Dinge darin abgehandelt habe, die eigeulich nicht in die Physik gehören. Dieß habe ich steylich mit Fleiß gethan, um denen, die meinen Nmenucht in der Naturkehre wählen, einige nützliche Di ge bekannt zu machen, die ihnen stuft vielleicht unbekannt blieben, und dieß ist, denke ich, kein Fehler. GöttikM», im Februar >777. I. C. P. Elxleben. Vorrede xztr Vorrede zu dieser sechsten Auflage. ^5zic Heyden Krxlebcnschen Vorreden wegzulassen hatte ich kein Recht, sie erscheinen daher auch hier wieder. Meine drcy eigenen aber bleiben dieß- t>:al zurück, und ich venveise wegen der Einrichtung meiner Zusätze zu diesem Buche auf die fünfte Auflage desselben. Wird ja doch im Bnche selbst auf manche Schrift verwiesen, wo unterlassenes Nachschlagen ungleich nachtheiliger seyn konnte, als hier. Ich wende mich vielmehr gleich zu einem Hauptpnncte, auf den ich mich einige Mal im Buche bezogen habe, zur Franz. oder neuen Chemie. Ich nenne sie mit Fleiß nicht die antiphlogistische, weil die Läugmmg eines Phlogistons zwar ein Hauptcharaktcr der neuen hehre, aber nicht ihr einziger ist, und man also vieles dagegen einzuwenden haben kann, ohne deßwegen schlechtweg ein Vertheidigcr des Phiogistons zu seyn. Ganz davon zu schweigen wäre unverzeihlich gewesen. Eine Lehre, die so vielen Beyfall erhalten bat, und täglich »och mehr erhalt, verdient wenigstens Respect selbst von dem, der sich noch nicht ohne Einschränkung dazu bekennt. Untersuchung der Natur ist durch den Streit darüber befördert worden, und mehr, als durch irgend einen andern über Lehren der Physik in diesem Jahrhundert, Und was kann der aufrichtige Beförderer der Naturlehrc Größeres wünschen! Wenn nur untersucht wird, die Triebfeder dabey möge seyn was sie wolle. Am Ende nimmt nach Ermüdung der Partheven, der Unpartheyische alles zusanumn und erndtet nicht selten bey derNach- b z weit xxü Vorrede weit allein die Ehre um welche jene vergeblich stritten. Wo alles geht, dünkt mich, da muß man mitgehen. Hat man etwas gegen den Weg einzuwenden, den die Menge eingeschlagen hat, so wird man sicherlich besser verstanden, wenn man sich etwas zur Gesellschaft halt, als wenn man hinten stehen dleibt, und bloß nachruft. Daß ich indessen die Grundsätze der neuen Chemie nicht im Zusammenhange vorgetragen habe, wird man verzeihlich finden; eS wäre ein ftatns in ftatn geworden. Die hauptsächlichste Benennung aber habe ich an den gehörigen Stellen Hey der Srnonrmie beygebracht, auch manches erklärt, was jedem Lehrer nun Veranlassung geben wird das übrige hinzuzusetzen. So etwas rechtfertigte schon der Plan deS Buchs. Manches wird auch noch diese Vorrede ergänzen. Hier ist meine Meinung über diese Revolution in der Chemie, ün so fern sie Einfluß ans die Wissenschaft hat, die hier vorgetragen wird. Ich will mich so kurz fassen als möglich, und vcr-> spahrc die weitere Ausführung die ich vor mir habe, und wovon dieses ein bloßer Auszug ist, für einen andern Ort. Daß man die neue Lehre anfangs mit Zweifel und selbst mit einiger Verachtung angehört hat, daran lhatte der Charactcr der Nation, von der sie herkam fürs erste mit einige Schuld. Frankreich ist nicht das Land, aus dem der Deutsche gewohnt ist bleibende Grundsätze für Wissenschaften zu erwarten. Blendendes von kurzer Dauer ist gewohnlich, auf was er von daher rechnete und bisher zu rechnen Ursache hatte. Dieses findet sich bey diesem Volk vom kleinsten bis zum größten, in ihren Taschen- Uhren , wie in ihren Systemen der Philosophie und ist sicherlich Charaeter der Nation. Wo ist jetzt die Earcesianische Physik, die sogar unter den Bcr--. noulll's ihre Vcrthcidigcr fand? Es mag Ausnahmen geben. Vielleicht ist die Französische Chemie zur sechsten Auflage. xxm eine. Ist sie es wirklich, so mag dieses zum Theil daher rühren, daß die vorzüglichsten Stützen derselben nicht Französischen Ursprungs sind. In dieser National-Meinung wurde der Deutsche nicht wenig durch den kindischen Triumph bestärkt, den mau in Paris über das Phlogision feuerte. Der war acht Französisch. Madam ü.avoisier als Priesterin angekleidet verbrannte feyerlich das Phlogiston in einer Versammlung. Hicrben läßt sich nichts weiter sagen als: Wäre Nervton im Stande gewesen durch seine Frau, wenn er eine gehabt hätte, die Larrcsianischen Wirbel verbrennen zu lasten: so hätte er unmöglich seine prineipia schreiben können. Man sieht der Fund selbst war den Erfindern unerwartet. So triumphirt mm der Kleine gegen den Großen, wenn ihn das Glück begünstigt, der eigentliche Große überläßt den Triumph, wo er statt finden könnte dem schwacher» Anhänger. Allein alles dieses bcy Seite gesetzt, so haben wir jetzt von Frankreich aus eine Revolution in der Chemie erhalten, die, wie ich hier mit Vergnügen gestehe, in ihrer Art ein Meisterstück ist, und der Widerstand, den sie in Deutschland gefunden hat, und den sie allmälig zu überwinden scheint, gereicht ihr gewiß am Ende zu größerer Ehre, als der unbedingte Beyfall mancher Frcybcutcr, die immer voraus sind, so lange es im Ganzen gut geht, aber von selbst verschwinden, wenn das Hauprcorps geschlagen ist. Was überdas einige Personen, die sich zwar mit Naturlehre beschäftigen, aber nicht gerade Chemiker von Profession sind, zurückhielt, der neuen Chemie Beyfall zu geben, war, daß einige unsrer ersten Chemiker, ga selbst Erfinder von Rang in ihrer Wissenschaft, verschiedene Hauptfacta längnetcn und sich dabcy auf Versuche gründeten, denen zu trauen jene Physiker eben so gut Ursache hatten, als den Französischen. Es hat sich freylich gesunden, daß die erstem Unrecht hatten. Desto ehrenvoller für die b 4 letzmn XXIV Vorrede letzter», daß sie nicht nörbig haben den Benfall als ein Geschenk anzunehmen, senden, jh» erzwingen können und auch ehrenvoll für den, dem er abgezwungen wird. Mit seinem Bcnfall muß ein gesetzter Mann nicht umgeh», wie Kinder mit dem Gelde. Wer zu freygebig damit ist, gibt ihn leicht einem Unwürdigen und das ist nachher sehr ärgerlich. Wenn ich die Franz. Chemie ein Meisterstück genannt habe, so will ich dieses bloß von ihr als einer isolieren Sammlung von Kenntnissen, oder wenn man will, von isolirtcr Wissenschaft, verstanden wissen, und nicht in so fern sie ein Thcil der Nmrurlehre im allgemeinsten Verstände ist, die auch schon ihre festen Puncto hat oder zu haben glaubt, von denen sie ausgebt, so gut als diese Chemie. Wenn dereinst, alle die einzeln bearbeiteten Thcilc der gcsammren Ocarurlehre zu eincmGanzen zusammen gefugt werden sollen, so wird es sich finden welches die festesten Puncte von Heyden gewesen sind. Vielleicht müssen alle etwas nachgeben um die schicklichsten Fugen zu treffen. Aus diesem Gesichtspuncre allein bitte ich nachfolgende Erinnerungen anzusehen. Bacon macht die vortreffliche Bemerkung: jedermann suche gern die Erklärung von allem in seiner Privat-Welt: «an i» maione /?»s und fügt an einem andern Ort hinzu: !W„ ardkan- äus est muncluü sä snAustias intelletkus (gucxl ack/mc kädstum elb) leä expsnäenäus intelleötus sä munäi imsFmem recipienäsm, guslis iuuc-ni- tue. Die Stelle» stehen, wo ich nicht irre, im ersten Buche der Aphorismen in seinem neuen Organen. Dieses ist dünkt mich das eigentliche Geschäfte des allgemeinen Naturforschers; die isolieren Beschäftigungen einzelner Classdn Zu vergleichen »ind zusammen zunehmen. Denn wenn der Mensch hierin ja zu einen, sichern Zweck gelangt: so must alles Ei»»» seyn. Führt diese Zusammenhaltuug auf Zweifel zur sechsten Auflage. xxv Zweifel gegen die Richtigkeit manches Einzelnen, so will man damit die Bemühungen hieein nicht sogleich verwei se», ja nicht einmal steinen. Ein jeder rhne das Scinigc so gelangt man am geschwindeste» znm Zweck. Die »übliche Elaste von Menschen, die die Erde bebauet, brauchet nicht zu wissen, das; sie rund ist. Andere können sich damit begnügen, zu wistcu daß sie eine Kugel scy; noch andere müssen um ibrcu Zweck zu erreichen schon wissen, daß sie ein abgeplatteter Spharoid ist, und endlich sieht sich sogar ein andere gendthigt anzunehmen, daß sie kein regelmäßiger Sphäroid, sondern eine Art von Wackc scy, die sich bloß einem Spharoid nähere. Man hat freylich auch sehr wichtige Einwendungen gegen die neue Chemie, als Chemie für sich, gemacht, und ich habe etwas davon in der Note zu §, 4,8. gesagt. Mir diesem gebe ich mich hier nicht ab. sondern meine Absicht ist bloßZnsammcuhaltung einiger Puncte der neuen Chemie mit dem, was wir von andern Seiten her wissen. Mangel an gehöriger Unterscheidung dieser ihrem ganzen Wesen nach sehr verschiedenen Bemühungen hat den Eifer der Partheyen nicht wenig angefacht, und ist in so fern auch nützlich gewesen und wird es künftig noch mehr seyn. Es ist aber auch unglaublich wie weit der Stolz mancher Anhänger des neuen Systems durch ihr Glück i» mnnck/5 verführt sie verleitet hat in der msiors stus cnmmunl als Nichter abzusprechen. Der sonst vortreffliche Fourcroy theilt auf eine nicht sehr liebreiche Weise, die man fast die Neufränsisch-Christliche nennen möchte, die Gegner des antiphlog. Systems ab in a) solche die die Sache nicht verstehen, und b) solche die sie verstehen, aber aus Parthcygeist nicht verstehen wollen. Hier fehlt offenbar das dritte Glied, nämlich b 5 c) XXVI Vorrede c) solche, die glauben die Wahrt,eil liege vielleicht, wie den hundert entgegengesetzten Meinungen, auch hier in der Mitte, wenn sie nicht gar, im gegenwärtigen Falle, jcnscit beyder liegt. Wenn man doch die Chemie in unscrm Körper vor Augen habe» wollte. Das Wort Mcrocosmus, das man dem Menschen beygelcgt hat, ist ein wahres für jede sich zu lebhaft erhebende Entscheidung. Man hilft sich frcylich mit der schnöden Distinction zwischen organischen und unorganische» Körpern, aber wo ist die Granze zwischen Heyden? Uns laßt im einzeln unorganisch was in der Summe vrganisch scyu kann. — Solche Betrachtungen können wenigstens Toleranz befördern. Ach werde mich hier nur ans zwey Hanptpnncte einlassen. Die elektrische Materie und die sogenannte oerseyung Oes gvassers. Alles in der Rücksicht, die ich, wie mich dünkt, deutlich genug angegeben habe. — Wir finden elektrische Materie überall, zumal in der Atmosphäre, bald stark, bald schwach, sowie die Feuchtigkeit, die eine so große Rolle darin spielt. Beyde folgen dem Einflüsse der Sonne, so wie sogar die magnetische Materie. Trockne Luft wird zu feuchter und feuchte zu Wolken und Regen. Elektrische Luft geht von Null ans zu starker Elektricitat und endlich zum Blitze über. Woher dieses alles? Ist die elektrische Materie auch aufgestiegen wie das Wasser? Wo kömmt sie her und waS wird ans ihr? Ist sie bloß da um aufzusteigen und wieder herabzufallen ohne sich zu verbinden? Die Aehnlichkeit zwischen Niederschlag von Wasser und Elektricitat geht sehr weit. Gewitter sind Wolkenbrüche für Elektricitat. Gewitter ohne Wolken gibt es nicht, auch vielleicht keine Wolke ohne Elek- nicikat. Wo wir sie nicht deutlich verspüren, kamt sie entweder nur gering oder durch allzu .feuchte Luft schon abgeflossen sepn. Elektricität entsteht l-ey jeder Ver- zur scchsttn Aufluge.' xxvn Verdanipfung, wo man sie nicht bemerkt, ist sie nichts destoweniger da, denn selbst die Versuche wodurch man sie gewöhnlich zu zeigen pflegt gcratbcn nicht immer. Wir haben die Gefäße sie aufzufangen zu wenig in unserer Gewalt, ich meine die uns Hingebende" Lust, die sich nicht so behandeln laßt, wie eine Vorlage. Unsere geringe Kenntnis? der Elektri- cität rührt thcils von diesem Mangel an schicklichen Gefäßen sie aufzufangen her, (sie ist der chiritns tvlnatn-ls der jetzigen Chemie), mit einem Siebe läßt sich kein Wasser schöpfen ; ,heilö daher, daß wir den Hanptweg sie darzustellen noch nicht in nnsercr Gewalt haben, ich meine den der großen Natur. Wir können noch keine Elcktricitat anmachen so wie wir Feuer anmachen. Unsere Feuer-Processi werden durch Neiden bloß eingeleitet. Der Wilde reibt Holz gegen Holz, wir Stahl gegen Stein. Ist der Proceß eingeleitet, so übernimmt die Natur das Uebrige und das ist kein Reiben mehr, so wenig als bey der thie- rischcn Warme. Bey der Elcktricität stehen wir noch immer bepin Reiben, ohne daß uns die Natur die Arbeit abnähme und auf ihre Weise fortsetzte, so wie sie Donnerwetter macht oder im Rauch des Vesuv die fürchterlichsten Blitze erzeugt. Was würden wir von der Natur deS Feuers wissen, wenn wir eZ bloß auS der Warme zweyer an einander geriebener festen Körper kennten? Alle Elcktricitat, die die Natur hervorbringt, so wie alles Feuer, das sie ohne unser Zmhun bewirkt, bewirkt sie durch chemische Verbindung und Trennung. Die Erdbeben- Jahre sind gemeiniglich auch Gewitter-Jabre. Man hat zwar gesagt: eS fty noch gar nicht erwiesen, daß die elektrische Materie chemische Verbindungen eingehe. Das ist frevlich. Aber einmal ist es von einer Materie, die sich allen Ginnen offenbart, gewiß höchst wahrscheinlich, und dann kann man antworten : ist uns vemnithlich manches bey der Wirkung des XXVIll Vorrede des Feuers noch so schr dunkel, eben weil wir nicht Volkse» was dieses fünfte Element dabcp lhnt. Die schaue ist: schreibt raan nicht manches dem Fcncr oder dem Phlogision oder dem Lichte zu, was eigentlich der Elcklnciiät gehört? Und dann hat man diese chemische Verbindung noch nicht gesehen weil mau sie nicht sehen rvill. Man zersetzt durch sie das Wasser, die alcalimsche Luft, die Salpetcrlnft, die schweren infl. Luftarrcn, man vermindert damit die atm> sphärische, und erhalt durch sie Salpetersäure aus Stickluft und dephlogistisirter. WaS thut die Eleltrjcitac da der, ? Erschüttert sie bloß, oder würfelt sie bloß oder erhitzt sie bloß, oder verbindet sie sich», ganz oder selbst zersetzt, mit jenen Körpern und bringt diele Veränderungen hervor? Hier antworter mau r es mag scyn waS eS will, nur das letzte ist es nicht, weil wir gar nicht wissen ob tue elektrische Materie überhaupt eine chemische Versandung mir Körpern eingehe. Wann das, möchte ich fragen, kein Enkel im Schließen ist, was in aller Welt ist einer ? Ich halte dafür, daß es Pflicht des Naturforschers ist zu glauben das letzte finde Statt, so lauge bis das Gegenthcil dcmonstrirt ist, weil die Dinznlassnng einer solchen Materie einer Nepmischuug gar zu ähnlich steht. Hätte man die Erscheinungen durch Hinzulasscn irgend eines andern Dampfes oder nur durch das Licht bewürkt: so würde man sicherlich von chemischer Verbindung gesprochen haben. Allein die elektrische Materie wirkt bloß als mechanisches Mittel, weil man sie nicht anders kennt und kennen will. Man hat den berühmten und in der Tbat höchst merkwürdigen Ainfterdamischen Versuch von der Zersetzung dxs Wassers durch El. als völlig entscheidend für die neue Chemie angesehen, hiergegen läßt sich sehr vieles einwenden, ja es könnte leicht kommen, daß es gar ihr gefährlichster Feind würde. Denn i) hatte jencS erzeugte elastische Flui- zur sechsten Aufluge. xxix Flnidum »othwciidig herausgenommen und eiidiome- trisch geprüft werden müssen, um zn sehem od es auch wirklich die gehörige Mischung von (kss oxv^ens lind k)?6roAÜne gewesen scy. Dieses ist, so viel ich weiß, nicht geschehen. Es ist also bisse Präsumtion. Gesetzt aber auch es wäre jene M schung gewesen, so ist ja 2) die große Frage: hat sich die elektrische Materie nicht etwa zersetzt, und hat nicht em Theil von ihr mir dem Wasserdampf imst. und der andere mit demselben dephlog. Luft gemacht? Hierbei) verdient bemerkt zn werden, daß sehr berühmte Psosiker »niler andern Hr. Rrayenstcin lange vor den Zeiten der Wasserzersetzung gcmuihmaßet haben, die elektrische Materie bestände ans Phlogifton und einer Saure. Also daß inst. Luft aus Phlogifton und Wasserdampf, dephlog. aber aus Säure und Wasserdampf bestehe, ist schon gleichsam implicitcr behauptet worden, ehe man so etwas deutlich dachte. Ansagen, daß die Zersetzung bloß durch erhohete Temperatur erzeugte nähere Affinität der Besiandrheile des Wassers mit dem Calorignc bewirkt »verde, ist ja eine Hypothese, die sich ans ein bloßes am- /ei ess «ot,s p/a/l/ü- gründet. Ueberhanpr scheint es mir als werde von der erhöhten Temperatur als einem Aneigungsmittcl in der neuen Chemie sehr N/na /a^ Gebrauch gemacht. Doch dieses gehört nicht hicher. Ich komme »nii wieder auf die Ämsterdamischc Zersetzung des Wassers. Daß sich bcy dein Verbrennen der inst. Luft mir der dephlog. rückwärts keincSpnr von Elckrricität zeigt, wie ich öfters erfahren habe, beweiset nichts, so lange man nicht weiß, ob nicht die erzeugte componirrc Elcktricität gerade die ist, die die Capacitar des entstandenen WasscrS erfordert. Auch konnte es für unsere Instrumente zu wenig seyn und möchte sich nur bcy Versuchen nn Großcn, so wie sie die Natur anstellt, bemerken lassen. So könnte der Blitz gar wohl bloß die Folge einer plötzlichen XXX Vorrede llchcn Verwandlung einiger Lnftarten in Wasierdnnst in der Atmosphäre senn. Hier ist also wenigstens Hypothese gegen Hypothese und nicht , wie man so gerne der Well glauben inachen mogle, Hypothese gegen Factum. Denn was in aller Welt ist das für ein Factum, das: die Elektricitat, als solche, nichts bey dem Processi chne! Aber sagt man, man hat ja das Wasser auch ans andere Weise zersetzt, und die alialiinscheLusc in ihrcBestandtheile zerleg! ohne alle Elektricitar. Ohne alle Elekrucitäc? das gebe ich zu, aber so wie man ohne Stahl und Stein Feuer anmachen kann, wenn man in eiskaltes Terpentinöl, eiskalten rauchenden Salpetergeist mit etwas eiskalte» Vitriolöl gemischt plötzlich gießt. Wd Kohlen, Oese», Gefäße sind und wo Luft ist, da ist elektrische Materie in Mcnge, daS ist reine Frage. Könnte man die Elcktricirat aufsammeln, die sieb an einem Morgen in einer Stadt bloß aus den Theekcjsiln entwickelt, so würde man einen Ochsen damit todt- schlagen können. Aber es erfordert schon große Vorsicht und günstige Umstände wenn man sie fühlbar machen will. Wo Feuer und Elektricitat gleiche Wirkungen hervorbringen, da kann man, dünkt mich, kühn fragen: war es die Elektricitat des Feuers oder das Feuer der Elekn ieitat, die sie hervorbrachte? — Sollen aber, könnte jemand fragen, solche Örnth- »naßungcn die Franz. Ehcmie über den Haufen werfen , das herrliche Gebäude? Behüte der Himmel, das sollen sie nicht und können sie nicht. Nein sie sollen bloß demüthigsi bitten nicht zu hart aufzutreten, wo noch solche Fußangeln verborgen liegen. Ich rede hier gar nicht einmal mit dem decisivcn neuen Chemiker, sondern mit dem zweifelnden Natni'sorschct, der immer bedenken muß, daß noch sehr viel Großes zurück ist, und vor alten Dingen jeden Umstand nützen soll, der ihn derKenntniß eines so ausgebreiteten Zluidums, wie das elektrische naher bringen zur sechsten Auflage. xxxi bringen kann, wovon wir zwar einige Wirkungen schon lange kennen, so wie man Jahrtcmsendc hindurch einige Wirkungen der Luft und des Windes gekeimt hat, deren eigentliche Bcstandtheile uns aber eben so unbekannt sind, als es die Bcsiandthcile der Lust Jahrtausende hindurch gewesen waren. Die neue Chemie muß ihren Gang fortgehen, und wird ihn gehen; alle ihre Entdeckungen werden dereinst Glieder des neuen Ganzen abgeben, und einem Zwecke dienen, de» sie selbst nicht vor Augen gehabt hat. Wenn nur Thätigkeit unterhalten wird, um das was sie erweckt und erhalt haben wir uns nicht so sehr zu bekümmern. Haben ja alle Triebe des Menschen einen höher» Zweck alS die nächste Befriedigung derselben. Tpcho's Weltsystem ist am Ende am kraftigsten durch die Beobachtungen widerlegt worden, die der große und uncrmüdete Mann vielleicht zu dessen Bestätigung angestellt hat. Vernmthlich gibt uns bald ein Antiphlogisiiker eine chemische Analyse der elektrischen Materie. Dürfte ich hierzu einen Vorschlag thun: so wäre sie c>xz?xchne und kz?8 Stunde» anhielt. Dieses erklärt Hr. de L.uc so, daß er annimmt das aufgestiegene Wasser »verde, durch einen noch unbekannten Proceß zu Luft, und diese Lust durch den umgekehrten wieder zu Wasser. Hiergegen sind von Männern, die ich in jeder Rücksicht verehre, nicht «kecWenlw sondern mit wahrer philosophischer Würde, Zweifel erhoben worden. Ich würde diese Naturforscher nennen , »venn hier der Ort »rare ihren Vcdenklichkeircn mit der Umständlichkeit Schritt für Schritt zu begegne» mit welcher Zweifel solcher Männer behandelt werden müssen. Ich bringe also hier nur einige Haupl- puncre Hey, vielleicht findet sich beyni Nachdenken das von selbst waS ich hier weglasse. Man bezweifelt die Gültigkeit von Schlüssen, die sich auf daS -Hygrometer hierin gründen. Die Luft könne noch, sagt man, sehr viel Wäger aufgclöset enthalten, die das Hygrometer nicht anzeige; das Hygrometer zeige ja selbst schon in sehr mit Wasser überladener Luft Hey hoher Temperatur Trockenheit. Dieses ist sehr wahr, allein dieses Wäger wird sogleich sensibel, sobald die Temperatur erniedrigt wird, weil es bloß Wärme war, die cS für das Hygrometer latent machte. Ist aber Luft bey sehr nicvrigcr Temperarur für das Hygrometer trocken so müssen »vir sie für sehr trocken erkennen, weil das Hygrometer unter der Glocke sogleich die geringste Feuchtigkeit zeigt, die man bcy gleich niedriger Temperatur in eine solche ausgetrocknete Lust zuläßt, aber die »och vorräthige Wärme nicht mehr aufzunehmen im Stande ist. Will man sagen: das Wasser kann doch vielleicht »och aufgelöst darin enthalten seyn, das Hygrometer zeigt sie nur nicht an, so kann man hierauf nicht besser antworten, als »venn man sagt: vielleicht auch nicht. Denn so viel ist doch gewiß, daß »venn wirklich zur sechsten Auflage- xxxni kein Wasser da wäre, das Hygrometer auch keins zeigen könnte. Ferner wird ja nicht geläugnct, daß das Wasser noch da scy, cS soll nur ausgemacht werden wie? vaporisier oder aerisier; als Lufr zum permanent elastischen Fluids gebunden, oder als bloßer Dampf, von dem sich, so wie die Temperatur sinkt, immer die Gegenwart vcrrätb. Eine Auslosung bleibt es ja immer, nur ist die Frage ob es in Luft oder zn Luft aufgclösct scy. Es soll ja ausgemacht werde», was Lufrsey, dieses ist ja der Hauptpunct. Die Gegner des Hrn. de Luc sagen, die Luft kann noch Wasser enthalten, selbst wenn bey niedrigen Temperaturen das Hvgromerer auf Trockenheit weiset; Hr. de Luc sagt: Wasser in elastischer luftförmiger Gestalt, das bey keiner Temperatur mehr auf das Hygrometer wirkt und nicht mehr naß macht, nenne ich Luft: denn Luft, die man durch alle Kunstgriffe, die im menschlicher Gcwalr stehen, ausgetrocknet hat, thut dasselbe. Wollt ihr dieses längnen, so gebt uns andere Hygrometer oder andere Definitionen von in Luft aufgelosctcm Wasser. Ich nenne ein Salz trocken, wenn es keine Feuchtigkeit mehr mir- theilt, ob es gleich, wie das Glaubersalz und der Alaun, schier halb aus Wasser bestehen kann, aber da ist es kein Wasser mehr, es bleibt nur Wasser in unsrcr Sprache, der Sache nach nicht. Es ist wirklich ein Wortsireit. Gesetzt unsere atmosphärische Luft wäre ein Gemisch von inst und dephlog. Luft in bekannter Vcrhältniß: so könnte, nach der neuen Chemie sich manches darin zu Dampf, Nebel und Wasser entbinden (ich rede hier mit den Antiphlogi- siikerii) und herabrcgucn. Dieses Wasser könnte sich wieder zersetzen und zn Luft werde». Gegen einen solchen Proccß wurden alle die Einwürfe der Gegner des Hrn. de Luc gelten. Auch da könnten sie sagen das Wasser werde in der Luft aufgelöset, aber sie hatreu Unrecht. Ja, sagt man, das sind die Bc- c stand- XXXIV Vorrede srandlheile des Wassers selbst, in die das Wasser aufgelösct wird, die mit Calorique immer in Luftgessalt erscheinen: Antwort das ist ja eben die Frage: vb das Wasser nicht jede Lustform annehmen könne, der atmosphärischen so gut als der R,nall-L.nft, das soll ja gerade ausgemacht werden. Warum wird denn Wasscrdampf durch ein glühendes irrdcncs Rohr gelassen grdßtcirthcils zu Stickluft (eigentlich wohl eine Luftart, die wir noch nicht recht kennen)? Hat man dieses erklart? Nein! Aber ist dieses incht ein Proccß, der mit der Zersetzung dcS Wassers im glühenden Flintcnlauf die größte Achnlichkcit hat? WaS hat das irrdcne Rohr gewonnen, und was hat der Wasserdampf verloren? Man nennt dieses Pro- duct Stickluft. Ich will wenigstens hier nicht widersprechen , ob ich gleich den Versuch nun schon öfters angestellt habe. Und, setzt man hinzu, Stickluft könnte wohl lufrformiges Wasser scyn. Aber wenn Stickluft luftförmiges Wasser ist, was wird ans der Basis der Salpetersäure? So würde am Ende die Salpetersäure wohl gar ein kchVoo^öne Cur- oxvFene. Ferner hat man gegen Hrn. de L.uc eingewendet, die Meteorologie sey eine noch viel zu wenig gegründete Wissenschaft, um daraus Schlüsse gegen die Chymie und zumal gegen die neue zu ziehen. Aber soll man die Beobachtungen des Meteorolgen verschweigen, weil sie der Anriphlogistcker nicht zu erklären im Stande ist ? Lieber gestehe man offenherzig: Unsere ganze Natnrlchre besiehe nur aus Bruchstücken, die der menschliche Verstand noch nicht zu einem einförmigen Ganzen zu vereinigen wisse. Vor Gott ist nur Eine Naturwissenschaft, derMensch macht daraus isolirte Eapitel und muß sie, nach seiner Eingcschränktheit machen. So lange als die Eapitel nicht zusammen passen wollen, liegt irgendwo ein Fehler, in den einzelnen besonders, oder in allen. Das muß ja ausgemacht werden. Man verstehe sich zur sechsten Auflage. xxxv doch. Man will ja die Anhang» der decisiven Chemie in ihren Meinungen nicht stöhrcn, auch scheinen die meisten nicht sehr geneigt sich stöhrcn zu lassen, od ich gleich unparthcyisch gestchen muß, daß ich vortreffliche Köpfe darunter gefunden habe, die vielleicht bloß weil sie etwas mehr waren als Chemiker, diese Betrachtungen sehr zu Herzen nhamen. Ein Laboratorium auf dem Gipfel der Alpen würde manches lehren, was nicht so leicht mit einem am Ufer der See zu vereinigen stehen würde. In jenem würde sich in der Nahe zeigen, was man jetzt, als aus der Meteorologie muihwillig herbe») gerufen, verwerfen zu können, oder gar verwerfen zu müssen glaubt. Ist es nicht sonderbar, daß sich der Chemiker sein Wasser destillier, um es rein zu haben, »ind doch seine Luft ungereinigt aus den» Laboratorio ' schöpft, das heißt aus der schnmtzigsten Pfütze der ganzen Stadt. Dieses sollte man wenigstens bedenken, wo es auf die Erklärung von Phänomenen einer Welt ankömmt, worin jedes Sandkorn gezählt ist. Ich möchte wohl »rissen »ras aus unserer Luft-Chemie »Verden würde, »renn man jede Luftart die man braucht, selbst die zun, Feuer anblasen nicht ausgeschlossen , Wochen lang wie Ve Luc bey seinen Hy- grometer rhut, über Austrocknnngs-Mitteln hätte sieben lassen. Und doch befreycn die Austrvcknungs- Mittel die Luft bloß von Feuchtigkeit und nicht voll den unzähligen andern Bcymischungen. Ich breche hier ab um noch etwas weniges über die neue Nomenclatur zu sagen. Hier ist gewiß manches sehr durchgcdachte, das Nachahmung verdient, zumal da, wo durch bloße Veränderung der Endsilben und gleichsam eine Art von Declination gewisse Relationen ausgedruckt »verde» wie bey sits und Äck/M-e. Hierin ist nichts hypothetisches und kennt man einmal die Bedeutung dieser calcium, so wird eine Menge von Verhältnissen sehr leicht c - ver- XXXVI Vorrede verstandlich bezeichnet. ES wäre zu wünschen, daß diese herrliche Methode häufiger wäre befolgt worden. Wäre cö nicht vielleicht besser gewesen statt des Hypothetischen oaercie äe plomb rouxs schlechtweg p/om- bicie ronZs zu sagen, eben so ff?er-e?/Wcie rollte par le/su. Wie nun ans MocAi's. wird, durch die Basis der vephlog. Luft, oder auch einen allgemeinen Sauerstoff, oder durch Eutfcrnung dcS Brennstoffs, das gehört in den Vortrag und nicht in das Wort. Die Dinge können sich andern, wie die Geschichte solcher Benennungen nun doch fürwahr häufig genug gelehrt hat, um endlich die Welt klüger zu machen. Was wird endlich aus dem Studium der Naturlchre werden, wenn jeder, der eine Hypothese, die ihr Erfinder in die Benennungen eingetragen hat, umwirft, nun nicht bloß die Bcneunnngen wegwirft, das giengc noch mit, sondern seine pro siegreiche Hypothese wieder in die Benennungen einträgt? Antwort: gerade das was aus dem Studio der Geographie werden würde, wenn jeder Eroberer einer Stadt dieselbe nach seinem System und seinen Absichten benennen und die Benennungen mir dem Degen in der Faust einschärfen wollte, wie die Franzosen mitKyon, Marseille nnd Conde gelhan haben. Die Wörter sollen ja bloße Zeichen für den Begriff und keine Definitionen scyn. Da wo sie es sind verschwindet ihre erklärende Kraft sehr bald, weil sie doch nur wenig fassen kann, und diese unvollständige Erklärungen gehen bald in weit mehr unifassende Leichen über. So verbessern die ewigen subjektiven Anlagen unsers Geistes, die transitorischc, nnphilo- sophische Bedächtlichkeit Hochweiser Tcrminologcn und verwandeln Rechnung mir Strichen in höhen, Algorithmus. Unter allen Wissenschaften des Mensche» halte wohl keine ein größeres Recht ihre Benennungen zu Definitionen zu mache», als frenlich die einzige Wissenschaft im sirengsien Verstände, die es zur sechsten Auflage. xxxvii gibt, die Mathematik. Es ist auch häufig geschehen, und warum seilte man es da nicht tluin, wo keine Hypothesen Statt finden und wo folglich, wenn neue Zeichen gemacht wetdcn sollen, das Desiuircnde derselben immer eine Richtschnur ben ihrer Formirnng abgeben kann. Ich sage nur, auch da ist es bloßes opus lnpererci^gticmis und das künstliche Gepräge verwischt sich bald durch den Gebrauch. In den Namen Parabel, Ellipse und Hyperbel steckt mehr Wcißheit, als selbst mancher, der in den Feldern des Mars sehr guten Gebrauch von diesen Linien macht, immer wissen möchte. Selbst der, dem sie bekannt sind, denkt, wenn er von Parabolischen nnd Elliptischen Spiegeln spricht oder schreibt so wenig an ihr Etymologie, als bey irgend einem andern Wort des gemeinen Lebens. Man ist daher, wie mich dünkt viel zu angstlich, mit der Abschaffung von sehr gangbaren Worten, die den Gegenstand, den sie bezeichnen unrichtig erklarten, gewesen. Das konnte schlechterdings nicht schaden, da man es schon in taufenden von Fallen gewohnt ist keine Erklärung in den Wörtern zn suchen, sondern bloß ein Zeichen für den Begriff mit welchen mau sich sonstwo bekannt gemacht bat. So hatte das WortMerallkalch, als allgemein bekannt, gar wohl auch können bey- behaltcn werden, da in ganz Europa niemand mehr dabey au Kalchcrdc dachte. Bezeichnete doch einmal ein Preußischer Hof- Castellan, der nicht schreiben konnte, die Prinzessinnen in s. Register mit o und die Prinzen mit r und wurde recht gut fertig. Der Werth eines WortS für die Welt ist in der zusammengesetzten Verhältnis? seiner Schicklichkeit und seiner Popularität oder Gangbarkeit. Wann die crstere gleich gering ist, so kann dieser Werth doch groß seyn, wenn nur die letzte groß ist, so war es mit dem Mctallkalch. Aber frcylich solcher, in die Ohrcn- schrepeude Unsinn, wie das Wort sssrtarus tartarl- c z tskus XXXVIIZ Vorrede latus enthält, oder srcsnnm Zuplicatum darf nicht geduldet werden, weil sie, bey ihrer sich aufdringen wollenden Weisheit wahre Thorheit enthalten. Indessen Hypothesen einmischen, die feiner sind, ist nur ein feinerer Fehler. Er sollte ganz vermieden werden, wo man einmal alles neu schaffen zu inüs- scn glaubt, denn da kann man es, und hatte es bey der Franz. thnn können, weil sie sich über die ganze Wissenschaft erstreckt. Wer eine neue Sprache in den Gang bringen will, muß es in einem viel umfassenden Werke thnn, daS auch sonst von großem Werth ist; einzelne Vorschlage im kleinen werden bald wieder vergessen. Aber wie hat man diese Regel befolgt? Ist nicht (Gauerstoff) schon wieder eine Hypothese? denn wie viele Stoffe hat denn dieser Sauerstoff gesäuert? Schwefel, Phosphor, Stickstoff und Rohlcnstoff? Wey den übrigen 2? Sauren ist es bloße Präsumtion, so wie bey dem Metallkalchen die nian , Säuerlinge, sauer und -Halbsäure genannt hat, bloß jener Hypothese zu Liebe. Das ist doch wirklich viel, für ein philosophisches Jahrhundert. Im Vortrage hatte die Hypothese immer Statt finden können, Hypothesen zu macheu und sie als seine Stimme der Welt vorzulegen, darf niemand gewehrt scyn, sie gehören dem Verfasser, aber die Sprache gehört der Nation und mit dieser darf man nicht umspringen wie man will. Die Gründe diese zu andern müssen sehr triftig scyn und eine neue Hypothese ist nie eine triftige Ursache, wie die Geschichte der Physik hinlänglich lehrt. Finden solche Wörter Eingang so vergißt man bald was sie sagen sollen, und denkt mir an die Sache, die sie bezeichnen, nach ihrem ganzen Umfang, und dieses ist die glücklichste, wenigstens die unschädlichste Periode solcher Benennungen. Selbst die Gegner fangen alsdann an sich ihrer zu bedienen» Ein Bcyspicl gibt der Ngme fixe Ä,ufr. Noch ein Wort zur sechsten Auflage. xxxix Wort über das Gxpgen. Wenn ein Salz der Zange salzig schmecken soll, so muß es im Speichel, das ist im Nasser auflösbar seyn. Da also unser Salz nur salzig schmeckt, wenn Wasser damit in Verbindung kömmt, so wäre ja wohl gar das Wasser das prin- cips Halogene? Könnte dieses nicht der Fall mit dem Orygen seyn? Ich will bcym Phosphor stehen bleiben. In vephlog. Luft verbrannt gibt er eine Saure. Gesetzt die dephlog. Luft wäre Wasserdampf, und mir durch ein drittes zur Permanenz gebunden: so könnte ja eben dieses dritte nachdem das Fcnerwcsen fort ist dem Posphor mit dem Wasser verbinden und ihn nun auf diese Art schmeckbav machen. Dieses bloß im Vorbeygehen. Uebcr Haupt dem sey wie ihm wolle so kann man wie mich dünkt nicht genug bedenken: Wer Hypothesen schaft gibt bloß sein unmaßgebliches Gutachten, und das ist niemanden verwehrt, wer sie der Spache auszwingt, publicirr Mandate, und da gehört schon was dazu sie durchzusetzen. Indessen die Franzosen haben eS durchgesetzt, "und da ist es Schade, daß man diesen Zeitpimct nicht genutzt hat die ncue Nomenclatnr nach einer erst festgesetzten durchaus philosophischen Theorie der Nomcnclaturcn überhaupt zu bestimmen. Hier kann ich unmöglich umhin zum Beschluß noch einige allgemeine Anmerkungen über die Neuerung in den Namen und über die Unschädlichkeit der schlcchtge- wahlten zu machen. Ich denke die Astronomie könnte auch sogar in dieser Rücksicht allen Theilen der Physik zum Muster dienen. In welcher Wissenschaft hat der menschliche Geist sich durch eigene Kraft, fast ohne alle Stütze des Zufalls, höher gehoben als in ihr? in welcher sind die allmähligcn Fortschritte richtiger aufgezeichnet, und wo übersieht man deutlicher, wie immer eine Hypothese der Wahrheit naher kam als die andere, und wodurch die Annäherung geschah? und wo nun endlich, z. B. beym Weltsystem, die letzte c 4 Hypo- xr, Vorrede Hypothese, von der Wahrheit, nach beugclcgtcm Streit, friedlich in die Arme geschlossen mir ihr in ewiger Vereinigung lehr? lind nun bedenke man einmal ihre Nonwnclanir. Viele Namen sind Arabisch, deren eigentliche Bedeutung, als Definition betrachtet, ein großer Theil der Astronomen nicht versteht und nicht zu verstehen braucht. Sic zu verstehen suchen ist eine eigene Liebhaberey, die ihren Nutzen ausserhalb der Astronomie; hier und da in ihrer Geschichte, oder in der Geschichte des Menschen hat, und zumal auch als Warnung für Erfinder neuer Namen gebraucht werden kann u. s. w. Viele Wörter tragen die Spuren der Lander und Völker an sich, die sie gegeben haben, wie z. B. Rccrascenston. Selbst der Name Abweichung (clsclimrtru ) ist nicht der schicklichste. Nimmt man die von der Astronomie abhängigen Wissenschaft, wie billig, mir dazu, so wird manches wirklich tadelhaft z. B. daß die thangc und Sreire eines Sternes etwas ganz anderes ist, als die Lange und Breite eineS Orrs ans der Erde, welches auch immer Anfänger zuerst etwas verwirrt. Man bedenke ferner die Redensart: die Sonne rrirr in den Misder, man denke an den Widder, ja alle Sternbilder überhaupt, die Namen Conier oder Haarstern und endlich gar an die Milchstraße. Hat dieses den Fortgang der Wissenschaft aufgehalten? sicherlich nicht. Gesetzt auch selbst Kästner und v. oach vereinigten sich jetzt eine neue Nomenclatur für die Astronomie zu entwerfen, wo der sinnliche Schein in der reinsten Sprache der Geometrie, Trigonometrie und Optik, die auch noch gereinigt werden könnte, alles übrige aber nach der tiefsten Einsicht der jetzigen Zeit ausgedrückt würde: so würde allerdings eine Nomenclatur entstehen, die allen Zeiten als Kunstwerk respectabel scyn würde. Würde sie aber viel nützen? Ich glaube nicht, so wenig als ich glaube, daß diese Männer je so etwas unter- zur sechsten Auflage. xi,r unternehmen werden, und zwar, wenn ich mein Gefühl, den Gefühlen solcher Manner snbsiituircn darf, ans folgenden Gründen: r) Weil die alten Namen nun einmal im Besitz allgemeiner Verständlichkeit sind, den sich neue, obgleich sehr viel schicklichere, nicht so leicht erwerben. Hat ja bekanntlich sogar der Srier am Himmel den heil. Andreas, der jenen rcprasentiren sollte, auf die Horner genommen und aus dem Sattel gehoben. -) Weil man die alten nun ja doch auch wissen muß, um die altern Schriften zu verstehen und die Entdeckungen aus den Quellen zu studircn; und z), ein Hauptumstand, weil diese Manner wichtigere Dinge z» thnn wissen, und ihre Zeit gerne auf etwas besseres verwenden, als auf Einführung der Synonymst in eine Wissenschaft, die zu ihrem großen Vorthcil bisher von diesem Uebel so ziemlich frey geblieben ist. Ich war anfangs willens noch einige Worte über die Ucberschung der Franz. Noinenclatur zu sagen, die hauptsächlich von zwey vortrefflichen Mannern in Deutschland versucht worden ist, von Mannern die ich meine Freunde nennen kann, und deren ganze Dcukungsart mich hoffen ließ, daß sie mit Gründen unterstützten Widerspruch gut würden aufgenommen haben. Ich kann es aber glaube ich hier, da die Vorrede ohnehin beynah schon zu einer Abhandlung angeschwollen ist, um so eher unterlassen , als meine Hauptgründe wider ein solches Ucbcrsetzen schon zum Thcil aus dem bisher gesagten abgenommen werden kann. Ich verspare es also auf einen andern Ort. Allein hier schließen kann ich leider! dennoch nicht. Denn so eben, da der erste Bogen dieser Vorrede schon ganz abgedruckt, und der zweyte in der Arbeit ist, wird mir das zweyle Stück des r iten Bandes der neuen allg. d. Bibliothek gebracht, worin Herrn ümmpadius Schrift über das Feuer c ; S. x!.ü Vorrede S. ? 21 recensirt wird. Hätte ich diese merkwürdige Rccension nur einige Tage eher gesehen, so hätte ich oaS zu ihrer Beantwortung nöthigc an einenr schicklichcrn Ort, (denn der befindet sich in dieser Vorrede) bcygcbracht ohne der Recension nur mit einer Sylbe zu gedenken. Denn dieses nunmehr nothige ist gerade das, was ich oben S. XXXII. als vielleicht unnölhig weg lassen zu können geglaubt hatte. So schnell ändern sich die Umstände in der Welt. Der Rccensent, der sich mit Nu unterzeichnet, gehört nicht zu der Classe von Männern, von denen ich dort rede, sondern spricht sehr entscheidend, und gibt sich überhaupt daZ Ansehen, das sich gewisse Menschen gerne an Orten geben, wo man sie nicht kennt. Ich werde ihm besser begegnen. Der Ausfall ist ans Hr. de Lucs Theorie vom Regen, wovon ich etwas in der Vorrede zur 5ten Auflage dieses Buchs gesagt hatte, welches Hr. Lampoding in seiner Schrift (anS Glaubensvoller Anhänglichkeit an seilte Lehrer de Luc und Lichtenberg, sagt der Ree.) hat einrücken lassen. Die Worte des Hr. Ree. sind stark, es wird darin von frappanter Verwirrung der Begriffe in jener Stelle gesprochen, die Herr Lampadius gar nicht einmal geahndet habe, ja es wird so gar behauptet; wer nur einige Kenntnis vom Unterschied zwischen mechanischer Mischung, und chemischer Bindung hätte, würde sogleich haben sehen müssen, daß das Hygrometer eben deswegen kein Wasser in der Luft anzeigen könne, weil dieses Tvasser in der Luft aufgelöser sey. Hr. Nu wirft also hier indirccte Hr. de Luc vor, er wisse keinen Unterschied zwischen mechanischer Mischung und chemischer Bindung zu machen, ein Unterschied von dem ich behaupte, und sogleich erweisen werde, daß, wer noch nie etwas davon gehört hätte, ihn aus Hr. ve Lucs Theorie kennen lernen wurde, und müßte. Dieses erhellt schon zum Theil aus dem, was zur sechsten Auflage.' xr.in was ich oben gesagt habe, und wird sogleich noch deutlicher werden. Herr de Luc läugnet schlechtweg alle Auflösung des Wassers in der Luft, und bringt Gründe bcy warum er es laugnet. Er erweiset durch Versuche, daß alles, was man bisher durch Niederschlag dcS in der Luft anfgelöscten Wassers erklärt habe, durch Niederschlag des durch Feuer ausgclöscte» Wassers aus der Lust, worin diese Auflösung hängt, erklart werden müsse, das Phänomen des Regens allein ausgenommen, das sich nicht daraus erklären lasse. Er zeigt ferner durch Versuche, daß eine merkwürdige Erscheinung, da nämlich das Hygrometer, wenn man die Lust um dasselbe verdünnt,, ans Trockenheit zugeht, sich schlechterdings nicht durch jene Auflösung erklaren lasse. Er hat ferner gezeigt, daß Luft, die in verschlossenen Gefäßen Wochenlang über den stärksten Austrockungsmitteln gestanden hat, kein Hygrometer mehr asficirt bey keiner Temperatur; nichts in der Welt weiter naß macht, also wenn sie auch Wasser enthält, es wenigstens so gebunden enthalte, daß eS, wenn man nicht über Worte streiten wolle, den Namen nicht mehr verdiene. Ucbrigcns längnet er so wenig, daß jene ausgetrocknete Lust noch Wasser enthalten könne, daß er sogar behauptet sie bestehe größrenchcils, ja , die impondcrablen Stoffe abgerechnet, ganz aus Vlasser, oder weil wirklich dieser Ansdruck unschicklich ist, aus demjenigen Grundstoffe, der Wasser gibt, wenn er von jenen impoudcrabcln Stoffen bestcyt, mit einer hinlänglichen Menge Feucrwcsen verbunden wird. Er hat weiter gezeigt, daß eine solche Lust bey niedriger Temperatur sogleich wieder auf das Hygrometer wirkt, wenn man Wasser zuläßt, und daß dieses Wasser eben so auch ans Manometer und Barometer wirkt, als wäre, bcy gleicher Temperatur , gar keine Lust im Spiel gewesen. Da nun, im letzten Falle, es bloß der Dampf war, was Xl .lv Vorrede wirkte, so ist es auch höchst wahrscheinlich bloß der Dampf im ersten Falle. Und diesem Manne, der so durchaus bcy Erforschung der Natur 25«kons Regel befolgt: nun eoecoessMnthtt». seil gniä natura fanigt snt t'orat, wirft man vor: er uNsse nicht zmisckzen mechanischer Mischung und chemischer 2bindung zu unterscheiden! — Also hier ist der streitige Punct: Hr. de Luc sagt: ich glaube der Wasserdampf, der nicht mehr auf mein Hygrometer bcy irgend einer Temperatur wirkt, ist Bestandthcil der Luft selbst geworden, oder, weil die Stoffe, mir denen er verbunden worden, das ist in denen Lr, so wie Sie in Ihm, aufgelöst ist, unsichtbar und nicht pondcrabel sind: das Wasser ist in Luft übergegangen, in Luft verwandelt worden. Die Gegenparthcy sagt: das Wasser scy in der Luft anf- gelbset, nur so gebunden, daß es nicht mehr auf das Hvgromcter wirken könne. Aber womit haben sie dieses erwiesen L die Autwort ist sehr kurz: Mir nichts in der Lvelt; es ist alles bloße Muthmaßnng aus Analogie und Präsumtion. Trotz dem Geschrcy von Auflösung des Waffers in Lust ist es noch nicht einmal erwiesen ob es überhaupt möglich sey irgend einen Stoff in sogenannten Lustartcn wirklich aufzulösen, ohne ganzliche Veränderung ihrer Natur und ohne Uebcrgang in andere Lustartcn. Hingegen, daß Wasserdampf durch Bcytritt anderer Stoffe Luftgestalt annehmcu kann, ist bereits dirccte erwiesen, mir dem glühenden Pfeifenrohr, nnd mochte ich bin- zusetzen durch die Wasscrcrzengung vermittelst Verbrennung der infl. mit der dephlog. Luft. Denn daß das Wasser da ans seinen Bcstandtheile zusammen gehe, ist eine -Hypothese, freundschaftlich zu reden, so arg als die, daß bcyde Lustartcn Wassr- dampf sind, permanent gemacht, durch die consti- tuircndcn Thcilc eines dritten Fluidums, z.B. der elektrischen Materie, das sich da zersetzt und erzeugt, wo zur sechsten Auflage. x? v wo sich nach der neuen Chemie Wasser zersetzt und erzeugt. Nichts weiter, sie mögen auch sagen waS sie wollen. Daß sie dieses jetzt eingestehen sollten, dazu traue ich neun unter zebcn viel zu wenig Philosophie zu. Man kann hierbey nicht mehr rhun, als daß man auch seine Meinung für die Nachwelt niederschreibt. Nur schade, daß es mit den Addrcsscn an die Nachwelt fast eben die Bewandniß hat, wie mit mündlichen Addrcsscn an die Menge. Geichrey geht immer weiter, als bescheidene Sprache. — Nun noch einen einzigen Pnnct. Hr. bin macht sich mit einem Beyspiel, das er vom Crystallisations- Wasscr herholt, sogar lustig über Hrn. c>e Kues Theorie. Er meint man könne ans eben die Art beweisen, das Wasser habe sich da in Salz verwandelt. Recht gut. Was will er denn? Ist den» jenes crystallinische Salz ohne Wasser möglich ? Ich sage der Grundstoff des Wassers (nicht das Wasser) und der Grundstoff des «Salzes mache crystallinisches Salz; eines ist dazu so nöthig als das andere; in vst-biv simns fneiles. Der Sprachgebrauch ist allerdings zu rcspektjren, aber Gedanken - Reihen muß er nicht unterbrechen wollen. Im gemeinen Leben nennt man gewöhnlich Verwandlungen der Korper was eigentlich Zersetzungen oder Verbindungen sind, besonders in dem Falle, da der geschiedene oder verbundene Thcil sich unfern Sinnen entziehet. So verwandelt, sagt man, das Feuer, Holz in Asche. Hier fallt die Absurdität deS Ausdrucks in die Augen. Und eben so unrichtig ist es, zu sagen: bey gelindem Feuer werde der Branntwein in Wasser verwandelt. Sagt mau hingegen: bcv der Warme verwandele sich Eis in Wasser, oder Wasser in Dampf, so geht die Redensart schon leichter durch, aber sie ist nicht minder verwerflich, wenigstens beym wissenschaftlichen Vortrage. Eis ist schlechterdings kein Wasser, denn es laßt sich pulverisiren, und Dampf ist kein Wasser, Xl .vl Vorrede Wassel', weil er nicht tropfbar ist. Das sind Unterschiede, die die neue Chemie in andern Fallen sehr gut beobachtet, wenn sie z.B. zwischen Salpetersäure und Salpercrlufr distmguirt. Wer aber in der Welt will aufzahlen, was ans dem Wasser werden kann? Vermnthlich ist es im Bergcrystall enthalten, von welchem es, so viel ich weiß, unser Feuer nicht mehr scheiden kann. Und es ist immer noch eine Frage ob es in unfern Salzen, denen man das sogenannte Crystallisations-Wasser geraubt hat, nicht demungeachtet noch enthalten sey. Wenn es also ein AcrisarionK-Wasser gibt, so wie wir ein Ery- skallisarioiik-Wasser kennen, oder Wasser ans mannigfaltige Weise durch manchcrlcy Stoffe auch aeri- sirt werden kann, so wie es (man verzeyhe mir hier diesen Ausdruck) zu Selcnit und zn Bergcrystall :c. wird, und wenn diese acrisircndcn Stoffe imponde- rabcl sind, was wollen alsdann alle die Spöttcreyen des Hrn. Nu sagen? Will er noch immer nicht bloß Wasser nennen sondern auch für Wasser halren, was so verändert ist: so mag er meinetwegen auch Rindfleisch, Leder und Horn :c. Gras und Wasser nennen, oder Erde, aus dem sie genommen sind und zn welcher sie wieder werden müssen. Doch ich breche hier endlich ab, indem ich nicht zweifle, daß ich Gelegenheit finden werde, das beyzubrin- gen, was ich hier weglassen muß, ncmlich einige Ideen, die ich bereits vor zwcy Jahren Hrn. veL.uc mitgethcilt habe, und die seine Approbation erhalten haben. Ich würde überhaupt geschwiegen haben, wenn der Tadel des Hrn. Nu mich allein betroffen hatte. Nicht als ob ich Tadel verachtete, behüte der liebe Himmel. Sondern weil ich nach dem gegenwärtigen Gang unserer Litteratur, und der Beschaffenheit der gelehrten sogenannten Jntelligenz- blatter, es für rarhsamer halte sich, wenn der Tadel ungerecht ist, ganz in der Stille an dem Beyfall zur sechsten Auflage. xl.vn der Kenner genügen zn lassen, und wenn er gerecht ist, sich in der stille zu bessern und bev Gelegenheit zu bezeugen, daß man sich gebessert habe. So etwas ist das beste was ein Mann von meinen Jahren thnn kann; jungem, und überhaupt andern Personen will ich damit keine Regeln vorschreiben. Aber da Hrn. Nu's Tadel Hrn. ibampadius trifft, einen sehr jungen Mann, und einen der fähigsten Kopse für Natu-fvrschnng und zugleich einen der thatigsien, die mir bep meiner hiesigen Laufbahn vorgekommen sind, so habe ich, als sein Lehrer auf eine kurze Zeit, diese Vertheidigung zugleich alsIcugniß beuzubringcn für meine Schuldigkeit geachtet. Ich unterschreibe aber damit nicht alles, was in seiner Schrift steht, und bekenne dieses um so srcpmüthiger, als er selbst nach den schnellen Fortschritten, die er in alle» macht, was er nnceruimmr, gewiß jetzt von manchem wird zurückgekommen seyn. Einige Verbesserungen habe ich am Ende der Beschreibung von der Luftpumpe angemerkt. Sie hatten vielleicht noch sehr vermehrt werden können, zumal was die Pracision im Ausdruck in einigen neuen Anmerkungen angeht. Ich bitte also, meine Meinung nicht nach einzelnen Worten sondern nach dem ganzen Zusammenhang zu beurtheileu. Göttingen, den i. Oktober 1794. G. C. jichtenberg. Inhalt. XI.VIII Inhalt. Erster Zlbschnitt: Einlcilung in die Ratnrlehre. i — 18. S. i. Brvepter Abschnitt: Einige allgemeine Untcrsn- chnngen über die Körper überhaupt. §. 19 — Z9- ' S. 23. Dritter Abschnitt: Von der Bewegung überhaupt. A. 40 — 66. S. 42. Vierter Abschnitt: Statik und Mechanik. H. 67 — -49- S. ;6. lteber die Schwere überhaupt §. 67 — 75. Vom Hebel und dem Räderwerke §. 74 — 91. Vom Schwerpunkte §. 9» — 9;. Von der schiefen Ebne §. 96 — 98. Beschleunigende Kraft der Schwere §. 99 —107. Ursache der Schwere §. 108 —uz. Vom Pendel §.114—116. Vom Stoße der Körper §. n?—'57. Vom Reiben h. 1Z4—>a'. Vom Widersiande, dm Körper von flüssigen erleiden, in denen sie sich bewegen z. 142—149. Fünfter Abschnitt: Hydrostatik, tz. 150 —179. S. 114. Vom Gleichgewichte Küssiger Körper unter sich selbst §. l>c>—162. Gleichgewicht flüssiger Körper mit festen, die sich in ihnen beiluden. — Anwendung auf die Bestimmung des cigentbümlichen Gewichts der Körper § 165 — 179. Sechster Abschnitt: Wirkungen der anziehenden Kraft bey flüssigen Körpern. §. rso 201. S. rz3. Anhang zum sechsten Abschnitt. S. 145 — 16;. Siebenter Abichnirr: Von der Lust. §. 202 -296. . . S. 17z. Elastieitat und Schwere der Luft §. 202 — 215. Die Luftpumpe §. 2115 — 224. Nähere llntcrsuchung der Lust §- 22z — 236. Zusähe Inhalt. xl.lxs Ausätze über die verschiedenen Luftarten S- 199 — 216. Die Lust als ein Austüsungsimttel anderer Körper §. 237 — 243. Künstlich zusammengedrückte Lust §. 244—241. Der Heder §. r.42— 233. Da» Barometer und Manometer §. 256-263. Vom Schalle §. 264 2M- Gründe der Musik §278—396. Achter Abschnirr: Vom Lichte. §. -97 — 416. S, e6S. Mgemeiiic Bemerkungen über das Sehen §, 2 7-306. Theorien von, Lichte §. 307 —3 Was wir in Ansehung der Größe, Gestalt, Entscrnullg n s. w. der Körper sehen §. z>^ - 320. Anrückwerssn der Lichtstrahlen §.321— 32z. Ebner Gpieael §- 320— 329. .Krumme Gpieqel § 3-0—339. Brechen der Lichtstrahlen §, 3:0-3-14. Wie das Bremen in Ebnen geschieht §. 344 —Z47. Brechen der Lichtstrahlen in gekrümmten Flächen §.348 — -6:. Die Farben des Prisma §.362 — 372. Wie die Körper Farben zeiaen §. 373 — Z82. Von den optischen Werkzeugen: das Auge und dessen Fehler §. 383 — 392. Das finstere Zimmer §. 393 - 394. Die Fernröhre §. 394 - 41a. Die VcrarösierungSgläser §.411—413. Die Zauberlaterne §. 414. Das Sonnenmikrdskop §- 414. Von der Beuaung der Lichtstrahlen §. 416. Neunter Abschnitt: Von der Warme und Kalte. §.417 — 494. S. Z5Z° Vom Feuer überhaupt §. 417 —-"8- Ausdehnung de r Körper durch das Feuer §. 419 - 423. Das Gefrieren der flüssigen Körper und das Schmelzeil der festen §.424 — 431. Die Dampfe §.431 —432. Das Sieden der flüssigen Körper §. 434 — 436. Das Glühen und die Flamme §. 4 3? - 4 >7- Weitere Zerstörungen der Körper durch die Hitze §.448 - 45°. d Das l. Inhalt. Da« Thermometer §. 45 > — -,66. Wirkung der Wärme und Kälte auf das Barometer §. 467 -q6z. Die metallenen Thermometer und Pyrometer §. 46? - 478. Ursprung der Wärme §, 474 — 479. Natur des Feuers §. 480 —48z. Mittheilung der Warme §. 484 — 494. Theorie der Wärme und des Feuers, größtentheils nach Crawford 5.4948 — 494-. Zehnter Abschnitt: Von der Elektricität. §.495 - 55-. S. 458. Die ersten Begriffe von der Elektricität §. 49 z — 407. Das elektrische Anriehen und Zurückstoßen S. zou — Entgegengesetzte Elektricität §. 51z — 5>7. Das elektrische Licht §. 418 — 52,. Elektricität mit dem luftleeren Räume verbunden K. 525 - 527. Andere Wirkungen der Elektricität auf unsere Sinne. Die elektrische Erschütterung §. 528 - ;z8. Dom Elcktrophor § 528 >')— 588 k). Hrn. Volta'S Cvndensator §. 588 x) — ;z8 k). Theorie §. 589 — 549. Theorie des Condensators, der Kleistische» Flasche und des Elektrophors §. 549 8) 549 »). Einige besondere Elektricitäten §. 55«? - 552. Liilfter Abschnitt: Von der magnetischen Kraft. §. 55Z — 570. S. 557. Das Anziehen und Zurückstoßen des Magnets §. 5 58 - 5 5?. Künstliche Magnete 5. 558 — 584. Theorie §. 565 - 57°- Vom Indifferenzpunktund culminireiiden Punkt § 570 8) und 57°z. Von der Sonne 5. 6>c>- c>>8. Nähere Inhalt. Ql Nähere Betrachtung der Bahnen der himmlischen Körper; ihre Grüßen, u s w § 6>y — <->25. Wie uns die Bewegungen der Planeten erscheinen S. 626 — 617. Vom Monde § 628 — 6za- Von den Monden anderer Planeten § 6z; — 6zg. Nähere Betrachtung der Planeten §, 6z? — 64z. Von den Kometen §. 644 - 646. Etwas von den flnnlichen Vorstellungen des Weltge« bäudes und der astrvnom. Rechnung § 047 - 6;?. Ursachen der Bewegungen der himmlischen Körper §. 6:8 - 664. Von den Fixsterne» H, 666 — 670. Dreizehnter Abschnitt: Von der Erde insbesondere. h. 671 —792 S. 646. Die Obcrstäche der Erde im Ganzen betrachtet §.671 — 672. Vom Meere §. 67z — 677. Von den Ungleichheiten auf dem Trocknen §.678-686. Von den kleinern Gewässern auf der Erde §687 — 698. Innere Beschaffenheit der Erde §. b -,9 —70z. Richtungen des Magnets nach den Weltgegenden §. 7»4 — 7>c>- Vom Luftkreise und den darin vorgehenden Bewegungen §. 7,1-719. Von Ebbe und Fluht §. 7 -0 -716. Von den wässerichtenLuslerscheinungen. oder Meecore» §. 757 -760. Von, Gewitter §.746 — 756. Von andern glänzenden Lusterschsinungen >757--760. Von den Witterungen und ihrem Wechsel in den verschiedenen Gegenden der Erde und in den verschiedeneu Iahrszeiten §.76, — 772. Noch etwas von Entstehung der Weit und der Erde insbesondere. auch von den Veränderungen, die sich damit zutragen und zugetragen haben §>77Z-7v2- d 2 Beschfei- i-il Beschreibung Beschreibung der Smealonschen Lustpumpe nach Herrn Nairne'ä und Vlunt's Verbesserungen. Äie Tafel IV. H stellt die Luftpumpe im Aufriß perspektivisch vor, so wie die Verl,ergehende Taf. IV. i» der »urcrn Hälfte einige ihrer Thcile. Ich mache mit der Beschreibung der erstem den Anfang, vt'il ist der Stiefel, der mit seinem vbcrn Ende I) in dem viereckigen Tischblarre befestigt ist. Ucber dem Tische zu beiden Seiten von I), erheben sich Säulen, zwischen welchen die Kolbenstange, deren oberer Thcil gezahnt ist, vermittelst der Kurbel auf und nieder gewunden werden kann. Am untern Ende 15 des Stiefels ist eine gekrümmte ununterbrochene Röhre Silk, angebracht, das obere Ende derselben ist unten an daS starke Stuck c b, welches wie eine Stange aussieht, aber eigentlich eine Rohre ist, angeschraubt, so daß es mit dieser Röhre Gemeinschaft hat. Diese Röhre ab lauft unter dem Teller ^ der Luftpumpe fort und öffnet sich endlich bey a in die frcye Luft, also ist abc sich hebe» könne. Der obere Tbeil des Kolbens (Fig. r. und Fig. 6.) ist Hey p durchbohrt. Die dicken schwarzen Linien (lln. Kmo Fig. r. und 6.) stellen die Lcder vor, womit der obere Thcil des Kolbens überzogen ist. So weit also märe die Luftpumpe hinreichend die Luft unter der Glocke zu verdünnen. Nämlich bevm Aufwinden des Stempels träte die Lust aus der Glocke durch den Canal und das Bodcn- ventil (gr Fig. 6) in den Stiefel, benm Herablassen desselben verschlösse sich das Bodcnvcntil, und die im Stiefel noch befindliche Luft höbe das Kolhcn- vcutil n c> (Fig. i, 2, 6) und träte durch den Canal p (Fig. r, 6) über den Kolben und, wie bey der -Haursbeesehen und mehreru gemeinen Luftpumpen , in die srcye Luft. Diese Einrichtung aber hatte hauptsächlichzwcy Unbequemlichkeiten, >) würde, weil die äußere Luft auf den Stempel druckt, die .Operation Hey starker Verdünnung durchaus sehr erschweret, e) diente eine solche Einrichtung nicht zum compriniiren der Lust; anderer jetzt nicht zu gedenken. Ersierer hat Hr. Ginearon durch seine fernere Einrichtung, die jetzt beschrieben werden soll, so viel eS angeht, vorgebeugt, und die letztere ganz gcho- der Smealvüschen Lustpumpe. r-v gel>»be>', »nd dieses ist eigentlich das Unterscheidende in seiner Einrichtung. Daß die äußere Luft nicht durchaus srey auf den ganzen Stempel würke, hat er also verhindert: Der Stiesel Ist oben durch das Stück I) (Taf. I V. II) verschlossen. Taf. IV. Zig. 6 sieht man es oben im Durchschnitt , es ist nämlich die dicke Platte, durch welche der kleine Eanal I ^ durchgeht. Durch dieses Stück geht der cpliudrische Theil der Koldenstange. dcl, ce ist eine lederne Hülse, die alleS Lnftftst macht «), also ist der Druck der äußern Luft aus den Stempel aufgehoben, den Theil desselben ausgenommen, den sie auf den Scheitel der Kolbenstange ausübt. Um aber der Luft, die sich beyni Aufziehen des Stempels noch im Stiefel befindet , einen Ausgang zu verschaffen, ist der Deckel von t' nach rz zu durchbohrt; und um zu verhindern, daß die äußere Luft nicht durch diesen Canal bepnr Hinablassen des Stempels wieder einströme, »nd cbcn dadurch, alle vorher angewandte Vorsicht den Druck der Lust auf den Stempel abzuhalten unnütz mache, in der Capsel ^ ein Ventil angebracht, dem Fig. 2. ähnlich, nur kleiner. Wird also der Stempel aufgewunden, so wird die Lust unmittelbar über demselben so lauge verdichtet, bis sie dichter wird als die äußere, die den g auf das Ventil druckt, alsdann öffnete sie dieses und geht so lange heraus bis der Stempel oben bcy ck k ansitzt, da sie denn ganz heraus ist bis auf das, was in den Rohrchen p und in dem kleinen Zwischenraum bey n 0 sitzt, dieses kann nicht verdünnt, viel- wcnigcr weggenommen werden, sondern hat allezeit d 4 wenn ") Diese Hülse geht nicht so hoch herauf als in der Zeichnung vorgestellt ist, sondern endigt sich schon unter dein kleinen cytindrischen Stücke, welches sich zwischen dem Deckel und der Pfanne-befindet- I-Vl Beschreibung wen» der Stempel oben ansitzt, mit der äußern Luft ohngefahr einerlei) Dichtigkeit. Hieraus er- giebt sich, wenn man die Verhältnis; der Zwischcn- raumchcn zur Höhlung des Stiefels kennt, die Granze der Verdünnung über dem Stempel. EtwaS ähnliches sinder Hey dem Herablassen des Stempels Statt; wenn er unten ausruht, so befindet sich allezeit noch etwaö Lust in der kleinen Röhre zwischen dem Boden - und Kolbcnventil, diese hat allezeit gleiche Dichtigkeit mir der Luft über dem Kolben. Da mau nun die Granze der Verdünnung bey letzterer kennt, so weiß man auch wie weit sie in dieser kleinen Rohre bc» aufsitzendem Kolben geht; ist nun ferner auch die Verhalruiß dieses kleinen Röhrchens gegen den ganzen Stiefel bekannt, so kann man die Granze der Verdünnung überhaupt berechnen, die sich mit einer solchen Maschine erreichen läßt. Die Verdünnung der Lust Hort aber gemeiniglich schon auf, che man diese Granzcn erreichen kann, nämlich dann, wann die verdünnte Luft nicht mehr im Stande ist das Bodenvenlil zu heben. Daher die neuen Luftpumpen, wo man letzteres durch eine von der verdünnten Luft unabhängige Kraft zu thun sucht, eine sehr viel stärkere Wirkung äußern. Daß übrigens dadurch, daß die Kolbenstange einen lustfcstci! Eingang in den Stiefel hat, und das Vemil bey g die Arbeit sehr erleichtert wird, sieht man leicht, denn mau hat Hey jedem Steinpclzuge den Druck der Atmosphäre nur jedesmal von dem Augenblick an zu überwinden, da die Luft über dem Stempel so dicht zu werden anfangt als die äußere, welches immer spater und spater geschieht und folglich jedesmal eine kürzere Zeit hindurch. Wie comprimirt nun Hr. Gmearon die Lust mit dieser Maschine ? dieses ist aus dem Vorhergehen- der Smeatonschm Luftpumpe. i.vii gehenden sehr leicht zu übersehen. Anstatt die Lust, die durch den Stempel gehoben, und durch den Eanal über das Ventil gedrückt wird, gleich in die srcye Luft zu jagen, bringt er über diesem Ventil F (Taf. IV. b) die Rohre ^ Ii au, die mir der starken viereckigen Rohre olc Verbindung bat. In diese Röhre wird also die Luft getrieben. Steht nun der Hahn n so wie in der Figur, so ist er nach o zu so durchbohrt rvic der Hahn Fig. 4. Taf. IV. und b e, das heißt: die gehobne Luft geht nicht nach der Glocke, sondern herunter in die Büchse i, welche oben an der abgewandtcn Seite eine Ocffnung hat, und also da erst in die frcyeLuft; wird aber der Hahn n um einen Quadranten gedreht, so geht die Luft nicht in die Büchse, sondern aus gch durch c>k nach a unter die Glocke. Ware also der Stiefel unten offen oder man schnitte die gebogene Rohre (Taf. IV. b) bcy e ab, so halten wir eine bloße Eompressionsmaschine, so wie wir vorher, da wir bcy dem Ventil bey ^ stille standen, eine bloße Maschine zum Verdünnen hatten. Denn nunmehr würde beym Aufwinden des Stempels die Luft aus dem Zimmer durch e in den Stiefel gesaugt: beym Niederlaffen ginge diese Lust durch das Kolbenventil durch und stünde über dem Kolben; beym zweytcn Aufwinden würde nicht allein neue Luft eingesaugt, sondern die übendem Steinpcl stehende ginge durch das Ventil bcy A, durch Zh, durch den Hahn n durch nach -r in jedes Gefäß, was man bcy 2 anbrachte, sie aufzunehmen. Eben dieses wird angehen, wenn man anstatt die Röhre abzuschneiden, bcy e einen Hahn anbrachte, der in einer Stellung, der äußern Luft den Zutritt in den Stiefel vci startete. Es ist aber cinerlcy ob dieser Hahn bey e oder sonst wo au dem ganzen Ecural befindlich ist. Hr. Nairne hat ihn also bey m angebracht. So wie er in der Zeichnung sieht, ist der Canal ecleb a vollkommen, d; um I.VIII Beschreibung »IN ein Viertel gedrchet, hat die frcye Lust durch den Ha hu m durch ccts in den Stiefel Zutritt. Also kurz alles zusammen zu nehmen: Will man die Luft unter der Glocke verdünnen, so stellt man beide Hahnen wie in der Zeichnung, so wird Heyn: Aufziehen des Stempels die Luft unter der Glocke in den Stiefel gesaugt, und die über dem Stempel befindliche durch die Rohre ^cl lio p in die Büchse l und in die frcye Luft getrieben. Will man comprimircn, so werden beide Hahnen um ein Viertel gedrcbct so wird die Luft aus dem Zimmer in den Stiefel gesaugt und die über dem Stempel befindliche nicht mehr in die Büchse i und in die freye Luft, sondern durch o k nach a und in die Glocke getrieben. Die Absicht der Büchse i ist, das Oel und den Schmier auszunehmen, der während der Arbeit beständig »ach scncr Ocfsnung hingenieben wird, denn es ist gut allezeit um die Kolbenstange etwas Baumöl, etwa einen Theelöffel voll, zu gießen, weswegen auch die kleine Pfanne a (Taf. I V. Fig. 6) angebracht ist, die man auch im Aufriß vorgestellt ficht. Daß man vermittelst dieser Hahnen, äußere Luft zur verdünnte» zu-, und die verdichtete in die äußere ablassen kann, siebt man leicht; allein diese Hahnen so viel als nMlich zu schonen, ist zur Seite der Röhre »Ic (Taf.IV. ll) die Schraube k angebracht , welche dieses bequemer leistet und ohne Gefahr der Maschine; denn sie verschließt die Ocff- nung ') Um die Hahnen jedesmal sowohl nach der gehörigen Seite zu drehen, als auch genau zu stellen, sind Striche auf dem Hahne angebracht, die mit einem andern aus der Hülse, worin sie gehen, befindlichen rvrresoondiren müssen, und zu dem Ende mit den Buchstaben U und L (chx,iul,rioii, camprctlion ) bezeichnet. der Smeatonschen Luftpumpe. i.ix mmg vermittelst eines Leders, welches sie andruckt, und wird schwerlich so lange die Maschine dauert auch bcv täglichem Gebrauche so sehr verdorben werden können, daß sie dieses nicht mehr leisten können sollte. Ich komme nun zu einigen andern Theilen der Maschine, (-in ist die torricellischeRöhre (§. welche nicht unmittelbar in die Röhre o b eingelassen ist, sondern erst in eine messingene Büchse, die man über n sieht. Oben in dieser messingenen Büchse ist die krumme Röhre bcv c: angebracht, deren eines Ende an der Büchse fest ist, das andere aber in die Röhre c b angeschraubt wird und mit ihr Gemeinschaft bat. (Taf. IV. Fig.ist diese Einrichtung vergrößert vorgestellt, und zwar in einem verticalcn ^schnitt durch Büchse, torricellische und krumme Röhre. Bev s öffnet sich die krumme Röhre in die Büchse, unten ist ein Stück der tor- riccllischen sichtbar, bcy Ii siebt man den Schnitt von der Röhre Kc (Taf. IV. II). Das übrige dieser Figur zeigt wie die krumme Röhre mit der Büchse au Ii befestigt ist, wovon ich hernach etwas sagen will. Die Absicht dieser ganzen Einrichtung ist zu Verbindern daß, wenn ja durch irgend ein Verseben einmal, wahrend Quecksilber in der Röbre ist, die äußere Luft von unten zndrange, dasselbe nicht in die Maschine gesprüht würde, denn es sammelt sich auf diese Weise in der deshalb mit einem Kult überzognen Büchse und lauft wieder in das Erfaß L herab. Die Absicht dieses Barometers erhellt aus Z. 22z. Um den Grad der Verdichtung zu messen, ist zwischen c und c> eine kleine horizontale gläserne Röhre angebracht, die an einem Ende zugcschmolzen , mit dem andern offene» aber in Verbindung mit der Röhre kc> ist, in welcher nämlich bcym Verdichten die Lust eben so verdichtet wird, I,x Beschreibung wird, wie sie in der andern, an welcher das Barometer angebracht ist, be»m Verdünnen verdünnt wird. Die Lnst wird also auch in der kleinen Rohre verdichtet. Um den Grad der Verdichtung zu messen, laßt man einen Tropfen Quecksilber in dieses Röhrchen, aber nicht allzu nahe an das zngeschmol- Zene Ende laufen. Hat man nun die Entfernung des Tropfens vom zugeschmolzencn Ende ini natürlichen Zustande der Luft gemessen, so kann man aus der Abnahme dieser Distanz Heyn, Verdichten, den Grad der Verdichtung nach dem Mariottischen Gesetz tz. 248 finden. Diese Messungen ohne Umstände anzustellen, liegt ein Röhrchen auf einer elfenbeinerne» Skale. Röhrchen und Skale konnten in der Zeichnung nur mit einem Paar Strichen angedeutet werden. Der messingene Teller der Luftpumpe ruht auf der starken Säule b', und ist marrgeschliffen , so wie auch der untere Rand aller Glocken, so daß man, nm der äußern Luft den Zutritt zu verwehren, kein Leder ndthig hat, sondern nur den Teller mit etwas Baumöl zu bestreichen braucht. Mit diesem Teller find die starken Röhren b c und kc> in Verbindung, die, weil sie die Starke messingener Banden haben, die Säulen, zwischen welchen die Kolbenstange befindlich ist, mit der Säule b' scbr dauerhaft verbinden und der Maschine eine große Festigkeit gebe». Ben 0 befindet sich in der vicrcckichten Röhre k 0 eine Schraube. Sie dient beym gewöhnlichen Gebrauch der Luftpumpe eine Oeffuung zu verschließen, die angebracht ist, um ein Gefäß aufzuschrauben, welches Lust, die man unter der Glocke wegpumpt ausnehmen kann. Wer die oben beschriebene Einrichtung verstanden hat, wird ohne weitere Beschreibung einsehen, daß die Hahnen so gestellt werden können. der Smeatonschen Luftpumpe, i-xr können, daß bcpm Epantlircu die ausgepumpte Luft nicht in die freye Lust, sondern in cm dort aufgc- schrvbencS Gefäß getrieben werden kann. Unter dem Teller /L siebt man nach vornenzn an dein Stativ ein viereckiges, vorstehendes Stück Holz mit einer Schraubenmutter. Gegenüber befindet sich ein gleiches. In diese werden 2 Säulen eingeschraubt, die sich oben wiederum in Schrauben endigen. Diese Schrauben gehen durch ein Oneräolz wie der obere Tbeil einer Buchbiuderpresse, wodurch mau bcnm Cvmprimircn einen starken Recipicncen auf dem Teller andrücken kann. Unter der Glocke lL (Taf. IV. IZ) habe ich die Wirnprobc (pear - abbilden lasten, sgr ist nämlich eine oben verschlossene etwa 6 Ml lange Rohre, die sich nach nuten zu bey rintinen Bauch ausweitet, der sich, weiter hin gege» die Ocffnung zu wieder etwas zusammen zieht. Die Rohre ist mit einem Diamanten gethcilt, und zwar stehen von oben a» gerechnet die Zahlen 2--c>o, 1000, 750, ;oc, u. s. w. bis 25. Dieses stgtsto viel, der Theil der Rbhre von oben bis an den Strich 2000 ist nn des ganzen Gefäßes u.s.w. Stellt man also unter dieses Instrument ein Gefäß mit Quecksilber jedoch so, daß die Birnpwbe das Quecksilber nicht berührt, und pumpt die Luft auS, so wird sie eben so stark in der Probe verdünnt, als unter der Glocke überhaupt. Will man nun den Grad der Verdünnung messen, so d.'ückt man de» Drat l, an welchem die Probe befestigt ist, (nämlich der Drat endigt sich in eine anfgcfchlizte Hülse welche das Ende derRbhre aufnimmt und durch Friclion fest hält) abwärts daß die Qeffnuug der Probe in das Quecksilber, welches hier luchr vorgestellt ist, eindringt, und alsdann laßt man die äußere Lust z», die dann durch ihren Druck das l.xll Beschreibung das Quecksilber in die Probe hinauf treibt, desto hoher je starker die Verdünnung war. Die Luft die also vorher die ganze Probe erfüllte, erfüllt jetzt nur einen Thcil derselben. Aus der Vergleichung dieieS ThcilS, mit dem Inhalte des ganzen Gefäßes laßt sich die Verdünnung schätzen; die Vergleichung wird aber durch die Zahlen erleichtert. Allein hierbey muß man bedenken, daß, so lange das Instrument in dieser Lage bleibt, die Zahlen die eigentliche Verdünnung nicht angeben. Denn man will wissen wie vielmel dünner die Lust unter der Glocke war, als die äußre. Dieses kann, wie aus dem Vorhergehenden ohM, mit diesem Instrument sehr gut ausgemacht werden, sobald man dafür sorgt, daß die Luft über den Quecksilber gleiche Dichtigkeit mit der äußern bekamt. Dicß findet aber in dieser Lage nicht Statt; sie jst selbst noch verdünnt, wie man gleich daraus seht, daß sie für sich der äußern Luft VaS Gleichgewicht vicht halten kann, sondern noch, nm dieses zu können, die Unterstützung der ganzen Quecksilbersaule bedarf, also gerade um so viel weniger drückt als die äußere, als der Druck dieser Säule detragt, und folglich m« so viel dünner ist. Um also der Luft über dein Quecksilber die Dichtigkeit der äußer» zu geben und auf diese Weise die eigentliche Vergleichung anznsiellcn, müßte man die Probe so tief in Quecksilber rauchen, daß eS außerhalb so hoch stünde als innerhalb der Röhre, welches aber sehr unbequem wäre, oder, (und dieses ist Hrn. Smearons Verfahren) man ginge so zu Werke: Nachdem das Quecksilber in die Probe aufgestiegen ist und seine größte Höhe erreicht hat, zieht man den Dral k wieder auf, daß die Mündung der Probe frey wird, so läuft, weil diese wenigstens einige Linien weil ist, das Quecksilber aus dem weiten Thcil der Röhre, (dem birnförnugei, Vanch) heraus, bleibt der Smeatonschen Luftpumpe. l.xin bleibt aber in dcm cylindrischen, der enger ist, wenigstens zmn Theil hangen, hieranf nimmt man die Probe ans der Glocke heraus und halt die Rohre horizontal, da denn die kleine Quecksilbersäule, die nunmehr nicht mehr durch ihr Gewicht der äußern Luft widersteht, von derselben so weit svrtgeschoben wird, bis die eingeschlossene Rift mit ihr cincrley Dichtigkeit hak, und folglich den Raum einnimmt, den man suchte. Ich füge zum Beschluß noch die Beschreibung eines Kunstgriffs des Hrn. Nairne beu, der dem Künstler, der ein solches Instrument verfertigen will, nicht unwillkommen scnn wird, und dann eine bequeme Einrichtung, die ich an dieser Luftpumpe von Hrn. ZUindworrh habe anbringen lassen. Erster besteht in einem sehr bequemen und einfachen Verfahren, Röhren lnftfest an andere anzuschrauben, ohne weder die Nöhre die eingeschraubt wird, noch die andere dabcy zu drehen. Auf diese Weise ist nämlich die krumme Rohre bllc; (Taf. IV. b) an v und an eile angeschraubt, auch die krumme Röhre des Barometers bey o, welche Taf. IV. Fig. 5. vergrößert vorgestellt ist. Die Röhre »be mit der Buchse a und dcm Barometer auf die Röhre bey k fest zu schrauben, hat erstre einen Ansatz i, der nmen bey t'A mit Leder überbunden ist. Dieses Leder ist in der Mitte durchlöchert um die Röhre nicht zu verstopfen. Ir ist eine Schraube, durch die der Canal fortgeht, mit welchem die Verbindung gemacht werden jolh «l ö lch ist eine Schraubenmutter, die ganz srey auf dem Körper i liegt und sich um die Röhre k-c drehen läßt, so wie ein Ring am Finger. Wird nun diese Schraubenmutter in lr eingeschraubt, so hebt man leicht, daß dadurch der Aussatz i mit dem Leder t^ >0 fest als mau wll! ans h welches oben sehr r.xiv Beschreibung sehr eben ist, angedruckt werden, und ans diese Weise die vollkommenste luftfcste Verbindung erhalten werden kann. Die von mir getroffene Einrichtimg ist folgende; anstatt bevm Eomprimircn die Luft unmittelbar allemal auö der Atmosphäre in den Stiefel einzusaugen, habestch unten an dem Hahn m (Taf.IV. II), durch welchen dieses geschieht, eine krumme messingene Rohre anbringen lassen, die am andern Ende mir einer Glocke und zwar von oben in Verbindung stehet. .Die Luftpumpe sangt also nun die Luft ans der Glocke, da aber diese in ein Gefäß mit Wasser gestellt, (z. E. in Pcicsilep's Ander) und mit andern Lustarten angefüllt werden kann, so kann man vermittelst dieser Maschine nunmehr andere Luftarten comprimircn. Im Borbcygchen merke ich an, daß die Verbindung der Rohre mit der Glocke am bequemsten vermittelst eines Fedcrharzflaschchens gc- schiehct, denn auf diese Weise laßt sich die Glocke noch drehen und stellen, ohne der Röhre die an der Pumpe steif mischt, Gewalt anzuthnn. Ferner habe ich mir eine starke etwa fünf Zoll im Durchmesser haltende kupferne Kugel schmieden lassen, die auf den Teller der Luftpumpe angeschraubt werden kann; oben ist sie mir einer einen Fuß langen gekrümmte» messingenen Rohre versehen, die nahe an der Kugel mit einem lustfestcu Hahn verschlossen werden kann, und deren Ende horizontal aus- und sehr spitz zu lauft, diese dient zum Blasrohr an der Lampe. Mit dcphlogisiistrter Lust zu schmelzen, wird die Kugel erst leer gepumpt, alsdann die Glocke mit der dcphlo- gististrrcn Luft gefüllt, und die Hahnen bey m und n gehörig gestellt, so strömt ein Theil der Luft ans der Glocke nach dem Stiefel hin und so durch eigene Elasiicnar nach der Kugel. Wird nun ferner fort condensirt, so füllt sich die Glocke nach und nach mit Wasser, der Smeatonschen Luftpumpe, r-xv Wasser an, man leert alsdann eine frische Bonteille dcphlozistisirter Luft unter die Glocke aus «. s. w. Wird endlich die Lampe gehörig vor das Blasrohr gesetzt und der Hahn der Kugel geöffnet, so strömt die Luft mit großer Gewalt auf die Lampe hervor, und das Eisen schmilzt dabcy, wenn die Lust rein ist, in wenig Sccunden. Diese Operation wird sehr deicht unterhalten. Die Person, die die Lustpumpe in Bewegung setzt, hat auch Zeit genug die Glocke wieder mit neuer Luft zu versehen. Diese Luftpumpe kostet ohne Veit mindesten Apparat in London auf der Stelle z3 Pfund Sterling, also nach jetzigem Conrs (die LouiSd'or zu 5 Thalcr gerechnet) 218 Thlr. 12 Ggr. Mit dem Apparat, so wie ich ihn habe, 450 Thlr. Ich hatte in der Note zum 220 §. eine kleine Nachricht von der Hurtcrschcn Luftpumpe mit dem Pedal versprochen, da ich es aber nicht thunlich finde die nothige Zeichnung jetzt hinzu zu fügen, so muß ich Hierben auf meine eigne Beschreibung dieser vortrefflichen Einrichtung im Gotting. Magazin gicn Jahrgangs 1 stein Stück S. 156, oder auf die im Gothaischen Magazin für das neuste aus der Physik dritten Bandes ites Stück verweisen. Das Ganze lauft darauf hinaus, daß man, so bald die verdünnte Luft das untere Vcmil zu heben nicht mehr im Stande ist, den Boden der Luftpumpe auf.dem <.Z >uhc, vermittelst eines Pedals hcrabdrückt, welches durch eine kleine Luftpumpe geschieht, deren Embolus diesen Boden ausmacht. G. L. L.. Zusage Zusätze und Verbesserungen. S-Z04. ?te Zeile lese man: nicht mir concencrische» Oberfläche». Die ganze Parenthese ist unnütz, und stund in meinem Exemplare am Rande blas als Erinnerung für mich, etwas über das Taschen- Uhr-Glas zu sagen. l'-b.vi!. ist stZ. 88- statt das dortigen Zeichens süt den neuen Planeten das nunmehr im Buche gebrauchte zu sehen. Anfangs- Anfangsgründe der N a t u r l e h r e. Erster Abschnitt. Einleitung in die Naturlehre. §. i. ie Körper, mit denen wir bestandig umge- den sind, haben eine zu mannigfaltige Wirkung auf uns, als daß nicht ihre nähere Betrachtung von dem größten Nutzen seyn sollte. Einer ansehnlichen Menge derselben müssen wir uns taglich zur Unterhaltung unseres Lebens bedienen, und viele wirken auch ohne unfern Willen bestandig auf uns. Der ordentliche Gebrauch von verschiedenen macht unser Leben angenehmer und bequemer: andere können uns auf mancher- ley Weise höchst gefahrlich werden. Eine richtige Kenntniß dieser Körper muß also auf unser Wohl unstreitig einen großen Einfluß haben, und die Namrlehre oder Physik (pliiloloplli» usturalix, plastica), die Wissenschaft von den Eigenschaften u»d Kräften der Körper, ist folglich eine der allernützlichsten Wissenschaften. A §. 2. 2 I. Abschnitt- §. 2. Diese Wissenschaft gibt aber guch die sichersten Quellen zur Crkennmiß der Macht, Weisheit und Güte des erhabnen Wesens ab, von welchem diese Körper ihren Ursprung haben. Sie erweitert unsere Einsichten; sie lehret uns Wahrheiten, deren Wissen uns allemahl vollkommener macht, und schuht uns vor tausend ungläubigen und abergläubischen Einfällen und Thorheiten. ' I- w-cglebs natürliche Magie sortgesetzt vo« G. iL. Rownchal 7tcrBand Berlin >??z. 8. ' T. N. Funks natürliche Magie. Leipzig >78?. " I-S. Hullens Magie in Versuchen. Berlin i?8z. 4 Bände und mit ebendes. fortgesetzter Magie :c. 9 Bände. Berlin I7SZ- Vornehmlich gehören die Einleitungen zu diesen Werken hiehcr. * Volksnaturichre zur Dämpfung des Aberglaubens von Jos,. Heinrich Heimuch ^teAufl. Braunschweig 178» ' Schöpfung und der Schöpfer oder Anleitung zur gemeinnützigen Kenntniß der Natur von >L. Fr. Die» rerich. Erfurt 1788. Eigenschaften und Kräfte der Körper gehören also für die Naturlehre, auch'selbst der G-öße nach; denn ohne auf die Größe der Kräfte zu sehen, kann Niemand von ihnen gehörig verheilen oder reden. So ist also frenlich die Wissenschaft der Größen, die Mathematik, von der Naturlehre ihrem Wesen nach unzertrennbar, und Einleitung in die Naturlehre. z und die angewandte Mathematik besieht wirklich nur aus einzelnen Theilen der Naturlehre; so wie diese alle ihre beträchtlichsten Erweiterungen, alle Entdeckungen von Wichtigkeit Mathematikern zu verdanken hat. Abr. Gotth. Rästnees Anzeige seiner nächsten Vorlesungen über Mathematik und Physik. Gött, >768.4. §. 4. Die ganze Naturlehre gründet sich auf die Bemerkungen oder Erfahrungen, die wir ver- mitrelsi der Werkzeuge unserer Sinne über die Korper machen. Wir beobachten hierbei) entweder die Körper nur bloß in dem Zustande, in welchem sie sich von selbst befinden; oder wir nehmen vorher gewisse Veränderungen mit ihnen vor; wir sehen sie in einen andern Zustand, um zu sehen, wie sie sich darin verhalten werden. Im ersten Falle stellen wir eine Beobachtung (oblervstio), im letztem einen Versuch (oxpe. rimontum) an. Die Versuche lehre» uns öfters Eigenschaften der Körper, die wir aus bloßen Erfahrungen nicht würden kennen gelernt haben. §. s. Bey der Anstellung einer Bemerkung sind Aufmerksamkeit auf alle Umstände, um nichts zu übersehen; und Unparccylichkeit, um nicht mehr, nichts anders zu sehen, als was man sehen sollt«, gleich nothwendig. Bey den Ver- A 2 suchen 4 I. Abschnitt. suchen insbesondere ist es nöthig, sich vorher von der Vollkommenheit der Werkzeuge zu überführen, durch welche man an einem Korper eine Veränderung seines Zustandes hervorbringen will; und auch auf andere Umstände hat man mit zu sehen, welche eine Veränderung des Körpers bewirken können. IM?«. vzn or»lio Se mclkoSo inlli- rucnlN cxpcrimeurz pk^lic,; vor seiner Ausgabe der lenrsm. »csci. Uci ciincnro^ LL. LKN. ///. elcmexta,.. (/e». 1741. L.) cle c^urione in eipcrienlii» reÄ« t'ormsnljiz cl sciplicstt.liz sclbibcnij». ä'odlcrver, p-ir zs-iN 8Liiri!iL«. ä Leneve 177;. gr> 8. °rom. I. II. * Dasselbe deutsch mir Anmerkungen von I. Fr. Eine- lin. Leipzig 1776. §> 6. Die Veränderungen, welche in der Welt vorgehen, heissen Naturbegebcnheiten (plweno. Niens, sppsrentise) und sind, in so fern sie die Körper bcireffen, Gegenstände der Naturlehre. Sie haben ihren Grund in den Eigenschaften der Körper, deren ganzer Inbegriff die Natur derselben ausmacht. Und wenn wir aus unsern Beobachtungen über die Natur und den Folgerungen daraus die Regeln bestimmen, nach welchen sich diese oder jene Veränderungen in der Körperwclr zutragen, so geben wir die Naturgesetze (leZss riatulse) an. Einleitung in die Naturlehre. s §. 7- Und wenn Jemand von einer gemissen Na- eurbegebenheit zeigt, daß sie so, und nicht anders, nach einem oder mehrere» richtig erkannten Naturgesetzen erfolgen müsse, so erklärt er diese Naturbegebenheit. Hierbei? muß man sich freylich immer zuletzt auf gewisse Naturgesetze berufen, von denen man weiter keinen Grund angeben, oder die man nicht weiter erklären kann; und man kann und muß mit dieser Art von Erklärung in der Nakurlehre zufrieden seyn, weil eine letzte Ursache der Narurbegebenheit anzugeben Niemand vermögend ist. §. 8. Bisweilen weiß man aber nicht mit Gewißheit die Naturgesetze anzugeben, nach welchen sich gewisse Naturbegebenheiten richten. Man nimmr alsdann an, sie geschehen auf diese oder jene Weise; das heißt, man macht eine Hypothese. Wenn eine Hypothese an sich nichts widersprechendes, noch etwas, das gegen ausgemachte Wahrheiten, oder gegen völlig erwiesene Naturgesetze streitet, enthält, und dabey zur völligen und ungezwungenen Erklärung der Naturbegebenheit dient, so ist es wahrscheinlich, doch noch nicht ganz gewiß, daß man in ihr den richtigen Weg, die Natur zu erklären, getroffen habe. Diese Wahrscheinlichkeit kann auch selbst ausnehmend stark werden, wenn die A z Hypo- 6 I. Abschnitt. Hypothese die erforderlichen Eigenschaften in einem hohen Grade befitzt. §. 9- Vey dem so häusigen Mißbrauche, den man in der Naturlehre von den Hypothesen zu machen pflegt ; bey der wirklichen Gefahr, die damit verknüpft ist, wenn man unrechten Gebrauch von ihnen macht; haben sie dennoch einen in der Thal nicht unbeträchtlichen Werih und Nutzen zur Erforschung der Natur. Hatte man nie» mahls Hypothesen gemacht, so würde die Natur» lehre bey weitem noch nicht die Vollkommenheit erlangt haben, zu der sie wirklich gebracht wor» den ist. Ein jedes aus der Erfahrung hergeleitete Naturgesetz ist einmahl eine Hypothese gewesen; und selbst falsche Hypothesen haben ihren großen Nutzen gestiftet. Hangt man ihnen aber auf der andern Seite wieder zu viel nach, so ver» wandelt man die Naturlehre in einen Roman, und vertauscht gegen schwärmerische Grillen ewig gewisse Wahrheiken. * I. ». V. sxvitiiZitt Ofsrio Z« pkzlticii -zuo» mvSo lmr c mcaie nkxvroni inrelliAcaäie. I?8;- 4- §. IO. Derjenige, der alles so genau als möglich beobachtet, was zur Entdeckung der Naturgesetze und folglich zur Erweiterung der Naturlehre dienen kann; der dienliche Versuche mit der gehörigen Vorsicht anstellt, und daraus durch richtige Einleitung in die Natmlehre. 7 richtige Schlüsse die Natur der Körper in unserer Welt herleitet und die Naturgesetze entwickelt; der kann mit Recht auf den ehrwürdigen Nahmen eines Naturforschers oder Naturalisien (in der mehr bey den Franzosen als bey den Deutschen gewöhnlichen Bedeutung des Wortes) Anspruch machen. Fälschlich maßen sich diesen Nahmen diejenigen an, welche die Naturgesetze in ihrem Gehirn erschaffen, und durch Vorur- theile geblendet bey den Beobachtungen mehr, oder weniger, oder anders sehen, als sie sehen sollten; die um alles zu erklären, vergessen, was erklaren heißt, und Hypothesen als erwiesene Wahrheiten ansehen. Dilconrs tur I« ,. »orrr/r; vor dem er- sie» Bande seiner /^j-0,,5 §. i r. Die bequemste Weise die Naturlehre andern beyzubringen scheint die zu scyn, wenn man Bemerkungen und Schlüsse daraus unmittelbar mit einander verbindet, und die Theorie mit den ein- fachesten Versuchen beständig durchwebt, welche den Beweis von jener abgeben. Künstlichere Versuche haben aber insbesondere auch den Nutzen, daß sie Ansanger desto aufmerksamer machen und sie üben, zusammengesetzten, und vcrwickellern Naturbegebenheiten gehörig nach- A 4 zuden- 8 !. Abschnitt. zudenken und die etwas mehr versteckten Ursachen davon aufzusuchen. §- 12. In der allgemeinen Naturlehre (pbvlic, Zencralis) betrachten wir die Korper überhaupt, nach ihren Eigenschaften und Verschiedenheiten, und die einfachen Korper insbesondere, welche wir in der Welt bemerken. Die natürliche Erdbeschreibung (AeoArspbia pbvsica) beschäftigt sich mit miserer Erde im Ganzen genommen; die Naturgeschichte oder die besondere Physik der Erde (billoria naturalis, pbvstca specialis) mit den so genannten drey Naturreichen unserer Erde insbesondere; und die physische Astronomie (allroncimia pb^lica) untersucht endlich die außerhalb unserer Erde liegenden übrigen großen Weltkorper und zugleich die Verhaltnisse derselben gegen unsere Erde. Die hier angenommene Bedeutung des Worts e Naturgeschichte ist meiner Einsicht nach die schicklichste und beste: behält man sie be», so ist die Frage leicht zu entscheiden, od die Naturgeschichte vor oder nach der allgemeinen Naturlehre erlernt werden müsse? §. lZ- Die Naturgeschichte (Chymie, Physiologie :c. L..) ausgenommen, welche ihrer Weit- laufrigkeit wegen eine besondere Abhandlung verdient, ist die gestimmte übrige Naturlehre der Gegenstand des gegenwäriigen Buches, in welchem die Lehren der allgemeinen Naturlehre, der Geogra- Einleitung in die Natmlchre. 9 Geographie und der Astronomie kürzlich zusammengefaßt und vorgetragen werden sollen: ohne daß jedoch die ängstliche Eincheilung in die drey genannten Wissenschaften beybehalten wird. §- 14- Demjenigen, der steh die Naturlehre gründlich bekannt macht, bieten sich bey der sorgfältigen Untersuchung der Natur von selbst cutzückende Betrachtungen über die Absichten dar, die das höchste Wesen bey der gegenwärtige» Einrichtung desWeltgcbäudeö hat: sie sind abe. noch viel zu unvollständig, als daß sie sich in eine eigene Wissenschaft, die man ^eleologie nennen, und ebenfalls als einen besondern Theil der Naturlehre ansehen konnte, zusammenfassen ließen. §- is- Die Notwendigkeit und die Neugierde der Menschen haben zur Erfindung und weitern Bearbeitung der Naturlehre vielleicht gleich viel bevgerragen. Die Astronomie ist unter den verschiedenen Theilen derselben zuerst zu einiger Vollkommenheit gebracht und schon in den ältesten Zeiten bearbeitet worden. In Absicht auf die Griechen ist hauptsächlich die jonische Schule, und nahmentlich von den griechischen Weltweisen Thales (im I.d.W. 3402), Pychagoras (im I. d. W. 3475), Plato (im I. d. W. 3638), A s ins- zs - I. Abschnitt. insbesondere aber Aristoteles (im I. d.W. 3664) in der Geschichte der Naturlehre merkwürdig. Von den Römern gehören Titus Lucretius Carus (im I. d. W. ?9?l), Lucius Annäus Smeca (im I. Chr. 65), und Eaius Plinius Secundus (im I.CHr. 79) hieher. §. 16. Nach der so genannten großen Barbarei), in welcher sich noch die Ueberbleibsel von der altern Naturlehre bei) den Arabern als ein glimmender Funken unker der Asche erhielten, und in welcher doch Künsre erhalten wurden und blüheten, welche die wenigsten jetzigen Gelehrten erfunden haben würden, waren die seynwollenden Naturforscher größten Theils Scholastiker und unwissende Anbeter des Aristoteles. Ihre Unwissenheit hülleten sie i» leere, nichts bedeutende Wörter ein: nur wenige hatten damahls einige gründliche Kenntniß in der Naturlehre, und wurden deswegen für Zauberer angesehen. Endlich setzten in England Franz Bacon von Verulam (geb. 1560, gest. 1626) und Robert Boyle (geb. 1626, gest. 1691); in Frankreich Peter Gassendi (geb. ,592, gest. 1655) und Nenat des Cartes (geb. 1596, gest. 1650); in Italien Galileo Galilei (geb. 1564, gest. 1641), und in Deutschland Johann Kepler (geb. 1571, gest. i6zo), Otto von Guerike (geb. 1602, gest. 1686) und Joh. Christoph Sturm (geb. i6zz. Einleitung in die Naturlehre. n gest. I ?az), und andere, die Naturlehre wieder auf einen vernünftigem Fuß. §. 17- Noch mehr gewann die Naturlehre dadurch, daß die übermaßige liebe zum System nach und nach unterdrückt, der Beobachtungslrieb dagegen mehr erweckt und die Mathematik mit ihr in die genaueste Verbindung gesetzt wurde. Die Stiftung der verschiedenen gelehrten Gesellschaften, und die Erfindung vieler nützlichen Werkzeuge beförderten den glücklichen Wachsthum dieser Wissenschaft ungemein, und gaben ihr in kurzer Zeit eine ansehnliche Vollkommenheit. Ich müßte aber ein allzu langes Verzeichniß von Nahmen hersetzen, wenn ich auch nur die vornehmsten nennen wollte, die durch ihre Bemühungen das Ihrige dazu beygetragen haben. §. 18. Von folgenden die gesammte Naturlehre angehenden Werken wird in den Vorlesungen weiter geredet werden. 2) Zur Bücherkennkniß: 1) Iul. Berich, von Rohr physikalische Bibliothek. Lcipz. >724, 8. mit AusAyeil und Verbesserungen herausgegeben von Adr. Gorrh. Rästner. keipz, -8. z,) NNK«. UllNii mcNici emzcnlil» cc »cccll>c>nibu5 locnpleizrz sb /er». a.mllcl. >7?I , gr.4, l'om, I. II. z) Joh. Christ, polyk. «Lrxlebens physikalische Bibliothek. Gbttingen, von 1774 an, s. b) 12 I. Abschnitt. K) Systeme und Lehrbücher: l) SLNdirnri pliiloloplÜZ nzrurzhs. Littel,. 1618,4, xivsv. epirome n-rurzli« scienriie. ^.mltel. 169,1, >2. ») Ken, VL8 cxnres xrincipi» pkilosopkiee; im 2,. Bande seiner O?er»m. z) ^zo. cl.xv»88(iil pk^lice. >mllel. 1664, 4' 4) l^reire -ie pk^li-zue per ^.»cczu. kon^ui.r. 5 ?»rii l6?Z. I». l'om.I. II. ex eilir. 8^x1. crinieii I.ond. 1711, 8- >729, 8- 1°. l. >l. g) ^0. rxrr. r>u»»xir.r pkilosopkin vcru» er nvu», in rezi» UurZunliin perir«Ä-ri>. ?,ris. 1681,4. 6) 'S/ol.kLkv. seuSllxiroi plrilosopki» nzrurzli«. l-ug-i. IZzr, »68?. 4> 7) 18. lirxvroxil pkilosopkize n,rur»li, peincipi» m-rliem». ric,. l.on6. 1687. 4. perperuir commenrnrii» jUuürsr- commun! Uu-Iio ?. ?. izuien er 1 .8 seun, er r>. cxi.xlkixii. Lcncv. I7Z9- gr. 4, 1°om. I. III. " commenlsrionivus illukrzrz siorillimum zox»xil8 vl-88«» neu er (lzuikuz-izm in locis) cornmcnr. «crerior: r»o. 1.8 88U8 er xn. z»cioui8tr, elirer proposiriz. Lider primu,, ?rzgz« 178^, 4- 8) zo. cur», srunxin pkylic» cleÄiun Iiuc k^porkerice. kSo. rimd. 1697-1722, 4 1°am. I. >7. 9) 8IVSV. cnlleßium experimcnr,Ie iiue curiosum. ttorimd, 1676- 1689 i 4 e ^r-1, II. 10) )o. 88II.I.II inrro-iuÄio sä verem xhxlicam. Oxon. 1700, 8- Loncl. 1719. 11) Louise o5 mecd-lnicul cxpcrimenri, klrxzicis NXVK8» 888. l.on-1. I?^?, 4. vermehrt >7>S, 8. 12) xvven QUI8. »UV8 elcmenrz pk^lioe» metko^o m»rkv- miricz ciemoniirsrz. ^inllci. 1711,4. iZ) Ioh. Iac Scheuchzers Naturwissenschaft, Zürich, 1711, 8, >. u. 2.Tb. 14) sen». vxri ruru^rrirrr reckr gebru^le -ter «-eerelck deschouvinge. /Lmlt. 1716, 4. Berich, von Nieuwenrvr rechter Gebrauch der Welt« betrachtung zur Erkenntniß der Macht, Weisheit und Güte Gattes, übers, von Ioh. Andr. Gegner. Jena >747, 4- >5) Louise ok expsrinicnrxl pkilosoplr/, d^ louxi. ?»roru. O8S»cZlll.i88«. Loaä. 1717, 4. >74Z, 4. Vol. I. II. Einleitung in die Naturlehre. zz 16) kkxlice» clcmcnr» mzrkcmzricz cxpci-imcnii, conlnmar» zuslorc ouir.. Zirc. s'Le^VtS^i^UK, l.ci6, 1719. 4. sehr vermehrt bci6, >74!, gr.4- I^om, I.ll. l?) zo, zuil.cn, venrikiLS csnlpceiu, xkilosopliise nsrinsli,. tli-ll, 1710, 8 >8) Cbrist Wulffs nützliche Versuche zu genauer Kennt- niß der Natur und Kunst. Halle i?ai - 172z, 8. > - 4 Theil. 19) lebend, vernünftige Gedanken von den Wirkungen der Natur. Halle >724, 8. 20) lebend, vernünftige Gedanken von den Absichten der natürlichen Dinge Halle >724, 8. 21) lebend, vernünftige Gedanken von dem Gebrauche der Tbeile in den Menschen, Thiercn und Pflanzen. Halle 1725, 8. 22) »NKZ>. rnill. ieic»»rvn«l clcni-ni» sibilologkiac nslu. ,sl>» exscnmcnisli,. Icn. 174z, 4. 2z) rnrn, VZN Ziuzscncnoiloxn, clcmcnra pbxllcc,. I.UZ6. v»r. >7Z4, 8- 24) Livsr>. in!co6uÄ>c> s6 pbilolnxbism ZlZlursIcm. bug6. U-r. >762, gr. 4. 4 om. I, >1. 25) czio. rnu. »szuznnLeni -I-mcnrg pk^licc,. lcn. 1744. 8. 26) lllcmcn, 6c In pbilolopkic 6c ZUiveron par dl. oe von- iziui-, n el-nll, >748. gr. 8. 27) Inltirurion, 6c pk^ll^nc. 6 /VmUei-6. >74>- 8- 28) Lno. arann. liucreinSLNi clcmcnis ph/Iicc,. l.ips. >742. 8. 29) l-c^onz 6c pbxlique cilp-rimcntsl- PZI- dl, I'^bbc ZIVI,. i.nr. a t'sri« 1744 u f, gr. >2. rom. I-Vl, Nollers Vorlesungen über die Erperimentalnaturlehre. Ersurlh, >749->764, 8, >-6TH. Zo) I-'/lir 6c, -üp-ricncc,, psr dl. I'sbbe >eoi.l.ev. s ksriz. >770 gr. >2. low, I - Iii. Nollers Kunst physikalische Versuche anzustellen. Leipz. ° >77-, 8, >-z Theil. z>) Jol). Andr Gegners Einleitung in die Naturlehre, >746, 1770, 8. z») Christ, Aug, Crusij Anleitung über natürliche Begebenheiten ordentlich nachzudenken. Leipz. >740, 8. Zz) LL0. veocrcz, nn/lnru praelckionc, in pbxlicsm ikcorc- ricsm. I'uk. 1740, 8. l'om l - III, Z4) Ioh. Gorrl, Drügers Naturlebre, Halle 1740, 8. 3;) chbmd. Auszug aus seiner Naturlchre, Helnist. >759-8. 364 ?4 Abschnitt. z6) snr>n. London xbyllcse expcrinieiirsli! element». Lr- torä, >7Z>. 9. 7'om,I. II. 37) l°s, nnurr. plrxllcz ex recenrrorum oblcrvsriomdus. Vicnn, >7^l 4, Pom, I II, AL) Job. per. lLberhardö erste Gründe der Naturlehre. Halle, >7?^, >76?, 8. Z9) lLbend. Sammlung der ausgemachten Wahrheiten in der Naturlehre Halle >755, 8- 4v) Job. Heinr. Minklers Anfangsgründe der Physik. Lechz. >7?Z- >754, 8. '41) s Lourle ol lleelures in nslural pllilolopk^ rlie lsre »icnsnv uri.Znsu padlilli'ä b/ onrsn novinson 4 päir. ponäon, 1767. gr> 8. 42) no 4z) l.ciire5 ä uns princell'c ä'.4IIcmsxnc lur äivcrs iuje» äs plrxllgue «r äe pdilolopllic. »dliisu 1770- 1774, 8« "Pom. l-III (von Leon!). Luler. LH. Briefe an eine deutsche Prinzessinn über verschiedene Gegenstände aus der Physik und Philosophie, Lechz. >769-1774, gr.8. >-zTheit, » dlouvcNe PUiiion svcc äcs aääiiioiiz par dl, dl. le dlsr- c>vis ä- conooncnr er vi- r.s onoix. » Paris. 7°. l. >787 » >788. gr, 8, mitKupfern. ' Nack dieser Ausgabe neu übersetzt, mit Anmerkungen, Aufsitzen und neuen Briefen vermehrt von Friedrich Zxrres, 1 Band. Leipzig >79^. u,Band. >793. 8. (Der dritte wird erwartet,) 44) lanro», curusr. »»xovii piulolopliis nsrvrsliz. llzl. 176z. 4 45) Iac. Fried, Malers Physik oder Naturlehre. Carlsr. >767, 8. 46) Prions äs pli/ügue exs>erimenrslc psr dl SlLsllv OL rx ronv »Paris >757, >2, 'Pom. I, II, Anweisung zur Experimentalphysik aus dem Zranz, des Hrn. Sigaud de I.: Fand übersetzt. Dresden >774, gr. 8, > und i Theil. 4?) Die Natur der Dinge nach einer neuen Theorie erklärt, oder allgemeine Physik. Hannover, >???, gr. 8. '48) Oelcriprion er utsße ä'un Lsbiner äc kkxllgve cxgeri- mcnrsle psr dl. 5ic-sUU v« us rono. 4 Paris, 8> »77Z. Tlow.I, II. Einleitung in die Naturlehre. 15 « 49) Ebendesselben lllemenz äc pbzchguc lbeon-zue er ex- perim. sbzns >777- 8 low. l-IV. 50) Adolph Albe, Hanibergers allgemeine Etperimcntal- naturlehre. > Theil. Jena >774, 8. Zl) kbxllcse aoßmzii^e elcrncnrz, prsclcÄionum csullx euulßsrs s Zo. van, ririo. V^irrcb. >774. 8- * xivso bbxs. experimcnral>» elemenra. lüplrsc 178!- 8. 5--) Job- e,or. Bochmanns Naturlehre, oder die ganzlich umgearbeitete Malerische Physik. Earlsr. 177z.gr, 8. » 4z) lnlliiurionum pbzchcarmn low. I, ll. ^nÄorc LirucuuxuSLN. Lrlirio emencisrior dlonslleri! >78?» low. >ll, pk^llLüm aUplioersm conrinens. ibirl. >787. ' Deutsch mit Zusätzen von Jos. Bergmann, Mainx >790. zTH 8. 54) Kurze Unterweisung und Anfangegründe der Naturlehre zum Gebrauch der Schulen, von Joh, Iac. Eberc. Leipz. >77;, 8 ' 55) Marrbias Gablers Naturlchre. München >778-8. 4 Theile. » 56) Anfangsgründe der Naturlehre von vv-ncesl. Joh. Gustav Rarsten, zweyle verbesserte Auflage, mit Anmerkungen von v. Fr. Alb. Carl Greil. Halle >790. 8- » 57) Ebendesselben Anleitung zur gemeinnützlichcnKennt- niß der Natur, besonders für angehende Aerzte, Cameralisteu und Oeconomen. Halle >?8a. 8. " ;8) Ebendess kurzer Entwurf der Naturwissenschaft vornehmlich ihres chymisch-mineralogischen Theils. Halle >78?. 8 ' 59) Georg S 'M. Rlügels Anfangsgründe der Naturlehre in Verbindung mit der Chemie und Mineralogie (aus dessen Encyrlvpädie). Berlin und Stettin >795 8- ' 60) r. o. uk^axxlrsrxii^s Vorlesunxen über rlie kxp. bkx» kle. 6. eVutlzgc. liopenkgAcn > >787. ^ 6l) Siemen« -ie bb^ll^ue cn forme cle l.blcz pgr Zxcc>llL» l.oius scnunrn. lom. I. z Srrz,bourA >786. 8- ' 6a) ^n inirocl. ro nar. s>b>Ins. K7 riionorsox. I.0N- lion 1787. deutsch niit Zusätzen von dl. Zl. Fr. L.üdic!°e 2 Theile. Leipzig >787. * üg) polliioncs pb^licac, rjues snnuo lsbore, in lcboli» xrinsrii exzüicar, exgeriznenrz» illultx« «r »räirornw tuorum l. Abschnitt. laoruni megirsrinni proponlr. z. «. v. 8^wr>!?e 1°. I. cr 1°. II. >?zrs prior I4zrlic,«^ck. 1786, - 64) Grundlage zu meinen Vorlesungen über Exp. Physik von Marcus Herz Berlin >?S7. 8- ' 6z) Grundriß der Natnrkebre zum Gebrauch acad. Vorlesungen von .'s. A L. Gre». Halle 1788- 8> ' In seinem mathematischen und chemischen Theile neu bearbeitet, Halle >79?. » 66) Grundriß des math. und chemisch. Mineral. Theils der Naturl. entworfen von I. PH. Hoberr. Berlin 1789. 8. * 67) Cvmpendium zum Vortrage über die Experimental- Naturlchre für die höhern Classen der Schulen entworfen von Franz Ferd. wolff. Göttingen >791. * 68) Mick. <5»be vollständiger und faßlicher Unterricht in der Naturlehre In einer Reihe von Briefen an einen jungen Herrn von Stande. Leipzig 179z. »Bände gr.8. Hieher gehören auch die Einleitungen in die angewandte Mathematik, z.E. Wolffs, Kästners, Karstens, (und Physikalisches Wörter- buch oder Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstmöner der Naturlehre:c. in alphabetischer Ordnung von v. I. S> T. Gehler. IV Theile. Leipzig 1787-1791. gr. 8. Ein Supplemencband wird erwartet. L.) c) Vermischte physikalische Werke. 1) »ki8vc>7Ni.is nzrursli, aulcnlrsrioni, l.. VIII. und seine übrigen physikalischen Werke; im 1. Sande der Duvallischen Ausgabe. 2) r. rucneril oei cl- rcrum nzlnrs l.. VI. l.c>nil. 171»» gr. 4- c. inrerprrrnrion- er noris rno.vi. cnenc». Oxon. 169z. 8. IZzstl. 1770. gr. 8. z) l.. /rn». guaettionum n»rxr«I!um I.. VII. Vener. lZI», axurl nl.o. Einleitung in die Nnturlehre. 17 4) rna»c. saco». ve vekiilaxlio scripta in natural! cc vn!. vcrlz I'küosopkia. r^mllcl. 164z- 12 1°ke pkilasopkical Vi'orks ol rna»ci8 naco» IZaron op veniii-aai Viscount of s. acuaivZ, mctkoäircZ anä macle euAÜslt, >e?irk norcs k^ uerex 811a'«'. l.onä. >7ZZ' gr -4- Vol. I-III. z) aiaxi». aiex8e»»l co^iiars pk^lico - mzikcmzrica. ?aris. >644, 4> H) c-al.il.aei 718, gp. 4, 1°om. l - III. 7) loac». iv»705- fol. 12) kkilosopkical expcrinicnt« zn6 obscrvalions k/ xox. «ooxn pukkili-ll K7 xvir.1. vexnaai. l.on6. 172S. 8. iz) cnxisr. »IIui.l.i opera omniz. kaus. er Ocnev. >742. 4» lom I-IV. 18) zac. XXX»0UI.I.I opera Ocncv. 1744. 4. 1°om. I. II. ly) i.eo». eui-exi opuscuia varii sreumenti. Lerol. 1746^ 17^0 1751. 4. I'om. I III. 20) ^n acrounr ns Sir I8aac »e^ro»'s pkilosopkical äl!^ coveries, K7 coli». luaclauxi». konä. >748. 4. * isaaci »e^ro»! Opp quae exksnr oinnia; commea» lariis illuürakai saaiuei. tlox8l.ev. l.onäini 1". l-V. >779->78?- 4""i- Kl) Oeuvres ir!l comminrarionum in reg. lcicnr. fociei!>re rc! enlnsrum sjkiinße. 768 4 1°. l-IV (1°c>mi ll Lzrs I. ronrincn, pkzglcs; 1°om lll. conrnrcn» mirlrrmsrics) 24) Georg Lln'h, Srlbcrscklage ausgesuchte Clvsterber- gische Versuche in der Naturlehre und Mathematik- Berlin >768 8. 2z) »nn czorrn. i<»nsri-irir ilk-rrärionc» marliemarianc e« pkxiicae- /Vir-rny 77 4 26) Beyträge zur allgemeinen Nalurlehre. Ecf. 177z. 4- «2?) L-klur» vn telcek inhjcris 07 z»«s rnnezusori Zill. Lg. Longo» 1776 28) rc>L u»r>^ni opora insgirs Vc>> I; egigit er olilcrnsrio- nvrn -psi-näu-m -gicrir LL0 c»i>», i.icnnx^l!L«cz. Korr 1774 gr. .. »29) Jod. I"gcn - Houß vermischte Schriften physlsch- und medicinischen Inhalts. Wien «78^. 8- neue Aufl. Wien >?8Z. -.Theile. «zo) Franz Carl .'lcharvs Lhvmisch-physische Schrifteil. Berlin >^8o. 8. «Zl) Opukcuii sci-niltici gi rnrice ro>iv»^i»- kircnir! l ?8z» franz. durch Libciin Ä kiorence 178z- Z) Werke gelehrter Gesellschaften. <2) Der königlichen S'cietät der Wissen« schuhen z>. Londo (>645). k) ktrilofopllicsi rrsnzZÄionz: giving kome Zccount of rhe prclenr ungerrskingz ilugir! sng iabours oflke in» ^cniouz in MZN7 conflg-rsbie pzrrz of rlie v^orig. Vol. I. kor rke 1Ü65 ang >660 Long. 4. Forts. 2) Ike plriiokopkicnl rrsns-Äionz ro rke ye-r 1700, gkrigg'g nng gitpol'g ungrr g-ncrsl trcsgz, zottri l.ovr» rnonv. Long. 1701 4 Vol. I-lll. to rlrc >esr >710, l>? ver-z inorr'L. Long. 1721. 4. Vvl.li ll ro rlre >esr I7ZZ,, dy nrio nng zonri czir»v. Long. 172z. 4. Z) liitlory of rk- ro^sl Socicr^ I>^ ruoni. svit»?. Long. 1687. 4- Einleitung in die Naturlehve. 19 4) 1°ke trillory ok rlrc ro^sl Socicry in k.onllon — zz z lup» plcmeur ro rlrc ptrilolostricsl rrunisÄions, b/ ?uo!rl. olucu. l.onri. »756. U. f. gr.4. Vol. I-IV. /Z) Der kaiserlichen Akademie der Naturforscher (1652). 5) Iililccllznca curiolir, leu k.plrcmer!clez mcilico-plr^licue scscicmiac nsruruc curiolorum. klvrimlr. 1670^1706» 4. Nccur. I-Ill. ikxticmcriclcz »czllcmise czclurcsc nzlurse curiolorum, liue vlri'erusrioncs mcllico - plr^lrcsc, 1712.-17^^. Lcn- rur. l^X. s-lrxllco-mcrlica zczrlcmiac caclurcsc Icopolrlino-caro» linse nururse curiolorum. >7^7-1744. Vol. I-X. dlous slks plr^lico-mcciicz scsrlcmisc cselsresc leojroirlino» csrolinsc nzrurs curiokorum, l'ow. l. Xorimb. «757. 4. Forrs. Medicinisch- chirurgisch- anatomisch- chymisch- und botanische Abhandlungen der kaiserlichen Akademie der Naturforscher. Nürnb. 17z;- q. rTheil. Viru. /r>ic>ir. inricx rerum mumorsbilium in rlc- curii» er ccnruriii cplremcriclum scsrlcmiae nskurse curiolorum. Xor. 17Z9. 4. 6) t^csilcmisc 8. t<. Z. Icopolclino-esrolinse nzrurse curioso- rum lriltoris conscri^ru ul> eiusclem xrscllrle ^reon. NN. vüonixniro. kksl. 1776. gr. 4. ->) Der großherzoglichen Akademie äel ciments zu Florenz (1657). 7) cli nzrursli elxcrienre Kur- ncll' scsckemia acl Li- menro. lkircnr. 16Ü7. kol. ') B 2 8) ') Zusähe zu diesem Werke aus den Tagebüchern der Akademie selbst gezogen, findet man an den gehörigen Orten eingeschaltet, und mit sehr in dieÄugeir fallenden Zeichen unterschieden, in dem Abdruck desselben in dem 2ten Bande der Xorime rl-xü äx- xrsnliimcnii rlcllc lciencc lilicirc scczlluri ill l'olcZNZ, crc. rsccolic rlsl Oorror Lio. r^UlZiolei ?oT^nrrr und zwgr in dessen ltten Theile »780. 4. L. 2o I. Abschnitt. 8) 1'cataminz cxperimcnrorum n.riuraliurn caplorum in » ea- Scmia Sei cimenro, cSiSir rnra. Vau !»M88c»LU- Lkooie. I.vßS. Lar. 17z». 4. F) Der königlicher' Akademie der Wissenschaften zu Paris (1666). 9) ltiüoirc Sc l'acaSemic ropale Sc! scienccs Sepuiz l666 ju!gu'a 1699 ä?ar>5 >7ZZ u. s gr. 4. Niüoirc Se l'rVcaScmic ropalc Sc! lcicnec», annec 1Ü09, avcc Ics memoire!, z?zrl! >7'Z2- 4- Forts. Der königlichen Akademie der Wissenschaften in Paris physische Abhandlungen, übersetzt von wolfg. Lalrh. Adolph von Sreimvehr, >- >z Band. Brest. >748- >74?. gr. 8. Der königlichen Akademie der Wissenschaften in Paris anatomisch chymisch - und botanische Abhandlungen, übersetzt von Wolfg. Zöalrd Adolph von Sreimvehr, 1- 9 Band. Brest. >749- >?6o, gr. 8. 10) Ixccueil Ses ?icecs ^ui onc rcmporie lc Prix Sc l'scaSc- mie ro^ale Sc! lciencc«, Ti'om. I, äl'ariz, I7Z2. 4 Forrs. 11) ISemoircs Se marlremari^ue er plrpliqne prclenrecs» I'aca. Scmic ropalc Sc! scicnce!. Pom. I. ä ?ari- 1750. 4- Forts. Auserlesene Abhandlungen, welche an die kknizl. Akademie der Wissenschaften eingesendet worden, ins Deutsche übersetzt von Ferd. rvilh. Beer. Leipz. 1752.- >744 gr.8 > u. ^Baiid. 12) ^0. oarr. vunaaini. triüoria acaScmiac re^iae scicnriarum. ?aris. >698- 4- vermehrt 1701. 4. «) Der Akademie der Wissenschaften zu Siena (1691). iz) Lli A.rri Seil' ^caSerr.ia Seile Scicnxc Se siena Set' anno 1760. Sien» 1761. gr«4. Forks. ^ ?-) Der Einleitung in die Naturlehre. ?r 5) Der'königlichen Akademie (zuerst So- cieml) der Wissenschaften zu Berlin (1700. 1741). >4) dlilc-II-ncz Uerolinenliz ->ä incremenrum scienr!,rum ex scripris toclergrl re^i-e tcieniisriim cxliidlriz c^irs. v-rol. >710-1744. 4. Vol. l-Vll. I Z) tlitloire 8s I'gcz^em!-roxzlc <1-5 scicnce» er b-ll-51-ltr-5 8e IZ-rlln, »vec 1-5 mcmoir-5. ä IZ-rlin >746- >77'- 4. rom.I-XXV. dtouvesux memoir-5 8- I^gcgclenn'e -075!- 8ez tcisncci et bcII-5 lerrres s Kerl. >770. 1°omc l. gk. 4. Forts. Des bcmonischen Instituts (1712). 6) Lommsnrzrli ,1c kononienti leienrisrom er »rrium inki- ruro sr7ZI. gt. 4. Forcs. u) Der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zu Petersburg (172;). 7) Lominenrzri! scz8emiz« tcienilzrum imperisliz perropo- lirsnüe. ?errop. >716-1742. Itom. I-X!V. gt. 4- Koui commcnririi scs8cmigs sci-nrizrum Imperizliz petro- polirznac, s8 snmim 1747 er 1748. 4°om. I. ?errop. 1740 gr. 4. Crom. XX. ikicl. >776. 4. L). Hiernnf erschienen -rc. von >778- 82-. Und endlich ' dlouz SÄZ H.cs8. 80. imsiet. p-rropol. 4°. I. ?s»ccc8it Ulk. c!r>58. zczrtcmizc sä annum >78Z- kerropoli. '787- 4- Forrs. Z-) Der königlichen Societat der Wissenschofen zu Upsala (1725). 8) A.Ä2 socierzr>5 r-ßige scisnrisrum vx>tslienl>5. Vptsl. >744-1741. chom. I-V. dloua rcßiüe locierzris tcicmizrurn vxilslienli«. 4'om. l. Vxtsl. 177z. gr.4. B z ,) Der 22 I. Abschnitt» «) Der königlichen Akademie der Wissenschaften zu Steckholm 19) bkon^I. Vercnikzpz gcaäcmtens hznlllin^sr, sor Ar >7Z9- 1740- SmUck. >740. gr. 8. Forts. Der königlichen schwedischen Akademie der Wissenschaften Abhandlungen aus der Naturlehre, Haushaltungskunst und Mechanik, aus dem Schwedischen übers, (vom ztcn Bande an durch Herrn Hvfr. Äästuer) Hamb. 1749. gr. 8. 4» Bände. "Derselben neue Abhandl für das Jahr >780 aus dem Schweb, übers, von A. G. Rästuer. Erster Band. Leipzig >784. 8. Forts. Von dem -ten Bande an wird Herr 0. D. Brandis auf dem Titel als Mitüberscner genannt; vom >>ten an Herr Professor Link. -r) Der natlirforschenden Gesellschaft zu Danziq. 2c>) Versu6)e und Abhandlungen der naturforschenden Gesellschaft in Danzig. > Thcil. Danzig »747- >754. >v. Th. Neue Sammlung von Versuchen und Abhandlungen. Danzig 1778. 8. "Da der Herr Verfasser der Dänischen Gesellschaften gar nicht erwähnt hat, so schalte ich hier folgendes davon ein: z) Lkrikrcr lom ucii Ucr leiobcnhnvntlcs 8e!llrab Lcc. I'. t. 1745. mit dem Xliten Band 1779 geschlossen. 4. Davon sind die drev ersten Theilc übersetzt unter dem Titel: Lcriprorui» z 8vc>ir»ie kaknicn. llilnicc cllilor. nunc surcm in Ist. lcrmoncw ronnersor. b. I. nize >74?. N. II. 1746. t'. III. 1747. 4- 2.) liriinzn-! ^nincrlirzris knlnicnli-. TVnno >778- l4is- nize 4. (Ein einziger Band.) z) Nye Sämling af det kongelige Danske VidenskaberS Selskabs Skrifter. 'r. l. Kiobcnh 1781. Forcs. 4) Abhandlungen die von der Königl. Dänischen Gcsell- ' schaft den Preis erhalten. Erste Sammlung. Kopenhagen >78'. ;) Trondhiemske Selskabs Skrifter. Deel >. Kiobcnh. >76'. Deel 4. >774- übersetzt. Kopenhagen?.i. 1765. M". i'-iu. 1767 L.) Einleitung in die Naturlehre. 2z 6) Nye ^amling of det konqelige Norske VidenskaberS Selskabs Skrifter Forste Bind- Kivbenh. >784.8. Der kü iglichsa S^cietät der Wissenschaften z« Güttingen (1750). 2l) Lommenrarii soclcr-rii rexisc scicnrisrum (Zottinxentil. Loirinß. 1742-«74?. 'tom. I - IV. gr. 4. Lommenr-rii noui Ic>ciersti5 rexiz- sciemizrum Lollinß-llL, Sil ann. >769- >777. 'tom, !-VU!, gk q. - 22) Lommenr-rionc» loc >eß scienrizrvm Lvirinß l'om.I. a-l-NN. .77z omrinL >77? gr. 4 Forts. sz)'Deutsche Schriften von der köiiigl ^ocictat der Wissenschaften zu Güttingen herausgegeben. Güttingen >77'. 8- .oe) Der Baseler Gesellschaft. 24) kclucrica pbz,lico - msrbemgrico - borznico» meäicz. Vol. l. IZzbl. 1751. 4. Forts v) Der Edinburger Gesellschaft. 2>z) ^sls^i snZ obscruzlwn, pkyliczl zn8 litterarz?, resä betöre s sncier^ >» LSinburgk »ort publillicä 1)^ lircin. Vo>. z. ilillnb «744 gr. 8. Forts. " Diese giebt nun seit ihrer Erneuerung und Künigl. Bestätigung heraus: ?rzn5ZÄi»nz o5 lke Loeiel^ os L>tinl»irgb. Vol. l. >788- 4- Soers. A Der kurfürstlich Mainzischen Akademie nützlicher Wljsemchaften zu Erfurch (1754). 26) aczilcmize elettorzllz mognnrinsc fcicnriarum vtl- lium lzuz- Lrforäiac elt. I'om. I. Llsorä. er (Zolb. i?;?. 8. Forts. B 4 0) Der o) Der holländischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Haarlein (1752). 2,7) Vcrhzn8elingen uir^egeevcn 8oc>r 8e Uol>zn8ilclic dtzzr- sckippxc 8cr ^ccrcnscUgpyen ic l8zzr>em. l. IZccI. »,zNcm 177? gr. 8. Forts. Der Holländischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Haarlem Abbandlungen, übers von Adr. Solch. Aächier. Altenb >785. 8. ??-) Der naturftrschenden Gesellschaft in Zürich. 28) Abhandlungen der naturforschendcn Gesellschaft !4l Zürich, i Band. Zürich, >761. 8. Forts. ^) Der königlichen Secietak der Wissenschaften zu Turin (1760). 29) dlilccllzne» pkilosopkics-nislhenizric!, kocicrziis ^riuarze 1-aucinenstz. 1-om. I. l-inirin. I7?y. 4. Zv) Nclzn^es 8c pdüoloykic er 8c mcrkcmrrilzuc 8c Iz locicre rassle 8cN-urin, N-ome II aN-nrin, 1761 4. Forts. Hiervon erschien >776 der che und letzte Band. Nach einer Pause von 8 Iahren erschienen endlich >784 zwcy Bande unter dem Titel ia-i»oires 8e >'zca. 8-mi- n.»^!e 8cs Sciences. Zwcy Jahre nachher ein dritter und 1790 ein vierter, der die Jahrgänge von >788 und 1789 enthält. L. er) Der kurfürstlich Baierischen Akademie der Wissenschaften (1759). zi) Abhandlungen der kurfürstlich Baierischen Akademie derWihenschaften, i B. München 176z. 4. Forts. n-) Der kurfürstlich pfalzischen Akademie der Wissenschaften (176z). Zl) klistonz er commcnrzriones zcinlcm'iae clcÄvc»lis lcicn- liaruin cr elcgznriorum lirrcrncum N-Kco8oro. zizlarinzc, Ulom. l. dlännbem. 1776. gr.4. Forts. te) Der Einleitung in die Natmlchre. 2 s u) Der seclandischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Vlissingen (i ?6;. 1769). 3?) VcrliZNllelingen uir^e^cven 8oor kccr ^ceuwstb Lcnoor» scdcp 8cr ^eicnl'cksppcn lc VIUllnAcn, I Occl. dlist- . >769. gr. 8. Forts. cIcIs>U>!l> kor xromoling ukel'ul Knov/lc8ßc, Vol. I. gkilscl. >771. 4. 2) Der kaiserlich königlichen Akademie der Wissensch, zu Brüssel (1772). Z7) dlemoircs >lc l^c-ll. Impcn.ilc cl Iva^zle B. Berlin 177?. gr 8. Forts. — (Mit dem 7ten Bande erhielten sie auch den Titel: Beobachtungen und Entdeckungen aus der Naturkunde von der Gesellschaft n. Fr. erster ZSand, so daß also der ?te, 8te :c. Band der Beschäftigungen, der ite, ate der Beobachtungen iff. st.) Bs -0) Der 26 I. Abschnitt. w) Der böhmischen Privatqeseslschaft zur Aufnahme der Mathematik u. s. w. (i?74). z?) Abhandlungen einer Privatgesellschaft in Böhmen, iBand. Prag '775- gr.it- Forts *40) t>lcmoric äi msremsrica c blica llells locierä ilzlizn». Tom l. Vcranz 1782-. 4. '41^ btcmoires cle l- locirie lies Lcicnrez pl^iiqaez äe I-Üll» tsnn-.'romcl äl.zusznnc 1784 4. Forrs. "42.) Igouvczux vtem. clc I'arzrl sc Oijan. s v>jun <782. 8- -4z) Phys Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien, aufgesammelt von Ignalius iLdlen voir Born. Wien 178z. 4- Forrs "44) bteniliisZ ok ül- !i«e,V7? anä pkilolopkics! Socicry ok k4snrkcüsr. V->!.!. V^arriiiZron zncl I.on8on. 178z. gr, 8. Forrs 'Dcucsch 1 Theil. Leipzig -788. gr. 8. °4Z) 1°>s»!sÄic>n» ok lk- ira^zl Iiitcli sczäcw/. I'vw. l. vablin 17L7. 4. Forts. c) Journale. l) lonrnsl äcz lsvanz. ül'srlz 1665 U. f. 4- ll 2^ eruNiwrum lixlicnliz. I.!s>s- >68^. U. s. 4. Z) Lommercium lirrcrsrium noribergrnte Z-l rci mcäicse er lcienriss naruizliz incrcmenrum, inllirurum. dtorib. I7ZI-I74Z 4. Vol.I-XV. 4) Hamburgisches Magazin, oder gesammlete Schriften zum Unterrichte und Vergnügen aus der Natur- forschnng und den angenehmen Wissenschaften überhaupt- Hamb- >747->?6z, l-z.4Band 8. Neues hamburgisches Magazin, > Vanb. Hamb -767. 8 Forts. 5) Physikalische Belustigungen. Berlin -75i-l7;6. 8. > - go Stück 6) Allgemeines Magazin der Natur, Kunst und Wiiien- schaften. Leipz 174z-1767. gr. 8. > - 2. Band. ?) Oresdnisches Magazin oder Ausarbeitungen und Nachrichten zum Behuf der Naturlehre. Dresd. i?5S U.f. 8. ^ Einleitung in die Naturlehre. 27 8) Bremisches Magazin zur Ausbreitung der Wissenschaften, Naturlehre, Künste und Tugend. Bremen 1760-1764. 8. 1 -7 Band. Neues bremisches Magazin. Bremen 1767 n. f. 8. 9) Berlinisches Magazin, oder gesammlete Schriften und Nachrichten für die Liebhaber der Arzneywissen- schaft, Naturgeschichte und der angenehmen Wissenschaften überhaupt. Berlin 176; ».f. 8. 10) StralsundischcS Magazin, oder Sammlungen auserlesener Neuigkeiten, zur Aufnahme der Naturlehre, Arzeneymissenschaft und Haushaltungskunst. Berlin und Stralsund 17S7 u.f. 8 11) Berlinische Sammlungen zur Beförderung der Arz- neywissenschaft, der Naturgeschichte, u. s. w. Berk. 1768 u. f. 8. 12) Mannichfaltigkeiten, eine gemeinnützige Wochenschrist. Verl >769». f. 8. iz) Neue physikalische Belustigungen. Prag 1770 u.f. 8. 14) OdtervZlio»! iur la xUxlirzuc, tur l'kiiloire naturell«, ec iur lc- arrs pzrdt. I'eVbke äksris 1771. 177a.» zz) ObicrvZliont cc mömoire« tur Iz pbyliczue, tur l'kiltoire nzrurcllc er lur le» Ztt5 pzr dl. i'srbbs U0?ILU. zkürii. 177z U.f. gr.4. Forts 'l6) Lidliorecs tiiicz ä'LuropZ 0 ilzlvzccolrz (Ii ollervs^ioni iopra ls?ilicz, dlzremzricz, Lkimicz. Sroris nzru» rzlc, dtegicinz e zrii Ti,. 1°zm. I. kzvia, 8. ohne Iahrzahl. Bis jetzt (1790) xi Bände. ' -7) Vernisches Magazin der Natur, Kunst und Wissenschaften. Bern !7?; u f. 8. »,8) Sammlungen zur Physik und Naturgeschichte von einigen Liebhabern dieser Wissenschaften Erster Band. Leipzig >779. gr. 8 Forts *19) Göttingisches Magazin der Wissenschaften und Litte- ratur, herausgegeben von G. stesStück. Göttingen >780. 8. Forts. '20) Magazin für das neueste aus der Physik und Naturgeschichte herausgegeben vou L. teö St Gotha 1781 8. Forts. '21) Leipziger Maaazin zur Naturkunde, Mathematik und Oekonomi? herausgegeben von Funk, Lcske und Hüidenburg. >781. 8. Forts. Geht seit >786 als 28 II. Abschnitt. Allgem, Untersuchungen ein nunmehr getrenntes Werk unter den Tituln: Leipz. Mag. zur Naturk. und Oekouomie beraus- geaeben von ö.eske, und: Leipz Mag. der reinen und anaewandten Mathein. herausgegeben von Sernoull! und Hindcnbui'g, fort '22) Chemische Annalen für die Freunde der Naturlehre, Arznepgelahrtheit, HausiialtunaskiM und Mauu- facturen von Lorenz Lrcll itesSt. Hclmstädt- 1784.8 Forts- Auch kommen seit >786 Beyträge dazu heraus. »Z.Z) Zauriiz! cier pk^sik. von v. ?. ( 7. lies eilten LunSez crilcs ^Ickr. Ilgllc 1790. gr. 8. Forts. ^24) / Vnngle. Sc Llumie ou kccueil cic dtemnire« conccrnznc I» LUimie er Icz Sr», czui cn SepenSent sizr dtdt. OK kioirvi-»li. i./rvois:iri!, «odicZL, «rirr nol.i.xi, LK rounckov, >e Nzron äe nii^rir^iLU, NäS5L5!r»ki2 er 1°om. l. 1789. Forts. Zweyter Abschnitt. Einige allgemeine Untersuchungen über die Körper überhaupt. §. 19. Wir können uns keinen Körper vorstellen, ohne uns denselben als ausgedehnt zu gedenken. Die Aukdehktimg des Körpers Hut ihreGranzen, und der Körper in so fern eine gewisse Figur. Da wir ober keiiiesweges olles mos ausgedehnt ist, deswegen gleich für einen Körper würden geben lassen, so erhellet, daß Zu dem Wesen des Körpers ausser der Ansdehn ng noch etwas erfordert werde, da« >"i Mcuerie nennen und das den Körper undurchdringlich macht, oder verhindert, über die Körper überhaupt. 29 hindert, daß da, wo ein gewisser Kö per ist, nicht zu gleicher Zeit ein anderer Korper seyn kann. Gedenken wir uns von einem Körper das, wag ihn undurchdringlich macht, oder die Materie, weg, so behalten wir nur den Begriff von dem leeren Räume allein übrig, dem man doch die Ausdehnung nicht absprechen kann. (S" ist der geometrische Körper ausgedehnt/ ohne undurchdringlich zu seyn. /!..) §- 20. Stellen wir uns nun einen Raum als aller- warts mit Materie erfüllt, oder in jedem Puncte undurchdringlich vor, so haben wir einen Körper, den wir vollkommen dicht (absolute ssenlum) nennen. Eine geringere Dichtigkeit würde der Körper haben, wenn er mit vielen kleinen Lö- cherchen durchbohrt wäre oder Zwischenräume (pori) hatte; die entweder gleichsö-mig oder un>- gleichförmig durch den Körper venheilt seyn können, so daß der Körper in allen Theilen einerley, oder auch eine verschiedene Dichtigkeit hatte. §. 2l. Wenn indessen die Zwischenräume sehr klein sind und nicht leicht bemerkt werden, so scheint der Körper noch eben den Raum zu erfüllen, den er eingenommen haben würde, wenn er gar nicht mit Zwischenräumen durchbohrt wäre. Die Größe dieses Raumes nennt man den Inbegriff (volumen) des Körpers. Ilnter der Masse (inalls) zo II. Abschnitt. Allgem. Uutersuchuugen (msssa) des Körpers hingegen versteht man die Menge der Materie welche er enthalt; und diese Mchfe betragt also weniger bey einem Körper von geringerer Dichtigkeit oder bey einem lockerern Körper (corpus rsrius), als bey einem dichter» (clenstus), wenn beyde von einerlei) Inbegriff sind; so wie umgekehrt, wenn ein dichterer und ein lockerer Körper in der Masse übereinkommen, jener einen kleinem, dieser einen größern Raum einnehmen muß. §. 22. Wirklich laßt sich auch nur ein Körper Vergleichungsweise mit einem andern dicht nennen; einen ganz vollkommen dichten (§. 20) giebt es eigentlich gar nicht. Der dichteste von allen Körpern, die wir kennen, ist das Gold; (eigentlich die Platina S. unten §.179. K.) aber es enthalt noch eine betrachtliche Menge von Zwischenräumen, und um so viel mehr Zwischenräume müssen also die noch viel lockerern Körper enthalten, die man auch in ihnen auf mancherlei) Weise deutlich wahrnehmen kann. Ob man aber gleich mit völliger Gewißheit zeigen kann, daß die größern Zwischenräume der Körper eine oder die andere fremdartige Materie (materi- allen-, interlsbens) in sich fasset, so könnte man doch noch fragen, ob auch die allerseinsten Zwischenräume der Körper etwas materielles in sich fassen, oder ob es vielmehr einen wirklichen zerstreuten leeren Raum über die Körper überhaupt. z r Raum (vscuum chsteminatllm) gebe. Was man auch aus mecaphoj'ncheu Gründen demDa- seyn eines selchen Raumes entgegen setzen möchte, so ist doch nicht zu laugnen, daß es sich durch starke physische Gründe verteidigen lasse. H. 2Z. Man kann sich einen jeden Körper als aus kleinem unter einander verbundenen Körpern zusammengesetzt vorstellen, die man Theile von jenem nennt. Die Erfahrung lehrt uns auch wirklich, daß wir alle Körper, die nur nicht gar zu klein sind, wirklich i Theile zerlegen oder theileu können. Es ist kein Zweifel, daß irgend eine Kraft, die nicht so eingeschränkt wäre als die unsrige, auch solche Körper theilen könnte, die wir nicht wciier zu theilen vermögend sind. Ein jeder Körper ist also theilbar: aber geht diese Theilbarkeit ins Unendliche? Die Erfahrung kann uns hier weiter nichts lehren, als daß sie sehr meir geht; noch nicht, daß sie ohne Aushören fortgeht: überhaupt aber gehört die Beantwortung der Frage: Ob die Körper bis ins Unendliche theilbar sind, mehr vor den Richterstuhl der Metaphysik, als der Naturlehre. Beyspiele der sehr weit gehenden Theilung der Körper am Golde, an allerlei) Farben, an riechenden Dingen. (Auch an leuchtenden z. B. der Phospho- rusauflösung. L.) cr > Dikl, ils Skolplioro I0IUI0 «r Ii- gmäo. Irsncof. Vi^r. i6bZ. g. §. 24. Z2 II. Abschnitt. Allgem. Untersuchungen §. 24. Wenn man die Theile eines Körpers von einander trennen will, so empfindet man, daß dazu eine gewisse Gewalt erforderlich ist, und diese Theile müssen also mit einer Kraft zusammenhangen, die bei) einigen Körpern größer, bey andern geringer gefunden wird. Nachdem diese Kraft groß oder klein ist, nachdem heißt der Körper hart (corpu« clurum) oder weich (inolle). Vollkommen hart (absolute clurum) würde der Körper heißen, dessen Theile durch gar keine endliche Kraft von einander getrennt werden könnte; aber einen solchen Körper kennen wir freylich nicht: ein jeder Körper ist also eigentlich weich, und kann nur in Vergleichung mit andern hart genannt werden. §. 2s. Ueber die Starke des Zusammenhanges unter den Theilen der festen Körper hat Niemand schönere und nützlichere Versuche angestellt als Musschenbroek. Er hat bey einer großen Menge von Körpern untersucht, wie viel Kraft nöthig war, sie von einander zu reißen (cob-eremi- absolut-), und auch in andern Versuchen die Kraft zu bestimmen gesucht, wodurch sie zerbrochen werden (cobaereutis relfieclliua). Niemand wird wohl daran zweifeln, daß dergleichen Versuche äusserst nützlich sind. Ich gebe hier einen Auszug aus den Resultaten seiner Versuche. §. 26. über die Körper überhaupt. zz §. 26. Gegossene Paralielepipedo, wovon jede Seite O, 17 Zoll war, von deutschem Eisen rissen von >95° Pfunden, von feinem Silber i>;6 von schwedischem Kupfer 1054, von feinem Golde 578 von japanischem Kupfer 57z von englischem Zinne rgv bis ,88 von reinem Zinne aus England i,o von reinem Zinne von Bancas 104 von reinem Zinne aus Malacca 91 von Wißmutlie 8; bis 9» von goßlarischem Zink 76 bis 8z von Spießglnskömg zc> von englischem Wey 2; Durch das «schlagen bekommen die Metalle eine größere Stärke; aber auch durch zu vieles Schlagen wieder eine qeringe-e. Merkwürdige bicher gehörige Versuche finden sich in des Hrn. Grafen v, Sakingen Schrift über die Piatina. Manheim >782. 8. S. §- 27. Gold bekömmt durch zugesetztes Silber eine größere Starke ; die größte, wenn zwecn Theile Gold und ein Theil Silber vermischt werden; die Stärke dirses Gemisches verhält sich zur Stärke des seinen Goldes wie 57: 40. Kupfer giebt dem Golde ohngefahr eine noch einmahl >0 große Stärke als Silber; am stärksten wird das Gold, wenn zu sieben Theilen ein Theil Kupfer gesetzt wird. Silber wird durch zugesetztes Kupfer nur um ein geringeres starker gemacht. Durch einen C Theil 34 II. Abschnitt. Allgem. Untersuchungen Theil Zinn zu vier Theilen Silber, wird der Zusammenhang des Silbers vergrößert; mehr Zinn aber macht das Silber b> üchig. Durch zugesetzten Zink wird das S Iber ebenfalls sehr brüchig, noch mehr durch Wlßmuch, wie auch durch Bley» Der Zusammenhang des Kupfers wird durch das Zinn am meisten verstärkt, wenn zu fünf bis sechs Theilen Kupfer ein Theil Zinn gesetzt wird. Durch Wißmmh wird das Kupfer sehr brüchig, nicht ganz so sehr durch Zink; am stärksten wird das Gemisch aus vier Theilen Kupfer und drei) Theilen Zink. Kupfer und Eisen macht zusammen ein maßig brüchiges Gemisch. Reiner Mcjslug ist sehr stark, zumahl wenn er geschlagen worden. Dinch zugesetzten Wißmuch wird er sehr brüchig, nicht so sehr durch Zink. Der Zusammenhang des Zinnes wird durch zugesetztes Bley verstärkt, und zwar am meisten durch einen Theil Bley zu dreyen Theilen Zinn. Auch Wißmuch, Zink und Spießglaskönig machen das Zinn stärker; vom Wißmuth ist es am besten, einen Theil zu drey bis vier Theilen Zinn, vom Zinke einen Theil zu zehn Theilen, und vom Spießglaskönig einen Theil zu drey Theilen Zinn zu setzen. Gleiche Theile Zinn und SpicßglaS- könig geben ein sehr brüchiges Metall. Eisen wird durch zugesetztes Zinn und Wißmuth sehr spröde. Der über die Körper überhaupt. 3 5 Der Zusammenhang des Blcycs wird durch das Schlagen und Ziehen ungemein verstärkt, wie a,ch durch zugesetztes- Zinn, Zink, und Wchmuth. Ein wenig Spießglaskönig verstärkt ebenfalls das Bleu, viel davo > lhat gerade die entgegengesehte Wirkung: am besten sehr man zu acht Theilen Bley einen Theil Spießglaekönig. §. 28» Die Tücher werden durch das Walken fast noch einmahl so stark als sie vorher waren. Alle Faden und Stricke find um so viel starker, aus je feinern Fäden sie z>isammengchekt und je weniger sie gedrehct werden. Nasse Sn'icks sind schwacher als trockene, wie auch die gepickten schwacher als die ungepichken. Die dicksten holländischen Ankerchaue haben ein und zwanzig Zoll im Umfange und werden gemeiniglich aus aozo kleinern Schnüren zusam-- mengedrhet, wovon eine jede roo Pfund tragt. Ueber die Starke des Holzes har Büffolk eigene Versuchs angestellt. MIN, vzn kivsscnn>'iZkonn introduÄio i>a codeerenliam corpnrum krmo,»mz in seinen QNc>. dig de car^orum nziuralium co» ksercnii,, resp. c»r». I^nverxi!. I'ukinx, 175z., 4. ^xperiences iur >s korce du Izois, pgr Irl. on everori ; ill den de /'acad, ^ jcieiic 1740. pgA, 45z. L-cond memoire; cbendas. >741 vgß.262.. 'Deutsch im Hamb. Mg. V-Baud. S.z°6. C 2 §. AA. Z6 II. Abschnitt. Allgem. UnkcrsuchlMgcn §. 29. Wenn man sich um die Ursache des Zusammenhanges unter den Theilen der Körper bekümmert, so wird wohl Niemand, der die Sache mit einiger Aufmerksamkeit überlegt, auf einen Leim zwischen den kleinen körperlichen Theilchen, oder auf Häkchen an denselben, die in einander fassen, rakhen. Eben so wenig kann man annehmen, daß die Theilchcn durch den Druck einer ans sie wirkenden äußern Materie an einander gehalten werden; denn man könnte dann immer wieder fragen, wodurch deren Theile an einander erhalten würden? und es ist auch in der That nicht begreiflich, wie dadurch der Zusammenhang in den Körpern, so wie wir ihn beobachten, hervorgebracht werden könne. sxk»ovr.i.l Sillcttzno Sc g>zu!lzle setkeri«z i» seilten tZx, /. P-Z. 45. §. zo. Man muß cS also für wahrscheinlich halten, daß die kleinen körperlichen Theilchen selbst eine wirklich innere Kraft besitzen um er einander zusammenzuhängen, die folglich auch den auö ihnen zusammengesetzten größern Theilen, und den Körpern selbst zukommen muß. Die Stärke des Zusammenhanges wird also bey einem Körper davon abhangen, daß er nicht allein viel Masse enthält, sondern daß auch die Theilchen so gebildet und gestellt sind, daß sie sich unter einander in vielen Puncten berühren. (Eigentlich wissen wir von übcr die Körper überhaupt. z? von der Ursache des Zusammenhangs der Körper mit Gewißheil gar nichts, L.) H. zr. Vermöge eben dieser Kraft hangen auch ein Paar Körper zusammen, die man so nahe an einander gebracht hat, daß sie sich genau genug berühren; und zwar immer um desto starker, in je mehr Puncten sie sich berühren. So pstegen wir auch wirklich nur YieBerührungspunete zwischen zweencn Körpern zu vermehren, die wir mit einander verbinden wollen« Gegenseitig kann man das Zusammenhangen zwcener Körper, die sich genau berühren, dadurch verhindern oder schwachen, daß man einen andern zwischen sie bringt, der sie von einander entfernt halt und beide nur in wenigen Puncten berührt, Beyspiele geben metallene Platten, die mit Wasser, »der auch Glas- Metall- und Marmorplatten, die unter einander zusammen hangen, wenn sie sich genau berühre»; das Zusammenleimen, Kütten, Verzinnen, Lötben, Zusammenschweissen, (das Belegen der Spiegel , k.) und tausend andere des. kannte Verfahren. !o, ULM, vn.Ulil.Ukr iliss. äe Ciwlli» cyniunMoni, corporis l.ips. >7^6, 4. 'Versuche übcr die Kraft, mit welcher die festen und Küssiae» Körper zusamm.enbanaen :c. (in F. C. Pchardv chymisch-phys. Schrift, i U). S.554)- §- Z2, Körper, hie dann, wann man sie in sine andere Gestalt gedrückt oder gebogen hat, als sie vorher besaßen, für sich selbst ihre vorige Ge- . C Z stalt Z8 II. Abschnitt. Mgem. Untersuchungen stalt wiederum annehmen, sobald das a shört auf sie zu wirken, was vorher chre-Gesial änderte, nenm man elastisch, oder, wenn es feste Massen sind, federbart (cvlpora elaküc»), auch heißt die^e Eiaenlchaft derselben ihre Schnellkraft, Federkraft. Alle uns bekannte Korper sind es i einem gewissen, zwar öfters nur gerb gen Grade; aber man nennt diejenigen Körper insbesondere elastisib, bey denen sich dicß Vermögen besonders bemeiken läßt. §- ZZ- Die Ursache dieser Elasticität der Körper liegt vielleicht nur darin, daß bey den Theilchen der elastischen Körper jene Kraft, wodurch sie unter einander zusammen hangen (§. zo.) in gewissen sagen der genauern Berührung wegen stärker ist, als in ande , sagen, da bey den nicht elastischen Körpern die Theilchen sich in allen sagen vielleicht auf einerlei) Weise berühren. Wenn man hingegen die Ursache der Elasticität der Körper in einem in den Zwischenräumen der Körper eingeschlossenen elastischen Ascher sucht, so nimmt man schon im voraus Elasticität an, um Elasticität zu erklaren. §- Z4- Uebrigens lehrt die Erfahrung, daß elastische Körper dadurch von ihrer Elasticität mehr oder weniger verlieren, daß man ße eine längere Zeit gespannt oder zusammengedruckt erhalt. Inglei- über die Körper überhaupt. Z9 Ungleichem, daß manche Körper dadurch eine zuerst merkliche Elasticität erhalien, oder wenn sie schon vorher elastisch waren, es dann in einem ungleich höhern Grade werde» , wenn mau ihre Theile naher an einander treibt; welches olles sich mit der vorher angegebenen Ursache der Elasticicät (§. zz) wohl vereinigen läßt. §. Zs. Wann man an einem Körper einige Theile von einander trennt und sich alsdann noch andere Theile zugleich mit trennen, aus die man nicht unmittelbar wirkte, so heißt der Kö>per sppöde. Die Sprödigkeit scheint allemahl einen betrachtlichen Grad von Elasticikät, und dabey vielleicht einen ungleichen Zusammenhang in den Theil- chen zu erfordern, aus welchen der Körper gebauet ist. Bey einigen, vielleicht auch wohl bei) allen spröden Körpern scheinen auch dieTheilchen überdem durch ihren Zusammenhang unter einander wirklich gespannt oder zusammengedrückt zu ftyn und die Körper dadurch spröde zu werden. §. z6. Verschiedene Körper lassen sich nach gewissen Richtungen leicht theilen oder spalten, nach andern aber nicht; z. E. Holz, und einige Steine. Sie bestehen aus Blattern oder Fasern, die unter sich nicht so stark verbunden sind, als die Theilchsn, woraus diese Blätter oder Fasern selbst zusammengesetzt sind; auch ist der Znscun- C 4 menhang 40 II. Abschnitt. Allgem. Untersuchungen menhang dieser Blatter oder Fasern unter einan« der nicht so stark, als daß er nicht durch ihre Elastlcität sollte überwunden werden können. Wenn nun eine äussere Kraft die Blätter an einem Ende aus einander treibt, so werden sie dadurch gebogen, und so reißen sie vermöge ihrer Elasticitat immer weiter aus einander. §- Z7. Zähe (äuMis) heissen die Körper, bey denen man den Theilen alleiley sagen gegen einander geben kann, ohne daß sie ihren Zusammenhang unter einander verlieren; nasser Thon ist ein Benspiel davon. Die Thcilchen dieser Körper müssen immer gleich stark unter einander zusammen hangen, man mag sie auch in eine sage bringen, in welche man nur will. §> Z8. Flüssig (stuiäz) heissen die allerweichesten Körner, deren Theile mit der allergeringsten Kraft unter einander zus mmen hingen. Der sehr geringe Grad des Zusammenhanges zwischen ihren Theilen kann aber noch unterschiedene Stufen zulassen, und also der eine Körper flüssiger als verändere seyn; nur fallt es schwer, diese Krade der Flüssigkeit zu messen. Ja selbst einerlei) Körper kann, zumahl bey unterschiedener Warme oder Kälte, der er ausgesetzt ist, unterschiedene Grade der Flüssigkeit annehmen: und flüssige Körper werden sogar zu festen, wenn ihre Theile in über die Körper überhaupt. 41 ln eine nähere Berührung unter einander gesetzt werden; und feste zu flüssigen, wenn man ihre Theile von einander entfernt. »ov. L0VI.L t?ui-j>r-ii» ck krmirzri, kikori», in rrnkinun. I.on^. 1661. 4. /. x-iz. -?o. 8»r Ic rapporr cie« lNkercn, cle^rci «i- tiuiliire cies Ii^ujcieS in der e!»eS absoluten OrteS -absolute Ruhe (guies i>bst>Ints) M>d die Veränderung desselben absolute Bewegung (mmus sblolmus). H. 41. Wenn alle Körper, die wir übersehen können, sich zugleich in einerlei) absoluten Bewegung befanden, so würden wir nicht wahrnehmen, daß überhaupt eine Bewegung S'att finde. Wir bestimmen nahmlich den Ort eines Körpers nur durch andre Körper um ihm herum; wir kennen nur seine Lage oder seinen relativen Ort (stms, motus relanuvs): auch erkennen wir nur ben einem Körper seine relative Ruhe (guics ro- Istlus), oder seine relative Bewegung (motu« relsriuus) das heißt Beybehalttmg oder Veränderung seiner sage gegen andere Körper. §. 42. Deswegen ist überhaupt unser Urtheil über vorhandene Ruhe oder vorgegangene Bewegung einer Von der Bewegung. 4Z einer leicht i» die Augen fallenden Ungewißheit unterworfen. Wenn sich d»e Lage der Kö pe^ geändert, so schließe wi> zwar jede mahl mi Sicherheit, daß eine Bewegung ver sich gegangen leyn müsse: aber welchen Koroer wirkliche, und welchen nur scheinbare Bewegung be » offen habe, das erheller nich immer! geradezu. Hieher qehört auch die Eintheilung de»Bewegung in eigene (mo- tus xroxrius) und gemeinschaflilche (communis). §- 4?« Wann sich ein Körper bewegt, so muß er nach und nach an verschiedenen gleichsam an einander granzenden Orten seyn; er muß eine süsse dabey beschreiben; denn wann bey dem eiafache- sten Falle alle Puncte an dem Körper sich durchaus auf einerlei» Weife bewegen, so braucht man nur die Bewegung eines einzigen dieser P^ere zu betrachten, und dann ist es also erlaub^, sich den Körper nur als ei en Punct vorzustellen. Diese Linie, welche der Körper solchergestalt durchlauft, heißt sein Weg, auch wohl der Raum seiner Bewegung. Ist dieser Weg eine gerade Linie, so nennt man ihn auch die Richtung (ciirecstio), und ein Körper, der sich nach einer brummen Li ie bewegt, kann angesehen werden, als ob er seine Richtung alle Äugenblicke veränderte. H- 44- Ein Körper der sich bewegt, muß in einem Augenblicke auf diesem Punecc seines Weges, in 44 UI. Abschnitt.' in einem andern Augenblicks auf einem andern Punccc seyn. An zwcenen Orten kann er unmöglich zugleich seon, folglich muß zu jeder Bewc. gung eine gemiste Zeit gehören. Die Verglei- chung der Aich und des Raumes giebt den Begriff von Geschwindigkeit (ceteriti>5) desKörprs. §. 4s> Durchlauft ein Körper immer in gleichen Zeiten gleiche Räume, so ist feine Geschwindigkeit immer gleich, und die Bewegung heißt gleichförmig (mc>M5 geguobiÜ!, vnitormiü), Durch- la ft er immer in der folgenden Zeit einen grössern Raum als in der vorhergehenden eben so großen Zeit, so wächst seine Geschwindigkeit, oder seine Bewegung w rd beschleunigt (motu« sacelelstus); durchläuft er aber in auseinander folgenden gleich großen Zeiten immer einen klei- » nern Raum, so nimmt seine Geschwindigkeit ab lind seine Bewegung wird vermindert (motu-! retArclittus). Beide lehlere Arcen von Bewegung heiäen auch zusammen genommen veränderte Bewegungen (motu? varigti), und auch bsy ihnen kann die Ve>änderung in der Bewegung gleichförmig oder ungleichförmig seyn. §. 46. Bewegen sich zween Körper ^und?>, gleichförmig und gleich lange Zeit, /c durchläuft aber einen drei,mahl größern Raum als st, so wird man die Bewegung von dreymahl geschwinder nennen Von der Bewegung. 45 nennen als die Bewegung von ?>: überhaupt werden sich bey einem Paar Körper die Geschwindigkeiten wie die Räume verhalten, die in gleichen Zeilen zurückgelegt werden. §- 47- Sollten diese beiden Körper und K einen gleich großen Raum zurücklegen, so würde Ii dreymahl mehr Zeit dazu gebrauchen als und A würde dann wieder dremnahl geschwinder Heinsen , als k. So verhalten sich also die Geschwindigkeiten verkehrt wie die Zeiten, in de» nen einerlei) Räume zurückgelegt werben. §. 48. Der Körper v lege in der Zeit l' den Raum 8; und der Körper L in der Zeit t den Raum 5 zurück; man fragt wie sich ihre Geschwindigkeiten L: c, gegen einander verhalten. Man- seßs zu dem Ende einen dritten Körper ?, der sich mit der Geschwindigkeit ^ in der Zeit c durch den Raum 8 bewegt; so wird sich ? und v durch einerley Raum bewegen; folglich ist (§. 47) L : ^ t: l' Weil aber bey ? und L die Zeiten gleich stnd, so wird auch (§. 46) c^8: » und daher (Kästn. Arithm. V Cap. §. 50) L? c^Lt; sD und 46 III. Abschnitt. ,md die beiden letztem Glieder dieser Proportion durch R r dividirt das heißt: die Geschwindigkeiten zweener Körper verhalten sich überham! wie die Räume ihrer Bewegungen durch die Zeiten dividirt. §- 49. Hieraus fließen auch folgende beide Proportionen : 8: 5 m LR:ct: und oder die Räume verhalten sich wie die Products der Geschwindigkeiten und der Zeiten; und die Zelten verhalten sich wie die Räume durch die Geschwindigkeiten dividirt. Wie man die Ausdrücke: — : 8 cm LR nud i' ' ^ s . . I — —, oder die Geschwindigkeit fty dem Räume durch die Zeit dividirt; der Raum der Geschwindigkeit durch die Zeit multiplieirt, und die Zeit dem Räume durch die Geschwindigkeit dividirt, gleich, zu versteheil habe, sehe man in Herrn Hofr Nastnevs doberev Mechanik S. 6; nach welcher auch das Vorhergehende (§§.46-4?) vorgetragen worden. §. 50. Von der Bewegung. 47 §. 50. Wenn ein Paar Körper einander an Masse gleich sind, und sich beide mit gleicher Geschwindigkeit bewegen, so muß man ohne Zweifel beider Bewegungen gleich groß nennen. Bewegte sich der ei. e dieser beiden Körper mit einer noch einmahl so großen Geschwindigkeit als der andere, so wird man dem erster« ohne Bedenken eine noch einmahl so große Bewegung benlegsn als dem letztern , u. s. m. Die Größen der Bewegungen verhalten sich also bey gleichen . Massen wie die Geschwindigkeiten. §. 51. Wenn eine doppelt so große Masse eben die Geschwindigkeit haben soll, mir welcher sich die einfache Masse bewegt, so müssen unstreitig noch einmahl so viel Theile bewegt werden als vorher, und die Bewegung muß also hier woh! gleichfalls noch einmahl so groß genannt werden. Bkv gleichen Geschwindigkeiten verhalten sich folglich dse Großen der Bewegungen wie die Massen. §. 52» Bey ungleichen Masten und Geschwindigkeiten, ist daher die Verhältnis; der Größen der Bewegung , aus der Verhältnis; der Massen und der Geschwindigkeit zusammengesetzt, und noch den Regeln der Rechenkunst (wie §. 45) verhalten sich folglich überhaupt dir Größen der Bewe- 48 III. Abschickt. Bewegungen wie die Producte der Massen in die Geschwindigkeiten. Nach dieser Regel wird man also leicht die Größe der Bewegung bey einem jeden Körper schätzen und mit andern vergleichen können, wenn man nur die Massen und die Geschwindigkeiten der Körper kennt: ja selbst die Kräfte welche die Bewegungen hervorbringen oder vernichten, kann man darnach vergleichen, weil sie ihren Wirkungen ohne Zweifel proporcionirt seyn müssen. §. sZ» Und wo eine Bewegung entstehen oder wieder aufhören soll, da muß freylich eine Ursache dazu, eine Kraft, vorhanden, und derjenigen Wirkung angemessen seyn, die dadurch hervorgebracht werden soll. Denn überhaupt bleibt ja ein jeder Körper so lange in dem Zustande, in welchem er sich einmahl befindet, bis etwas diesen Zustand abändert. Ein Körper, der sich einmahl bewegt, bewegt sich immerfort mir einerlei) Geschwindigkeit und nach einerley Richrung fort; ein Körper, der einmahl ruher, ruhet immerfort, bis etwas anderes jenen zur Ruhe, diesen zur Bewegung bringt. Dieß muß ein ewig wahres Gesetz der Bewegung seyn, welchem auch die Erfahrung nicht widerspricht, daß sie vielmehr auf das vollkommenste mit ihm übereinstimmt. §. 54. Eins jede Kraft wird zu der Bewegung, die sie hervorbringt, angewandt; das heißt außer dieser Von der Bewegung. 49 dieser Bewegung kann sie nicht zugleich eine andere herverbringen. Weil also solchergestalt ein jeder Körper in demjemaen, was ihn in Bewegung sehen will, eine Veränderung verursacht, die nähmlich, daß er ihm gleichsam Kraft entziehet, so kann man unstreitig sagen, ein ruhender Körper wirke auf das, was ihn in Bewegung sehen will, zurück, und die>e Wirkung nennt man die Gegenwirkung (rescftio) des Körpers. Wer daran zweifeln kann, daß diese Gegenwirkung allemahl der Wirkung, wodurch sie veranlaßt wurde, gleich ist, der muß sich nothwendig einen höchst unrichtigen Begriff von ihr machen. §» 5 5- Eben so wirkt auch ein Körper, der in Bewegung ist, ans dasjenige zurück, was ihn in Ruhe setzen will; und es hat also das Ansehen, als ob in dem Körper etwas steckte, das ihn beständig in seinem gegenwärtigen Zustande zu erhalten sucht: als ob sich der Körper vermöge dieses Etwas der Ruhe widersetzte, zu der Zeit, da er in Bewegung ist; und der Bewegung, wann er in Ruhe ist. Man hat dieß als eine dem Körper eigenchümlichs Kraft angesehen, und Trägheit, auch wohl selbstKraft der Trägheit (merkia, vis inertige, (NcwüvNS materiss vis ining. A.) genannt. Aber braucht denn ein Ding eigene Kraft, um das zu bleiben, was es einmah! ist? Läßt sich wohl eine Kraft geden- D km, !ll. Abschnitt. ken, die niemahls von sich selbst wirkt, sondern nur widersteht? die gar keine Größe für sich hat, sondern nur groß oder klcin ist, nachdem das ist, dun sie sich widersetzt? H. 56. Eigentlich heißt der Satz: ein jeder Körper besitzt Trägheit; nichts anders, als : wenn er ruhet und sich bewegen soll, so muß etwas ftyn das ihn in Bewegung setzt; und wenn er sich bewegt und zur Ruhe gelangen soll, so muß die Ruhe durch etwas hervorgebracht werden. Und der Satz: die Trägheiten der Körper verhalten sich wie ihre Massen; heißt so viel als: es wird eine doppelte, drcysache, vierfache Kraft u. s. w. erfordert, einem Körper von doppelter, dreyfa- chcr, vierfacher Masse u. s. w. eine gewisse Geschwindigkeit zu geben, als einem Körper von einfacher Masse eben die Geschwindigkeit beyzu- bringen, nöthig ist. So ist also die Trägheit in der Thak nichts anders, als der Saß des zureichenden Grundes auf die Veränderungen des Zu- standeS der Körper angewandt: Wenn Körper zur Bewegung »nd zur Ruhe fähig seyn sollen, so müssen sie träge seyn. cineise. »vcz. li^vse» progrsminüra ll sc rezÄioae. I.ix5. 1740. 1741 -i. ^ Lome rimsrks c>n ilie lüVVü morion snä rke incrris niziicr, svnu in bell iLdilldurgcr r'oi /. x. 70. 6M, c.o^rn. -ie incrlia coexoeum; ilt seinen s»srüe,/:al. er ?/. X. z,»». 7/. §. 5?. Von der Bewegung. 51 §. 57° Hieraus erhellet auch, daß man die Trag, heit nicht für einerlei) mit der Undurchdringlich- keit halten müsse, wie Euler zu thnn scheint (u): ohne Uudurchdiing ichkeit würde ei Körper zwar freylich keine Trägheit haben können, aber er könnte doch ohne Trägheit undurchdringlich seyn. Noch weniger darf man die Trägheit nach dem P, Gordon (b) mit der Schwere für eincriey halten, so wie auch KratzensteMb (c) Erklärung derselben darauf hinauszulaufen scheint. (k )r. Franklin (tem. .äc rscad» rc>7. -Iii sc. de pruste. i^Zd. 41g. s ) pkvstczc experim. c!em. cht. p. 4^. (c) cnuisr. Loi rii. smoliio vis inern-e er VIS rcpuistue, icls>. r.uio. c-ovri. seoirc»!. istsnn. >7?n. 8' (st'i O11 rste vtt ?«evt-ee os msNU. In » letier r« Islr. vzx- ter, vvrirr-n r>7 ; in dessen sw liucsi, mst'cestzncou, sust pkilosaplricul xicces crc. Unndnu >7?y. 4. p-4?9- Siehe ferner AästuersAnfailgsgriuide der höhern Kttcha- iiik, iwevte, sehr verbesserte und vermehrte Auflage. Güttingen >7SZ. S. i-Abschnitt. tz.21. Ui-Abschlt. §. 12; und §. 129. L.) §. s3-^ Wenn indessen die Trägheit den Korpern manchmahl selbst eine gewisse Bewegung gäbe, wie einige Naturforscher behaupten und es mit Versuchen beweisen wollen, so müßte doch aber wohl der bcygebrachte Begriff davon (§. 56) falsch seyn. So mannichfaltig diese Versuche scheinen könnten, so sehr sind sie doch im Grunde einrrley; und daß sie das keineSweges beweisen, was sie beweisen sollen, das wird in den Vorlesungen selbst umständlicher gezeigt werden. §. 59- Wenn ein Körper von zween einander gerade entgegengesetzten und gleichen Kraft n gotrieb-n wird, so muß er ruhen; denn beide Kräfte wirken einander gleich stark entgegen und heben sich völlig auf, oder sie sichen im Gleichgewichte. Ist die eine von diesen beiden einander entgegen- gesetz. Von der Bewegung. 5Z gesetzten Kräften größer als die andere, so geht von der größern soviel verlohrcn, als cie kleinere beträgt, und es wirkt nun nur so viel Kraft auf den Körper, als übrigbleibt, wenn die gerin» gere Kraft von der größern abgezogen wird; und dieser Ueberrest von Kraft bewegt den Körper nach der Richtung, welche die größere anfänglich hatte. 6t), Wenn aber beide Kräfte nicht einander ge? rade entgegengesetzt sind, sondern wenn ihre Richtungen einen Winkel einschließen, so finden wir den Weg durch welchen der Körper wirklich von beiden Kräften zugleich getrieben wird, auf folgende Weise, Die Linien tri! und , i Fig>, sollen diese Heiden Kräfte vorstellen, das heißt, die eine Kraft wirke nach der Richtung /LI!, die andere nach der Richtung tLO auf den Körper, der sich in tL befindet; und die Geschwindigkeit, welche die erstere dieser beiden Kräfte allein dein Körper geben würde, verhalte sich zu der Geschwindigkeit, welche die zwepte Kraft allein hervorbringt, wie sich die Linie tLI! zur Linie cLL verhält. Die Kraft würde den Körper in dem ersten Augenblicke von tL nach b, die Kraft Ali! abev in eben dem Zeiträume nach o treiben, wenn jede Kraft allein wnkte, Man nehme daher an, die Kraft tLL wirke erst, wenn der Körper aus A wirklich nach bgslangt ist, und wenn cä ^b, bei aber ^ LLc ist, so wird sich dann der D z Kör- 54 UI. Abschnitt» Körper in cl befinden. ^ bäc wäre dann ein Parallelogramm, und ^ci eine Diagonale dieses Parallelogramms, müßte wohl der Weg seyn, auf welchem sich ^er Körper wirklich fortbewegte, wenn beide Kräfte zugleich aus ihn wirkten« Wenn man immer auf gleiche Weise sortschließt, so findet man für den ganzen Weg des Körpers die Linierst, oder die Diagonale des Parallelo- grammeS, von welchem zwo Seiten .Xll und /XL, vnd der Winkel, den diese bei en Seiten einschlichen, gegeben sind. Die beiden Kräfte ^!! und nenne man hier die ätlßern Kräfte, aber sieht man als eine einzige aus vorigen beiden entstandene mittlere Kraft an, und nennt die Bewegung zufimzmettgesttzt (wams com- jiolitU!,). Bestätigung durch Versuche. §. 6r. Wenn der Winkel LtXL ein spitziger Winke! »st so wird die Diagonale um so viel größer, nie- mahls aber so groß als die zwo Seiten des Parallelogramms zusammengenommen, welche die äußern Kräfte vorstellen: ist der Winkel hingegen stumpf, so wird ^l) immer kürzer. Ist also der Winkel, den die beiden äußern Kräfte einschließen, spitzig, so wird der Körper dadurch weiter getrieben; ist der Winkel stumpf, so ist auch der Weg des Körpers kürzer. §. 62.' Von der Bewegung. 5? §. 62. Wenn ein Körper von dreyen Kräften nach verschiedenen Richtungen getrieben wird, z. E. ein Körper in H, 2 Fig. von den Kräften HI', HeL und HZ), so würden die Kräfte HI- und HL allein ihn nach Iii treiben, und es ist also die Wirkung die nähmlichs, als wenn ihn Eine Kraft allein, HL, nach L zu triebe: nun sucht man wieder, wie die Kräfte HL und HI) den Körper bewegen werden, und so findet man HL für den Weg, worauf der Körper von allen dreycn Kräften zugleich getrieben wird. Auf eben die Weise bestimmt man die Richtung und die Geschwindigkeit der Bewegung, wenn noch mehrere Kräfte auf den Körper wirken. §. 6z. Ein Körper, der einmahl in Bewegung geseht worden ist, bewegt sich nach einer ihm einmahl gegebnen Richtung beständig fort (H. 5z). Sehen wir also, daß ein Körper bey seiner Bewegung eine krumme Linie beschreibt, oder seine Richtung alle Augenblicke ändert s§. 45.), so muß dieses von einer in jedem Augenblick auss Neue auf ihn wirkenden Kraft herrühren. Folglich werden zu einer jeden krummlimchten Bewegung wenigstens zwo zugleich auf den Körper wirkende Kräfte erfordert; und eine jede krnmmlinichte Bewegung ist also eine zusammengefehte Bewegung. D 4 §. 64- 5 6 IN. Abschnitt. §. 64. Ein Körper befinde sich in z Fig. und werde von einer Kraft nach b, von einer andern nach L get leben, so wird er den Weg iVl) durchlaufen (§ üo). Wenn er nach O gelanget ist, so würde er, wenn die Kraft nachließe, die ihn nacb L treibt, in eben der Zeit den Raum OL, durchlauft», in welcher er sich durch den Raum /rO bewegte; aber wenn zu gleicher Zeit auch die Kraft OL auf lhn wirbt, so wird er m eben der Zeit von O nach L gelangen in weicher er vorher /^O durchlief. Wenn die Räume ^O, Ol' unendlich klein sind, so wird /rOL eine krumme Linie seyn, weiche der Körper durchlauft. Zwo Kräfte sehen ihn in diese Bewegung (§. 6z.), wovon ihn die eine, die Ccntri- petalkrast (vis esunivsm), immer nach einerlei) Punctc Lft dem Mltteipuncte der Kräfte (cen- trum virium) hintreibt, die andere aber, die Ceuttifugaliftast oder die Schwungkraft (vis cemriftiga) ihn beständig davon abtreibt. Beide Kräfte zusammengenommen heißen die Central- krafte (vires cemrches). §- 6f. Die Dreyecke /vOL und OLL sich einander gleich (Kästn, Geoni. i4Sah zZusah); ebenso auch die Drenecke l)LL und LOL: folglich sind auch die Dreye ^OL und LOL einander gleich. Wenn also ein Körper durch die Kräfte /rli und ^L Von der Bewegung. 57 AL; und OK und OL getrieben, die Räume ^O und Ob in gleichen Zeiten durchläuft, so müssen auch die Flächen läOL und LOL einander gleich seyn. Und dich auf die Bewegung durch eine krumme Linie angewandt: Wenn ein Korper, 4 Fig. die Stücke KO und LO durch Csn- tralkräft getrieben in gleichen Zeiten darchlaufen soll, so müssen die Dreyecke t^kL, KOL, OLL gleich seyn. Liegt aber O weiter von L als k davon liegt, und L wieder wecker als O, so muß der Raum KD kleiner seyn^ als /rk, und OL wieder kleiner als KO; das heißt, der Körper muß alsdann in gleichen Zeiten immer kleinere Räume durchlaufen und sich folglich immer langsamer bewegen, je weiter er sich von L, dem Mittelpunete der Kräfte entfernt. 66» Wenn aber der Körper durch den Umfang eines Kreises durch Centralkraste bewegt würde, z Fig., und die Centripetalkrast ihn nach dem Mittelpunete dieses Kreises zuzöge, so würde er sich auf eben die Weife beständig mit gleicher Geschwindigkeit bewegen, weil die Flächen täkL, KOL, OLL, gleichgesetzt, auch die Bogen KO, OL gleich seyn müssen, die der Körper in gleichen Zeiten zurücklegt. Vier- IV. Abschnitt. Vierter Abschnitt. Statik und Mechanik. Ueber die Schwere überhaupt» §. 67. Ein jeder Körper, den ich in der Hand hatte, drückt mehr oder weniger meine Hand nach dem Boden zu. Höre ich auf ihn zu halten, so bewegt er sich nach unten zu oder er sälit, wenn ihn sonst nichts hindert als seine Richtung abändert, in einer geraden Linie, ohne daß er durch eine in die Augen fallende Llrsache in diese Bewegung gesetzt würde; einen Faden, an dem er hangt dehnt er in eine gerade Linie aus; reißt der Faden so fällt der Körper nach der verlängerten Richtung desselben. Mehrere Körper an mehreren Fäden dchnen diese Fäden ollemah! so aus, daß sie parallel unter einander sind: mehrere Körper fallen in parallelen Linien. Dieß alles heißt: die Körper sind schwer» §. 68- Die Richtung nach welcher ein schwererKör- per fällt, heißt eine lothrechtc, dleyrechte oder vertikale Lstnie (iinea vsrticslis); eine Ebene, woraus sie senkrecht steht , eine Horizontaledcne Statik und Mechanik» s? splsuum bori?onta!e), eine jede Linie darin eine Honzontailinie (ünos Iiorl2ourst!s). Die Ebene der Erde, oder die Fläche eines stillstehenden Wassers ist der Erfahrung zufolge eine solche Horizontalebenetz. 6?. Die Schwere der Körper (grämte) scheint also in einem Bestreben derselben zu bestehen, sich senkrecht gegen die Ebne der Erde zu bewegen, Wenn die Erde etwa» eine Kugel seyn sollte, so wurde die Schwere die Körper nach dem Mittelpuncte derselben zutreiben; also keine Gefahr vorhanden seyn, daß etwas von der kugelförmigen Erde herabfiele. Aber groß müßte diese Kugel alsdann fteylich wohl seyn, weil nns sonst mehrere lothrechte Linien nicht unter einander parallel erscheinen könnten. §. 7o. Wie uns die Erfahrung lehrt, drücken nicht alle Körper gleich stark auf unsre Hand, wenn wir auch davon gleich große Stücken halten. Die Größe des Bestrebens zu fallen, das ein Körper äußert, heißt sein Gewicht (pcmäuH, folglich haben nicht alle Körper, wenn sie auch gleich groß find , gleiche Gewichte, oder sie sind nicht gleich schwer. (Nötbiae Enmieruiigeii bei) diesem Ausdruck des gemeine» Lebens. L.Z, §. ?r. 6c> IV. Abschnitt- H. ?l. Weil alle Materie, die wir kennen, schwer ist ''), so sind wir berechtiget, anzunehmen, die Korper, welche mehr Gewicht haben oder schwerer sind, haben mehr Materie oder ftyen dichtere Körper (§.21); die, welche weniger Gewicht haben oder leichter sind, haben weniger Materie, oder senen lockerere Körper (§, 21.). Dichtere Körper nennen wir darum auch Körper von schwererer Art, schwerarugere Körper (aorporu ipecikics Kl -snioi s): lockerere, Körper von leichterer Art, lejchtcmiqere Körper (igeoikioo iowar?), ') Eigentlich missen wir bloS, daß alle Materie rrag, ist. »her Materie odne Tranken ist uns nicht denkbar. Hingegen laßt sich Materie ohne Schwere gedenken, und od nun gar diejenige, die wir kennen durchaus gleich schwer sey, wie der Verfasser zwar nicht sagt, aber offenbar annimmt, ist weder streng enycisiich noch selbst wavr- scheinlich, L,-) §. 72. Unstreitig muß man gleich große Stücken von den Körpern unter einander vergleichen, wenn man ausmachen will, welcher schwerer und welcher leichterer Art ist. So bekömmt man einen Begriff von dem eio.enthümilchen Gewichte der Körper spcmciux specis-Lum), oder wie man es auch wohl, obgleich nicht so schicklich, nennt, von der eigenlhünstichm Schwere derselben (gra- vitux speciliLz). Die Größe des Druckes, bell ein Körper wegen seiner Schwere äußert, an und Statik und Mechanik. 6r und für sich selbst betrachtet, heißt hingegen sein absolutes Gewicht (poncluz i>bss)lmum). §- 7Z. ^ Dies; absolute Gewicht eines Korpers hängt von der Menge seiner Mäste oder Materie ab, und kann also nicht vermehrt oder vermindert werden, ohne das; neue Masse zu ihm hinzugesetzt, oder von ihm weggenommen wird. Aber das eigenchümliche Gewicht kann vergrößert werden, wenn die nahmliche Masse in einen kleinern Raum gebracht wird; es kann umgekehrt auch vermindert werden, wenn die Masse in einen größern Raum ausgedehnt wird. Hieraus wird auch begreiflich, wie ein Körper im Ganze» ein geringeres eiaeuthümliches Gewicht haben könne, als einzelne Theile von ihm haben. Vom Hebel und dem Raderwerk. H. 74- AK 6 Fig. sey eine gerade für sich nicht schwere »mbiegsame Linie, die in dem Puncts di horizontal anstiegt. In A und k hangen Gewichte an Faden, oder weiches einerley ist, . Aber wenn man nun diesen einarmichken Hebel jenseits der Unterlage um das Stück L?, 8 Fig. verlängerte, das dem Stück Lk gleich wäre, so würden unstreitig zwey Pfund an b gehenkt eben so stark unterwärts nach der Richtung b(Z ziehen, als zwey Pfund in k. die nach der Richtung LL zögen. Aber zwey Pfund die nach der Richtung M ziehen, stehen mit einem Pfunde im Gleichgewichte, das noch einmahl so weit vom Nuhepuncte, in H ziehet (§. 79.): also halten auch zwey Pfund und ein Pfund am doppelarmichten Hebel einander das Gleichgewicht, wenn das eine Pfund zweymahl weiter vom Nuhepuncte entfernt ist, als die zwey Pfund am andern Arme« 8r» So kann man nun weiter schließen. daß an beiden Arten des Hebels das dreyfache Gewicht dem einfachen das Gleichgewicht halt, wenn das einfache dreymahl weiter vom R^hcpunete entfernt ist als das dreyfache; das vierfache dem einfachen, wenn das einfache viermahi weiter vom Nuhepuncte entfernt ist als das vierfacke, u. f. w. Oder überhaupt erfvigt ein Gleichgewicht am Hedci, wenn sich die Gewichte oder die Statik und Mechanik. 6s die Kräfte verkehrt verhalten wie ihre Entfernung vom Ruhepuncie. (Eigentlich ist von diesem allgemeinen Satze durch das vorhergehende nur der besondere Fall erwiesen, da eines der Gewichte ein vielfaches des andern ist. Die Wahrheit desselben läßt sich aber für jeden besonder» Fall, da die Gewichte jene Verhältnis nicht haben, leicht ans dem gesagten herleiten und so der allgemeine Beweis finden, denRä.stncv (An- fangogrünve der Stank h. zg, z?.) giedt. ü,) Durch die gehörige Verlängerung des einen Armes am Hebel läßt sich also ein sehr kleines Gewicht mit einer großen Last nicht nur ins Gleichgewicht bringen , sondern läßt sich sogar durch ein zu ersterm noch hinzukommendes geringes wirklich bewegen. 82. Wenn sich die Gewichte verkehrt verhalten wie ihre Entfernungen vom Ruhepuncte, so muß auch das Gewicht in seine Entfernung multipli- cirt auf der einen Seite so viel betragen als auf der andern; und wenn dieses Product, welches man das Moment nennt, auf beiden Seiten gleich ist, so erfolgt also ein Gleichgewicht am Hebel: auch umgekehrt, wenn ein Gleichgewicht erfolgen soll, so müssen die Momente gleich seyn. Bestätigung durch Versuche. §- 82- Wenn an dem Puncte k des Hebels , 9 Fig. ein einfaches Gewicht hangt, so muß in ^ ein vierfaches angebracht werden, wenn ein Gleichgewicht erfolgen soll. Gesetzt der Hebel würde nun in die Lage OZ gebracht, so wird das vierfache Gewicht in tä den einfachen Bogen E äv. 66 IV. Abschnitt- HD, das einfache Gewicht in It aber in eben der Zeit den vierfachen Bogen KT durchlaufen, und sich folglich viermahl geschwinder bewegen. Ue- berhaupt werden sich die Bogen oder die Räume, durch welche die Gewichte bewegt werden, wie ihre Entfernungen vom Ruhepnncts verhalten. Denn M: HO — Lk: (tH; oder verkehrt wie die Gewichte oder Kräfte (§. Zr). Es wird also einerlei) Kraft erfordert, ein einfaches Gewicht durch einen sechsfachen, siebenfachen u. f. w. Raum zu führen, als ein sechsfaches, siebenfaches u. f. w. Gewicht durch den einfachen Raum. Diesen letzten. Schluß nahm Larrrs für einen von selbst evidenten Satz an, und erwies daraus die Gesetze des Hebels. Von selbst evident ist der Satz nun wohl eben nicht, obgleich wahr: und ick du, daher lieber dem völlig überzeugenden und höchst deutlichen Kastnenschcii Vortrage gefolgt. »vir. c-oviii. u»!es r>!klr vadiiz cr compvtilioni! viiium rlres» ria carstimwi ex^oiua. l-ixl. sszz. 4. §. 84- Ilm eins Scheibe, die um ihren Mittelpunkt <2, 10. Fig. beweglich ist, fty ein Faden herum gelegt, an dessen Enden in v und O gleich große Gewichte hangen: so wird auch hier ein Gleichgewicht erfolgen. Der Durchmesser der Scheibe Hit ist gleichsam ein Hebel, sein Ruhepunct ist (t, und seine Arme t?H und sind gleich lang; folglich müssen die Gewichts, die daran hangen, auch im Gleichgewichts stehen, wenn sie selbst gleich sind. Selbst wenn die Gewichte oder Kräfte Statik uiid Mechanik. 67 Kräfte in Tangenten derSckeibe nach andern Rich- tungen zögen, z. E. n Fig. nach AO und KL. wäre dennoch kein Grund vorhanden, warum das eine Gewicht eher sinken sollte, als das andere, und folglich entstünde wieder ein Gleichgewicht. Man nennt eine solche Scheibe eine Nolle (lrocliles). H. 85- Waren zwo solcher Rollen dergestalt an einander befestigt, daß sie sich nur zugleich, nicht aber jede für sich allein um ihren gemeinschaftlichen MittelM-ct drehen könnten , 12Fig., s» müßten sich die Gewichte v und L, die von ihnen herabhängen, verkehrt verhalten wie dis Halbmesser der Rollen , oder O: L ^Lk: LH; denn AK wäre abermahls ein Hebel, und sein Ruhepunct So auch wenn die Gewichte nach der Richtung anderer Tangenten zögen, z. E. in Fig.iz; nur lägen dann die beiden Arme des Hebels nicht in einer geraden linie, sondern ALK wäre ein Wmkelhebel oder gebrochener Hebel; für den sich aber ebenfalls die Kräfte verkehrt verhalten müssen wie ihre Entfernungen vom Ruhepuncte. §. 86. Eine Anwendung des Hebels giebt die Wage» Sie ist ein Hebel, an dem man für einen gegebenen Körper das Gegengewicht sucht das mit ihm im Gleichgewicht siehe. Wenn die Arme des Hebels gleichlang sind, so ist das Gewicht 2 des 68 IV. Abschnitt. des Körpers so groß als das Gegengewicht, das man zum Abwägen gebraucht hat, und die Wage heißt gleicharniicht (bi!anx, iibi-s), dergleichen z. E. die Kramerwnge ist. Sind die Arme des Hebels nicht von einerley Lange so kann man mit einerley Gegengewichte das Gewicht verschiedener Körper finden, indem man das Gegengewicht bald nahe bald weit vom Ruhepnncte rückt. Eine solche Wage heißt eine Schnellwage (listcra): bey ihr sind nicht selten die beyden Arme selbst von unterschiedenem Gewichte, welches sie dost) mehr von dem mathematischen Hebel unterscheidet. Die Einrichtung einer brauchbaren Wage hat noch verschiedenes Besondere, das aber hier nicht vorgetragen werden kann. (Weil es nehmlich noch Kenntnisse vom Schwerpuuet, Aktion w. voraussetzt. a..) §- 87- Man wendet das Gesetz des Hebels sonst noch im gemeinen Leben bey tausenderley Verfahren an, ohne immer darauf Aä't zu geben oder es zu kennen. Die gemeinen Hebebaume, der Geisfuß der Maurer, die Ruder, Messer, Scheeren , Zangen, Hammer, Bohrer, sind einzelne oder auch unter einander vereinigte Hebel, die zwar nach ihrer verschiedenen Einrichtung und Bestimmung auch verschiedene Wirkungen hervorbringen, aber sich doch dabey nach dem allgemeinen Gesetze des Hebels (§. Zr.) richten. Hier etwas von der Bewegung der Glieder. S) §. LS. Statik und Mechanik. es H. 88- ^ Auch alle Räder, sowohl die eigentlich söge« nannten, als die verschiedenen Arten von Haspeln, Krcuzhaspel, Winden, Hornhaspel mit der Kur- bel, Räder, die vermittelst der Zähne und Gerriebe , durch Schnüre oder Ketten bewegt werden , wirken nach diesem Gesetze. §- 89. Eine Schnur, die in ch, ,4 Fig. befestigt ist, gehe unten um die Rolle 11^ herum, von deren Mittelpuncte L das Gewicht l) herabhangt. Es braucht von K nach L nur halb so viel Kraft zu ziehen, als sonst erforderlich seyn würde, das Gewicht D zu tragen; oder wenn die Schnur oben um eine zweyte Nolle herumgeführt würde, so halt das Gewicht I I, das halb so schwer ist als I), dem I) das Gleichgewicht. Denn kk ist ein einarmigtcr Hebel, ^ der Ruhepunet, in ziehet die eine Kraft niederwärts nach I), in N die andere aufwärts nach L; die Entfernung der letztern vom Ruhcpuncte, IZ^, ist noch ein- mahl so groß als die Entfernung der erstem folglich entsteht ein Gleichgewicht, wenn die letztere Kraft halb so groß ist als die ersiere. §. 90. Wenn nun in einem Flaschenzuge (polzr. fpzsto) die Schnur um mehrere Rollen auf eben die Art, wie vorher (H. 89.) um eins, geführt würde, so würde jede der Rollen in der untern E z Flasche 70 IV. Abschnitt. Flasche äk, 15 Fig. ihren Thcil der last tragen und so wirken, daß nur die Halste von Kraft uöchig wäre ihn zu tragen; für zwo Rollen in der »ntern Flasche würden also zwey Pfund in den acht in L Hangenden Pfunden das Gleich- gewicht halten. Ueberhaupt wird man die jast, die vermittelst eines Flaschenzuges getragen werden soll, durch die Anzahl der Rollen in der untern Flasche doppelt genommen zu dividirsn haken um die Kraft zu finden, die mit ihr im Gleichgewichte sieht. (Diese Regel gilt nur in denen Fällen, da die Schnur, wie in Fig. >, am obern oder dem unbeweglichen Kloben befestigt ist, aber nicht wenn sie an dem untern oder dem beweglichen fest sitzt, oder man müßte im letzten Fall den Haken oder Ring, an welchen sie angeknüpft wird, als eine Halde Rolle den der Rechnung ansehen. Man dividirt also richtiger, um die Kraft zu finden, die Last durch die Anzahl der Stricke an welchen der untere Kloben hangr. Daß hier noch weder dasGewicht der untern Flaschen, noch der Stricke noch auch die Steifigkeit der letztern, noch auch das Reiben derselben u> Betracht gezogen werde, versteht sich von selbst. L.) In den Vorlesungen wird noch von andern dem Fla- schcnzuge ähnlichen Verbindungen von Rollen die Kraft zu verstärken gehandelt. L.) S- YI. Je mehx man also die Zahl der Rollen im Flaschenzuge vergrößert, eine desto größere fast kann durch denselben vermittelst einer geringen Kraft gehoben werden. Aber so wie das, was bey dem Hebe! an Kraft gewonnen wird, an Raum oder Zeit wieder verlohren geht (H. 8z), 5> Stalik und Mechanik. 71 so geht es auch hier, bey dieser Anwendung des Hedels. Wenn das Gewicht in 1> um einen Zoll gehoben werden soll, so muß die Kraft in L vier Zolle tief gehen; denn ein jeder von den um die Rollen geführten Stricken muß nm einen Zoll verkürzt werden, wenn die Last k um einen Zoll hoher rücken soll, und dieser Stricke sind noch einmahl so viel als Rollen in der untern Flasche Vom Schwerpuncte. H. 92. Die Unkerlage tragt bey einem doppelarmich- ten Hebel beide Gewichte, die an dem Hebel ziehen, und es ist in sofern eben so viel, als ob diese Gewichte selbst vom Ruhepuncte herabhingen. Der Punck L 16 Fig. trägt z. E. bey dem Hebel M drey Pfund. Diese drey Pfund werden mit den sechs aufs Neue in O angebrachte» wieder im Gleichgewichte stehen, wenn ihre Entfernung OL von dem neuen Ruhepuncte O noch einmahl so groß ist, als die Entfernung der sechs Pfund, DO. Die Unterlage in O wird also alle neun Pfund tragen, und es ist eben das, als wenn in v neun Pfund hingenim übrigen aber die Linie gar nicht beschwert wäre. Dieser Punct O heißt der Mittelpunkt der Schwere oder der SchwcrpUNct (cemrum Arsuirstis) für die drey Gewichte IZ und O, die durch die Linie HO verbunden sind. E 4 L- 93- 7- IV. Abschnitt. S- yz- Eine Linie mag mit so viel Gewichten beschwert seyn, als man will, so wird sie immer einen gemeinschaftlichen Schwerpunkt haben. Denn man kann für die beiden ersten Gewichte einen Ruhepunct finden, der auch zugleich der Schwerpunct für sie ist, und dann kann man die Sachs so ansehen, als ob diese beiden Gewichte in diesem Schwerpunkte vereinigt hiengen; nun den Schwerpunkt für die beiden ersten Gewirkte zusammen und für das dritte suchen; dann für di„ drey ersten und das vierte, u. s. w. fort bis ans Ende. Hieraus lassen sich zugleich die Gesehe des physischen Hebels bestimmen, dergleichen z. E. die Scdncll- wage üftcrS ist (§> 86), und der darin» von dem marbemakischcii vorher detrachteten unterschieden ist, daß die Linie evu, 6 Fjg für sich selbst schwer, gleichsam mit allen Puncten mit gleichen oder ungleichen Gewichten beschwert ist. S- Y4. Auch wenn die Gewichte nicht alle durch eine gerade Linie unter einander verbunden waren, läßt sich doch ein Schwerpunkt für sie finden; denn der Schwerpunkt von zweyen derselben muß doch allemahl mit dem dritten Gewichte in einer geraden Linie liegen, und in dieser liegt der Schwerpunkt für alle drey Gewichte. Dieser liegt jederzeit wieder mit dem vicreen Gewichte in einer geraden Linie, und in dieser liegt der Schwerpunkt für alle vier Gewichte u. s. w. §- 95- Statik und Mechanik. ?z §. 95- Ein jeder Körper laßt sich ansehen, als ob er aus schweren Puncten, gleichsam aus kleinen Gewichten, bestünde, die durch ihre zusammenhangende Kraft unter einander verbunden sind, die also auch alle einen gemeinschaftlichen Scbwev- punct haben müssen (§. Y4)> Es giebt also in jedem Körper einen Schwerpunkt; in ihm scheint -gleichsam die Schwere des ganzen Körpers vereinigt zu seyn, und wenn er unterstützt ist, so kann der Körper nicht fallen, so wenig als der im Ruhepuncce mit einer Unterlage versehene Hebel. Durch Versuche findet man diesen Schwerpunkt an einem Körper, wenn man ihn auf einer Spitze so lange hin und her schiebt, luv er darauf ruhet. (Oder, da dieses nicht immer angeht, denselben an einem hinlänglich starken Faden von verschiedenen Seiten aushängt, da denn jcdesmahl der Schwerpunkt in die verlängerte Linie des gespannten Fadens fällt, und dcrOucchschnittspuilct zwoer solcher Linien den Schwcrpunct giebt. lleberhaupt aber rechtfertigen uns Schlüsse von strenger, geometrischer Sicherheit, einen solchen Punct in jedem Körper anznnehmen, wenn auch gleich die Form desselben der Bemühung ibn durch Versuche zu finden, unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen setzen sollte. L.) Aus diesen Betrachtungen des Schwerpunktes lassen sich die Stellungen der Tbiere und Menschen in Ruhe und Bewegung, die Stellung sicher stehender und doch zu fallen scheinender Körper und Gebäude, u. d. gl. mehr erklären. E 5 Von 74 IV- Abschnitt. Von der schiefen Ebne. §. y6. Eine Ebne, die mit einer Horizontalebne einen schiefen Winkel machte, heißt eins schiefe, geneigte oder inclinirte Ebne (planum melius- tum). Es befinde sich auf einer solchen Ebne, Fig. 17, die hier durch die linie li() vorgestellt ist, ein Körpers; sein Schwerpunct sey c, so wird die Schwere diesen Körper nach der Richtung cs zu treiben bemüht seyn. Diese Kraft der Schwere kann man sich als*au6 den beiden ab und c und KL gleichlaufend sind; je kleiner also der Winkel ist, desto kleiner wird auch der Winkel csb. Je kleiner aber dieser wird, desto kleiner wird auch die Kraft cb, wodurch der Körper von der schiefen Ebne herab getrieben wird; und der Körper wird von der schiefen Ebne mit einer desto größern Gewalt herabgetrieben werden, je größer der Winkel ist, um den die Ebne von dein Horizonte abweicht. Durch Statik und Mechanik. 75 Durch die Rauhigkeit der Oberflächen kann aber ei» Körper auf einer schiefen Ebne erhalten werden, von der er sonst der Schwere wegen herabrollcn oder gleiten müßte: ja wegen seiner Bildung kann ein Körper auf einer geneigten Eone auswärts zurollen scheinen und doch wirklich fallen: er fällt nähmlich wirklich, wenn sein Schwerpunct fällt. L, der deurschou Schr. der kön. Soe. der kv. zu Sörr. S. >:z. §- 97- Die Kraft: womit der Körper von der schiefen Ebne getrieben wird, verhalt sich zu der, wodurch er gegen die Ebne gedrückt wird , wie cb: ccl oder Wieck: Ks, daß heißt wie Iii): OL; oder wie sich die Höhe der schiefen Ebne zu ihrer Grundlinie verhalt. §. 98- Anwendungen von der schiefen Ebne sind der Keil und die Schraube; wovon doch aber die letztere nicht so völlig als eine schiefe Ebne anzusehen ist, wie man gemeiniglich in der Mechanik zu thun pflegt. Wenn ein Rad in die Schrau- bmgange eingreift, so heißt die Schraube ohne Ende (cockleu iulmits). Leo. lmmv. Zäxkiuznvi 7!Z. 4. Oe csuüs grauirziis pdxkoz generali promulga» rum rcrulir, auÄorc ono. ür««». Lül.rix-SLX. kari». >718. 4> im racue?'/ -je x-cccr-ic ?o,»,//. Ulld in Llll.?iiecz pa?,-7>?. rivsv. c>c äir-Äiona corpornm grguium in vorlice lplia«. rico er tignra nucici raiio cxperimcnraüz z MtkN csnimene. xetiox, j. p. 24z. I4cmvi>e clanz leizucl vn cxamine par voia 6'cxpeNence. «zusilei sonr ies torccz cr Is8 . L rri.icc. ciitp. 757- 4. lo. uvxm. vxxi svclxwLN stils. n die Ursachen zu bekümmern,, und dafür desto eifriger anfieng mit Hülfe der erhabensten Geometrie die besbachceren Gesetze anzuwenden und ihren Folgen entweder in verwickcl, ten Cvllisioncn nachzuspüren, wo der Beobachter nicht mehr deutlich sah, oder in Entfernungen, wo er gar nicht mehr sehen konnce. Die Folgen tiefer glücklichen Methode find bewundernswürdig groß gewesen. Es giebt kein größeres Denkmabl der Kräfte des menschlichen Geistes ; der Gegenstand, den er hier umfaßt, ist unermeßlich, und doch ist fast alles durch Anstrengung erhalten worden; der Zufall hat nur wenig Antheil daran. Will man sich aber auch nicht über das hinaus wagen, was uns hierin unsere Sinne lehren, so ist es dennoch nicht nur verstattet, sondern auch der Rürze wegen sogar gut, jene unbekannten Ursachen Nahmen zu geben, die aber, welches man nie vergessen muß, im Grunde weiter nichts sind als Bezeichnungen des Phänomens. Ein solcher Nähme ist hier das Wort Accracrio». Mit wie vielem Recht oder Unrecht es gewählt worden ist, sieht man zum Theil daraus, daß sogar Philosophen sich haben verleiten Zossen zu glauben, es enthalte eine Erklärung; So wie Bildersprache Aberglauben erzeugt, so er» zeugen Metaphern in der Physik Key dem unbehutsamen Denker oft ähnlicheIrttbümer, die derPhr- lossphie so schädlich seyn können, als jene der Religion. Was würde nicht mancher daraus gefolgert haben, wenn Newton diese Erscheinung Sehnsuchc genannt Hütts! Wie hat man nicht über die Trägheit der Körper gestritten! Das Wort hatte die größte Schuld; den» es ist kaum möglich noch einen Augenblick zu streiten, sobald mau da« nackte, im? läugbare Phänomen ansieht, ohne sich die unphi- lvsophische Mühe zu geben, Folgerungen aus der bloßen Benennung zu ziehe». Man sollte sich sreylich, da sich, wie Hallev sagt, unser Auge am Kleid der Dinge stößt, hüten, über dieses Kleid noch andere zu ziehen, an denen sich die Einbildungskraft stößt noch che das Auge bis zu jenem undurchschaubaren eindringt. Aber solche Vorschriften hel- Statik und Mechanik. 87 f-n wenig. Vo» weit praktischerem Nutzen möchte wohl die seyn: man Haltesich überall an den Begriff und nicht an das Wort. Arrracrio» drückt also bloß eine Begebenheit aus/ die sich unsern Sinnen darstellt; wir bemerken nähmlicb, daß sich Körper «inander durch Kräfte nähern, sich einander ziehen, sich nach einander sehne», gegen einander gestoßen werden, gegeneinander zu fallen (man nehme welchen Ausdruck man will) die in einer gewissenVer- hältniß mit der Masse dieser Körper und irgend einer Votenz ihrer Entfernung stehen. Was die Ursache davon sey, wissen wir nicht. Au sagen die Körper haben eine anziehende Kraft, bricht ebenfalls die Untersuchung ab, und beißt, sobald es Erklärung sepn soll, eigentlich nur so viel: wir wisse» die Ursache niche, wir glauben sie aber zu wissen. In meinen Augen ist das grade offenherzige Geständ- mß der Unwissenheit hierin dem letzter» weit vor- zuziehn. Was ich jetzt nicht weiß, kann ich noch lernen: was ich nichc weiß aber zu wissen glaube, lerne ich entweder nie, oder doch nicht ohne unan« gcnehmeDemüthigung. Allein das Phänomen jener wechselseitigen Näherung ist, dünktmich, doch wohl noch zu componirt, um alle Bemühung es zu erklären aufzugeben, und es schlechtweg in die Elaste der cinfachcrcu Phänomene, der Ausdehnung, Im- penclrabilitac, Trägheit und Beweglichkeit der Materie zu setzen, üebcrzeugten uns nicht unsere Sinne von der Gegenwart einer äußern Ursache, so wurden wir (wenigstens bey jener bequemen Philosophie) denKörpern ebenfalls ein inneres Bestreben nach Ruhe zuschreiben. Unerfehrne haben dieses auch wirklich schon gcthan. Ich sollte denken, daß wir aus den oben genannten Eigenschaften der Materie, mit Beyhülfe der Ursache der Bewegung, die wir nicht kennen, und die vermuthlich die Ursache der Materie selbst ist, diese wechselseitige Annäherung noch erklären können. Nach einigen von Hrn. de Lue, sowohl in s.Werk über die Veränderungen der Atmosphäre, als auch neuerlich in den Briese» über die Erde und denMenschen, geäußerten Versicherungen, ist eine solche Erklärung schon jetzt mehr als bloß möglich, und wir haben F 4 ein 88 IV. Abschnitt. ein Werk von seinem kandsmamie und Freund Hr. «de Sage hierüber zu erwarten, welches uns den Mechanismus der bekannten Gesetze der Natur erklären und also da endigen soll, wo Ncnwe» anfängt. Allein auch die Schwierigkeiten eines solchen Unternehmens kennen zu lernen, lese man einen Aufsatz des Hrn. Hvfr. Rästnev im deutschen Museum für den Iun. >766, den Hr. r>. Gehler am Ende seiner Uebersctzung des de Lucschen Werks über die Atmosphäre wiedex hat abdrucken lassen. — Bis das größere Werk des Hrn- le Sage selbst erscheint, kann man sich mit dessen vortrefflicher Theorie ans folgenden Schriften vorläufig einigermaßen bekannt machen, kacrecc dlcxx-ronicn gzr dir. l.u ZgLU ilt den dlouvczux dlcm. 6c l'^,c«6> k,o/. 6czLc. 6c Lcrlin. ^nnee 1782, älZ-rlin 1784. S. 404- rss-l -ic Llij-ml- mecznlizue. 4. von ebcndems. Eine von ^ d. Acad. zuRoucnimI. >758. gekrönte Prcißschrift. l>c I'orlßine 6e« korccz mg^ncriguc« gar ruuvos r ä cscichva 1788. e. l. Lkap. 2. I6 »e» chr lg dlcreorologie g-r l. r>u k.uc. 171. §. IZ4. kxgoflrlon elcmcnrglre 6c« grincipes 6c« cslculs flipcrieur», '. s IZcrliir »786. 4. ?. >87^ und eine Note am Schlüsse derselben, ch.) Vom Pendel. §. 114. Ein schwerer Körper, ö, 21 Flg. hange an dem in L befestigten Faden, und werde so, daß der Faden ausgespannt bleibt, bis ^ erhoben. Wird hier der Körper nicht weiter gehalten, so treibt ihn die Schwere nach 15, oder der in L befestigte Faden erlaubt ihm nicht, nach dieser Richtung zu fallen, sondern macht, daß der Körper den Bogen Hü beschreibt. In st hat der Körper Statik und Mechanik. 89 Körper nun die Geschwindigkeit, die der Fall durch den Raum stu giebt, erhalten, und mit dieser Geschwindigkeit muß er aufder andern Seite wieder eben so hoch bis l) steigen. Von da fällt er wieder bis tt und steigt bis und so immer fort. Der Faden mit sammt dem Gewichte oder Korper heißt ein Pendel (penckilmn'!, seine Bewegung in dem Bogen die Schwungbewegung (moM8 osLiligrorius) ; die Bewegung von ^ nach b); und so wieder von O nach ^ zurück, ein SchWUNg (vsLit!i>kic>, vibrariv). §. irz. Da die Theorie der Pendel wirklich schwer ist und nicht in der Kürze zusammengefaßt werden kann, so muß ich mich hier damit begnügen, nur die vornehmsten Sätze selbst ohne Beweis beyzubringen. Sie sind aber auch eigentlich nur für unendlich kleine Schwingungen wahr, und dann, wann nickt sonst etwas eine Aenderung dabey macht. (Eigentlich gilt, was hier allein von unendlich kleinen Schwingungen behauptet wird, blos von bilro z. Bey blw i, 2 unb 4 darf man nur die Bogen ähnlich (von gleichen Graden) annehmen, so giltes auch von endlichen. Ä..) 1) Pendel von gleicher länge schwingen in gleichen Zeiten, wenn auch gleich ihre Gewichte ungleich sind. 2) Bey Pendeln von ungleicher länge verhalten sich die Zeiten, in denen sie schwingen, F Z wie Sv IV. Abschnitt. wie die Quadratwurzeln ihrer längen; also die langen der Pendel wie die Quadrate der Zeiten, in denen sie schwingen. z) Die länge eines Pendels das Key uns Sekunden schwingen soll, oder eines Secun- denpendels, ist z pariser Fuß, o Zoll, 8, 5 Linien; (zu Göttingen eigentlich z F. und 8, 71 Linien. L..) woraus sich nach Num. 2 die lange eines Pendels berechnen laßt, daß eine jede gegebne kürzere oder längere Zeit zum Schwünge gebrauchen soll. 4) Weiter von der Erde ab schwingt ein Pendel langsamer, und daraus solgt, daß die Kraft der Schwere weiter von der Erde ab geringer seyn müsse. Londamine und Bougner fanden, daß ein Pendel, mit dem sie Versuche anstellten, in-4 Stunden Schwingungen hatte am Ufer des Amazonenfiusses 98770 zu Quito 98740 auf dem Pichincha 98720 (Hierbey etwas von den merkwürdig betrügerischen Bemühungen einiger Franzosen, der Welt gerade das Gcgentbeil weiß zu machen. S- i-°rrr-, pNyiiqucz er morsles tur l'Uommc er wcrre per I. ) Vom musikalischen Zeitmesser. L») Z. 116. Statik und Mechanik. Ar §. ll6. Aus dem vom Pendel gesagten wird es begreiflich, wie dieses Werkzeug dienen kann, die kleinern Zeittheile genau abzumessen oder anzugeben, wenn man ihm die dazu erforderliche Lange giebt; zumah! wenn das Pendel an einem Uhrwerke augebracht wird. Durch diese hugenische Erfindungen haben unsre Uhren einen beträchtlichen Vorzug vor den Uhren der Alten bekommen. cuius?, avczx»!! koroloximn oüuizroiium. ?zrik, 165z. kol. Vom Stoße der Körper. ö- Ii?- Wenn ein Körper seine Bewegung nicht fortsehen kann, ohne einen andern vor sich weg aus seiner Stelle zu treiben, so sagt man er stoße diesen letzten (percum); und wenn dieses so geschieht, daß der Schwerpunct des zweyten in her Linie liegt, in welcher sich der Schwerpunct des erstem bewegt, und die Richtung des Körpers auf der Ebne, in welcher beide Körper einander berühren, senkrecht steht, so stößt der erste Körper den andern gerade (cilroöke), in den übrigen Fällen schief (oblique). §. 118. So wie bey Unterstützung des Schwerpunktes an einem Körper der Körper selbst völlig gegen den Fall gesichert ist (§. 95), so ist auch der Schwerpunct als der Punct im Körper mit Recht 92 IV. Abschnitt. Recht anzusehen, bey dessen Zurückhaltung von der weitern Fortbewegung der ganze Körper selbst gleichfalls zurückgehalten wird. Hieraus läßt sich die eben gegebene Erklärung des geraden Stoßes (§. 117) rechtfertigen. Weil eS aber bey den hier anzustellenden Umersuchungen nicht sowohl auf das Gewicht des Körpers, als vielmehr auf seine Masse, oder auf seine Trägheit ankömmt, so nennt man den Schwerpunkt hier auch den Mittelpunkt der Masse (comrum maf. sso), oder auch den Mittelpunkt der Trägheit (oemrum inerti-w); wo man sich vorstellen kann, die Trägheit des ganzen Körpers sey in diesem Punkte gleichsam allein bey einander. §. iiy- Wenn kin paar vollkommen harte Körper dergestalt gerade gegen einander stoßen, daß die Größen ihrer Bewegungen gleich sind, oder daß dir Masse und die Geschwindigkeit des einen in einander multiplicirt eben so viel betragt als die Masse und die Geschwindigkeit des andern in einander multiplicirt (§. 52) so müssen beide Körper in dem Augenblicke ruhen, da sie einander berühren; ihre Stoße heben sich einander auf, oder stehen so zu sagen im Gleichgewichte. §. 120. Stoßen ein paar harte Körper gerade gegen einander, deren Größe der Bewegung ungleich ist, so wird der Körper, der die kleinere Bewegung hat, nicht allein zur Ruhe gebracht, sondern Statik und Mechanik. sz sondern durch den Ueberfluß der großem selbst nach eben der Richtung in Bewegung gesetzt werden, nach welcher diese größere Bewegung geschähe. Beide Körper gehen also nach dem Stoße nach der Richtung fort, nach weicher derjenige Körper vorher gieng, der die größere Bewegung hatte; beider Geschwindigkeit wird nun gleich, und wird gefunden, wenn man die Differenz der Größen der Bewegung beider Körper durch die Summe der Massen dividirt; ^ inc — oder sie ,st— Wären beide Körper gleich groß, also die Geschwindigkeiten vor dem Stoße ungleich, so ist die Geschwindigkeit eines jeden nach dem Stoße dem halben Unterschiede der Geschwindigkeiten vor dem Stoß: gleich, oder — (L —c). Wären aber die Geschwindigkeiten bey beiden Körpern vor dem Stoße gleich und die Massen ungleich, so findet man die Geschwindigkeit eines jeden Körpers nach dem Stoße, wenn man die Geschwindigkeit vor dem Stoße durch den Unterschied der Massen niultiplicirt, und das Product durch die Summ« derselbe» dividirt; oder sie ist — M t-Z., IN K. I2l. Bewegt sich ein harter Körper gegen einen andern harten und ruhenden Körper, so werden wiederum beide nach dem Stoße nach der Richtung des erstem Körpers fortgehen, aber die Geschwindigkeit derselben nach dem Stoße wird gleich seyn der Größe der Bewegung des ersten» durch die Summe der Massen dividirt, oder ^ Wäre nun die Masse des ruhenden Körpers 94 IV. Abschnitt. pers m sehr groß, so wird es leicht einzusehen seyn, warum sie nur eine kleine, vielleicht nur eine unendlich kleine, das heißt gar keine Geschwindigkeit dadurch erhalten könne; dieß letztere aber heißt nun wohl nichts anders, als beide Körper werden ruhen. Es ist auch unstreitig wohl eiiierley, od die Masse des ruhenden Körpers an sich sehr groß ist, oder ob dieser Körper dergestalt mit andern verbunden und an ihnen befestigt ist, daß er sich nicht fortbewegen kämm, ohne diese Menge von Körpern, an denen er festhangt, mit fortzunehmen. (S. hierbey meinen Zusatz zu §. >»?. ch.) 122. Gesetzt die beiden harten Körper bewegten sich mit einerley Geschwindigkeit hinter einander her, so werden sie nie durch den Stoß auf einander wirken können, weil der nachfolgende sich immer fortbewegen kann, ohne den vorangehenden aus seiner Stelle zu treiben. Noch weniger werden sie auf einander wirken, wenn der, der voran geht, eine größere Geschwindigkeit hat als der nachfolgende; bewegt sich aber der nach» folgende am geschwindesten, so wird er den vor» hergehenden einhohlen und dessen Bewegung beschleunigen , und zwar beschleunigen, bis beider Geschwindigkeiten gleich geworden sind. Alsdann wird diese Geschwindigkeit gleich seyn der Summe der Größe der Bewegungen von beiden durch die Summe der Massen dividirt oder — >Z- me ^ A'-zss»'' Wäre« Statik und Mechanik. z>5 Wären beide Massen gleich groß, so würde eines jede» Geschwindigkeit gleich seyn der halben Summe der Geschwindigkeiten vor dem Stoße — ^ ^ c)- Z. ,I2Z. Ware« in allen diesen Fällen die beiden Kör- per nicht hart, sondern weich: so wird das bey dem Stoße in der dadurch hervorgebrachten Wirkung weiter keine Aenderung machen können, als daß zugleich dabey die Gestalt der weichen Körper abgeändert wird, und daß die Veränderung der Bewegung in eine andere, ober in Ruhe, nicht wie bey harten Körpern plötzlich, sondern nach und nach geschieht. Z. 124. Eben so würden in allen diesen Fällen des Stoßes, wenn nur einer von beiden Körpern weich und der andere hart wäre, die Veränderungen in der Bewegung ebenfalls nur nach und nach, nicht plötzlich erfolgen, und die Verandsrungen der Figur auch nur den weichen Körper allein betreffen, L- ISL." Ferner setze man in allen vorigen Fallen anstatt der weichen Körper elastische: diese werden eben die Veränderungen erleiden wie die weichen; aber gleichsam hinter her wird ihre Ela- sticität wirken und eine neue Veränderung nicht allein in Absicht auf die vorher abgeänderte Gestalt der Körper, sondern auch in Absicht auf ihre ihre Bewegung verursachen. So stark tV von k zusammengedrückt wurde, so stark wird die Elasticitat von nun wieder auf ll zurückwirken, und bey elastischen Korpern werden also in den vorigen Fällen ganz andere Wirkungen vom Stoße zu erwarten seyn, als ohne Elasticitat vorgefallen s yn würden. §. 126. Wenn nahmlich ein Paar elastische Körper, deren Größe der Bewegung gleich ist, sich gegen einander bewegen, so werden sie ohne Absicht auf ihre Elasticitat nach dem Stoße ruhen (§§. 119, 12z); aber wegen beider Elasticitat bekömmt X von b und ll von jeder wieder eben so viel Bewegung nach der Richtung, die derjenigen entgegengesetzt ist, welche sie vor dem Stoße hatten ; sie werden alle mit eben der Geschwindigkeit von einander zurückspringen, mit der sie gegen einander liefen. Z. 127. Stoßen ein Paar elastische Körper gerade gegen einander, deren Bewegung von ungleicher Größe ist, so würden sie ohne Wirkung ihrer Elasticitat nach dem Stoße beide nach der Richtung fortgehen, nach der derjenige Körper vor dem Stoße gieng, der die größte Belegung hatte, mit gleich großer vorher (§. 120.) angegebenen Geschwindigkeit. Aber wegen beider Elasticitat wirkt außerdem immer der eine auf den Statik und Mechanik. 97 den andern so stark zurück, als dieser vorher auf jenen wirkte. Diese Wirkungen lassen sich nun bey beiden (aus §.120.) berechnen, und man kann daraus finden, nach welcher Richtung, und mit was für Geschwindigkeit, ein jeder von ihnen fortgehen wird. §. 1-8. Wenn z. B. beide Massen gleich groß, m — lvl, aber die Geschwindigkeit derselben vor dem Stoße ungleich, L c L, ist; so würde ohne Wirkung der Elasticität ein jeder nach dem Stoße mit der Geschwindigkeit fortgehen, die der Halste des Unterschiedes ihrer Geschwindigkeiten vor dem Stoße gleich wäre (§. 120, I Anm). Die Wirkung von aufm im Stoße ist, erstlich die Geschwindigkeit c zu vernichten, und noch überdem die Geschwindigkeit ^ (L — e) hervorzubringen, das heißt, sie ist überhaupt —T (L Hr c). Eben diese Geschwindigkeit giebc also rn wegen der Elasticität dem Korper wieder zurück; aber hatte ohne Wirkung der Elasticität schon die Geschwindigkeit ß (0 — o), die der vorigen entgegengesetzt ist; eine von der andern abgezogen bleibt die Geschwindigkeit a übrig, womit kck nach dem Stoße zurückspringt, m aber wirkt im Stoße auf so, daß es die Geschwindigkeit von lol, welche vorher L war, so verkleinert, daß sie nur Z Geschwindigkeit j (L Hr c) und dieß ist die Wirkung von m auf^l. G Aber SL IV. Abschnitt. Aber eben so groß ist die Gegenwirkung dcrEla- sticität vonauf m, m bekömmt also außer der Geschwindigkeit ß (L — c), die es ohne Wirkung der Elasticität hatte, noch die j ^ c), also ist seine Geschwindigkeit in allem — L. ^ Aolglich springen elastische Körper von gleichen Massen, die sich mit ungleichen Geschwindigkeiten gegen einander bewegen, nach dem Stoße mit verwechselten Geschwindigkeiten von einander zurück. S- 129. Ruhet einer dieser elastischen Körper von gleichen Massen, und bewegt sich der andere gegen ihn: so wird der ruhende des andern Geschwindigkeit und Richtung bekommen, dieser aber dagegen ruhen. Wäre der ruhende elastische Körper sehr groß von Masse, oder dergestalt befestigt, daß er eben so anzusehen wäre s§. 121 Anm.), so muß dennoch der daran stoßende Körper ruhen, sobald der Stoß geschehen ist. (In der letzten Hälfte des § scheint Hr. E- sich nur den ruhenden Körper als unendlich zu denken, den anstoßenden ober nicht; und ist dieses, so ist der Schluß falsch, denn der anstoßende Körper wird alsdann mit der Geschwindigkeit zurückfahren, mit der er angestoßen hat. Sind aber beide gleich und unendlich, so kann gegen einen anstoßenden unendlichen Körper kein anderer, bloß seiner Unendlichkeit wegen, als fest gedache werben. Statik und Mechanik. 99 werden. Nähme man aber überhaupt einen unendlich großen Körper und einen völlig fest stehenden beym letzten Falle für einerlei), so findet gar kein Stoß Statt. Ä..) Z. lzo. Ist aber nur einer von diesen beiden Körpern elastisch, es sey der ruhende oder der unbewegliche, und der andere hart; oder umgekehrt: so muß der, der sich gegen den unbeweglichen bewegte, mit eben der Geschwindigkeit von ihm zurückspringen oder reflectirt, zurückgeworfen werden, mit welcher er gegen ihn stieß; und zwar in einer Richtung, die derjenigen gerade entgegengesetzt ist, worin er sich gegen jenen bewegte. Wäre nahmlich keiner von beiden Körpern elastisch, so würde Ruhe nach dem Stoße erfolgen; ist aber einer elastisch, so kann durch die wieder erfolgende Ausdehnung der zusa m- mcngedrückten Theilchen nur der beweglicheKör- per fortgetrieben werden, und die Elasticitat wirkt so stark, als die Wirkung war, welche zusammendrückte ; folglich bleibt die Geschwindigkeit eben so groß, wie sie vor dem Stoße war. Im 129 H, wo beide Körper elastisch angenommen wurden, heben sich hingegen die Wirkungen der Elasticitat einander auf. (S. den Zusatz zum vorhergehenden §. L.) Versuche mit der von Notier verbesserten Mariottischen Maschine. L, G s § izr. - ioc> IV. Abschnitt. tz. IZl. » Die bisher vom Stoße der Körper vorgetragenen Sätze lassen sich deswegen in Versuchen nicht ganz genau zeigen, weil es in der Natur weder vollkommen unelastische, noch vollkommen elastische Körper giebt. Man nimmt daher zu den mit den harren uud weichen Körpern anzustellenden Versuchen m,r solche Körper, bey denen sich die Elasiicität in dem geringsten Grade befindet; zu den Versuchen aber mit elastischen Körpern solche, welche nicht nur sehr elastisch sind, sondern auch diese Eigenschaft in einem gleich großen Grade besitzen: dann muß man aber auch sreylich zufrieden seyn, wenn die Erfahrung nur ungefähr mit der schärfern Theorie übereinstimmt. Gleiche Geschwindigkeit giebt man den Körpern dadurch, daß man sie von gleichen Höhen; ungleiche dadurch, daß man sie von ungleichen Höhen fallen läßt (H. 101). Z- i?r. i, Anmerkung. In den Vorlesungen werden Anwendungen des hier gelehrten auf den Stoß der Körper von ungleichen Massen gemacht. Merkwürdig ist hier das Beyspiel, womit Huygenö sein Werk >>? mvi» cor- porum cx percuUionc in s. opp, poNK, beschließt. Von Zwei) elastische» Körpern, deren Masse sich wie 1: l verhalten, ruhe der kleinere, und werde von dem größer» mit einer Geschwindigkeit — i gestoßen: so läßt sich aus dem vorbergehendem leicht darthun, daß der kleinere mit einer Geschwindigkeit von f fortgehen wird. Berührte nun der kleinere Körper wieder einen andern, der zu ihm eben die Verhältniß hätte, die er selbst »um größer» hat, so würde dieser dritte Statik und Mechanik. ior dritte Key obigem Stoß eine Geschwindigkeit — (H) ^ merhalten. Wenn also in einer Reihe aneinander liegender Körper, deren Masse in einer geometrischen Progression fortgehen, im gegenwärtigen Fall also sich wie >: 2:4: 8.... verhielten, der größte an den nächsten kleineren mit einer Geschwindigkeit — i anstieße, so würde, wenn der Körper etwa hundert wären, der kleinste und hundertste mie einer Geschwindigkeit — fortflttgen. Mit bogaritbmen läßt sich die Rechnung, für den geaenwärtizen Zweck genau genug, leicht finden Nach Hrn Hvfr. Kästners Rechnung (Aiialyt Mech- ateAufl, >795- S. fällt diese Zahl zwischen ^j8tv?o0000'u, 2^-8500000000. Folgerungen hieraus, und Versuche im Kleinen kommen in den Vorlesungen vor. s. ) Vom Stoße der Körper, die mit unvollkommenen Ela- sticitätcn begabt sind, handelt H »ncrc in den Haarlemerverhandelmgen P. l. Stück r. ch. S- IZ2- Verwickelter und weitläufiger ist die Lehre vom Stoße mehrerer Körper zugleich und vom schiefen Stoße. Hier kann einiges zur Probe gleichsam bengebracht weiden. Wenn zween oder mehrere Körper, deren Richtungen einen Winkel einschließen, gerade und zugleich gegen einen andern stoßen: so muß bey der davon erfolgenden Wirkung aus das Rücksicht genommen werden, was zuvor von der zusammengesetzten Bewegung beygebracht worden ist (§§. 60 62.) Stößt ein Körper einen andern nicht unmittelbar sondern durch einen oder mehrere dazwischen liegende Körper: so ist ein jeder dieser dazwischen liegenden Körper als gestoßener und stoßender Körper anzusehen, und darnach die erfolgende Wirkung zu beurtheilen. G z §. izz. IS2 IV. Abschnitt. §. I3Z. Ein Körper stoße i» einer schiefen Richtung, von T, 22 Fig. in der Richtung HL gegen LH: so wird seine Bewegung als TL und TT zusammengesetzt angesehen werden können (H. 60). Vermöge TT wird der Körper gar nicht in LH wirken können, da die genannten Linien parallel lausen; nur durch LT, welches auf LH, senkrecht steht, wird T auf LH im Stoße wirken. Je kleiner hier also TL in Verglcichung mit TT ist, das heißt je schiefer der Stoß ist, desto geringer wird die Wirkung des stoßenden Körpers aus den gestoßen werdenden seyn. §. 134. Bey erfolgender Reflexion wird der Körper den Weg LT» zurücklaufen, so, daß der Reflexionswinkel oder Zurückprallungswinkel (»n. Zulu« reilexioms) X dem Einfallswinkel (sn. xpulu5 incistemise) gleich ist. Denn bey dem Zurückwerfen wird der Körper nach der Zusammensetzung der Bewegung nach LT zurückgeworfen, der reflectirten Richtungen von TL; zugleich aber wird er in der Richtung TT von L aus, also nach LH, fortgetrieben, wo dann aus den beiden äußern Kräften LT und LH die mittlere LT) entsieht, und wo wegen der Gleichheit der beiden Parallelogrammen LTLT und LTHI) auch die Winkel x und einander gleich sind. §- iZ5 Statik und Mechanik. 10z §. IZ5- Noch mehr entschrildigen mich die engen Grenzen, welche ich mir hier zu sehen Hobe, wenn, ich nichts von dem Leibnitzifchen Unterschiede unter ledendigen und rodten Kräften , von dem berühmten Streite über das Maaß der Kräfte und dem merkwürdigen Grundsatze von der kleinsten Wirkung sage. Diese Lehren sind ihrer Natur nach zu weitlauftig, als daß sie sich in die Kürze fassen ließen welche diese Anfangsgründe erfordern. Diejenigen, welche Lust haben , tiefer in die Geheimnisse der Natur einzudringen, werden sich auch nicht verdrießen lassen, die Natur sorgfältiger und ausführlicher zu studiren. S- 136. Man sagt von dein stoßenden Körper, daß er dem gestoßenen, den sr aus dem Zustande der Ruhe in den Zustand der Bewegung verseht, Bewegung nukkheile. Dieser Ausdruck laßt sich ohne Zweifel rechtfertigen, ob wir gleich Nichtwissen, wie eigentlich Mittheilung der Bewegung geschiehet. So wirkt auch ohne Zweifel der stoßende Körper in den gestoßenen mit einer gewissen Kraft, die von der Größe seiner eignen Bewegung abhängt. 137- Aber der stoßende Körper wirkt anders auf den ruhenden Körper, als ans den schon in Bewegung gesetzten; und anders auf den langsam, G 4 als IV. Abschnitt. als auf dm geschwinder sich bewegenden, u. s. w. So verhält es sich nicht mit der Schwere, die auf alle Körper in jedem Zustande auf einerlei) Weise wirkt (§. ior). Wenn man daher die Kraft der Schwere eine absolute Kraft nennt (H, 110), so heißt die Kraft des Stoßes dagegen eine relative Kraft. Vom Reiben. §- IZ8. Ein Korper ist rauh, wenn einige von sei- nen Theilchen auf der Oberfläche über die andern hervorragen. Wir haben keinen Körper, der nicht, eigentlich zu reden, rauhe Oberflächen hätte, wenn sie uns auch gleich öfters völlig glatt erscheinen; vermindern können wir zwar diese Rauhigkeit, aber niemahlS gänzlich vernichten: dies; ist nothwendig, bey Körpern, die Zwischenräume haben. Wenn asso ein Paar solcher rauher Körper sich über einander weg bewegen, so fassen die Erhabenheiten des einen in die Vertiefungen des andern ein und widerstehen der Bewegung mehr oder weniger, nach den verschiedenen Groden der Rauhigkeit und nach der verschiedenen Art der Bewegung selbst; das heißt die Körper reiben sich. S- iZy. Amontons (->) schließt aus den von ihm darüber angestellten Versuchen, das Reiben richte sich Statik und Mechanik. ivs sich nur nach der Stärke des Druckes, nicht aber nach der Größe der Flächen, die sich auf einander reiben. Er setzt das Reiben einem Drittheile des Druckes ohngefähr gleich; Parcnt (b) aus theoretischen Gründ-n sieben Zwanzigtheilen, Bülssinger (c) einem Vierthelle. Es scheint aber wohl, als ob es zugleich mit auf die Größe der Flächen dabey ankomme, so wie auch unstreitig mit auf die Geschwindigkeit der Bewegung gesehen werden muß. (Auch wird bey größerem Druck der Widerstand versiälliilßmäßtg geringer, weil größerer Druck manche Rauhigkeit zerquetscht, die bey kleinerem hindert. Ue- berhaupt werden sich nicht wohl allgemeine Regeln über die Größe des Reibens geben lassen, da die Rauhigkeit und G'ätte verschiedener Körper schwer unter einander zu vergleichen ist. Musschenbroek (st) hat vorzüglich auf eine Menge von sorgfältig angestellten Versuchen Bedacht genommen. (s) rukoirc Zi I'sciS. roy, Sei tciencci. 1699. PSA. 104. (t>) Cbendas. l7co PSA. >47. diemvir. 1704. PSA. >7Z. (c) Lommenr. sc»S. imp. perrvp. I'nm. II. psA. 40z. (S) InlroS. aS pkilot nslural. 1°on> I, PSA 149. Die Kürze verlieret mir noch mehrere Schriftsteller und ihre Gedanken über das Reiben anzuführen. Nur noch ein Paar: «US«. I.VV. rmr>. «eisten Sc skerrilNone Sttniu, , lcAe incilioe; im I B. der «sn coM»»e?lt./oc. p. 141. 8ur le krnnemenr cn isnr q»N> rsllenlir >c mouvemenr, psr dl. ; in den Ue k-./. >77-" k-A. S- Gz ' Lipe> ZO6 IV. Abschnitt. °ll!per!cncs intorno «II» Itclilkenxs gel Zsregsmcnto Äu l.ezno s dc' vlstslli cd s quclis prodolis d»Us durchs c ruvidicc^i» delle cordc, tsrie dl! Lspirsno Inßegncre i>ävl,o ve i-kucza?. Vcrons, 178^. 8- -Tecoris c llrslic» dcllc lvcllllcn^s dc' solid! nc' loro i> iri, dsll' >Vl>»r« r.xo>i»kvo xi-vixz-ias. ?. I. ?iss 1782. ?>ll, kiren^c, 178a-. 4 ."Luc Is llrcoric dci msckines limplcl en a^snr cßsrd Sil kroicsmcnr -I- leur psrlici cr z Is lroidcur dcz L»r. dsßcs, psr ^1. coiü.0^11! > piccc 78l. Ein Auszug daraus steht in Rozicrs .fournsl. 8-xr. '78? -Oils. äs friÄions, suÄorc ra^rr». »L??aodiic», llrsord. 1786 4- "Lbcndcss Abhandl, von dem Widerstande der Reibung, eine von der .^urstl. Iabloiinowekischen gelehrten Gesellschaft gekrönte Preißschrift, mit einem Anhange von der Straffheit der Seile vermehrt. Franks u. Ma»nz. >789. 8. , ?Eine Abhandlung von Hrn. Vinco über die Bewegung der dem Reiben unterworfenen Körper in den l'tui. Irans- Vol. 7Z. r.!. !dr. lo. L.« §> iqo. Es würde hier auch zu weitläufig fallen, zu erzählen, wie man die Größe des Reibens vermittelst Gewichte, und auch wohl an einer besonders dazu eingerichteten Maschine untersuche hat, die man ein ^ribvmtter nennt. Ich will nur einige einzelne darüber gemachte Beobachtungen anführen, die ich zu meiner gegenwärtigen Abficht für die nützlichsten halte. i) Holz reibt sich weniger, wenn es nach der Länge seiner Fasern bewegt wird, als in die Queere. 2) Statik und Mechanik. iO? 2) Stahl reibt sich am wenigsten auf Messing , mehr auf Bley, noch mehr auf Kupfer, noch mehr aufGuajakholz, noch mehr auf Stahl, am stärksten auf Zinn. z) Metalle und Holzer reiben sich meistens am stärksten auf Metallen und Hölzern von der nähmlichen Gattung. §. igr. Einige Regeln, das Reiben an den Maschinen so viel möglich zu vermindern und die Bewegung der Maschinen dadurch zu erleichtern: 1) Man bringe nur solche Körper an einander, von denen die Erfahrung lehrt, daß sie sich am wenigsten auf einander reiben. 2) Man suche die Berührungspuncte dieser Körper so viel als möglich zu vermindern. z) Man lasse die Theile wo möglich nicht sowohl auf einander wcgglitschen als vielmehr sich über einander drehen, (rollen. L..) 4) Das Reiben wird bcy vielen Materien durch dazwischen gebrachtes Fett, Oehl, Theer, Seife, Wasserbley, und andere glatte Sachen vermindert, jedoch nicht immer. Holz aufHolz, Messing auf Messing vertragt z. B. gar kein Fett. (Hierbei) von dem mannigfaltigen Nutzen, den das Reiben sowohl im gemeinen Leben als auch selbst bey manchen Maschinen gewährt. L.) Vom zo8 IV. Abschnitt. Vom Widerstande, den Körper von flüssigen erleiden, in denen sie sich bewegen. §. 142. Ein Körper der sich innerhalb eines flüssigen bewegen soll, muß nothwendig dabey die vor ihm liegenden Theile des flüssigen Körpers bestan- big fortstoßen, und dieß kann nicht anders geschehen, als daß der Körper dabey von seiner Bewegung verliert. Je größer die Fläche des Körpers ist, die er dem flüssigen entgegen bewegt, desto größer muß also der Widerstand des flüssigen Körpers seyn, und desto mehr muß also jener, der sich in dem flüssigen bewegt, von seiner Bewegung verlieren. S- 143- , Aber es kömmt auch unstreitig dabey mit auf die Dichtigkeit des flüssigen Körpers an, in welchem sich ein anderer Körper bewegt. Je mehr Masse der flüssige Körper hat, um desto mehr Theile von ihm müssen von dem andern Körper in Bewegung gesetzt oder fortgestoßen werden, und um desto mehr muß dieser also von seiner Bewegung verlieren. So widersteht Wasser mehr als Luft, Quecksilber mehr als beide. §. 144. Endlich wenn man bey der Bestimmung des Widerstandes, den flüssige Körper andern, die sich Statik und Mechanik. iQS sich in ihnen bewegen, leisten, auch die Geschwindigkeiten der in flüssigen Materien bewegten Körper verschieden setzt, so fallt bald in die Augen, daß in einerley Zcit bey einer doppelten Geschwindigkeit noch einmahl so viele Theile des flüssigen Körpers nicht allein fortgestoßen, sondern auch diesen Theilen eine noch einmahl so große Geschwindigkeit gegeben werden müsse, als wenn sich der Körper nur mit einfacher Geschwindigkeit in dem flüssigen bewegt hatte. Noch einmahl so viel Masse i» eine noch einmahl so große Geschwindigkeit zu setzen, dazu wird wohl viermahl mehr Kraft erfordert werden, die dem in der flüssigen Materie bewegten Körper von seiner Bewegung entgeht. Der Widerstand, den ein Paar gleicher Ebenen, die durch einerlei) widerstehende Materie so bewegt werden , daß solche senkrecht auf sie stößt, erleiden, verhalt sich also wie die Quadrate der Geschwindigkeiten, womit sich die Körper bewegen. Lgecimcn l>z?groU?nam!c»m ä- rililicinis coiporum in kni» 6>z mororinn, lae, ävzmi IZ«rnl. >7?Z> 4. Bey der Bestimmung des Widerstandes flüssiger Körper, die zugleich in Bewegung sind, muß mit auf die Größe und Richtung dieser Bewegung gesehen werde». §. 145. Das bisher über das Reiben und den Widerstand flüssiger Materien Beygebrachte kann nun zeigen, wie beides Aenderungen in den Bewegungen der Körper hervorbringen muß, die ohne zic, IV. Abschnitt. vhneReiben und Widerstand ganz anders ersetzt seyn würden. So kommen eben deswegen Körper , die einmahl in Bewegung gesetzt worden sind; Pendel, die man schwingen laßt, endlich zur Ruhe, da sie sich sonst immerfort hatten bewegen müssen (§. 5z) ; so können Körper auf schiefen Ebenen durch das Reiben (§. 96 Anm.) liegend erhalten werden, von welchen sie sonst durch die Schwere hatten herab getrieben werden müssen, und so benimmt das Reiben einer jeden Maschine einen Theil der sonst von ihr zu erwartenden Wirkung. 'lieber die schiefe Ebene mit Betrachtung der Friktion von A. G. Rastucr im Leipziger Magazin, 2ten Jahrg. -teil St. S- Ich. Durch den Widerstand, den flüssige Körper solchen Körpern leisten, die sich in ihnen bewegen, wird die Bewegung eines Schiffes im Wasser durch Ruder, das Schwimmen und Fliegen der Thisre u. d. gl. m. möglich. Hier stützen sich gleichsam diejenigen Werkzeuge, weiche die Bewegung ausüben, gegen flüssige Körper, und wenn diese sogleich ohne Widerstand wichen, so würde dadurch nichts von der verlangten Wirkung erhalten werden. §. 147. Dem Widerstände der Luft ist es nur allein zuzuschreiben, daß leichtere Körper langsamer von einer Höhe herabfallen, als schwerere, die auf Statik und Mechanik. m auf die Wirkung der Schwere an sich selbst gese« hen alle gleich geschwind fallen sollten. Denn man wird ohne Zweifel zugeben, das zween gleich schwere Körper völlig mit einerlei) Geschwindigkeit fallen: auch selbst wenn sie im Anfangs des Falles einander berührten; auch selbst wenn ste dabey fest mit einander verbunden waren: denn warum sollten sie jetzt mit anderer Geschwindigkeit fallen, als vorher? Tausend Steine, wovon jeder ein soth wiegt, untereinander in Einem Stein verbunden, müßten also wohl an sich in eben der Zeit von einer gewiss,n Höhe fallen, in welcher ein Lolh von der nahmlichen Höhe fällt. Wenn also der schwerere Körper geschwinder, der leichtere langsamer fällt, so kann nichts daran Ursache seyn, als die ungleiche Verhältnis der Gewalt im Fallen und des Wider- Bandes der Luft bey beiden Körpern. „Dieß ist so offenbar, daß sich die Physici schämen soll- „ten, dieser wegen einen Versuch mit der Luftpumpe anzustellen, wenn sie sich anders schämen „dürften zu spielen, und dieses nicht eine Schul- „digkeit wäre, die ihnen ihre Lehrlinge oft auflegen.,, Räsiu höh. Mechcu Z4S. (Das traurigste hiebey ist, daß der Versuch, auf weichen hier gezielt wird, selbst nicht einmahl recht beweiset was er beweisen soll, ü,.) §. 148. Desaquliers hat über den Widerstand, den fallende Körper von der Luft erleiden, in der Paulskirche zu sondon im Jahr 17:9 verschiedene .Versuche angestellt, und gefunden, daß dichte bleycr- IIS IV. Abschnitt. bleyerne Kugeln von ohngefähr zween Zollen im Durchmesser deswegen in qZ Sekunden um 50 Fuß weniger tief fielen, als sie nach der Theorie fallen mußten; gläserne hohle Kugeln von zj Zoll im Durchmesser aber blieben in Zeit von 6 Secunden gar 288 Fuß zurück. Eben so schwingen schwerere Pendel wirklich geschwinder als leichtere, da sie an sich betrachtet, bey gleichen Längen gleich geschwind schwingen sollten (§. 115 Num. 1). (t) »ccounr of some expcrimentI mzcle to lmil Kc>xv muck ibe riüllsnce ol ib? »ic rcrur-jz szlUnß boilje», Ky i. 1. vcs»oui^iLi!8; in dcnx^>i/o^ ixiut/üK. 11.Z62. Art. 4- (5) Ueberhaupt aber schwingen auch die Pendel in Flui- dis langsamer, als außer denselben und in dichtereu langsamer als in dünneren, weil diese die Schwerkraft der Linse vermindern; man bat sie auch zu meteorologischem Gebrauch vorgeschlagen. S. ü.am- berr vom Gange der Pendel - Uhren in den Berliner Ephemeridcn für das Jahr >776, im »ten Thcil. S. !>«;. L. §- 149- Gleichfalls eben so hat der Widerstand der Luft seinen Einfluß auf die Bewegung geworfener Körper, sowohl in Ansehung der Geschwindigkeit, mit der sie fortrücken, und der in Verbindung mit ihrer Masse davon abHangenden Gewalt; als auch in Ansehung der Bahn, die sie beschreiben, die in der Natur niemahls parabolisch ist, wie sie seyn sollte (§. 106). Schrif Statik und Mechanik. iiz Schriften über die Statik und Mechanik. l) Deila lcienca mecsnica opcra 6cl 8i^n. c?ai.ikkc> i movi» ineari locali 6i czai.ii.ro Lalirei; O^ere, "Dom. II. p-x 479 z) eva>iL. lokkicreeil 6c moiu xr-uium cc nacursliiec proieüorum über, kloreur. 1644 4. 4) Ken. nes cakles merlionic»; in seinen oj-x. 5) 10 vvaeeikii rraÄsrui 6e perculilone. Oxvn. 1699. 4. 6) cnkise. UVLKUIVS 6e mvru corxorum ex percullione; in seinen oxp. ee/i. I'ym. ll. pag. 7z. 7) ?raiie 6- >2 x-rculllan ou cboc 6e, corp», 4»r «r» kioeee; in seinen oe»ur. I'om. I. paz. I. K) ülxpockcL» pbxliee noua, 671, I»; und in eriuenrii oj>x. "Dom. II. ?arr. II. z. H) Ibcoria moiu; »bltraäli. surore L. L. e. I.. 12; lind« in seinen «/>?. lom.ll. l'arr. II. pax. z;, 10) l'raiic 6c mecsniczue 6e il. NU ea Ulk?.: in deir -nic-eur 66->». /X. pZji. I. 11) ^0. vvaeeis mecbanica Lue 6e moru iraÄaru! ßeonie» rricur; in seinen °?j«. ru-tt/^ciu. Vol. I. paZ. 571. 12) ^ac. «rk.aiaueii xkoronomia, Luc 6e viribus er inori» b»5 LoL6orum er Lui6orum Lbri 6uo. >716. 4. iz) Iac. ibeupoldo riicarru.-n macliinaruiu xcucrale. Leipk» 1724. fol. 14) I^ouveUc mccanique NU Kiliane, ouvrazc polikumc 6s bl. vakiLel«u. » I'ariz, >72? 4. 1°oiv. I. II. zz) Discours lur lc> loix 6« I» communlcaiion 6u rnouvc» menr par bl. ze.au urkuoueei. ä Nanz 1727. 4; UNc» in seinen l'om.ul. p-g.i. »6) ueou. rveeni ineckanica, Lue moruz Icienlia »nal^» rice pcrrraÄara. ?errc>p. I7ZS- 4. 1'om. I. ll. 17) l'raiic 6e 6^namiczue ^>ar bl. v'al.raierkr. ^ kiirik» I?4Z. 4- »8) I«ns Rrafr Forsläsiiinger vver Mechanik. Sorox »762. 64. 4. » pnd s Theit. H 14 V. Abschnitt. dlecliznics Isna- r-cläirs er «uÄ, » zd. diic. rsrrus. LürT. er Vttlm. 1772. 4. 19) lAcoriz mnlur corporiun loliSosum stu rißiäorum; auÄorc rro^i Lvrxoo. KcM er u5v. 1764. 4. so) Abr. Gorrb. Rastners Anfangsgründe der höhern Mechanik. Gölt. >766. « ate Aufl. i?SZ. 2>) I. H. Lambcrrs Gedanken über die Grundlehren "des Gleichgewichts und derBewegung; im^Theile seiner Seyrräge zum Gebr. der Macbem. Z6z S. 2») I»l). Gcsrg vüsch Mechanik; in seinem versuch einer dNarbem. zum Nuyc» und Vergnüge» des bürg. Lebens. Hamb. >776, 8. * Zte sehr renn. Auflage Hamb. -790. 8 zweycer Theil. ebendas. >791. z.z) 'LehrbegriffVergesauimrenMarhemarik. Aufgc- seyc von tVencesl Ish. Gustav Rarsten GrcifS- wäld 17.69. 8. im dritten und vierten Theil. 24) 'Zu diesem sowohl als den veydeu vorhergehenden Cap. gehört: Grundsätze der reinen Mechanik von Rlügel in lLberhards philos. Magaz. I. B. 4. U. tt-V. >.St. Fünfter Abschnitt. Hydrostatik. Vom Gleichgewichte flüssiger Körper unter sich selbst. §. 150. Die Erfahrung lehrt, daß die Theilchei» eines jeden flüssigen Körpers in einem Gefäße eine solche Lage annehmen, daß die Oberflache desselben horizontal ist. Da ein jeder flüssiger Kör- per Hydrostatik. 11 s per angesehen werden kann, als ob er aus einer Menge sehr kleiner fester Körperchen bestünde, die nur schwach unter einander zusammenhangen: so kann ein flüssiger Körper freylich nicht eher ruhen, che er nicht jene Lage angenommen hak; denn in einer jeden andern Lage würden einige Thcilchen gleichsam auf einer schiefen Ebene liegen, von der sie hernnterrollen müßten, weil sie schwer sind. §. 15 r. Ein jedes Theilchen eines flüssigen Körpers, z.B. 2z Fig. wird nicht nur durch sein eignes Gewicht unterwärts nach dem Bodes des Gefäßes zu getrieben, sondern auch durch das Gewicht der über ihm liegenden Theilchen. Dennoch sinkt es nicht, weil es dabey andere Theilchen verdrängen müßte, die es nicht verdrangen kann; die ihm also eben so stark entgegendrücken, als es selbst gegen sich drückt. Das heißt: ein jeder größerer oder kleinerer Theil eines flüssigen Körpers wird durch sein eigenes Gewicht und durch das Gewicht aller übrigen Theilchen an seinem Orte erhalten, wenn der flüssige Körper sich einmal in einem Gefäße in Ruhe befindet. Wenn wir also den Theil des Wassers oder eines jeden andern flüssigm Körpers besonders betrachten, der auf einer Seite von LckOL, auf der andern von b'll(?bl eingeschlossen ist: so wird derselbe von dem darüber und darunter stehenden H 2 Wasser n6 V. Abschnitt. Wasser eben so stark gedruckt, als er selbst dieses darüber und darunter stehende Wasser drückt. Stärker kann er nicht davon gedrückt werden, sonst würde er weichen; auch nicht schwächer, sonst würde ihm das andere Wasser Platz machen, welches doch beides nicht geschieht. §. 153. Wenn nun dieser Theil Wasser allerwartS in und stLM von einem festen Körper begränzt würde; wenn er z. B- in eine Röhre eingeschlossen wäre; so würde diese Röhre nicht stärker und nicht schwächer darauf drücken, als vorher das umgebende Wasser that, in dessen Stelle sie gesetzt wurde. Nicht stärker; denn sie drückt nur so stark auf das in ihr enthaltene Wasser zurück, als das Wasser auf sie drückt: nicht schwächer: denn wir nehmen sie stark genug an, daß sie dem Wasser nicht weicht. In einer jeden gekrümmten Röhre also, sie mag aussehen wie sie will, allerwärtö einerlei) oder eine verschiedene Weite haben, steht das Wasser gleich hoch, und und LO, 24 Fig. liegen beide in einer Horizontalebne. So kann, wenn ein Schenkel der Röhre enge, der andere sehr weit ist, 25 Fig. eine geringere Menge Wasser einer ungleich größern das Gleichgewicht halten. §. 154. Unter keiner andern Bedingung kann hin' gegen das Wasser in einer gebogenen Röhre rn Hydrostatik. n? hig, oder im Gleichgewichte seyn, als wenn es in beiden Schenkeln gleich hoch steht. Wenn ^ und 26 Fig. in einer Horizontalebne liegen, so bleibt das Wasser in der Rohrs Hlid.D ruhig und im Gleichgewichte (§. 15z). Steht nun über L noch die Säule (.'L, so kann welches nur der Säule (D das Gleichgewicht hält, dein Gewichte von nicht zugleich mit widerstehen; Lk fallt also in der Röhr? vermöge seiner Schwere, und das Wasser muß notwendig dabey in H. steigen. Dieß muß so lange fortdauern, bis ^ und L in einivley Horizontalebne liegen. S- 155- Wenn das Wasser in der gekrümmten Röhre, s?Fig in und v gleich hoch steht, so erfolgt das Gleichgewicht (H >;z). Wenn nun die eine Röhre noch weiter bis L erfüllt werden sollte, so müßte die andere auch bis 5 angefüllt werden; oder es müßte wenigstens in tV eine Kraft auf das Wasser drücken, die so groß wäre, als das Gewicht der WassersäuleDas könnte z.B. ein anderer schwerer Körper thun; und wäre er leichter als die Wassersäule IbLtVlöl, so würde er durch eine vielleicht nur geringe in den Schenkel (D gegossene Menge Wasser gehoben werden. Aber wenn er solchergestalt gehoben werden sollte, so müßte das Wasser in (^1) fallen, und zwar so viele Male mehr falten, als der schwere Körper steigen soll, als wie oft die Dicke der engern H z Röhre V. Abschnitt. Röhre in der Dicke der weitern, oder das Qua« drat des Durchmessers > 1) in dem Quadrate des Durchmessers ick entkvUten ist. Hierauf gründet sich Wolfis anaromischer «Zeder und e'Gravesailvee koilis k^roUsricu«. S- 156. Wenn die eine Röhre in tälä, 28 Hig. abge- schnitten lind die andere bis (A) mit Wasser erfüllt wäre, so münde das Wasser in immer überlaufen. Wären aber üäv verschlossen, und in lü >iur mit einer engen Öffnung versehen, so muß das Wasser in ff mit Gewalt hervorspringen; und eigemlich sollte die Höhe zu der e6 springt, 1", mit (A) in einer Horizontalebne liegen. Aber wegen des beständigen Widerstandes der Lust, wegen des Druckes des wieder herunter fallenden Wassers, und weil sich der hervorspringende Wasserstrahl in L reibt, springt das Wasser niemals bis ganz zu dieser Höhe. Nach diesen, Lehrsatz? kann man verschiedene Arten von Springbrunnen anlegen, bey denen das Wasser durch sei» eigenes Gewicht zum Springen gebracht wird. §. 157. Der Boden eines senkrecht cylindrischen oder prismatischen Gesäßes wird von dein darin enthaltenen Wasser chnstreirig mit einem Gewichte gedrückt werden, daß der Last des im Gefäße enthaltenen Masters gleich ist. Wie stark das Wasser Hydrostatik. 119 Wasser auf einen jeden andern Theil des Gefäßes, z. B. auf LI), 29Fig. drückt, das läßt sich bestimmen, wenn man den Theil LI) wegnimmt, und an seine Stelle eine Rehre auswärts aus dem Gefäße führt, Oll/U Diese Röhre müßte bis ) mit Wasser angefüllt werden, wenn die einmal in LI) befindlichen Wassertheilchen noch weiter an ihrem -Orte verbleiben sollten; oder diese Wassersäule druckt eben so stark gegen LI), als das Wasser im Gefäße gegen LI) drückt. Das Gewicht der Wassersäule IUI wird aber gefunden, wenn man die Grundflache LI) durch die Höhe IUI multiplicirt. Nun ist TO; also darf man nur, um zu finden, wie stark ein gewisser Theil jenes Gefäßes von dem in dem Gefäße enthaltenen Wasser gedrückt wird, die Flache dieses Theils durch die lothrechte Linie von ihm an bis zur Oberfläche des Wassers mul- tipliciren. Weil aber das Wasser über L nicht sö hoch steht als über O, so darf man diese Rege! in der Ausübung nur dann anbringen, wann man wenigstens das Mittel zwischen TL und TO für die Wasserhöhe annimmt. Hrn. von Senners hydraulische Maschine. (r>. Varkers Wassermühle ohne Rad und Trilling. L.) Z. 158- Aus diesen Betrachtungen wird nun auch erhellen, warum das Wasser mir einer größern Gewalt aus einem Gefäße hervorspringt, wenn nahe an dem Boden eine Oeffnrma gemacht wird H 4 als izs V. Abschnitt. als wenn die Osffnung höher steht; oder auch wenn das Gefäß höher mit Wasser angefüllt ist, als wenn es niedrig darinn steht. Jngleichem kann man daraus einsehen, warum das Wasser aus der Oeffnung eines Gefäßes mit beständig abnehmender Geschwindigkeit ausläuft. Ucbcr- Haupt aber ist es nicht schwer zu begreifen, daß die Lehre von der Bewegung der flüssigen Körper weit mehrerer» Schwierigkeiten unterworfen seyn müsse, als die Bewegung der festen: denn ein jedes einzelnes Thcilchen eines flüssigen Körpers kann dabey seine eigene Bewegung haben, welche die Bewegung der übrigen nicht so bestimmt, wie bey den festen Körpern; daher auch hier nicht ausführliche Untersuchungen darüber angestellt werden können. §. 159- Wenn in dem Gefäße LKL?, zo Fig. der untere Theil tUlLO mit einem flüssigen Körper von leichterer Art, der obere aber mit einem andern von schwererer Art angefüllt wäre und die Oberflächen von beiden /rö, L?, horizontal stünden: so würden beide flüssige Körper in Ruhe bleiben, es ist kein Grund vorhanden, warum sie ihren Ort verandern sollten. Denn ein jeder Theil der leichtern Materie für sich allein würde freylich an dem einmahl eingenommenen Ort? bleiben: und sollte ihn derDruck der darüber stehenden schwerern Materie heben, so müßte doch Hydrostatik. ,2 r doch dieser jedesmahl einen eben so schweren, folglich eben so stark drückenden Theil der schweren Materie verdrängen, welches er nicht kann. §. 160. Wenn man aber einen schweren flüssigen Körper über einen leichtern herschüttet, so kann das viemahlö so geschehen, daß die Oberfläche des leichtern völlig horizontal dabey bleibt, und die Oberfläche des schweren sich sogleich horizontal über den leichtern ausbreitet. Hier wird also ein Theil des leichtern flüssigen Körpers von dem darüber hergegossenen schwerem stärker gedrückt als der andere und weicht daher diesem aus: der schwerere flüssige Körper fallt in dem leichtern zu Boden, und es fließt von dem leichtern immer mehr über ihn her: es kann nun nicht eher ein Gleichgewicht erfolgen, als bis der schwerere flüssige Körper auf dem Boden des Gesäßes, und der leichtere über ihm steht. Aus eine ähnliche Äieise kann man erklären, warum die Bewegung in einem einmahl bewegten, flüssigen Körper so lange dauert, und wie sie nach und nach aufhört. Kreise im Wasser, die von einem hineingeworfene» Steine entstehen. §. i6r. Wenn etwas von einem flüssigen Körper leichterer Art allerwärts von einem flüssigen Körper schwererer Art umgeben wäre: so würde es mit weniger Gewalt sich zu sinken bemühen, als H 5 ein V. Abschnitt. ein jeder Theil von der schwerem Materie unter ihm anwendet in seiner Stelle zu bleiben; es wird vielmehr von den unter ihm besindbchen Theilen auswärts getrieben und gelangt solcker- gestalt endlich auf die Oberfläche des schweren. So nehmen also mehrere flüssige Körper von per« schiedenem eigenthümlicken Gewichte, die sich beysammen in einem Gefäße befinden, und sich nicht vermischen, oder wenigstens nicht durch einander geschüttelt oder gerührt werden, wenn sie sich dabey vermischen würden, die jage an, daß der schwerere allemahl unten, der leichtere allemahl oben sieht, wobey aber die Oberfläche eines jeden allemahl horizontal " ird. Beyspiel an der soamamiten Llemenkarwelc (und Mit brennbarer Luft gefüllten Seifenblasen. L.) H. 162. Waren in einer gekrümmten Röhre, wie ^LVLL 26 Fig. ist, zweyer^y flüssige Materien von verschiedenem eigenthümnchen Gewichte enthalten , so würde nur ein Gleichgewicht erfolgen können, wenn der Theil KD mn dem, was in dem Schenkel HL enthalten ist, so stark gedrückt würde, als er auf der andern Seite von dem, was in dem Schenkel LI) enthalten ist, gedrückt wird. Hierzu wäre z. B. von dem vierzehnmahl leichtern flüssigen Körper vierzehnmahl mehr nö« thig als von dem vierzehnmahl schwerern. Stünde also in eine Quecksilbersäule und in OL eine Wasser- Hydrostati?. 12z Wassersäule, so müßte diese letztere vierzehnmahl höher seyn al6 die ersiere, wenn ein Gleichgewicht und Ruhe erfolgen sollte, weil das Wasser vier- zchnmahl leichter als das Quecksilber ist. Gleichgewicht flüssiger Körper mit festen, die sich in ihnen befinden. -» Anwendung auf dw Bestimmung des eigen» thümlichen Gewichts der Körper. S- r6z. Ein fester Körper in einen flüssigen, z.B. in Wasser, verraucht, leidet unstreitig von dem ihn umgebenden Wasser eben den Druck, den ein eben so großer Theil Wacher an seine Stelle ge« seht davon leiden würde. Dieser wird aber von dem übrigen Wasser dergestalt getragen, daß stin Gewicht, mit dem er zuBoden sinken würde, gleichsam vernichtet wird, weil er an seiner Stelle bleibt ohne zu fallen. Also nur in dem Falle würde der feste Körper in dem Wacher zu Boden sinken, wenn er ein größeres Gewicht hätte, als ein eben so großer Theil Wasser; lind zwar treibt ihn nur so viel von seinem Gewichte niederwärts, als übrigbleibt, wenn von seinem ganzen Gewichte das Gewicht des Wassers abgezogen wirb, das mit ihm einerley Raum erfüllet, oder gleich groß ist. §. 164. Ein Faden, an dem der feste Körper in das Wasser versenkt wäre, hätte also nicht mehr das ganze 124 V. Abschnitt. ganze Gewicht des Korpers zu tragen, sondern nur so viel als übrig bleibt, wenn von dem Gewichte des Körpers das Gewicht eines eben so großen ThcilS Wasser abgezogen wird; d nn so viel, als das Gewicht eines eben so großen Was- sertheileS beträgt, verliert der Körper gleichsam an seinem Gewichte, so lange er im Wasser versenkt bleibt. Bestätigung durch Versuche. Das völlige Gewicht eines Eimers mit Wasser, de» man aus einem Brunnen zieht, fühlt man nicht eher, als bis öcr Eimer außer dem Wasser ist. Z. 165. Ein fester Körper in zweyerley flüssige Materien gehmkt, verliert also nicht in beiden gleichviel von seinem Gewichte, sondern in dem schwerern mehr als in dein leichtern. Zmeyerlc» feste Körper von gleicher Größe in einerlei) flüssige Materien gehenkt verlieren beide gleich viel von ihrem Gewichte; sind sie aber von ungleicher Größe und einerlei) Gewichte, so verliert der, der das größere eigenthümliche Gewicht hat/ weniger, als der das geringere besitzt. Versuche hierzu. Tief unter Wasser versenkt verliert ein Körper nicht mehr von seinem Gewichte, als wenn man ihn weniger tief versenkt; das untere Wasser in einem Gesäße kann also durch das darüberstehende nicht merklich zusammengedrückt und dichter gemacht werden. (In sehr großen Tiefen, z E. in der See, würde sich ein Unterschied finden. L.) H. l66. Hydrostatik. 12s K. 166. Hatte der feste Körper, der sich in dem Wasser befindet, mit dem Wasser einerley Gewicht, so würde er in dem Woss r sein ganzes Gewicht gleichsam verlieren, oder nichts davon übrig behalten, womit er sinken könnte. Er würde also in Wasser versenkt in dem einmahl eingenommenen Ranme ruhig schweben, ohne zu sinken oder zu sieigen. 8- 167. Ein fester Körper, dessen eigenthümlicheS Gewicht geringer ist, als das Gewicht des Wassers, würde von dem Wasser, wovon er umgeben wird, starker aufwärts gedrückt werden, als ihn sein Gewicht niedertreibt. (Auch ein flüssiger der sich nicht mit dem Wasser vermischt. L..) Er würde also so lange in dem Wasser aufwärts steigen, bis ihn das Wasser nicht mehr starker in die Höhe treiben könnte, als ihn sein Gewicht unterwarcs treibt. Daß geschieht, wann sich nur so viel von ihm in Wasser eingetaucht befindet, daß eben der Raum mir Wasser ausgefüllt so schwer würde als der ganze fest?Körper. Folglich muß ein fester Körper, dessen eigenthümlicheS Gewicht geringer ist als das Gewicht des Wassers, alsdann in demselben ruhen, wann nur so viel von ihm eingetaucht ist, daß der Raum von diesem Theile mit Wasser ausgefüllt eben so viel wiegt als der ganze Körper. Ein fester Körper von dieser Art steigt daher, wenn er unter das 126 V. Abschnitt. das Wasser gebracht worden ist, in demselben in die Höhe, und zwar mit der Kraft, welche übrig bleibt, wenn man von dem Gewichte des mit ihm gleich großen Wasserklumpens ftin eignes Gewicht abzieht. Ua» sunt von dem Körper alsdann, er schwimme auf dem Wasser, und man kann ,eigen, daß die meisten Kö'-per nur in einer gewissen, wenige aber in allen Lagen schwimmen könne». §. 168. Von zween festen Körpern, die beide ein geringeres eigenrhumliches Gewicht haben als das Wasser, steigt also der leichtere geschwinder in dem Wasser in die Höhe als der schwerere, und taucht auch nicht so tief ein als dieser. Und einerley fester Körper steigt in einer schwerern siüssigen Materie schneller in die Höhe als in einer leichtern, und taucht auch iu jener nicht so tief ein als in dieser. Man könnte deswegen die eigenthümlichen Gewichte der verschiedenen siüssigen Körper dadurch unter einander vergleichen, daß man einerley festen Körper in sie versenkte und bemerkte, wie tief er sich in ihnen eintaucht; oder auch dadurch, daß man einerley festen Körper in verschiedene flüssige versenkt so lange durch zugesetzte Gewichts schwerer machte, bis er in allen gleich tief eintaucht, worauf man die zugesetzten Gewichte zu vergle chen hatte, um die Verhältniß der eigenthümlichen Gewichte der siüssigen Körpen zu finden. Werkzeuge, die man Hydrostatik' 127 hierzu gebraucht, heissen Aräometer (araeometri,, bar/llia), oder auch von einem besondern Gebrauche derselben Bier - oder Salzwagen, (bey den Salinisten heißen sie auch Spindeln Salz- spindeln, Soolfpindeln. Sonst im allgemeinen Sinne auch Hydrometer und Senkwagen ?c. L..) lo. czasuxu äill-rr. sie U/lli-olcopio conli-lnriz mentarac. 1754. Ioy. Gesners physisch mathematische Untersuchung von der Richtigkeit des Maaßes und dem Nutzen der Hydroscvpien. Wien, >7?n 8. dlcmoirc sur >z conilruHion 784- 4. 'Beschreibung eines sehr bequem eingerichteten allgemeinen Aräometers von G. G, Schmidt, in evren 's Journal der Phys. 7ten B. S. l86. Nicholsons Hydrometer in dendlcockiksidlcm. x^ol. II. und in Gren's Journal der Phys. 4ter Band, zs St.; das Rnmedensche in kUllot. g'rzn,. v»>. Zo. und in Nozier, Iuuius 179^. §. I6y. Ein schwererer fester Körper kann zum Schwimmen auf dem Wasser gebracht werden, wenn entweder so viel von einem leichtern Körper an 128 V. Abschnitt. an ihm befestigt wird, oder er für sich in einen so großen Raum ausgedehnt wird, daß der Raum, den er nun einnimmt mit Wasser ausgefüllt mehr wiegt, als der Körper selbst. So schwimmen z. B. Menschen auf Blasen, oder vermittelst der Schwimmgürtel, Wasserharnische, Wasserhemder oder Scaphander; Leichen, hohle gläserne und metallene Kugeln, Bouteillen, Schiffe, Pontons u. s. w. Die Kunst zu schwimmen, von Iol). Fried. Bachstrom. Verl. >742, 8. * tcrirc» VN sibänläpbical stilgsÄz k>7 ovlvg. r.cr- isr I.V. in dessen Ux^cr. -mä Öbkervsricm» c>n Llcklri» cii/. I.onävn 1769, 4. S. 46z. ^I.'»rr äc nzver »vcc >1-5 »vi, äs tc baizncr Ulilcmenr, p»r I'lirvenoi', ornc äc XXII tißurc!. z psrii 1781. »Untersuchunq woher es komme, daß die Thier? von Natur schwimmen können, da hingegen der Mensch solches erst mit Mühe lernen muß von Hr. Dazin, ini Hamb. Magaz. > B. S. Z27. Vom Schwimm- gürtclim z B. S.?ü°. und von der eigenthümli- chen Schwere des menschl. Körpers in Absicht auf das Schwimmen im B. S. zz-z. Einzelne Theile eines Körpers können also gar wohl ein größeres eigenthümlichcs Gewicht haben als ein gewisser flüssiger Körper, im Ganzen aber kann der Körper doch ein geringeres beslyen. , Eben so schwimmen auch vornehmlich wegen der anhangenden Luft Goldblättchen, oder Nähnadeln auf Wasser. L. l?o. Aus der Gewalt mit welcher feste Körper in flüssigen niedersinken, kann man dem bisher Vorgetragenen zufolge das verschiedene eigenthüm- liche Gewicht der festen Körper nicht allein, sondern auch der flüssigen unter einander vergleichen. Man Hydrostatik. 129 Man bedient sich dazu der sogenannten hydrostatischen Wage (biiaux Iiycirollatid!,) deren Unterschied von einer gewöhnlichen Wage nur darin besteht, daß sie empfindlicher und seiner, und zu der Absicht, die Körper in flüssigen Materien abzuwägen, bequemer eingerichtet ist. Beschreibung einer neuen hydrostatischen Wage, von cSeoig Friede, brande,Augsburg, 1771, 8. Dieschdient zur Bestimmung der Stärke der Sohlen (Eine, die ich von diesem Künstler besitze, ist auch zum Abwägen leichterer Flüssigkeiten als Wasser eingerichtet. Selbst ali Salzwagen betrachtet können diese Instrumente freylich immer nützlich scnn, nur ist bey Hrn. Lamberts Verfahren immer bedenklich, daß die Grade derselben nach Auflösungen von reine» Salzen bestimmt sind. Die gewöhnlichen Sohlen enthalten aber erbige Theile und die sogenannte Bittersohle soll nach Hrn. Langsdorf (AuSsübrl. Abhandl. von Anlegung der Salzwerke. Gießen >78>. 2 Theile in q. oft ^ des Ganzen betragen. Eigentlich gehören Untersuchungen, wie diese, woben es noch auf etwas mekr als blvs specif. Gewicht ankömmt, nicht für die Hydrostatik sondern die Chymie. L.) S- I7r- Wenn man vermittelst der hydrostatischen Wage einerley feste Körper in verschiedenen flüssigen Materien abwiegt: so giebt das, was dieser Körper jedesmahl am Gewichte verliert, das Gewicht von eben soviel von der flüssigen Materie an, als in den Raum geht, den der feste Körper einnimmt; und man kann also solchergestalt flüssige Körper in Absicht auf ihr eigenthümlicheöGewicht nicht nur untereinander I verglei- j zo V. Abschnitt. vergleichen, sondern auch finden, wie schwer ein gewisser d m körperlichen Inhalte nach gegebener Thcil einer fiüsfigen Materie ist. Man pflegt sich dazu eines gläsernen eysörmigen Körpers zu dcdienen, der, wenn er hohl ist, mit Quecksilber schwer genug gemacht wird. Wiegt man einen Cubicfuß oder Zoll in Wasser, Wein- gcistc, Oele, u. s. f. ab., so findet man dadurch, wie viel ein Cubicfuß oder Zoll Wasser, Weingeist, Oel, u s w wiegt. Einen rheinlandische» Cubicfuß reines Wasser findet man auf diese Weise (nach Hrn. Hofr. Käsinecs Untersuchungen) IZ5, 49 cölln. Mark, oder «8, 34 Apsthekerpfund schwer. Aber überhaupt finden dabey Verschiedenheiten Statt. §. i?2. Das cigenthümliche Gewicht eines festen Körpers verhält sich zum eigenthümlichen Gewichte eines flüssigen, wie das Gewicht des festen Körpers zu dem, was er am Gewichte in dem flüssigen verliert. So lassen sich also die eigen- thümlichen Gewichte fester und flüssiger Körper unter einander vergleichen. Man nimmt aber dabey an, daß die Dichtigkeit des festen Korpers gleichförmig sey: wäre dieses nicht, so würde man eigentlich nicht das eigenthümliche Gewicht desselben, sondern eines andern Körpers finden, der mit jenen zwar gleich schwer und gleich groß, aber dabey von gleichförmiger Dichtigkeit ist. Körper die sich im Wasser auflösen, z. B. Salze, kann man in dem stärksten Weingeiste, oder im Terpentinöle abwägen. §.173- Hydrostatik. izi §- I7Z- Umgekehrt kann aus dem Verluste, den ein Körper au seinem Gewichte im Wasser erleidet, mit dem bekannten Gewichte eines gewissn Was» serktumpenö verglichen, die Größe jenes Körpers gefunden werdem. So oft wie nähmlich das Gewicht eines Cubiczolles Wasser in demjenigen enthalten, was der Körper am Gewichte im Wasser verliert, so viele Cubicjolle ist der Körper groß. Ma» dividire also den Verlust des Gewichtes eines stör- pcie im Wasser in Apoll) kergranen auegedrückt durch ;y.>, so giebt der Quotient die Grüße dcS Körpers in rheinlandischen Cubiejvllen. S- 274. Wenn man weiß, wie sich das eigenthüm- lick Gewicht mehrerer festen Körper gegen das Gewicht des Wassers verhalt, so weiß man auch zugleich die Verhältnis; ihrer Gewichte unter sich. Man setze zween feste Körper, die beide in Wasser abgewogen gleich viel von ihrem Gewichte ver- Zieren, daß heißt die beide gleich groß sind (§. 165), so werden sich ihre eigenthümlichen Gewichte gegen einander verhalten wie ihre abso- luten Gewichte (§ 72). Nähme man von beiden an Gewicht gleich viel, so verhalten sich ihre genchümlichen Gewichte gegen einander umge- kehrt, wie ihre Größen (§.71 verglichen mit §. 21), oder umgekehrt wie das, was si? im Wasser am Gewichte verlieren (§. 16;). Nähme man von beiden weder gleich große noch gleich schwere Stücke, so wäre also die Verhältnis; ihrer eigen- I ^ thüm- iz2 V. Abschnitt. thümlichcn Gewichte aus der ordentlichen ihrer absoluten Gewichte und der verkehrten von dem, was sie im Wasser verlirren, zusammengesetzt. Hieraus fließt folgende Regel: Um die eigen- thümlichen Gewichte von zween festen Körpern unter einander zu vergleichen multiplicire man das Gewicht des erstem durch das, was der andere im Wasser verliert: und das Gewicht des zweyten durch das, was der erstere im Wasser verliert; die Verhältnis dieser beiden Producte ist die Verhältnis der eigenthümlichen Gewichte beider Körper. §- Wenn man nun das Gewicht eines Cubic- fußeö Wasser nach dem 171 H. gesunden hat, so kann man aus der Verhältniß des Gewichtes desselben gegen flüssige und feste Körper und dieser wieder unter sich finden wie schwer ein Cubicfuß von verschiedenen Körpern ist. §. l?6. Um das eigenthümliche Gewicht eines festen Körpers zu finden der leichter ist als Wasser, dürfte man nur wissen wie groß der Theil desselben ist, der sich in das Wasser eintaucht; wie sich dieser Theil zum Ganzen verhält, so verhält sich auch das Gewicht des festen Körpers zum Gewichte des Wassers (§> 167). Allein da sich die Größe des eingetauchten Theiles nicht wohl mit der gehörigen Genauigkeit auömessen läßt, so Hydrostatik. izz so darf man nur einen andern festen Körper damit verbinden, wodurch jener leichtere schwerer wird als das Wasser, und alsdann untersuchen, wie viel das ganze Zusammengesetzte am Gewichte im Wasser verliert, woraus man dann das eigenthümliche Gewicht des leicktern allein bald finden kann. Wenn man nähmlich den Verlust des Gewichtes des Hinzugechanen schwerern Körpers allein von dem Verluste des ganzen Zusammengesetzten abzieht, so findet man das Gewicht des Wassers, das mit dem leichtern Körper einen gleich großen Raum einnimmt; und dieses gegen das Gewicht des leichtern Körpers allein gehalten, giebt die Verhaltniß des eigen- thümlichen Gewichtes des Wassers und des leichtern Körpers. Zu dem schwerermachen des leichtern Körpers kann man eine metallene Zange oder einen gläsernen Eimer gebrauchen; und dieser letztere dient auch die Pulver abzuwägen. Eine andere Art das eigenthümliche Gewicht der leichtern festen Körper zu finden, da man mit der Wage untersucht, wie viel Gewicht man nöthig hat, um den Körper a» einem Faden, der um eine auf dem Boden des Gefäßes befestigte Nolle gezogen ist, niederzuziehen, ist trüglicher. (Nicht blvs dieses, sondern sie taugt gar nichts. In den Vorlesungen wird hier von dem Archimedei- schen Versuch und den dabey sich zeigenden Ungewißheiten umständlich gehandelt. L. S. l?7. Gemeiniglich findet man bey dem Abwägen des eigenthümlichen Gewichts von einerley Art I z Körper V. Abschnitt. Körper Verschiedenheiten; dieß rührt daher, daß sie nicht allemahl gleich rein sind und das Wasser auch nicht immer einerlei) eigenthümliches Gewicht, noch die Lust einerlcv Gewicht nnd Warme hat, welches alles einen merklichen Einfluß auf diese Versuche hat, wie aus der Folge weiter erhellen wird. §. i?8. Man kann das cigcmhümliche Gewicht der Körper noch durch andere Mittel verglichen, z, B. Key festen dadurch, daß man bloß g eich große Etüeke gegen einander abwiegt; bcy flüssigen, indem man gleich große hohle Maaße voll davon wiegt, oder die Höhen untersucht, zu denen sie sich in Röhren, die unter einander verbunden sind, selbst einander hinauf drücke», oder von einem dritten flüssigen Körper z. B. von der just gedrückt werden. Aber alle diese Verfahren sind unsicherer und unbequemer als die vorhin gelehrte Weise. Wenigstens müssen die hohlen Maaße einen engen Hals und eine kleine Oeffnung haben. §- 179- Ein weitlauftigeS Verzeichnis der eigenthüm- lichc» Gewichte von vielen Körpern unter einander verglichen, findet man beyin Müschcn- broek irttroch scl pbllcss. natural. PSA. zz6 Hier ist ein Auszug daraus; das Gewicht des Regenwassers ist i angenommen. Japan!- Hydrostatik. i z s Japanisches gegossenes die schwersten Theile Kupfer ^ 8,7267. daraus 27,500. schwedisches gegossenes Achat 2,61z. Kupfer 8,zz?z. Demant 3,4756. geschwgcncs 8,7840. Albaster »,872. gegossener Messing 8,0000. blauer Schiefer 3,5ov. geschlagener 8 ,549. rother Arsenik 3,22z. Rohes SpiesglaS 4 ,000. gelber 3,Z>5. drcomahl gereinigter Arsenikkknig 8,308. Spiesglaskönig 6,8-2. weiße Kreide 2,252. feines gegossenes Sil- Berakrystall 2,650. der 11,091. sachsischer Topas 3,4-0. geschlagenes 10,500. Steinkohlen 1,238. das feinste Gold 19,640. Magnet 4,58;. Ducatengvld gegvs- italienischer Marsen 17,01754. nior 2,700. stark geschlagen 18 ,588. chinesisches Por- gegossener Wißmuth 9,700. eella» 2,z6z. der beste Stahl der reinste Quarz 2,76z. weich 7,7679. Saphir 3,562. stark geschlagen 7,8955. Selenit 2,522. weiches Eisen 7,6000. gemeiner Kiesel 2,542. kalt und stark gcschla- Schmaragd 2,777. gen 7,875. gute Gartenerde i,6zo. reines Quecksilber 14,000. Türkis 2,50z. 4>> Mahl destillirt >4,1 >0. Tnrmalin 3,2222. deutsches sehr reines sehr reines weißes Vley Il ,44;r. englisches Glas 3,150. sehr reines cngli- venedisches 1 ,591- sches Zinn 7,295. gemeines grünes 2,666. aus Malacca 7,Z5i. gemeiner weißer goßlarischer Zink 7 ,215- Sand 2 ,631. stischgegossenerZink9,z548. holländische Zie- (') Platina 15,52666. gelsteine 2,006. I 4 Tannen- C) Nach den neuen Versuchen des Hrn. Grafen von Giekiiigen verhalt sich die cigenthümliche Schwere der von allem Eisen gereinigten Platina, die wie das reinste Silber glänzt, zu der vom Golde wie 27:25, das gäbe also, wenn man das feinste Gold seht, hier für diese Platina 21, 211. Dergiiiail -egni mincczUs kecunrium s>riricipis pro- xima Ni^oNi. ^ v-sszuine 1782. p. 102) giebt der höchst gereinigten nur 18,000 L.. I Z6 V. Abschnitt. Tannenholz 0,??o. Ahvrnhvlz 0,7??. Erlenholz 0,800. Aloehvlz i,'77. Pomeranz-nbolz 0,70?. Verberizenholz 0,8562. rothee Bmsili'iihvlz 1,0z 1. Vuldaumholz i» Holland gezogen 1,828. aus der Türkey 0 ,9 >9> Campechchoiz 0,91z. indianische« Cedern- boiz i,zi?. Cedernholz au« Palästina 0,6iz- Kirsckholz 0,71?. EttronenholZ 0,726z. Zimmtholj 0/Z9Z4. EvcoSschaalen >,840. Gchlangenholz 0,7684. Haselnkolz 0,600. Edenholz >,209. Buchenholz o,8?2. FernamdukholZ 1,014. Eschenhviz 0,744. Guaiakholz 1 ,888. Wachhvldechvli 0,4^6. Mastixbolz 0 ,849. Letternbolz ','92. Mahagoniholz >,o6z. andere« ist aber leichter als Wasser. Eisenholz 1,02z. Nierenholz 1,200. Wcißdornhvlz 0,7-7?. Apfelholz 0,79z. Pappelnholz o,zzz. Pflaumenholj 0 ,78?. Birncnhvlz 0,661. altts Eichenholz i,>66. Rvsenhvlz i,>Z2. Meidenholz o ,?8?. Weisses Sandelholz 1 ,041. gelbe« rothe« SassafraSholj Kork Eidenhvlz Lindenholz lilmenholz Aloe 0,809. >,128. 0,482. 0,240. 0,788. 0,604. 0,671. i/8>8. arabische« Gummi i,Z7?> Kampfer 0,996. Pech 1,1 ?0. Iudenpech 1,400. Bernstein 1,06?. Schwefel 1,800. Alaun 1,714. Borax 1,720. Pottasche z,'i2. reiner Salpeter 1,9299. sehr reiner Salmiak 1,4202. sehr weißer Zucker 1 ,606. Weinstein i,849. gereinigter Weinstein 1,900. englischer Vitriol 1,880. Rindertalg 0,9??. Hammeltalg 0,94z. Schweineschmalz o,9?4. Elfenbein 1,82?. Hirschhorn 1,87?. orientalische Perlen 2,740. Hünercyer 1,090. Honig i,4?o. gelbes Wach« 0,960. sehr reine« weißes 0,966z. Luft, nahe an »er Erde 0,00 i?o. Regenwasser 1,00. Seewasser i,0zo. Brunnenwasser 0,999. Flußwasser , 1,009. gemeines Scheidewasser I,?00. Weinessig i,o>i. Kuhmilch 1,08°. Ziegen- Hydrostatik. 1Z7 Ziegenmilch 1,059. Salmiakgeist mit Pottum, >,o>6. asche - 0 ,9??.. Mandelöl 0,9^8. mit Kalke 0,9?-^. Nelkenöl i,oz?. Alkohol 0 ,81?. Zimmtöl I,oz?. weißer gemeiner Franz- xeinöl c >,9Z2. wein 1 ,020. Baumöl 0 ,9>z. Frvntignac 1 ,0086. Rüdöl 0,85z. Burgunder 0 ,9z;;. Terpentinöl 0,792. Champagner 0,96k. Vitrislöl 1 ,700. Pvntac 0 ,99z. (höchst reines nach Mallaga -,0159. Bergmann 2,,11 ,5. lt.) Moseler 0,9>6. (Arsemksäurc nach Rheinwein 0 ,999?. Bergmann Z,Z91. L.) rothcr Capwcin I,o>8. Brantewein 0 ,98??. weißer 1 ,039. Ein noch weitläufigeres Verzeichniß dieser Art als das Musschendroekische, aus vielen Schriftstellern zusammengetragen: '»die! ok speciirc grain,», ex- rr-Kerl krom rinrious -nrkor«, wirk snmc okicrvaiion» upon rke t-mc, ky mcn^nv in den Udilo/l «rnnrnK. net 5 ' Das neueste und vollständigste unter allen: n-s-nreur (pccitiizue ricr corps; ouvrsge urrie » I'inttoire ns- rureiic, I» pk)'ligve, nnx zri« er eu commerce, psr Lkissou. 2 v-ris 1787. 4. Schriften über die Hydrostatik und Hydrauük. 1) Arxi?a»aorn rkr«xi B. cks in gncNa li muovono, llj Llrr.ii.no Lzi.il.Li; Oosre, 1°om. I. pag 221. z) Irene c!u mnuvemenl cler cnux er . Des Herrn Mariorre Grundlehren der Hydrostatik und Hydraulik ins Deutsche übers, und imt Anmerk, von Meinig. Leipz. 172z. 8. 4) k»ccokz cl'-urori ckc lrsirens äcl moro llill' »cque, kirenk« 172z. U. f. I 5 5) N». zz8 VI. Abschnitt. 5) Hiczrrum macbinsrum ky-Ir-ulicsrum, ausgefertigt VVU I«c. Leupold. üeipz. 17^4, fol >. Ulid 2. Theil- 6) lo. M-.UU0UI.I.I. Ky6rsulics nunc primum li-rcÄz sc üc. niouglzrs ciireäi« cx fuiussmeniis pure mcckzniciz, I?Z2; im /X lind X Bande der <5>,»me»c. petro- pnt. und in seinen 0/!p> 7) o/ru. ui-u«oul.l.i l^äroclz'nimic», liue gs viribus et rnoribus üuicloium commencsrii. ^rzeuror. l7Z9> 4. L) 1°rsire I'equiUbre er liu mouvcmenr lies üuillsi psr dl. o'»i.ii>n!Lur. s?sris, >744. 4. 9) gl>. SLüUL« cxercirsuonum tip^rzulicsrum fzlc!. culus. «Zseuing. 1747. 4. 10) Anfangsgründe der Hydrodynamik, abgefaßt von Adr. Goch. Lastner. GtÄingen, 17S9, 8. 11)' bihlirolisliesl snc! Uueumsriesj UeÄures b/ KcXZrir corrs pubiiüreä from Ike aurblir'» ori^inzl wznuscrjpr, vcirk nores b)l uou^ur 8uir». boucion, 177-;. z. II.) ' Rarsten« Lehrbegriff der gesammtk» Mathematik 4. und 6. Band. 1 z) ' Herrn Prof. Büschs obenS. 111. angeführtes Werk im 2ten Theil. Sechster Abschnitt. Wirkungen Der anziehenden Kraft bey siüssigen Körpern. §. 1L0. Wenn man den Finger, oder eins Glasröhre, in Wasser taucht, und dann wieder herauszieht, so bleibt etwas von dem Wasser an dem Finger oder der Glasröhre hangen. Eben so macht das Wasser und eine Menge anderer flüssigen Materien sehr viele andere Körper naß; Queck- Wirkungen der anziehenden Kraft :c. izs Quecksilber hingegen macht weder den Finger, noch eine Glasröhre, noch manche Körper sonst, naß, aber wohlBlcy, Goid und andere Metalle. Nochwendig müssen die Theilchen einer flüssigen Materie, welche einen andern Körper naß machen . mit der Oberflache desselben stärker, als nnter sich selbst zusammenhangen; denn sonst würde der in sie eingetauchte Körper freylich trocken aus ihr wieder hervorgezogen werden. (Herrn Veva's Maschine die des Wasser blos durch ein schnell bewegtes Seil ohne Ende bewegt. L.) §. I8l. Flüssige Körper nehmen in Gefäßen aus solchen Materien, welche von diesen flüssigen Körpern naß gemacht werden, der Erfahrung zufolge nicht eine vollkommen horizontale Oberfläche an, wie sie der Schwere wcg'n thun sollten (§. zzo): sie sieigen vielmehr an den Seiten der Gefäße rings herum etwas in die Höhe. Dieß ist ein augenscheinlicher Beweis, daß hier zwischen dem festen und dem flüssigen Körper nicht bloß eine zusammenhangende, sondern eine wirklich anziehende Kraft Statt findet. Wie hierdurch auf Wasser schwimmende Körper von dem Rande des Gcjäßes angezogen zu werden scheine». Lvvakv sinuOmenr pkilolaptiiizue lue » der Materie. Z. 187. Wirkungen der anziehenden Kraft:c. 14Z S- 187 Nicht alle flüssige Materien, welche in gla. fernen Haarröhren aufsteigen, steigen in gleich weiten zu einerlei) Höhe hinauf. Es scheint der Unterschied hierin theils von dem verschiedenen Gewichte der flüssigen Materien selbst, theilö von einem Unterschiede in der Kraft, womit die eine oder die andere flüssige Materie vom Glase an- gezogen wird, abzuhängen. Vermuthlich zieht auch ein Glas starker an, als das andere. §. 183. Quecksilber steht in engen Glasröhren, die, man hineintaucht, nicht nur nicht höher wie ausser den Röhren, sondern auch selbst niedriger; und in Haarröhrchen dringt eö sogar überhaupt nicht ein. Auch steigt es an den Seiten eines gläsernen Gefäßes nicht höher als es in der Mitte desselben stehet, sondern es tritt vielmehr von demselben etwas zurück. Eben so geht es mit andern flüssigen Körpern in Gefäßen und Röhren aus solchen Materien, welche von den flüssigen Körpern nicht naß gemacht werden. Um dieß zu erklären, braucht man nicht eine eigene zurückstoßende Kraft zwischen diesen Körpern an- znnehmen; bloße Abwesenheit einer merklichen anziehenden Kraft ist schon dazu hinlänglich. S- 189 Auf eben die Weife, wie Wasser u. d. gl. in engen Haarröhrchen aufsteigt, steigt es auch zwischen 144 VI. Abschnitt. zwischen ein Paar ebnen Glasplatten, die man nahe genug an einander bringt, und in den engen Öffnungen und Zwischenräumen anderer Körper in die Hohe. So saugen Schwämme, Salz, Zucker, Erde, Holz, Leinwand, Löschpapier, Lampen -- oder Lichtdachte, Stricke u. s. f. allerlei) flüssige Materien in sich; nicht aber Quecksilber , weil sie dessen Theile nicht so stark anziehen, als diese einander selbst anziehen. §. lyO. Eine durch die anziehende Kraft in die Zwischenräume eines festen Körpers dringende flüssige Materie kann alsdann die Theile desselben weiter von einander treiben und den Körper selbst mit großer Gewalt schwellen machen. Sie wirkt hier gleichsam wie eine Menge von kleinen Keilen, die durch die Stärke der anziehenden Kraft allerwartö in die Zwischenräume des Körpers hineingetrieben werden und diese dadurch ergrößern. §. lyr. Wenn eine flüssige Materie durch die engen Zwischenräume des Löschpapiers, der Leinwand u. d. gl. durchfließen soll, so muß gleichfalls die anziehende Kraft zwischen den Theilen des festen und des flüssigen Körpers das Ihrige dazu bey- tragen. Deswegen kann man Quecksilber in einem Beutel von Leinwand oder gar von Flor tragen, ohne daß es durchfließt, weil es von düstn Körpern nicht sehr stark angezogen wird, da Wirkungen der anziehenden Kraft:c. 145 da das nngle'cb leichtere Wasser sehr bald durch die Zwischenräume dieser Körper fließen würde. §. IY2. Welche Materien übrigens stark, und welche nur schwach einander anziehen werden, das scheint sich nicht im Boraus ausmachen zu lassen. Wenn. es auch das Ansehen hat, als ob ein flüssiger Körper von einem jeden dichtem festen Korper stärker, von einem jeden lockern festen Körper schwächer, angezogcn-wsrden müßte, als seine Theilchcn unter sich selbst einander anziehen: so möchte doch wohl die Erfahrung tticht immer völlig damit übereinstimmen, und es allemahl sicherer seyn, diesen Sah nicht als ein allgemeines Naturgesetz anzunehmen. So viel ist gewiß, daß es sehr unterschiedene Stufen in der Stärke des Anziehens giebt. Wasser wird besonders stark von balzen und vom Glase, hingegen nur schwach von ollen fetten Körpern, dem Haar der Thiere, gepulverten trocknen Kräuter», polirten Metallen, angezogen, vxrr xiusscurieiiirouie Sick sckylica cxpcrimenrgli« Sc rubis cssnilnrilnii virreis in seinen Ssstl a?l, xillZv, Sick, pkzrlicc cxpcrim'.nizliz Sc -nrriickione ltzcculo- rum pisnoruni virrcornm; rbendas. P. ZZ4- scconnr vt lnmc cxsisrimcnr, ckioxvn llekore rkc ro^al locicr^, xvilk SN cn^nir^ inro ilic czule of ik« zlcenc snS chlpenlinn os xvnicr in cspilttr/ rubcs, by zuniu; l» den/-t-Uo/i tinnenck. n. z;;. »rr. a. zccouni ossnme ncxv expcrimeniz rclarinß lo llic sÄion nk ßlsts rullez upon visier znS lzuicittilecr, Hz? zuniu; ebendas. n, z6z. »er. 2. K Er». 146 Vl. Abschnitt. Leo. UlNiX'. viil,?l!-Lek 6- tuiiuiis czpillzriliuz 6!ir-rtzl!o -xpcrim-niziis; in den Lo»n»>?nt. 'lom> II. p-8- 2ZZ. lkcoriz-, czuz ssccnsi>5 zriuae in ruki, czpi>!z-i. bus explicarur, nuÄore Zo5. xvei^Lxec»?; jn den L«ui»ic«t. xcl.op, 'I'om. Vits. p. »dl. ^xplicirio «likicitiorum exsicsimcnrorum eircs »fccnliim »lzune in tubo» cgpiIisr-5, zuslore ^os. ^-eiivKi-cnr; in den <7o»ii»ciit. xel>-o/> I'om IX. pzß. 27>. vits-rlslion sur tz cause 6c I'e!cvslic>n 6-5 li^ueucs 6a»5 Ics indes capiilaircs, per !>I. ox ua uauvk, » ksris, >770. (Steht auch im oK. des ^onrn 6-5 sc. 1768. und in den l'zdt-ii-5 6-5 s-ienc-5 's. I. p> 78 it.^ ^^xxc-ienc-5 suc t-5 l'udcs capillaicc! par IZU roun in Rd» ziers Zournai. r-vc. 1778. II. s. w. s. IYZ. Eben der anziehenden Kraft der Körper gegen einander ist es zuzuschreiben, wenn sich ein Paar zusammengeschüttete flüssige Körper mit einander vermischen; sie mögen schon für sich flüssig seyn, wen» man sie zusammenschü ret, wie z. B. Wein und Wasser, oder erst in einer größern Hihe durch Schmelzen flüssig gemacht werden, wie Zinn und Bley z. B. Denn wenn sich die Theile dieser Körper nicht mit einer gewissen beträchtlichen Kraft anzögen, so würden sie nach ihrem unterschiedenen eigcnrhümlichen Gewichte unvermischt über einander stehen, wie Oel und Wasser z. B. khun. Daß Bewegung eine solche Vermischung befördern muß, ist leicht begreiflich. 8. 194. Man hat bemerkt, daß bey dergleichen Vermischungen der Körper unter einander das Gemisch Wirkungen der anziehenden Kraft :c. 147 misch selbst öfters eine,, geringem Raum ein. nimmt, als die zusammengemischten Körper vor- her einzeln einnahmen. So machen z. B. ein Cubicfuß Wasser und eben so viel Weingeist zu- sammengegessea, nicht völlig zween Cubicfuß aus. Die Ursache davon kann nur darin liegen, daß immer etwas von dem einen Körper indie Zwi- schenraume des andern bey der Vermischung aufgenommen wird. rllais lur volumc qm relulic 6e cenx Sc 6-ux ü-zueurz mci» entemUIc , p-r dl. r>e ; i» den ti/«. ,«o>>. 6c r»cc6. ro>. 6cl/c. p-ß. 163. Zo. l>^v. n»>in 6- clticgciz mixiioni» !n mulänitii corxo- rum votuminiduz l.uA6. Usr. 17?!- 3- v- äcnlirarc mixlorum ex meraUis er tcmimcizlli, kzÄnrum, »uÄore c. v. orl.l.rk?; in den c .o?»mc »t. xctio?. 1-om.XNl. psz. Z8». ve ä-nkizrs m-i-»orum sccuin permixrorum, suÄore «Zrc>. vvol.rcz. ilk^rrr; in den ltommc?». xetroj». Toi!!. XIV. PZji.252. lo. LKU. xeiur« miüiomim merzllicarum exzmen Karotis- rieutti. ^iliek. >7^4' 4' Memoire sur le rzssorr 6cs cUikelenie, Sentirc« 6c I'ctpril 6- vin, p-r dl. eeissori in de» tI6c,«o->. 6e ro>.-i-l/i. >769. P->Z. 4?iZ- vc wlxivrum «xiimine I^clrokarico oorrn. «»,-s?. Hf.x; in de» Lommcnt. 1I0V. Lokttnix. Itoni. Vi. lvt. §. IY5- Die anziehende Kraft zwischen den Theilen flüssiger und fester Körper ist sogar öfters so groß, daß dadurch die festen Körper in unsichtbar kleine Theilchen zerrissen und solchergestalt in die Zwischenräume des flüssigen Körpers aufgenommen werden. Man nennt diese Begeben. K 2 heit ^48 VI. Abschnitt. heit eine Auflößung (lolmlo) des festen Körpers in dem flüssigen, und d.^ flüssigen Körper, der die festen aufläßt, das Auflößungsmittel (meu- klruum) des andern. Mauchmahl lößc auch der flüssige Körper nur einige von den Bestandthei- len des festen Körpers auf, ohne auf die übrigen zu wirken. Bisweilen ist auch wohl der aufge- lößt werdende Körper selbst flüssig. §. 196. Weil das Auflößungsmittel den aufgelößten Körper zerstückt in feine Zwischenräume aufnimmt, so ist es nichts unbegreifliches, wenn die Auflößung selbst nicht mehr Raum einnimmt, als vorher das Auflößungsmittel allein einnahm ") ingleichen, daß nur immer eine gewisse Menge von einem Körper in einer gewissen Menge seines AuflößungSmittelS ausgelöst werden kann. Wenn das Auflößungsmittel von einem Körper so viel in sich genommen hak, als es nur kann, so nennt man es gesättigt (iutucatum); aber es kann dann noch gar wohl von andern Körpern etwas auflöße». ') Dieses ist wohl nie völlig der Fall. Als Marson in Wasser^ö? seines Gewichtes Salz auflösete, fand er das Volumen der Auflößung schon merklich vergrößert S. Schäffers chemische Vorlesungen »ach Iveigcls Ucbersetzung. S. 114. L>) §- 197- Auch kann ein flüssiger Körper dadurch, daß man in ihm einen Körper aufgelöst hat, geschickt gemacht werden, noch andere Körper aufzulößen, die Wirkungen der anziehenden Kraft ;c. 14s die er für sich nicht aufzulößen vermögend war. (Äncignung^ L..) Wasser das mit Salz'heilm angesül! ist, wird solchergestalt ein A'stößungS- miklcl für feit ige Körper, Metalle und viele andere Km per, welche ven reinem Wasser nicht anfgelößc werden. Man sieht leicht ein, daß es hiechey auf die anziehende Krasc der Salzkheile (dal? Aneiguungsmilttl- L..) gegen jene anderen Körper ankömmt. S- iy8. Die Austößnngen werden befördert, wenn man die Oberfläche des aufzulösenden Körpers vergrößert, damit dag Anstößungsmutel ihn in desto mehrern Puucten berühren kann; ingleichem durch Bewegung des Anstößungsmittelö, indem hierbei) solche Theilc desselben, die sich schon gesättigt haben, von der Oberfläche des aufzulößen- den Körpers weggeschafft und an ihre Stelle andere gebracht werden. Auch befördert die Warme der Erfahrung zufolge die Austößungen. iyy. Wenn man die Mmge des Anstößiingsmkt- tels bcy einer völlig gesättigten Auflößung vermindern kann, so daß doch von dem aufgelößten Körper nichts mit weggenommen wirb, so ist es klar, daß dieser nicht mehr gänzlich in jenem aufgelößt bleiben kann. So scheidet sich z. B. das Salz wieder nach und nach ans dem Wasser, worin es aufgelößt war, heraus, wenn man die Austößung über dem Feuer abdunsten laßt. Es K z krystalli- I so Vl. Abschnitt. :c. krystallifirt sich dabey meistentheils, das heißt, es nimmt ein jedes Salz bei) dieser allmahligen Scheidung aus dem Wasser eine gewisse ihm allein eigne und bestimmte cckichte Gestalt an, woraus man bey der besondern Betrachtung der nalürlichcn Körper weiter aufmerksam ist. H. 500. Auch dadurch kann man einen aufgelößten Körper wieder aus der Austestung herausbringen, daß man dieser etwas zusetzt, das von dem Auf- lößungsmittel, oder auch nur von einigen Theilen desselben starker angezogen wird, als der vorher aufgelöste Körper. Dieser muß sich alsdann entweder allein, oder mit einigen Theilen des Auf- lößungsmittels verbunden aus dem Austößungs- miltel scheiden oder niederschlagen (praeoipitari). Andere Niederschlagungen geschehen auch so, daß der Zusatz, wodurch sie bewirkt werden, stärker von dem aufgelößten Körper angezogen wird, als das, worin der Körper aufgelößt war. Nachdem ei» Anflößungömittel verschiedene Körper mit verschiedener Stärke anzieht, kann immer einer vermittellr des andern aus dem Auflößungsmittel niedergeschlagen werden. H. aar. Der niedergeschlagene Körper erscheint bald als ein loßes nicht zusammenhangendes Pulver; bald in flüssiger Gestalt; bald tritt er durch die anziehende Kraft seiner THeile unter einander in einen festen Körper zusammen. Hierher gehört die Anhang zum sechsten Abschnitt, isi die Gerinnung (coZZuI-tio), und darunter die Entstehung des philosophischen Baumes (urbar visnae) mit einigen ähnlichen Erscheinungen. Anhang zum sechsten Abschnitt. Vorerinnerung. Die Entdeckungen, die man seit der letzten von de« Verfasser besorgten Austage dieses Lehrbuchs, in der Lehre von derL.ufr, dem Feuer und der lkleklricicar gemacht hat, machen einige mineralogische und chemische Kenntnisse, denen man bereit« vordem im Vortrag der Physik nach den gewöhnlichen Lehrbüchern, nicht ohne Zwang ausweichen konnte, nunmehr völlig unentbehrlich. Ich habe daher auch da« nöthigste davon, schon seit einigelt Jahren, so viel die Zeit erlaubte, beym mündlichen Vortrage in Lehnsäizen beygcbracht, aber auch gesunden, daß solche Lehnsäyc bey Personen, die gar nicht« von der Wissenschaft verstunden, aus der sie entlehnt worden waren , oft zu sehr falschen Vorstellungen Anlaß gegeben, die nicht selten wieder verdorben haben, was mau damit gut ,u machen gehofft hatte. Ich habe cö daher gewagt, hier, wo diese Vorkenntnisse nicht viel langer entbehrt werde» können, einen kurzen Entwurf des nörhigstm aus jenen Wissenschaften in einigem Ausammenhang einzuschalten. So weiß man doch, wo da«, was man entlehnt, hingehört, und jeder Lehrer wird von sechsten wissen, was er daraus hauptsächlich zu erläutern nöthiq haben wird, um im folgenden verstanden zu werden. Wegen der hier bey- gebrachten antiphlogistischen Benennungen der Materien die hier und im folgenden genannt werden, habt ich mich cinmahl für allcmahl in der Vorrede erklärt, die ich daher hier jeden zu lesen bitte; der sie etwa noch nicht gelesen haben sollte, ltcber die antiphlogistische Chemie, überhaupt sowohl als ihre Nomcnclatur insbesondere verweiße ich auf folgende Schriften: l^iie el-menizire lle Lkimie p»r dl. l.tvoisma, a ?ari» >78y. Vol. I er II. z. Hiervon befindet sich ein wvhlgerathener freyer Auszug, nebst einer Beleuchtung des Systems von Herrn K 4 Prof. 152 Anhang zum ftchsicn Abschnitt. Prof. iUnk in ilavoisiers phys. ehem. Schriften, im zten Bande. Gceifsw. 179 a. 8. S. 1^4-258. Llcmco, n'killois- Iislurelle cr llc Lkcmic pzr dt. I0UK» cnov äl'sri^ 1789. Vol. >-V. 8. /Z»/a»lI5xr?-»c. Lerlin 1791. gr. 8. dlcchoile ?2. 8. Methode der chcm. Nomenclatur für das antipbl. Sn- steni nebst cineiii neuen Snstem von Zeichen für dieselbe, vom Frech. v'. Uleidiiiger Wien >79?. I. C. Zdemlers neues chem. Wörterbuch w. Erfurt '7SZ. 8. Man kann diese stanze Einschaltung als eine Amner- knng zum sechsten Abschnitt ansehen, gebrauchen oder überspringen, wie man will; früher vornehmen oder gar nicht, aber nicht viel spater. L. ?u besserem Verständniß des folgenden wöchige, rhcils mineralogische, rheils chemische Vorkenntnisse. H. sor. s. Die unorganischen Körper, womit sich dieMineraloaie beschäftigt, lassen sich in vier Hauptklassen einlheilen, in Salze 1!) Erden Q) Brennbare Material? v) Metalle. i§. 2c>l. b. A.) Salze. So nennt man Korper, die sich etwa in 200 mahl soviel kochendem Wasser aber nicht im Oehl auflösen lassen, und einen merklichen Geschmack erregen, wiewohl, wenn man das Wort in der allgemeinsten Bedeutung nimmt, hierin einige Ausnahmen statt finden, aber nicht wichtig genug die Definition deswegen zu andern. Man Anhang zum sechsten Abschnitt. 15z Man theilt sie ein in l) sauere alkalische (oder baugensalze) -') NeutrUfalze, (nachandern, vollkommeneMir- rrlfalge), die durch die Verbindung der säuern mit den alkalischen, und in 4H Mittelsalze, (nach andern, unvollkommene v/llrels.!ize), die durch die Verbittdung der säuern mit den Erden entliehen Der sauern Salze sind vier Hauptarten s) mineralische. Dahin gehört >) die Vitriol- sänre (rrciNe kulkuei^uc). 2.1 Salpetersäure (epclcl- nlrelqnc). Z) Koch - oder Secsalzsäure (^..nnni-nlqiic). 4) Arseniksäure O-->-lc»chuc). 5 )Flußspathsaure (^.lluonljuc). 6 )Boraxsaure oder Sedativlalz (/p- Koiaclque) :c. (DasKü- Illgeroasser szgus reßis^f (e^. Nirm - mml-uquc) ist eine Mischung von dle, 2. und z.) Hierzu säge ich hier des Zusammenhangs wegen bei) die t>) vegsradilischen. Dahin >) Essigsäure (cr-M- seclic,»-). 2) Citronsäure (.^eicle cnrlq»-). z) Weinsteinsälire (/Vcillemelseeux). 4) Fucker- oder Smirkleesäure (^cl-l- ox->ll-,uc) ic. c) aniniallschcn. Dahin >) thicrische oder Fettsäure (>^. k-i-sciquc) 2) Ameisensäure (KUN- tdemilju-). PhoSpborsäure (irciäc pkozpka- l iqus) :e. wiewohl letztere sich auch in andern Naturreichen sinket. 6) Lusrsaure oder fire llnft (iXci-ls die aber ebensalls keinem der drcy Natur Reiche ausschließend eigen ist. Allgemeiner Slbarakcer, Ihr Geschmack ist sauer; sl'cfär» ben deii Veilchensait und die LackmuStinctur roth, die stärkeren brausen mit den alkalischen, wenn diese die K; schwächc- ') Von den meisten Schriftstellern werden die Ausdrucke Neutral - und Miccelsalz synvnpmisch oedraucht, ist) bin aber hier dem Herrn Scraman» gefolgt, der sie unterscheidet. (S. dessen Ausgabe von Schäff-rs chemischen Vorlesungen übersetzt von o. C. E- tvcigcl. Grcisowald, 177p. G. 5 und Auch behält er in s. Lei^'.sptuz lezni mincralu noch diese Nahmen bey). is4 Anhang zum sechsten Abschnitt. schwächere kustsaure enthalten; einige darunter sind nächst dem Feuer die stärksten AuflößungSmittel. Nach der an- riphlog. Chemie sind sie aus einer sauerbaren Grundlage (bast »ciäitlzd!-) und dem Sauerstoff (nxpist- »-) zusammen gesetzt. Sie sind nach dieser Lehre mit letzterm gesättigt, so bckömnrt da« Beywort die Endi- gung in nicht gesättigt, in-ux, damit übersättigt heißen sie oxst-ni->>, z. B. cäcill- stlstr^ac, Vitriol- oder Schwefel-Saure; seilte stUar-ux, stüch- tigs Schwefel - Sänre; tVcicie ox^enc de- pblog. Salzsaure. Ben der Kochsalzsäure fehlt noch die Säure in cux, so wie Hey der Weinsteinsäure die in >gU>!, Die Alkalischen oder Caugensalze theilt man in ») Feuerbeständige und das b) flüchrige (/rmmoni-s). Der Feuerbeständigen sind zwei): i) da« mineralische und 2) das vegetabilische oder Gewächs- laugensalz (l'-u-lst); also ihrer überhaupt drey. Allgemeiner Charakter. Sie haben einen scharfen, brennenden, nicht sauern Geschmack; sie brausen unter oben erwähnten Umständen mit denSäuren. In Säuren auf- gelößcte Körper, werden dadurch niedergeschlagen (§. Sie färben den Veilchensyrup grün, (jedoch ist nicht alles ein Alkali, was ihn grün färbt): mit Fer- nambvuedecvkt rvth gefärbtes Papier wird durch sie vio- lct, die Lackmustiuctur wird dunkler, und die durch Säuren gerölhete wieber blau; mit den Oehlen und Fettigkeiten nach einiger Zubereitung verbunden, machen sie die alkalischen Seist»; sie verbinden sich leicht mit der Feuchtigkeit; die feuerfesten geben mit den Erden geschmolzen, Glas. Neutral- und kNicrelsalze. Davon werden einige in einer Tabelle unten S. >;Z u. >59- beygcbracht. Allgemeiner Charakter. Wenn bey der Verbindung der beiden Grundstoffe die Sättigung (§. 196) vollkommen gewesen ist so färben sie weder den Veilchensyrup noch die Lackmustiuctur, und krystallisiren sich nach schicklicher Behandlung (§. 19;) meiftentseils. Außer Anhang zum sechsten Abschnitt. 15s Außer diesen ungemeinen Eigenschaften der Salze kommen jedem eine Menge besonderer zu, mit deren näherer Betrachtung sich die Chemie beschäftigt, ja selbst manche der oben erwähnten allgemeinen, leiden bey einigen gewisse Einschränkungen. Z. E. bey der Borarsäure (Sedariv- salz), dem gemeinen Alaun und dem Borax w- Neue Sauren werden noch täglich entdeckt, die alkalischen Salze halten sich Hey ihrer Zahl. §. 2OI. c. II. Erden. Zu diesen rechnet man auch die Steiuarten die aus ihnen zusammengesetzt sind; sie sind im Wasser nicht (vielleicht bloß sehr schwer und vermurhlich imPapinianische» Topfe nach schicklicher Vorbereitung größtcntheilS alle) auf- zulößen und geschmacklos, werden aber selten oder gar nicht unvermischt gesunden; sie erreichen nie die fünffache Schwere des Wassers; eine geringe Hitze afsieirt sie nicht, und eine heftige macht sie nicht flüchtig. Man rechnete bisher fünf Arten. 1) Ralkerde. 2) Schmer- oder Schmcrsparherde. z) Vicrersalzerde. 4) Alaunerde. 5) Ricselerde. Diese fünf werden am besten durch ihr Verhalten gegen die Vitriolsäure unterschieden; denn mit derselben gicbt die erste Gips, die zwcyte Schmersparh, die dritte Bir- rersalz, die vierte Alaun, und die fünfte wird gar nicht angegriffen. Dalkerde. Brauset mit allen Säuren, so lange sie, wie im natürlichen Zustand gewöhnlich, die Lustsänre enthalt, welche von allen Säuren verjagt wird. Sie wird aus ihr auch durch Feuer vertrieben: so entsteht der ayeiide ungclöschre Kalk, dieser erhitzt sich mit Wasser und ist in demselben öusiüßbar (Kalkwasser); macht die milden alkal. Salze ätzend, indem er ihnen die Lufsäure entzieht. Die daraus bestehende Steine geben am Stahl keine Funken, schneiden nicht in ElaS; dahin Marmor, Kreide, Bergmilch:c. gehören; sie finden sich in der Aiche der Gewächse, in den Thierknochen, Korallen, und Decken der Schaalthiere; mit der Vitriolsäure giebt sie den Gips, (Alabaster, Selenir). Schwer- is6 Anhang zum sechsten Abschnitt. Schwende, giebt mit der Vitcivlsäurc den Schwersparh, brauset mitdcn Säure»/ und aleicht überhaupt' gebrannt und roh dem Kalke sehr, unterscheidet sich aber in v-elem auch wesentlich von ihm, sie findet sich im Braunstein. ZSirrersalzcrdc, (weiße Magnesia ö brauset lnit den Sauren, wird aber durch Brennen , im Waffer nicht auflößoar; giebt mit derVitciolsaure Bittersalz .Epsomsalz, Englisches, eseidlnzer, Scioschülzersalz), aus welchen man sie durch ein Gewächs - Laugensalz wieder niederschlagt. Nach Hrn. v. velcheim gehören dahin die spanische Dreide, die Brianzoncr Erde, der Speckstein, der Asbest, der ächte Filrrirstein. Alannerde, (reine Thonevde), der gemeine Thon enthält immer Riesel- und andere Erden, macht mit der Wtriolsanre den Alaun, schniilzt im Feuer nicht, verhärtet aber. Einige erweichen im Waffer, andre zerfallen bloß, andere lassen gar kein Wasser ein. Sce-nmark, Porzellan, Bolus, tvaikerpe., Dicselerde wird von keiner Häurc ausgelößet, die Fluß- spathsäure, und etwa luftsaures Waper ausgenonimen, in welchem sie sich nochMorveau wiewohl lanasani und in geringem Maße auflößen soll. Von streu alkalischen Salzen wird sie auf dem nassen Wege (S. die Note §. 20,. ») angegriffen, auf dem trocknen giebt sie mit ihnen Glas; rein widersteht sw dem Feuer ausserordentlich. .Sie verräth sich in den aus ihr bestehenden Steinen durch die Funken am Stahl, und Schneiden in Glas. O.uarz, Hornstein, Jaspis te. Hierzu sind in neuern Zeiten, noch vier gekommen, wovon das nöthige in den Vorlesungen: 6) Die Airkonerde. 7) Die Erde des Demanrsparhs. L) Die des Anstralsands, Australerde. 9) Die Erde des Srronriani's v. Ioh. Friedr- Blumenbachs Handbuch der Naturgeschichte ate Aufl. Göttingen >79!. S.;zo.z6;. zS? und 6og. tlttd die inerallischen Erden (Merallkalke); so nennt man das was übrig bleibt, wenn man die Metalle de« Zdrcnnbaren ') beraubt hat, da sich denn ein andrer Stoff mit ihnen verbindet Ihre Natur ist noch sehr unerforscht und der Hypothesen über die Metallkalke, sagt tvestrumb (Ehem. Abhandl. ästet Th. S.,») sind fast Siehe unten §. aoi. N. Anhang zum sechsten Abschnitt, i; 7 fast mehr, aisder Metallkalke selbst Sie sind nicht einfach , sind minder schmelzbar/ feuerbeständiger, minder aufldßlich in Säure»/ von geringerem specisischen aber yrosicrem adsslure» Semichr, als die Metalle/ aus denen sie entstanden sind (§. ?Q. Daliin gehört der Menning ans dem Bleu, die Ainnasche aus dem Zinn, und das rothe Präeipitat aus dem Quecksilber :c. Nack der aiirchhle'c; Clwmic enstehen diese Metallkalke aus der Verbindung des Gxvncns nut den Metallen, das sie bey der Verkalchung entweder aus einer Luftart, ober aus andern Materien, die dieses Oxvge» enthalten, an sich reißen, wodurch denn das größere absolute Gewicht und andere bev der Verkalchung sich zeigende Phänomene sehr einfach freylich erklärt werden; od aber der Natur oöllig gemäß, und ob, nicht be» dieser Verbindung die Metalle von ihrer Seite hinwiederum etwas absetzen, wird und muß noch eine Frage bleiben. Diese Verbindung des Oxvgens mit den Metallen nennen die Antiphlogistiker Oxide (»xm»). So beißen die eben genannten »xi«c g- pMmN ä»uß-: («orhes Lley- Gxxd) oxiile cl'ttain ANS (aschfarbenes Hinil -Orxd); vxiäs >lc mercms ronge pa- l'aclrla nliri^uc (rorhes O.neck» silber-Oryd durch Salper, Säure) und durch Feuer, (m-ecunui per Ic praccichraiuch. Ist die Theorie richtig, so fällt der Unterschied zwischen be,'den O.liecksilbev'Orx- den weg. Hierbei) von mecallischenSauren, den cmvgeiiir- re» Metallen (m-t-ux nxixeoe,); der Arsenik-Molvbdän- UNdrvoIfraiu -Säure(^.arl'cniqae,mvl^bcli^ui:,cnnlli jUe). Folgende Tabelle zeigt die Bestandtheile einiger Neutral- und Mittelsalze. Die Säuren stehen in der vbern horizontalen Reihe, die alkalischen Salze und Erden in der ersten vsrticalen, die daraus entstehenden Neutral- und Mittelsalze in den dazu gehörigen Winkelpuncten, wie die Prvducte in der EinmahleinStafel. Vollständiger ist die Tabelle über die Lehre von den Salzen »c. für Liebhaber der Schcidekunst, entworfen von dem Herausgeber des Taschenbuchs für Schcidekünstler und Ahvtheker. (Hr. Gorc- ling). Weimar 178-r, ein offner Bogen; noch vollständiger und auch andere Eigenschaften umfassend: allgemeine llebcrstcht der einfachen und zusammengesetzten Salze in g Tabellen von Ioh. Barthvl. Trommsvorf. Gotha »789. Tabelle T a über die Lehre von den Salzen und ihren Neu b Vitriol» saure. Salpetersäure, Boch- Salzsäure Flusspath, säure. Borax- ! säure. (Sedativst- ) vegetabilische» Alkali. vitriolisir- ter Weinstein. gemeiner Salpeter, Digestiv- salz des SylviuS. vegctadrli- sches Zlußspath- salz. Weinstein- Borax. Mineralische« Alkali. Glaubcri- sches Wundcr- - sali. kubischer Salpeter. Gemeines Aüchen- salz. Mineralisches Flußspath- salz. Wiederhergestellter (wahrer) Borax. Zlüchtige« Alkali. Glaubcrs geheimer Salmiac. Entzündbarer Salpeter. Gemeiner Salmiac Flußspath- Satmiac. Borax, Salmiac. ^alcherde. Selenit. Ealpctc- ricdtcS Kalchsalz (Nkc-spü. löalliuiu.) Fixer Salmiac Zlußspath Kalch- Borax. Birrer- salzerSe. Magnesia. Bittersalz. Salpe- tcriehteS Bittersalz Kochsalziges Bittersalz Flußsp. Bittersalz Bitter Boraxsalz Tho»- oder Alaunerde Alaun. Thon- salpetcr Thonsalz. Thoniztes Flußspath- salz Thon- Borax. Schwer- -Lrde. Schwer- spath. Schwer- erdigtcr Salpeter Schwcr- erdigtes Kochsalz. Echwcr- crdigtes Fluß- spathsalz — Silber. Silbcr- vitriol. Silber- salpctcr. Horn- Silder. Silberfluß spath- sal». — Rupfer. Kuxfcr- vitriol- Kupfer- salpcter. Kupfer- sali. s? ^ l Kupfersc- dativsalj. Quecksilber. Queckstl- der-- Vitriol, Queckpl- ber- ^Salpetcr. Behender Sublimat! versüßtes Quecks!!- , der Quccksil- dr-fluli- spathsalz. Qucckfll- -crsedativ- salz. Zink. Sinkvitriol. Zink- salpeter, Zink- bulter. Zink- flußspath- salj. Zink- cdativsalj belle tral- und Mittelsalzartigen Verbindunaen. Essig. Lilron, säur«. weiusiein- säure. Phexlphor- säure. lhferische oder Lellsäur. Ameisensäure. geblätterte Wemstcin- erve. Vegetabilisches Citronen- salz. Tartari- flrter Weinstein Vegetabilisches Phosphor- salz Thicrischer Weinstein Vegetabilisches Ameisen salz. Mineralisches össigsalz. Mineralisches Citronen- salz. Polv- chrestsalz des Mineralisches PhoS- Phorsalj. Mineralisches Thiersalz. Mineralisches Ame-sen- salz. Ssflgsal- miae- oder dNindercre flüchtiger Geist. Eitroncn- Salmiac. AufloSli- cher ^ ^ Weinstein. Phosphor- Salm,ac. Thierischer Salmiac. Amcisen- Salniiac. Kalcher- brgtes Sssigsalj, Ssflgsele- nir Kalcher- digtes Si- tronensalz, Citronen- Selenit. Weinstein- Selenit. Kalch- Phoephor- >a!j. Tkieri- schcS Kochsalz. Ameisen- S-lenit. Bitteres Ameisen- sali. ThonigteS Ameiien- sal». Schwerer- digies Amersen- lalj. BitlcreS Sssigsalj. BittereS Sitronen- salz. Bitteres Weinstein- salz. Bitteres Phosphor- salj. Tlstcri- ichcs Bittersalz. Thonesflg- ! salz. ThonigleS Litronen- salz. ThonigteS WeittsieiN- saiz. ThlMigtcs Phaephor- salz. Tdierisches Alaun. Echwcr- «rdigtcs Ssflgsaij. Schwer- ert igteS Sitronen- salz. Schwer.- crdigrer Weinstein Schwcr- eroigtis Phosphor- salz. — Silber- Essigsalz. Sildcr- Cilronen- sali. Eilbcr- Weinstciii Sildcr- Phoopyor- salj. Thieri- scheS Sildersalz Eilber- Ameiscn- salz. Cristasiisir- ter Grünspan. Kupfer. Litroncn- salj. Sine dem Gummi äsinliche Materie. Kupser- PboS- phorsalj. Tlneri- schcs Kupfer- sal». Kupser. Aniisen- salz. Quecksilber Ssflgsalz. »ine dem Gummi echniiche 'Alaleric. Quecksilber- Wein- steinsalz. Quecksilber- Phosphorsalz. Thicri- sche-z Quecksil- dcrsalz. — Zinkeslig- salz. Sine dem Gummi ähnl. Nsat. Sine gummigtc Materie. Zink Phos- Phorsalz. Thleri- sches Zinksalz. Zink- Ameisen- salz. ,6o A»>hang zum sechsten Abschnitt. i) Anmerkung. Verbindungen der Säuren'in lgve (S. mit den ttaugensal^e», Erden rc- werden in der aiiriphlög. Chemie durch Nahmen in -u- bezeichnet, hingegen die von Säuren in °ux durch Nahmen in So heißt der virriolisirre ^!)euifieiii 6- Ndr^lk-, der tartarisirtc tilts Nc I'oizffc, Heißen also die in der ersten Horizontal Reihe vorstehender Tabelle befindlichen Säure»! Mtl'Hlie; ,«»- eVcillc ^cicle^.cille e eVcille t.ii'tarcuxe^ciclc eVciileeVcicis— lind die in der ersten Vertieal Reihe befindliche Alkalien, Erden und Metalle: k°->t>-K,- ?»oU!i!c>' ; /l/«i»i?is; L-I/Zlte; /Zt- x^ut; lex-vi's; So heißen die in den gehörigen Winkelpunkten befindliche Neutral- und Mittelsalze: n- ZouUe z g'^m» moni»c; stc Lbaux; gx Lbsux; La- rote 6e dgz^nelis; /lcctate c!e Luivrc; L-ttatl.' tis 6c Lonclc; clc Lkzux; ^e- cl'/^rgenrz tNsAueli? u. s. w. Was ist /«I/»re und xdoexd-irc, als z. B llc tcr, x/,aez,/i»>-> e>»e aizende, mit Säuren nichr mehr braußendc Altali ist. Die «yenden alkalischen Salze heißen auch schon in dieser Verbindung mit der Luftsäurt, m-lve alk. Salze. Von der Lustlaurc wird unten, wo von den verschiedenen Lustarten gehandelt wird, ein niedreres vorkommen. 4) Daß im vorhergehende» zugleich Hey den mineralischen Säuren, auch der vegetabilischen und cbie« rischen Erwähnung aethan worden ist, erforderte hier theils Kürze und Zusammenhang, tbeil« auch die Verbindung, worin letztere mit Mineralien treten könne». Z. sor. 6. c. Brennbare Materiale (Inflammabilien). So heißen hier diejenigen Fossilien, die sich am Feuer leicht entzünden. Den Grund dieser Entzündbarkeit suchten ebemahls die meisten Chemiker in einem feine» Wesen, das sie das brennbare Wesen (phloaiston) nannten, dessen Gegenwart sich zwar leicht erkennen läßt, das man aber (wenn es anders nickt die reine brennbare Luft ist) noch nicht für sich allein bat darstellen können, und das auf irgend eine Weise mit dem Feuerwesen verbunden, Entzündbarkeit, (Glut und Flamme) verursacht Die anriphloq. Chemie längnet die Existenz dieses Wesen? schlechtweg, und hat daher ihren Nahmen erhalten. Wie sie die Erscheinungen zu deren Erklärung es ihre Gegner nützen, nunmehr ohne dasselbe erklären, wird an den gehörigen Stellen dieses VuchS angezeigt werden; hier würde es unverständlich sevn. Man kann füglich vier Arten festsetzen: I) Schwefel, wie wohl sich dieser im übrigen gar sehr von den z folgenden unterscheidet. 2-) Bergöl, L s) 162 Anhang zum sechstel: Abschnitt. z) Bergbarz, g) Bergpech. Der gemeine Schwefel ist nach den phlogistikcrn Vi- triolsäure mit Brennbarem, nach den Auriphlog ist er einfach, und aus seiner Verbindung mit dem Grpgcn entsteht Vitriolsaure oder Schwefelsaure (^ci-ie Zu den Vergüten gehört die Naphcha, das gemeine Bergöl, der Bergrhcer. Bergharze sind der Lopal, Bernstein u. s. w. Bergpeche: der Asphalr, Gagar, die Steinkohlen. Unter die brennbaren Mineralien rechnet man noch den Diamant und das Reisiblev (.klumb-iAo, Graphic). H. 201. e. v. Meralle. Bestehen aus dem eigenen oben erwähnten erdi'gteu Grundstoff eines jede» verbunden mit dem Brennbaren. Man thcilt sie in: , 1) Wetterbeständig - hehnbare, (edle), 2) heiler - unbeständig - dehnbare, z) Feuer - unbeständig - undehnbare (Halbme- rallc), und z. beißen unedle). Feuer-beständig-dehnbare sind: plariua, Gold, Silber. Hier ist bloß vom Ofenfeuec die Rede, von dem concentrirteu Sonnenfeuer werden sie ebenfalls verändert. Feuer-unbeständig-dehnbare: Blee', Rupfer, Eisen, Zinn, Zink. Letzteren rechnen die meisten zu den Halb- metallen, man hat ihn aber nunmehr zu Drat gezogen und zu sehr dünnen Blechen gewalzt. Ich bin hier dem Hrn. v. Veltheim gefolgt. Feuer-unbeständig-undchnbare (Halbmctalle): G.ucck- silber, ob dieses gleich gefroren, gehämmert werden kann, iviemiirb, Nickel, Arsenik, Spicstglaiuz, Nodale, das Brauttsteinmciall, aus den: Braunstem (blagnciwm); das ZVolstammcrall; das tltolybdan- merall aus dem Nlafferblcv (dtol^bilz-num >; das Ura» n:um aus dem Urain't. Zusammen 18 Metalle. §. Z0l. f. Ar-Hang zum sechsten Abschnitt. 16z H. 201. 5. Betrachtung einiger andern Rörper. von de» Fettigkeiten. Außer vorstehenden meistenthcils mineralischen Körs per», ist zu besserem Verständlich des künftigen noch nü- 5hig, einige andere z, B> Gele und Fettigkeiten, dm Weingeist, den Aerhcr und das Wasser etwas genauer zli kennen. Die Fertigkeiten sind Körper, die sich im Wasser wenig oder gar nicht auflößcn lassen und mit einer Flamme brennen, dahin gehören nun >) die Oele, sie find dünnflüssig. 2,) Die Ualsainc dickflüssig und ziehen sich zu Fäden. z) Die Bmrcr ist in der Kalte geschmeidig fest, im mäßiger Wärme schmierig. 4) Die Taigarre» sind im der Kälte fest und brüchig) in mäßiger Wärme schmierig. ;) Die Tampbe, arrcn in der Kälte fest und brüchig, dem Ansehe» nach crystallisch und verfliegen in der Wärme gänzlich. 6) wachs ist jn der Kälte fest uni> brüchig, läßt sich aber in der Wärme zu einer geschmeidigen Masse erweichen 7) Harz ist in der Kälte brüchig wie ElaS, > erweicht bey mäßiger Wärme, und läßt sich bei) stärker»! Grad der Hiye zu Fäden ziehen. HS. Leonhard!, in der Note zum Art. ll)cl, in dessen llebersehung des Maequcrschen Wörterbuchs). wesentliche Oele, ätherische, flüchtige heißen diejenigen, die den Geruch der vegetabilischen Substanzen haben, worüber sie abgezogen sind, und bey der Hitze des kochenden Wassers verfliegen. Dahin gehört, das Nelken - Anis - Terpentin - Oel u. s. w. Einige sind schwerer^ als das Wasser. Sie lößen sich in Weingeist auf uns erzeugen damit eine Kälte; bey der Destillation versmdet sich das feinste mit dem Wasser und giebt ihm einen Geruch. Sie erhitzen und entzünden sich mit der conceuttir» ten Salpetersäure. Ausgepreßte, milde, vegetabilische, schmierige auch fecre Oele heissen diejenigen, die man aus den Saamm und Kernen theils durch auspressen, theilS auskochen erhalt; dahin Lein-Nuß-Mandel-Oliven-Ott u. s. w. Einige sind dick, wenn sie nicht erwärmt werden, als Ca- .cao- Lorbeer-Ott. Einige trocknen bald und diiuen da- L 2 ' her 164 Anhang zum sechsten Abschnitt. her zum mahlen, als Lein - und Nuß - Oel; andere können nicht zum trocknen gebracht werden, Oliven- (Baum.) Mandel °Oel, daher dienen sie Uhrwerke zu schmieren. Sie haben, wenn sie frisch sind, eineil milden Geschmack; vermischen sich nicht mit dem Wasser; Mit dem ätzenden feuerfesten Alkali machen sie Seife» und verbinden sich olsdann mit weichen Wassern; sie lößen Schwefel, Bernstein, Bleykalkw. auf. Thic> ische Gele sind im Grunde wohl nichts anders «ls durch allerlei) Bcymischungen im thierischen Körper veränderte vegetabilische Oele. Z5een;lichre Oele heißen diejenigen, die man durch die Destillation mit einem größern Grad von Hitze als die des kochenden Wassers, aus allcrlcy Körpern erbalt, sie sind braun und dick; riechen angebrannt; sie machen eigentlich keine besondere Gattung aus. Dahin das Wachs-Oel, Bernstein-Oel:c. Z. -or. g. vom Weingeist. Be» der Gährung, die der Hr. Verf. erst unten 5 .241. erklärt, entsteht in der gährendcn Masse entweder ein geistiger- Stoff oder ein sauerer oder ein flüchrigalkalischer, der vor derselben nicht darin zu verspüren war. Ben den Gewächsen finden sich mehrcntheils alle drei, nacheinander ein: weingabrung, Essiggährung, Fäulnis;, die letzte ist mit Gestank verbunden und qiebt ein fluchtiges Laugensalz. Ben thierischen Stoffe» finden nur die beiden letzten Veränderungen Statt, wenigstens ist die erste kaum merklich. Nach der ersten Gährung, läßt sich das geistige durch Destillativn von den minderflüchtigen damit verbund- uen, wässerichtcn Theilen in verschicdnen Graden trennen, und heißt nunmehr Weingeist. Die schlechteren mit vielem Wasser noch verbundnen heißen lSranrcwcine; der reinste, höchstrccrificirrer Weingeist oder Alcohol. Dieser läßt sich mit dem Wasser vermischen, wobey eine Veränderung des Vvluminis vorgeht, nämlich das Volumen der Mischung ist kleiner als die Summe derVo- luminum der gemischten Dinge: die Salze lößet er sehr schwer, und die worin Vitrivlsäure ist, gar nicht auf; auch kiilm; Eummj hine gtssgexpeßttn Oele, allein dir Anhang zum sechsten Abschnitt. 16s die wesentlichen und das Harz; er ist sehr leicht und fangt im reinsten Zustand selbst ohne Erwärmung Feuer; schünt thierische Körper wider die Verwesung, und Pflanzen und ihre Säfte wider die saure Gahrung. H. 2or. !i. vsm Aerher oder den künstlichen Naphrhen. ') Der Aethcr ist ein äußerst flüchtiges, wie der Weingeist meistens weißes und durchsichtiges Wesen, das sich in seinen Eigenschaften als ein Mittelding zwischen Weingeist und Oel zeigt. Ohne nähere Bestimmung des Worte versteht man hier gemeiniglich unter Acchcr den Vieris!-Aerher Yorker vii>ir>u, dizpinu» viinoN). welche man erhält, wenn man ein Gemisch von awey Theilen des besten AlcoholS mit einem der stärksten Vitriolsäure destillirt; sonst aber heißen überhaupt Aerher und Naphrhen, ähnliche Vereinigungen des besten Alcvhvls mit jeder csneenrrirtcii Säure, daher hat man Salpcrer Aerher, Salz-Accher, iksstg-Acchcr lc. Diese Naphten, zumahl die Vitriol-Naphthe, lößen sehr viele Körper auf: die Harze, das Feder-Harz, Gold, Silber ic. Sie sind äußerst flüchtig und brennbar, auch ihre Dünste entzünden sich noch in der völkischen Pistole durch den versiärkren elektrischen Funken. Be»m Verdunsten bringen sie eine große Kälte hervor, so, daß man im höchsten Sommer damit Wasser zum gefrieren bringe» kann. Mit dem Wasser vermischen sie sich gar nicht, wenigstens nicht in allen Verhältnissen. Mit dem höchst gereinigten Weingeist verbinden sie sich leicht, und der sogenannte Ilgovr onollinue minerslis klakmsnni ist größtUl- theils nichts anders als eine solche Verbittdung des Vitriol-Aethers mit dem Weingeist, und eben daher ittit dem Wasser vermischbar. tz. Zc>l. i. Vom Wasser. Das reine Wasser ist vollkommen durchsichtig und hat weder Geruchnvch Geschmack; ist sehr flüchtig und verfliegt L z Hey ») Man pflegt sie künstliche zu nenn-n, um sie von de? natürlichen, dem oben ermähnten flüchtigen Bergöl, der natürlichen Slavhtha die diesen Bemiahmen behält, so viel auch die Zäunst zur Vlelniguug derselben beogetragen haben mag, zu unterscheiden. ,66 Anhang zum sechsten Abschnitt. bey einem bestimmten Grad von Hitze, der, sobald es im fceven kocht, nicht mehr zunimml, völlig. Es zieht sich wie alle Körper durch die Kälte zusammen und dehnt sich durch die Wärme aus, allein sein Volumen nimmt bey wachsender Wärme nicht so schnell zu, als die Wärme, zum größte» Vorrhcil oer Säfte organischer Körper, von denen es oer Hauptbcstandtbeil ist; bey einem bestimmten Grab von Kälte germnt es zu einer festen durchsichtigen Masse, (Eis), die speeifisch leichter ist als.es, auch selbst wenn man es vorher von Luft, durch Krochen und unter der Lustpumpe so viel wie möglich, gereinigt hat. Seine Ela- ffieität, die man sreylich muchmaßc» konnte, aber von »ielen bezweifelt worden ist, ist nun erwiesen. (S. die -Note zu H.ch?). Ob es einfach sey oder nicht, ist noch nicht mit dem Grade von Gewißbeil ausgemacht, der alle weitere Versuche darüber entbehrlich machen könnte, so sehr auch von vielen das Gegentheil behauptet wird Hier von kann eigentlich nur erst alsdann gehandelt werden, wenn wir die verschiedenen Luftarten kennen gelernt haben. Ausgemacht ist wohl indessen, daß es für sich nicht in Erde »erwandelt werden kann. Das reinste Wasser muß durch die Kunst erhalten werden, in der Natur ist es nie ganz rein, selbst Regen - und Schncewasser enthält fremde Theile, wiewohl unter manchen Umständen nur sehr wenige Was man in dem gemeinen Wasser hauptsächlich antrifft, ist Luftsäure, tbeils frcy, theilS mit mineralischem Alkali verbunden, Glaubersalz, Salpeter, Gips, Bittersalz, Kalk - und Bittersalzerde in Lufr- Salz - oder Salpetersäure aufgelößet, Kupfer - Eisen - und Zinkvitriol auch in Lustsäure aufgelößetes Eisen w. daher die Nahmen weiche, barrc, und mineralische Wasser, nach dem manche dieser Beymischungen wenig merklich oder beträchtlich sind. Diese Veymischungen der Wasser sowohl in Rücksicht auf das was? als das wieviel? genau anzugeben, ist eine der nützlichsten, aber auch der schwerste»Beschäftigungen der Chemistcii. Andreas Sicgmund Margcirafs chymische Untersuchung des Wägers; im iten B. seiner chemischen Schriften S. zzs>. m-.nSi.vti'iu ile Äiizl^il ziziiilrum. Opulc. t'k^s. er ckem» Vol. I. Schaffers oben S >I47. angeführtes Werk S.ZO2,. West» Anhang zum sechsten Abschnitt. 167 West>'m»l' Anleitung zur Prüfung eines mineralischen Wassers (Kleine phys. cheni. Schriften. > B. 2 Hfk.) g> ?. Lvrri.iuczs vollfläncilaez cNemUokcz i 'i»>>irct>t>inir 2UM lizngAebrzock für Sckeillcllünül-r, cic. I'pbeil. genz >7?r>> ü' p. I>9- I. C. W'Remlcr Tabellen über den Gehalt der in neuen Zeiten untersuchten Mineralwasser nach Elassen und Gattungen:c. Erfurt >79^ O.uerfvlio. tlebrigcns ist das Wasser ein AuflößungSmittel von Salzen, verschiednen Erden, gummigten und schleimigten Substanzen; es befindet sich in Vegetabilien, Toieren und den meisten Mineralien, wenn es auch gleich nicht immer flüssig erscheint. So ist es in dem harten und trocknen Guajak-'Holz, in den Knochen und Hörnern der Thiere in den Crostallen der Salze gebunden enthalten, und wird durch Destillation wieder frey- Nach dieser näheren Betrachtung einiger Körper, (die übrigen werden an den Stellen vorkommen, wo der Hr. Werf. Veranlassung dazu giedt) davon die Kenntiiiß im künftigen nicht entbehrt werden kann, schließe ich diesen Anhang mit einigen Anmerkungen zu den letzten §§. des sechste» Abschnitts. Z. 201. k. Viele Auflöfiungc» find mit einem Aufbraußen verbunden; bey vielen entsteht eine Hitze, und bey andern eine Kälte. In den Heyden ersten Fällen, werden Körper, die in den folgenden Abschnitten umständlicher betrachtet werden sollen, sre» gemacht. Im ersten Fall ist es ein elastisches Flüssiges, das sich in Gefäßen auffangen läßt, und dahin gehören die meisten von den Luftarren; im zweyten ist es ebenfalls ein flüssiges Wesen, das sich aber nicht in Gefäßen einsperren läßt, nemlich Fcuerrvesen, die Ursache den 5värme, welches, sobald es entbunden ist, nicht bloß aufsteigt, sondern durch die Gefäße selbst dringt und sich in die benachbarten Körper verliert; wo lkälre entsteht, daist, um den neuen Körper der durch die Auflößung hervorgebracht wird, auszumachen, Feuermaterie nöthig gewesen, es entsteht so zu reden ein Feuerlecrer Raum, der sich mit dem Feuer des Gefäßes anfüllet, und da dieses wieder Feuer aus den benachbarten Körpern z.B. der Hand, nimmt, so entsteht dadurch was wir Aälre nennen. Geschiehst L 4 dieser 168 Anhang zum sechsten Abschnitt. dieser llevergang plötzlich, wie Hey derAuslößung des Eises im rauchenden Salpetergeist, so erstarrt selbst das benachbarte Qmcksilber, zumahl wenn ihm vorher schon ein großer Theil seines Feuerwesens ist geraubt worden, wie tcy kalter Witterung leicht geschehen kann. Z. 20l. I. Auch ziehen sich Key den Auflößungen die Körper öfter« so stark au, das sich ihre ganze Natur verändert zuhaben scheint. Z, B. dos äizende (von seiner Luftsäure besreyte), fixe, vegerabilischc «tangensalz, und die höchsteoncen- rrirrc Ockriolsäurc äußern eine Würkung auf das Fleisch, die fast der vom Feuer selbst gleicht; mit einander aufge- lößet geben sie den vicriolistrrcn tveinstcin, ein gar nicht stark schmeckendes Ncurralsalz. Auch ist nun die Säure durch das fixe Laugensalz so gebunden daß sie selbst ihre Flüchtigkeit verlohre» hat- Dieser Verlust der Eigenschaften scheint von dem Grad der Stärke abzuhängen, mit welchem sich die Körper selbst ziehen. So schmeckt Vi- triolsäure und Wasser (virriolgeist) sehr stark; Vitriol- säure und stückst. A!k. (gheün. Salm.) schwächer; Vi- trivlsäure und fixes vegct. Alkali (virriolifirecr tvciiistei») noch schwächer; Vitriolsäure und Raichei de, vder Schwer- erde, (Gxpo, Schweesparh) gar nicht mehr. Diese Betrachtungen führen nothwendig auf dievermandrschaften; desoiiders Anziehung; tVablaiiziehung (sirrsLio cleckivs) der Körper, eine der wichtigsten Lebreu der ganzen Chemie und auf welcher ihre meisten Operationen beruhen, und wovon wenigstens einige Kenntniß beym Vortrage der Physik unentbehrlich ist. H. 201. m. Die anziehenden Kräfte die wir z. B. zwischen der Erde «nd den auf ihr befindlichen Körpern, zwischen Wasser und Glas ben den Haarröhrchen w. bemerkt haben, findet wahrscheinlich zwischen allen Körpern statt, man muß sie nur in dazu schicklich? Umstände dringen. Allein die Gesetze, nach denen sich letztere richten, sind von den Gesetzen der Schwere sehr unterschieden. Alle Körper fallen mit gleicher Geschwindigkeit gegen die Erde, werden also gleich stark von ihr gezogen, allein in den Haarröhrchen steigt der leichte Weinacist nicht so hoch als das schwerere Wasser, ob e« frcylich auch wahrscheinlich ist, daß im strengsten Verstand, Anhang zum sechsten Abschnitt. i6? stand, wegen der magnetischen Beschaffenheit unserer Erde, an manchen Stellen derselben ein Pendel mit einer eisernen üinse anders schwingen würde als ein anderes. Dieser Unterschied könnte aber seinen Grund bloß in der Form, der Dichtigkeit rc. der kleinsten Tbeile haben »). s) Lssai llc ck^mic mactmnigue par <», d. uu zxc-n. 4. §. 201. n. Wir haben oben gesehen (tz. daß ein ausgelößeter Körper im Auflößungömittel zuweilen niederfällt/ wenn man eine» andern in eben demselben anflößen will, dieses würde nicht geschehen können, wenn dieser zweyte Körper nicht stärker von dem Menstruv gezogen würde, sich also gleichsam zwischen die Theilchen des Menstruunis und des ersten Körpers einschöbe, und solchen ganz von dem Mcnstruum trennte, da er den», je nachdem er specisisch schwerer oder leichter oder eben so schwer als die neue Verbindung ist, fälle oder aufsteigt oder schweben bleibt, doch kann auch der getrennte selbst »oll, im Menstruo aufgelöster bleiben. Die Chemie gicbt also vortreffliche Mittel an die Hand durch Auflößungen sowohl auf dem rvockenen.als dem nasse» Wege 's) diese Kräfte der Körper zu untersuchen- H. 2or. 0. Wenn ein Körper ^ zwey untereinander durch wechselseitiges Anziehen verbundene u und 5 trennt, und sich dafür selbst mit einem von beiden z- B. mir « wieder auf ähnliche Weise verbindet: so sagt nianL und ä haben eine »ähereverwandschask (Mmi-s) als Ii und L; ihrewahl- anziebung sey stärker. Diese eben beschriebene, da nämlich zwey verbundene Körper von einem dritten getrennt werden, der sich eines von beiden wieder bemächtiget, heißt die einfache lvahianziebung (arrrsÄio eicSiiv-, tim» x>cx). Wenn hingegen ein Körper ^, der selbst in zwey andere a und -- zerlegt werden kann, den der Vermischung mit einem zwcyten k. der aus t> und st zusammengesetzt ist, sich so mit ihm verbindet, dgßeinellmtauschungde'rErund- ßsffe vorgeht, uemlich sich a mit b »der st, und -- mit st L z oder Aufl,Sßung auf dem trocknen Wege nennt man diejenige, wöbrk das Mcnstrnnm durch einen merklichen Drad von Hitze flüssig erkalten werden muß ; auf dem nassen, wo. dieses nicht nvlhig ist. 570 Anhang zum sechsten Abschnitt. »der K verbindet, so beißt die tVahlanziehung eine doppelte (an,. e!e6k. «lnplcx , skbnirzz compalu-). ffsg Paar Beyspiele werden dieses deutlicher machen. Wenn das auf- gclößete Rochsalz (Salzsäure mit Mineral. Alkali verbunden) das fixe Gewächs > Langensalz im Wasser antrifft, so verbindet sich letzteres mit der Salzsäure des ersicren, und macht mit derselben Digestivsalz, das mineralische Alkali aber des crstern gcräth aus seiner Vcrbinduna, doch erfolgt hier eigentlich kein Niederschlag, sondern das getrennte mineralische Alkali bleibt im Wasser aufgclößet. Dieses ist die einfache wahlanzichuiig; bringt man ätzendes. flüchtiges Laugensalz zu Ralksalpecer, so geschieht kein Niederschlag von Kalk, der aber erfolgt, sobald man das »>110--, angeschossene dazu nimmt. Die Ursache ist, Letzteres ist eine Art von Ncutralsalz, indem es mit der Luftsäure verbunden ist; hier verbindet sich also bey der Mischung die Luftsanre des Laugcnsalzcs mit dem Kalke, mit dem sie eine sehr starke Vcrwandschaft hat, und macht rohen Kalk, der im Wasser niederfällt, das flüchtige Lau- gensalz allein konnte der Salpetersäure ihren Kalk nicht rauben, weil erstcrcs eine geringere Verwandschaft mit der Salpetersäure besitzt als der Kalk. Das reine flüchtige kaugensalz und lue vom Kalke getrennte Salpetersäure bleiben aufgelößet, und geben be» der Crystallisation entzündbaren Salpeter; dieses ist die doppelte wahla»- ziehung. Mehrere Beyspiele kommen in den Vorlesungen vor. H. 2OI. p. Die Grade dieser Verwandschafren mehrerer Körper Hat zuerst Geoffroi der ältere im Jahr 1718 in Tabellen gebracht, die nachher vsrncmlich durch Bergmann erweitert, verbessert und bequemer eingerichtet worden sind. Bergmanns Tafeln befinden sich außer den Schriften dieses großen Chemikers, auch noch in andern Werken z. B. in Schcsscre Vorlesungen, und Elliors Anfangsgründe» derjenigen Shells der Pdarurlehre, welche mir der Arz- ucywissenschafc in Verbindung stehen, aus dem Engl, überseyt von i>, Aug.V0ilh, Bertram. Leipzig, 178-i. 8. Aus letzterem Buche entlehne ich, mit einigen geringen Abänderungen in der Form, nachstehende dem phlogistischen System angepaßte Verwandschasts- Tabelle,' die für unsere Absicht hinreichend ftyn wird. Verwandt? Anhang zum sechsten Abschnitt. 17» Verwandest ass - Tabelle. '") ,) Virriolsäuxe. Phlogiflo» (Schwefel); fixes Alkali; flüchtiges Alkali; Maanefla; Ziuk; Eisen (Eisen-Vitriol); Kupfer; Wasser (Vitriolgeifl). .2) Salpecersaure. Phlogision (Salpctcrlufl); fixes vegetab. Alkali; fixes mineralisches; flüchtiges; Eisen (Eisensalpctcr); Kupfer; Silber (Höllenstein): Wasser (Salpetcxgeist). g) Salzsäure Fix. mineral. Alkali; Kalkcrde; flucht. Alkali; Spiesglasköuig (Spiesglasbuttcx); Silber; QucMbcr;Bley(Hornbley); Wasser (Salz- g"st). , , q) Essigsäure Fixes Alkali; fluchtiges; Bittererde; Bley (Bleyzueker); Kupfer; Wasser (Weinessig). 5) Fixes veger. Alkali Vitrivlsaure; Salpetersäure; Salzsäure; Weinsteinsäure; kustsaure (mildes, vegct Alkali) 6) Fixes nil »era!. Alkali. Viltxiolsäuxe; Salpetersäure; Salzsäure; Weinsteinsäure; Luftsauxe; (mildes, mineral. Alkali). 7) Flüchtiges Alkali. Vitriolsäure; Salpetersäure; Salzsäure; vegetabilische Säure (vegetab. Salmiak); Luftsäure «.mildes, flüchtiges Alkali . 8) Aalkerde. Vitriolsäure; Salpetersäure; Salzsäure; vegetabilische Saure; Lustsüure (roher Kalk); Wasser (Kalkwasier). 9) B-trererde. Vitriolsaure; Salpetersäure; Salzsaure; vegetabilische Säure; Lustsäure (Magnesia). 10) Mccallc. Salzsäure; Vitrivlsaure; Salpetersäure; Essigsäure. Die Nahmen einiger aus der Verbindung dieser Säure mit metallischen Kalken find in der Tabelle S. 158 angeführt). ") ») Diese Tafel gehörig zu verstehen ist folgendes zu merken. Das numerirte und gröber gedruckte Wort, bezeichnet den Hauptkörper, dessen Verwandschaften mit den darauf folgenden immer desto größer und, je näher sse dem Hauptkörper selbst stehen. Die in Klammern <> eingeschlossenen Wörter find die gewöhnlichen Benennungen der Verbindung des unmittelbar vorhergehende» Körpers mit dem Hauptkörper. Die Nahmen dce übrigen Verbindungen stehen oben in der Tabelle fiir die Neutral, und Mttelsalzc. S. ISI, 152. I?2 Anhang zum sechsten Abschnitt. 11) Brennbares, Luft (pblogistiflrte Luft); Vitriol« säure (Schwefel); Phosphorsäure (PSosphorus); metallische Erde» (Metalle); vegetabilische und tbierische Erden (Kohlen). Ii) Schwefel '). Fixes Alkali (Schwefel-Leber); absorbirendeErde (Kalk-Leber); Eiscn(); SpieS- glanzkönig (Spiesglanz); Quecksilber (Zinnober). iz) Weingeist. Wasser cverdünnter Weingeist); wesentliche Oele (Essenzen). 14) Wasser. Weingeist (verdünnt. Weing.); flüchtiges Alkali (Salmiakgeist). 15) üuftsäure. Kalkerde (roher Kalk); Bittererde (Magnesia; fixes Alkali (mildes fixes Alkali); fiücht. Alkali (mildes flücht- Alkali). tleber diesen Anhang können außer den schon angeführten Schriften vorzüglich nachgesehen werden: Lrxlebens von wicnlcb herausgegebene Anfangsgründe der Chemie. Göttingen, 1784. 8. neue Auflage >79Z- 8- Joh. Fried. Gmcliiis Grundriß der allgemeinen Chemie. Göttingen 1789. »Theile. 8. Joh. Christ, wicglebs Handbuch der allgemeinen Chemie. Berlin und Stettin, 1781. 8. B. >->!. perer Josephs Macgucrs Chemisches Wörterbuch, mir?lnmerkungen und Zusayen vermehrt von 11. I. Gores. Leonbardi neue Auflage. l -Vt-rTheil (bis Schw.) Leipzig 1788 - 17g«. Grens Syst. Handbuch der Cbemie in 2 Tbeilen. Halle 1790. 8. Von diesem Werk wird erstens eine umgearbeitete Ausgabe erscheinen. v. Sigis. Fried. Hermbstadr System. Grundriß der allgemeinen Erperiment. Chemie w. iii.Theil. Berlin ,791. 8- Für die anriphloq. Chemie S- die oben (S. 151.) angeführten Werke. ») Dieser ist freolich nach den PHIogistikcrn nicht einfach, kann aber, weil er sich mit den nachstehenden Körpern ohne Zersetzung verbindet, hier a>S einfach angesehen werben. Vll. -7Z Siebenter Abschnitt. Von der Luft. Elastkilat und Schwere der Luft» §. 202- Wir sind allerwärts mit einem Körper umgeben, der alle Merkmale eines flüssigen an sich tragt, und zwar nicht gesehen, aber doch gefühlet werden kann, wenn wir ihn gegen uns treiben oder uns schnell in ihm bewegen, leichte Körper (doch auch zuweilen Hauser und Eichbaume, L.) werden durch ihn fortgestoßen: auch wenn wir Wasser in ein so genanntes leeres GlaS mit einer engen Oeffnung gießen wollen, so zeigt es sich, daß etwas in dem Glase seyn muß, was dem Wasser widersteht, weil es durch die enge Oeffnung, wodurch das Wasser einfließt, richt zugleich ausweichen kann. Diesen Körper nennen wir Luft. Daß sich andere Körper mit Leichtigkeit in ihr bewegen können, so daß ihnen die Lust leicht ausweicht, das hat sie mit andern flüssigen Körpern gemein. §. 20Z. Wenn man ein Glas mit der Oeffnung nach unten gekehrt in einem etwas tiefeg Gefäße der- geftalt 174 VII. Abschnitt. gestalt unter Wasser taucht, daß der Rand beS Glases die Oberslache des Wassers ringsherum zugleich berührt, so füllt das Wasser die Höhlung d.eö Glases nicht aus, wie doch nach dem iz; § geschehen sollte, wenn das Glas völlig leer wäre. Die Ursache ist, weil die Luft hier dem Wasser nicht ausweichen kann, und doch nicht Wasser und Luft an einem Orte zugleich seyn können. Da man aber dennoch bei) diesem Versuche bemerkt, daß das Wasser in einen Theil des Glases hincindringt, ungeachtet das Glas vorher ganz mit Lust angefüllt war, und daß die Luft alsdann das Glas immer um desto starker noch aufwärts zu treiben bemüht ist, je liefer man es inner das Wasser drückt, so darf man sicher die Folge daraus ziehen, daß die Luft zusammengedruckt werden körn e, alsdann aber ein Bestreben äußere steh wieder in ihren vori- ccn Raum auszudehnen, das heißt, daß sie elastisch sey (§. zz). Aaß das Wasser in das Glas eindringt, und bemn ast- mäbligen Aufheben wieder ausgetrieben wird, ist unstreitig ein Zeichen der Elastieitär der Luft, nicht aber der Umstand, daß duS Glas immer stärker aufwärts getrieben wird, je tiefer ich es untertauche, wenigstens nicht allem, denn ein jedes Stuck Hol; von geringerem spec. Gewicht als das Wustsr, oder ein leeres, etwas hohes und leichtes Glus mit dem Boden voran untergetaucht, wurde ebenfalls so aufwärts getrieben werden, ü.,) Won der Einrichtung dss Täuchcrglock« ^ viUlllw). zog. Von der Lust. 175 §. 204. Au6 einer mit Wasser angefüllten oben verschlossenen Rohre fließ: das Wasser nicht heraus, ungeachtet die Rohre unten offen ist, wie man doch dieses als eine Wirkung der Schwere erwarten könnte. Diese Begebenheit wird vollkommen begreiflich, sobald man annimmt, die Luft sei) wie andere Körper schwer und drücke hierdurch gegen die untere Oessnung der Röhre, oder erhalte durch ihr Gewicht, das Wasser in der Röhre an seinem Orte, das also dadurch am Fallen oder am Ausfließen verhindert wird. §. 20,5. Oeffnet man die Röhre oben, so fließt das Wasser zu der untern Oessnung derselbe-- heraus. Es kann dicß auch nach der gegebenen Erklärung nicht anders erfolgen; denn nun erfahrt das Wasser oben eben sowohl den Druck der darauf liegenden Luft, als unken; beide Drucke heben sich einander auf, und dasWasser muß vermöge seiner Schwere aus der Röhre ausfließen. Dick erklärt die Einrichtung und den Gebrauch des Srechheders, den Nutzen des Spundloches cur einem Fasse, wie auch die Wirkung des Aanbsr- brunncns, (eines nach diesen Gründen sehr nerr eingerichrcren Dincensasses, der Taschen-Schreib- seder mir Diuce, des magischen Trichters, u. d. gl. L.) §. 2c>6. Nähme man zu diesen Versuchen anstatt der Röhre ein Gefäß, das unten eine weite Oessnung hat, VII. Abschnitt. hat, so würde das Wasser ausfließen, wenn auch jzaö Gefäß oben verschlossen wäre. Denn das Wasser steht in diesem weilen Gefäße nicht soesteich ruhig, sondern bleibt eine Zeitlang in Bewegung, wenn man das Gefäß in die angezeigte jage gebracht hat. Geseht nun, es stünde wegen dieser Bewegung in ^, zr Fig. niedriger als in L, so würde die Luft, die allerwärtS gleich stark gegen die Oeffnung des Gefäßes drückt, wegen der niedrigen Wassersäule HI! in L weniger Widerstand finden als in I), weil die Wassersäule LI) höher ist; sie wird also auswärts drücken und OL wird dabey niederwärts gehen müssen, und solchergestalt wird das Wasser bald aus dem Gefäße ausfließen. Verhütet man aber z.B. durch ein vor die Oeffnung gelegtes Blatt Papier, daß die Wassersäule ^li nicht so geschwind von der Lust auswärts getrieben werden kann, so kann auch LO nicht so geschwind sinken, das Wasser wird oben bald horizontal, und es kann nun nicht so leicht ausfließen. Bey einer engen Röhre findet kein so starkes Schwanken statt, und das Wasser fließt daher auch ohne untergelegtes Papier nicht aus. S- 207. Aus der Schwere der Lust und ihrem Vermögen, sich zusammendrücken zu lassen, zusammengenommen, folgt, daß sie an einer jeden uiedrigern Stelle dichter und zusammengepreßter seyn muß, als an einer höhern. Von der Luft, welche Von der Lust. 177 welche in einem Gefäße enthalten ist, muß die, welche unmittelbar auf dem Boden liegt, da« Gewicht aller darüber stehenden tragen, und dadurch in einem gewissen Maaße zusammengedrückt werden. Die Luft darüber tragt schon ein geringeres Gewicht, und wird also auch nicht in dem Grade zusammengedrückt, wie die darunterstehende, und die alleroberste Luft könnte gar nicht zusammengedrückt seyn, vorausgesetzt, daß gar keine Luft, noch sonst etwas schweres, weiter über dem Gefäße stünde, weil sie kein Gewicht einer über ihr stehenden zu tragen hak. Man sieht bald ein, daß die Weite des Gefäßes nichts in dieser Sache verändert, ja daß der Satz auch auf die Luft angewandt werden könne und müsse, welche die ganze Erde umgiebt, wenn diese etwan eine Kugel ist. H. 2c?8. Da in einer beträchtlichen Höhe über uns noch Luft steht, so muß folglich die uns umgebende wohl eine solchergestalt verdichtete und zusammengedrückte Luft seyn. Wie stark sie aber zusammengedrückt ist, oder wie groß der Raum ist, in dem sich z.B. ein Cubicfuß unserer Lust sich selbst überlassen ausbreiten würde, das ist schwerlich mit Genauigkeit zu bestimmen; jedoch sieht zu vermuthen, daß er dann einen viele Mahle größern Raum ausfüllen würde. M §. zoy VII. Abschnitt. §. soy. Wenn man nahe an der Erde ein Gefäß mit Luft verschließt, und eö alödan» an eine» höhern Ort tragt und öffnet: so muß die Luft wie ein Wind aus der Oeffnung hervordringen. Sie ist nähmlich nahe an der Erde dichter, als in einiger Höhe darüber, und hier kann sie nicht durch das geringere Gewicht der darüberstehenden in eben der Dichtigkeit erhalten werden; sie breitet sich also, so bald sie Freyheic bekömmt, vermöge ihrer Elasticirat aus, bis sie mit der sie umgebenden Luft einerley Dichtigkeit hat. Ott» von Guerike hat diesen Versuch wirklich angestellt. §. 2lO. Oeffnete man hingegen ein Gesäß, das von Luft entweder ganz leer wäre, oder nur eine verdünnte Luft enthielte, so müßte es bald mit Lust angefüllt werden, die eben so dicht wäre, als die auswendig herumstehende. Ware die Oeffnung des Gefäßes aber unter Wasser getaucht, so könnte nun zwar die Luft nicht selbst hineinbringen, aber sie würde doch wegen ihrer Schwere und Elasticität das Waffer in die Höhlung des Gesäßes hineintreiben. Die Alten erklarten diese und ähnliche Erfahrungen unrichtig daraus, daß dieNarur einen Abscheu vor dem leeren Räume (5uA2 vscui) habe; sie haben ihren Grund in den oben erwiesenen Gesetzen des Gleichgewichtes. Hieraus wird begreiflich, wie sich eiu Blasebalg nu 't Luft anfüllt, wie eine Sprühe oder eine Pumpe (das Von der Lust. 179 (das Taugwerk) Wasser zieht/ wie das Sauge» geschieht, u. »>, d. gl> Von den Ventilatoren. Beschreibung der nützlichen Maschine des Hrn. Srepb. Haies u. s. w. im Hamb. Mag. ll.Band, a;S. on v-niilsror, b? srnrii. «zi.es. l.oii. L^>. 91. 94. 96. Und karr. III. Lpilt. 102. H. 2lg. Da sich mit einer mehr als Z2 rheinlandifche Fuß langen Röhre der Versuch nicht ohne große Muhe und Schwierigkeiten anstellen laßt, so macht man ihn gemeiniglich und freylich eben so gut mit O.uecksilber und einer weit kürzern Röhre. Das Quecksilber ist nahmlich ohngefähr vierzehn Mal schwerer als Wasser, und es muß also in der oben verschlossenen Röhre auch vierzehn Mal niedriger, folglich ohngefähr acht und zwanzig rheinlandische Zolle hoch stehen. lVv, zo Fig. sey eine solche Röhre, die über acht und zwanzig Zoll lang ijc und ganz mit Quecksilber angefüllt, dann aber mit der Qessnung unten in ein Gefäß mit Quecksilber L gehalten wird, so muß das Quecksilber in der Röhre von bis L herabfallen, so daß LQ ohngefähr acht und zwanzig rheinlandische Zoll lang ist. In wird weder Luft noch Quecksilber scyn können. Warum die Röhre unten in ein Gefäß mit Quecksilber qetaucht wird, läßt sich «us §.206. erklären. Mit Quecksilber hatlLvaiigcl. Torricclli 164z den Versuch zuerst angestellt. Noch jetzt nennt mau die Röhre von ihm die rorricellifche Röhre, und den luftleeren Raum in derselben über dem Quecksilber die rorricellische Leere (vacuam igsrweUiimam). S- 215. Die Erfahrung lehrt, daß dag Quecksilber in der toricellischen Röhre nicht zn allen Zeilen M z und 182 VII. Abschnitt. und nn allen Orten gleich hoch sieht, sondern daß diese Höhe einigen Veränderungen unterworfen isi. Die Luft muß also zu der Zeit und an denen Orten, wo das Quecksilber höher steht, schwerer seyn, (oder ihre Elasticilät muß größer seyn, L!..) als da wo es niedriger steht. Au6 der jedesmaligen Höhe des Quecksilbers in der torrieellischen Nöhre kann man finden, wie stark eine jede gegebene Fläche von der darüber siehenden Luft gedrückt werde, weil diese Luftsäule eben so schwer ist (eigentlich eben so stark drückt, L.) als eine Quecksilbersäule über eben der Fläche und von der Höhe des Quecksilbers in der torri- cellischen Röhre. Ein rheinlandischer Cubicfuß Quecksilber wiegt 1176 Pfund Troygcwicht; man darf also nur für jeden Zoll der Quccksilberhöhe über einem Quadratfuße 98 Pfund; für jede Linie der Quecksilberhöhe in der toriccllischcn Röhre 8 Pnmd 2. Unzen rechnen. Wenn man die Oberfläche der Haut eines erwachsenen Menschen fünfzehn Quadratfuß, und die Höhe des Quecksilbers in der Röhre acht und zwanzig Zoll rechnet, so trägt ein Mensch bekändig 4i>üoPfund tust auf sich. Die Luftpumpe. Z. 216. Noch näher hat man die Luft seit der Erfindung der Lustpumpe (smlis priLumatics) kennen gelernt, wodurch man die Luft aus Gefäßen wegnehmen kann. Der erste Erfinder derselben ist Otto von Guerike, der zu Magdeburg um die Mitte des fiebenzehnten Jahrhunderts (das eigent- Von der Lust. i8z eigentliche Jahr der Erfindung ist unbekannt, L.) nach einigen vergeblich angestellten Versuchen vermittelst einer großen Sprühe endlich eine hohle Kugel von Luft leer machte. Seine merkwürdigen weiiern Versuche wurden bald darauf bekannt, und er selbst stellte sie 1654 in Gegenwart des Kaisers Ferdinand III. und einiger deutschen Fürsten zu Regensburg an. In Schriften hat sie Kasper Schott zuerst bekannt gemacht, der Gumkeils Werkzeuge durch den Knrsürsten von Mainz Johann Philipp erhalten hatte. czsi>. scno7ii srz ivcckunico - kzutliulico - pncumsncg. '657. 4- vrr, r>L vuniniie cxxei-imcnrz nouz vr vocznriir bur^ica Sc vscuo txzlio. 167^. kol. §- l-I?. Boyle brachte bei) der kuftpumpe einige ansehnliche Verbesserungen an, so daß er selbst von seinen Landsleuten als der Erfinder derselben angeschen und auch der dadurch hervorgebrachte luftleere Raum gemeiniglich die boylische Leere (vsauum bovliamun) genannt wird. (Seltsam genug, weil er in der Vorrede Zu hier unten angezeigtem Werk: nexv oxperimeMs etc. selbst gesteht, daß er der Erfinder nicht scy. L.) Nachher haben Huygens, Scngverd, Hauks- bee, Rollet, Leupold, Smeaton (vorzüglich, Hurter, Haas, Cuthbertson, K.) und andere, noch mauchcrley Veränderungen und Verbesserungen an diesem Werkzeuge gemacht. M 4 üust- l84 VII. Abschnitt. Luftpumpen, in welchen Quecksilber im Hauptsticfel die Stelle des gewöhnlichen Stempels verteilt, haben o) Baader, l>) Hindenburg, und c) Michel angegeben, auch der berüchtigte Swedenborg, wovon man in den c,uU, für >72-. S.ad4 eine kurze Beschreibung und m-b, iv. rig. >>. eine sehr unvollständige, zum Verständniß des Hauptgedankens aber doch hinreichende Abbildung findet; jedoch scheint die Hindcnburgische Einrichtung unter allen die begnemste zu scyn. Lazalcr U) bedient sich statt des Quecksilbers des Wassers. L. ») S. Hübners ph»s. Tagebuch für Freunde der Natur rter Jahrg. gtes St. und .n. r. »rnruüevrnrcz orsrio 78?. 4. von ihrem Erfinder verbessert in Gren's phys. Journal V.». S. ?a6. b) ninoruruaui /^nrliirc nouss l^Nr-uI. Lncum. dlecbil- nizmuz er Ucscriprio. bips. 1789. 4. c) Zlozier Sept. 1789. Ebendas. May 1789. dlcvi- experimenr, pk).s>co - mecbsnlczl, roucbmg tke spring os rks zir, bz. von, vori.x. Oxs. l6bo. 8; ss7>rkr k^ol. /. x/iz. iLbeildessl Lonrinn-rion ok ncvv cxpcrimcnrz pbz'lleo-ine- cbsnicsl, loucking lbe spring »nä vvci-.br ot rbe sir, rbc bik pari. Oxb 1669. 4; srorir Z^ol.//s. r. iLbendesfi rrsÄr vs s (liicovcr^ vi liic atbn!r»kic rsreszdtivn ob r.ir. I.vnci. 1761. 4; s//. p. Lbendefil conrinuniion r>f nevv cxpcrimcnr, wucbing rbe spring ,nä vc--ipbr os gir. l.onr>. IÜ8I. 8; ss-or/i! /p^. Kbendess. rbe generül biliar^ of lbe »ir, op. k^onvclle! cxpciicnccz >lu vuiäc, psr 14. r.vriu. ^ ?«ri» 1674. 4- vrorr. zriecznrnv inizuibiioner cxpcrimenrzlc« c^nibnz seil» n«l»rz cxpliczrnr. beig. >699. 4; und die Vorrede ZU seiner phvsch. «»iinsnrx in seinen pb^bco - nrccbznicsl experimenr;. Jak. L.cu?olds deutliche Beschreibung der soacnanntest Luftpumpe, Lkipj. >707, 4; LMichung, Leipz. >7>2. 4. dlemoire Von der Lust. 18s ILcmvire tur Ic> inllsumenks lr. I'»bke ?rol.i.e?, Prem, pzrrlc; ^krrnorr rie t'nca-i. ro>. /c. -7^0. p-ix. ,'F/. lcc, psrrle; pag. Z67. rroil'. pzirie; tl/ei». -te l'acn-l. ro>. rier /c. ,7^-. />- zr^. ^ lelrer srom k>l ss s«e/r^c>n concerninx lome inprovemenrr m^cle U7 Uimlcll in rlre sir.pump^ lll den Ublto/ ?r-mrnr?. k^ot. v- In nziure clc I'-lr par dl. k pari» IÜ79. I!; UNd L>cuvr. w»m. I. p. lchZ cunis?. «/ol.??>l eiemcnr, Heromelrlzc l-ips. 1706. 12. Georg Mony Lowiy Sammlung der Versuche, wodurch sich die Eigenschaften der Lust begreiflich machen lassen. Nürnberg, >754. 4. 'Leistens Beschreibung einer neuen Luftpumpe. Wolfen büttel. 1772.. 4. Eine vortheilhaft eingerichtete Luftpumpe mit Windbüchsen-Ventilen beschreibt Hr.Prof. Schräder inGren's Journal der Phys B.ui. S. Z57. H.) S- 2IZ. Der Haupttheil der Luftpumpe ist ein metallener hohler Cylinder HL, zz Fig. worin sich ein Stempel L mit Leichtigkeit und doch so bewegen laßt, daß zwischen ihm und dem Cylinder keine Luft durchdringen kann. Wenn nun mit der Höhlung des Cylinderö ein starkes hohles Gesäß I) verbunden und der Stempel von H bis nach L gezogen würde, so wird der Cylinder HL von Kft leer seyn und die Luft in v sich daher ausbreiten, und nun außer dem Räume O auch noch den Raum HL erfüllen. Könnte man jetzt den Stempel dergestalt wieder nach H Zurücktreiben, daß dennoch die in HL enthaltene Luft nicht wieder in O eindränge, sondern einen andern Ausweg fände, und man wiederhohlte die M 5 näin- 186 VII. Abschnitt. nahmlichc Arbeit zu mchrcrn Malen, so wurde k immer mehr von Luft besrever oder die Luft auS v ausgepumpt werden (exantlsri). Z. sry. Dieses kann erhalten werden, wenn zwischen ^ und v ein metallener Hahn angebracht wird der auf eine gedoppelte Weise durchbohrt ist; kin Mal so, daß die Lust durch ihn durch, von Z) nach und wieder rückwärts gehen kann, zwentcnö auch so, daß die Luft aus Hk durch ihn durch, zu der äußern Luft gelangen kann. Wenn sich nun der Hahn während der Zeit, daß der Stempel von ^ nach I'> gezogen wird, in der ersten Lage befindet, so kann sie.) die Luft aus I) auch mit durch den Raum ausbreiten; wird aber dann der Hahn in die zweyte Lage gebracht und der Stempel wieder nach zurückgedrückt, so muß dabey alle Luft in durch die Oeff- nung des Hahns heraus und in die sreye Luft gelrieben werden. §. 2Zo. Dieß ist die Einrichtung der ältesten Art von Luftpumpen mit dem Hahnen, welche die Unbequemlichkeit hat, daß man zwischen jeder Bewegung des Stempels erst Veränderungen mit dem Hahne» inachen muß Jetzt werden die Luftpumpen gewöhnlicher Weise mit Ventilen gemacht, gewissen Werkzeugen, welche der Luft nur den Fortgang nach Einer Richtung, nicht Von der Luft. 187 aber auch zugleich nach der entgegengesetzten erlauben. Wenn zwischen v und /c ein solches Ventil angebracht wäre, das nach der Richtung offen ist, und ein anderes Ventil näher nach ^zu, oder auch in dem Stempel selbst, das von innen nach aussen zu offen ist, so kann das Auspumpen ebenfalls geschehen, und zwar in einer kürzer» Zeit, weil sich die Ventile von selbst, oder vielmehr durch den Druck der Luft schließen, wenn es nölhig ist, da der Hahn hingegen jedesmal langsamer mit der Hand gedrehet werden muß. (DieseUnbequemlichkeit wäre gering. Auch hat mau schon Luftpumpen, wo sich die Hahnen, btoS durch das Umdrehen derKirrbel, öffnen und schließen. Könnten die Stempel so verfertigt werden, daß zwischen ihnen und den Hahnen keine Luft sitzen bliebe, so verdienten die Luftpumpen mit Hahne» immer den Vorzug. Auch hat man dergleichen angegeben ; unter andern findet sich die Beschreibung einer solchen Einrichtung die mein Bruder vorgeschlagen hat im Gotbaischen Magazin für das Neueste aus der Physik im im B. ztcs St. S> >07. Ventile werden endlich nicht mehr von der verdünnten Luft gehoben, und dann steht die Verdünnung stille. Schon Grro Guerike hat Einrichtungen gebraucht die Ventile von aussen zu heben, wenn es die Elasticität der Lust von innen nicht mehr konnte. Jetzt haben die Hrn. Dürrer und Haas ein Schweizer und ein Deuischer in England Luftpumpen angegeben, wo dieses durch ein Pedal ouf die einfachste Weise geschieht. Ich habe davon in der Beschreibung meiner Luftpumpe, oben nach der Vorrede, das wesentliche der Einrichtung beygebracht. L.) Vorzüge der Smcatonschen Luftpumpe. Birnpvöbe. (Die Beschreibung der Luftpumpe stehet oben nach der Vorrede. DieBirnprobe, selbst ist iad.iv. m unter 588 VII. Abschnitt. unter der Glocke bey <, r vorgestellt. Der Erfinder der Birnprobe ist ebenfalls Hr. Snieacou, der selbst nicht einmal alle die Vorzüge seines Instruments ganz gekannt zu haben scheint. Aus diese Weise allein läßt sich der Grad der Verdünnung der Luft messen: sie ist also eigentlich einDichrigkrics- zeiger, da das kleine Barometer, das man unter die Glocke setzt sowohl, als das Große, und das Hcberförmigc, das man außerhalb anzubringen pflegt, bloße Elastieirärezeicicr sind. Will man aus letztern, nach bekannten Regeln auf die Verdünnung schließen, so geräth man oft in kaum zu übersehende Irrthümcr. Es entstehen nahmlich beym Verdünnen der Luft elastische Dämpfe, die ihre Stelle vertreten, und auf das Barometer wirken, bei, der Virnxrobe aber, werden sie beym Zulassen der Luft wieder niedergeschlagen, und wirken alsdann nicht mehr,auf das Quecksilber. Daher rührt der oft sehr große Unterschied zwischen der Verdünnung, die man aus dem Barometer, und der, die man aus der Birnpvobe geschlossen. Doch könnte auch der Unterschied der Rechnungen hier zum Theil entweder daher rühren, daß die bekannten Gesetze (§.248) auf große Verdünnungen nicht mehr anwendbar sind, oder daß die Birn- probe selbst, so richtig auch das Prineipium seyn mag, worauf sich ihr Gebrauch gründet, nach ihrer gegenwärtigen Einrichtung noch Mängeln unterworfen ist, die sich nicht so leicht vermeiden oder schätzen lassen S. Ioh- Brook's vermischte Erfahrungen, über die Electrieität, die Luftpumpe und das Barometer. Aus dem englischen mit Zusätzen und Anmerkungen von L. C. Q. Ruh» Lechz. >79°. 8- fl-. §. 22l. Anstatt des Gefäßes v bedient man sich gemeiniglich glaserner Glocken, die auf einen messingenen Teller gesetzt werden. Zwischen den Rand der Glocke und den Teller wird ein maßig dickes Von der Luft. Z8s dickes nasses Leder 'H gelegt, damit beide desto genauer aufeinander schließen und die Luft nicht von außen wieder unter die Glocke dringen kann, wenn man die innere wegnimmt. Der Cylinder der Luftpumpe kann übrigens liegen oder stehen, einfach oder doppelt scyn; der Stempel vermittelst eines Handgriffes, einer Winde, oder eines Steigbügels mit dem Fuße gezogen und bewegt werden. -) (Besser zartes Leder, das man in > Theil Terpentin und > Theil Baumwachs zusammcngcschmolzeii getränkt hat; über alles aber gehen die uuten abgeschliffenen Glocken auf einem mattgeschliffenen Teller mit etwas Baumöl oder noch besser Schweineschmalz bestrichen, das man aber noch einmal)! sorgfältig schmelzen nmß, um es völlig von dem Wasser zu befreyen, dessen sich die Fleischer dabei) bedienen, um ihm die schöne weiße Farbe zu geben, ü.) §. 122. Die Luft kann aber vermittelst der Luftpumpe nie gänzlich auö einem Gefäße oder unter der Glocke weggenommen werden. Gesetzt der Raum unker der Glocke sey der iimern Höhlung der Luftpumpe gleich, so wird bey jedem Zuge die Hälfte von der Luft weggenommen, die vor diesem Zuge unter der Glocke war, folglich bey dem ersten Znge die Hälfte, bey dem zweyten ein Viertheil, bey dem dritten ein Achttheil, bey dem vierten ein Sechszehntheil u. s. w. derjenigen Luft weggenommen, die anfänglich die Glocke erfüllete: eben so viel aber wie bey dem letzten Zuge weggenommen worden ist, bleibt imn?er unter der Glocke, ISQ VII. Abschnitt. Glocke, und nach noch so vielen Zügen immer also doch etwas Luft. Ware die Luftpumpe nach Verhältnis? der Glocke kleiner, z.B. ihre Höhlung nur ein Drittheil der Höhlung der Glocke, so würde nach vier Zügen ^ I der ersten Lust, also mehr als vorher unter der Glocke bleiben. Unter einer größern Glocke oder durch eine kleinere Lustpumpe, wird daher die Luft langsamer verdünnt als unter einer kleinern Glocke oder durch eine größere Lustpumpe; niemals aber kann die Luft vermittelst einer Lustpumpe ganzlich darunter weggenommen werden: noch weniger kann man einen ganz leeren Raum damit machen. Die boylische (oder lieber die gucrikische) Leere ist als» nicht so rein als die torricellische (§.214.) ') Dieses würde der Fall seon, wenn die Capacitnt des Cylinders und der Röhre — ^ der Glocke wäre- Es muß heißen (Z-)^ — ckJs- ck. §. 22Z. Da es der Druck der Luft ist, was das Quecksilber in der torricellische» Röhre erhält, so muß das Quecksilber in derselben sinken, wenn sie sich im luftleeren Räume besuidet. So ist die torrieellischc Röhre an die Luftpumpe angebracht ein Maaßstab, woran man sehen kann, ob die Luft durch die Luftpumps in einem geringem oder größern Grad verdünnt werde I. Ja es braucht nur eine kurze oben verschlossene und mit Quecksilber gänzlich angesülste Röhre dazu genommen zu werden; denn wenn das Queck- Von der Lust. 191 silber in einer so kurzen Röhre nicht mehr durch den Druck der Luft erhallen werden kann, so muß diese schon um ein ansehnliche» verdünnt worden styn. ') (wie viel dieLuft verdünnr worden sc», zeigen diese Instrumente eigentlich nicht, sondern nur, wie stark das noch nbrigeFluidum im Recipienten druckt, und dieser Druck hängt theils von der Wärme des Neberbleidscls und theils von dessen Beschaffenheit ad. Siehe die Anmerkung zu §.220. L.) Z. 2Z4. Auch kann die torrirellischs Röhre noch auf eine andere Weise ein Zeichen abgeben, ob die Lust durch die Lustpumpe stark verdünnt werde. Wenn eine lochrechte gläserne Röhre, die über acht und zwanzig Zoll lang ist, oben mit dem Räume unker der Glocke in Verbindung steht, unten aber in Quecksilber eingetaucht wird, und man nun die Luftpumpe wirken laßt, so muß die äußere Lust das Quecksilber immer höher in dieser Röhre hinauf treiben, jemehr die innere Lust weggenommen wird. Hierbei) würde das Quecksilber ganz bis zu der Höhe steigen, in ' welcher es in der torricellischen Röhre steht, wenn man alle Lust unter der Glocke wegnehmen könnte, (und wenn nicht, wie bey den meisten Operationen geschieht, unter der Glocke ein anderes Fluidum entstünde, das, wie die Lust, elastisch ist, aber mit ihr weiter keine Verbindung hat,/!..) welches aber so leicht nicht ist (§. 222). .Nähe- I9Z VII. Abschnitt. Nähere Untersuchung der Luft. §. 225. Da die torricellische Röhre und die Glocken der Luftpumpe gewöhnlicher Weise von Glase sind, so muß die Luft nicht durch die Zwischen- raumchen des Glases durchdringen können. Eben so wenig dringt sie durch Metall (wie könnte man sonst die Luftpumpe von Metall machen?)/ und durch nasses oder mir Qel durchdrungenes Leder. Durch Holz hingegen und durch viele andere Körper kann sie durchgehen. Uebereilt ist Nollers Schluß; daß dieTbeilchen der Lust gröber seyn müssen als die Theilchen des Wassers, weil dießuft nickt durch nasses Leder dringe»könne. Ließ folgt gar nicht. Z. 226. Wenn man die Luft unter der Glocke weggenommen hat, so hangt die Glocke fest an dem Teller der Luftpumpe an. Die Ursache dieses Zusammenhanges ist der Druck der Luft, welche auswendig auf der Glocke aufliegt und inwendig keinen oder doch nur einen höchst geringen Widerstand findet. Man kann ihn berechnen (§. 215). Eben so wird auch der Schröpfkopf durch die äussere Luft gegen die Haut gedrückt, wenn die innere in demselben durch die Warme verdünnt worden; das Blut wird dabey in den Schröpfkops hwcinqeftgen (Arm. zum 210 §). Auf eben dieft Webe hangt auch ein erwärmtes um- gestürztes Weinglas an einem Mörser, oder ein nasses Von der Lust. 19 z nasses jeder an einem Gewichte so fest an, daß man sie daran in die Hohe ziehen kann. §. 227- Man konnte sich wundern, daß die dünnen gläsernen Glocken den Druck so vieler Pfunde just ertragen können ohne zu zerbrechen, da doch von just der andern Seite ihnen nichts entgegen drückt. Aber die runde gewölbte Gestalt derselben ist die Ursache davon und macht, daß weder der eine noch der andere Theii des Glases weichen, folglich das Glas nirgends zerbrechen kann. Nimmt man hingegen aus einer eckichten Flasche, oder aus einem mit einer Glasplatte zugedeckten metallenen Cylinder die just weg, so wird das Glas sehr bald von der just zerdrückt. Und eben so wird auch eine über einen metallenen Cylinder gebundene Blase durch den Druck der äußern just zersprengt, wenn man die just aus dem Cylinder wegnimmt. F. 228- Guenke stellte um die Stärke des Druckes der jufr zu zeigen, einen sehr in die Augen fallenden Versuch an, indem ein Paar hohle metallene Halbkugel», die auf einander paßten und eine ganze Kugel ausmachten, nachdem die Luft zwischen ihnen weggenommen war, von vier und zwanzig Pferden nicht von einander gerissen werden konnten. Ihr Durchmesser war 0,95 einer magddburgischen Elle"). Noch jetzt nennt mau N deiglei- 194 VII. Abschnitt. dergleichen Halbkugel,, die magdkbmgischen skaemiftzbseiia msAäebuiAiLg). Läßt man die Luft wieder in sie hinein treten, oder bringt man sie in einen Raum, der selbst luftleer ist, so fallen sie leicht auseinander. Die meinigen heben i», Durchmesser 2,7? rheiuländ. Zoll, und die Luft würde als» die eine Halbkugel gegen die.andere mit. einer Kraft von >>2 Pfund vhngefahr drücken, wenn die innere ganzlich weggenommen werben könnte. ') Nach Herrn Dursten (Lehrbegriff B. vi. S, 545) iff die Magd. Elle — >,?Z2> des Paris. Fußes m 250 Pariser Linien. L. S- 22Y. Man hat versucht, das Gewicht eines gewissen Raumes voll Luft nahe an der Erde und in einem bestimmten Grad? von Warme durch die Waage zu sinden. Wenn man nämlich ein etwas großes Gesäß, woraus man die Luft so rein als möglich gepumpt hat, abwiegt, und dann untersucht, um wie viel es schwerer wird, wenn man wieder Luft hinein laßt, so kann man wenigstens ohngefähe finden, wie viel die Luft wiegt, welche das Gefäß ausfüllt. Am bequemsten geschieht das Abwägen im Wasser. Nach lvolsss Versuchen iff ei» Cubicfuß Lust ohngefäkr 58? Gran Avothckergewicht schwer: aemeiuiglich kam, man die Lust achthundert Mahl leichter als Wasser rechne,,. Ii, einer Blase kam, mau die Lust nicht wägen, wie einige vorgeschlagen haben. §. 2ZO. Von der Luft. 195 §. 2Z0. Wenn man eine zugebundene Blase, worin nur wenig just enthalten ist, unker die Glocke bringt, und die juft um die Blase herum weg. nimmt, so schwillt die Blase bey jedem Zuge immer starker aus und bekommt das Ansehen, als ob sie ausgeblasen worden wäre. Denn wenn die von außen aus die Blase drückende juft weggenommen wird, so muß die in ihr befindliche). weil sie sich in einem zusammengedrückten Zustande befindet, vermöge ihrer Elasticität sich mehr und mehr ausdehnen und gegen dieBlase drücken. §. 2ZI- In ein Gefäß mit einer engen Oeffnung H, Z4 Fig. sehe man eine dünne Röhre dergestalt, daß die untere Oeffnung derselben L nicht weit vom Boden des Gesäßes entfernt sey; und daß rings um die Röhre herum ben H keine juft aus dem Gefade dlgen könne. Das Ende kl muß eine kleine Oeffnung haben. Wenn das Gesäß bis L? mit Wasser angefüllt ist, unter die Glocke geseßt und die just darum weggenommen wird, so springt das Wasser aus der Oeffnung der Röhre L heraus. Die just in HR. breitet sich nämlich nun eben so aus, wie vorher (§. 2)0) in der Blase, und da ihr der Ausgang allerwartö ver- sperrt ist: so bleibt ihr nichts übrig, als aus die Oberfläche des Wassers LR zu drücken und das Wasser mit Gewalt aus N hervorzulreiben. N Eben i96 VII- Abschnitt. Eben das geschieht/ wenn dieser Springbrunnen, den man den Hevcmvdall (xila tt-ronis) nennt erwärmt wird (§. ->> >). Man füllt ikn , wie vorher (§. lrüch gelehrt worden; oder auch indem man aus u mit dem Munde die x,ist au-saugt und diese Ocffnung alsdann unter Wasser hälr. Auf eine ähnliche Weise kann man auch mit Weingeist einen feurigen Springbrunnen machen. S- 232. Man stelle ein Gefäß mit Wasser unter die Glocke und pumpe die Luft aus, so werden sich in dem Wasser Luftblasen sehen lassen, die zum Theil an den Seiten des Gefäßes eine Zeitlang hangen, zum Theil auf die Oberfläche des Wassers kommen und da zerplahen. Je mehr man Luft wegnimmt, desto größer werden die Blasen. In gelinde erwärmtem Wasser und in zähen, flüssigen Materien, z.B. im Biere u. d.g. ist die Menge dieser Blasen noch weit beträchtlicher und giebc dem flüssigen Körper eine wallende Bewegung auf der Oberfläche. Diese Versuche lehren, daß in den flüssigen Körpern ein ansehnlicher Theil Lust vorhanden sey, welche sich ausbreitet und deswegen in die Höhe steigt, so bald die von außen darauf drückende Luft weggenommen wird Ans eben dieser Ursache steigen auch in dem Wasser Luftblasen auf, wenn es nur bloß erwärmt wird. ') (Was sich hier, zumahl bei) erwärmten Flüssigkeiten, am Ende zeigt, ist nicht alles Luft; es ist ein wahres Kochen, das heißt Entwickelung elastischer Dämpfe zu dem Grad da sie stark genug sind den Druck Von der Lust. is? Druck der verdünnten Luft und der Flüssigkeit zu überwinden. L>) §. 2Z3. Eben so zeigt sich die Luft in einer Menge von festen Körpern, die man aber während des Auöpumpenö in Wasser legen muß, bamir man die aus ihnen hervortretende Luft in dem Wasser in Gestalt von Blasen aufsteigen sehen kann. Das Holz findet man nach Anstellung dieses Versuches schwerer als vorher; denn es sinkt nun in dem Wasser unter, wenn es vor dem Versuche darauf schwamm: vorher wurde es nämlich durch die in ihm enthaltene Luft auf dem Wasser schwimmend erhallen (§. 169). §. 234- Wie die Luft in die Körper hineinkömmt, das ist nicht schwer zu erreichen. Sie dringt eben so hinein, wie Wasser oder andere flüssige Körper in einen Schwamm dringen, weil sie mit den Theilchen dieser Körper stark zusammenhängt und von ihnen angezogen wird. Diesen starken Zusammenhang der Luft mit andern Körpern nimmt man auch wahr, wenn man Wasser in ein Gefäß gießt; es bleibt hin und wieder eine Menge von Luft in der Gestalt von kleinen Blasen an dem Gefäße sitzen. Indessen wird doch einige Zeit erfordert, ehe das (stillstehende L.) Wasser, das einmahl von der Luft befreyet worden, wieder welche in sich nimmt. §. -35. 198 VII. Abschnitt. §- 2ZZ. Eine ungleich größere Menge von Luft, als man durch Hülfe der justpumpe aus den Körpern wegnehmen kann, läßt sich aus ihnen entwickeln, wenn man sie durch mancherlei) Auflö- sungsmittcl in ihre kleinern Bestandlheile auflöst, oder auch wenn man ihre Theile durch Feuer auseinander setzt. Wenn bey den Auflösungen wegen der Heftigkeit, womit die Körper dabey auseinander wiiken, die just in Menge schnell entwickelt wird, so entsieht das so genannte Alls- bt'ckustn (estcrucscentia). S- 2Z6. Der Raum den dergleichen aus den Körpern durch Anflösungsmittel oder Feuer entwickelte j uft einnimmt, der viele Male größer ist, als der Raum, den der Körper selbst einnahm, worin diese just verborgen lag, zeigt, daß diese just in den Körpern sehr enge zusammengepreßt und verdichtet seyn muß. Aber die neuern Untersuchungen darüber haben auch gelehrt, daß diese sogenannte künstliche Luft (aar ksätirius) sich in mehrern erheblichen Eigenschaften von der gemeinen just sehr unterscheidet, und selbst nach Verschiedenheit der Körper und der Mittel, woraus und wodurch sie entwickelt worden ist, verschieden ist. Die Chemie beschäftigt sich weiter mit den Untersuchungen hierüber. 1'Iirec pgs>er5 coiNZininZ expeUmenrs on ksMliouz sir, ky lke »VN. c«veuois»z III den k/.'U. pot, j-az, 41. Hrn. Von der Lust. 199 Hr». Heinrich cavendish Experimente mit erkünstelter Luft; übers, im neuen Hamb. Mag. xu. »and Oblerv-lionz c>n «liftcrem liln8, c>5 sir. by ^sos, rkirürrrv. 177». 4; UNb in de» l^ol. x^z- -47. vxmlculei sb^u-i erck-mirz'ie-, sizrbl. r.cvoislnn. N/om.I. - !>-»'.-> 1774. gr 8. Fc>rH. Nxvenmeins snct o^^ervarions o>i cil^erenr Kinos or sir, 0/ ^os rkirsri-üv. bona. >774 — >786. gr. 8. Vol. i-vi, (Der Verf. hat nunmehr seine sämtlichen physisch-chemischen Schriften in g Bänden m 8. gesammelt und zu London >790 herausgegeben ü.) Mehrere Schriften sind am Ende nachstehender Einschaltung angezeigt. L. Zusähe über die verschiedenen Lustarten. V 0 reri n n c r u 11 g. Obgleich der Herr Verfasser die Untersuchungen der sogenannten künstlichen Luft der Chemie allein, nach dem damahligcn Zustand der Sache, noch mit Recht überlassen konnte, so ist doch jent eine nähere Kenntniß dieser merkwürdigen Flüssigkeiten dem Physiker ganz unentbehrlich. Durch sie haben wir erst unsere eigene Lust recht kennen gelernt, ganz neue Aufschlüsse über die Natur des Feuers bekommen, neue Verhältnisse der Thiere und Pflanzen gegen einander entdeckt, neue und sehr einfache Wege gefunden, die feurigen Erscheinungen in der Natur zu erklaren, des Lichts nicht zu gedenken das durch sie unsere Kenntniß der Körper überhaupt erhalten hat, da wir nun sehen, wie durch eine ganz leichte Operation feste Körper in für sich permanente, elastische Flüssigkeiten, und umgekehrt, elastische für sich permanente Flüssigkeiten in feste Körper verwandelt werden können, ein Proccß, wovon wahrscheinlich die Natur sehr häustg in ihrer Haushaltung Gebrauch macht. Man ist durch sie der Kenntniß der eigentlichen Ursache der Brennbarkeit um ein merkliches näher gekommen ; auf ihre verschiedenen specifischen Schweren sowohl, als Elasticitäten, gründen sich Maschinen mit denen man die Lust beschifft hat u. s. w. Ich werde auch hier, wie «ben, nicht etwa bloß dasjenige aus dieser Lehre heraus- N 4 nehmen. 2oo VII. Abschnitt. nehmen, wtis im künftigen nützlich scheinen könnte, weil es unmöglich ist dieses scharf anzugeben, sondern lieber einen kurzen Entwurf des Ganzen hersetzen. Indessen beschreibe ich auch hier die Verfahrungsartcn nicht, so wenig als oben die chemischen, sie werden aber dafür in den Vorlesungen alle oder wenigstens die vorzüglichsten gezeigt, ü,. Unter stuft, stuftgartung, Gas, Gasart verstehen wir hier jede völlig unsichtbare Flüssigkeit, die durch die Wärme beträchtlich ausgedehnt und durch die Kälte zusammen gezogen wird, ohne jedoch durch letztere je, weder in einen fesicn noch einen tropfbaren flüssigen Körper verwandelt werden zu können; die serner in gläserne Gefäße eingeschlossen werden kann, ohne sich in denselben, ouch in der längsten Zeit, ohne besonderes Authun weder zu verändern noch zu vermindern; und die endlich durch Leinen Druck zersetzt wird. Also gehört hichcr von der einen Seite weder die Fcuermacerie, oder das Feuer, wenn man darunter blvS dse Ursache der '.Värme versteht, noch die magnetische, Uvch die elektrische, noch das sticht, so wenig als von der andern die Dampfe und Dünste; jene nicht, weil sie, nicht so wie die tuftarten, eingeschlossen werden können: diese nickt, weil sie durch den Druck zersetzt werden, und, sobald ihnen die Wärme entzogen wird, der sie ihre Flüssigkeit zu danken hatten, bald in Tropfen niederfallen, oder sich als ein mehlichtes Pulver anhängen. Man tbeilt alle jetzt bekannte Luftarten füglich in zwey Hauptclassen i. solche, die dem rhicrischen Lebe» dienlich fl»d und das verbrennen befördern (cinarhcm- dar« stufta-ren). n. Solche, die die Thiers rödreir «der ihnen sonst beschwerlich sind und die sichrer auslöschen (mephirischc stnftarrcn), letztere beißen auch Schwaben (dkex>bi->tz-j)- Zur ersten Etasse gehören bloß unsere Lemmie Luft, und die dephlogistisirce, die weiter keine Mterabthmungen zulassen. Die von der iten Ciasse, Hie mcphitischen, theilt man wiederum i» entzündbare und nicht entzündbare, und jede dieser Untcrabtheilim- coo geseht), so wie sie Hr. Rirwnn in s. Lsssz- m> pKlcigiUc», nach seinen neusten Untersuchungen angiebt. Die beym Rirwan nicht befindlichen habe ich aus andern Schriftstellern hinzugethan. Ben den Rir'.vauschen Untersuchungen stund das Fohrenheit. Therm, nahe an e>o Graden und das Barometer nahe an ?o engl. Zollen In nachstehender Tafel sind die hinzugesetzten mit schwaba- cher gedruckt, wobei) also der Stand des Thermometers und Barometers auch ungewiß ist. Das e vor den franz. Benennungen bedeutet «->- oder L-s, ein van -Zelmoncischco Wort, wodurch in dem autiphlog. System die künstlichen Luftarren bezeichnet werden, st.» N 5 Luft- Von der Lust. 22z Nahmen, Entstchunqsnrt und Beschaffenheit der verschiedenen Lustarten. tLinnchembai e. 1) Depsilogistisirrc Luft, so nennt sie ihr Erfinder pricst- lvv; Bergmamis tbebene-ckusr (a-- Virzin); Scheclens Feuer-«.üsc (L. nx^gcns). Wird erholte»/ wenn man verschiedene Metollkolke vornehmlich beide Arten vourv- them Quecksilber-Niederschlag, ohne Zusatz von brennbarem, bey starkem Feuer rcducirt. Aus andern Kalken und Erden, wenn man sie mit Salpetersäure benetzt, trocknet, zerreibt und dann bey heftigem Feuer brennt. Am wohlfeilesten aus dem bey starkem Feuer geschmolzenen Salpeter, und dem erystallmischcn Braunstein; und aus den Dämpfen der Salpetersäure, wenn mau sie durch ein glühendes, irdenes Pfeifenrohr gehen läßt; ferner nach Fonraua aus der Alaun - und Bittersalz- crde, wenn man sie vorher durch die Hitze von ihrer firen befreyt bar. Auch entwickelt sie sich aus den frischen Pflanzen am Tageslicht, auch nach Sir Bcnj. Thompson (jetzt Graf von Rumfvrd) bey dem von brennenden Kerzen) welches indessen Hr. Ingenhouß falsch befunden Haben will. Thiers leben und Lichter brennen darin auf 6 bis 7 Mahl langer als in der gemeinen. Sie befördert das Verbrennen außerordentlich; sehr schwerfließende Körper fließen in ibr leicht bey einer kleine» Kohle. Sie verursacht, nach der Meinung der Auriphl. durch den Beytritt ihres Grundstoffs, (des Opvgeuo), während der Verkalkung der Metalle, das größere absolute Gewicht derselben; zeigt keine Spuren der Säure; ist dem Wachsthum der Pflanzeu günstig. Ist ein vortrcflicheS NettungSmittel für Personen, die in schlechten Luftarten erstickt sind; sie vermischt sich schwer mit dem Wasser, das aber doch, wenn es Luftleer ist, etwa den 14. Theil seines Volumens nach Foncaiia davon einnimmt. Sie ist nach Hrn. James wacr und andern ein seines Phlogistons beraubtes Wasser, mit dem sich Feuer- Materie verbunden hat, und nach der Hypothese der Aiiriphloglstikcv das pnncipe oxyacne mit Feuerstvff (cglorchuc) verbunden, das mit der Basis der iufiamma- belu Luft (ximcixe belogene) das Wasser ausmacht. 2) 204 VII. Abschnitt. 2) Atmosphärische, geineine Luft, van Hclmonte 0s, ventttlum. Sie ist nichts weniger als eine einfache Substanz. Außerdem daß eine Menne Körper sich in ihr aufhalten, ist feldst ihr luftiger Grundstoff noch zusammengesetzt. Der Thcil derselben, der,dem tbierischcn beben dient und das Verbrennen befördert, ist deplogistisirre, die zuweilen wohl ^ des Ganzen ausmacht. Das übrige »st hauptsachlich pblogistische Luft und Luftsäure deren Gegenwart darin jedoch von einigen geläugnet wird; davon unten. Homogen kann sie deswegen immer seyn, denn die Zerlegungen zeigen bioe, daß sie mit jenen Luftarten gemeinschaftliche Bestandthcile habe, aber nicht, daß sie aus ihnen gemischt sey. L) Mephiiische. ») entzündbare, mit dem Wasser vermischbare. 1) Schweftlleber - Luft (kL-pl-ui? llcpztlc») stinkende Schwefel-Luft, hepatische Luft (0. Nyclroßen- sul- kdie). Man erhält sie, wenn man auf Schwefelleher (so Heißtin derChemie jede Verbindung des Schwefels oder schwefelhaltiger Körper mit alkalischen Salzen, oder alkalischen Erden auch manchen Metallen) eine jede Saure, selbst die verdünnte Salpetersäure nicht ausgenommen, gießt, doch ist die Salzsäure hierzu vorzüglich geschickt; auch aus der spanischen Soda wird sie durch diese Säuren erhalten, weil die Soda auch Schwefel enthält. Sie hat, wie alle instammable Luftarten einen widrigen Geruch, fast wie faule Epcr. Luftleeres Wasser nimmt davon eine beträchtliche Menge in sich, und erhält dadurch einen sehr widrigen Geschmack, schwärzt alsdann das Silber und Quecksilber, und lößet die Ei- fenfeilspäne auf. Sie entzündet sich jedoch nicht ohne Beymischung von atmosphärischer Luft. Hr. Bergmann erfordert dazu z Tbeile der letzter» gegen einen der hepatischen. 2) flüchtig alkalische Luft (dkcplliiiz vrinolz): Priestley's laugensalzige Luft (0. smmOnizc»!). Wftp erhalten wenn man entweder das ätzende fi. Alkali selbst erhitzt, oder Von der Lust. 20? oder aus dem Salmiak durch hiuzuthun von ungelöschtem Kalk oder Meinung erst entwickelt. Ist mit dem Wasser äußerst vermischbar, (muß daher auch über Quecksilber aufgefangen werden) und macht mit ihm Salmiakgeist, färbt den Veilchensaft grün: schmelzt das Eis mit großer Schnelligkeit; entzündet sich im reinen Zustand etwas, oder vermehrt vielmehr die Lichtflamme; mit dephlogistisirter oder gemeiner vermischt aber, entzündet sie sich mit einem Knalle. Stach den Anriphlog. ist sie ein chemisches Gemisch, aus einem Thcis infia,nmabIcr(.L. by-irv^n-) und 4 Theilen phlogistischcr oder Stickluft (6. -ivri- quc). das durch den elektrischen Funken und andre Mittel in s. Bestandtheile zerlegt werden kann. Z) Phoophorlust (L, bväroßdnc vbospkore). Sie wird erhalten, wenn man Phosphor mit feuerfestem causti- sche» Laugcnfalz oder an der Luft zerfallenen Kalebe, dey gelindem Feuer desiillirt, und das übergehende über Quecksilber auffängt. Sie riecht wie faule Fische, und unterscheidet sich von allen andern brennbaren Lnftarten dadurch, daß sie sich de» ihrem Autritt zu depblog. oder gemeiner, nicht ganz kalter Luft, mit einer Explosion und lebhaftem licht von selbst anzündet. Ihr Erfinder ist Hr. Gcn- gembre. Sie ist für den Phosphor, was die Scbwe- selleber- Luft für den Schwefel ist Ihre größere Entzündbarkeit rührt wohl von dem in ihr aufgelößten und zersetzten Phosphor her. t>) entzündbare mir dem Wasser wenig oder nicht ver« mischbare. Gemeine inflammable Luft (dlcpblrlz instammabiliz), brennbare Luft (L. bzNro^.!). Man erhält sie hauptsächlich durch die Auflösung der Metalle, vorzüglich des Eisens und des Zinks in der verdünnten Vitriol - und Salzsäure ir. vielleicht aller Säuren, nur die Salpetersäure ausgenommen, die bcy diesen Auflösungen die sogenannte Salpererluft giebt, und die Arscniksäure, die mit Eisen verbunden das Brennbare an sich reißt und den weißen Arsenik bildet; auch das reinste destil- lirte Wasser mit dem Eisen giebt sie. Sie entwickelt sich ferner Hey der Auflösung des Zinks in Mineral, auch fiüchti- 2s6 , Vll. Abschnitt. .flüchtigem Alkali, bei) dem Verbrennen thierischer und vegetabilischer Körper, und ans dem ungerührten Schlamm. Die letztere beißt besonders Sumpfiufc (0. I>y-ir!'k;ene il-»mai !>i5); letztere haben sowohl ihr größeres specifischcs Gewicht, und, so wie alle inflammable Zustatten, ihren unangenehmen Geruch, fremden Bey- niischungen zu danken. Mehre Wege sie zu entwickeln lehrt die Chemie. Sie ist sehr viel leichter als die gemeine Lust, die brennbare aus dem Vitriolather ausgenommen, welche aber auch wohl nur ein Dunst ist. Mit dm, Wasser ist sie nach priestley größteutheils vermischbar nach Scheele undCavendisl, aber nicht, oder doch sehr schwer. Ihre große specisische Leichtigkeit veranlasste den Prof. Charles zu Paris, kNonrge>Ifiers Maschinen damit nachzumachen. Man findet an ihr keine Spur von Säure; mit gemeiner oder dephlogistisirter in gewissen Verhältnissen gemischt, entzündet sie sieh bald stille, bald mit einem merklichen Geräusch, und bald mit einem heftigen Knalle. Da die Verminderung des Volumens nach der Erplosion sich, alles übrige gleichgesetzt, immer nach der Güte der beygemischten cinacheinbaren Luft richtet, so hat man auf diese Eigenschaft der Mischung, Instrumente die Salubritat der beygemischten Lust zu messen (Eudismccrr) gegründet. Nach Hrn. Cavendisb's und anderer zuniahl in Frankreich im Großen angestellten Versuchen verwandelt sich diese abgebrannte Mischung in Wasser, itt welchem sich aber zuweilen etwas Salpetersäure befindet. Nach Hrn. Rivman war sie ciumabl das Phlogisto» selbst, und nach den Anriphlogistckenr ist sie das pniwss- mit L-stang»- verbunden. Wer alles, was sich so wohl sür als nstder diese Hypothesen des Hrn. Rinvan und der neucrn Franzosen sagen läßt, kurz beysammen lesen will, findet es in der franz Ilebersetzung von Rirwans Werk über das Phlo- gistvN. Mlsti tur lc pkloAillit,us irsciuii lle I'anAlniü le dtdl. lle »okvn.iu, v^voismic, l.s im^cic erc. a l'zriz l^zg. P Vom Sazoniccer. Wie Sumpflust am beguemsten aufgefangen werden kann. Von der Lust. 207 ) Nicht entzündbare, mir dem Wasser vermischliche. ) Fixe Lust nach priestlex vlnola) ; Bergmanns 'Lustsaure; vanHelmoneswildesGao; Drcideu-Sas, Rreiden-Säure, Nalchsparh-Säure »c. (6. --ist- c,r- doniqncV Sie wird durch den Aufguß der Säuren auf die milden alkalischen Erden und die milden alkalischen Salze entwickelt, die sie alsdann als eine schwächere Säur- ausjagen und den Grundstoff, mit dem sie verbunden war, selbst in Besitz nehmen, und ist eigentlich das, was be» diesen Aufgüssen die Aufbraußung verursacht; sie wird aus den milden alk. Erden ie., auch durch das Feuer srcy gemacht; entwickelt sich bey jeder iveiilgahrunc- häufig; wird auch aus der gemeinen Luft durch Zusatz des Brennbaren nach einigen niedergeschlagen , und trägt nach denselben nicht wenig zur Verminderung des Voluininis dieser Lustarten durch das Brennbare, be»; andere hingegen nehmen mit mehrere», Recht an, daß sie sich erst aus dem brennende» Körper selbst bey diesem Procepe entwickele. Nach dem aiitiphloci. Srst, geben die brennenden Sudstanzen blvs den Ncchlenstoss (c->rko»e) her, der sich mit dem Oxxgen der dephwiz, Luft verbindet, und so mit dessen c.'-uc>n<>»c die Luftsäure macht. In diesem besondern Faste vertritt also das Carbon die Stelle des Phlvgistons. Sie ist schwerer als die gemeine Luft, und sinkt darin» schnell zu Boden; vom Wasser wird sie verschluckt, doch nicht so plötzlich, daß man sie nicht über Wa»cr auffangen könnte; giebt den Sauerbrunnen daher den säuerlichen, und selbst unserm Brunnenwasser den erfrischenden Geschmack (die parkersche Maschine) '). Im gutem Biere ist sie häusig, auch kann schaales wenn es nicht seinen Weingeist verlohren hat, wieder, und zwar selbst durch schickliche Verbindung mit dem jungen, gährenden Biere hergestellt werden, weil letzteres grade weggiebt, was ersterem fehlt; von der genieinen Luft macht sie gewöhnlich ^ aus, und zeigt sich in der ausgeathmeten Luit; sie trübt das Kalkwasser und der Niederschlag ist robcv Rulk; vom Wasser, worin sie ist, wird sie durch allzu heftiges Schütteln, Wärme und Gefrieren wieder getrennt; sie färbt die Lackmustinktur rvth; bringt als Säure die ätzen- 208 Vll. Abschnitt. ätzenden feuerbeständigen Laugensalze zum Anschießen, indem sie Neutralsalzc machez widersteht der Fäulniß. -Daß sie ein Bestandlhcil der gemeinen Lust sc», wird vonFonrana, und la Mecherie geläugnet, weil diese daS Kalkwasser nicht trübt, da doch ^ fixer Lust mit derselben gemischt dasselbe schon trübt. Jedoch sättigte Hr. von Saussüi'e selbst auf dem Gipfel des Monrblanc noch caustiiche Laugensalze in atmosphärischer Luft damit. Die Hrn von Famanon und Nton- e;ez fanden sie auf dem Pia von Teneriffa nicht, jedoch dedienten sie sich bloß des Kalkwasscrs be» welchem jedoch Hr. von Sausstire auf dem Montblanc ebenfalls «ine kleine Veränderung bemerkte. »g Wie Wasser mit fixer Luft ,->u inwrfigniren sey ist in alle de» aniufiihrcnde» allgemeinen W-rk.n unifinndlich gelehrt warten. Man kann nach mrrken: Düchanoy über die Kcnninib der mineralischen Wasser ic. aus dem franz. von 0, Gallisch. Leipi. I78Z. 8. — lvill'ermga Verfahren im Goth. Magaz. V. Band Item Stück S. Iva. — Röstlin? Methode die Sauerbrunnen nachzuahmen Etutigard 17x0. 4. rvllke in den neuen Sehwevischen Abhandlungen !V. D. für 178Z. Crcll« cheni. Ann. Jahrg. -785. V. I. k>, 70. A-adcr in Grcn'ö Journal. B. lll. S. Z. 2) Salzsäure - Lust (dtopfi!,!- wuri-iric-) Salzsaurcs, Scesalzsaures, Rochsalzsaures Das (0. nrirje: mnria. rique)/ Sie wird durch die Destillirung der Salzsäure erhalten, ferner durch den Aufguß der stärker» Vitriolsäure, auf Neutral - oder Mittclsalze, die die Salzsäure als einen Bestandthcil enthalten. Sie vermischt sich schnell niit dem Wasser und muß daher über Quecksilber aufgefangen werden, sie färbt die Lackmuslinktur rolh; erzeugt mit der flück,- ricx alkalische» Lusc einen wahren Salmiak; verdickt die Oele, denen sie beygemisept wird; der Weingeist mit ihr verbunden, lößet das Eisen auf; sie schmelzt das Eis, und lößet verschiedene Metalle und metallische Kalke auf, greift die Blcnkalk enthaltende Gläser stark an; entbindet die Säure des Salpeters; verbessert die mit faulen Dünsten erfüllte, aber nicht die phlog'.ftischo Luft. Jedoch unterscheidet sich die aus der Salzsäure bey ihrer Dephlogistication durch Braunsttin erhaltne Luft sehr merklich von dieser gemeinen? Von der Luft. 209 fie ist nemlich gefärbt, und nach Hrn. Karstens und Gren's Erfahrung crpstallisirt sie sich zum Thcil bey der Kälte, und kann also wohl nicht eigentlich unter die Luftarten gerechnet werden. Dieser elastische Dampf ist durch die neuerlich van Hrn. rvestrumi, dadurch bewürkle Entzündung einiger Metallkalke und Metalle, -z. V. Spicßglanz, so wie auch durch das schnelle Bleichen der in damit imprägnirtes Wasser getauchten Leinwand und durch Hr. Bcvcholiers Verbindung dieser Säure mit dem veget. kaugensalze so wie Hrn. Prof. tvürzers mit dem mineralischen höchst merkwürdig geworden. Als Luftart heißt sie nach den Auriphlog. L> scille mu- risrit^ue vx^ßene. z) Virriolsaure stuft, nach Hricstlcv; Bergmanns lufr- förmige Virriolsaure (.L. scicic Uilwreux). Sie wird erhalten, wenn man die beste Vitriolsäure mit solchen Substanzen, die viel Brennbares enthalten, als die Metalle, Gold und Marina ausgenommen, Kohlen, Oelen verbindet, erhitzt und destillirt. Sie findet sich um die Quellen des Achner Bades natürlich. Sie vergrößert die Flamme des Lichts nicht, sondern löscht sie ohne solche Umstände aus; sie verbindet sich mit dem Wasser, aber minder schnell als andere schon erwähnte; verhindert das Gefrieren desselben nickt; färbt die Lackmustinctur roth; trübt das Kalkwasser, der Niederschlag ist ftleuirisch; sie schmelzet das Eis; ldßet den Eampber, das Eisen und das Kupfer auf, und giebt mit der reinsten Alaunerde, Alaun; treibt aus keinem Neutral - oder Mittelsalze die Säure aus, aber wohl aus den milden Alkalien die Luftsaure; verhindert die Währung- q) Eparhsaure stuft (ksteplmlz stuori, mlne^liz) aci-1, stlionguefs ist die von Hrn. Scheele zuerst entdeckte Fluß- spathsäure in lustförmiger Gestalt dargestellt; man erhält sie leicht, wenn man auf den phosphoreftirendeu grünlichen oder bläulichen Flußspath eoncentrirte Vi» rrislsäure gießt, die sich bann der Kalkerde des Fluß- spaths bemächtigt, und die eigne Säure austreibt; doch dienen auch mehrere andere Säuren hierzu. Sie hat einen salzsauren, safranartigen Geruch; »ermischet sich stark mit dem Wasier und muß daher a) über 210 VII. Abschnitt. über Quecksilber aufgefangen werden; Hey dieser Mischung schlägt sich eine Kieselerde nieder, die wohl nichts anders ik als die Kieselerde des Glases, worinn man sie entband (mit dem rectificirten Weingeist vermischt sie sich ohne diesen Niederschlag), denn sie greift das Glas stark an, weil sie die Kieselerde desselben anstößt; sie trübt das Kalkwasser, aber der Niederschlag ist Flußspath. Man hat mit ihr so wohl, als der Saure selbst neuerlich wieder in Glas zu atzen angefangen, eine Erfindung die bereits 1725 ein gewisser n Pauli zu Dresden gemacht halte. S. Breslauer Sammlungen xxxiter Versuch vom Jahr >72? S. 107. Nach Hrn. Hc>sr. Seckmanns Bemerkung (Gesch. der Erfind. B.I». S. 547- und daraus in v. LreUü Annale» >792. 9tes St. S >9?-) ist diese Kunst schon von dem bekannten Nürnderaischen Künstler Heinrich Schwankhard im Jahr »c>7o erfunden worden. 5) Salpetersäure Luft, priestleys Salpcterdampfe (c?. seist« nirrcux), ist weiter nichts als eine durch die orangefarbnen Dämpfe der Salpetersäure phlogistisirte gemeine Luft. Die Dämpfe müsse» nähmlich so lange mit der Luft in verschlossenen Gefäßen stehen bleiben, bis sie gänzlich klar und durchsichtig geworden ist. Sie färbt die Lackmustinctur roth; den Vitrivläthec oben blau, dann grün; den Wenning weiß; mit dem Salzgeiste vermischt macht sie Königswasser, mit dem Wasser draußet sie, und macht mit ihm eine schwache phlogistisirte Salpetersäure. Es ist noch nicht ausgemacht ob sie eine wahre Luft sey. 6) Essigsaure Lust, priestlevs vegetabilische saure Lust (<;. i-ri-l- sceicux); da ihr Erfinder, priestlcv selbst vermuthet seine Essigsaure Lust se» eine bloße Vitriolsäure gewesen, so würde es hier unnöthig seyn sich dabei) aufzuhalte». Indessen ist nicht zu zweifeln, daß sich die Essigsäure in lustiger Gestalt wird darstellen lassen, wenn es gleich auf dem Wege, den Priestley versucht hat, nicht gehen sollte. st) Nichr entzündbare und nicht mit dem LVasser vermischbare Lustarcen. l) Salpeter - Luft (Ist-pluri- nüri pblogiltics) nl. Sie besteht »ach einige» aus einer Verbindung des Von dcr Luft. 211 des Breunbarci! mit der Salpetersäure, und erzeugt sich also üderall, wo Körper, die Brennbares enthalten, mit der Salpcrersäure bebandelt werden; so wirb sie «Iiis den Metallen, Oelen, dem Weingeist, dem Zucker, der Schwefellcber entwickelt, auch bei) Auflösung des GoldeS in Königswasser, weil die Salpcrersäure ein Bestandthcil des letzter» ist, ja, da die Salzsäure selbst Brennbares bey sich führt, so entwickelt sich diese Luft schon selbst bey der Verfertigung des Königswassers durch die Destillation- Nach der Lehre der Ainiphlo- eiistikcr hat sie mit der Salpeter-Säure ganz einerley. Bcstandtheile, nähmlich Zizor und Gxvgen nur in ver- schiednem Verhältniß. In erster ist Az: Ox 2. i z im letzter — 1:4 oder mit andern Worten die Salpeter- Säure besteht aus gleichen Thcilen von Vxygcn und Salpeter-Lust. lstver das Azor sehe mau die gleich zunächst zu betrachtende Luftart. Sie vermindert, die einathembaren Luftarten, weint sie ihnen beygemischt wird, immer im Verhältniß vom deren Reinigkeit und Salubrität, die mephitischen Arten werden nicht dadurch vermindert. Daher hat man darauf Instrumente gegründet den jedesmahligen Grad, der Salubrität der Lust zu messen, die gewöhnlichen- tLudlsmeccr. Sie färbt, wenn man sie geschickt damit zu mischen weiß, die Lackmustinctur nicht roth, auch macht sie die Milch nicht gerinnnen, welches aber bei-, des geschieht, sobald die freye Luft sich mit ihr ver-, mischt, weil da eine Zersetzung des Brennbaren unb- der Salpetersäure vorgeht; zu einer Mischung aus in- flammabler und atmosphärischer gesetzt, brennt die Mischung mit einer grünen Flamme; mit dem Wasser verbindet sie sich nur in geringem Maaße; der rectiflcirte Weingeist saugt sie ein, auch der Vitrivläther und- die ätzenden alkalischen Laugen. Sie verdickt das Baumöl , zu einer dem Eise ähnlichen Masse; widersteht der Fäulniß ausserordentlich, und wird nach van Marums Versuchen durch den elektrischen Funken, eben so zcp-«' setzt wie durch dephlogistisirte Luft. Von den lLudismeteri, wird in den Vorlesungelt umständlich gehandelt, und der Gebrauch, dec. viele Vorsicht erfodert, wenn er nützlich seyn soll, gewiesen. Mn kann hierüber folgende Schriften O z. nächst- 2is VII. Abschnitt. nächsehen: die Anzahl derselben könnte leicbt ver- mehrt werden. Neberhaupt fehlt es uns nicht sowohl an Schriften über das -Ludiomerer und an Eudiomererii, als an einer eigentlichen iLudio- mecrie. rri.. gelcri^ivni cü all
  • ren?c >774' 4- »ucvs. K-icercU- iitzscke inwrnc» ->!>-> l-Inkrii.it 8-II' -,i- dlil-no. 1775. 8. auch in Rozicrs fnnr. nal(lekkxl>ij»c. Oklnkr-»77z. deutsch, Basel >778. Beschreibung eines Elaögerärhes, vermittelst dessen man mineralisches Wasser in kurzer Zeit w. machen kann, wie auch einiger Eudiomerer in einem Sendschreiben an v. pricstlcv, von I- H. Uiagella», aus dem Englischen übersetzt und mit Zusätzen erläutert von L F. Wenzel. Dresden, >780. 8. Dieses Buch hat der Marquis Gcrardin ins Franz. übersetzt in Roziers fnurn-l -i-l'kxliqu-, ki-r- >778. und zugleich ein neues Eudiouierer beschrieben. Ingenboust Versuche mit Pflanzen :c. im aten Theil > Aschnitt, Einleitung. ->c»ievv snr I- mclurc cie Ii» l-Inbrire tzz I'-ir rcnkcrm»nr It Uekcriplion 6cux nouvc-ux kuginmeire- in den dlonv. dtcm. )>. Lavendish vom Eudiometer. In des 7?sten Bandes erstem Tdeil der Transactionen. Dieser Aussay enhält zugleich sehr wichtige Bemerkungen über die Verfahrungsart und die Salpeterluft. Ferner kann man hierüber, die allgemeinen Schriftsteller als z. B. der Herrn Sigaud de laFond, La- vallc> und Gmelin am Ende dieses Anhangs anzuführende Werke an den gehörigen Orten nachsehen. ruici vianas l'cnr-mcn Luöiomcrri-e pcrteälioriz in pukl. ^c-rl. 8ci, Kl-vnicnliz conucnru 784. 8. aTheile. Anweisung das Eudiometer des Hrn. Fonrana zu verfertigen und zum Gebrauch bequemer zu machen »vii I. F. >kuz Nürnberg und Leipzig 1784. 8. lvilke Von der Lust. 21 z wilkc über das Eudiometec, in den neuen Schweb. Abhandl. iv. Band; und Lrells chem. Annalen 178;. qte« Stück. lLudiomerer, die aber auf andern Gründen beruhen, wenigstens nicht von der Salpeterlukt abhängen, haben Scheele und Seguin angegeben. Von ersterem S. Rockers ^ourn. lie l'bxs. I^nvier »781. p 79 deutsch in Herrn Leonhardi'ö Uebersctzung von Herrn Scheelcns chemischer Abhandlung von Luft und Feuer. Leipzig »782. 8. 48. Alle diese Instrumente verdienen eigentlich diesen Nahmen nicht, weil die Luft sehr viel verderbliches enthalten kann, daß sie nicht anzeigen, weil es die Salpererlufc nicht zersent, und umgekehrt könnte manches was diese Lust nicht zersetzt, dennoch heilsam seyn. Vermuthlich liegt hierin der Grund davon, daß man öfters die so heilsame Bergluft lkudiomerrisch schlechter befunden hat, als die im Thale. Hieher gehört unstreitig auch die Luftart die priesilev ll-p>Uf>ßiNicgic6 nllino, gir nennt. Der Analogie nach sollte sie also wohl L. nilseux ox/g-nc oder Lsz nirrigue heißen. Allein die Herrn Deimann und paccs van lLroostwvek haben gefunden, daß sie eher weniger Oxygcn enthalt als dieSalpeterluft(lZ,ccbercbc5 pliystco-cli-miguez. Ickern. 2-i. ä /Lmli-r-lsm l?9g.) sie nennen sie daher oxirle ß-5-ux Vögel starben darin in 14 Seeunden, obgleich Lichter recht gut brannten, Phosphor aber nicht. Ist diese kuftart rein, so wird sie weder durch dephlogifti- sirre noch atmosphärische noch gemeine Sa lpeeerlufr vermindert. Sie erhielten sie aus Zinn und Zink durch di- luirte Salpetersäure. Nach priestle?, dem Entdecker, erhält man sie wenn man gemeine Salpecerlusr über Schwefclleber stehen läßt, so wie auch über Schwefel und Eisen, doch müssen diese Gemische feucht seyn. (S. Link in Lavoisier's phys. chem. Schriften B. v S- l?6.) 2) Hhlogistisirre Lust (Ickcpbitlz Serie pklogillics) Scheelcns verdorbene Luft; Stickluft (L. s^origuc). Da sie selbst oder doch ihr Hauptbestandtheil fast H der atmosphärischen Luft ausmacht, so erhält man sie aus derselben, wiewohl mit sirer gemischt, wenn man Lich- - O z ter 214 VII. Abschnitt. ter darm brennen oder Thiere darin sterben läßt, und wenn man Phosphor in ihr verbrennt und die entstehenden Sauren durch Waschen absondert, auch wenn man Metalle in ihr verkalcht. Aus gleicher Ursache findet fie sich bey der Probe der arniosphär. Lust im Eudiometer, so bald die Verminderung derselben durch die Salpe- lerlufr aufhört; ferner in den Schwimmblasen der Fische. Sie erzeugt sich auch wohl bey der Zersetzung des ätzenden flüchtigen Blkali'S durch die dephlogistisirre Salzsäure und aus dem Braunstein, den man nicht bis zum glühen erhitzt. (Fsurcroy in de» Oky- z»ic. 1'. I ) Mit dem Wasser geht sie in keine Verbindung, sie trübt das Lalchwasser nicht, färbt die Lackmustinctur nicht roth, und ändert die ätzenden Lauqeusalze nicht zu milden um. Dem Wachsthum der Pflanzen ist sie nach den neusten Versuchen hinderlich, so wie alle Lust, die Thiercn nachtheilig ist, wie diese. Dieser größten- theils negativen Eigenschaft hat Hr. Caveudlsh die sehr wichtige positive hinzugethan, daß sich aus ihr mit dr- phlacststischer oder auch geiiieincrLust vermischt, durch den elektrischen Funken, eine wahre Salpetersäure erhalten läßt. — Nach dem anriphlog. System besteht sie a«6 einem eignen Grundstoff mit dem csi»- li^ue verbunden- Dieses Azor ist zugleich die Basis der Salpetersäure, die aus ihr mit dem Gxygen verbunden entsteht. Nach einigen Versuchen des Herrn Ber- rboller (de Lücs ster Brief de la Merhorie in Röster Sept 1790. S. zoo. Gren's Journal B.v. S> >37.) wollte man anfangs einalkallsireiidespriiicipiunt (principe glcsiiZenc) aus diesem Stoffe machen, gab aber den Gedanken nacbHr Lavendisb's Entdeckung wieder auf. — Noch merke ich an, daß man eine Lustart erhält, die dieser wenigstens sehr ähnlich, wo nicht ganz, mechanische Bepmischungen abgerechnet, dieselbe ist, wenn man die Dämpfe des kochenden Wassers durch ein glühendes irdenes Pfeifen-Rohr gehenläßt. Weil diese Erscheinung ebenfalls einer sogenannte Zersetzung des IVassers, nicht unähnlich sieht, so verdient sie eine genauere Prüfung. Sinnreiche Muthmaßungen hierüder finden sich in Gren'ö Physik 1753. §. 762. Am». Von der Luft. 215 A»m. lieber die Zusammensetzung dieser Zustatten ist noch wenig eigentlich positives bekannt, so viel ist indessen wohl gewiss, daß das Feuer, oder die inarcrielle Ursache der warme und wahrscheinlich das Wasser eine sehr wichtige Rolle beo allen spielt. Vielleicht sind alle Lufrartcn weiter nichts als Wasscrdämpfe, denen die Verbindung mit einem dritten Körper (dem charakc -v-sirende» der Luftart) die permancure Elasticität gibt. Zusätze von einigen Schriften über Sie verschiedenen L-uftarren. (S. H. 2Zü.) Ist»! luc clilkarenrez eipacea cl'air crc. par dlr. siLauo ve nt rouv. äkariz, >779- 8. Lavoisiers §. 2?6, angeführte Schriften deutsch durch E. E. Weigel. Greifswald, >78?. 8. Abhandlung über die Eigenschaften der Lust und der übrigen beständig elastischen Materien nebst einer Einleitung in die Chemie, von Tiderms «Lavallo. Aus dem Englischen. Leipzig, >?8Z- 8. lieber die neuer» Entdeckungen in der Lehre von der Lust und deren Anwendung auf Arznevkunst in Briefen an einen Arzt von I.F. Gmclin. Berlin, 1784. 4. lliKori, aiii-iz fsÄirii, ^Vur. 1. 1 cvnvi^o. /Vrgenc. >776. 4. Zlittoriac scri, k-nlk. ?ar« megica ^.ur. coil. idili. 1777- 4- ^eorolngiaa pk^lico-ckcm. recenrioris primae linear t^ur. 10». rn. rxo»naniu. I.ipliae 1781. 8- snunnien dlcm. pli^stco cdxmignci. Vol. lV. t-enave >782- erc. Opnlculi Zcicnristci. ?ircn^e >78r. Kurzer Umriß der neuern Entdeckungen über die Luft- gattllngen entworfen von I. Gorcft. Leonhardi, Leipzig, 1782.. (befindet sich in des Hrn. Verf. lie- berseyung von Scheelen» Abhandlung von Luft und Feuer. Leipzig, 1782.. 8.) lV äilconrla NN rlre gilkercnr kinilr ob air. lle!ivare6 ar rko annivcrlar^ mcciinß nk Ilrc ko^al 8ocicr^ , Igov. Z0. >77Z. l>^ IN»U l>ni>iczi.x. l.oncion, 1774. 4. Hrn. Leanhardi's deutsche llebersetzung von Macguers Wörterbuch, an den gehörigen Orten. »l.ux> voi.'1'a propolllioni ccl ciparienre 8e zärnlogia. domo. 1776. Mehrere und hauptsächlich die Schriftstel- O 4 ler 2l6 VII. Abschnitt. ler über einzelne Luftarten kann man in Herrn Prof. Gmeline Chemie § gi-qa.. nachsehn. Ich führe nur ein Paar merkwürdige an- lonarnan srones villcrr. 7>!Z" 8. Ingcichouß Abhandlung über die Natur der dephlogi- stiÜrten Luft und die Art sie zu erhalten und ein- zuathmen. In dessen vermischten Schriften. Wien, >78-. Neue Ausgabe. Ebendas. >78;. ^Theile. 8. ÜNNNÜIN» I>lcuwircs pU^lico-cliymi-zu-s lur i'iuüuence Ue I» I.um>crc luiaire pc>ur mvgiücr 1-5 clrcs Ucz irois rc^ncz u- >a I42iuce crc. gp.I-lli. » t-cn-vc, 178-. gr.8. Ebendesselben Keckercdes sur i'iulluence clc >a k.umierc lolairc pnur mcrsmorpkolcr I'air fixc cn air pure par Iz ve^clauon, z Lcncvc, 178z. gr. 8' k.irn5, I.anoniani IZeüa lormattone Sri» Nesio^iUic»!» coßii ucnli nnucrali (in seinen Opulcoli silico-clü» mici. pgilzuo, i68>. 8- p I5>) 'pzblcau killuri^ne 6es proprietes cie i'zir consläcre 8>u» se« cl>kkürcr>5 clars er lou5 i'cz lliifereni rapporri par dl. kouranv. k Usri§, 1784. 8- Illai imzlniPie sur I'air pur er les 8>llc'reureü clpccci ä'air p-r dt. ve n» lanrnnnin. a ?-ris, >78;. 8- Deutsch, nach der aten Ausgabe. Leipzig, 1790. gr.8. icnvnnn (r»ii>. IVO.). llikoiia prsecipuorum cxperim. circa sneixlin cdem. scris almvlpkacr, erc. ^.rgcnr, i?89> Herr Graf Morozzo an Herrn Macguer über die Zerlegung der fixen und Salpeter-Lust. Stendal, >784. (die Ileberseyung ist aus dem Franz. und vsu Hrn. Geheim. R. Forster.) Beytrage zur Gesch. der Zustatten in Auszügen: als ein Nachtrag zu dem kurzen Begriffe elastischer Ausflüsse in Hrn. Lavoisiers chem. Schriften. 1. B. >tem Thcil, von v. C. E. Lveigel. Erster Theil. Greifswaldc. >784. 8. I. B. Tromnisdorf. Tabeste über die Lustarten. Weimar 1790. Die Von der Luft. 217 Die Luft als ein Aufiöstmgsmittel anderer Körper. §. 237- So wie Wasser Luft in sich zu nehmen und aufzulösen vermag, so kann auch umgekehrt wieder Luft dem Wasser und mehrern andern flüssigen Körpern als Ausiösiingsmictel dienen. Wenn man daher Wasser z. E. an die freye Luft stellt, so vermindert sich die Menge desselben immer mehr und mehr, und zwar um so viel starker, je grösser die Oberfläche deö flüssigen Körpers ist womit er die Luft berührt, je leichter und je weniger zähe er ist', je mehr die Luft über seiner Oberflache bewegt wird, und in der Warme. Bewegung der Luft befördert indessen mehr diese Ausdünstung (euaxwrstio), als Wärme thut. §. 238. Ueberhaupt treffen alle Umstände bey der Ausdünstung vollkommen mit demjenigen zusammen, waö man bey andern Auflösungen wahrnimmt: nur muß man von ihr die Verdampfung flüssiger Materien in der Hiße unterscheiden , von der erst in der Folge geredet wird. Und wenn man sieht, daß das Wasser auch unter der Glocke der Luftpumpe ausdünstet, so ist das daraus ganz wohl begreiflich, daß man die Glocke nie ganz luftleer machen kann (§. 222). Daß aber aus einem tiefern Gesäße mehr Was- O z ftr 218 VII. Abschnitt. sor ausdünste als aus einem weniger tiefen, wie einige haben wahrnehmen wollen, ist nicht wahrscheinlich Da die Verdampf,!»?, von welcher der Hr. Verfasser redet, aber auch bcn sebr »lässiger Wärme, selbst im Torriecllischen Raum so gar beym Quecksilber statt findet, und man nicht sieht, was den Fortsang diese« PrvccsseS im Luftvolic» Räume hindern könnte, so möchten wohl diese Verdampfung und jene Auflössung eine und eben dieselbe Sache scyn Hiervon mehr unten S.4Z4. in der Note. L. Versuch von dem Aufsteigen der Dunste in einem luftleeren Räume von Nils Ivallerius «ricson; in den schrved. Abhandl. 1740. S. 2,7. Versuche, wodurch verschiedene Gesetze der Natur die Ausdünstungen des Wassers und anderer flüssigen Materien betreffend entdeckt werden, von Nils TVallcrms; in den schwed. Abhandl. 1746. S. Z, i;z; >747. S. 2z;, »72. t^ua rariooe inkium-nrum, glio czuznlirgz zguae, calore annolplilunico nanuali cx luperücie aizusa ceirz in »crem elcusrze commoile mcnsurarur, conlieui clcbcii, au5t. czuo. xvii». mcnxi^riri; in den xe- trojiol. Vsi». X/4^. zxix. -7,'. , lenrsmen legem cuaporarionis -xzuze csllflze in sere kiigi- «lioei conilanrii rempcrici cletinicnili, au^l. roouia; j» de» tsamincnt. xetro/iol. nov. "»»!. /. K. igL, ^tmomerr! stue mzeklnse li ^cirossaiicse Sil cuzporzrlcmcin aguac cerine remperici mensuranciam sptse conliruelio raÜ5, vr opc iiliu» tzececmcnrum poucorum grznoium vblcruan -l lex eusporarioni »ccr. >utl. rooiu z ebcnd. V«i».//. x. in. «Vu »tlewpr ro lolvc tlie plienomcnon ok tlie rise c>k vs- psurz eic. t>y z. r. r>xs,vczui.ir«s; in den ?/nlost 7>a»eaek. n»?». 407. a.t. 7. ' Vorzüglich: On «vsporsrion b/ I. ». VN Ituc; i» den ?dila/l Tranr. toi. 1792. Man sehe indessen doch de« Hrn. T->lt- Versuche hierüber im Gothaischen Magazin Ir B. zteS Et. S. Z6, und Hrn. R-ftnlhai« schöne Bemerkungen darübe«, in eben »iese« BandeS 4temSt. E. 142. 4. Von der Luft.' 219 ^ 8>fi«rl»lic>n on ldc nzrure c>t ivsporzlion inä tsvcrzl ^>kcnc>mcnu os uir, WZlir Zug bvilinZ >i>zuorz, t>7 «u->5- -4^. S- 2ZY. Das in der Luft aufgelöste Wasser bringt in mancherlcy Körpern, die man dieser Lust aussetzt, allerlei) Veränderungen hervor. Es dehnt z. Ex. Papier, Pergament, Holz, Elfenbein d. gl. aus, und drehet Stricke oder Saiten, wie auch die Grannen der Haberkörner auf. Hierauf gründet sich die Einrichtung der Hygrometer, Hygroskopien oder Notiomeler, oder be- sonderer Werkzeuge, aus derer Zustande man beurtheilen kann, ob mehr oder weniger Feuchtigkeit in der Luft gegenwärtig ist. (Aber nicht schlechtweg, denn dieselbe Luft afsicirt das Hygrometer bcy ungleicher Temperatur ungleich stark. L.) Von den fixen Punkten des Hygrometers. L. LlliU S'k^gromclnc, ou lur Iz mcl'ure Ns Nlumidits, s>zr dl. in de» Atcm. i'uca^. ^ei/r. -ir l'r. ,7^7. xux. Lulle Ue »ltai ä'b^-romcrrie, xar dl. i.^ivoil'r; i» dc» d/on:,. nicm, l'ura-i. /c. >772. pax. Hrn. Prof. L.aiilberrs Hygrometrie, oder Abhandlung von den Hygrometern, aus dem Franz. übersetzt. Augsb. 1774. 8. Hrn. Prof. Lamberts Fortsetzung der Hygrometrie oder Abhandlung von den Hygrometern, aus dem Franz. übers. Augsb. >77;. 8- lZclcrixrion ok u nc'«' ll^gromerer, bx dlr. zon>i «us»- Ion; in den ?bito/ Vr/Iiunc?. 54U, 7.X7. xuz. Slccounr ok u nc^ ll^ßromercr, dir. z. s. os ruc; ebendas. x. 40^. 'Tobias Lon'liz Beschreibung eines im Jahr >77> im Aßrachanischen Gouvernement neu erfundenen Hn- grome- 22o VII. Abschnitt. grometecs. (in Vötting. Magazin, ztm Jahrg. gtem St. S. 4S>). 'Versuch über die Hvgromttrie durch Benedict dc Saussürc aus dem Franz. übersetzt von I. D. T sIsbann Daniel Tirius). Leipj. i?zq. 8. ' Das Weltauge ein Hygroscop von Schredcr (Naturforscher 19 St. Halle, >?8z.) "v. Geddn »cm. lur unc nouvellc msrkvüc 6e conilrnire 6c» bixgromclrc» corrclffcmclsn». Lopenb. 1784. "lgicz lue >z mcicnrolnfiis. pze ). vu ruc 's.!. Eine ganze Menge dieser Instrumente finden sich abgebildet und beschrieben in Krüiiitzcns Encyclopädie« Art. Hvgrcxncrer (27 Band). Vorzüglich find jetzt im Gebrauch 1) das Reizische eigentlich Buissnrrsche, wobei, eine dünngeschabteFcder- spuhle, 2) das Snussürsche, Ivobcy das ausgelaugte menschliche Haar, und z) das Delücsche, wobei, ein auf die Richtung der bängenfiebern senkrecht ausgeschnittener Fischbeinstreiffcn, die Hygroskopische Substanz ausmacht. Hiervon in den Vorlesungen umständlich, ö.. rem Niche's Verbesserung des Saussürsche» s. Gren's Journal der Physik. >. 1. S. oo. Die genauesten Ilntersuchungen hierüber enthalten Hr. de <üce beyde Abhandlungen in den i'bilok. Mc->n». Vc>I. bXXX>. deutsch in Greils'Journal der Phys. V.v. S 279. ll,. Brauchbare Nachrichten von den vorzüglichsten Hygrometern giebt l>. Piigram in seiner Wetterkunde. Wien >788. 4. S 560. ff. l!.. Z. 240. Mancherlei) Körper sondern das in der Luft aufgelöste Wasser durch eine wahre Niederschlagung (§. 200.) wieder daraus ab. Auf diese Weise zerfließen insbesondere die in der Asche der Pflanzen anzutreffenden Salze an der feuchten Luft, indem sie die Feuchtigkeit derselben in sich nehmen und dadurch aufgelöst werden. Wenn aber die Luft außer dem Wasser auch noch besonders Von der Luft. 221 ders Salztheilchen in sich aufgelöst enthalt, und diese sich an Metalle anlegen, so bringen sie die Metalle zum Rosten; woraus erhellet, wie das Rosten der Metalle dadurch verhütet werden kann, daß man sie mit Dingen überzieht, welche das Wasser nicht stark anziehen. §. 241. Noch bey verschiedenen andern natürlichen Begebenheiken scheint die Luft mehr oder weniger als ein Auflösungsmittel zu wirken. Süßlichte oder mehlichte Theile der Gewächse gerathen bey einer Vermischung mit einer hinlänglichen Menge Wasser an einem warmen Orte an der frcyen Luft in eine Gahrunq (lermematio), oder in eine innere Bewegung, bey welcher sich eine beträchtliche Menge von künstlicher Lust (§. oz6.) (hauptsächlich Luftsäure und etwas phlogistische Lust. L..) entwickelt und ein berauschender Spiritus, oder, bey langer fortdaurender Gährung, ein Essig erzeugt wird. Ein gährcnder Körper hat das Vermögen, einen andern zur Gährung geschickten gleichfalls zur Gährung zu bringen, oder die Gährung in ihm zu beschleunigen. So schwer überhaupt die ganze Begebenheit an sich selbst zu erklaren seyn möchte, so ist es doch wohl gewiß, daß die Lust vielen Amheil daran hat. LN0. xnll. srxnui funcismenraliz. !IzI. 1697, 8. Deorg Ernst Smlstö ^moreckmz funssmenkzliz, oder allgemeine Grunderkenntiuß der Gährungskunsr. Stettin und Leipzig. >748. 8. §. 24z. 22? VII. Abschnitt. §. 242. Die Fäulniß (putreäo) ist eine andere Auslösung der Körper, (eigentlich die lezte Staffel der Gährung, wobei) sich stinkende Oele und ein flüchtiges Alkali entwickeln. K..) bey der sich die Luft als Auflösungsmittel wirksam bezeigt. Sie be- lrifftThiere undPflanzen, und erfordert gleicherge- stalc Waffer und einen gewissen Grad der Warme; öfters entsteht aber auch selbst dabei) eine betrachtliche Warme undjichk. Niemahls fault ein ganz trockner Körper. Man kann die Fäulniß eines Körpers abwehren, wenn man ihn völlig vor der just bewahrt, ganz austrocknet und an einem kalten Orte aufbehalt. Salze und der Rauch werden gemeiniglich von uns gebraucht, um das Fleisch zurSpeisegegen dieFäulniß zu schuhen. Auch noch andere Körper besihen ein Vermögen, die Fäulniß in den verschiedenen Körpern zu verhindern. Lome cxpsrimenrz on iubkancss reliliing purrctaÄion r«inoi.L; in den tivimaÄ. AM/-, 495. t. 15 L. M't. 2 und /. Lllsi xour s-rvir ä piiikoire äs la xutrsfsÄivu. s kmii i?S6. gr-8. §- 243- Mancherlei) mineralische Körper werden durch ein Verwittern (lermentatio ioflrlix) zerstört, oder sie zerfallen an der freyen just ohne eine weitere in die Augen fallende Ursache. Weil sich diese Begebenheit auch in der trockensten just ereignet, so muß die Luft als Luft Ursache daran sei),,, und so ist dieß Verwittern leicht vom Rosten der Von der Lust.' 22 z der Metalle zu unterscheiden, so wie auch von Gahrung und Fäulnis, die allemahl Feuchtigkeit erfordern. Künstlich zusammengedrückte Luft. §. 244- Wenn man die Oeffnung des H-rsnsballeS k, Z4Fig. vor den Mund seht und stark hinein bläst, so wird man aus dem untern Ende der Rohre, S, Luftblasen hervordringen und in dem Wasser in die Höhe steigen sehen. Hört man auf zu blasen, so springt das Wasser zu der Oeffnung k heraus, wie bey den vorigen Verstehen mit diesem Werkzeuge (§. 2g>). Die Luft wird nahm- lich durch das Hineinblasen in dem Gefäße verdichtet und eine größere Menge in den Raum zusammengepreßt als sich vorher darin befand: diese zusammengedrückte Luft dehnt sich daher auch stärker aus, als die äußere welche nicht so stark zusammengedrückt ist, widerstehen kann, und treibt so das Wasser zu der Oeffnung des HeronSballeS heraus. In einem andern Springbrunnen, den man den He- ronsbrunncn (kon5 lr-mni-) nennt, springt das Wasser gleichfalls durch die Gewalt der zusammengedrückten Luft; aber dieses Zusammendrücken der Lust geschieht durch das Wasser selbst (Von diesem Spielwerk bat man in unser» Zeiten sehr ernsthafte Anwendungen bey Bergwerken gemacht: * Kurzgefaßte Beschreibung der bey dem Beradau zu Scheinnitz in Nieder - Hunaarn errichteten Maschine, verfasset von Nckolune pod.t 8 I. Herausgegeben von Ignaz Ldeln vo» Vor» Prag >77'. 'Be- 224 Vll. Abschnitt. 'Berechnung der Luftmaschine, welche zu Schemnch von Jos. «LarlHoell erfunden und (l?;z) erbauet wurden, von Nic. poda. Wien. >771. 'Anleitung zu der Vergbaukunst nach ihrer Theorie und Ausübung ic. entworfen von Lhph. Tvaugorr De- Iius. Wien. >7?z. Quart. S Z89. 'vorzüglich aber: nvv. ?inr>. »nisrnn 6e lteioni» konic ccluccnäiz ex s'uieo z^uiz zUliibiw liuc 6c Urculo gneiimsrico Sckcmni^eiili (in nov. Lommcnr. 80c. w. Lorr. W.IV. p. 169.) Segners schwimmende Fontäne. L. Wirkung des Windkessels an den Feuersprützen. §. 245. Hieher gehören auch die sogenannten cartesi- schcn Teufel. Eö sind kleine gläserne Puppen, inwendig hohl und mit einer zarten Qessnung versehen. Sie schwimmen in einem Gefäße mirWas- ser, dessen Mündung mit einer Blase dicht verschlossen ist. Drückt man auf diese Blase, so wird die über dem Wasser in dem Glase stehende Luft (es ist nicht nothwendig, daß welche darüber siehe. L..) zusammengedrückt, sie drückt also stärker auf das Wasser und treibt etwas mehr Wasser in die Höhlung der Puppen, die dadurch schwerer werden und niedersinken, hingegen dann wieder in dem Master aufsteigen, wann man nicht weiter auf die Blase drückt und die Luft in den Puppen sich eben deswegen wiederum ausdehnt und das überflüssige Master aus ihnen austreibt. Durch eine nicht ganz unähnliche Veränderung ihres eigenthümlichen Gewichtes sinken und steigen die Fische im Wasser. §. 246. Von ver Lust. 225 H. 246. Je stärker die Luft zusammengedrückt wird, UM desto größer ist auch die Kraft, womit sie sich bemühet, sich wieder auszubreiten, wie überhaupt bey allen elastischen Körpern. Am stärkste» kann das Zusammendrücken der Luft entweder mit der Luftpumpe, oder mir einem eignen ähnlichen Werkzeuge geschehen. Wenn bey L, z; Fig. ei» Ventil besi»dlich ist, das die Luft hinderr, sich von I) nach ^ zu bewege», und dann der Stempel aus der Röhre heraus gezogen wird, so entsteht in der Röhre ein luftleerer Raum, welcher sich aber durch die Oeffnung L sogleich mit Luft ausfüllt, wenn der Stempel vor L vorbei) ist. Wird nun der Stempel wieder in die Röhre hi eftge-- drückt, so wird diese Luft ans der Röhre in das Gefäß v hineingetrieben, und folglich darinn immer mehr und mehr zusammenaedrückr. Wie stark dieLuft in einem gegebenen Gefäße bey einer gesetzten Zahl von Zügen verdichtet werde, das läßt sich ohngefähr eben so, wie vorher (5.2.^2) das Auspumpen berechnen- (Auch an besondern an den Luftpumpen angebrachten Instrumenten messen. L-) Besondere Einrichtung von Smearon's Luftpumpe zum Zusammendrücken der Luft. S- 247. Die große Gewalt der stark zusammengepreßten Lnfc zeigt sich vorzüglich i» der Wirkung der Windbüchss, aus deren Laufe die Kagel oder das Schroot durch sehr verdickte Luft herausgetrieben wird, die man in einem besondern Theile der P Wind- 2zs VII. Abschnitt. Windbüchfe eingeschlossen erhält und aus einmahl aus die Kugel oder das Schroot wirken läßt. Die besondere und mannigfaltige Einrichtung dieses Gewehres wird in den Vorlesungen gezeigt und erklärt werden. Guerike hatte noch eine andere Windbüchse, die nicht durch zusammengepreßte Luft schoß. (Der Kugel wird nahmlich vermittelst einer sinnreichen Vorrichtung , ihre Geschwindigkeit durch ei» künstliches Saugen gegeben, -r.) 248. Verschiedene Versuche haben übrigens gezeigt, daß die Dichtigkeit der suft beym nicht sehr starken Drucken allemahl der drückenden Kraft pro- portionirt sey; daß die iust von einer doppelt so großen Kraft zwei) Mahl, von einer dreyfachen drey Mahl, von einer vierfachen vier Mahl dichter gemacht werde "). Aber beym starken Druk- ken fällt (vermuthlich L.) diese Proportion freylich weg und man weiß eigentlich nicht, wie die Dichtigkeit und Elasticitat der iuft dabey ferner zunimmt. ') Man nennt dieses Gesek dgs Mariottische. winkten (Untersuchung der Nätur und Kunst. S.98) hat es noch bcy einem Druck, der dem von 8 Atmosphären gleich war, richtig befunden, und Hr. v. Saussüre der jüngere aufBergen vom -^arvmererstand 27". >O"/,ioz anbis zu >8". (-ts- zier. Februar >790. S 9z.) nur muß dabey immer das Thermometer und Hygrometer zu Rath gezogen werden, nachFoiitanasEoth.Mag. u. 2. >6?.) findet diesesGesetz auch be? de» künstl.Lnftarten statt. 4.) §- S4S- Von der Lust. 227 §. 249. Auch weiß man noch nicht, wie stark die Luft überhaupt zusammengedrückt werden könne. Boyle hat die Luft dreyzehn Mahl, Halley sechs- zig, uud Halcs gar achtzehnhundert und sieben und dreyßig Mahl, (wenn seyn Versuch und die Folgen daraus richtig sind) dichter, folglich ohn- gefahr noch ein Mahl so dicht als Wasser gemacht. So viel weiß man aber, daß sich die Luft weder durch Kälte, welche die Körper ebenfalls dich» ter macht, noch durch das Zusammendrücken in einen festen Körper verwandeln laßt. Dieß zeigt alles, daß die Lust ein eigner Körper für fleh, nicht aber ein Gemisch von kleinen Tbeilchen anderer Körper, oder verdünntes Wasser sey, wie einige sich eingebildet haben. lo. Lovvscn, er >nc. sciivzn? äiss. äs inäsls slzuse mural>ili. 1761. §. 250. Auch hat man der Luft nichts von ihrer Ela- siicikät benehmen können; selbst dadurch nicht, daß man sie lange Zeit zusammengedrückt gehalten hat, wobey sonst andere elastische Körper leiden. Robervall hat die Luft noch eben so elastisch gefunden, die er sechzehn Jahre lang zusammengepreßt gehalten hakte, als sie vorher war. Aber genauer ist Musschenbroeks Versuch, bey welchem er in fünf Iahren nicht die geringste Abnahme der Elasiicicät an zusammengedrückcerLuft verspürte. P 2 §, 25 p. VII. Abschnitt. Z. 25l. Worin eigentlich die Elasticität der Luft ihren Grund hat, das weiß man in der That eben so wenig mit Gewißheit zu sogen, als man die wahre Ursache der Elasticität anderer Körper kennt. Eine eigenrhümlicheKrofc einander zurückzustoßen, können die Theilchen der Lust wohl nicht haben; sie zeigen vielmehr anziehende Kraft wie die Theilchen anderer Körper. Die Lufrtheilchen sich als gewundene Federn vorzustellen, ist wohl etwas zu grob, und scheint nicht mit der Wahrheit überein zu kommen. Euler leitet die Elasticität der just von einer feinen in den hohlen Lusiblaschen enthaltenen flüssigen Materie her, die sich darin im Wirbel herumdrehen soll. I'enrzm-n cxplic-Uoni.i plixenomenarum zeclz, zuÄore vre»?, nvi.nnn; in de» ,/»>!. 7/. x. ^7. 'Auch in dlov. t >elrop. »779. r. l. §. 25 r. b. (Absolute Elasticiräc irgend einer Lustart, nennt man die Starke, mit welcher sie der Kraft widersteht, von welcher sie gedruckt wird, und der sie das Gleichgewicht halte» muß, ohne auf ihre Dichrig- keic, Grad der Wärme u, s. w. Rücksicht zu nehmen. Weil aber, den übrigens ungleicher Dichtigkeit, die verschiedenen Luftartcn, oder auch dieselben den verschiedener Temperatur, eine gleiche absoliire Elasticität haben können, so führt dieses auf den Begriff der specifische» Elasticirär. Eine kuftart heißt specifisch elastischer als eine andre, wenn sie bey geringerer Dichtigkeit gleich stark druckt. Die specifischen Elasticitäten der Luftarten werden sich also verhalten wie ihre absoluren, di- vidirt durch ihre Dichtigkeit. Z. ?5l- c. Von der Lust. 229 §. 25l. c. Hieraus erhellt, warum inflammable Luft z, B. aus Eisen und Bitriolsäure, in der gemeinen Luft aufsteigen muß: Sie hat nähmlich eine größere spe- cifischc Elasticität, das ist, Hey übrigens gleicher absoluten, wenigerDichtigkeit, oder eine geringere speeisii'che Schwere, als die gemeine Luft Sie muß also in letzterer in die Höhe steigen, wie Oel im Wasser. Even so hat erwärmte atmosphärische Luft eine größere specifische Elasticität als eine kältere, weil bey minderer Dichtigkeit, erster? eine gleiche absolute hat, folglich, bey bleibender Wärme, eben so in der kältere» aufsteigen muß, wie inflammable Hierauf gründet sich der Aug in den Camincn, das Fliegen der Funken den Feucrsbrünsten, das Aufsteigen des Rauchs, die conische Form der Flamme, der beständige Ostwind zwischen den Wendekreisen, und eben daher vielleicht die Aufhäufung der elektrischen Dünste an den Polen der Erde, der Nord - und Auflralschein, Diese Eigenschaften der Luft haben endlich eine der merkwürdigsten Entdeckungen der neuern Zeit veranlaßt, nähmlich ein Mittel in der uns umgebenden Luft aufzusteigen. Zwey Papierfabrikanteil zu An- nonay in Vivural»; Nahmen» Joseph und Stephan von Llionrgolfier, beide Liedhaber der Naturkunde und Männer von Genie, kamen im August 1782 zu Avignvn auf den Einfall, Luft die spccjfisch elastischer war, als die uns umgebende, in leichte hohle Körper einzuschließen, die dann, weis ihr Gewicht mit der einaeschloßncn Luft zusammen genommen, noch immer geringer war, als das Gewicht der Lust, die sie aus der Stelle trieben, ausstiegen. Dieses machte ihnen Muth am -:.Junii l?8z.zu Annonav, im Angesicht der Stände der Provinz einen großen hohlen Körper aus Leinwand und Papier vermittelst einer durch Strohfeu r verdünnten Lust auf eine große Höbe zu erheben. Die Nachricht davon vermochte den Prof. Charles zu Paris etwas ähnliches mit inflammabler Luft zu P z versu- 2zo VII. Abschnitt. versuchen, wiewohl aus den neuesten Nachricht«» erhellt, daß die Herren v. Uroiltliolfiev vor der mit Feuer verdünnten, schon die inst. Luft versucht, aber wegen der Kostbarkeit wieder aufgegeben hat» ten. Nachher hat inan vermittelst dieser Körper an die man Galerien hicng, Thiere auftausende von Toisen in die Luft gehoben, und Mensche» haben die Lust beschifft. Es verdient hier angemerkt zu werden, daß am 7. Icnner 17»?, die Herr?» Dlanchard und Icffeoies, der erster? eilt Franzos, der andere ein Engländer, sogar über den Canal zwischen Dover und ^ouloczne in einer solchen Maschine durch die Lust in Zeit von Stunden gegangen sind. Sehr unglücklich fiel hingegen «in Versuch des Herrn pilacre de Röster (des ersten Luftschiffcrs, eines schon vorher berüchtigten physischen Waghalses) und Romain über eben diesen Canal von Frankreich nach England zu gehen, aus; ihr Fahrzeug gcrietb nähmlich, aus nicht genau bekannt gcwvrdnen Ursachen, in der Luft in Brand, und sie stürzten aus einer Höhe von (wie man glaubt), r?.oO Fußen herab auf das festeLand, über welches sie durch einen Windwechscl wieder zurückgetrieben worden waren, nachdem sie schon einige Zeit über der See geschwebt hatten. Im kleinen hat man die schönen Versuche an mehrern Orten und auch hier mit gutem Erfolg nachgemacht Man ist jetzt hauptsächlich mit den Mitteln beschäftigt, solche Körper, die man bald Lust- dälle bald Monrgolfiersche, bald aevostacische Maschinen, bald Äcrostare, und vielleicht noch am besten mit Hrn. ^üvin Monrgolfieren nennt, in der Lust zu lenken. Geschichte der Aerostatik, historisch, physisch und mathematisch ausgeführt (von Hrn. i)r. Tramp). Strasburg. 1784. 8. -Theile. Anhang zur Geschichte der Aerostatik von r>. Christian Tramp. Strasburg. >786. 8. Beschreibung der Versuche mit der aerostat. Maschine der Hrn. von Monrgolfier rc. von Laujas De Sr. Lorch. Aus dem Franz. Leipzig 1784. L. Fvrtge- Von der Luft. azi Fortgesetzte Beschreibung der Versuche mit den Aervsta- tischen Maschinen, aus dem Franz. mit Zusätzen des Uebcrsetzers (Hrn. vr. Gehler des jünger».) Leipzig. >?«?. 8. Momgolfiersche Lustkörper oder a-rostatische Maschinen, eine Abhandlung von F. ü.. tehrmaim. Strasburg. >784. 8. Versuch über die neuerfundene Lustmaschine des Hrn. von Monlgolfier, von I. L. G. Hayne. Berlin und Stettin. 1784. 8. O'arc cle navi^ucr clzns Ics sie» cxpole par c, Q. knavZiNi- srriti. a Lo^cnkavcn. 1784. 8- Oes valions zerolZsrilznes, ile la manicre6e les conlZruire erc. alZ-sls, >784. gr. 8. Iileckcxle aiscc rle fzire la lnaclrine aLrokar. svec la vi- fcriprion «lcs llxpericnces. a 4.cipfic. >784. 8» Lustkugel-Almanach auf das Jahr >784. Wien. Betrachtung über die aerostatischen Maschine» von G, C. ü.. (im Vötting. Magazin z. Jahrg. 6 St.) l.'arr cle Voyz^er cians les »irs. ä pari«. 1784. 8- I-crrre für I'ulilire 8e Alvves volans. »' /fmNcräam. >784. !>4c>^en 6e 6iriZcr >e Llobc »ervU. ä Paris. >784- läecs für I» navigarion acrienne. k Paris. «784> 1,'arc ccnx cie dldl. cle dic»ar4. s ^mltcräam cc a Paris. »78Z. 8- pltai für l'arc clu Vol. Serien, a Paris. >784- Oes svanrsZcs l.ol^. ä dronlpelicr. 1784. Zka^porc a I'acaäemie für la rnactrine aeroltaciizue. »Paris. '784- 4. Hallens Magie 2. Tbeil. Berlin. 1784. 8. Der Philosoph für Jedermann von Hrn. Prof. «berr itesHest. Leipzig. 1784. Kurze Nachricht von aervst. Maschinen. Strasb. 1784- (bey Treuttel.) Kurze Nachricht von aerost. Maschinen und ihrem Bau. Strasb. >784. (bey Stein). I - «.oy und relilloc über diese Maschine in Roziers I°nr- nal. Februar 1784. dloz'en ileäjriAcr pserolläre xarl'i.zal.l.x, ä kckin, 1784- 8- P 4 dlcm. 2Z2 VII. Abschnitt. dtcm. tur Ic» kxper. se^vlt. !»ll. bt. naarar ?r.rer, a i-»r>- >784. und auch zu Paris (wie sichs versteht) Hey Courtier. Iveckcrckcs lu> l'arr 8e volcr psr I>k. Il^viv. üoukQkoiS. llccouvcric ä'm> po!nr cl'sppui 6äns l'»ir z I'nl.ße i!5aü. pour nsvißucr conl^e le vcnr, »NctrelN: pzr »!. 0. a l»l. sgnnißvlti-r. k.» kisnce. 1784. 8» Oelcsi^iion cls I'^esvlizie. 5 Oijon er » e»rN >"8 «, 8- e^v^l.l.c>'s eUUorv enrt prskice os serokziicn (eigciltlieher -crvUsl-iion, wenn doch ein neues Wort gemacht werde» soll). t.o,iä°n. 178?. 8 t^ue!-zu>/> Vues lur l-5 weckmcs scroit. (jm Evthaischtll Magazin gr Vand >s Stück. S.?z. (von dem Hrn. Coadjntor von Dahlderg.) INnr« ot im^orrsnr ulcr ro bc clerivecl k>r>!» scroltzlic t!Io» de, b/ ruo«-lS »izirevia. I-oogon. 1784. 8- < ) Der Heber. H. 2Z2. In ^ und.L (Flg. z6) drückt die iuft gegen das Wasser ehngesähr gleich stark, wenn von diesen Heyden Oessnungen die eine nicht eiwa sehr hoch, die andere sehr niedrig läge. Nur die längere, und folglich starker entgegenrückende Wassersäule KL wird also sinken können, und die schwächer drückende gleichsam nach sich ziehen. Oder richtiger; das Wasser zwischen KL wird durch sein Gewicht durch L ausstiessen, und das Wasser zwischen kt^ wird wegen des Druckes der just gehoben werden, ihm nachfolgen und gleichfalls in L ausstießen. §. 25Z. Man nennt eine sclcke Röhre einen Heber (stxlro). Wenn die Oeffnung ^ unter Wasser sieht, Von der Lust. 2zz steht, so wird die Luft immer neues Wasser hineintreiben, das immer wieder in L ausstießt, bis die Oeffnui'g nicht weiter unter Wasser steht. Um also dasWasser aus einem Gefäße durch den Heber auslaufen zu macheu, braucht man nur den Heber damit anzufüllen, es geschehe dieß nun durch Saugen an L oder auf eine andere Weife. L muß dabei) immer niedriger stehen als die Ober- flache des Wassers in dem Gefäße; stünde es eben so hoch darin, so würde das Wasser weder durch die eine, noch durch die andere Oeffnung des Hebers ausfllicßen i stünde es in L höher, so würde es vielmehr in das Gefäß zurückfließen. Beide Schenkel des Hebers können indessen gsr wohl gleich lang seyn, und der sogenannte würrcnper- gische Heber, den Ioh. Jordan gegen dss Ende des vorigen Jahrhunderts erfunden hat, hat darin gar nichts Merkwürdiges. Beyspiele von versteckten Hebern an dem Vexierbecher, an einem künstliehen Brunnen, wobey eine Schlange säuft, was der Storch ausspeyet; an natürlichen Brunnen, die bcy Regenwetter trocken werden- Kleiner Springbrunnen, den man an ein Gefäß mit Wasser henkt. (Der Heber, den man nicht durch saugen sondern durch einblaseii der Luft laufen macht- «.,) ?- 254. Weil das Wasser in dem Heber durch den Druck der Luft gehoben wird, der Druck der Luft aber das Wasser nur bis auf die Höhe von öhn- gefahr zwey und dreyßig l heinlandischen Fuß treibt, so darfk nicht mehr als nur höchstens so viel über der Oberflläche des Wassers liegen, das durch den P 5 Heber 2Z4 VII. Abschnitt. Heber ausfließen soll. Sollte Quecksilber durch den Heber fließen, so müßte k wieder um so viel niedriger liegen, als das Quecksilber schwerer ist als Wasser, also höchstens acht und zwanzig Zoll. S- 25Z. In dem luftleeren Räume hört ein jeder Heber auf zu fließen, in so fern er Heber ist. Wenn man aber die just um den Heber herum nur wenig verdünnet, und einen engen niedrigen Heber zu dem Versuche nimmt, in welchem das Wasser wie in einer jeden engen Röhre aufsteigt (§.184) (auch das Wasser nicht vorher hinlänglich von Luft gereinigt hat a). L..), so kann man freylich machen, daß der Heber auch unter der Glocke fortfließt; aber das beweißk keinesweges, baß die Wirkung des Hebers vorher (§.252) falsch erklärt worden sey, wie Homberg schon längst richtig erinnert hat. Sur I'-kkcc ^5/c. 17,4. xax. «) ' 1. 51. rerens 6c csuila kluxus tipkonii bicruilii i» vscuo cominuzri. Liit?ov> 176z. 4. Das Barometer und Manometer» §. 256. Die tom'cellische Röhre kann als ein Werkzeug dienen, woran man sehen kann, ob die Lust zu einer Zeit stärker oder schwächer drückt, das heißt schwerer oder leichter ist, als zu einer andern (§. 215). Von der Luft. 2Zs (H.si;). Deswegen hat man sie auch ein Barometer genannt, oder wie andere lieber wollen, ein Baroskopium. Man kann das Barometer entweder so einrichten, daß unten an der Rohre ein hölzernes Gefäß für das Quecksilber, worin die Röhre steht, angckütret ist, z?Fig.; oder man kann die Röhre unken wieder aufwärts krümmen und gleich das Gefäß von Glas daran blasen, wie die zbFig. zeigt. §. 257- Wenn man die Höhe des Quecksilbers in dem Barometer messen will; so muß man von der Oberfläche des Quecksilbers in dem Gefäße L an messen; denn es ist klar, daß das unter L in der Röhre stehende Quecksilber nicht durch den Druck der last, sondern durch das Quecksilber in dem Gefäße an feinem Orte erhalten wird. Der Maaß- stab dazu wird gleich an dem Brette angebracht, worauf das Barometer befestigt ist, und nur oben in seine Zolle und finien eingeteilt, weil das Quecksilber niemahls sehr tief fallt. §» 258. Aber es ist nicht schwer einzusehen, daß eigentlich gar kein Maaßstab an dem Barometer befestigt werden darf, weil der Puncc veränderlich ist, von welchem an jederzeit gemessen werden muß. Denn wenn das Quecksilber in dem Barometer fällt; so muß es nolhwendig in dem Behält- 2Z6 VII. Abschnitt. Behältnisse desselben steigen, und L liegt also nun höher als vorher. Ein gewöhnliches Barometer gibt also die Höhe des Quecksilbers bey dem Fallen desselben immer zu groß, bei) dem Steigen immer zu klein an. S- 25Y. Man kann diesen Fehler dadurch vermindern, daß man das Behältniß des Quecksilbers am Barometer weit genug macht, damit das Quecksilber darin nur um ein Geringes steigt, wenn es auch gleich im Barometer um ein Beträchtliches fällt. Aber völlig gehoben wird er, wenn man jedesmahl das, worum das Quecksilber in dem Gefäße gestiegen ist, von dem, worum es in der Röhre gefallen ist, abzieht; oder das, worum es in der Röhre gestiegen ist, hinzusetzt. Am bequemsten ist es zu dem Ende, bloß eine gekrümmte Röhre, die oben verschlossen und mit Quecksilber gefüllt ist, dabei) aber die erforderliche Länge hat, auf einem Brette zu befestigen, daö von unten bis oben in seine Zolle und Linien gctheilt ist, z6 Fig. Um die wahre Höhe des Quecksilbers in diesem Barometer zu finden, zieht man jederzeit die Höhe auf welcher daö Quecksilber in der kürzern Röhre steht, von der Höhe desselben in der längern Röhre ab; oder man addirr die Höhe des Quecksilbers iu der länger» Röhre über einer willkürlich angenommenen HorizontMnie zur Tiefe des Quecksilbers in der kürzern Röhre unter eben dieser Horizontallinie. Ich Von der Lust. 257 Ich bin auf den Gedanken, das Barometer solcherge- statt einzurichten, gerathen, ehe ich von des Hrn. de ö.»c Vorschläge gewußt bade, der damit viel Aehnlichkeit hat. In der That war es auch sehr leicht, darauf zu gerathen. (Eine ähnliche Einrichtung steht auch schon im Lenpoid, nur verwarf freylich der wackre Mann, die Einrichtung als unnuy, weil sie nur die Hälften der Veränderungen zeige; er dachte nähmlich nicht an eine untere Skale S. dessen ttsiw vmuctt. im zten Theil von Baronietris §- 2.8. e..) Vom Einsinge der Wanne und Kälte auf das BaroiM« ter kann erst nachher gehandelt werden. K. 2Ü0. Um das Barometer empfindlicher zu machen, oder es so einzurichten, daß mau auch geringe Veränderungen in der Höhe des Quecksilbers in demselben wahrnehmen kann, haben verschiedene Naturforscher die äußere Gestalt desselben geändert. Hieher gehört das Barometer, woran der obre Theil der Röhre gebogen ist, welches man gemeiniglich das Morlandische nennt. Hook hat in eben der Absicht sein Radbcn'omelch angegeben, aber es auch selbst bald verworfen. Amon- tons giebt s-inem Meerdarometer eine kegelförmige, nach oben zu spizige, Gestalt und macht es ohne Behältnis für das Quecksilber. Ber- NVUlli 's Barometer hat oben eine Erweiterung, worin dag Quecksilber steigt und fällt, und endigt sich unten, anstatt ein Gefäß zu haben, in eine enge horizontale Röhre. Amontons hat auch in den Pariser dl-m. für ,70; ein anderes See-Barometer vorgeschlagen, das er n-- lowcrrc /a»5 Mecaee ä l'ui»K- äe I» mec MNIlt. Eck ist 2Z8 VII. Abschnitt. ist eigentlich von s. l^ustchermometer, von welchem de» Gelegenheit des Drevvelschen (§. 452) in den Vorlesungen gehandelt wird, nicht verschieden : denn da sein >!.uftr0er»lomerer zugleich ein ZSaromecer ist, so laßt sich dieses Instrument bald als erstere-, dald als letzteres gebrauchen, sobald ,nan Mittel hat, diese vereinte Würkung von Druck und Temperatur der bust in jedem gegebnen Fast gehörig zu unterscheiden. H. 261. Huygens, Hook und de la Hire haben, um ebenfalls dieses Werkzeug empfindlicher zu machen, die doppelten Barometer vorgeschlagen, welche aus mehrern Röhren von verschiedener Weite zusammengesetzt und außer dem Quecksilber noch mit einer andern flüssigen Menerie gefüllt sind. Cartes räch an, die Röhre da, wo das Quecksilber in derselben steigt und fällt, weit zu machen, oben drüber aber einen leichtern flüssigen Körper in einer eugern Röhre zur Bezeichnung der Höhe zu gebrauchen. Bülffinqer endlich versenkc das Barometer unter Wasser, um seinen Stand genau zu bestimmen. Fahrenheit hat es abzukürzen gesucht; (So sagt Musschen- broe?, dieselbe Einrichtung aber hat, lange vor Fahrenheit, Amontons angegeben. S. eieimo lull, ste l'acsä äez 8c. I'.ll. p.zy. L.) aber alle diese Veränderungen schaden vielleicht dem Werkzeuge mehr, als sie ihm nutzen. (Sie vergrößern nähmlich die starken Veränderungen, diees nicht nöchig hätten, undzeigen die kleinen, die es bedürften, gar nicht an, oder verstellen bepde. L.) (Ltivat Von der Lust. 239 (Etwas von Toxe's Archibaromecev in dessen Museum zu London, a,.) üxrriiir U'nne surre IcrircSc dl. »uvczxdis, toucksnr unc nc>u» vc»e msnicre S- dsromeire ^u'il s invcnre; jnr Ao«/». -te/an. r^?Z. Z>. >1^- /r äctcrixrioa c>k sn invcnlron, xvlrcredx lke «Zivilrsnz o5 ike bsromercr ms^ de cnIsrxcU in sny xiven propor- liun, b>l dlr. kos. uooir; ill de» kd-to/ Tl'UMnK. ?i»ur. i ^ . Z>. 2 4 r, Velciipiivn «t'un nouvcsu dsrsmcire pour connoilrc exatle- mcnr I» felsnreur clc I'sir, svcc quclqui:« remsrczuer tur le bsromerre» orSinsircs, pur IN. I.K »ikn; j» den tUc>». rie ro>. -ier /c. r?oF. x. -14. vc vsrii« dsrvmerr!» scnsidilioribu! er corum nsus Ipccis sc vUdui, -uÄore czno. unan». nui.rridiczi-n; in de» Lomrnerrt. z-ctroz-, t. x. zr?. H. 262; Wie die Barometer zu verfertigen und mit Quecksilber zu füllen sind, das gehört nicht hie- her. Indessen ist es nölhig c.,zumerken, daß die Röhre dazu zwar nicht eben allerwärts gleich weit, aber doch nicht gar zu enge, und dabey inwendig ganz rein seyn muß, damit die Lust das Quecksilber zu seiner wahren Höhe hinauf drücken könne. Zum Füllen muß man ganz reines Quecksilber nehmen, und sorgfältig verhüten, daß weder über noch zwischen dem Quecksilber Luft in dem Barometer bleibe. Auch muß die Eintheilung mit der gehörigen Genauigkeit gemacht werden. Besondere Erfindungen die Barometer so einzurichten, daß man sie bcguem von einem Orte zum andern tragen kann. I'rsile 6cü bsromerrc», ikcrmoirierrci cr nociomerrcz. 5 >686. zo. vno. rru-rmaum inürumenl» mneoro^noliss inlcruicn- Iis. 17»;. 8. lUSor!- 2-jo Vll. Abschnitt. Niüoric»! ans püilolopbirnl zccovnr of rbc veca>.k>:rAlasi, l>7 rr>xv^i.iz s^un. l.onci 17.,8 8- Ioh. Lcche lltttccwttsunq von der Art Barometer zu verfertige»; in or» schrved. Abbandl. 176z. 89 S. Z^eckcrcdez wd le» inosüicaUonz sc l'-rmolpkere, zekdl r>» nuc. ü Lcneve, 177a gr. 4. 1°. I sc ll. I. A. de L.uc llntcrsuchungen über die Atmosphäre aus dem Franzüs. überseht. Leipzig. >776. gr. 8. » peouumL»rtti»cirun> nsus>- commumcsr SL?.«. Lorringge. » Beytcäge zu der Verfertigung, der wissenschaftl. Kenut- niß und dem Gebrauche meteorologischer Werk» zeuge von Gottfried »Lrich Rssenchal. Erster Band. Gotha 1782. 8. aterBand 1784. »Vom itudolslsche» Barometer, ein Programm von Ioh. Fried. Häseler. Hol,Minden 1780. 4. »Fr. tU>? vollst, und auf Erfahrung gegründete Beschreibung von alle» sowohl bisher bekannten, als einigen neuen Barometern, wie sie zu verfertigen, zu berichtigen und übereinstimmend zu machen, dann auch zu meteorologischen Beobachtungen und Hö- hcnmessungcn anzuwenden, nebst einem Anhang zu seiner Abhandlung von Thermometern. Nürnberg und Leipzig. 1784. gr. 8. §. 26z. Ein Werkzeug, woran man sehen kann, was für Veränderungen die just in Ansehung ihre? Dichtigkeit erleidet, heißt ein Manometer (auch Dasymcter L..). Uuter den bisher erfundene» ist das noch immer das vollkommenste, welches Guerike angegeben hat. Es entsteht aus einem Waagbalken, an dessen einem Ende eine große hohle und verschlossene Kugel, an dem andern aber ein eben so schweres Gegengewicht hangt, das so klein als möglich ist. Wird die just dich- ter, so muß das Gegengewicht sinken; wird sie lockerer, so sinkt die Kugel. Die Ursache dieser Wir- Von der Luft. 241 Wirkung erhellet aus dem 156 §. VarigNVNs Manometer ist höchst unvollkommen und verdient diesen Nomen kaum. In 40 Fig. ist Luft eingeschlossen und LLOLk'S ist mit Wasser oder einer andern flüssigen Materie angesüllt: in Iii ist eine Oeffnung. dlimowerre; c>u msckine pour rrovver le iiporr on» I'air »»lurel erc. pzr bl. v.^vis- »c>n; in den Ue eo>. U«/c. -70s. pax. ^ c»5l>. scnv^ri Itecbnic, curiola I.ib. I. L»p. 2l. "Oelcriprion 8'un vzhmeise par bi. voucby. k4cm. z- Hieher gehört auch Hrn. Prof. Gcvstnevs Luftwaage (Beob auf Reisen nach dem Ricsengebirge von ?. Iirnstk, Abbe' Gvubcr, Thad. Hacnke und Franz Gerstner. Dresden 1701. 4 S. »88. und hieraus in Sren's Journal B.lV. S. i?». L.) Vom Schalle. H. 264. Wenn man eine gespannte Saite erschüttert: so empfindet das Ohr einen Schall (lonus) davon, und wenn man eine solche schallende Saite dabey berührt, so empfindet man, so lange der Schall dauert, eine zitternde Bewegung in derselben. In dieser zitternden Bewegung selbst kann aber wohl nicht eigentlich der im Ohr empfunden werdende Schall bestehen; Niemand wird auch glauben, die Saite wirke unmittelbar auf unser Ohr, so wenig wie man sich überreden wird, es stieße etwas, was die Empfindung des Schalles verursacht, aus der schallenden Saite hervor in Q unser 24? VII. Abschnitt. unser Ohr. Da man aber in der Saite sowohl durch das Gesicht, als insbesondere durch das Gefühl, eine Bewegung empfindet und die Saite allerwartö mit just umgeben ist, die durch diese Bewegung der Saite noihwcndig auch in Bewegung geseht werden muß, so könnte man auf die Vermuthung gebracht werden, diese Bewegung der Luft pstanze sich bis zu unserm Ohre fort, und der Schall besiehe solchergestalt eigentlich in einer solchen Bewegung der Luft. 8- 265. Diese Vermuthung wird dadurch unterstützt, daß auch bey andern Gelegenheiten ein Schall entsieht, wo die Luft erschüttert wird, z.B. durch die Peitsche, bey dem Pfeiffen mit dem Munde, bey dem Zerspringen der Blasen und der sogenannten gläsernen Petarden, bey dem Losbrennen der Gewehre, bey der Entzündung des Knallpulvers und des Knallgoldes, und überhaupt so oft der Luft eine sehr schnelle Bewegung eingedrückt wird. Zur völligen Gewißheit wachst diese Muthmaßung an, wenn man wahrnimmt daß im luftleeren Räume kein Schall hervorgebracht werden kann; daß aber gegenseitig ein jeder Schall in verdichteter Luft, wie auch in eingeschlossener erwärmter, und in sehr kalter Luft ansehnlich verstärkt werde. lieber das Verhalten des Schalles, in einigen künstlichen Luftarten findet sich eine Abhandlung des Herrn D. perolle im Anhange zu den Mem. der Tun- Von der Luft. 24z Turiner Geftllsch. der Wissensch, für das Jahr 1786 und 87. S. Gotb. Maa. vi. ,66. Die Starke des Schalles richtet sich nicht immer nach der Dichtigkeit, ü. §. 266. Da ein jeder Körper, den wir kennen, immer in einem gewissen Grade elastisch ist, so werden bey einem jeden Schlage oder Stoße von einem Paar Körpern gegen einander einige Theile eben so, als gespannte Saiten, obgleich vielleicht schwacher, erschüttert und in eine zitternde Bewegung gesetzt, die sich der Lust mitkheilt, und solchergestalt einen Schall erzeugt. Wenn die Körper nur eine schwache Elasticität besitzen, so ist der Schall, den sie hervorbringen, auch um so viel unbeträchtlicher und schwächer, wie auch wenn der eine von den Heyden zusammenschlagenden Körpern sehr weich ist, wie elastisch auch der andere seyn mag. So wird auch hieraus begreiflich, wie ein weicher Körper den Schall in einem elastischen, den er berührt, dämpfen und fast ganz unterdrücken kann. S- S67. Man muß aber diejenige Bewegung der Luft,' in welche wir das Wesen des Schalles setzen, wohl von einer jeden andern Bewegung derselben, wo« bey ein Lus theilchen in verschiedene Theile des Raumes gebrocht wird, unterscheiden. Bey dem Schalle verandern eigentlich die Lusttheilchen ihren Ort nicht völlig, und man könnte also in ss O, s fern fern laugnen, daß der Schall in einer Bewegung der Luft bestehe. Indem die Theile eines schallenden Körpers zitterm, stoßen sie an die benachbarten Theile der Luft; ehe diese noch ihren Ort verlosten können, werden sie zusammengedrückt, vermöge ihrer Elasticitat dehnen sie sich wieder aus und sie müsten hierbey nochwendig wieder die neben ihnen liegenden Luftcheilchen zusammendrücken, welche sich nun wieder auedehnen. Hieraus wird man begreifen können, warum sich die Flamme eines Lichtes gar nicht bewegt, wenn man sie auch gleich dicht an eine stark klingende Glocke halt. Man kann auch durch leicht anzustellende Versuche zeigen, daß nicht die Bewegung der klingenden Saite oder eines andern schallenden Körpers im Ganzen genommen, den Schall mache, sondern das damit verbundene Zillern der kleinen Theile ). kxgcrlenc« tur le lon, psr bl. c>n n/r nme; in den tlkeiu. l'ncali. >07. >le5/c. 171«. ») Dieses ist ganz unrichtig. Man hat so etwas aus Erfahrungen schließen wollen , die eine ganz andere, aber allem was wir von der Natur des Klanges und der Töne überbauet wissen, vollkommen angemessene Erklärung leiden. Mau sehe hierüber die classische Schrift des Herrn v. Chladni- Entdeckungen über die Theorie des Klanges. Leipzig 178^. 4. mit xi. Kupfertafeln S. >4- und an mehrern Stellen. Auch zeigt der Verfasser wie durch ein eignes sehr sinnreiches Verfahren desselben, diese Schwingungen bey klingenden Scheiden und Platten:c. auch dem Auge vernehmlich dargestellt werden können; eine Entdeckung die ein ganz neues Licht über dieses dunkle Feld der Na- turlehrc Von der Luft. 24s turlehre verbreitet und von dem man große Fortschritte in demselben in hoffen hat. L. §. 268. Indessen ist es nicvr schwer einzusehen, daß zu einer solchen Fortpflanzung des Schalles durch einen weiten Raum immer eine gewisse Zeit erfordert werde, und daß man daher den Schall nicht in demselben Augenblicke hören könne, da er in einer ansehnlichen Entfernung vom Ohre durch elastische Körper zuerst erzeugt wird. Man hat in verschiedenen Gegenden Versuche darüber angestellt/wie geschwind der Schall von einem Orte zum andern gelange (durch die Lust nähmlich. Wie andere Körper den Schall fortpflanzen, davon weiß man bis seht noch nichts bestimmtes, e6 könnte seyn, daß es Körper gäbe, die ihn mit der Geschwindigkeit des Lichts fortpflanzten. Hook in s. ^licwZropbia (in der Vorrede) glaubt sogar so etwas durch Draht ausgerichtet zu haben (?). L..): die florentiner Akademie in Italien; Cassini, Huygens. Piccard und Römer, und neuerlich wieder de Thury, Maraidi und de la Caille in Frankreich; Flamstead und Halley in England, und de la Condamine in Cayenne und bey O.uito. Diese Versuche stimmen nicht ganz genau unter einander überein, vermuthlich wegen der veränderlichen Beschaffenheit der Lust. In einer Secunde durchlief der Schall, in Italien 1110 pariser Fuß in Frankreich 1097 O. z nach 246 VII. Abschnitt. nach den neuem Beobachtungen iOz8 pariser Fuß in England in Cayenne bey O.uito 1072 IIOI IOZ5. ULtii!, tcnlZNiini c!rcs soni celeritZtcm per scrcm iimospkacricum. Uips. I?6z> 4. 8ur I» viieilc 6u son, psr tilr. in den /te i'iiraii. ,07. sc, -te pr. !7>!F, p-z. 70. Won dem Nutzen und Gebrauch der Terzien-Uhren hierbey. L. Man fand auch den diesen und andern Versuchen, daßein starker Schall sichweder geschwinder noch langsamer bewegt als ein schwächerer; daß die Bewegung des Schalles mit gleichförmiger Geschwindigkeit geschieht, und daß diese Geschwindigkeit im Sommer und Winter, (nicht so ganz: der Schall geht in warmer Lust geschwinder als in kalter. S. Daniel Bianconi's Sendschreiben an Herrn Scipio Massen äells cliverla velocitä 6?! luouo. in Veue?ii>. Hamb. Ma- gaz. 16. Band. S. 476 sf. L..) bey Hitze und Kälte, bey Tage und Nacht, bey dicker und dünner Lust, bey feuchter und trockner Witterung völlig einerley bleibe. Der Wind führt den Schall zwar ungleich weiter, als er sonst würde gegangen seyn, oder er hält ihn zurück, nachdem er mit demselben in einerley Richtung oder ihm entgegen geht; aber in der Geschwindigkeit desselben ändert er nur wenig '-). H. 269. Vxperi, Von der Luft. 247 xzxenm-ntü -r obl-ruzrione» -le soni müw -liizque s-Z ist snincuribus kz6lze z. l). vv. l>Lkii^!>l; iu Pen '^»uick. „»,«. Li;. tzax. L. *) Cassini, Mavaldi und de la «L.iille (bl-m. <1e yzri« i?z8 er 17Z9.) fanden denn doch, daß man zu der Geschwindigkeit des Schalles in ruhiger Luft immer die des Windes addiren oder von ihn abziehen mußte, je nachdem der Schall mit dem Winde cinerlev oder die entgegengesetzte Richtung hatte, um daraus die wahre zu finden. Freylich ist bey nicht starkem Winde und nicht sehr großem Entfernung dieser Einfluß des Windes nur gering und bleibt wenigstens innerhalb der Grenzen, der Fehler, denen diese Art von Beobachtungen überhaupt unterworfen sind, st» 3- 270. Stark ist der Schall, bei) dem viele just- theile zittern oder schwingen; schwach ist er, wenn nur wenigen Luftrheilen eine solche Bewegung « eingedrückt worden ist. Da sich nun der Schall von dem Orte, wo er hervorgebracht wird, nach allen Seiten zu gleichsam als schallende Strahlen (rsciii sonori) in eine Kugel ausbreitet, so werden nahe bey dem Korper, der den Schall erzeugt, mehr solche schallende Strahlen auf eine gewisse gegebene Flache auffallen, als in einer größern Entfernung, in der also der Schall schwächer wird; so wie auch dieErfahrung lehrt. Und wenn man voraus seht, daß ein jedes justtheil« chen das daran liegende wieder eben so stark zusammendrücke, als es selbst vorher zusammengedrückt war; so muß der Schall abnehmen, wis das Quadrat der Entfernung zunimmt. In- O. 4 dessen 248 Vll. Abschnitt. dessen wäre doch noch zu untersuchen', ob diese Voraussetzung wirklich der Natur gemäß ist. S- 271. Der Schall wird auch reflectirt oder zurückgeworfen, wenn er gegen einen harten Korper stoßt, und die Gesetze dieser Reflexion sind eben die wie bey andern Körpern (§. 1Z4). Wenn nun in L, 41 Fig. ein Schall hervorgebracht, und der schallende Strahl Lk von einem Körper in k wieder zurückgeworfen wird, so ist klar, daß Jemand in zuerst den ursprünglichen Schall, hernach aber erst in einiger Zeit den zurückgeworfenen hören wird, wenn anders die Entfernung All nicht etwa geringe ist. Ein solcher zurückgeworfener, und zum zweycen Mahle gehörter Schall, oder ein Eccho, kann deutlich empfunden werden, wie sich leicht a»6 dem 268 H. berechnen läßt, wenn wenigstens vier und sechözig Fuß ist. Bey einer noch größern Entfernung wird das Eccho einen Schall noch deutlicher wiederholen, ja selbst ganze Wörter gleichsam nachsprechen. ES wird aucb hieraus begreiflich, wie es mit dem vielfache» Eecho zugeht. S- 272. Auch kann man aus dem Zurückwerfen des Schalles die Wirkung der Sprachgewdlber erklären. Es fließt aus den Eigenschaften der Ellipse und den Gesetzen der Reflexion, daß alle Körper, die sich aus dem einen Brennpuncte 42 Fig. Von der Luft. 249 42Fig. gegen die Ellipse bewegen, von derselben nach dem andern Brennpuncke ö zurückgeworfen werden. Eben so geht eS auch mit den schallenden Strahlen z. B. mit HL. HO. Wenn also Jemand in einem elliptischen Gewölbe in H leise spräche, so daß Niemand in eben dem Zimmer etwas davon hören könnte, so würde es doch ein Zweyter, der in k stünde, hören, weil der Scholl von dem LeiseRden wieder in k gesammlet werden würde. §. -73. Wenn Jemand Eine Oeffnung einer engen Röhre an den Mund setzt und ein Anderer das Ohr vor die andere Oeffnung halt und der erste Nun leise redet, so kann der andere ihn deutlich verstehen, wenn die Röhre auch gleich mehrere Schuhe lang ist. Wenn in H 4z Fig. ganz leise geredet würde, und ein Ohr in O weit genug entfernt, auch keine solche Röhre da zwischen wäre, so würde man in O vielleicht gar nichts davon hören, weil zu wenig schallende Strahlen bis nach O gelangten; die Strahlen HI! und HL z. B. und unzählige andere würden nach ihren ersten Richtungen immer fortgehen und niemahls nach I) gelangen. In der Röhre aber werden diese Strahlen zu wiederhohllen Mahlen restectirt und gelangen endlich fast alle nachO, daher man inO vermittelst einer solchen Röhre deutlich hören kann, was in H leise geredet wird. O. 5 §. -74» 2;a VII. Abschnitt. §- -74. Wenn aber das Ohr nicht dicht vor v gehasten würde, sondern elwan in (? wäre, so würde die Röhre wenig zur Fortpflanzung des Schalles bis zu dem Ohre beylragen; denn die Strahlen würden sich nun in O ausbreiten, nach L und ? und unzahligen andern Richtungen. Gabe man hingegen dem Rohre eine geschickte Gestalt von der Art, daß die Strahlen zuletzt alle parallel oder beynahe parallel aus ihm heraus gingen, 44Fig.: so würde es dienen, den Schall auch in einer noch größern Entfernung dem Ohre zu zuführen. Man nennt ein solches Werzeug ein Epttichwhv (tubs liontores, ilentorouboniLs). H- 275- Man hat auch geglaubt, die Wirkung eines Sprachrohrs bestehe zugleich mit darin, daß es eine größere Menge suft dadurch erschüttere, daß es selbst durch den hineingebrachten Schall in «ine schwingende Bewegung gesetzt werde; und dann würde es am besten seyn, dasselbe aus sehr elastischen Materien zu verfertigen. Indessen ist auf der andern Seile wieder zu bedenken, daß ein solches Sprachrohr einen starken Schall macht, aber doch auch zugleich die hineingerufenen Worte nothwendig undeutlich machen muß; und solchergestalt würde man also in Ansehung der Deutlichkeit mehr bey unelastischen Materien gewinnen, und die Wirkung des Sprachrohres mehr Von der Luft. 251 mehr von seiner Gestalt, als von seiner Materie abhangen. §. 276.! So geschickt die parabolische Gestalt eines Sprachrohrs scheinen könnte, so lehrt doch die Erfahrung, daß ein solches parabolisches Sprachrohr den Schall eben nicht sehr weit fortpflanzt, und die Ursache ist wohl die, weil der hineingeredete Schall wirklich nicht aus Einem Puncte kömmt. Eben so wenig t Hasens, aus einem elliptischen und einem parabolischen Stücke zusammengesetztes Sprachrohr, die mögliche Vollkommenheit. Cassegrain halt es für die beste Bildung, wenn das Sprachrohr eine hyperbolische Gestalt hat und die Ape desselben die Asymptote dieser Hyperbel ist. Aber Hr. Lambert hat gezeigt, daß ein bloß kegelförmiges Sprachrohr vor allen diesen andern den Vorzug habe. A.ccoum c>f ikc lpesking rrumpet l>7 Sir 8t». I-onSon, >Ü7>' zo. »ivrrnikr «zsu Niss, S- nibis k-ntoreiz. I-ips, >719. 4. Lur czuelqucs iniUumen» scouNi^ueg, psr dtr. in den o/t'U-, -ie t'ac-1-j. ro>. rkr /c, 67. §- 277- Auf eine ähnliche Weise wird das Gehör durch das Hörrohr (tuba scullics) verstärkt, welches durch das Zurückwerfen solche Schallstrahlen ins Ohr führt, die sonst nicht hineingelangt seyn würden und aus die innere Fläche des Hörrohres fallen. 2;2 Vll. Abschnitt. fallen. Am besten giebt man ihm eine parabolische Bildung. Das äußere Ohr rhut uns und andern Thieren eben die Dienste, wie auch die hohle Hand, wenn man sie hinter das Ohr halt. F. 278. Alle elastische Körper lasten den Schall durch sich durch gehen; oder die Theilchen auf ihrer Oberstäche nehmen einen Eindruck von der schwingenden Bewegung der auf sie stoßenden Lufttheil- chen an, und Pflanze » diese Erschütterung durch ihre Masse, in gerade» Linien durch, die alsdann auf der andern Seile wieder die benachbarte Luft in Bewegung setzt. Auf diese Weise hören wir den auf der Straße erweckten Schall in dem Zimmer, worin wir uns befinden. Auch durch Wasser, dem man nicht alle Elasticität absprechen kann, pflanzt sich der Schall fort. Ein Schall, der in sreyer Luft hervorgebracht wird, kann deswegen unter dem Wasser gehört werden; auch kann umgekehrt ein Schall, der unter dem Wasser erweckt wird, sowohl in als außerhalb dem Wasser vernommen werden, auch selbst, wenn man das Wasser vorher von Luft befreyet hat. sccounr vf in experimcnt rouckinß rlie prnpgßsrion ok sc>un7 btr. Iizui»exx; ist de» ?>NN5aK. »»M Z-!. j?!. Hlcmoire sur I'ouie Sc» poilli?n5 er lur I» rrznzmUtion Sc» ton» äsn, I'czu, p»r dt. I^sbke k»oi.i.xrz jll den i'acaS. Sek /c. 17^7. x. Gründe Von der Luft. 2;z Gründe der Musik. §> 279- 45 Fig. sty eine Saite, die an ihren beiden Enden ^ und ll befestigt und gespannt ist. Man drücke in der Mitte gegen sie, und bringe sie dadurch in die Gestalt und jage : hört man nun auf eir.mahl auf zu drücken, so wird die Saite wegen ihrer Elasticuat nicht nur in ihre vorige jage zurückspringen, sondern, wenn sie big dahin wieder gekommen ist, so wird diese Bewegung nicht so gleich aufhören kö nen, sondern die Saite wird sich vielmehr auf der andern Seite wieder ausdehnen, und die jage HOK bekommen. Nun wird sie sich wieder zusammenziehet!, und überhaupt solchergestalt fortfahren, Schwingungen zu machen, wie das Pendel (§.irg). Auch eben die Ursachen, welche machen, daß ein Pendel endlich zu schwingen aufhört (§. lg;), bringen die Saite nach mehrern Schwingungen zu- letzt zur Ruhe, welche indessen alle ihre Schwingungen, wenn sie nicht gar zu weit ausschweifen, in gleichen Zeilen macht, so wie auch das Pen- del thut. §. 280. Indem eine gespannte Saite diese Schwingungen macht, bringt sie einen Schall hervor, der sich aber durch eine größere Annebmlichkeit von den gemeinern unangenehmen Geräuschen unterscheidet, dergleichen viele Körper nur allein S» 2s4 VII. Abschnitt. zu erzeugen im Stande sind, wenn sie die Lust erschüttern. Man könnte einen solchen angenehmem Schall einen Klang nennen. Es scheint, als ob die klingenden und die bloß schlechtweg schallenden Körper darin von einander unterschieden wären, daß diese den benachbarten Lusttheil- chen lauter Schwingungen eindrucken, die an sich in Absicht auf ihre Geschwindigkeit höchst verschieden sind; da jene hingegen in allen Lufttheil- chen entweder nur einerley Schwingungen, oder doch solche hervorbringen, die in Betracht der Zeiten in denen sie gemacht werden, nur auf eine gewisse nicht so mannichsalcigeWeise verschieden sind. H. 28l. Dergleichen Klang bringen nicht nur metallene Saiten oder Darmsaiten hervor, sondern auch Stäbe und Glocken von einem sehr elastischen Metalle oder von Glas, in denen man sich mehrere nebeneinanderliegends und auf einerley Weist gespannte Saiten gedenken kann. Bei) de» Flöten und ähnlichen musikalischen Instrumenten ist es nicbt das Zittern des Instruments selbst, was den Schall oder Klang hervorbringt, sondern vielmehr die in der Höhlung desselben enthaltene Luft, welche durch das Hineinblasen auf eine gleichförmige Art erschüttert wird, und diele dadurch erhaltene Schwingungen nun der übrigen Luft mittheilt. Da sich also auch selbst bey diesen Instrumenten gleichsam Saiten von Von der Luft. 255 Luft gedenken lassen, so wird es überhaupt bey der weitern Betrachtung der Klange, vornehmlich auf eine nähere Untersuchung der Schwingungen der Saiten ankommen. §. 282. Gespannte Saiten können als Pendel angesehen werden; was eine verschiedene Schwere bey dem Pendel ist, das ist bey den Saiten die verschiedene Spannung; die Langen der Pendel und der Saiten aber müssen auf einerley Weise betrachtet, bey den Saiten aber zugleich mit auf ihre Masse gesehen werden. Wenn man nun das über das Pendel in der Mechanik gelehrte auf die Saiten solchergestalt anwendet, so findet sich, daß die Anzahl der Schwingungen, die ein Paar Saiten in einer gegebenen Zeit macht, sich gegen einander verhält, wie die Quadratwurzeln aus den Quotienten, die man findet, wenn man die die Saiten spannenden Kräfte durch das Gewicht der Saiten und ihre Langen dividirt. §. 28Z. Hieraus stießen folgende besondere Säße: 1) Die Anzahl der Schwingungen, welche zwo Saiten von gleichen Längen in einer gegebenen Zeit machen, verhalt sich wie die Quadratwurzeln aus den durch die Gewichte divi- dirten spannenden Kräften. -) 2s6 VII. Abschnitt. 2) Vey gleich langen und schweren Saiten verhalt sich die Anzahl der Schwingungen wie die Quadratwurzel aus den spannenden Kräften, z) Bey gleichen Dicken (und spccifischen Schweren L..) der Saiten und gleichen Spannungen verhalt sich die Anzahl der Schwingungen umgekehrt wie die langen der Sailen. §. 284. So bald man mehrere Klange unter einander vergleicht, bekömmt man den Begriff von einem Tone (tonus). Den Ton, den eine dik- kere, längere oder eine -nicht so stark gespannte Saite hervorbringt, nennt man tiefer, als denjenigen, den eine dünnere, kürzere oder starker gespannte Saite angiebt, welchen man einen hohem Ton nennt. Da nun dünnere, kürzere oder starker gespannte Saiten in einer gegebenen Zeit mehrere Schwingungen machen als dickere, längere oder weniger gespannte Saiten, wie aus dem vorhergehenden §. folget, und die Klange durch diese Schwingungen der Saiten hervorgebracht werden: so folgt daraus, daß der hohe Ton von dem tiefen darin unterschieden seyn müffe, daß bey jenem die Schwingungen, welche der just eingedrückt werden, schneller als bey diesem auf einander folgen. §. S8S. Wenn ein Paar Saiten gleich lang gleich dick, und gleich stark gespannt sind, folglich gleich viel Von der Lust. 2s? viel Schwingungen in einerlei) Zeit machen, so geben sie beide einerlei) Ton, oder die eine giebt den Einklang (vnilonux) von der andern an. Ist aber die eine von einem Paar gleich dicken und gleich stark gespannten Saiten nur halb so lang als die andere, so daß sie also in einer gegebener, Zeit noch ein Mahl so viel Schwingungen macht und der just eindruckt als die andere (§. 28z. n. z), so giebt sie die höhere Octave von der andern an; einen Ton, dessen große Aehnlichkeit mit dem Grundtone von welchem man ihn die Octave nennt, oder der wieder die liefere Octave von jenem ist, auch das ungeübteste Ohr empfindet. Ein Tor, ist also um ein Octave höher oder tiefer als ein anderer, wenn bey ihm diesufttheilchen noch ein Mahl so viel, oder halb so viel Schwingungen in einer gewissen Zeit machen, als bey dem andern Tone, von dem er die Octave genannt wird. §. 286. Wenn von zwey gleich dicken und gleich stark- gespannten Saiten die eine sich zur andern in Absicht auf ihre sänge wie zwey zu drey verhalt, so giebt jene den Ton, den man die O .UlNte von diesem nennt, und drückt den sufttheilchen in eben der Zeit drey Schwingungen ein, in der diese ihnen zwo Schwingungen giebt. Fallen aber vier Schwingungen der sufitheilchen bey einem Tone auf fünf Schwingungen der sufttheilchcn bey einen, andern, so heißt dieser letztere Ton die große Terze von jenem. R §. 287. 2s8 VII. Abschnitt. §. 287- Der Erfahrung zufolge machen der Grundton und seine Octave, der Grundton und feine Quinte, und der Grundton und feine Terze, oder auch der Grundton, Octave, Quinte und Terze zusammen angegeben, dem Ohre Vergnügen, und diese Töne heißen deswegen confonirende Töne oder Cvnfonanzen. Etwas weniger angenehm find der Grundton und feine O.uarte, wobei) vier Schwingungen der Lufttheilchen auf drei) des Grundtons fallen; ingleichen der Grundton mit seiner großen Sexte, wobei) fünf Schwingungen auf drey des GrundtonS fallen. Die übrigen Töne, bei) denen die Anzahl der Schwingungen in einerlei) Zeit in noch andern Verhallnissen steht, sind dem Ohre unangenehm, wenn sie zugleich gehört werden, und heißen deswegen dissonirmde Töne oder Dissonanzen. Ihrer sind unzahlig viele, in merklich unterschiedenen Arten der Unannehmlichkeit: die unerträglichsten sind die, welche in Ansehung der Zahl der Schwingungen nur um etwas sehr geringes von einander unterschieden sind. Versuche hierzu mit dem Monochorde (und Terra- chorde U.,) oder Sonomceer. Warum die Octave, Quinte und Terze Consonanzen sind, das zu untersuchen gehört mehr für die See» lcnlehre, als für die Naturlehre der Körper. §. 288. Zwischen einem Tone und seiner Octave laßt sich eine unzählige Menge von Zwischentönen gedenken ; Von der Lust. 259 denken; und obgleich kein Ohr fein genug ist, alle diese Zivischentönc von einander zu unterscheiden, so unterscheidet doch ein jedes Ohr eine große Menge davon. Wir nehmen in unserm Tonsi)- steine sieben Haupttone in einer solchen Ockave, und dazwischen noch fünf Nebentöne an, und bezeichnen die erstern entweder mit den Sylben vr, re, mi, ka, stil. Is, st, oder mit den Buchstaben c, ci, e, f, Z, g, Ii; und die dazwischen liegenden Nebenlöne benennen wir von den Haupl- lönen, auf die sie Beziehung haben. §. 28Y. Die Unterschiede unter diesen Tönen sind aber nicht allerwarts gleich, oder der Zwischenraum einer Ockave ist nicht zwölf gleiche Theile für die zwölf zwischenköne gelheilt, und dieses darf auch nicht seyn, wofern die vollkommnern Confonan- zen in dem Gebrauche dieser Töne erhalten werden und das Ohr vergnügen sollen "). Nach dec Kirnbergerischen Temperatur ist die Verhaltniß der Töne folgende: ') Da große Kenner der Musik und Männer vom feinsten Gehör diese Rirnberigersche Temperatur widrig finden, und sich für diejenige erklären, die Herr Er, rieben mit einem so starken Ausdruck verwirft, nähmlich die Gleichsch-.vebciide: so habe ich die Verhältnisse auch nach dieser in einer zwey- ten Columne beygefügt. O l - - ( lOOooo eis ^ _ 9.Z87 v 89090 R A Di« VII. Abschnitt. Oiz 27 _ z 2 - 84O90 L 4 _ ? - 79370 r Z. — 4 " 749 >5 ibis 22 _ 4? - 70710 6 2 z - 66742 (Zis ISL - 62996 16 1 2? c> - 59460 L 1? " - 5612z - 5297Z e 1 2 - 50000. L.) Eine deutliche Darstellung der Unrichtigkeit der Ri ,n- dcrgevischen Temperatur findet sich in der am Ende dieses Abschnitts unter diro. «4- angeführten Mar« purgischen Schrift. L. Z. 2yo. Und aus diesen zwölf Tönen einer Octave, mit sammt ihren verschiedenen Octaven, sucht die Musik diejenigen aus, die sie dergestalt unter einander verbindet und auf einander folgen laßt, daß eine dem Ohre angenehme Zusammensetzung herauskömmt. Sie khut dieses entweder auf eine einfachere Weise dadurch, daß sie nur bloß die Zeiten abmißt, in welchen einerley Klang auf einander folgen soll; oder daß sie mehrere Töne aus eine mannichfalrige Weise auf einander folgen laßt ohne zugleich die dazu erforderliche Zeit abzumessen; oder sie schreibt in ihren vollkommensten Hervorbringungen nicht allein die Ordnung und Folge der Töne, sondern auch die Zeiträume vor, die diese Töne erfüllen sollen. Und so be« zaubert Von der Lust. 261 zaubert sie durch Melodie und Harmonie, und wenn sie in ihren Aceorden unangenehme Verbindung von Tönen zwischen die angenehmer,, webt, so thut sie es nur, um diese das Ohr desto höher empfinden zu lassen. §. 2yr- Ein in der Musik vorzüglich geübtes Ohr empfindet es deutlich, daß kein Klang so einfach ist, als es einem weniger geübten scheinen könnte, sondern daß in jedem Klange vielmehr alle Töne gewissermaßen mit klingen: vorzüglich aber hört man außer dem Grundkone allemahl noch die Octave desselben, die Octave der Quinte, und die doppelte Octave der großen Terze. Die Reinig- keit eines Klanges und sein Unterschied von einem andern Schalls oder Geräusche scheint also nicht sowohl darin zu bestehen, daß er ganz einfach und ungemischt ist, oder daß die Luft bloS Schwingungen von einerlei) Geschwindigkeit dabei) bekömmt; sondern daß vielmehr der eigentliche Grundton, und nach ihm die Consonanzen alle übrigen unangenehmer» Töne hinlänglich überwiegen; so wie auch unstreitig die Theilchen der Saite bei) der Erschütterung derselben mit ganz verschiedenen Geschwindigkeiten zittern müssen,, ungeachtet die Saite im Ganzen nur einerlei) Schwingungen hat. Gewisse Register der Orgel dienen sehr zur Erläuterung dieser Sache. Einige aller Aufiuerksamkeit werthe Anmerkungen üöer diesen §. finden sich in: kleine Veyträge zur Ma- R z thema- Vll. Abschnitt. thematik und Physik von Fried. Göttlich Busse >r Th- Leipz. >?«6. S. > z' u. ff. und in u. LHIad- »i's oben angeführter Schrift. S. 66. L. In eben dieser Schrift S. 76 hat uns Hr. r>. Lhladni mit einer neuen Schwingungsart an Saiten bekannt gemacht/ wodurch Töne hervorgebracht werden, die er e.ängcneönc nennt. Man erhält sie wenn man die Saiten mit dem Bogen unter einem sehr spitzen Winkel, statt des rechten unter welchem sie gewöhnlich gestrichen werden, anstreicht. Sie klingen zwarziemUch unangenehm und dienendaher wohl nicht zu praktischem Gebrauch, sind aber wegen ihrer gänzlichen Abweichung von allen übrigen Schwingungs - Arten sehr merkwürdig. Ihr Charakter ist: >) Wenn man die Saite gegen die Mitte anstreicht, so erhält man einen Ton, der den gewöhnlichen Grundton derselben um z bis 5 Octavcn an Höhe übertreffen kann. 2H In der Mitte gedämpft, und die Hälfte in ihrer Mitte gestrichen, giebt die Octave u, s. w. wie gewöhnlich. z) Sie haben kein bestimmtes Verhältnis gegen die durch rcchtwinklichtes Streichen zu erhaltenden Töne; in dem dabcy sehr wenig auf die Spannung der Saite ankömmt, so daß, wenn die gewöhnlichen Töne durch eine stärkere Spannung fast um eine Sctave erhöhet werden, die Höhe dieser iieubevbachteten kaum um einen halbe» Ton zunimmt. Mehrere Beobachtungen des Verfassers hierüber, finde» sich im August der Berlinischen musikalischen Monathsschrist für 179T, L. §. 29z. Wie tiefe und wie hohe Tone unser Ohr ertragen und unterscheiden könne, das ist schwer niit einer allgemeinen Gewißheit ausmachen. Süuveur halt den für den tiefsten hörbaren Ton, wo die Luftlheilchen in einer Stunde Schwingungen machen, für den höchsten de», wo sie 6400 Schwingungen in eben der Zeit machen; so Von der Luft. 26z so daß also neun Octaven von Tonen von unserm Ohr solchergestalt empfanden werden könnten. Culex nahm sonst den Ton für den tiefsten an, wo die Lufttheilchen zo Schwingungen in einer Secunde machen, neuerlich aber den von 20 Schwingungen; für den höchsten empfindbaren Ton nahm er sonst den von 752?, seht den von 4000 Schwingungen an; so daß also die hörbaren Töne nach ihm ohngesahr acht Ocravcn ausmachten. Sauvcurs fixer Ton, der hundert Schwingungen in einer Secunde macht. §. 293. Die Art, wie mehrere Töne sich zugleich durch die just bis z» unserm Ohre fortpflanzen, zu erklaren, fand McM'UN deswegen Schwierigkeit, weil er sich eine unrichtige Voi stellung von der Fortpflanzung des Schalles durch die just überhaupt machte und annahm, die just bewege sich wirklich dabey aus der Stelle; und in diesem Falle würde es unbegreiflich seyn, wie mehrere Schwingungen von ganz verschiedenen Geschwindigkeiten dabey Statt finden könnten. Die ganze Schwierigkeit fallt aber weg, wenn man bedenkt, daß die Lust eigentlich gar nicht bey der Fortpflanzung eines Schalles von einem Orte zum andern bewegt wird, sondern daß nur ihre einzelnen Theile zusammengedrückt werden und sich vermöge ihrer Elasticitat wieder ausdehnen. Eö ist also nicht nöthig, um diese Schwierigkeit R 4 zu 264 VII. Abschnitt. zu heben, mit Mairan anzunehmen, die Lust- theilchen haben verschiedene Grade der Elastici- lär, und ein jeder Ton werde durch eine eigne Art von Lusttheilchen fortgepflanzt, welches auch gar nicht möglich ist. Oitcourz tur >z propsxinion Zu ton -tanz I« Ziffc-enlc« ron» qui lc »wciikenr, pur lZ. OL KI4IK4U; in den Ztci«. Ze t'-ica-j. r<>7. -t-r/c. -777. x. 1. §- 2Y4. Wenn die bey einem Schalle erschütterte Luft gegen weiche Körper stößt, so wird der Schall, wie leicht begreiflich ist, dadurch geschwächt. Stöße sie aber gegen Körper, deren Theilchcn in dem Grade gespannt sind, daß sie diese Art von Schwingungen anzunehmen vermögend sind, so gcralhen diese Theilchen in die damit übereinstimmende Bewegung, und bringen solchergestalt in der übrigen daran grunzenden Lust eben den Schall oder Ton hervor. Dies ist die Ursache, warum ein musikalisches Instrument mit Saiten eben die Töne gleichsam von selbst angiebt, die man auf einem andern daneben hervorbringt; so wie auch die Resonanz überhaupt und die Wirkung der Resonanzböden auf den musikalischen Instrumenten daraus begreiflich wird, deren Beschaffenheit und Gestalt ungemein zu der Wirkung dieser Instrumente beyträgt. Sur lz korme Sc, intt-umen» Sc inuliczuc, psr dt. vx »Ic susiru cr ollzÄu, »uÄon /Zmom'o 5ca^n. Heini 1789- kol. ch.) N 5 Schrif- 266 VII. Abschnitt. Schriften über die Akustik und theoretische Musik. l) craurni r'roi.nxiai!i karmonicorum k. III. xsr ^ai.l.18. Oxon. 1Ü82. 4. z.) xiLe.Znrtttt liarinonicorum k.Xll. pari». l6zZ.5ol. z) arnal. icurcniziri mulur^ia vniuerszlis liue ins ms^n» conioni er rlrlloni. Ixvm. 16Z0. lol. 4) Systeme Kcncral 6e^ inrcrvallcs 6-5 lon5, er Kon sppli- csrion ä rouz Ic5 chlicme5 er ä rous 1-5 inUrlilncni 6c klliquc; psr kl. sauvLinr; in de» k>ici«. 6s /acn6. rr>7. 6er /c. r?or. x. -77. 5) Ikaiie 6c I'lrarmonic psr KI. kaxlNair. ä Paris. 17^!. 4. 6) l'snramcn nouac ikcorine mustcac, autlore 1.L051. xu- ieniro. pcrrox. 17Z9. 4 maj. 7) LonieÄura ^Ir^licz circa propaßarionern soni sc Inminis. -uÄor- reoxr. Lliri-ao. Lcrol. >7;o. 4; ist der zweyce Band von seinen 0/>,z propz^arion 6u ton, par KI. I.0UIS VL r.a rzaadnzn; in de» M/ceUa». tariri- ?rc?r/i T'o,». /. xaz. r. 10) liclaircillem-ns p!u5 6-raiIIe5 lnr la xcncrsrion riu loa cr la propaßsiion marion6e I'ccko. xar klr. LIII-LN; in de» 6lc,». 6e l'„ca6. >07. 6er/c. 6s ?r. r?^/. x. 777. 11°) lvcckcrckcs lnr la rkcoric 6c la »lustczne xar klr. ^a» a!nirr>. ä Paris 1768- 8- 1^) Die Kunst des reinen Satzes in der Musik, von Ioh. Phil. Rirnberger. Berlin. 1771. 4. iz) G. L. T. Gedanken über die Temperatur Herrn Rirnbergcrs. Berlin. «775. 8. 14) Friede, will'. Mcrpurgs Versuch über die musikalische Temperatur. Breslau. 1776. 8. '>?) Von der Lust. 267 -5) I. Sulzcrs allgemeine Theorie her schSnes Künste in alphabetischer Ordnung. Leipzig. »77z. zivey Theile, gr. 8. 16) ettczuir)k inln rkc prlncipil kkennmens ok soun^« «ncl muliczl üringz b^ »i^ernnvv üvuncz. Dublin. >784- 8- 17) c. a. »uuccil krog. 78'. "18) Ok lbole mlllic»! lnllrnmenti, in vsbick lbe ton«, sncl trcrz -re llxell Z5 in lke bsrplickorä, or- x-n, (Zuirsr. etc. by na. c»Viel.I.o; in de» ttilo/. ?>a»5ac?. kor 1788. k. ll. VIII. 268 VIII. Abschnitt. Achter Abschnitt. Vom Lichte. Allgemeine Bemerkungen über das Sehen. §- 2Y7- Wir können körperliche Gegenstände, die von uns entfernt sind, mit den Augen wahrnehmen, oder sehen, wenn von den Gegenständen nach un- scrm Auge hin eine gerade Linie gezogen werden kann, die nirgends von einem andern Körper unterbrochen wird. Oder wir sehen durch ge- radlinichte Lichtstrahlen, die von den sichtbaren Gegenständen ausfahren und sich nach allen Seiten hin auszubreiten scheinen. Die Lust ist nicht das Mittel, wodurch wir sehen; denn wir sehen auch Körper, die sich in einem völlig luftleeren Räume befinden. §. 2Y8. Diese wahren oder eingebildeten Lichtstrahlen müssen ungemein fein seyn, da wir durch eine sehr geringe Oeffmmg eine große Menge von Körpern sehen können. Von jedem Puncte, den wir an diesen Körpern sehen, muß doch wenigstens Ein Lichtstrahl zu unserm Auge gelangen; und so müssen ungeheuer viele Lichtstrahlen auch durch sehr zarte Oeffnungen treten können, ohne sich zu vecwir- Vom Lichte. 269 verwirren. Ucberhaupt strömt jeder sichtbare Puncl eines Körpers, Lichtstrahlen nach allenRich- tungen von sich aus, die immer weiter aus einander gehen. Der Theil davon, der auf unser Auge oder auf eine andere Flache fallt, bildet einen Strahlenkegel, von dem das Auge oder die andere Fläche, worauf die Strahlen fallen, die Grundstäche ausmacht. -5L«Z!>iek äe l-ririire luminiz. Loaiiiz. 1740. 4. S- 29?. Je weiter die die Sirahlen auffangende Flache von dem Puncte, von welchem die Strahlen herrühren, zurück tritt, desto weniger Strahlen empfangt sie, und man sieht leicht ein, daß die Menge der auf eine gewisse Flache fallenden Lichtstrahlen, oder die Starke des Lichtes auf derselben, abnehmen muß, wie das Quadrat der Entfernung zunimmt. Auch ist es nicht schwer einzusehen, daß auf eine schief gegen die Richtung der Strahlen gelegene Flache weniger Strahlen fallen, als auf eine senkrechte, und zwar immer weniger, je schiefer der Winkel ist, unter welchem die Strahlen auffallen. §. Zoo. Je weiter der strahlende Punct von einer die Strahlen auffangenden Ebne entfernt liegt, desto kleiner wird auch der Winkel, den die Strahlen unter einander machen, welche auf diese Ebne fallen. Wenn die Entfernung der Ebne von dem strahlen- Vlll. Abschnitt' strahlenden Puncts 200000 Mahl größer ist, als die Breite der Ebne selbst, so inachen die äußersten der darauf fallenden Strahlen einen Winkel, von einer Secunde unter einander: einen Winkel der fo klein ist, daß man dergleichen Strahlen als parallel unter einander und also als unter einerlei) Winkel auf die Ebne fallend ansehen kann. So wird bey einer sehr großen Entfernung des strahlenden Punctes der Strahlenke- gel (§.298) zum Strahlencylinder. 8- gor. Es giebt Körper, die für sich allein gesehen werden können, leuchtende Körper (corpora lu- cicla, luLentia); und wiederum andere, die man nur durch Hülfe leuchtender Körper sieht, oder dunkle Körper (opsca). Jene scheinen also für sich Lichtstrahlen hervorzubringen oder von sich zu schicken, diese nur durch eine gewisse Wirkung jener aus sie, bey welcher man sie erleuchtet nennt. Und dergleichen erleuchtete dunkle Körper sind selbst vermögend andere dunkle Körper wiederum zu erleuchten. §. 202. Leuchtende Körper sind die Sonne und die größte Menge der Sterne, wovon erst weiter unten gehandelt werden kann, ein jedes Feuer und alle starck genug erhitzte Körper, allerley Insekten so lange sie leben, faules Fleisch und besonders faule Fische, faules Holz und andere faulende Vom Lichte. 271 lende Dinge, der Brandische Phosphorus aus dein Harne, und mehrere. Ader das sieht schwach- leuchtender Körper wird durch das sieht starkleuch- tender dergestalt ve> dunkelt, daß solche schwach- leuchrenden Körper in Gegenwart siarkleuchten- der uns nur als dunkle Körper erscheinen. Schriften über das Leuchte» verschiedener Körper findet man in Halters Physiologie "r>V. S. 446. a.. l§. 30z. Manche Körper lasten die von andern kommenden sichtsirahlen gleichsam durch sich durchfallen; man nennt sie durchsichtig (peilucista, cku- xliana): eigentlich ist aber ein jeder Körper in ganz dünnen Scheibchen in einem gewissen Grade durchsichtig, und hingegen ist wiederum der durchsichtigste Körper in dicken Stücken in etwas undurchsichtig. Manche Körper werden durchsichtiger, wenn man sie dichter, manche wenn man sie lockerer macht. Hieraus wird auch begreiflich, wie das Licht in der so durchfichtigen Luft selbst eine merkliche Schwächung in der Ferne leidet. §. 304. Ein dunkler undurchsichtiger Körper kann von Einem leuchtenden nicht aus allen Seiten zugleich erleuchtet werden. Von den nicht erleuchteten Seiten sagt man, sie stehen im Schatten, und weil die sichtstrahlen in geraden sinien fortgehen, so fangt ein dunkler undurchsichtiger Körper auch die sichtstrahlen aus, welche auf andere 272 VIll. Abschnitt. andere hinter ihm stehende ahnliche Körper fallen könnten, wenn er nicht da wäre; oder er wirft einen Schatten auf sie. §. 305. An sich ist Schatten steylich Abwesenheit des Lichtes; aber wir sehen dennoch die im Schatten siehenden Körper, weil sie anderwärts her(H.zoi) immer eine gewisse Erleuchtung bekommen. Auch ist der Schatten gegen die erleuchteten Stellen hin nie scharf begränzt oder völlig deutlich davon abgesondert, sondern zwischen Schatten und Licht liegt der Halbschatten da, wohin erleuchtende Strahlen nur von einigen Punccen des leuchtenden Körpers fallen können, von andern aber nicht. Die Größe, Gestalt und sage des Schattens richtet sich übrigens nach Größe, Gestalt, sage und Entfernung des leuchtenden und des den Schatten werfenden Körpers, so wie es auch da- bey mit auf die Lage und Gestalt der Fläche ankömmt, welche den Schatten auffängt. §. 306. Noch haben sich gewisse dunkle Körper dadurch merkwürdig gemacht, daß sie, nachdem sie eine Zeitlang erleuchtet worden waren, auch noch im Dunkeln fortfahren, eine längere oder kürzere Zeic zu leuchten, als ob sie für sich leuchtende Körper wären. Man sagt von solchen Körpern, daß sie das Licht einsaugen (corpora lucem bibemia), und nennt sie auch Phosphd- ren, Vom Lichte. 27z M, welcher Name ader überdem noch den ursprünglich leuchtenden Körpern zukömmt. H,'-. her gehört insbesondere der.Bononische Stein, der Balduinische (Kalchsalpeter L..) und der MarggrofischePhosphorus. Aber genauereBeob- achtungen haben gelehrt, daß fast alle dunkle Körper diese Eigenschaft, das Licht in sich zu saugen, in einem gewissen Grade besitzen. Ztc. veccznil ä- czuzmplunm!« pbossboris nunc xrimum licreetii comwenlsriuz; in Pen Commcnt. 7°<»n /7. ?ai't. 77. zi, MuSV. comm-nr-lrius -k-5; ebeildas. 7/5. x„x. Inc. Barch. Beccari Abhandlung von den meisten erst entdeckten Phvsphoren, im allgemein. Magazin. ^/Tbeil. >8iS. Ebendesselben zwvtc Abhandlung; ebendas. ^//Theil. >6z S. ^ keries ob expcrimenr, rclsrinx 10 pbolpbori, bz? v?ll.- sc>!^. I.onil. 177;. 4. 'Ein Auszug hieraus in den Leipziger Sammlungen zur Naturgeschichte und Physik. i.Band. S.ziz. Theorien vom Lichte. §. 307. Daß wir durch etwas sehen sollten, was aus unser» Augen nach den sichtbaren Gegenständen hinflösse, wie sich die Alten zum Theil eingebildet haben, laßt sich bey genauerer Prüfung nicht gedenken. Die Lichtstrahlen müssen also entweder wirklich nach allen Seiten zu aus einem leuchtenden Körper hervorsirömen, oder es muß in einer allerwärks um uns herum ausgegossenen Lichtmaterie eine Art von Bewegung durch de» S leuchten- VI!l. Abschnitt. leuchtenden Körper hervorgebracht und dadurch Lichtstrahlen gebildet werden. §. zog. Newton erklart die Weise, wie das Sehen geschieht, dadurch, daß er Lichtstrahlen annimmt, die aus den leuchtenden Körpern ausfahren sollen (s/üema emansriom!). Allein wenn man bedenkt, daß die Sonne alsdann unaufhörlich eine ungeheuere Menge Lichtstrahlen ausschicken müßte, da man doch nicht wahrnimmt, daß sie von ihrer Größe verliert, noch etwas wahrscheinliches davon sagen kann, wo diese Lichtstrahlen hernach bleiben: daß diese ungeheuere Menge von Lichtstrahlen einander durchkreuzen müßten, ohne sich doch dabey in ihrer Bewegung aufzuhalten oder ihre Richtungen abzuändern; daß die durchsichtigen Körper nach allen Richtungen in geraden Linien durchbohrt seyn müßten, wenn diese Hypothese Statt finden sollte, welches doch ganz unmöglich scheint: so sollte man fast geneigter werden die zweyte Hypothese anzunehmen. Alle Einwürfe, die der Hr. Verf. hier und in den folgenden §§ gegen die Lehre Nemrons bcybriiigt, sind von gar keinem Belang, wie er hier und da de» einigen in der Folge selbst zu fühlen scheint. Man sehe z. B- was er §. ?>? am Ende, 5. z-,?, §. z6z, §. , und vorzüglich §. z?y in der Note sagt. Das Vibration«-Svstem reicht, vermittelst einiger Hülfsficrione» zwar hin zu erklären wie Helle, Hellhcic so entstehen kann wie wir sie bemerken, (und aus diesem Gesichtspunkt ist das llichr bisher fast einzig betrachtet worden) «her nicht, ohne Fiktionen mit Fiktionen zu häufen Vom Lichte. 275 fen und allen Weg der Analogie gänzlich zu verlassen , wie so viele andre Mücklingen des Licht« statt finden können. So ließe sich der Geruch der Schwefelleberii sehr gut durch Vibrationen erklären, aber nicht die übrigen Einwirkungen dieser Schwingungen z B auf die Auflösungen der Metalle. Man darf mit Zuverlässigkeit behaupten, daß, seitdem man angefangen hat das Licht als Körper mit allen seinen Affinitäten zu betrachten, verbunden mit seiner Geschwindigkeit, endlich ein Tag in den dunkelsten Gegenden der Physik zu dämmern angefangen hat. Hicunit wird aber nicht geläugnct, daß auch diese Vor- stellungeart noch ihre Schwierigkeiten habe, und daß wir überhaupt noch weit entfernt sind die Natur des Lichts deutlich zu erkenne», und aus subjektiven Ursachen vielleicht nie ganz erkennen werden. L. §- 309. Zwar wendet man wieoer dagegen ein, daß alsdann der ganze Weltraum, so weit wir ihn kennen, mit der Materie des Lichtes angefüllt seyn, und die himmlischen Körper solchergestalt dadurch in ihren Bewegungen sehr aufgehalten werden müßten: ollein eben das läßt sich ja noch mit mehreren: Rechte dem Emanarionssysteme entgegen setzen. Auch laßt sich der Einwurf, daß nach dieser Hypothese die Lichtstrahlen nicht bloß gerade Linien seyn könnten, der vielleicht von allen Einwürfen der stärkste scheinen möchte, wie mich dünkt, hinlänglich beantworten ') Es wäre sehr zu wünschen der Hr. Verfasser hätte seine Gründe angegeben. L. §. 3ic>. Cartes stellte sich vor, die durch den ganzen Wellraum ausgegossene Materie des Lichts be- S s siehe 276 Vlll. Abschnitt. stehe aus einer Menge harter dicht an einander liegenden Kügelchen; ein leuchtender Korper schlage gegen die unmittelbar auf seiner Oberfläche liegenden Kügelchen, und dieser Schlag pflanze sich durch die ganze Reihe von Kügelchen bis zu unserm Auge fort, werde von demselben empfunden, und hierin bestehe das Sehen. Allein würde nicht, wenn die Materie des Lichtes von dieser Beschaffenheit wäre, die Bewegung dieser Kügelchen in dem Falle sehr unordentlich werden, und das Licht sich nach allen Seiten ausbreiten, wenn eines von diesen Kügelchen irgendwo einen Widerstand fände? wie doch wirklich nicht geschieht. Zudem wird sich auch in der Folge zeigen, daß zu der Ausbreitung des Lichtes durch einen Raum eine gewisse, obgleich geringe Zeit erfordert wird, welches mit Calles Hypothese durchaus nicht bestehen kann. §- Zir. Aber diese Schwierigkeiten lassen sich heben, wenn man sich mit Euler eine höchst feine, flüssige und dabey elastische Materie gedenkt, die allerwärtö ausgebreitet ist, und auf deren Theile die leuchtenden Körper, indem sie zittern, eben so schlagen, wie die Schallenden Körper bey ihrem gröbern Zittern auf die gröbere Luft schlagen (l^llem» vibrationis Lb.). Diese feine Materie nennt man auch Aether. Euler zweifelt ob dieser Aülher schwer sey, er hall Vom Lichte. 277 hält ihn vielmehr für die Ursache der Schwere cinderer Km per. Er nimmt auch als wahrscheinlich an, die Dichtigkeit des Aethers sey beynahe viei hundert Millionen Mahl geringer als die Dichtigkeit der Luft, und berechnet daraus, daß die Elasticirät des Aethers wenigstens lausend Mahl größer seyn müsse als die Elasticität der Luft. Hier können die Gründe dieser Muth- maßung und die sich darauf gründende Berechnung nicht vorgetragen werden. (S, Hamb, Magaz, B.vi. S. 156. S,.) ') Diese Lehre haben schon Huygcns (chr-iie -I-1« a l,eiU<: 169V. 4 und I) Hocche in s. IGcrnxrgplUz vorgetragen). Die Stelle im Ar istorelcs (Uc -nim» I.ik, II, c->p. z.) woraus man ihn zu einem Ver- theidiget des vibrarions - Svstems hat macheu wollen, ist eigentlich ganz unpartheyisch. Er sagt blos, daß zwischen dem leuchtenden Körper und dem sinnlichen Organ ein Mttrcl seyn müsse, so wie beym Scha» und Geruch, ünd daß, wenn ein Vacuum zwischen Heyden statt fände, wir gar nichts sehen würden. L,. §. Z12. Zufolge dieser Vorstellung von der Natur des Lichtes würde also ein leuchtender Körper ein solcher seyn, der den Aether rings uni sich herum erschütterte; so wie wir wirklich sonst von vielen leuchtenden Körpern wissen, daß ihre kleinern Be- standtheile in einer beträchtlichen Bewegung sind; dunkle Körper würden durch diesen erschütterten Aeiher selbst zu einem Zittern gebracht, wodurch sie wieder den sie berührenden Aether in Bewegung sehen; Körper, die das Licht, wie man S z sagt, s?8 VIII. Abschnitt. sagt, einsaugen, würden, nachdem sie einmahl durch Lichtstrahlen in eine zitterndeBewegung gesetzt sind, noch eine Zeitlang nachzittern, und dadurch auch im Dunkeln noch eine Zeitlang sichtbar bleiben; durchsichtige Körper würden die ihnen durch erschütterten Aerher eingedrückte Bewegung durch sich durch auf den auf der andern Seite liegenden Aciher forkpstanzen. §. ZlZ- Mir kömmt noch immer die Eulerische Theorie von der Natur des Lichtes wahrscheinlicher vor als die Newtonische, und es scheint mir, als ob verschiedeneSchwierigkeiten bey ihr nicht Statt sinden, die bey Newton's Theorie vorhanden sind. Außer dem schon darüber beigebrachten gehört auch noch die Erfahrung dahin, daß manche Körper dadurch durchsichtiger werden, daß man ihnen eine größere Dichtigkeit giebt (§.zoz), welche ich auö Newton's Theorie nicht begreisen kann. Dennoch gestehe ich gern, daß man nicht wirklich zu beweisen im Stande ist, daß Newton Unrecht habe, und vielleicht wird man der großen Feinheit des Lichtes wegen niemahls mit völliger Gewißheit, ausmachen können, auf welcher Seite die Wahrheit ist. ireclierclici tur lez moz?en5 Sc sccouvrir pzr expcricncc» cvmmcnr Ic ssil Ii propsßgrion clc Ii lumierc, s»r I>1. seczuei.in z m den luäi». ^ce/c. 177,. x. ,7,. (Mt tiuch IM kciiici-, Zsnvicr >778. und einige wichtige Erinnerungen gegen seine Satze in der allgem. deutschen Bibliothek, 26 Band. S. >8. u, ff. k.) ') 0-° Vom Lichte. 279 Dicouvert« für I» Dumiera per bl. »leite?, übersetzt von Hrn, Weigel^ Leipzig >78z- "Ditf. 8c t.uminc vki crism 777- 4-) Diese» ganzen Streit findet man kurz und bündig dargestellt und beurtheNt in D, Geblers phys. Wörterbuch im Artikel ll.ichc und einigen andern Artikeln auf welche sich daselbst bezogen wird. L Was wir in Ansehung der Große, Gestalt, Entfernung u. s. w. der Körper sehen» tz. 314. Wenn Lk, 5>Fl'g. ein Gegenstand ist, der von dem in A besiiidücheri Auge gesehen wird, und man von den Enden des Gegenstandes L und knach A gerade linier, zieht, so heißt der Winkel LAK der Sehewinkel oder die scheinbare Größe dieses Gegenstandes (»nullius D^ticu!, lD2Ani. tuclo s^parernz). OL ist unstreitig kleiner als KL; aber es wird unter dem nähmiichen Sehewinkel, oder mit der nahmlichen scheinbaren Größe gesehen als KL, wenn seine wahre Größe OL eben so oft in seiner Entfernung vom Auge Oc^ enthalten ist, als die wahre G^öße KL in dcr Entfernung Kt^; oder wenn OL: O^i^kL: K/r. Eben so müssen auch gleich große Gegenstände bey ungleichen Entfernungen eine verschiedene scheinbare Größe haben. Z- ZI5- Wie groß ein Gegenstand dem Auge erscheint, das hangt nicht allein sowohl von seiner wahren S 4 Größe 28s VIII. Abschnitt. Größe allein, sondern von seiner Entfernung vom Auge zugleich mit ab. Ja der größte Gegenstand kann dem Auge sogar gleichsam verschwinden, wenn der Sehewinkel so klein ist, daß er nicht empfunden werden kann. Man hat dnrch Versuche gefunden, daß dieses geschieht, wenn der Sehewinkel bis zu zweyDrmheilen oder zur Hälfte einer Minute abnimmt. Aber es kömmt hierbei) sehr auf die Art der Gegenstande selbst an» Umgekehrt können kleine Dinge nahe bey dem Auge demselben sehr groß erscheinen. Lxj>erimen?s circs visu« scicm, zuÄ, ?os. kiävekz in den etoiu»ie»t,/öc. Ooett. j>, H. 3l6. Wie weit ein Gegenstand von unserm Auge entfernt ist, das lehrt uns eigentlich unser Auge nicht: wüßten wir seine wahre Größe, so würden wir aus derselben und der scheinbaren Größe oder dem Sehewinkel die Entfernung finden können ; denn es wäre in dem rechtwinkiichten Drey- ecke AKL eine Seite KL und der Winkel A gegeben. Wir lernen aber von Jugend auf die Entfernung der Dinge um uns, theils aus der uns bekannten wahren Größe derselben, theils aus der Schwache oder Stärke des Lichtes, worin wir sie erblicken, theils auch aus der Menge der Dinge, die wir zwischen ihnen und uns erblicken, ohngesahr schätzen, vielleicht selbst auch aus einer gewissen Veränderung, die wir mit den Augen machen müssen, nachdem wir in der Nähe oder Ferne Vom Lichte. 28 r Ferne sehen wollen, die sich hier aber noch nicht erklären läßt. Umgekehrt schätzen wir wieder die wahre Größe eines Gegenstandes, theils aus seiner uns unbekannten Entfernung von uns, theils aus dem starken oder schwachen Lichte, worin er uns erscheint. §. Zl7- Die Größe der scheinbaren Entfernung zweyer Gegenstände von einander hängt von dem Sehewinkel ab, unter welchem wir die gerade Linie sehen, die sich zwischen ihnen ziehen läßt. Da dieser Sehewinkel aus mehr als einer Ursache groß oder klein seyn kann, so kann uns einerlei) Entfernung unter verschiedenen Umständen groß oder klein erscheinen. So können wir z. B. durch die geringe Größe des Sehewinkels verführt werden zu glauben, daß der Mond ganz nahe bey diesem oder jenem Sterne steht, von dem er wohl sehr weit entfernt liegt; und so scheint uns auch eine Allee oder ein langer Saal hinten spitzig zu und bergan zu lausen, ein hoher Thurm vorn über zu hangen, wenn man sich auf den Rücken drunter legt, u. s. w. Zwey Gegenstände, deren Entfernung unter einem zu kleinen Winkel gesehen wird, scheinen dicht an einander zu stehen, sie können aber sehr weit von einander liegen. Wir urtheilen auch über die Entfernung zweyer Dinge von einander öfter« zugleich mit aus andern Erfahrungen, z. B. aus der uns sonst bekannten Größe der Gegenstände. S 5 §- ZI«. 282 VIII. Abschnitt. §. ZlS. In Ansehung der Gestalt, in der uns ein Gegenstand erscheint, kömmt es darauf an, wie uns die Größe und die Entfernung seiner Gränzen erscheinen, wobey wiederum Trugschlüsse Statt finden, wie sich aus dem vorhergehenden beur- thcilen läßt. So kann uns z. B. etwas Eckich- tes in einer großen Entfernung ohne Ecken, ein Kreis von der Seite angesehen länglicht rund erscheinen. Wirklich sehen wir von der Gestalt der Sachen weit weniger, als man sich gemeiniglich vorstellt; einen Cylinder selM wir von der Seite nur als ein Viereck, eine Kugel als einen Kreis, aber aus dem auffallenden Lichte und Schatten schließen wir, daß jenes ein Cylinder, dieses eine Kugel sey, u. f. w. Aus dem bisher vorgetragenen wird man leicht verschiedene Regeln folgern können, welche die Jeichner- und Mahlerkunst vorschreibt. Was ein gutes Augenmaaß ist; wie es verfeinert werden kann- 'Bemerkungen und Regeln vom Augenmaaß von Hrn. Ieze. Leipz. Magaz. >?8z. >sSt. Won Verbesserung des Augcnniaaßes handelt auch Mayer in den Schriften der Cosmograph. Gesellschaft Hey Gelegenheit seines Mikrometers. L. S- ZI9- Eine Bewegung sieht das Auge eigentlich gar nicht, sondern man schließt nur, es sey eine Bewegung vorgegangen, wenn das Auge einen Körper nach einiger Zeit wo anders sieht, als wo es ihn zuvor sähe. Wenn indessen diese Zwischen- zeit Vom Lichte. 28 z zeit sehr kurz ist, so pflegt man auch zu sagen, man sehe die Bewegung. So steht man z. B. die Bewegung eines Steines der vom Dache fallt, aber nicht des ebenfalls beständig fortrückenden Stundenzeigers einer Uhr. Wenn man diese Zeit auf eine Sccunde setzt, so kann mau sagen, eine Bewegung könne nicht gesehen werden, wenn der Weg des Körpers in dieser Zeit sich zur Entfernung desseloen vom Auge wie >: IZ75 verhält (Rästn. Math. Ans.,»gegr. 2«r Theil isteAbchcil. S.2,?4). Ader vielleicht läßt sich eigentlich hier keine Zeit überhaupt festsetzen. §. 320. Da der Weg, den ein Korper in einer kurzen Zeit zurücklegt, unter verschiedenen Sehewinkeln erscheinen kann, so kann einerlei) Bewegung nach Verschiedenheit derUmstande geschwind oder langsam, auch die eine Bewegung geschwinder als die andere erscheinen, ob sie gleich vielleicht in der That langsamer ist. Ja, da das Auge eigentlich zu reden, nie eine Bewegung sieht, so kann es viel weniger sehen, ob der Gegenstand sich wirklich bewegt, oder vielmehr die Korper, auö deren veränderter läge gegen jenen Gegenstand man eigentlich die Bewegung folgert; oder ob endlich auch dieser und jener Gegenstand beyderseitö ruhen, und sich das Auge selbst bewegt. So kann sich auch ein Korper vorwärts zu bewegen scheinen, der sich wirklich rückwärts bewegt. Zurück- 284 VIII. Abschnitt» Zurückwerfen der Lichtstrahlen. S. zsr. Die Lichtstrahlen werden so wie die Schallstrahlen von andern Körpern, gegen welche sie fallen, nach eben den Gesehen zurückgeworfen, nach welchen andre Körper reflectirt werden "); nahmlich so, daß der Reflexionswinkel allemahl dem Einsallswinkel gleich ist, ohne daß sie im Adrigen eine Veränderung erleiden. In L, 22 Fig. sey ein leuchtender, oder auch ein anderer Körper, der durch die Gegenwart eines leuchtenden wirklich auf eine Zeitlang leuchtet, befindlich ; kiV sei) ein das Licht reflectireiider Körper, so wird der Lichtstrahl TL in L dergestallt nach O zurückgeworfen werden, daß der Winkel OL/l, dem Winkel LLkl gleich ist. Hier heißt LL der einfallende Strahl (raäiuz inciclens), Lv der zurückgeworfene (rachu« restöxuH, welche beide in einer Ebne liegen; (so wie jedes Paar gerade Linien, die sich schneiden; die Lage der Reflexionsebne , wird eigentlich erst durch das Einfallsloth 0? bestimmt, das mit lZL nnd Ll) in einer Ebne liegt. lÜ..) Lst das Einfallsloth (cnlhemz inci. ckom-se), LL? der Einfallswinkel, lllLV der Zurückstrahlungswinkel. Ein senkrecht auffallender Strahl muß also in sich selbst zurückgeworfen werden. Man sollte eigentlich sagen: wenn sie reflecrirr werben , so werden sie nach jenen Gesetzen reflec- tirt. Allein es giebt z. B. beym Prisma Falle da das rothe licht nicht aber das violette reflektirt wird, obgleich beyde unter einerlei) Winkel einfallen. Vom Lichte. 28s len. Auch dieses scheint mir einen Beweiß für die Körperlichkeit des Lichts abzugeben, indem es von einer Art von Verwandtschaft desselben mit dem brechenden Mittel herzurühre» scheint. L. §. ZZ2. Newton hat durch verschiedene Gründe wahrscheinlich zu machen gesucht, daß das Zurückwersen der Lichtstrahlen nicht wirklich auf der Oberfläche der zurückwerfenden Körper geschehe, sondern daß der Lichtstrahl von einer gewissen zurückstoßenden Kraft des reflectirenden Körpers, ohne daß eine unmittelbare Berührung geschieht, refieclirt werde und sich in L nicht auf ein Mahl biege, sondern durch eine Krümmung die Richtung LO erhalte. §. 3SZ. Eine die Lichtstrahlen ordentlich reflectirende Flache heißt ein Spiegel. Die Oberflache desselben muß sehr glatt seyn, ohne merkliche Hervorragungen oder Vertiefungen zu haben. Je vollkommner indessen ein Spiegel ist, desto weniger kann man ihn selbst sehen; man sieht ihn nur, wenn seine Oberfläche außer den zurückwerfenden Theilen noch andere enthält, auf welche die Materie des iichtS wie auf andere dunkle Körper wirkt. §. 324. Hieraus folgert Euler auch, daß man die dunkeln Körper nicht durch Lichtstrahlen sieht, die von leuchtenden Körpern auf sie fallen und von ihnen 286 Vlll. Abschnitt. ihnen zurückgeworfen werden, wie gemeiniglich nach Newton gelehrt wird. Verhielte sich die Sache wirklich so, so würde man nicht die dun» keln Korper selbst nach ihrer Gestalt und Farbe, sondern an ihrer Stelle die leuchtenden Körper sehen, von denen sie das licht zurückwerfen. So steht man einen in den Sonnenschein gelegten Spiegel nicht selbst, sondern an seiner Stelle die Sonne, wenn man so steht, daß das Auge die davon reflectirten Strahlen auffangen kann» §. ZZ5. Indessen scheint es doch auch gewiß genug zu seyn, daß ein jeder dunkler Körper, der eben keine polirte Oberfläche hak oder kein Spiegel ist, dennoch in etwas Lichtstrahlen restectirk. Ein jedes der kleinen körperlichen Theilchen, die man in ihm annehmen kann, ist gleichsam ein Spiegel; aber weil diese kleinern Spiegel, woraus die Oberfläche des Körpers besteht, eine sehr mannichfaltige jage haben, so reflectiren sie auch das licht so unordentlich, daß das Auge keinen der herumstehenden Gegenstände sich darin spiegeln sieht. Ebner Spiegel. §. ZZ6. Wenn eine Menge paralleler Lichtstrahlen auf einen ebnen Spiegel fällt so müssen auch die zurückgeworfene Strahlen gleichlaufend seyn. Dich folget Vom Lichle. 58? folget unmittelbar aus dem Gesetze der Reflexion des Lichtes (§. zu). Die Strahlen aber, die ein strahle der Punct auf einen Spiegel wirft, werden sämtlich dergestalt davon zurückgeworfen, als wenn sie aus einem Puncte kamen, der eben so weit hinter der refieccirenden Ebne, liegt, als der leuchtende Puncc davor liegt, HI?, 52 Fig. sey nähmlich eine solche Ebne und L ein strahlender Puncc, LH dessen Entfernung von HI?, folglich darauf senkrecht. LI) ist ein einfallender und OL der dazu gehörige zurückgeworfene Serahl, der rückwärts verlängert worden, bis er das verlängerte Loch LH in c schneidet; so sind wegen der Gleichheit der Winkel HOL, LOl? und cOH die Drcyecke cHO und LHO einander gleich und ahnlich, folglich Hc — HL. Eben das folgt für einen jeden andern Strahl LO, LO, und die ihnen zugehörigen zurückgeworfenen Olli, Ol. Den Punct c nennt man das Bild von L. §. 327. Wenn anstatt dieses einzigen strahlenden Puncies ein anderer Gegenstand vor dem ebenen Spiegel läge, so würde ein jeder Punct dieses Gegenstandes sein Bild auf eben die Weise hinter dem Spiegel machen, wie vorhin der einzelne that. Die Bilder dieser Puncte müssen, wie leicht in die Augen fällt, eben die Lage und Entfernung von einander haben, die die Puncte des Gegenstandes selbst haben; und so wird einem Auge, das nach der Richtung LL oder ;z 288 VIll. Abschnitt. Fig. sieht, das Bild cst des ganzen Gegenstandes LO, dein Gegenstande völlig ähnlich und gleich, und eben so weit Himer dem Spiegel kk erscheinen, als der Gegenstand vor ihm liegt "). Hieraus kann man leicht bestimmen, wie groß der Spiegel seyn muß, darum man sich selbst ganz sehen soll. ') Das Bild des Gegenstandes mahlt sich auf der Ney- Haut, und von diesem hängen unsere Vorstellungen von Figur, Farbe u. s. iv. ab. Entfernungen werden nicht gesehen sondern geschlossen und schwerlich ur- theilen hierüder zwey Mensche» einander vollkommen gleich. L. S> 3S8. Stillstehendes Wasser giebt einen natürlichen ebnen Spiegel ab; die künstlichen sind gemeiniglich Glasscheiben, welche durch dahinter gebrachtes Zinn und Quecksilber undurchsichtig -) gemacht worden sind. Diesig ist deswegen nölhig, damit nicht etwa von Gegenstanden, die hinter dem Spiegel liegen, wenn er durchsichtig wäre, Lichtstrahlen sich mit den von dem Spiegel zurückgeworfenen Strahlen vermischen und zugleich mit ihnen ins Auge kommen können, in welchem Fall der Spiegel kein deutliches Bild machen würde; zugleich dient es aber auch dazu, daß der Spiegel so viel möglich alle auf ihn fallende Lichtstrahlen zurückwirft. ') Diese Erklärung ist wohl nicht hinreichend. Glas durch Rauch geschwärzt, oder mit weissen Papier hinterlegt oder auf einer Seite matt geschliffen, verliert seine Dursichtigkeit und giebt dem ungeachtet nur einen sehr elenden Spiegel ab. Be» unfern gewöhnlichen Spiegeln ist das Glas nichts weiter als Vom Lichte. 289 als eine bequeme Art von Fassung für den eigentlichen Spiegel der ein Zinnamalgama ist. k. S- 32Y. Man kann mit den, ebnen Spiegel allerley Künsteleyen machen und die Augen auf mancherlei) Weise dadurch betrügen, zumahl wenn man zmeen oder noch mehrere unter einander verbindet und unter den gehörigen Winkeln zusammensetzt, in welchem Falle sich das in dem einen Spiegel gemachte Bild wieder in dem andern spiegelt, so daß also ein einziger Gegenstand zu wiederhohlten Mahlen darinn erscheinen kann. Fük. rzorr». muliiplic-mrzne imixinum ope Quorum lpcculorum plinaium, >N stilttll ciiFi »«atdci». Krumme Spiegel. S- 330. Außer den ebenen Spiegeln giebt es anch noch solche, deren Oberflache gekrümmt ist. Man nennt sie nach der Verschiedenheil der Krümmung sphärische oder Kugelspiegel, parabolische, hyperbolische, elliptische, cylinbrische, conische, u. s. w. wo bey allen noch der Unterschied Statt findet, daß sie entweder hohl (lpeculum concs. vum) oder erhoben sind (couuexum). Diese krummen Spiegel sind meistens von einem gemischten Metalle von Kupfer und Zinn; sie können aber auch, so wie die ebnen, noch aus vielerlei) anderen Materien verfertiget werden. T §- zzr. Vitt. Abschnitt. S- 33 r. Ein Lichtstrahl der auf eine krumme Spiegelfläche fällt, wird eben so davon zurück geworfen, wie ihn eine ebne zurückwerfen würde, die die krumme Flache in demEinfallSpuncle berührt. Das Zurückwerfen muß sich nähmlich unstreitig nur nach der Bildung der kleinen Grelle des Spiegels richten worauf es geschieht; diese kann man aber, weil sie sehr klein ist, bey einer jeden krumme» Flache mit der berührenden Ebne für einerlei) halten, so wie man sich eine krumme Flache als aus unendlich vielen kleinen ebnen zusammengesetzt vorstellt. H- 33S° Auf den erhobenen Kugelspiegel AK, Sg Fig» fallen die parallelen Strahlen LI), (?L, Ilck auf; so wird der Strahl LO in sich zurückgeworfen werden, wenn er verlängert durch den Mittelpunkt der Kugel geht, wovon der Spiegel ein Stück ist, weil er dann senkrecht auf den Spiegel fällt. Alle übrigen Strahlen fallen desto schiefer auf, je weiter sie von OL liegen: der Einfallswinkel Lkll ist schon großer als der Lckt?. Folglich werden auch die Zurückstrahlu gswinkel immer um so vielgroßex; z. B. OLIL ist großer als chlLL, und die zurückgeworfenen Strahlen werden also zerstreuet. We-m man diese zurückgeworfenen Strahlen rückwärts verlängert, so fallen sie nahe um einen Punct zusammen, der in der Milte des Halbmessers (.O liegt. llNW- Vom Lichte. 291 Umgekehrt würden die einfallenden Strahlen 011. wenn sie verlängert nach dem Puncte 16 zugingen, von dem erhobenen Kugelspiegel als gleichlaufende Strahlen m. L? zurück geworfen werde». S- 333- Fallen die parallelen Strahlen OL, ILl, 55 Fig. gegen den hohlen Kugelspiegel so wird wieder OL in sich selbst zurückgeworfen, wie bey dem erhobenen (§. zzz) : auch wird bey der» übrigen Strahlen derZurückstrahlungöwinkel im- iner um so viel größer, je weiter die Strahlen von OL liegen. Sie werden von dem Spiegel in L, in den Brmnpunct (tocuz) zusammengebracht, der Ähnlichkeit müdem Puncto hat, in welchem bey dem erhobenen Spiegel die zurückgeworfenen Strahlen rückwärts verlängert zusammentrafen, und ebenfalls in der Mitte des Halbmessers des Spiegels LL liegt. Auch würden umgekehrt Strahlen, die aus L auf die Flache des Hohlspiegels fielen, dergestalt von derselben zurückgeworfen werden, daß sie hernach alle gleichlaufend waren. Daß sich die Strahlen nach dem Zurückwerfen in ?, vdee bey dem erhabnen Spiegel zgFig. in n gleichsam sammeln, gilt eigentlich nur von sehr nahe bey rv 54 und ;z Fig. einfallenden Strahlen/ Di- weiter davon einfallenden fallen nach dem Zurückwerfen immer weiter zwischen s und ?, 55 Fig. oder zwischen n und v, ^Fjg, wie man auch schon durch eine Zeichnung finden kann. Wenn man in den Brennpunct des Hohlspiegels? eine brennende Kerze setzt, so wirft der Spiegel die Strahlen davon in einer parallelen Richtung in «ine unendliche Entfernung hinaus. T 2 ß. ZZ4. 2A2 VIII. Abschnitt. §. 334. Die vorhergehenden Betrachtungen zeigen, wie außer den parallel auffallenden gewisse zusammenfahrende Lichtstrahlen von dem erhobenen Kugelspiegel (§. zzo), und gewisse aus einander fahrende Strahlen von dem hehlen Kugelspiegel (§. z??) zurückgeworfen werden; aber es sind noch mehrere Falle möglich. In der 54 Fig. können die einfallenden Strahlen VH, bl?, einen noch größern Einfallswinkel machen, der Zurückprallungswinkel wird also auch größer seyn, und die zurückgeworfene Strahlen werden also nicht parallel laufen, sondern irgendwo die Linie OL schneiden. Machten sie gegenseitig einen kleinern Einfallswinkel, so würde auch der Zurückprallungswinkel kleiner seyn, und die zurückgeworfenen Strahlen Hl, immer weiter auseinander fahren. §- 335. Eben so, wenn bey dem Hohlspiegel, 5; Fig. die einfallenden Strahlen aus einem Punere kamen, der weiter von der Flache des Spiegels läge, als?, so würde der Einfallswinkel, und folglich auch der Zurückprallungswinkel kleiner seyn, und die zurückgeworfenen Strahlen also nicht parallel, sondern zusammen laufen und die Linie Lv irgendwo schneiden. Kamen aber die einfallenden Strahlen aus einem Puncte, der naher nach dem Spiegel zu läge, als k, so wäre der Vom Lichte. 29 z der Einfalls- und der ZurückprallungSwinkel größer als in der 5; Fig., und die zurückgewor- fenen Strahlen würden nun auö einander fahren. Kehrt man dielen letztem Saß um, so steht man, wie zusammenfahrende Strahlen von einem Hohlspiegel, a> f den sie fallen, zurückgeworfen werden. Kämen-die Strahlen aus dem Mittelpunkte des Spiegels c. so würden sie alle in sich selbst zurückgeworfen werden, weil sie dann alle scutrecht auf der Fläche des Spiegels künden. §. 356. Nunmehro wird sich leicht bestimmen lasten, wie die erhabnen und hohlen Kugelfpiegel Bilder machen; oder wie sich die vor ihnen liegenden Gegenstande in ihnen spiegeln. Der Pm-ct des Gegenstandes /r!5. zHFlg. laßt allerwartö Strahlen auf den erhobenen Spiegel ll( fallen, die aus einander fahren. Dereine, der auf der Flache des Spiegels senkrecht sieht, wird in sich selbst zurück geworfen; die übrigen so, daß sich die zurückgeworfenen Strahlen verlängert hinter dem Spiegel in einen Puncl(?zusammensammeln (§«ZZ4), der gleichsam das Bild des Punc es ist. Eben so wird 55 das Bild des Puncrer ö; zwischen 6 und 15 liegen die Bilder der zwischen ^ und L liegenden Puncte des ganzen Gegenstandes, und dag Bild desselben erscheint also in einem erhobenen Kugelspiegel aufrecht, kleiner als der Gegenstand selbst, und hinter dem Spiegel. Tz K. ZZ7- 294 VIll. Abschnitt. S- 337- Bloß der Kürze wegen muß ich eS meinen sesern überlassen, die Ursache zu suchen, warum «in erhobener Kugelspiegel ein um desto mehr verkleinertes Bild darstellt, je kleiner sein Halbmesser LO ist, und je weiter der Gegenstand von ihm liegt; wie auch, warum das Bild nie weiter hinter seiner Flache erscheinen kann, als um die Halste des Halbmessers des Spiegels. §> 338. In einem hohlen Kugelspiegel erscheint das Bild aufrecht hinter dem Spiegel und größer als der Gegenstand, wenn dieser zwischen dem Spiegel und dessen Brennpuncke steht; und zwar erscheint es um so viel weiter hinter dem Spiegel und um so viel größer, je naher der Gegenstand nach dem Brennpuncke des Spiegels zu liegt. Ein Gegenstand, der sich in dem Brennpuncke selbst befindet, macht gar kein Bild; >er würde eingemlich ein unendlich großesBild unendlich weit Hinter dem Spiegel machen, siegt aber der Gegenstand so, daß der Brennpunct zwischen ihn und den Spiegel fallt, so macht der Spiegel ein Bild, das verkehrt und vor dem Spiegel steht, ab, 57 Fig. und kleiner ist als der Gegenstand All. (letzteres findet nicht statt wenn der Gegenstand zwischen den Brennpunct und den Mit- telpunct der Kugel fallt. L. ) Überhaupt mache» diese Spiegel ein aufgerichtetes oder verkehrtes Bild, nachdem das Vild mit dem Gegenstände Vom Lichte. 29s genstande auf einer oder auf verschiedenen Seiten des Mittelpunkts vom Spiegel liegt; ein größeres oder kleineres, nachdem es vom Mittelpunkte weiter oder weniger avsteht als der Gegenstand. (So leicht als kier die Sache vorgestellt ist, kommt man fr.'ylich nicht ab, wenn man alles einer genauen Prüfung unterwirft. S. Rüstners Abhandl. IZ- 0bi-Ä> in Spccuia SpU,-nco vill MZA-Nlucilne Äpaarciir- im 8. Thtil der ttov. Lomm-nr. Loa. Lor» ring. L.) S- 3Z9- Die Kürze erlaubt es mir sticht, hier auch von andern krummen Spiegeln zu handeln. Ich will nur noch das Einzige hinzusehen, daß ein cylmdrischer und ein conischer erhobner Spiegel der Lauge nach als ein ebner, der Breite nach aber als ein erhabner Kugelspiege! wirkt; beide bestehen nahmlich gleichsam der Lange nach aus vielen über einander liegenden Streifen von erhobenen Kugclspiegeln, welche bey dem cylindri- schen einerley Durchmesser, bey dem conischen nach oben zu immer kleinere Durchmesser haben. Beide stellen daher der Lange nach die Gegenstände in der ordentlichen Große, der O.ueere nach aber verkleinert vor, und zwar der conische oben immer mehr verkleinert als unten. Indessen kann man leicht einsehen, daß gewisse Bilder so gezeichnet werden können, daß ste zwar dem bloßen Auge sehr unförmlich, ober im Spiegel völlig ordentlich erscheinen. Inc. tkvupolds ^nzmorxliost, mecktuicz nov». Leipzig, i?iZ. 4. T 4 Brechen 296 VIII. Abschnitt. Brechen der Lichtstrahlen. §. 3 40. Die Lichtstrahlen leiden bey ihrem Durchgange durch durchsichtige Körper von einer unterschiedenen Dichtigkeit eine gewisse Ablenkung von ihrer ersten Richtung, welche man das Brechen derselben (lesisölio) nennt. Unter AI,, 58 Fig. sey Wasser, darüber Luft befindlich. LI) sey ein auf die Oberfläche des Wassers fallender Lichtstrahl ; so sollte er eigentlich nach der Richtung OL, oder bestandig in einer geraden Linie fortgehen; aber wirklich weicht er von diesem Wege ab, und erhalt die Richtung OL. OL nennt man den gebrochnen Strahl (rsäiux rckr-iölux), so wie LO den einfallenden (iuaiclenx), O den Ein- fallspunct (puuclurn inciclontiae), eine senkrechte Linie dadurci» auf nahmlich LLI, das Einfallslos) oder Neigungslotl) (catdetux inci. Remise), LOt? den Einfalls- oder Neigungswinkel sanAulux inaliuationix, inciäentiae), LOLl den gebrochenen Winkel (suzulux rekraölus), LOL den Brechungswinkel (auZuIux rettil. üicinix). (Sehr merkwürdig ist hierbey was Hr. Prof. Büsch über eine besondere Brechung bemerkt hat. die die Aufmerksamkeit aller Physiker verdient. S. dessen Schrift» 1 't»Äztu5-iuo optici si^nmenri. ttsmburßi. 17 -- Auch pbys. Abhandlung über die Strahlenbrechung und Abprallung von erwärmten Flächen, vom Abbe Tobias Gruber. Dresden 1787. 4. Seth. Magaz. v. 1. >44. und vi. z. >6;. L.) L- Z4r. Vom Lichte. 297 K. 34l. Bey diesem Brechen der Lichtstrahlen ist zu bemerken, daß es nicht innerhalb der durchsich- ligen Körper selbst, sondern nur bey dem Eingange des Lichtstrahls in dieselben, oder in der brechenden Fläche, geschieht, und zwar so oft, als ein Lichtstrahl in einen durchsichtigen Körper von einer andern Dichtigkeit eintritt, als der ist, wodurch er vorher ging. In einem dichtem Körper wird nahmlich der Lichtstrahl gegen das Einfallslos) Obl zu, in einem lockeren von dem Ein- falleloth abgebrochen. Die 58 Fig. stellt das Brechen eines Lichtstrahles LO vor, der aus einem lockern durchsichtigen Körper in einen dichter» tritt, der unter liegt; die 59 Fig. aber einen andern Lichtstrahl, der in einen lockeren Körper tritt, unker eben der Bedeutung der Buchstaben, bleber äk kann z. B. Glas, unter Luft seyn. Der einfallende und der gebrochene Strahl (und das Einfallslvth, L.) bleibe» übrigen« in einer Ebne, der Lrechungsebne (xisnum rekr,üiolli,). S- 342. Je dichter der Körper ist, wohin ein Lichtstrahl tritt, desto mehr wird auch dieser von seinem vorigen Wege abgebrochen. Oehlichre und brennbare Dinge machen indessen nach Newtons Beobachtungen darin eine Ausnahme, daß sie die Strahlen starker brechen, als sie in Absicht auf ihre Dichtigkeit thun sollten. So wie schon überhaupt die Brechbarkeit des Lichts, die eigentlich aus der lkulerischen Hypothese nicht T 5 sowohl 258 VIII. Abschnitt. sowohl erklärt, als durch eine neue Hülfs-Fiction nur kaum begreiflich gemacht wird, der Ncwroin- schen ein llebergewickt giebt: so ist ihr der tlmstand, daß leichte, brennbare Substanzen das licht starker brechen, als schwerere nicht brennbare noch besonders günstig, da man eine nahe Verbindung des Lichts mit dem Brennbaren (oder dem was, nach andern, dessen Stelle vertritt) schon ous ganz verschiedenen Ursachen anzunehmen zu müssen geglaubt hat. Auch hat Newton schon hierorts dieBrennbarkeit des Diamanten geweissagt, die man fast hundert Jahre nachher, durch Versuche, zwar mit Einschränkung, aber doch zu dieser Abficht immer hinlänglich bestätigt hat. L ) H- 343- Der Sinus des Einfallswinkels, oder die jinie L000 :713; bey Lust und Glas >7:1- oder beyuahe Hieraus folgt, daß wenn der Einfallswinkel größer oder kleiner wird, auch der gebrochene Winkel größer oder kleiner werden muß, und daß jeder senkrecht auf Vom Lichte. 299 auf die brechende Ebne fallende Strahl ungebrochen durchgehen muß. dl. pro^r. «Ze refrsälioni, rsrivne ope lenrium er ^rismarum 6ecermin»n6s. V^irreb. 17?^- 8« §. 344- Nach Newton ist die Ursache der Brechung die anziehende Kraft des durchsichtigen Körpers gegen den Lichtstrahl, und die Brechung geschieht nicht aufeinmahl, sondern der Lichtstrahl krümmt sich allmählig von seinem vorigen Wege in den neuen ab. Die Ursache, warum öhlichie Körper stärker brechen, scheint noch unbekannt zu scyn. Euler erklart die Refraetion daraus, daß ein Theil des erscbüttcrlen Aethers die ihm Widerstand leistende Flache eher berührt als der andere, wodurch die Richtung, in welcher die Erschütterung fortwirkt, abgeändert wird. Andere glauben, daß der Lichtstrahl bey seinem Eintritte in einen andern durchsichtigen Körper eine wahre Reflexion erleide und dadurch von seinem Wege abgelenkt werde. Sonderbar ist es, daß Carres sich vorstellen konnte, Wasser und Glas widerstehe dem Lichtstrahle weniger als Luft. Wie das Brechen in Ebnen geschieht. §- 345- Parallele Strahlen in einer Ebne gebrochen bleiben nicht allein in dem durchsichtigen Körper selbst, sondern auch, wenn sie wieder heraus ge« - en und zum zweylen Mahle in der gegenüber liegen- zso Vlll. Abschnitt. liegenden Ebne gebrochen werden, parallel. Sind die beyden brechenden Ebnen des durchsichtigen Körpers selbst unter sich parallel, so bleiben auch die Strahlen, die sich in einerlei) durchsichtigem Körper befinden, vor und nach dem Brechen, parallel; 60 Fig. Auseinander gehende Strahlen nähern sich einander mehr, wenn sie in einen dichten, durchsich igen Körper treten; sie entfernen sich mehr von einander, wenn sie in einen lockeren treten. Zusammengehende Strahlen gehen nicht so geschwind zusammen, wenn sie in einen dichter,, durchsichtigen Körper fallen; das Gegen- theil geschieht, wenn sie in einen lockeren gehen; 61,62 Fig. Dieß sind lauter Sähe, die aus dem allgemeinen Gesetze der Brechung der Lichtstrahlen leicht hergeleitet werden. §. 346. Wieder aus ihnen kann man herleiten, wie die Gegenstände in und durch einen gewissen durchsichtigen Körper angesehen erscheinen, für welchen man die Verhaltniß der Refraclion weiß. Ein Gegenstand z. E. der hinler einem ebnen Glase liegt, erscheint dem Auge in seiner natürlichen Größe und Gestalt, aber es scheint um den dritten Theil der Dicke des Glases näher zu liegen. Der Boden eines Gefäßes mit Wasser scheint höher zu liegen und hohl. So sieht man auch einen Fisch im Wasser nicht an seinem wahren Orte, sondern naher an der Obe,stäche des Wassers zu, so Vom Lichte. zor so erscheint ein in Wasser gehaltener Stock gebrochen, u. s. w. Sonderbare Verdoppelung der Refraktion im Islänbi» dlschcn Nl vstaUe und im vernkl vstalle (und wahrscheinlich in allen durchsichtigen festen Körpern, die künstlichen Gläser, den Flußspat und einige Edelsteine ausgenommen. S. hierüber Sr-sson'e oben §, >?y angeführtes Werk in der Vorrede, und über die Erklärung dieses verwickelten Phänomens vorzüglich l.'riestlev's Geschichte der Optic nach Rlü» gelo Ilebersetzung S. u. ff. nach, wo man auch die Murrinschen Beobachtungen angeführt findet, welche Umstände enthalten die weder Ncwrow noch Huegenö kannten. Diese Erscheinung durch Schwingungen zu erklären, scheint völlig unmöglich, wie auch Hungens, der es in seinem Tractat vom richte versucht hat, am Ende wirklich deutlich gesteht und Newro» in der azten 8g. «..) §- 347- Aus diesen Betrachtungen erhellet auch, warum die Gegenstände durch ein vieleckiges Glas oder durch ein Rautmglas (^ol^eckrum) angesehen Vervielfältiger erscheinen. Das Auge in L, 6z Fig. sehe durch das vieleckige Glas nach dem Gegenstände?, so wird es ihn in seiner wahren Gestalt, Lage und Größe ohngefähr in k ZO2 VIII. Abschnitt. ? erblicken, vermöge der Lichtstrahlen die aufAK fallen (§. zg6); aber weil noch auf die Flachen AV, KL andere Lichtstrahlen von dem Gegenstände? fallen, die nach ? zu gebrochen werden, so glaubt daö Auge den Gegenstand auch wirklich in Q und zu erblicken, und steht ihn also so oft vervielfältigt, als groß die Anzahl der Flachen auf dem vieleckigen Glase ist. Man kann auch Bilder zeichnen, die durch das Rautenglas angesehen ganz was anders darstellen, als man mit bloßen Augen darauf sieht, A>n»mors>kolcos pohiNsic» conttruÄioni, mcrkocluz vis» grque ccrr», norzriz fzll-smn mzm»i»Äionum palllni ps0pc>str»rum znvmalii, oprlciü, zn. ), aber die Halbmesser sind hier verneinte Größen. Z. ZS7- Fallen aber aus einander fahrende Strahlen von einem Puncto auf ein solches Glas, so ist eö leicht einzusehen, daß die gebrochenen Strahlen noch immer weiter auseinander fahren müssen, je näher eines Theils der strahlende Punci bey dem Glase liegt, und je kleiner andern Theils der Halbmesser der Höhlung des Glases ist. §. Z58. Da die durch eine Linse dieser Art gebrochenen Strahlen immer weiter auseinander fahren, und nie zusammen gehen, so können sie auch kein Bild von den Gegenständen machen außer ein unsichtbares (§.?;;), wie die erhobenen Linsen unter gewissen Umständen lhun. Dieses unsichtbare Bild rückt immer näher gegen die Linse, je naher ihr der Gegenstand liegt; weiter als der Vrenn- U z punct Zio VIII. Abschnitt. punct kann es nicht davon entfernt liegen , denn dieser ist der Ort, wo das Bild eines unendlich entfernten Gegenstandes hinfallt. §- 359. Gegenstände, die man durch ein hohles Glas ansieht, erscheinen verkleinert und in einer größern Entfernung, als worin sie wirklich liegen. Wenn ein bloßes Auge in L, 7z Fig. den Gegenstand ansieht, so erscheint er ihm unter dem Sehe- winkel ^LlZ, wird nun aber das hohle Glas 'rahs nach dein Brechen seine Farbe die er vorher hatte, und wird Völlig so gebrochen, wie es nach dem Z45 §- geschehen Vom Lichke. ziz schehen sollte, nur der rothc weniger als die übrigen, die andern »ach der Ordnung mehr, und und der violete am meisten. §. 365. Auch licht, das von andern leuchtenden Korpern kommt, bringt durch daö Prisma eben die siebenerlei) farbichten Strahle» hervcr, die das Sonnenlicht hervorbringt; selbst das licht, wodurch wir dunkle Körper sehen; so wie auch wirk- liclr dunkle Körper in der Gegenwort leuchtender gleichsam leuchtende Korper sind (§. zoi). §. z66. Hieraus folgert Newton, daß das Sonnenlicht nicht nur, sondern auch anderes licht ein auS siebenerlei) einfachen und gleichartigem lichte gemischtes und zusammengesetztes ungleichartiges licht sey. Eine jede Art dieses einfachen und gleichartigen lichtes habe einen eignen Grad der Brechbarkeit, und daö sey der Grund, warum diese einfachen Arten von Licht durch das Prisma von einander abgeschieden und ein gewöhnlicher lichlstrahl in sieben einfache Lichtstrahlen gleichsam gespalten werde. Man nenne das licht, welches am wenigsten brechbar ist, rorheö; das welches etwas brechbarer ist, orangegelbes u. s. m. weil jenes die Körper, worauf es fallt, rorh, dieses orangegelb, u. s. w. dem Auge Verstellt: das zusammengesetzte oder ungleichartige Licht U 5 hinge- z.4 VIll. Abschnitt. hingegen sey weiß. Die Ursache der verschiedenen Brechbarkeit der einfachen Lichtstrahlen sucht er in der verschiedenen Große der Kugel- chen, woraus eine jede Art besteht, und glaubt, die visieren Lichccheilchen seyn die kleinsten, die rochen aber die größten. Z- Z67. Man wird leicht muchmaßen können, daß Euler die Hervorbringung der Farben durch das Prisma ganz anders erklaren müsse. Er gedenkt steh einen Lichtstrahl als eine Reihe von Schlagen auf den Acrher, die aber nicht mit gleichen Geschwindigkeiten auf einander folgen. Hierin besteht nach Elller das Zusammengesetzte in einem Lichtstrahls; die Theilchen des Aeihcrg selbst sind unter sich gleichartig. Wenn nun ein solcher zusammengesetzter Lichtstrahl schief gegen einen brechenden durchsichtigen Körper fallt, so werden die Schlage, welche schneller aus einander folgen, weniger gebrochen, als die welche weiter von einander liegen, und so entstehen also durch das Brechen aus Einem Strahle mehrere. Dann würde folglich das rothe Licht die größte 'Geschwindigkeit der Schlage, das violeie die geringste haben. Nachher hat «uler es für wahrscheinlicher gehalten, daß das rothe Licht die geringste, das violett aber die größte Geschwindigkeit habe. Z. 268. Vom Lichte. 315 §. 363. So wären also die Faiben für das Auge das, was die Töne für das Ohr find; die violeke Farbe wäre gleichsam der tiefere Ton, die roihe der höhere (oder vielleicht umgekehrt); das Weiße wäre das für dag Auge, was ein undeutliches Geräusche und ein Gemisch von allen Tönen für das Ohr ist. Aber ich wenigstens muß gesteben, baß ich mir die mehrcrn Octaven von Farben nicht gedenken kann, von denen Hr. Euler redet; mir scheint vielmehr die Reihe von Farben, von der rorhen an bis zur viole en, die sammt den Veränderungen, die der Ansah des Schwarzen darin verursacht, wovon hernach weiter geredet werden wird, und zugleich mit den Accorden die sich daraus zusammen setzen lasten, der Inbegriff aller für uns empfindbaren Farben zu seyn. Man bat auch eine Farbenmiisik erfunden, wobey das Auge durch eben eine solche Mannichfaltigkeit von Farben ergötzt werden sollte, wie das Ohr bey einer Muflk durch die Maunichfaltigkeit der Töne; sie hat aber ihr Glück nicht machen können. (S. Mcndelsohns Briefe über die Empfindungen 2tee Brief und die Note dazu. Ferner Rrügers Ab- handl. dlilc, IZ-rMin 17 VII. s>, Z45, Heydcnreich's System der Aesthetik i Band. Leipzig 1792, 6te Betrachtung, st,.) §- 36?. Wenn von den sieben einfachen Arten von jicht das eine brechbarer ist als das andere, so'muß es für eine jede derselben auch eine eigene z 15 Vlll. Abschnitt. eigene Vechaltuiß der Resracrion geben. Newton giebt sie zwiftlien Glase und Luft aus seinen Versuchen auf folgende Weise an: Die sieben Farben nennt er einfache gleichartige oder Grundfarben, die andern aus der Vermischung jener entstehenden, ungleichartige oder zusammengesetzte Farben. Das farbichte Bild besteht aus so viel Kreisen, als Farben darin sind, wovon der eine, roch, der andere orangelb ». s. w., der letzte violet ist, und die in einander in den farbichlen Streifen (§. z6a.) zusammenstießen. Jeder dieser Kreise ist das Bild der Sonne, daß von solchem Richte, dessen Brechbarkeit verschieden ist, auch nicht an Einen Ort fallen kann. Weil aber diese Kreise oder Bilder der Sonne so groß sind, daß sie nur deßwegen in einander zusammenstießen, so kann man sie dadurch kleiner machen, daß man ein erhsbnes Glas zwischen das Prisma unddaßLochimFensierladenhält; dann stellt sich jedes einfache Licht in Gestalt für rocheS Licht für orangegelbes für hellgelbes für grünes für hellblaues für dunkelblaues für violetes 77-5 bis 78 : 50 77 bis 77?: 50 77? 77? 77? 77? 77^ §. 37o. kleiner Vom Lichte. kleiner runden Sckeiben einzeln vor, in einer Reihe über einander, 75 Fig. 2 ist das rothe, b das violeke Lichl. S- Z?r. Aus den bisher angestellten Untersuchungen folgt nun auch, daß sich hinter einer erhöbe- nen Linse von einem Gegenstande nicht Ein Bild sammeln müsse, wie vorher (§.354.) ermiesen wurde, ehe wir die Ungleichartigkcit des Lichtes kannten; sondern so viel Bilder, als einfache Arten von Licht in dem zusammengeseß- len einhalten sind. Und zwar muß das V'.ld vom rothen Lichte am weitesten hinter die Linse fallen, da dieses Licht am wenigsten gebrochen wird; das violece Bild aber muß am nächsten nach dem Glase zu liegen, da das violeke Licht am stärksten gebrochen wird. Dieß nennt man die Abweichung der Strahlen wegen der Farben (aberratio od äiuerlanr re. LranZibilitalem). §- 372. Das Bild einer Sache hinter einer erhobenen Linse muß eben daher eine gewisse Undeurlichkeit bekommen, sd 76 Fig. sey das violece Bild einer Linie, die vor der Linse steht, eci das rothe Bild von eben der Linie, so wird man nirgends ein völlig deutliches Bild davon auffangen können. In sd z. E. sind die Strahlen, welche das Bild cci ausmachen sotten, noch nicht z,8 VIII. Abschnitt. nicht in eins zusammengeflossen; das violete Bild sd wird also mit rochen Strahlen und mit Sirahlen der übrigen Farben durchschnitten, die aber ganz andern Puncten des Gegenstandes zugchören, und daher in ihrer Vermischung unmöglich ein deutliches Bild ausmachen können. . , Fz. Hierbey wird von achromacischcn Prismen und Linsen- Glasern in den Vorlesungen gehandelt. L. Wie die Körper Farben zeigen» S- 37Z. leuchtende Körper können eine gewisse Farbe zeigen, wenn sie, der Newlonischen Theorie zu Folge, nur Eine Art von lichistrahlen allein, wenigstens nicht alle sieben zugleich ausstrahlen, als in welchem Falle sie dem Auge weiß erscheinen würden. Nach der Eulerischen Theorie hangt die Farbe eines leuchtenden Körpers davon ab, ob seine Theilchen dem Aether Schläge von ei- nerley bestimmten, oder von verschiedenen Geschwindigkeiten eindrücken» Nach dieser Eulerischen Theorie ließe sich also ein Grund angeben, warum die Flamme eines Lichtes unten blau, oben rvth ist. (Noch viel natürlicher nach der Newtvnischen. OMervürionz zuä bxpcr. on ibe ot bociiez in n ltzre ok cambukion by rk« Ixcv. dir, d1ok flache liegen. Newton lehrt deßwegcn, da er glaubt, daß dunkle Körper durch die von leuchtenden Körpern auf sie fallenden und von ihnen zurückgeworfenen Strahle» sichibar werden, ihre Farben rühren daher, daß sie nur gewisse Strahlen zurückwerfen, die andern aber einsaugen. Er nimmt zu dem Ende an, auf der Oberflache der Körper geschehe in den dünnestcn Blaktchen der Körper, die eben wegen ihrer geringen Dicke dag Licht durchlassen, eben das mit den Strahlen, was ihnen im Prisma widerfährt, und dann erfolge erst die Reflexion; wodurch sie sichtbar werden. Aber diese Erklärung scheint wohl etwas zu gekünstelt''). Weil die Ursache, warum ein Körper eine gewisse Farbe zeigt, in der Beschaffenheit seiner Oberfläche liegen muß, so läßt es sich allenfalls begreifen, wie einige Blinden die Farben durch das Gefühl unterscheiden können; wenn anders die Nachrichten davon historisch richtig sind. ') Nicht um ein Haar gekünstelter als nach der Eule« rischen, ja viel natürlicher, weil Newrsw alle Scheidung des gemischten Lichtes natürlicher erklärt. Man sehe auch was der Hr. Verfasser im folgenden § und hauptsächlich was er in der Anmerkung zum z?sten eingesteht. 4. 8- 275» Z2o VIII. Abschnitt. §- 375- Indessen scheint mir dieser Newtonischen Erklärung die Bemerkung sehr wohl übereinzustimmen, daß alle sehr dünnen durchsichtigen Blatt- chcn eine gewisse Farbe zeigen, die von ihrer verschiedenen Dicke abhangt; und zwar daß sich dabei) in der Reste) ion jedes Mahl andere Farben sehen lassen, als bey der Refraccion. Man bemerkt diese Farben z. B- an Seifenblasen; oder auch, wenn man zwey erhobene Blaser von einem großen Halbmesser gegen einander drückt. Aber man konnte auch, wenn man die Eulerische Theorie vorzieht, sagen, ein durchsichtiges dünnes Blanche« zeige eben so nur Eine gewisse Farbe, wie eine gespannte Saite nur Einen gewinn und bestinnmen Ton angiebt, wenn sie erschüttert wird ch. Observsrions tur Sc« coulem'i par Ic ssorremein ?. -7-, Aber die Saite giebt nach allen Seiten denselben Ton, dasselbe schwingende Blättchen hingegen dem Auge eine Farbe bey der Reflexion und eine andere bey der Rcfracrio». L. §. 3?6. Ueberhaupl scheint es nach Eulern, ekn Korper sehe roih aus, wenn die meisten Theile auf der Oberstache desselben die Spannung haben, das; Vom Lichte. Z2» daß sie dem Aelher nur diejenige Geschwindigkeit eindrücken, welche in unserm Auge die cm- pfindung der rochen Farbe hervorbringt, u. s. w. Weiß ist der Körper, der dem Aecher Schlage mit allerlei) proporriomrlich vermischten Geschwindigkeiten mikchcilt; schwarz, wenn er dem Aelher gar keine Schlage eindrückt. Schwarz ist also eigentlich keine Farbe, sondern eine Abwesenheit aller Farben und alles Lichts; auch sehen wir eigentlich nichts Schwarzes, sondern nur die Gränzen desselben. Da« Auge ficht daher auch die weiße Farbe, wenn e« alle übrige» Farben an einem Orte zugleich oder schnell hintereinander sieht. §- 377- Indessen haben doch fast alle Körper auf ihren gefärbten Oberflachen Theilchen, welche dem Aether gar keine Schlage geben können; und ihre Farbe ist also gleichsam mit schwarz ge- mischt. Weiß mit schwarz gemischt giebl z. B. die verschiedene Art von Grau. Auch scheinen alle Körper der Farben mit Weiß gemischt zu seyn; oder es scheinen alle Körper Theilchen auf ihrer Oberfläche zu haben, die den Aether mit verschiedener Geschwindigkeit erschüttern. Wie man alles dieß nach der Newtonischen Theorie erklären kann, ist leicht begreiflich. §. 378. Wenn daher aus einen Körper von irgend einer Farbe an einem dunkeln Orte nur roches X Licht 322 VIII. Abschnitt. Licht geworfen wird, so sieht der Korper roch aus; es werden nur die Theilchen seiner Oberflache dadurch in eine schwingende Bewegung gesetzt, ans welche das rothe Licht wirken kann, und die also gegenseitig wieder nur das röche Licht hervorbringen können. Indessen erscheinen einige dabey mit einer lebhafter», andere mit einer matten Farbe des Lichtes, das auf sie geworfen wird; und zwar am lebhaftesten erscheinen die rochen Körper im rochen Lichte, u. s.w. §- 379- Gemischte Farben hat ein Körper, wenn er zwey oder mehrere Arten von Licht zugleich vorzüglich in Bewegung setzt. Eine solche gemischte oder zusammengesetzte Farbe kann einer einfachen ahnlich seyn; z. B. roch und gelb gemischt giebt orangegelb; aber die einfachen und die ihnen ähnlichen zusammengesetzten Forben haben doch nach Newtons Beobachtung den Unterschied, daß jene durch das Prisma betrachtet unverändert bleiben, diese aber dennoch in ihre einfachen Farben gelheilt werden. Deswegen kann ich dem sel. Mayer darin nicht beypstichren, daß eigentlich nur roch, gelb und blau reine Farben, und das Orangegelbe, Grüne lind Violete selbst im Prisma gemischt seysn Oc »Knirzrc calorum cowm-iilslio, suSl. loe, ; in seinen la>< 7, 5 Beschreibung einer mit dem Calauscben Wachse ausge- mahlte» Farbenpyrgmide, durch A. H. 7;8 4 Vielleicht laßt sich auch von diesen zusammengesetzten den einlachen ähnlichen, ader doch wesentlich von ihnen unterschiedenen Farben, ein wichtiger Zweifel geaen die Eulerische Farben-Theorie hernehmen. ") M«vev dürfte ja nur sagen, daß z, B, im grüne» Strahle bloß ein Theil des gelben Lichts mit einem Tdeil des blauen so stark verbunden sey, daß ihre verschiedene Brcchbarkeit sie nicht zu trenne» vermöchte, sie daher zusammen nach einer mittleren Richtung durchaiengen. 78'- 8- ' 78-. 4. ' «ebendesselben Schule der Mahlerey. Halle, >782. 8. S- 38«. Wie durchsichtige Körper gefärbt seyn, das laßt sich auch leicht aus der einen oder der andern Hypothese erklären; wie auch, worum andere Körper, die man durch solche durchsich- tige gefärbte Körper ansieht, mir der Farbe dieser letzter» erscheinen. Eö gicbt aber auch Körper, die von verschiedenen Seiten betrachtet, verschiedene Farben zeigen: z. B. der schillernde Taffenc, der Opal, Wasser mit Nierenholz gefärbt; wovon der Grund in der Bildung und Loge der kleiner» Thcile zu suchen ist. Einige Naturforscher bejahen, andere verneinen die Frage, ob die Lust wirklich blau ist. S., 38 r. Färben und Malen heißt die Lage oder die SpammnZ der Theile auf der Oberstäche, oder X 2 auch z-4 VIII. Abschnitt. auch in dem Innern eines Körpers dergestalt verandern, daß er nun dem Auge andere Farben zuschickt, als vorher. Dergleichen Ve» änderungen an den Farben der Körper, bringt die Natur täglich hervor; die Kunst lhut es ebenfalls, und erweckt manchmahl Verwunderung, wenn sie durch die Vermischung zweyer Körper ei«e Farbe hervorbringt, die weder der eine noch der andere Körper für sich allein hatte. Hierher gehören auch verschiedene sogenannte sympathetische Tinren -Farbenverwandlung; oder Anleitung durch Vermischung zweyer wasserhellen Flüssigkeiten alle Hauptsachen augenblicklich darzustellen von Tilebein (Crellt chem. Ann. >785. »tesSt.) 'Versuche und Bemerkungen über die Ursache der dauerhaften Farben undurchsichtiger Körper von iLdw. HusseyDelaval aus dem Engl, nebst einer Vorrede von o, Csrenz Tre». Berlin und Stettin. >788. 8. In der Vorrebe beendet sich eine Prüfung der Lebrmeinung de« Verf. von Hrn. Prof. Rlügel und von mir. L,, Was ächte und unächte Farben in der Färbekunst find: wie manche an der Luft oder an dem Sonnenscheine verschießen; wie einige Materien auf gefärbten Zeugen flecken, andere Flecken wegnehmen, u. d. gl. Man sollte, wo nicht selbst im gemeinen Leben, doch wenigstens da, wo wissenschaftlich gesprochen wird, für die Farben der Mahler und der Färber ein anderes Wort z. B. Pigment gebrauche». Das rvthe Licht selbst wäre also rothe Farbe (cnlor); Zinnober hingegen oder der von jenem Lichte gefärbte Rörper, ein rotbes pigmenr Blaue und gelbe Farbe geben allemahl in der Mischung eine grüne, das blaue Lacmus hingegen mit der gelben Salpetersäure verbunden ein rorhes Pigment. Die Chemie liefert unzählige Vehspiele von ähnlichen Veränderungen, §° Z8?- Vom Lichte. zzs K. Z8Z. Vor diesem bildete man sich ein, die verschiedenen Farben seyen Mischungen von licht und Schalten in verschiedenen Proportionen; ja man berechnete sogar diese Proportionen sür die mancherlei) F-rben. Eigentlich würde aber dieß so viel heißen, als: eine Farbe sey ein Gemisch von Etwas und Nichts; de-m Schatten ist in der That nichts. Von den optischen Werkzeugen: das Auge, und dessen Fehler. S- Z8Z- Ungeachtet die Betrachtung des Auges eigentlich nicht hierher,sondern in dieNakurgeschichte gehört, so hangt sie dennoch so genau mit dein Vorgetragenen und Verschiedenem des Nachfolgenden zusammen, daß ich mich hier nicht enk- brechen kann, dieß natürliche optische Werkzeug kürzlich zu beschreiben. Es besteht aus verschiedenen Hauten, die eine Kagel bilden, welche vorne durchsichtig ist, inwendig aber drey durchsichtige Körper von einer verschiedenen Dichtigkeit enthalt, die man Feuchtigkeiten des Auges (Immorex) nennt; wovon die vordere, oder die wässmchle Feuchtigkeit ganz flüssig, die Hintere, oder die glasartige gallertartig, und die in der Mitte dazwischen liegende, oder die krystailene, die auch wohl die Krystallinse (lens cr^llsllin») X z genannt Z26 vm. Abschnitt. genannt wird, noch harter ist. Diese letztere hak nämlich das Ansehen eines auf beiden Seilen erhoben geschliffenen Glases, uud macht auch wirklich von den nicht zu nahe vor dem Auge liegenden Gegenständen ein verkehrtes Wild, das wegen der übrigen Feuchtigkeit des Auges erst auf den Boden desselben fallt, der mit einer empfindenden Nervcnhaul bekleidet ist. S- Z84. Die vordere durchsichtige Stelle am Augs, wodurch die Lichtsirahlen einfallen, erweitert oder verengert sich, nachdem die Gegenstande mehr oder weniger helle sind, nach denen das Auge gerichtet ist. Am weitesten ist diese Oeff- nung an einem dunkeln Orte, damit desto mehr Lichtstrahlen ins Auge gelangen können; und weil sich das Auge nicht so plötzlich wieder verengern kann, wie man aus dem Dunkeln ins Helle tritt, so blendet alsdann das stärkere Licht die Augen. S- 385. Das Sehen scheint wirklich vermittelst der Bilder zu geschehen, welche die Gegenstande auf der empfindenden Nervenhaul des A-ges machen, und die den Gegenstanden selbst an Gestalt und Farbe ähnlich sind. Ob wir aber daran die Farben von einander n erstheiden, daß die S'rahlen von der einen Farbe mehr oder weniger Masse haben, oder sich geschwinder Vom Lichte. z der oder langsamer bewegen, oder die empfindenden Fasern des Auges mehr oder weniger erwärmen, als die Strehlen von ciuer andern Farbe, das wird sich schwerlich ausmachen lassen. Die Erzeuaung der Farben, eine Hypothese von C. F G. rbestfeld. Göttingen, >707. 8. §. Z86. Man mag aber unter allen diesen oder auch andern Hypothesen annehmen, welche man will: so ist das nichts Unbegreifliches, daß, wie die Erfahrung lehrr, einige Zeit darüber hingeht, che das Bild im Auge, und folglich auch die Empfindung davon, wieder verlöscht, wem: der Gegenstand selbst nicht mehr auf das Auge wirkt; wie auch, daß das Auge bisweilen Farben sieht, die nicht von sichtbaren Gegenständen crwekc worden sind; so wie andere Ursachen ähnliche Veränderungen im Auge bewirken können. Dergleichen Farben nennt Buffon zufällige. Hierher gehöre» auch die Funken, die man fleht, wenn »iaii die Auges reibt oder dröckt, die von einer Erschütterung der Nerven zu entstehen scheinen; ingleichem Flecke», u. d. gl. die man vor den Augen herum fliegen zu sehen glaubt, fremde Farben, worin uns gewisse Körper erscheinen, gefärbte Schatten,», s.w. Lille« r,rion, lbr les cvuleur» scciäentel!«», per dl. OL eiie- rou ; in den ittc?« Ue l'ricuN. rler/e. ! 74Z. n> >47» Des Herrn de Lüffon Abhandlung von den zufälligen Farben; im > Sande des Hamb. Mag. 4»; S. Obscruilione» izueeUem eä opiicim pcrrinenrci, eusiare r. v. ?. KLi'iAo; in den Lomment. xcti «z>. ?>ov. X. X. Z28 V!!I. Abschnitt. Albr^ Lud. Friedv. Meister Beobachtunzen überdieAu- genkrankheit, da man Fliegen, Spinnweben, oder dergleichen vor den Augen herumfahren zu sehen glaubt; im XXIII V de» Hamb. Mag »17 S. 8ur I» Iciuece -i'une Illusion Nu len» cie lu vuc, qul ck»nße Ic nolr Nc couleur -l^cciil-ie, per XI. nnsunl.lu; iu den mcm ,/e l'acaN. ^<>7. Ner/c. lie ^«Fe 1771. k-^ F. Von den sogenannten zufälligen Farben handeln noch Iurin am Ende von Smirb's vpiic; 7 in den diem -i- e^i, poue ,765 und vorzüglich lehrreich v Rsberc Maring Darwin, von dessen Abhandlung sich in T, Grosse Magazin für die Naturgeschichte des Menschen im aten Bandes iten St. S e.6 — eine Deutsche llebersetzung befindet; auch Franklin Ilxp -rim. »ncl otUcrv. bonclon 1769. S. 470. L. Warum sehen wir die Gegenstände mit zwey Augen nur einfach? Hat die Frage: warum wir die Gegenstände trotz des verkehrten Bildes auf der Neyhaut aufrecht sehen, einen vernünftigen Sinn ? L. Hier etwas von den farbichcen scharren, wovon die Theorie noch nicht ganz aufs Reine gebracht ist, und vielleicht ohne genauere Kenntniß des wechselseitigen Einflusses gewisser Farben aufeinander, der vom Organ selbst abhängt, auch nicht gebracht werden kann. Man sehe hierüber die schönen Ersahrungen in der Schrift: Oblsrv-uion» lnr lc» om. brc- colurüc«, p-s ti ss, D » pari» 178W 8- UNd die von Herrn dl'Nß- im III 1°. der /rnn,le, lie cki,.»^ Deutsch in Gren'S Journal B. u> S° 14». L. §- 38?» Da das Bild eines entfernten Ge genstandes nicht so weit hinter ein erhobenes Glas, und eben so auch nicht so weit hinter die K'rystallinse des Auges fallt, als das Bild eines nähern, und wir doch die Gegenstände in verschiedenen Entfernungen deutlich wahrnehmen können; Vom Lichte. Z29 so haben wir Grund zu schließen, baß, indem wir nach fernen Gegenständen sehen, entweder die Krystalllinse unseres Auges näher nach dem Boden desselben zurücke, oder auch flächer werde als vorher, oder daß sich endlich der Boden des Auges der Krystalllinse nähere; und daß bey nahen Gegenständen gerade das Gegemheil geschehe. Ob aber wirklich die Gestalt oder der Ort der Krystalllinse verändert werde, das ist uoa) nicht ausgemacht. A88> Bey sehr nahen Gegenstanden müßte die Krystalllinse auch immer weiter von dem Boden des Auges abrücken, oder sehr stark erhoben werden. Da aber eine jede dieser Veränderungen ihre Gränzen haben muß, so erhellet die Ursache leicht, warum es auch eine gewisse Gränze geben muß, wie weit wenigstens die Dinge von dem Auge liegen müssen, wenn wir sie deutlich sehen sollen. Der Erfahrung zufolge beträgt diese Gränze meistens acht Zoll, aber sie ist freylich nicht bey allen Augen gleich. Eben so muß es auch auf der andern Seite wieder eine Gränze geben, wie nahe wenigstens uns ein Ding seyn muß, wenn wir es deutlich sehen sollen; aber diese Gränze läßt sich noch weniger mit einiger Allgemeinheit bestimmen. §. 38y. Wenn das Auge mit zunehmendem Alter nicht allein selbst austrocknet und die Krystall- T 5 linse zzo VIII. Abschnitt. linse folglich dem Boden des Auges zu nahe kömmt, sondern die Kmstalllinse auch eben deswegen flacher wird: so können sich nur weit entlegene Dinge auf dem Boden des Auges abbilden ; von nähern Dingen würde das Bild gleichsam Hintsr daö Auge hinausfallen, und auf dem Boden kann also kein ordem-liches Bild davon entstehen. Ein solches Auge sieht also auch nur bloß entfernte Gegenstände deutlich, aber nahe nicht, und heißt deßwegen weitsichtig (xresb^ ta). S- Zyo- Würde ein erhobenes Glas vor ein weitsichtiges Auge gehalten, so würden die Strahlen, welche das Bild machen sollen, eher zusammenfahren, und das Bild von dem zu nahen Gegenstande aus den Boden des Auges, und so fallen, als ob es von einem entferntem Gegenstande herrührte. Diesen Nutzen leisten die Brillen einem weitsichtigen Auge; wenn sie aber ein solches Augs nicht immer mehr verderben und noch weitsichtiger machen sollen, so müssen sie die Strahlen dergestalt brechen, als wenn sie aus der geringsten Entfernung kamen, in welcher das weitsichtige Auge noch deutlich sehen kann. Daher muß ein Weitsichtiger unter mehrern erhobenen Glasern, wodurch er nahe Sachen gleich deutlich sieht, das wählen, welches den größten Halbmesser hat, oder welches am wenigsten vergrößert. Die Vom Lichte. zzr Die Erfindung der Brillen scheint i» das Ende des drey- zehnten Iahrhunderls zu fallen, unv von Saivino d'Armacs degl, Armac, aus Florenz zu sevn- S- 3YI. Ein Auge kann aber auch den entgegengesetzten Fehler haben und sein Boden so weit von der Krystalllinse 'legen, oder die Krystalllinse so stark erhoben seyn, daß nur von s>ahen Gegenständen das Bild auf den Boden des Auges, von entfernten aber davor fällt. Ein solches Auge sieht nur nahe Gegenstände deutlich, die entferntet, aber undeutlich, und wird auS dieser Ursache kurzsichtig (mvopx) genannt. Es nimmt diesen Fehler leicht an, wenn es vornehmlich und lange gebraucht wird, nur nahe Gegenstände, seilen aber entfernte zu betrachten. Im Aller kann sich der Fehler verlieren, wenn das Auge mehr austrocknet. S- 392. Ein hohles Glas vor ein kurzsichtiges Augs gehalten verhütet, daß die dadurch gehenden Strahlen nicht so geschwind zusammen treten, und dann fällt also das Bild von entfernten Gegenständen welter zurück und dahin, wohin eS fallen sollte auf den Boden des AugeS. Parallele Strahlen werden nähmlich durch ein hohles Glas dergestalt gebrochen, als wenn sie auö dem Ze- st euungöpuncre des Glases kamen (§>z;6),für aus einander gehende und auf das hohle GlaS fallende Strahlen fällt der ZersireuungSpunct Zzz Vlll. Abschnitt. noch näher nach dem Glase zu; und der entfernte Gegenstand wird also so dadurch gesehen, als wenn er in dem Zerstreuungspuncre des Glases läge. Soll aber das Auge bey dem Gebrauche eines hohlen Glases nicht immer noch kurzsichtiger werden, so muß dieser Zerstreuungspunct des Glases nicht zu nahe bey ihm liegen, daß heißt, das Hohlglas muß so wenig hohl seyn, als es nur eben seyn darf, um die entfernten Gegenstande dem Auge deutlich zu machen; es muß unter mehrern, wodurch das kurzsichtige Auge deutlich sieht, am wenigsten verkleinern. (Versuche mit dem küüstliche» Auge. L.) Das finstere Zimmer. §- Z9Z. Wenn man in die Wand eines verfinsterten Zimmers eine kleine Oeffnung O, 77 Fig. mache, so bilden sich an der gegenüberstehenden Wand die vor der Oeffnung außerhalb des Zimmers befindlichen Gegenstande verkehrt ab. Auf den Punct ä nähmlich an der Wand können keine andern Lichtstrahlen fallen als die von v kommen, und auf e keine andere als die von L kommen, woraus die Entstehung der Erscheinung äe an der Wand bald begreiflich wird, die immer um so viel kleiner ist, je naher die Wand nach der Oeffnung L zu liegt. Einige Undeutlichkeit hat aber das Bild doch, weil die Oeffnung L unmöglich so klein seyn kan», Vom Lichte. z^z kann, daß alle von andern Pimclen kommenden Strafen abgehalten würden. §- 394- Würde aber die Oeffnung L etwas größer gemacht, ein erhobenes Glas hineingeseßt, und die Entfernung der Wand von der Linse nach der Brennweite derselben eingerichtet, so würde die Wand die Bilder auffangen, welche das erhobene Glas von den äußern Gegenstanden verkehrt darstellt (H. -i54), und so würde man in diesem finster» Zimmer (camera oblcura) deutlichere Bilder sehen als vorhin, obgleich noch eine gewisse Ilndeutlichkeit übrig bleibt, die von der Abweichung wegen der Gestalt und wegen der Farben herrührt (§§. 352, 172). Durch einen an tragbaren sogenannten finstern Zimmern angebrachten ebnen Spiegel kann man das Bild auch auf eine andere Stelle werfen und das finstere Zimmer solchergestalt bequemer zum Abzeichnen der davor- liegenden Dinge gebrauchen. Die Fernröhre. §. 395. Fernröhre (telelcoss») nennt man Werkzeuge , durch welche man entfernte Gegenstände deutlich und unter einem größern Sehewinkel, als mit dem bloßen Auge sehen kann. Die ersten Fernröhre sollen von einem Brillenmacher, Zqcha- z?4 VIII. Abschnitt. Zacharias Janssen, »vd bald nachher von ei» nem zweyren, Hanns Lippcrhey, am Ende des sechszeh cen oder im ?l-fange des sieben-- zehnten Jahrhunderts z» Middelburg erfunden worden scyn. (Carkesins giebr Iii feiner Dio- ptrik auch noch den Jacob Melius ans Aik- mar für den Erfinder an. L.) Da aber ihre Einrichtung geheim gehalten wurde, so erfand Galilei die Fernröhre zum zwcyken Mahle, und erhielt außer der Belohnung, die ihm der Doge von Venedig dafür gab, noch die, daß diese zuerst erfundene Art von Fernröh-e" jeho fast öfter Gallleische als Holländische Fernrohre genannt wird. Oe vcro relclcopü inucnrcre, cum l» cui ommum conlpici- liorum kiltori», suärorc rxrk. Ll»^er.l.o> ltsg. Lom. i6;z. 4- S- Zy6. Dieses Holländische oder Galileische Fernrohr besteht aus einem erhobenen Glafe 78 Fig. und einem hohlen LO, welche so gestellt find, daß beider Brennpunct zusammen in k" fällt. Parallele Strahlen, die von entfernten Gegenständen auf das erhobene Glas fallen, werden davon nach dem B^ennpuncte ? zu gebrochen, von dem Hohlglafe aber, durch welches sie nun durchgehen müsse», dergestalt gebrochen, daß sie wieder parallel werde». Ein Auge, daß daher dicht vor dem Hohlglafe läge, würde von den entfernten Gegenstanden parallele Strahlen bekommen, Vom Lichte. zzs kommen, und wenn es sonst gut in die Ferne steh:, diese Gegenstände folglich auftechts und deutlich durch dieß Fernrohr sehen. Daß ober auch zugleich hic-rbey de? Sehewinkel vergrößert wird, und zwar so viel Mahl, als die Brenn. wei:e des Hohlglases, welches man das Augenglas oder Ocularglas nennt, in der Brenn- weiie des erhobenen, oder des Vorder- oder Odjectivglascs, enthalten ist, würde hier zu weiiläuftig seyn zu erweisen. Weil ma» nur einen kleinen Raum durch da« Holländische Fernrohr auf einmahl übersieht, und da« Auge dicht an das Augenglas gehalten werden muß, so gebraucht man e« heutiges Tage« nur als ein Taschenperspectiv. §. 397- Das von Keplern erfundene Sternrohr (tubus gstronomiciis) besteht aus zwey erhobenen Gläsern, D Fig-, wovon das Objeclivglas eine lange, das Augenglas Lv eine kurze Brennweite hat: diese Glaser stehen so, daß in ? die Brennpuncte beider Glaser zusammen fallen. In k bildet sich also eine weit entlegene Sache durch das Objectivglas verkehrt und verkleinert ab; aber die Strahlen, die dieses Bild auf das Augenglas wirft, werden nachher parallel gebrochen und das Bild wiederum vergrößert. Man steht daher durch dag Srernrohr die Gegenstände verkehrt und so vielmahl vergrößert, als die Brennweite des Augenglases in der Brennweite tzeö Objeclivglases enthalten ist. Die jänge ZZ6 VtlI. Abschnitt. jänge des Sternrohres findet man, wenn man beider Gläser Brennweite zusammen nimmt. §. Zy8. Seht man vor das Augenglas des Stern- rohrsS noch zwey andere Augengläser von kurzen Brennweite^ auf eben dieselbe Weise, so hat man das Erdrohr (tubuz terrestri«). Dieses ist gleichsam ein doppeltes Scernrohr, wovon dag nach dem Auge zu liegende, oder die beiden ersten Augengläser, dazu dient, daß sich die Gegenstände, die man durch das Erdrohr betrachtet, aufrechtS darstellen, wenn diese beiden Glaser einerley Brennweite haben; hat aber das zwey-e Augenglas eine größere Brennweite als das erste, so dienen beide zugleich mit zur Vergrößerung. §> 399- Weil Kurzsichtige solche Sachen, die sehr entfernt sind, oder wovon parallele Strahlen in ihre Augen fallen, nicht deutlich sehen, sondern nur solche, wovon aus einander gehende Strahlen auf das Auge fallen, so müssen sie das Augenglas oder die Augengläser bey allen diesen Fernröhren näher nach dem Objectivglase zu rücken, weil alsdann die von den Gegenständen ausgehenden Strahlen diese Richtung bekommen; und dann vergrößern ihnen diese Werkzeuge die Gegenstände noch mehr. Um nahe Gegenstande durch ein Fernrohr deutlich zu sehen, muß man die Gläser weiter von einander rücken. Z, 400. Vom Lichte. zzy Z. 400. Wegen der Undeutlichkeit, die von der Ab» weichung der S rahlen wegen der Gestalt der Gläser (§.552) entstehen würde, giebl man den Objectivgläsern der Fernröhre Bedeckungen, wodurch man den auswendigen Ring von ihnen undurchsichtig macht und ihnen nur in der Mitte die gehörige Oeffnung laßt. Die Größe dieser Bedeckungen bestimmt man aus der Erfahrung; sie richtet sich nach der Verhältnis' der Augengläser zu den Objectivgläsern und nach der Stärke des Lichtes der Gegenstände. In den Röhren, worin die Gläser stehen, sind auch die Blendungen befindlich, welche gleichsam den Augenglasern als Bedeckungen dienen. v.«ckerclie, tur I» consulion S-5 vei-rs« Slopri-i-z^e« civsce Isur ouvcriurc, p»r ia> üur.r«; m den Atem, rozi. -tcv/c. Ue t'i/iFe, ,71?^ ?>!->?. tkeckerckc» tur Ics 6- lUminucr ou >o!s vcrecs, 74'- »- Richtige Anweisung restectirende Telescvpia zu verfertigen , übers, vsu I»h. Christ- Herrel. Halle >747. 8. 'Anweisung, die beste Composstion zu den metallenen Spiegeln der Teleskope zu niacben, nebst einer Vorschrift diese Spiegel gehörig zu gieße», zu schleifen und zu pviiren, auch dem größer» Spiegel die gehörige paradvlische Krümmung zu geben, von John rnudg«. rniioö i'r-ini-kk, vo>. l.xvn. I'ü.r.s. S 'Deutsch in de» Leipziger Sammgen zur Physik und Naturgesch. 1B. S. '84. 'Lir^onie i>Kid!e-i.i:'s Nilcourke nn iks inv-nrioa »nZ im» provcmsiu» ok »Ks rcllcslinß 7'eleicopc. I-on^o» >778- 4- Vötlügliche Anweisung Spiegel zu gießen und zu schleifen enthält: OUsktioos kor,-n-kmg lti- K-K compo- tirion erc. bf ill« lk78?)- Auszugsweise Deutsch in Trolles phyfs Kalender für >786. L. Vor diesen! Inmes Gregsrv hatte schon p. Zuechl die Idee von einem Spiegelteleskop und führte sie aus ; das Ocular war ein Hohlglas K. pricstlcvs Optik von Rlügcl S, ?6v Von demHcrschel- N Z scheu Z42 VIII. Abschnitt. schen Teleskop, dem größten da« je gemacht wor» den, dessen großer Spiegel 40 Fuß Brennweite hat, und >c>z> Pfund wiegt S. gothaisches Ma- gaz, v B. > St. S. >on. Ein zweyter Spiegel wiegt 2>a8 Pfund. S. Bodens Jahrbuch >7^2. S. >25. L. Was der Hr. Verfasser wider die Bequemlichkeit de« Newronlich' n Teleskops von dieser Seite einwendet, möchte wohl aus Nichte hinauslaufen, da man sich an den Gebrauch des Finders bald gewöhnt, und dafür die Bequemlichkeit hat immer »nt derselben kage des Kopis und den horizontale« Augenachsen in jeder Höhe beobachten zu können, da hingegen, den dem cssregorlanischen und allen dioptrischen Fernröhre» die Beobachtungen nahe am Zenilh öfters sehr erschwert werden, nicht zu geoenken, daß man de« sonderbaren Vvrtheils wegen ein Spiegelwerkzeug wie ein durchsichtiges behandeln zu können, gerade die beste Stelle des Spiegels zerstöhren muß. e..) S- 407. Die Hauptfehler aller Spiegelteleskope bestehen darin, daß sie mit einer außerordentlichen Genauigkeit gearbeitet werden müssen, wenn sie brauchbar seyn sollen; daß die metallenen Spiegel leicht anlaufen und die gläsernen doch nicht so dienlich sind, weil sie doppelte Bilder machen; daß endlich die Gegenstande sich immer dunkler, als durch andere Fernröhre dadurch darstellen, so daß sie bey Luft, die mit Dünsten etwas angefüllt ist, fast gar nicht zu gebrauchen stehen. (Die meisten der hier erwähnten Mängel würden wegfallen, wenn die Platina del Pinto häufiger dazu angewandt werden könnte. Sie giedt nach de« Herrn Grafen von Sickings» Versuche mit ^ Theil Eisen und ^ Gold zusammen geschmolzen, ein Gemisch das sich vortrefflich poliren läßt, und selbst von den Mineral. Sauren, dem Weinessig, dem Vom Lichte. 34z dem fiücht, xauqensalze, den DSmpfen des Schwefels und der Schwefellebcr nicht angegriffen wird. Zu vergleichen mit der Note zu H.4Z°. Ei" sechsfüßiges Telescop mit einem Spiegel aus Platin« hat der Abbe'Rochon wörtlich zu Stande gebracht. G. Gothaisches Magaz- ivB.^tes St. S. >9°. a ) ^ nevv meldvci ot imprvvinZ 'leletcv^es v/ lsrminZ rde lpeculum? o5 (llals lnltesrl ot t'tclÄl, s»inn z in den ?,!»/->/. «»m. 4/s. Z. 408. Endlich geriekh Euler 1747 auf den Gedanken, daß man, wenn man das Objeclivglas eines Fernrohres aus zweyerley Materien zusam- menschte, wovon die eine die farbichlen Strahlen wieder zusammenbrachte, welche die anders spaltete, alsdann nichts von der Abweichung der Strahlen wegen der Farben zu befürchten habe und doch mit kurzen Fernröhren starke Vergrößerung erhalten könne; ein Vorschlag, den Newton für an sich unmöglich gehalten halte. Der Vau des menschlichen Auges vcranlaßte EulcM zu diesem merkwürdigen Sähe"), und er schlug dieserhalb zuerst Objectivglaser aus zwecnen Monden vor, zwischen welchen der Zwischenraum mit Wasser ausgefüllt war. Ein berühmter Englischer Künstler, Johann Dollond, ver- lhcidigte den Newlonischen Sah, daß die Aushebung der Farben Zerstreuung auch durch verschiedene brechende Mittel unmöglich sey, gegen Eulern, allein er fand endlich selbst, daß er geirrt, habe und daß dag sogenannte Crownglas und Flintglas zusammengescht diese gewünschte Wir- 9 4 kung kling hervorbringe. Hieraus verfertigte er nun zuerst die farbenlosen oder achromatischen Fernrohre, die mau auch wohl von dem Erfinder Dollondlfche nennt, welche man bald in andern Landern mit glücklichem Erfolge nachahmte. 8vr I« pcrleÄion rrrrc» ol-jeAIk- il« Innen«, pzr Ig. luria; in de» 7>lem.,ge i'ncng. ro>. gsr /c. -ie -747- ?«S--74- Anmerkung über das Gesetz der Brechung bey Lichtstrahlen von verschiedener Art, wenn sie durch ein durchfichtiges Mittel in verschiedene andere gehen, von Samuel Rlmgcnst-crna; i» den schwed. Ab- handl 1754. S. zoe>. lVn »ccouiir ok sor,>e ci^erimcnrr concerninß rke giffcrenr rcsrzn^ibilir^ ok I.ixdr, t>/ lgr znudi oorro^o; in den l'd-Io/. ?art.//. xaz. 777. Obscrvzrioni tur I'ci»r pretonr 6e In Oioprrirjue, che Ic» moyco; cls perieÄionner le» luverres ^ rcsrsüion er tnr I» gecouvcric ^»'on «nnoncc «t'vn nouvcsu ^rnre a'objcÄlfi >zui I« porre su plu« k^ur gegre >lc per- tesn«n, par dl. Ic Lomre VI K5VIK5I; in den tNc«. ge I'acsii. ro>. ger/c. Uc 1775. ^.74. Von der Abweichung der Lichtstrahlen, die in Kugel- flächcn, oderGlösern die vzn Kugelstächcn begränzt find, gebrochen werden, von Tum. Dlingensti- er.ia; in den schrved. Abhandl- 1760. S. 79. Igemoirc tue les mo^enz de perfetlionner I« luncrr« il'üp» xrocde per l'ulsßc ll'odjeÄjsz compos« -le plubeur» m»ii«rc« tzlfferemmenr rsiringenr«, par dl. cr^lk^ur; in den Ale,». ge I'^cag. -->7. gcr /c. 177«. xax. 77s. Licviiä memoire lur le» mo^en, äe perieÄionncr erc. p»r dl. edendas. 1757. p»8-5!4- >1». iei.itlczi>!57lil!N^ renremen cle ileli»icn>tii er corri- ßcngi, stzerrsrianikui r»orum lumini, in lenciku» lpkaerici« rcfrsÄi er >Zc perücicnZo relcicopio ?6z. 4. Rog. Joseph Doscovich Abhandlung von den verbesserten Fernröbren, aus den Sammlungen des Instituts zu Bologna, sammt einem Anhange de« lleberseyers c. 5, s, i. Wien >765. gr. 8. 10. rnn. meinen 77». 4- Zu vergleichen mit §. z?-.. st. ') Einen ähnlichen Gedanken äußerte schon David Grcgorv, Neffe des §. 4°6 genannten, am Ende seiner Anfangsgründe der Optik. S- auch: nn- ok ^011» Lneookv t.onllon 1789. 8- Die Richtigkeit dieses Gedankens ist neuerlich vom o, Maskclyiie in Zweifel gezogen worden. S. dessen ^-r-mxr r» exglsin z clitstculr^ in ilic 1tNcv7)' c>t Viston llcpen» 6>nß ou rkc Uilk'er-nr restgußistilir^ ot l.>ßln, i» deil z^ol. g. Deutsch in Gren'e sour ml äe kst^kc. II. S. Z70. st. §. 409. Besondere Anwendungen des Fernrohres sind Hevels Polemoskop oder der Operngucker, an welchem das ObjecuvglaS seitwärts steht und die Strahlen, nachdem sie in demselben gebrochen -worden, erst durch einen Spiegel in eine andere Richtung gebracht werden, ungefähr wie am Newtonischen Spiegelteleskope; ferner das Bi- noculum oder das doppelte Fernrohr: wodurch man mit beiden Augen zugleich sieht, und das Helioskop, oder ein Fernrohr, durch welches P 5 das 346 VIII. Abschnitt. das Bild der Sonne in eine Art von finsterer Kammer fällt. §. 4lo. Ein Fadenkreutz in einem Fernrohre besieht aus zweenen feinen Faden, die sich in dem gemeinschaftlichen Brennpuncte des Objectiv -> und des Augenglases durchkreuhen. Es dient um die Axe des Fernrohres genan nach einem gewissen Puncte des Gegenstandes richten zu können. Man kann auch auf eine ebne Glasscheibe ein Paar Linien zeichnen, die sich durchkreuzen, und dieses Glas in eben der Absicht in den vorgedachkcn Brennpuuct sehen. Man bringt auch in diesem Brennpuncte die Mikrometer bei) den Fernröhren an, oder Werkzeuge, wodurch man die Größe des Bildes mißt, das sie daselbst darstellt. Aus der Größe dieses Bildes kann man nähmlich die Größe des ihm zugehörigen Sehewinkels finden, wenn man vorher^ die Größe eines andern BildeS und des ihm zugehörigen Sehewinkels gemessen hat; und so dient also das Mikrometer am Fernrohre kleine Größen oder Entfernungen, die man durch das Fernrohr bequem übersehen kann, zu messen. Man hat verschiedene Arten davon, die ich hier nicht beschreiben darf. Al>r. Dörth. Rästiier von Mikrometern i» Fernröhren in seine» astronom. Abhandl. U V. »6z S- Die Vom Lichte. Z47 Die Vergrößerungsglaser. §. 4". Wie groß ein Gegenstand dem Auge erscheint, das hängt von der Entfernung desselben vom Auge ab (§. zi;). Konnte man einen Gegenstand ganz nahe an das Auge bringen, so würde man ihn sehr groß sehen; aber er wird bey einer zu großem Annäherung undeutlich (H. ?88). Hält man aber ein erhobenes Glas vor das Auge, und legt die zu betrachtende Sache in den Brenn- punct desselben, so fallen nun von dem Gegen» stände parallele Strahlen in das Auge; oder die Strahlen davon gelangen so zum Auge, als wenn sie von einer weit entlegenen Sache kämen, und doch sieht man die Sache so groß, als man sie vermöge ihrer Nähe sehen sollte. §. 4l2. So vergrößert also ein erhobenes Glas die Gegenstände, und heißt ein einfaches Vergrößerungsglas (miLrotcopium stmplex). Die Größe in welcher man die Gegenstände durch dasselbe erblickt, verhält sich z» der Größe, in welchar man sie ohne Glas noch deurlch erkennen konnte, wie sich die kleinste Weite, in der man deutlich sehen kann, zur Brennweite des Vergrößerungsglases verhält, oder man findet die Stärke der Vergrößerung für die meisten Augen, wenn man acht Zoll (§. 788) durch die Brennweite des Vergrößerungsglases dividirt. 348 VM. Abschnitt. Zu sehr starken Vergrößerung«? gebraucht man daher die kleinsten GlaSkügelchen, die man an der Lampe schmelzt, auch wohl Wass ttrvpf.m, (Letztere können öfters die zu vergröbernde» Gegenstände, z. B. Jnfufionsthierchcn, selbst in flch enthalten. L.) §- grz. Man hat auch zusammengesetzte Verqröße« rungsgläser oder Vergrößerungsröhren (Micro, tcogis coms>ostra), weiche FollMna um ?6i8cr- fundea zu haben scheint, bey denen in dmiBrenn- puncte des Glases, wodurch man eigentlich sieht, nicht der Gegenstand selbst, sondern das Bild von ihm liegt, dasein anderes Glas gemacht hat. Hieraus wird begreiflich, warum das Vergröße- rungsrohr die Gegenstande verkehrt darstellt. Man hat auch welche mit drei) Gläsern. Zu mehrerer Erleuchtung des Gegenstandes ist meistens ein hohler Spiegel oder ein erhobenes Glas daran angebracht, wodurch die Lichtstrahlen auf den in ihrem Brennpuncte befindlichen Gegen» stand gesammelt werden. Ein Mikrometer kann man an dem Vergroßerungörohre wie bey dem Fernrohre anbringen (§. 410). Mau hak auch Spiegelmikroskope und Mikroskope für beide Augen zugleich. kegle, generale! pour I» conkruÄion 6-, rclelcape» er mi- croicope» cie ouclguc nombre Sc» viere! ^u'il» latent coinpolSc! ; in den tUc>». Se i'acaS. u-r /c. Sc 1757. -F7. Lcrerminsrion, ciu cksmp »ppercnr, g«e Sccouvrenr rznr les relescopcr gus lei microlcope», per bl. r. rui.»«; ebenda?' -7s-. xaz. ,j>,. keßle» gencrele» pour Is conkruÄion Sc» lelcscope» el Se» microlco^ez, p>r I>k. l.. rui.»«, ebcildas. x»z. 20!. (Hr. Vom Lichte. 349 (Hr. Acpinus zu Petersburg hat gute brepfache achrc» mansche Gläser von etwa 7 Zoll Brennweite mit Voetkeil zu Objcttivgläsern dey Sem sogenannten ziis.immeiigcselzrcn sowohl. alS dem Sonnen- ,nikrc>skop angewendet s. v-scrislio 6-, nouve.ux n>icros>.c>rc» in-enie. l»lr. XLvlkeui t Lr, reltr» l-ourx. gk. 8. ld.) Die Zauberlaterne. §- 414. Bey der von Kircher erfundenen Zauberlaterne (lsrernu maZiLu) wird ein auf Glas mit duchstchngen Farben gemahlteS Bild hinter ein erhobenes Glas gebracht, so daß es etwas weiter als der Brennpunct davon dasteht; so stellt es auf der andern Seite an der weißen Wand dieses Bild vergrößert und verkehrt dar (§. 354). Damit aber dieses vergrößerte Bild an der Wand auch hell genug sey, erleuchtet man das Ge- mählde auf dem Glase vermittelst eines Hohlspiegels, in dessen Vrennpunete oder nahe dä- bey eine Lampe steht. Noch bessere Wirkung thut die Zauberlaterne, wenn sich anstatt eines erhobenen Glases zwey darin befinden. Wie man Bewegungen an diesen Bilder« macht. Das Sounenmikroskop. §- ^5. Nun sehe man anstatt des Gemahldes auf Elbs einen kleinen durchsichtigen Gegenstand, anstatt des durch den Hohlspiegel verstärkten Lampenlichtes das Sonnenlicht, das durch ein erhobenes Vlll. Abschnitt: benesGlas, wodurch man es falten läßt, vcr» dichter worden ist, so hat man das Lieberkühnische Sonnenmtkroskop (microsco^ium solare). Das Sor-neni-chl an den Ork zu bringe«, wo man seiner bedarf, dient ein ebner Spiegel an dem Werkzeuge, den man nach ollen Richtungen bewegen kann. Das vergrößerte Bild laßt man in einem dunkeln Zimmer gegen eins weiße Wand, oder ans ein matt geschliffenes Glas falten. (.Nack Hrn. Nar. v Gleichen yenannr Rußworm, hat ein gewisser Nalrhasaris dasSonnenmikroskvp bereits '?>o ,u Erlangen erfunden. Siehe de« Hrn. v Gl. Abhandlung vom Sonnenmikrvskop. Nürnberg >781. 4. L,.) zo, rnu. »»ZII. vvivLeuno cl zo. I.4NLN 8>l?( »I« mitbrolcopia tbl»«. Nrlilng >75?» Beschreibung eines verbesserten Sonnenmikroskops von Ist). «Lrnst. ZSasil. rvldeburg. Nürnb. 1758. 4. Lmcnclirin l-l-rnie m,A>c»e sc inicroicopn lvlzri», »uÄor« l.. eurrno ; in den Lom?»»n. xctroz-, 7°i»n. ///. k>--5 LmenN»ric> miccolcnxii kolsri,, ,u!)or, r. V. r. ebendas. /X velcriprin Nvplici» micwsi.opii lol,ri> »z>p»i-»llis vbieÄi» r>z,»ci5, »uÄ. ^c». snu. ^ninnroz ebendas, cham. X. xaz. Von der Beugung der Lichtstrahlen.. Z. giü. Man hat bemerkt, daß sich das Licht immer etwas von seinem geradlinichcen Wege ab und nach dem festen Körpern zn lenkt, neben welchen es vorbei) geht. Diests nennt man die Beugung des Lichtes (iulloüo lucis). Rührt sie Vom Lichte. daher, daß chle Körper mit einer verdickten Luft ,imgeden, sind, in der sich die Lichtstrahlen brechen? wie Succow und andere meynen; oder werden die Lichtstrahlen wirklich von den Körpern, neben welchen sie vorbei) fahren, angezogen und so ihre Richtung geändert? Gnmaldi hat diese Beugung des Lichtes zuerst bemerkt. Schriften über die Optik, Katoptrik und Dioptrik. l) rrrm«, opticac llieisurus. dzstl. l?8Z- toi. -r) ^o. «erenki pzraiipomen» aä vi?xi.i.iodirsi. krsncos. 1604. 4. z) )o,. «e?i.ri>i Sioprrica. VinSel. 1611. 4. 4) icmcuLki ar» m»Zns iuci, er vmdrae; ^om. 1646. soi. z) vrs cxkrxs viootrice; im ZIvcyce» Bande seiner opx. 6) rdxlico-msikcli» 6e lumiae, coioribu» er irigc glii« ^Auch gacoei (zsecionil optica promotii. r.onciini iö^z. l») vpiiicr, b7 Sil. IS. Re^ro!^. I.onä. >701. 4 Optici ; lius lic rcNexioniku», ref,a6>ionilzui, inticxio^ nibuz er coloridn» luci« iidri IN. «»er, !S. nesviOisc!. lar. reiili. S5N. LI.SKKI:. l.on-1. 1706. 4. iz) si^moriL cis I» nsture '. Tom. T. pax. iF p. l4) gc>. ocuili« »niLciktli« releäioptricln. tsorinib. «70». NU. -j) / 352 VIII. Abschnitt. Vom Lichte. lz) llllzi ck'Oprigue, sur Ig ßr»ck»rioa cke l» lumicre, x»r Ick. noulZueir. ä?»ri» 1719. l». stark vermehrt, 5 i'-ris 1760. O. xousuLki Oprice ck- ckinerllr Inmin!» gr»ckibu, ckim». rirnckjz, l,rin- conucrs. » ^o»cu. «ic»-rr5>Lv«L, 8.1. Vien. 176a.. 4. 16) II dlevronitnisnio xcr Ic vonne, ovcio cki»Io^hi lopr» I» Ince e i colori. in Kipoli >7Z7. 4. 17) complear S^Scnr ok Oxrikz, b/ »oeenv 8.viir». Lslnbrlckxc >7Z8- 4 ,8) Vollständiger kehrbegriff der Optik nach Hrn. Robert Smirhs Englischen, mit Aender. und Zus. von Abr. Gorch. Räsiner Altenb. »755. 4. 19) reoK. rvl.Lki nou» lbrori» Inci, «r colomm z im I Lande der ->x»/c. IV»»-. ///. xnx. ! i-iv»r>. conicklur» pkz/llc» (§. 269. n. 7.) 20) Job. Perer lLberhards Versuch einer nähern Erklärung der Natur der Farben. Halle 1749, 8. vermehrt »762-. 21) LI. V. I). vr 1.^ czii.l.n leKione» elemenrire» Opri. c»c, Vinckob. >757- 4- 22) gv. l-^xireirr kkoromcrri», lluc cke nienlur» er crackibn» lumini«, colorum er vml>r »e. ^ue. Vincke!. 1760. 8- 2Z) vro»t. evveal vioprric». piirop. er l-ixt. 1771. gr.4. 'Vom. I. er II. 24) Betrachtungen über da« menschliche Auge, von Ioh. Friedr. Haseler Hamb. >77>. 8. z,z) 'kke kikor^ »nck pretenr Nare of cliicoveris« rel »ring ro vilion, ligkr »nck colonr,, Hz, ^os. rnixe'ri.LV. Lonck. 1772. 4. Vol. l. »nck II. Dr. Jos. priestleys Geschichte und gegenwärtiger Zustand der Optik, au« dem Engl, übers, und mit Anm. und Zus. von Georg Sim. Rlügcl. Leipzig »776.4. >und2Theil. »6) ' G. S. Rlügels Analptische Dioptrik. Leipzig »778. 4. (Ueber die Kenntnis optischer Bücher sehe manSchei- bels Einleitung in die Math. Bücherkenntnis 9te« St. Breölau »777. «..) Neun- ZsZ Neunter Abschnitt. von der Wärme und Kälte. Vom Feuer überhaupt. §. qi?. Ein jeder kennt die Empfindung, welche er Wärme nennt. Das Won Wärme wird aber auch öfters in einer ganz andern Bedeutung gebraucht, und heißt dann, wenn man andern Körpern außer uns Warme beylegt, so viel eis ein Zustand dieser Körper, worin sie in »iig ben der Berührung die Empfindung der Warme hervorbringen. Auch ist es bekannt, daß dieser Zustand der Körper verschiedene Stufen hat, und daß man eine große Warme Hitze, eine sehr geringe aber Kälte nennt; denn wir stigen nur ein Körper sey kalt, wenn er weniger Wame hat als ein anderer, mit dem wir ihn vergleichen. §. 418. Das, was in einem Körper Warme hervorbringt, wollen wir Feuer nennen, und wo in es besteht, nach den Wukungen die es hervorbringt, untersuchen. Denn wer auch nar flüchtige Betrachtungen über unsere Empfindung dre Warme anstellt, der wird bald finden, daß sie Z aus aus mehr als einer Ursache viel zu ungewiß und veränderlich ist als daß wir ans dieser bloßen Empfindung das Feuer seiner Natur nach sollten kennen lernen können. Ausdehnung der Körper durch das Feuer. §- 4ly. Unzahlige Erfahrungen lehren, daß die Korper, wenn sie warm find, einen größern Raum als vorher einnehmen. An der Luft haben wir diese Eigenschaft schon vorher bemerkt (§. 211). Hohle Glaskügelchen, die in kaltem Brantewein schwimmen, sinken darin unter, wenn der Brantewein erwärmt wird, weil er sich von der Warme ausdehnt und folglich ein geringeres eigenkhümliches Gewicht bekömmt, als er vorher hatte und als die Glaskügelchem haben. Eben so sinken auch Wachskugeln im warmen Wasser zu Boden, die im kalten schwimmen. Heiße metallene Kugeln fallen nicht durch ein Lach wodurch sie kalt fallen konnten, und ein Draht wird zwischen glühenden Kohlen länger, so wie er aber erkaltet, auch wieder kürzer. Ueberhaupt hat man bey allen bisher untersuchten Körpern gefunden, daß sie von der Wärme in einen großem Raum ausgedehnt werden. §. 420. Von der Wärme und Kälte, z s s Z. 420. Einige Körper dehnen sich durch die Hitze mehr, andere weniger aus; man hat aber noch kein Gesetz bemerken können, wornach sich diese Verschiedenheit richtete. Auch wirkt auf einige Körper die Hitze geschwinder als auf andere; z. B. Lust dehnt sich in der Warme schneller aus als Quecksilber, Quecksilber schneller als Wasser. Auch hierin richten sich die Körper nicht etwa nach ihrer Dichtigkeit. §. 421. Wegen ihrer Wirkung der Warme auf die Körper wagen gleichgroße Stücken davon in? Winter und in der Kaltr jederzeit mehr als im Sommer und in der Wärme, so wie auch die Erfahrung lehrt. Es wird auch hieraus begreiflich, wie die Warme die Auflösimgeir befördert (§. 198), wie die Pendeluhren und auch andere Uhren im S-'mmer langsamer gehen als im Winter, wie man Stahl durch plötzliches Ablöschen in kaltem Wasser, wenn er stark glühet, härter macht, durch bloßes Glühen aber wieder erweicht, warum schnell erhitztes dickes Glas zerspringt; und mehrere andere Erfahrungen lassen sich daraus erklären. Z. 422. Hierher gehören auch die vorzüglich spröden Glastropfen oder Springgläser (Iscrxmse vi- trese), welche an ihrem dickern Theile harte Z 2 Schläge Zs6 IX. Abschnitt. Schläge vertragen können, ober augenblicklich in Staub zerspringen, wenn man den dünnen Schwanz abbricht, worin sie sich endigen. Um sie zu machen, laßt man flüssige Glaökropfen in kaltes Masser fallen. Gemeiniglich enthalten sie hohle Bläschen in sich daß aber diese und die suft nicht das Zerspringen verursachen, das erhellet daraus, daß man dieSpring- gläser big auf die Blasen abschleifen kann, ohne daß sie zerspringen, und daß sie ihre Wirkung auch im luftleeren Räume lhun. Durch die schnelle Abkühlung im Wasser wird vielmehr das Glas, woraus sie bestehen, stark zusammengezogen und heftig gespannt und solcher Gestalt sehr spröde gemacht, und dieß ist wohl die Ursache ihres gewaltsamen ZerspringenS in dem Augenblicke, da man ihre Theile mit einiger vorzüglichen Erschütterung zu trennen anfangt. Deßwegen zerspringen sie auch nicht, wenn man sie auf Kohlen wohl durchglühet und hieraus allmahlig kalt werden läßt, weil dabei) die Spannung der Theile in ihnen vermindert wird. (Man verfertigt auch lange spiralförmig gewundene Faden aus Glas, welche ahnliche Eigenschaften besitzen. Die Spiralform nehmen sie ohne Zulhuu der Albeiter von selbst an, so wie der noch fließende Glasfaden in das Wasser eintritt (verrineuli vitrei). L.). ') Nach Hr. Vosc d'Anric (dtem, prelenie, w. IV) sind diese Bläschen weiter nichts alseine in Dünste auf- geläsete GlaögaUe. Zum Zerspringen sind sie gar nicht Von der Wärme und Kälte, z 57 nicht nöthig, denn ich habe der Tropfen ein« Menge gehabt, in denen nicht eine Spur von Blas« war und die doch dieselbe Wirkung thate». auch sind die Blasen in den v-rmiculis viir->5 kaum sichtbar. und in manchen sieht man gar keine, ttebrigen« können die Glasrropfcii so wohl au6 weißem nis grünem Glase verfertigt werten, nur gerathcn sie mit ersterm seltner, welches zu der Sage Anlast gegeben haben mag, man könne keine aus weißem Glase verfertigen. L. »»Ii. vvrru k»usri.!.ie eoruni, guse !,crsmi, virrei« ciilunr, nou» isnonc explicznNoeum remamen; in seinen ^-Fett. et ?!. k^/// 1-s. * Sehr umständlich und vortrefflich davon Hook (dUcroge. vdk. Vll.) §. 423. Auch die Springkolben oder Bologneser Fluschen (pbislae ljonouieule«) gehören hierher und haben mit den Springgläsern viel Achn- lichkeit. Es sind kleine ziemlich dicke Kolben von weissem oder grünem Glase, welche eben- falls von außen einen beträchtlichen Schlag ertragen können, aber sogleich zerspringen, wenn man einen kleinen Feuerstein in sie hineinfallen laßt, znmahl wenn man die Mündung mit dem Daumechverschließt; oder überhaupt wenn man sie inwendig rißt. Sie werden wie an» dere Gläser geblasen, aber nicht in dem Kühlofen allmählig, sondern an der freyen Lust plötzlich abgekühlt, (nicht gmz plötzlich, sonst zersprängen sie von selbst, man pflegt sie außerhalb des Kühlostns aber nahe dabey etwas zu kühlen. L.) und davon geralhe i die Glastheilchen in eine starke Spannung. Ein hineingeworfenes Z z Feuer- zs8 IX. Abschnitt. Feuersteinchen mach? einen kleinen Riß in dem Glase und erschüttert dabey die Theilchen, daher sie aus einander springen. Ein nicht scharfer in die Flasche geworfener schwerer Körper macht die Flasche nicht zerspringen, weil er nicht einen Anfang zur Trennung der Theile derselben machen kann; von außen kann man auch die Flasche ritzen oder stark schlagen ohr e sie zu beschädigen, weil die äußere Glasrinde gleichsam wie ein Gewölbe zusammen halt. Die Bologneser Flaschen verlieren ihre große Sprödlgkett wie die Springgläser auf glühenden Kohlen, aus eben der Ursache, ve qttibu^zm virwtum frzklsri« ; in den c7omme»t, tZo»oi>ien/. tl. xai t. t, xax, 521. rxperimcnls vsris in zmpuIUi Lononicnlibii» kzA» z ebend. Won einigen Arten das Glas zu zersprengen, nebk verschiedenen Versuchen mit den Bologneser Flaschen, aus den enmn>«ni, Lonon, im allgem Magaz. NTdcil 185 S Verschiedene neue Versuche mit den gläsernen Spring- kdlbcheu von Mich. Lchpb. Hanow i in den Vers, der Danziger namrsorsch, Gefells. >Tbc IX. Abschnitt. i^ui I« ser eli se rvvi le« mcrsux celui ^ui sc mmil« le^Iu» pzrt^ilcmenr, cr <^u?Uc -n c,r >it c,use, p-r k»t. vr R?.»u»il!K; in dci! ssi,». t'i>c749. sehr stark vermehrt. Des Hrn. vonMairan Abhandlung von dem Eise, aus dem Franz übers. Leipzig 1752,. 8. Longclsnmiis narurzü» ec«rritici»>i« memorsbiliorz qoseäzni > daeuomcns , SUÄ. St». c»«ls.r. noii.u»ki»lo z in seiner 5>//. comnicntar. xax. 15 F. Z. 428- Wenn man Wasser in einem verschlossenen Gefäße an die kalte Luft stellt, oder auch nur über die Oberflache des Wassers Oel gießt, so kann das Wasser ohne zu gefrieren, eine Kälte ertragen, in der anderes Wasser bald in Eis verwandelt wird. Et schütte« man aber nun dieses Wasser, Von der Wärme und Kälte. z6z ftr, das eine Zeit lang in der Kalke gestanden hat, so gefriert es auf einMahl oder wenigstens außerordentlich schnell, »nd zwar wird es gemeiniglich erst in ein zähes Wesen verwandelt, das bald darauf in ein festeres Eis übergeht. Werden hier erst durch die Erschütterung die Wassertheil- chen so nahe an einander gebracht, daß sie in einen festen Korper zusammenhangen? Daß eine gelinde hinzutretende Wärme die Verwandlung des Wassers in Eis befordern sollte, wie einige glauben, kömmt mir unwahrscheinlicher vor. X k>om tSc. vi»k'ii>l'rkioor»i,r> rc> Sir n^ns si.ozuir rcisiw^ ic> 2» cxrrzorSinzry inltzncc c>f lkc »Imoli in» K»msncmi5 frcexmx c>f xvsiec, cic. in deil 71,mi. 4!^. nrt./. c««isr. noi-i-kizkiii -S «pj. üo>z Sc sukiisnc» con^clorionc. So ißnc cicÄcico, So micrvmclro microtcopic, zppIic »nSo; tbendas. 7 ««m. 47 s. arr. 1. Einige Anmerkunaen über das plötzliche Gefrieren desjenigen Wassers, das außer Berührung der Luft der Atmosphäre gesetzt worden ist? im i Bande meiner- physikalisch-ch-m. Abhandl. S. zzo Etwas Aehnlichcs läßt sich auch an geschmelztem Fette beobachten. (Hr. »ruqmans zu Gröningcn hat gefunden, daß das Wasser, ohne zu gefrieren, zuweilen eine Kälte von — 11,7 Neaunmr o 5,7 Fahrenheit) aus- hielt. S v^>i svneviTi vt>5. s»r Ic froiS. ri^onrour Sc 177Ü ä.mN. 1778. gr.8. und meine Anmerkung unten zu 5.494. L.) -ve I.uc lS«e. lär Ix dlelsorol. 7. l. §. 207? 7. z,. § 610. Vorzüglich Dr. charles Nlagden Versuche über die Erkältung des Wasser« unter dem Gefrierpunct in den philos. Transact. Vc>>. 78. d. in Gren's Journal der Phys. i.Bavd. S.S?. und S.zss- §. 4-9. Z64 IX. Abschnitt. Z- 42Y. Das entgegengesetzte von dem Gefrieren flüssiger Körper ist das Schmelzen der festen. Die H>he dehnt nähmlich feste Körper öfters so weit aus, daß ihre Thcile nur noch sehr schwach unter einander zusammenhangen und also nun einen flüssigen Körper bilden ^). Bei) den Metallen geschieht dieß Schmelzen plötzlich wen» sie dazu hinlänglich erhitzt worden sind, aber fettige Körper zergehen nur langsam, so wie sie auch nur allmahlig in der Kälte wieder verhärten. Eis zc> schmelzt langsam, ob es gleich schnell und gleicbsam auf einmahl aus dem Wasser entsteht. -) Eine bloße Folge dieser Ausdehnung ist das Flüsstg- werdeii wohl nicht; sehr kaltes Eis dehnt sich in der Wärme aus aber zieht sich endlich deym lleber- gang in Wasser zusammem Es scheinen vielmehr die Körper hierbei» irgend eine Verbindung mit dem Feuer einzugehen. L. §- 4Z->. Es ist merkwürdig, daß manche Körper, die für sich st,wer oder gar nicht in der Hitze schmelzen, durch eine Vermischung mir andern, bisweilen auch unschmelzbaren Körpern dazu gebracht werden können. Es scheint allerdings eine Art vcn Auflösung des einen Körpers durch den andern dabei) vo-zugehen; aber dennoch ist die Erscheinung innner sehr sonderbar und mir wenigstens unbegreiflich'ch. Gemeiniglich schmelzen auch die Gemische von Metallen in einer schwächern Hitze als die einzelnen Metalle, woraus sie zusammengesetzt sind. ') llnbe» Von der Wärme und Kälte, z 6s -) Unbegreiflich wäre dieses Phänomen fraulich alsdann, wenn man annähme, daß die Mischung dieser Körper Hey jedem Grad derHiyc eine bloß mechanische bliebe, eine bloße NedeneinanberfleUunq. Aber was für Ursache hat man so etwas anzunehmen? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, daß durch die Verbindung dieser Körper in der Hitze Verwandtschaften derselben erweckt werden, wodurch sich ihre Vechältniß gegen das Feuer verändern? So würde auch das Röniaswnssae das Gold nicht auflösten, wenn es ein bloß mechanisches Gemisch von Kochsalz - und Salpeter- Säure wäre. So aber wird erstere durch letztere gar sehr verändere, und es entsteht ein drittes, gang neues Fluidum. Das Königswasser ist nicht die.-mrhmeusche sondern die chemische Summe beydee Säuren. In dieser Rücksicht, wäre also obige Erscheinung nicht um ein Haar unbegreiflicher, als daß wir Kochsalz essen können, da ein mechanisches Gemisch von Syenden Mineralalkali und Kochsalzsaure, wenn eine solche Mischung möglich wäre, tödtlich scyu würde, ed. §- 4Zr> So wie wir sehr schwerflüssige Körper in einer grossen Hihe zum Schmelzen, und sehr schwer gefrierende Kölper in einer sehr großen. Kalle zum Gefrieren bringen können, so giebck, es vielleicht keinen Körper, den man völlig», unschmelzbar oder völlig nngefrierbar nennen, könnte. Doch hat noch Niemand die Lust in, einen festen Körper verwandeln können, ol> man gleich schon Quecksilber durch einen sck,r starken Frost zum Gefrieren gebracht hat. vi aflwir»n-1o gißare iiiailiclzli, czuo mei-cariu« l-u d)-(ir «a» x^ruz clt cou^-Isiuz rsilo, go, »v, vxzumin Verrvp. 1760. q. und in den xeti-o/i. ,IU«. lg>I. X/. z>.iz. Ol Ken z66 IX. Abschnitt. vigertZtio coulineii! p»n!m -t^ ok lke Loogclsrion ok t^uicktitvcr dp Ilxuite Ll.»cZlZLki in den kkilos l'tSNiZÄ, Vol^ 7Z. p IU ^Liperimcni« kor zlcertaininß rke poini ot mcrcuiiei Lon. xclorion, b/ iuo»»8 «u?cuitis Ebeildas. ^ Okservationz VN blr uuicuias'z Lxpciimrntj t'nr -ierer- mininx lke Zeßtcc os colli. sr vckick (^uicklilvcr fre-Tti d/ «. cxvxtivisn^ Ebeildas. ^dtoavellc, Lxpericncc« pour lervir ä tierermincr le vra/ poinc äe conßelziion llultlercure er I» riiffcrcnce, 8. ?-rct,baufx. 4. 178?. Deutsch im Auszug? in Trolles physscalischemTascheubuche für 1786. Die Resultate dieser merkwürdigen Versuche S. unten §. 47a. und §. 49Z. L-. Die Dämpfe. §. 432. Wenn ein flüssiger Körper einem sehr starken Grade von Hitze ausgesetzt wird, so wird «r auf einmahl in einen viel größer» Raum ausgedehnt und bekömmt dabey eine Elastici- tät, die manchmahl noch weit größer ist als die Elasticitat der Lust. Man sagt nun, der Körper werde in Dämpft verwandelt. Auch selbst feste Körper, und vielleicht alle Körper überhaupt gehen in dem gehörigen Grade von Hitze in solche Dämpft über. Der starken Elasticitat der Salpekerdünste ist größten Theils die große Gewalt des sich entzündenden Schießpulvers zuzuschreiben *), und selbst der Dampf Von der Wärme und Kälte. 367 Dampf des Wassers besitzt eine erstaunende Elasticitat. Beyspiele davon geben die so genannten Windkugeln (aeolipilss), die Knall- kügelchen, die man auf glühenden Kohlen zerspringen läßt, die Wirkung des Wassers das man auf geschmelzte Metalle gießt, und der Papinische Topf, in welchem in Kurzer Zeit harte Knochen weich gekocht werden können. l.s miniere cl'smollr le, o«, ou Sc kairc cuire loutes forte« Uc visnil« en fori xcs a- rcms, pst Irlr. vsriie. it /^mkerrl. lüZl. 8- Iilemoire für l'ulsAe economiczue stu sti^ellcut «te v.tviir. annne su public psr >» fociere «?l!ei, eill» llruüurs er vfu. Lsgl. 1768. gl. 4. »Milkt Versuch einer neuen Vorrichtung von PapinS Digestor. in den Schwed. Abhandl. B.zs. »Nützliche ökonomische Bemerkungen dabey hat Rrü- nilz Encycl. Art. Rochen. Wenn ein fester Körper wässcrichte oder andere flüssige Theile in sich enthält, und diese durch die Hitze in Gestalt von Dämpfen herausgetrieben werden, so kann der feste Körper durch die Hitze wirklich in einen engern Raum zusammengezogen werden, obgleich der Satz allgemein wahr bleibt, daß die Hitze die Körper ausdehnt- ') Was beym Entzünden des Schießpulvers erzeugt wird, ist wohl nicht Salpcrerdunst sondern eine dephlo- gistisirte Luft, die mit der inflammabeln des Kohl- staubs eine wahre Rnalllusr macht, da diese aber nach Hr. warr, Cavendish und Lavoisrer sich größten Theils nach der Entzündung in Wasser verwandelt, so könnte auch dieses in Dünste durch die Hitze ausgelöset werden, so daß man also bey der Wirkung des Schießpulvcrs auf drey Umstände zu sehen hätte; Entwickelung einer Menge Luft, Erhitzung und folglich Ausdehnung derselben durch Z68 IX. Abschnitt. die Entzündung, und Verwandlung des dadurch entstehenden Wassers in Dämpfe. Auch ist hierbcy das Crvstallisations-Wasser des Salpeters nicht zu vergesse». Die Luft welche »ach dieser Verpuffung «och übrig bleibt hat Hr. Achard (Crells ehem. Ann. >784- >2, St. S. 484) als fixe und Salpe- rcrlufr besuiide». L. S> 4ZZ- In der Kalle fliesten die Dampfs wieder zv- fammen und machen eben so einen festen oder flüssigen Körper wiederum aus, wie der war, wor- ans sie entstanden. Sonderbar ist es, daß eine geringe Menge Wasser schnell in eine sehr große Hitze gebracht, weit langsamer in Dampfe verwandelt wird, als in einer schwächeren Hitze. ' l-eivLNekos I sc z-zuze communis nonnuUi« gul!lt»lib»s, Ouisb. ss k,Ucnum 174Ü. 8 ' Oblcrvarions lue un sMcuomenc sc Nesu jcriee sznz un cecvkcr conrensnr su vcrrc cn kulion pur dlr. I>rz- In Rozier's Journal, Januar- 1778. und lur 1'cvzyorslloii sc I'csu jciicc lur Is vcrrc c» tusnn psc b)-. nn»c . im May und endlich t)blcrvsi>uni !ur I'-ikiou recipi-o^ue, quc Ic tc» »r I'csn onr Nun tue I'-urrc, psr dir. Lnic>rro>! jin Gerobcr eben dieses Jahrgangs. (Hierben von der Dampfmaschine, und Hrn. Lvilkens auf denselben Gründen beruhender Luftpumpe; Franklins Rad; Hr. v. Rrmpelens Maschine. Von der Dampfmaschine S. i'luiok. 7>»ns. >094; IZelisor Lr-Iiiicc) isxsrzul. t. II. Oi-ru-n/zers Laurle ot Lxp. !>Ni>. 1°. 11. S. 46?; des Jesuiten Posa Beschreibung der bey dem Bergbau zu Schemniy errichteten Maschinen. Prag. -771. z. Dclius Beschreib. eben dieser Maschine 4; »r/rc-urv obi'c.v,. ric>n> sur les pompcs »tcu. /ymtk. 1774 4; LancriüS Bergmaschineiikunst; Die Dampfinaschine, die «Lapc. Savarv, wie ich in den vorigen Ausgaben dieses Lehrbuchs sagte, aus dem Büchelchen, des, wie es scheint nicht ganz klugen Marquis von Moreestev genommen haben soll und auch wohl genommen hat, ist von der, wovon wie reden verschieden. Das Werkchen des Marquis heißt: » Leniur/ c>k lkc » INS5 snä sr,»rl'l,x» 0/ /»ca >nv?alions s; zi prekenr l css c»II rn nunc! src. und ist l6?? Herausaekommen. Die erwähnte Maschine, ist in der Liste die 68. Weil S. alle Exemplare, deren er habhaft werden konnte, aufgekauft und verbrannt haben soll, so hat sich die erste Ausgabe sehr rar gemacht. Ich besitze einen Nachdruck davon, der zu Glasgow >767 in 12. erschienen ist. Nach der im Gött- Mag. und in Hrn. v. Sehlens phys. Wörterbuch beschriebenen Einrichtung, hat Hr. Marc diese würksame Maschine noch sehr verbessert. Es steht jeyt nicht mehr ein Cminder im andern. Auch, da sonst der Stempel bloS durch das lleber- gswicht des Pumpemverks gehoben wurde, so ist jetzt eine Einrichtung ihn auch durch Dämpfe zu heben und durch diese hauptsächlich können alle Maschinen getrieben werden, die man sonst durch ober- oder unterschlachtiae Wasserräder trieb. Von dieser sehr einfachen Einrichtung, wird in den Vorlesungen gehandelt werden. Etwas von der neuen Einrichtung findet sich auch in: lacwv-m- A <1 ^clu- Z70 IX. Abschnitt. A>rcliireÄurc kzlärzulicju- per I>lr. ve. rkotr/^r. krt» inicrc l '-rlic. »7K0, gr. in 4^0. §. 434- Ueberhaupt ist die wahr e Natur der Dämpfe noch ziemlich unerforscht, ob es mir gleich völlig ausgemacht scheint, daß man die Verdampfung eines flüssigen Korpers nicht mit seiner Ausdünstung verwechseln darf, die wohl nichts anders, als eine Auflösung desselben in Luft ist (§§. 2Z7,2;8). Es giebt flüssige Materien, die nicht ausdünsten, aber doch in der Hitze in Dampfe verwandelt werden. Daß bey vielen flüssigen Materien beydeö Statt findet, und zuweilen zu gleicher Zeit geschieht, ist vielleicht Ursache, daß man beide Begebenheiten oft mit einander Verwechselt hat. Unter allen Erklärungen aber, die man darüber versucht hat, befriedigt wohl keine weniger, als wenn man sich hohle mit Luft angefüllte Dunst- oder Dampfbläschen gedenkt, die durch ihre Leichtigkeit in der Luft aussteigen sollen. Lorrn. «VI!,, I.l-I»>niivs lls cleuarion- veporiim er lle cvrporikui, od csuiisiem mclutsiri in »ere ns- isre pollunr; in den üero/i». 7o,n. 12) NNd op. //. ?nrt.//, piix. Christ. Gorclieb Drnizensteine Abhandlung von dem Aufsteigen derDiinste und Dämpfe, welche von der Akademie zu Bourdeaup den Preis erhalten. Halle 1744- S. eno. v?oi.5y nn tk- »lccm ok Vzpomz rzsou j» den dlzncliclkc- dkcm. 'I'. I. (Die Wicktinkeit der in diesem § vorgetragene» Lehren und ihr sich sehr weit erstreckender Nutten wird eine etwas lange Annierknng rechtfertigein Kein geringer Theil der Schwierigkeit, die die Lehre vom Aussteigen der Dünste bisher hatte, rührte daher, dasi man nicht deutlich erklärte was man unter Dünsten und Verdunsten verstehe; daher paßt oft eine Erklärung ganz gut auf ein Phänomen, aber nicht auf das andere, und das womit man einen Theil recht gut erklärt hatte, wurde doch oft blas deswegen verworfen, weil es nicht alles erklarte. Der Hr. V. ist, weil ihm manche neuere Beobachtungen noch unbekannt waren, in denselben Fehler verfallen. Folgende Betrachtungen werden, ws nicht alle, doch qewiß die meisten Schwierigkeiten heben. Wenn flüssige Materien crhiht werden, so verbindet sich, ein Theil derselben mit der Materie des Feuers, wird gleichsam in demselben aufgelötet, und macht das was man elastische Dampfe nennt, die, so bald sie das Feuer, mit dem sie nur schwach verbunden sind, verlaßt, wieder das vorige rropsbarc Fluidum werden, aus dem sie entstanden waren. Sie sind vollkommen durchsichtig so lange sie die dazu nothige Wärme haben, werden aber sogleich sichtbar so bald sie diese zu verlieren anfangen, und verschwinden alsdann oft zum zweyten Mahl, weil jedem Grad von Wärme andere Dämpfe nähmlich von anderer Dichtigkeit und Elasticität zu gehören. An der Acolipila lassen sich tues? Erscheinungen alle sehr gut wahrnehmen. Bey dieser Art von elastischen Dünsten, die. ich künftig schlechtweg Dampfe nennen will, hat die Luft nichts zu thun, ja sie ist der Erzeugung derselben durch ihren Druck oft hinderlich, daher verdampfe das Quecksilber im Barometer den einer sehr mäßigen Wärme- und das Wasser im Wasserbammer aeräth durch die Wärme der Hand ins sieden. Füllt man Gefäße gänzlich damit an, und kühlt sie, nachdem sie verschlossen worden, ab, s» entsteht ein luftleerer Raum. Darauf gründet sich hie wilkcschr stufr- Aa 5 pumpe z?Z IX. Abschnitt. pumpe >md die Englische Dampfmaschine. Allein die kii>t ist nach einigen außerdem noch ein Anf- lösuiigsmittel vieler Flüssigkeiten und das Wasser zumal,! wird sehr leicht in ihr aufgelöset, es aiebt also nach dieser Lehre eine Verbindung des Wassers mit der Luft, die der vorhergehenden des -Wassers mir der Fcuermaterie ähnlich ist. für die man aber kein eignes Wort hat; die Luft heißt immenveg Luft, sie mag wenig oder viel Wasser aufgelöset enthalten, doch sagt man von dem Wasser, das nach und nach durch beyde verliert, es perdünste. Die Verdampfung ist dieser Auflösung der Flüssigkeit sehr günstig; ja Hr. von Saussüre inuthmaßet, es geschehe gar keine Auflösung ohne vorhergehende Verdampfung. Also sagt die Be« inerkung unsers Hr». Verf. daß manche Flüssigkeiten gar nicht ausdünsten, die dennoch in der Hitze verdampften, weiter nichts, als daß die gewöhnliche Wärme der Luft nicht hinreiche, diese Flüssigkeiten in Dämpfe zu verwandeln und sie dadurch in einen Anstand zu bringen, in welchem die Luft fähig wird, sie anzugreifen und aufzulösen. Durch die Kunst wird dieses bewürkt. Nennt man also dieses aufgclösetc Wasser Dünste, so begreift man leicht wie Dünste aussteigen können, nemlich durch die Winde wird die ganze Wasscrauflöscnde Luftwaffe durch einander geschüttelt, und so enthält endlich die ganze Luftkugel Wasser, bald mehr bald weniger auf eine große Höhe hinauf, und oft alsdann in einem sehr hohen Grade, wenn man im gemeinen Leben sagt, sie sey von Dünsten rein. Dieses ist den Physikern längst bekannt gewesen. In der Natur finden sich vermuthlich Dämpft und Wasserauflösungen mit einander nach unzähligen Verhältnisten vermischt. Ist die Luft mit Wasser saturirt und sie erkaltet oder verliert auf irgend eine Weift die Kraft, das Wasser aufgelöset zu halten, so schlagt sich dasselbe daraus nieder, und dann entsteht das, was man im gemeinen Leben Dunste, Wolken, Nebel, u. s. w. nennt, doch geschieht auch dieser Niederschlag oft ohne diese Erscheinung, wie zum Beyspiel meistens beym Tbau, da Hey dem heitersten Himmel die Kleider Von der Wärme und Kalte. z?z Kleider naß werden. Es ist also nicht sehr schwer zu erklären wie Wolken in einer großen Höbe entstehe» können, allein warum diese Wolke», die sehe oft so hoch stehen, daß man die sie umgebende Luft aar fsialich halb so schwer annehme» kann, als die nahe an der Erde, nicht herab fallen, da sie, wenn die Wolken Wassertröpfchen wären, unmöglich in einem rccnmahl leichternZludio schwimmen könnten ; das ist nicht so leicht zu erkläre». Au glauben sie hängen, so wie etwa der Staub in der Luft und erhalte» sich durch ankleben an dieselbe oder durch die Bewegung derselbe», erklärt das Ganze nicht; die Wolken erheben sich öfters als solche von der Erde, wie beym Rauchen der Berge, senkrecht! in den Thälcrn der Schwein stehen sie mehrere Tage lang still, sind scharf gegen die Erde zu abgeschnitten, ja sie steigen und fallen mit dem Barometer, welches auch die Wolken über dem Aern» und Vesuv thun; kurz, die Wolken verhalten sich genau als wie Körper die specisisch leichter sind als die an der Erde befindliche Luft, und jedesniahl mit der sie umgebenden von gleicher oder nicht sehr verschiedener spec. Schwere. Man weiß jetzt mir Zuverlässigkeit, daß es Bläschen sind; Hr. von Jaussüre hat sie in den Wolken selbst beobachtet. Auch kann man sie auf heißem Eaffe und heißer Ointe durch Vergrößerungsgläser von > oder Zoll Brennweite deutlich bemerken), (versuche über i>ie ^ygromerrie, Scirc der Teurschcn Ueder- ftgung); freylich find sie auch mit soliden Tröpfchen vermischt, die vcrmuthlich beym Zerplatzen der ersten entstehen, herabfalle», und entweder, wenn sie dabey durch eine minder saturirtcLust gehen, wieder aufgclöset werden, oder sich, wenn dieses Zerplatzen häusig geschiehst, unter einander verbinden und den Rege» verursachen, tvas in diese» Bläschen ist, und wie sie entstehen ist freylich noch nicht ausgemacht; genug daß es nach Hrn. Saussüre erwiesen ist, daß sie da sind Mir gemeiner Luft ans der Region, worin sie hängen, können sie nicht angefüllt seyn, sie würden sonst fallen, eine blosi specisisch leichtere Lust kann es ebenfalls nicht scyu, sie würbe» sonst von der äuße- Aaz re« Z74 IX. Abschnitt. rcn zusamniengedruckt werde», es muß also ei»? zugleich auch spocifisch clufiischcresevu. (§.»?> c.) Ist cö vielleicht die Materie des Feuers das sie ausfüllt, oder die elektrische V Letzteres hat sehr viel Wahrscheinliches, da man jetzt weiß, daß mit dem Dunst Elekttieität erzeugt wird, und auch vermuth- iich alle Wollen elektrisch sind. Daß wir nicht wisse», wie die Bläschen entstehe», würde nicht einmahl eine daraus gebaute Hnpvthese umstoßen, gesetzt auch man »lurhinosiere sie bloß und hätte sie nie gesche»; den» der ganze Mechanismus der Präripiration und Crvstallisativn ist uns unbekannt, und es ist nifi)t uiu.ein Haar unbegreiflicher, wie ein aus seinem Menstruo niedergeschlagenes Flui- ?>l!m uiit einem gewissen Tbeii des Menstrui sich verbindet und damit ein Bläschen bildet, als woher das Sechsccrichte in sen Schnee-Figuren kömmt. Schön wäre es, wenn sich nun gar darthun ließe, daß Verbindungen von Bläschen, die gefrieren, solcbe sechseekichtc Gestalte» darstellen könnten. Vielleicht ist anch derjch'itxnnlst nicht mehr weit entfernt, da mau mehrere Wege ausfinden wird, W 'ssec in Lustarten zu zerlege», und aus Lustarten Wasier zusammen zu setzen, als man bis jetzt kennt: da denn, wo nicht alles, doch das meiste von dem, was wir jetzt durch .Uufläsunri und Niederschlag! hierbei) erklaren an» einer solchen Verwandlung, manchem Phänomen der Meteorologie anpassender, erklärt werden möchte. Je!; habe großen Grund zu vermiltben, daß ein Werk des Hrn. De Luc über diese Materien, welches ehestens erscheine» soll, hierin sehr viel Licht geben wird. Je!)' bin in rieser Anmerkung etwas über die Gränzen dieses Kapitels hinausgegangen, es war aber nöthig de» Hrn. Verfassers Gedanken theils zu erlaulern theils zu berichtigen. Ich werde de» der Lehre von de» Meteoren aus diese Anmerkung verweisen. U.) Das Werk auf welches ich in de? vorhergehenden Anmerkung Hoffnung machte, ist nunmehr erschiene». Es sind nemlich Hrn. De lluc? >».-> im >-> dt-wo- lMop!-. die ich schon einigemahl angeführt habe. Es wird darin gezeigt, daß die Nasser dämpfe dey aUr» Temperaturen entstehen können, so gut Von der Wärme und Kälte. z?s gut Ol« bey der Hitze des kochenden Wassers, nur daß sie bey diesem Grad von Hitze eine expansive Kraft besitzen die dem Druck der Atmosphäre gleich ist. Ist dieser Druck geringer so kocht es eher u< s.w. Diese expansive Flüssigkeit exikirt nacd ihin als ej>r für sich bestehendes West» in der Luft, bey jeder Temperatur, wird diese Temperatur geringer s» zersetzt es sich zum Theil zu Dünsten, diese Dünste aber werden bald wieder Dämpfe von einer nie« drigen Temperatur u, s. w^ Also löset nach Hrn. De Luc, die Luft das Wäger nickr auf, sondern was wir feuchte Luft nennen hängt bloß von dieser Flüssigkeit ab die wir Dämpfe nennen und die sich so in der Luit aufhält, als etwa phlogistische Lust darin ist, nur mit dem Unterschied, daß sie nicht bei? jedem Grab der Wärme permanent ist. Wenn sich Luftartcn abkühlen, so ziehen sie sich bloß zusammen; wenn sich Dämpfe abkühlen, so ziehen sie sich auch zusammen, allein dabey wird ein Theil zu Wasser, dieses Wasser fällt zum Theil nieder oder wird wieder em Dampf von einer anderir Temperatur durch benachbarte Wärme. — Ferner erweist Hr. De Lue, was ich voraus sagte, daß der Renen weder eine Präcipitation des bloss aufgelöteten, wenn man will, noch auch eine Zersetzung der Dämpfe in der Luft, sondern etwas viel Größeres ist. wovon ich bei? der Lehre vom Regen etwas bevbringen werde L. ') Die Hypothese der Auflösung findet man mit vielem Scharfsinn vertheidigt in ich. Hube über die Ausdünstung und ihre Wirkung in der Atmosphäre. Leipzig. «790. 8. Auch in s. voll ständigen und festlichen Nncrrrichr >n der ittakmlehre 2,r Sd. Er nimmt so gar zweyerley Acten von Auflösungen des Wassers in der Luft an, ob es gleich direkte noch nicht einmahl erwiesen ist, ob es überhaupt eine gebe. Mich dünkt Hr. De Luc, hat zumahl in seiner neusten Schrift über die Ausdünstung der AuflösungS - Theorie Gründe entgegen gesetzt, die bis jetzt noch durch nichts als Muthmaßungeu bestritten und folglich noch nicht widerlegt worden sind. — Indessen wenn auch die Luft das Wasser nicht eigentlich uufiösrr, sollte sie nicht als Aa 4 hygrvskv» Z76 IX. Abschnitt. hlMvskopische Substanz so gut feucht wcrhsn künncii als jeder andere Körper durch puvsische nicht chemische Adhäsion? Und am Ende was ist kufl ? Könnte es nicht Wasser in Feuer ausaeiöser sen» «Dumpf) dem ein drirrcr dw Permanenz «.chemische Adhäsiv») gäbe? So kämen vcydePartheyen, und noch andere mit ihnen, zusammen. K. Das Sieden der flüssigen Körper. §- 435. Die Dampfe, worin flüssige Korper in der H!he verwandelt werden, sind auch Ursache am Sicdcn derselben. Wir sehen dabei? in dem siedenden Körper eine Menge von Blasen aussteigen , die aus der Oberfläche desselben zerplatzen und überhaupt in demselben eine stürbe Bewegung hervorbringen. Frcylich har die in dem stüssigcn Körper enthaltene Luft mit Aulheil an der Entstehung dieser Blasen, und der Körper reinigt strb beym Sieden nach und nach vcn der just; aber der Lust allein kann die siedende Bewegung nicht zuzuschreiben seyn, weil auch solche flüssige Materien in der Hitze sieden, die man auso vollkommenste von Lust gereinigt hak. Ver- muihlieb (wohl gewiß Lb.) rührt es haumsachlich davon her, daß ein starker cchitzrer Theil des flüssigen Körpers in Dampfe übergehr, die iik dem übrigen flüssigen Körper ihrer Leichtigkeit wegen nun in die Höhe steigen. lkcclierck-5 im 1-5 csul-5 Uu I>ou!IIanncmenr st-s li^mil-5, pzr st. l'sbke K0I.I.L1; j» tw» -te -7^L. x.^. 77. VvUI Von der Warme und Kälte. Z?7 Vom Maricnbad, und warum Wasser, das man selbst in den dünnsten Gefäßen in kochendes Master hält, darin nicht kocht? n. 'Olss. Nc -Ijuz ineia ilqusm 5c»vcmcm non cbullwni«. l.zvi5l.> cni»k»s!^ii. (Ziouinxzc I77Z- 4- §- stZÜ. Hieraus laßt sich schal; im Voraus einsehen, daß z-im Sieden eines flüssigen Körpers ein gegewisser bestimmter, aber auch begränzkcr Grad von Hitze erforderlich ist, den man durch mehr Feuer nicht vergrößern kann "). Aber die Erfahrung hat auch gelehrt, daß die flüssigen Körper einen starkem Grad von Hitze zum Sieden erfordern, wann die Lust starker auf ihre Oberflache drückt, als wann der Druck der Alst ge- »inger ist. Deswegen siedet das Wasser scholl bey einer mäßigen Warme im lustleereu Räume, und nimmt hingegen in dicht verschlossenen Gefäßen über dein Feuer eine ungleich größere Hitze an als in srener Alst. ') Fix ist der Grad nur alsdann, wann die kochenden Flüssigkeiten homogen sind, z, V, beym Wasser, und rectisicirten Weingeist. Wein hingegen, gemeiner Branntewein, vu'Ie Oele, erhitz»'» sich immer mehr ie länger sie kochen, nnd dieses so lange bis der Nest homogen wird. Dieses ist die Ursache warum auch Wein in Gefäßen in kochendem Wein aufgehängt, endlich kocht. 4. Das Glühen und die Flamme. §- 437- Eine große Hitze bringt die ihr ausgesetzten Körper zum Glühen, das heißt zum Leuchten, Aa 5 in Z?8 IX. Abschnitt. »n einem größern oder geringer» Grade. Auch die Dämpfe mancher Körper lassen sich so stark erhitzen, daß sie zum Glühen gi-lanqe», und alsdann bilden sie das, was wir Flamme nennen; daher geht der Rauch, das heißt Dampfe, die noch nicht glühen, bey einer Vergrößerung der Hitze leicht in eine wirkliche Flamme über. §. 4Z8- So wie aber nicht alle Dampfe zum Glühen zu bringen sind, oder so wie nicht alle Körper ge» schickt sind zu brennen, so glaubt man Ursache zu haben, in den dazu geschickten Körpern ein gewisses brennbares Wesen (plllogillon) anzunehmen, das sie zur Unterhaltung einer Flamme vermögend macht. Dergleichen enthalten viele Körper, z.B. Oele, Weingeist, Holz, Schwefel u. s. f. in Menge, vielleicht findet sich etwas davon, sollte es auch noch so wenig seyn, in allen Körpern "). Die Existenz dieses Wesens, wovon der Vegriffmit dem Nuhm seines großen Gründers, Srahie, bald mehr bald minder nivdisteirt, sich über ganz Europa verbreitet batte, wird jetzt auf Veranlassung des Hrn. itavoisi« und einiger andern, vorzüglich Französischer Chemisten, fast allgemein nicht blos in Zweifel gezogen, sondern mit außerordentlicher Zuversicht schlechtweg geläugnet. Viele von den Phänomenen, die man bisher durch Levrrirr und Lmcferimng des Phloaistvns erklärt hat, erklärt man nemlich, und gewiß nicht selten sehr glücklich und adaguat, umgekehrt durch iLnifcrmmg und Beyrr-rc eines andern eignen Grundstoffes, den MaN den Sämvzeugendcn (principe oxxg0n-) nennt, der übrigens mit dem Wesen, das er verdrillt- Von der Wärme und Kalte. z?s drängen soll, auck dieses gemein Hai, daß er blos angenommen ist und für sich allein nickt dargestellt werden kann. Mit dem Marmestoff 0-!v>>quk) und vielleicht dem Lichte verbunden, macht er die dexhlvaistiürte Lust, gerade so wie nach einigen das plocusion mit eben diesem Wärmcstvff die inflammable macht. Mit de» Metallen verbunden macht er die Mctailkalke, mit dem Phosphor, dem Schwefel, dem Stickstoff, u,s, w. die Phosphorsäure, Vitriolsäure, Salpetersäure, sowie mit andern Grundstoffen die andern Sauren. So weit aeht alles sehr gut und, was die Erklärung der Vermehrung des Gewichts Hey dem Verbrennen und Verkalken mancher Körper betrifft, allem Anschein nach besser als im alten System. Die Hitze, die beym Verbrennen entsteht, ist nach ihnen das La- loriauo des Gprgcn-Gnses, das von seinem (l>xv- gen, welches andere Verbindungen eingegangen ist, getrennt, sich iinn sre» auf die benachbarten Körper wirft. Hierbei» hat indessen der philosophische Naturforscher, der immer das Ganze vor Auge» haben und nicht, wenn man ihm einige wichtige Zweifel aegcn sein bisheriges System gemacht hat, sogleich in das neue flüchten muß, das man ihm darbietet, zu bedenken. >) Daß die Einfachhcir der Metalls in dem neuen System eben so bypo- rhcrischist, als ihre Zusamn'.engcseyrhcic im alte», und eben so die des Phosphors, Schwefels ir. und man also dicLehrmeynung, daß die Zersetzung der dephlogistisirteu Luft durch doppelte Verwandtschaft geschähe, nicht zu geschwind aufaeben muß. Sie könnte wieder Mode werden. Einige Metalle vcrrathei! sich wenigsteus bey starker Erhitzung Zange vor der Verkalchunz, durch einen specisiken Geruch.^ 2) Daß wir mit apodicktischcr Gewißheit Mos wisten, daß die Lust durch die Hiye im frcyeu sehr ausgedehnt und dadurch sehr flüchtig von dem heißen Körper auswärts weggerrieben wird, und der kälter» Play macht. Daß sie bev großer Erhitzung endlich von manchen heißen Körpern ohne weiteres Zwischenmittel angehalten werde, die sie kurz vorher noch so sehr schnell floh und immer schneller je beißer sie wurden, ist also eine bloße Hypo- z8o IX. Abschnitt. Hypothese, die kaum so annehmlich ist. als die, daß der verbrennende oder der sich verkalchende Körper endlich auch etwas hergebe und sich mir ihr verbinde, wodurch sie ihres Feuerstosss und ihrer Flüchtigkeit beraubt, ihren noch übrigen Theil, au den heißen Körper abseht. ?) Daß man nicht fragen müsse, was denn aus diesem Brennstoffe werde z, B. bey der Verbrennung des Phosphors in reiner Luft, wo nichts als Säure übrig bleibt, so lange man Nicht weiß was das Licht eigentlich ist. Wie ist es nur möglich über die Nvneristeiij eines Brennstoffs so abzusprechen, so lange ina» die frappanteste Erscheinung bepm Verbrennen, das Leuchren nicht erklärt, zumahl da man in durchsichtigen drenndaren Körpern, als im Demant und im Terpentin-Spiritus einen so merkwürdigen Zusammenhang zwischen Brennbarkeit und Brechung des Lichts entdeckt hat. Es war daher ein rühmliches Verfahren bcy der Erklärung obigen Phänomens, auch zugleich Rücksicht auf das Leuchten zu nehmen. Dieses haben »eure Chemiker dadurch versucht, daß sie annehmen das Licht bestehe aus Xmcimuoff und'Männestoff isS. Richters Versuch einer Critik des autiphlog. Systems im -teil Stück seiner Schrift über die iieucrn Gegenstände der Chemie. Drei, im syst. Handbuch der gesammteii Chemie, zwente ganz umgearbeitete Auflage §. 259), Dieses ist nun freylich nicht mehr der Stahlische Brennstoff. Andere haben sich wieder andere oft seltsame Vorstellungen davon gemacht. Mau hat daher selbst diese Uneinigkeit gegen die Vertheidiger des Phlogistons überhaupt gebraucht, und weil man ohne dasselbe fertig werden zu können glaubte, es ganz geläugnct. Die Chemie hat sich indessen dieses Verfahrens nicht zu schämen, da in weit erhabener» Lehren z.V. der von der Seele und selbst der erhabensten, deren Gegenstand ich hier nicht herziehen will, die Untersuchungen oft denselben Gang genommen haben» So viel hier vom phlogiston, dessen Existenz sich übrigens recht gut mit ander» Hauptsätzen der neuern Chemie verträgt. Andere Bemerkungen über dieses neue System, kommen LAeils in de? Vor- Von der Warme und Kälte, z 8 r rede theils an solche» Stellen des Buches vor, wo sie sckiclticher sind. Ich merke nur noch an, daß bereits über »oo Jahre vor stavoifiev ein jung verstorbener Englischer Arzt Iechn Mayow, vieles, was diesem System eigen ist, nur mit andern Nah- - men vorgetragen hat. Nachrichten von ihm und seinen Schriften finden sich in folgender sehr le- senswerthen Schrift: z- ^ scunnn»» Uas, !. »izvuvv vor bunctcii fakrcn Sen tZruncl rur snli- xblo^utiscbe» Lbcmi- unä kk^stologie Lclcjjr ksr. V^ie» 179z. g. Z. 43Y- Die Flamme erhitzt andere Korper, die sie berührt, weil sie selbst heiß ist; und auf diese Weise entzündet sie auch andere Km per, welche dazu geschickt sind, oder brennbare Theile enthalten. Die große Hitze der Flamme zerstreuet aber auch immer die Theile des brennenden Wesens, woraus sie gebildet wird; und wenn daher eine Flamme forcdauren soll, so muß ihr immer wieder aufs Neue etwas zum Brennen Geschick- teS zugesühret werden. Dieß lhut z. B. der Dacht einer Kerze oder jampe, indem das geschmelzte Wachs oder Talg oder das Oel bis zur Flamme selbst darin in die Hohe steigt. Die Flamme steht bey einer Kerze immer nur an der Spitze des Dachres und etwas über der Ober» stäche der Talges oder Waches, weil diese nicht so heiß zu werden vermag, daß sie selbst brennen kann. §. qqo. Indem nun das Oel der sampe, oder dos Wachs der Kerze, nur in den ganz feinen Röhren ZL2 IX. Abschnitt. ren des Dachtcs bis zur Flamme hinaufsteigt, so wird das darin bestndliche zum Brennen Geschickte durch die Hitze so ausgedehnt, daß es ebenfalls Theile der Flamme abgeben kann. Eine zu große Menge von Oel oder Wachs würde, wenn sie zufließen könnte, die Hitze vielmehr vermindern und die Flamme auslöschen, weil sie nicht so geschwind stark genug erhitzt werden könnte. Deswegen brennt auch Wachs, Talg oder Oel nicht ohne Dacht; (nemlich nicht eher, bis eö so sehr erhitzt wird als es in dem Dacht ist L,.), der Weingeist thuk es, weil er durch einen weit geringer» Grad von Hitze in Dampfe verwandelt wird; vielleicht auch mehr Brennbares enthält. §. 441. Der Dacht ist also bey einer Kerze oder lampe ein wesentliches Stück, das dazu dient das Fett oder Oelzuzusühren, welches eigentlich die Flamme unterhalten muß; er wird aber mit der Zeit selbst zu diesem Geschäfte unbrauchbar, wenn er entweder durch die Flamme selbst verzehrt wird, oder wenn unreine Theile des UnfchlitkeS die Haarröhrchen in demselben verstopfen, in welchen daher die weitere Nahrung der Flamme nicht mehr aufsteigen kann. Hieraus fleht man die Unmöglichkeit eines ewigen Dachces bey den gewöhnlichen unreinern Oelen ein; noch vielmehr fallt die Thorheit eines ewigen Lichtes, das gar keine Nahrung gebraucht, in die Augeg. 8- 442. Von der Wärme und Kälte. z8z §. 442. Keine Flamme kann in einem luftleeren Räume fortdaurenja sie verlischt sogar, wenn die Luft um sie herum nicht immer erneuert wird. Man weiß gegenwärtig mit Gewißheit, daß die Lust der Flamme den Dienst leistet, daß sie das Wasserichte und andere Theile, die sich etwa mit in der Flamme befinden, und selbst zur Bildung derselben nichts beylragen können, auflösen und fortführen muß, damit diese Theile die Flamme nicht auslöschen. Aber vielleicht muß auch die just die Theile der Flamme selbst bey einander erhalten, damit sie sich nicht zerstreuen, ohne eins Flamme zu bilden. Hieraus laßt sich begreifen, warum in der Kalte eine Flamme lebhafter brennt, als in der Hitze. Fixe Luft, oder phiogistische oder ilistammablelc, würde die Flamme eben so gut zusammen halten und die wasserichten Theile fortführen, als die atmosphärische und dennoch verlischt ein Licht in denselben augenblicklich. Alles dieses wird unten bey der Theorie viel einfacher und natürlicher erklärt werden, e,. S- 443- Auch lehrt die Erfahrung, daß Luft, worin eine Flamme ausgebrannt ist, eine Verminderung ihres Inbegriffs (volumon) dadurch erleidet, und nur dadurch aufs Neue geschickt gemacht wird, abermals eine Flamme in sich brennen zu lassen, daß Pflanzen eine Zeit lang in ihr gewachsen sind. Thiers können dergleichen Lust, wor.ii Z84 !X. Abschnitt. worin ein Körper ausgebrannt ist, ganz wohl achinen. Was von diesen Behauptungen zu halten sey, wird jeden ausmerksamen Leser, das in den Anmerkungen bereits gesagte mit dem verbunden, was noch gesagt werden wird, von selbst lehren. L. S- 444- lleberhanpt trennen und entfernen sich, indem ein Körper brennt, nicht nur die Theilchen von ihm, weiche selbst die Flamme ausbilden, fondern auch noch eine Menge anderer Theile, welche durch die Gewalt der Flamme mit sortgerissen werben. Von diesen fremdartigen Theilen der Flamme rührt auch vermmhlich ihre verschiedene Farbe her. Man kann auch einen Theil von dem Fremdartigen, was das Feuer ausdiese Weise von dem Körper scheidet, über der Flamme auffangen, und nennt ihn Rliß; dieser enthalt selbst noch eine ansehnliche Menge brennbares Wesen, das noch nicht verbrannr oder zerstört ist. lieber die Reinigkeit verschiedener Flammen hat Musscheiibroek schöne Versuche angestellt. Merkwürdige, nicht sehr bekannt gewordne Versuche über den Ruß enthalt ite-densrosss Adh. a- com. immis imlinulüs iznzlicaubu». vuiiburgi sS ltbcn, >7,6. 8> L- §- 445- Eine Flamme wird durch Anblasen vergrößert, weil man dadurch theils die Theile, woraus sie besteht, noch naher bei? einander halt, daß sie sich nicht so geschwinde zerstreuen können, theils aber Von der Wärme und Kälte, z z s aber das Hervoidu'ugen des brennbaren Wesens und die neue Entzündung desselben auf eine kleine Zeit zurück hälr, worauf sich aber bald um desto mehr auf emmahl entzünden kann. Eben so vermehrt Wasser i» Feuer gesprüht die Hitze. Blast man aber zu stark in die Flamme, so werden vielmehr die Theile des Brennbaren zerstreut, und die Flamme also ausgeblasen. Wasser in die Flamme gegossen löscht sie ebenfalls aus, weil es auch selbst, wenn es siedendes Wasser wäre, dennoch den brennenden Körper zu sehr abkühlen würde, als daß dieser noch fortbrenncn könnte, zumal da das Wasser die brennende Oberflache gege« die Lufc bedeckt. Wasser in Dampf verwandelt, löscht die Flamme noch sicherer aus, indem der Dampf wegen seiner großen Elasticitat alle susc von dem brennenden Körper abHalt, und wie ein starker Wind wirkt. (Daß Wasser in Dampf verwandelt, das Feuer noch sicherer auslöschen solle, als Wasser selbst, ist wohl nicht wahrscheinlich. Wasser auf glühende Kohlen gegossen, löscht dieselben, wenn eö reichlich genug geschieht, aus, lbeils weil die Dämpfe eine große Menge Hitze rauben , um Dämpfe zu werden, und theils weil das Wasser in Menge zugegossen, den Zutritt der Lust bindert und etwa wie Sand wirkt. In diesem Verstände wird wohl niemand behaupten, daß Dämpfe besser löschen, als das Wasser aus dem sie ja entstehen. Was aber auch die wirklich schon bereireren Dämpfe, in eigenr- lichcr Form hüizuaeblasen betrifft, so streitet die Erfahrung wider Hrn. E. sowohl bey derAeolipil« als bey Hr. Rl-ppsteins Maschine der das Gebläse bey Schmelzöfen durch Wasserdämpfe ungemein verstärkt hat. (S. Gothaisches Magazin für das B b Neuste Z86 IX. Abschnitt. Neuste aus der Phps. und Nat. Geschichte iilten Bandes 2tesSt. S. >69.) Die Versuche sind ungemein merkwürdig, man muß aber so lange daraus noch keine Argumente gegen Hr. Crangords Theorie, die unten erklärt werden wird, ziehen wollen als man noch nicht weiß, was für Luftverwand- lunaen vorgehen, wenn Masssrdampfe gegen glühende Kohlen geblasen werden. Auch löscht selbst fire Lust gegen eine Lichtstamme scharf geblasen, dieselbe nicht aus, vermuthlich weil dadurch ein Aug in der anliegenden atmosph. Luft nach der Flamme hin bewirkt wird, der hinreichend ist sie zu unterhalten, st. §. 446. Auch kann man verhüten, daß Holz und andere entzündliche Körper nicht leicht brennen, wenn man Dinge in und um sie bringt, welche machen , daß die entzündlichen Körper nicht leicht denjenigen Grad ven Hitze annehmen können, der zum Brennen erfordert wird. Nasses Holz brennt z.B. nicht so gut als trscknes; auch nicht Holz, das mit Alaun durchdrungen ist. Wenn die Oberfläche des Holzes mir Diagen überzogen werden könnte, die die jaf ganz davon zurückhielten und die für sich auch nicht brennen könnten, so würde es sich noch weniger anzünden lassen. Iol). Friede. Glasers Beschreibung der glücklich abgelaufenen großen Feuerprobe, welche mit seinem erfundenen brandabhaltenden Anstriche öffentlich gemacht worden. Leipzig 177z. 8. (Aehnliche Versuche haben iksro Mahon (jetzt Graf von Sranhopeb und Herr Harrlcv in England, und der Ingenieur Obrist von vrequin zu Wien angestellt. S.ZloziersJvur». April 1779 S.goS, p,.) tur !es Il-nimen» iucoml 'lible» piir HI ö-r-11,» »v>uxeU-! 1778. Auch i» Rozicrs Journal Oct. >7?S. v. „. / ./ / «eher Von der Warm: und Kalte, z 87 llebcr die hierher gehörigen in Schweden anaestestteu Versuche der Herrn von Are» und Nrsträi» S- v. «Lrrlio chem, Ann. >794- > St. S ??^ und >79?. xutes St. S 5>9; Erinnerungen dabey 1794. »tesSt. S. >29. e.. Deutsch Franks. >790. gr. st. Hicher gehört auch das Steinvapier des Hrn. Fape. S. Gothaisches Magazin >v.B. 1 K. r?'' und über die Analyse desselben edendaselbff. rv.V. 4. S.40. L.. Z- 447- Das Glühen einer KVhle ist von dem Brenne» eines andern Korpers nur durin nute! schieden, das; sich nicht glüheudeDämose in hliiläng- sicher Menge um die Kohls ansammeln, um eine Flamme zu bilden. We- n also mehrere K hlrn neben einander gelegt und noch dazu angeblasiu« werde», so einsteht eine wahre Fl mme über ihnen. Eine Kehle glühet daher ebenfalls nicht ini luftleeren Raums oder in einer eingesperrten just, ob sie gleich darin so stach erhitze werden kann, daß sie leuch.et; sie brennt auch nur bloß auf de? Obe> fläche. (Die Flamme der brennenden Körper ist wsbl in den bisher dekannten Fällen der Zerf.tzung von hustarten hauptsächlich der dtphlonichsimen für sich allein oder in Verbindung mit der inflamniadrui zu zuschreiben. Das Verbrennen in der dephlogisti- sirren Salzsäure kann ebenfalls dahin zurückgebracht werden. ES wird nämlich de» diesen Zer- setznnae» Warme und Liebt srey. Da es aberürar nicht in sich widcrsprechend ist, daß Hil-e mit Licht auch bcy plötzlichen Zersetzungen anderer Körper entstehen könne, so gut als Hey Lustzersetzungen: so lassen sich die neuen Versuche einiger Hrllandi- scken Phvfiker, die dergleichen in luephitlsche» Luitarten ohne Zersetzung derselben und selbst in, luftleere» Raum hervorgebracht habe» wollen, recht gut Bb 2 aus 388 IX. Abschnitt. aus der alten Theorie erklären. S. k-cli-rck-? 4>U^Ilcc> - ckemUjU» psr I"Ik»I r>lil»^U!<, ?i>c>08?- vt'vcn, iZo^vi', »iii-u«/i.^rec> er i^^vi'Kxu°ukc/ I>r?m. III ä ^mll-sc>zm 1794 4. auch V. Lrell» chem. Annalen 179-. xitcsSt. S. z8?. und dessen Anmerkungen darüber xiiteS St. S. ZZ-r. L. Weitere Zerstörung der Körper durch die Hitze. Z. 448. Was von einer ausgebrannten Kohle oder überhaupt einem mit einer Flamme verbrannten festen Körper in Gestalt eines Pulvers zurückbleibt, und weiter keine Flamme ernähren kann, wird gemeiniglich Asche ge.-.m nl. Aber auch manche andere Körper, die keine Flamme zu bilden geschickt sind, werden im Feuer verkalkt, oder zerfallen in ein Pulver, ohne eigentlich selbst zu verbrennen: noch anderewerden darin verglast, oder sie werden zusammenhangend, hart, und im Bruche glänzend, manchmal zugleich durchsichtig. §. 449. Sehr merkwürdig ist es, daß sich an die T heilchen der Metalle insbesondere, indem sie verkalkt werden, der Hitze ohngeachtet, dennoch Theilchen aus der sust fest anlegen, sich selbst gleichsam enge zusammenpressen und das Gewicht der metallischen Kalke ansehnlich vermehren. Diese just läßt sich hernach durch allerhand chemische Kunstgriffe als eine sogenannte künstliche iuft (§. 259) wieder von dem Kalke absondern. Ehedem Von der Wärme und Kälte, z 89 dem glaubte mm- fälschlich, es lege sich aus dem Feuer selbst, warst, die Metalle verkalkt werden, etwas an die Kalke und vergrößere ihr Gewicht. Kt-«' expcrimenr, to mzkc kre znä ttzm- ltzbt- ,nä pc>n» Sc^kie, ky oc>L, sc>vl.e; t4>l. t/t. xnx. 54». Oillerrzrion tvs I» c-ulc Sc >'s»j-menr!>lion ci- pvicll -zue c-r- lzuici mziiär-5 sc^uicrcnl clzn5 Ie»r csicmsiio», ^>,r le ir p, Süü/nio, ^eluiie, t» t-> Itsxc >748- 8- Ruv. ^U(Z. vci(ik^ psOßr- 4U0 experimeura ctiemicorum cte incicmcnro ponäc^i! co^porum -juorunckzm igne cztci. n^roi'nm cxgminzr (Iverrin^ >7^^- 4' (Man fthe auch hierüber die oben S. ^5 angeführte Schrift des Grafen Morszzo. ü..) §. 450. Alle diejenigen Theile, welche die Hitze m Gestalt von Dämpfen aus einem Körper heraus scheidet und aufwärts treibt, nennt man flüchtige Eheste (particulao voistiiex), im Gegensatz derer, die das Feuer nicht in die Höhe treiben kann, weiche feuerbeständige oder feuerfeste (stxze) heißen. Vielleicht können aber alle feuerfesten Theile durch eine heftige Hitze flüchtig gemacht werden; auch können flüchtige Theile andere feuerbeständige ebenfalls flüchtig machen, wenn sie stark genug mit ihnen zusammenhangen. Das Thermometer. §. 45r. Man hat von der Ausdehnung flüssiger Körper in der Warme Anlaß genommen, ein Werkzeug zu verfertigen, woran sich die Warme ver- Bb z schiede. IX. Abschnitt. schiedencr Körper bestimmen und auf eine gewisse Weise im er einander vergleiche.-, biß,. Es wird «ämlich ein flüssiger Ko-per in ein Behälrniß dergestalt eingelchlessen, daß man daran sehen kann, ob dieser flüssige Kö: per bald einen großem bald einen kleinern Raum erfülle, folglich bald mehr, bald weniger erwärmt werde. Dergleichen Werkze-g nennt man ein ThetMVW.eter oder Thcmivskopium. S- 452. Corilcl. Dtebbel von ?llkmar hat im Anfange des stebenzehiucn Jahrhunderts zuerst folgendes Thennome er angegeben. Die Kugel 8a Fig. und ein Theil der daran befindlichen Rohre etwa bis st ist mit soft, der übrige Theil der Rohre stL und das Gesäß, worin sie mit der imiem Ocssnung sieht, ist mit einer gefärbten flüssigen Materie gefüllt. Man kann auch, anstatt das Gesäß unter der Röhre anzubringen, die Röhre selbst krümmen, und so wie bc.? dein Barometer einrichte!?, 8> Fig. So wie nun die Kugel ,-5. mehr oder weniger erwärm? wird, so fäll? oder steigt auch die in der Röhre enthaltene flüssige Materie, und giebt also dadurch verschiedene Süssen der Erwärmung zu erkennen. Dieses D ebbelische Thermometer ist zwar sehr empfindlich ; aber man steht bald ein, daß es sehr unvollk.mmen sei'.n und zugleich mit als Barometer und als Manometer wirken müsse. §. 453- '/ Von der Wärme und Kälte, zsi §. 453. Die Florentiner Ak-idemie hat ein Thermo- meter angegeben, das schon vollk. inmner ist und diesen Fehler nicht an sich hat. Die gläjerne Röhret 84Fig. und die daran befindliche Ku- gel ist zum Theil mit gefärbtem Weingeiste qe- füllt, und der.Raum über dem Weingeist- ist von buft leer, ^ aber zugeschmelzf. Der Weingeist dehnt sich von der Wa-me aus und steht also dabe» im Thermometer höher; bey derKalte zieht er sich zusammen, und steht also niedriger. Man pflegt auf dem Vrec'e, worauf das Thermometer befestigt ist, den Puncr zu bemerken, auf dem es in einer gemäßigten Wärme, z.B. in einem tiefen Keller steht, und von da nach oben und unten Theile, die man Grade nennt, von einer willkührliche», dost) gleichen Größe aufzutragen, so daß man nun den Stand des Thermometers durch die Zahl der Grade der Wärme oder Kälte, die es zeigt, angeben kann, wovon jene aufwärts, diese unterwärts von dem Püriere L an gezählt werden, auf welchem das Thermometer in gemäßigter Warme steht, und der mit 0 bezeichnet ist. 1°cnrsm. sci>4. Lcmcnlin. e4lr> k>iiiS5cmr5ii!i!. ?zrr>I> I. H- 454- Dieses Florentiner Thermometer Hut noch zween Hauptfehler; erstlich, daß man keine ordentliche Vergleichung zwischen einem Paar dar- Bb 4 nach 392 IX. Abschnitt. nach angegebenen Graden der Warme oder Kalte anstellen kann; zweytens, daß mehrere Flvremi- ner Thermometer in einerlei) Warme oder Kalte ganz verschiedene Grade zeigen. Die erste Un? Vollkommenheit ist noch immer ein Fehler aller Thermemeter überhaupt, aber die letztere hak Dan. Gabr- Fahrelchelt dadurch geHobe", daß er zur Bestimmung der Grade aus dem Thermometer zween Puncre fest sehte, die ziemlich unveränderlich sind, und daß er den Raum dazwischen immer in gleich viel Grade theilce. §. 455- Er fand nämlich, daß Schnee mit Salmiak vermischt die siüsßge Materie des darin gesetzten Thermometers immer bis zu einem gewissenPuncte fallen macht, und daß sie in kochendem Quecksilber auch immer bis zu einerlei) Hohe steigt. Den Raum zwischen diesen benden Höhen theilce er in sechshundert gleiche Thcile oder Grade, und weil er bemerkte, daß völlig siedendes Wasser das Thermometer gewöhnlich bis auf den 21z Grad nach dieser Ein'heilung steigen macht, so bediente er sich zuletzt anstakt des siedende» Quecksilbers des siedenden Wassers, und machte nur 212 Grade zwischen den beyden festen P-mcten des Thermometers. Er zählt diese Grade von unken hinauf- wärts, so daß bey dein angezeigten künstlichen Gefrierpunkte, oder der Tiefe, zu welcher das Thermometer im Schnee mit Salmiak vermischt, fällt, Von der Wärme und Kälte. z?z fallt, o, bey dem S>'edepunct" des Wassers 212 sieht. Er trug auch noch unter o Grade noch unterwärts von eben der Große, wie die darüber- siehenden, um das Thermometer sahig zu machen , eine noch größere Kalte anzuzeigen. §. 456. Da aber eine jede flüssige Materie eine grössere Hitze zum Sieden erfordert, wann die Luft starker auf fle drückt, und eine geringere in dein entgegengesetzten Falle (§. gz6): so muß an einem jeden Thermometer der Siedepunkt entweder bey eincrley Höhe des Barometers, etwa Hey 27 Pariser Zollen, bestimmt werden, oder man muß den bei) einem andern Barometerstande beobachteten Siedepunkt nach dem Barometerstände selbst verbessern. Nach Hrn. de Luc Beobachtungen muß man, wenn das Barometer höher als 27 Zoll sieht, den Siedepunkt um ^ ^ des Raumes zwischen dem beobachteten Siede - und dem Auschancpunkte (§. 459) herabsetzen ; wenn aber das Barometer niedriger steht, so muß man ihn vielmehr um ^ ^ ^ hinaufrück'en. » bedeutet hier die Zahl der Linien , welche das Barometer über oder unter 27 Pariser Zellen fleht. Beobachtungen von zwey beständigen Graden auf einem Thermometer, von Andr. Celsius; in den Schwelt«. Abhandl. ,74a. S. >97. 'S. Sir. Charles Schucltburcch's Aufsatz hierüber in den dkilos, IlZNZSÄ. Vol. 09. Bb 5 §.457. Z54 IX. Abschnitt. Z. 457- Weil der Weingeist nickt einmahl die Hiße des siedende'! Wassers ertragen kann, ohne zu kochen und steh in Dämpfe auszulösen, und man also an einem damit gefüllten Thermometer große Grade der Hihe nicht wohl bemerken kann , so füllte Aahrcnhelt sein Thermometer seit >709 nach Hallcy'S Rache mit Quecksilber welches überdem durch die Warme geschwinder ausgedehnt wird als Weingeist , und also empfindlichere Thermometer giebt. Hallcy und Musschcnbrock glaubten auch, der Weingeist werde mit der Zeit immer weniger von einem gewissen Grade der Warme ausgedehnt, je älter er werde, welches aber eben mcht wahrscheinlich ist. Hingegen hat der Weingeist wieder darin den Vorzug vor dem Quecksilber , daß er sich durch die Wärme stärker ausdehnt, und wen» er dunkel gesärbi ist, besser in einer engen gläsernen Röhre gesehen werden kann, als Quecksilber. Uebsrhaupr siud nech immer die Meynungen der Naturforscher darüber ge- theilt '), welche flüssige Materie sich am besten zum Füllen der Thermometer schicke. ') Jetzt wobt nicht mehr, da das Quecksilber durchgangig gebraucht wird, oder die Luft, wo sehr große Empfindlichkeit verlangt wird, und es die Umstände »erstatten. L. §- 458- Auch glaubte Fahrcnhcit, das Thermometer werde dadurch volikomm.ner, daß man die Kugel Von der Wärme und Kalle, zs? Kugel desselben i > einen Cslinder verwandele, weil die Obei fläche s lebergestalt größer werde, wer- auf die Warme wnkt. ?l dcre haben geglaubt, man könne dadurch, daß man einen Theil des unrern Behältnisses am Thermometer van außen erhoben, und dm andern hehl machte, bcweik- siclligen, daß die innere Höhlung des Thermometers zu allen Zeiten gleich gr-ß bliebe; welches sonst nicht geschieht, weil die Warme und Kalte auch aufdasGlas des Thermometers wi kc: aber der hohle Theil des Gesäßes wird von der jach zn stark gedrückt, und m der erforderlichen Voll- k mmeuheik laßt sich eine selche Gestalt dem Glase nicht wohl geben. Ein lehrreicher Aussatz über den Einfluß der Ausdehnung de» Glases auf die Grade des Thermometers ovn Prob Charles beiludet sich in den Franz. ea-n>. für das Zabr 17b?. lt. §. 45Y- Der Herr von Remlmur füllt sein Thermo- meke- mit Weingeist, den er aber so lange mit Wasser schwächt, bis er die Hihe des kochenden Wassers, wie er meint, criragen kann. Seine beiden festen Pune e, wornach er die Ein'heilung macbt, sind die Hihe des siedenden Wassers und der Grad der Wärme, worin das Wasser von selbst zu gefrieren oder das Eis aufzuthauen anfangt, oder der nalürliche Gefrier-oder Aufchauepunct spunöluin cvlivelglioniz, re^elatiouiH: dieser ist nach dem Kahrenheicifchen Thermometer der zwey Z96 ZX. Abschnitt. zmey und dreißigste über co. Den Raum zwischen beiden Pnnc^n «heilt Reaumur i" achtzig Grade, weil er nach genau angestellten Versuchen fand, daß ein mir Wasser hn-la glich geschwächter und gefärbter Weingeist in der Hitze des siedenden Wassers eine» Raum einnimmt, der um a,O8o großer ist als der Raum, den dieser Weingeist in der natürlichen Kälte des Gest ierens einnahm. Zeigt daher das Reaumurische Thermometer z.B. 2; Grad über o, so ist es in dem Grade erwärmt, daß der Weingeist darin um 0,025 ausgedehnt ist. Unter o sind noch Grade der Verdichtung des Weingeistes von eben der Große in einer willkührlichen Anzahl ausgetragen. lrezleü pour conltruirc >es ikermomerrc», . nlt>uttion cic« ikcrmomerrc«, . 77'. 4- 'Vorzüglich Sur Icl'lrerm. üsmc>mcl>!j cc>ncc>sclgniit>u», zuÄ. lo>;vz vrl'rvkiücu'r; in t>cil ?ctio>>. , , i>. pvu, Iervi> ä in^lto^ie ei sux siro^rcs itc i'stirc'no. wic er lie ii tZeoj-l?pkic pUxsiizue. ^i>ri^!r. 0e I'Iilc a Lr. LelsriSour^ I?Z8- 4. Z. 462. Das von DüN'Bernoulli angegcbeneLuftther- mometer ist von deige igen Fehlern größieiitheils frep, welche das Drebbelilche (§. 44z) hat. Man erhält es, wenn man die Kugel des Fig. z8 ob» gebildeten Barometers zuschmelzt. Die in dieser Kugel über dem Q. ccksilber ei> gcschl sseue soft dehnt sich nan-litb in der Wä-me in einen größern Raum o»s, und treibt folglich dos Quecksilber in der Röhre höher hinaus: in der Kalte sinkt hingegen das Quecksilber wieder herunter. Das übrige, woraus man bei, der V fertigung dieses verbessertenjust-heimrinerers zu sehen hat, erlauben mir die engen Glänzen dieses Buches nicht vorzutragen. 10. /mvk. 5K6UUK PI0A7. > Bande der commenr, l'-rrop nvv.am allergenauesten djeStroh- meyerische. (lieber alles geht hierin van Swin- dens unter dem. folgenden § von mir angeführtes Werk. Er giebt darin Nachricht und Vergleiedun- gen, wo sie Statt finden können, von ^Thermometern, die metallischen nicht mitgerechnet, da die im >6ten Band der VMervgiMni tu, t» crc. r-lriü 177z, ,2. gegebene Tafel nur die Vergleichunz von >7, dieMarrinsche nur von >5 und dieSrroh- meversche nur von > > Thermometern enthält. L.) Bey beiden Arten, die Thermometer unter einander zu vergleichen, husch Rechnung oder ngch einer solchen Tghel- Von der Wärme und Kälte. 401 Kabelle, finden sich gewisse, nicht wohl gänzlich zu hebende Schwierigkeiten. Am größten sind die Schwierigkeiten, wenn man Thermometer unter einander oergleichen will, die mir zweyerley flüssigen Materien angefüllt sind. czn. rmo. uiuoeusuac- koemuiü« comxiliMili« ^rüijibllt chkermom. iitoncae. l.chk. 4. H. 466. Ueberhaupt sind alle unsere Thermometer noch unvollkommene Werkzeuge, weil sie sämmtlich nur anzeigen, daß eine gewisteWärme, derma» sie aussetzt, größer oder kleiner sey als eine andere, nicht aber wie viel dieser Unterschied wirklich an sich betrage H. Hierzu kömmt noch, daß sich nicht bloß die flüssige Materie, womit das Thermometer gefüllt ist, sondern auch das Glas, woraus es verfertigt ist, in der Wärme ausdehnt und in der Kalte zusammenzieht, daher auch ein Thermometer, wenn es schnell einer Hitze ausgesetzt wird, zuerst etwas fällt, ehe es zu steigen anfängt. (§.458). -) (Giebt man die beiden Sähe zu, >) daß be?.gleicher Dichtigkeit der Lust sich die warme verkalke wie ihre Federkraft; 5) daß de? gleicher Masse der Luft und de? gleichem Druck, die Wärme in der Verbälrniß de» tiauins wachse, durch welcheu sich die Luft ausdehnt, wovon der letzte eine bloße Folgerung aus dem erste» ist, so ik dos Luftthermsulerer etwas mehr als ein bloßes Thermoskop, Mau kann nämlich alsdann, wenn man eine gewisse bestimmte Wärme, als z.B. oie des unter einer bestimmten Barouicterhöhe kochenden Reaenwassers zur Einheit annimmt, die Ver- haltniß jeder andern Wärme zu dieser Einheit angeben: Die Unrichtigkeit oblger Satze aber hat E c wenig- 4S2 IX. Abschnitt. wenigstens bis jetzt «och niemand gezeigt. Man sehen indessen W. Rov's Abhandlung mniol. i'. u.». LXVliBand (auch in Leipz. Samml. B. >. S .476) und Luz von Bar S. 214. ff. L.) Die Regeln, Thermometer zu machen, gehören nicht hierher. Was man bcy Prüfung eines Thermometers zu beobachten hat, wird in den Vorlesungen beygedracht werden. 1'raiie sc« dsromoircs erü, (^ 262). »ullrumenrg ii»clcv»vßnc»st»c inlcruieniig (§ 262). v- rk-smomerri! cl eorum cmcnggr, ciill ovo ovuzzn. vüi.x» rixonai; in de» Lo?»i«e?,k.z-st><>/>. To,« ->o. llclcrlpuon Uc I» mochobe 749. S. >6?. ^ccucil 4c Niveile! picces lue lez idcrmowelrez er bammele» . pze I'auicur äc Ig meidoile ci'un chcrmomcre» »niveel'el. » Laele >747. 4 und IM lllThkile der «Aoe. lie/Pet. paz. -4. Sammlung einiger kleinen Schriften von Thermometern und Barometern, durch de» Verf. der Methode eines llniversalthcrmvmeters, aus dem Französis. übers, und mitAmncrk. vvn M.Ioh.Lhph. Thenn. Augsburg, >758. 4. c»« äno. r>n Lvacznn comm. 4c ldeemomeui! menlueas eonligniiz, dloeiivl». >747. 4 leaire 4» ikeemym olmz pce dl. nvtanvnv, älalla^c 1768» kcckereke5 lue Iii mo4istc»lioni 4c l'aimolpcec par dl. vn vuc (§ 162.°) e»rv. nur». raiv, ^visisn 4e cmcn4ariori lcaiae rkermo» meeei inree punHz cx obleruarion.bui 4cstn>rz, inrer- polarioue; im !>> Bande der Tlov. co»»me?!t. /oc. k?oetti«»> pax. 144. Anleitung übereinstimmende Thermometer zu verfertigen von iLrnstAun. Srrohnievcr Göttingen, 1774. 8. 'v»» SXVIUVVX lZ.il, lue I- comparailon 4cz Tticrinvme- reez. 4mlter4. >778. 8- 'Bericht einer von der K. Soe. der Miss, zu London niedergesetzten Commjss. über die beste Methode die festen Punetc des Thermometers zu bestimmen, und die Heyn, Gebrauch dieses Instruments »öthige Vor- Von der Wärme und Kälte. 40z ficht, aus dcn pkilot. i>sn», Vo> 67, e, 2., n, z?. D u'sch in den keipz. Samml. zurPhys, und Na- turgcsid. >Ba»d S "DvIIsiandiize und auf Erfahrung gegründett Auwels, wie die Thermometer zu verfertigen von Johann Fried. uuz. Nürnberg, I ?8>. 8. 'Gorrfr. Ernst Ro>enr. als zur Kenntniß metcorvlvgi- scher Werkzeuge im ersten Band, S-?8 u. ff. SZorzligirch ?oh. Dobias uia-eero phns. Math AbHand, lung über das Höbenweffen vermittelst des Barometers Franks, und beipz. 1787. 8. Wirkung der Wärme und Kälte auf das Barometer. §- 467. Aus dem bisher Vorgetragenen folgt ferner, daß Wärme und Kalle auch einen beträchtlichen Einfluß aufdaö Barometer haben müssen. Wenn die Luft zu zweyen verschiedenen Zeiten gleich stark auf das Barometer druckt, das eine Mahl aber wärmer, das andreMahl kälter ist, so würde das Barometer das erste Mahl hoher stehen als das andre Mahl, und es würde das Ansehen haben , als wenn die Luft das erste Mahl wirklich schwerer wäre als das andreMahl. Man flehet hieraus, daß das Barometer entweder immer in einerley Wärme erhalten werden, oder daß man bey der Bestimmung der Hohe desselben wenigstens auf die Wärme der Luft mit Rücksicht nehmen müsse. Ist-niNs >Ze constnilr- uoe cclicilc ste l>swMst5«, qui iiistl» , -t- i'a. -74,. x>,z. 77. liblcz li? correigion Nc5 iü'ett 6u cksuS er su kroiil >lzn» le brromene in dem -ecxeil lcr. /»>' lel /!K. kcii-et, /i/. /I 57. 'Vom Ludo'sischen Barometer, ein Programm von I- 5- Hnscler. Hvlzm »den, i?8c>. 4. 'Vorzüglich: l'gkulg? pro re-iuMooe czuorumviz ltzruum karomerri aä norm-Iem czuengüm cslaris ^r»6um pv- blico usui salz- -> uu»kiuc> sc»i.öczi.. München 1787. zc> Seite» Text in 4 und >z.8 Seiten Tafel». e>. §. 468. Nach Hrn. de Luc Versuchen steigt ein Barometer, dag gerade auf 27 Pariser Zoll steht wenn dag Thermometer auf dem Eispuncte steht, alsdann, wann die Warme big zur Hitze des siedenden Masters steigt, genau um sechs Linien. Also bringt eine Aenderung der Warme um einen Fahrenheitischen Grad, im Barometer Aende- rung um ^ Par. Lin. hervor. Nach den genauesten Versuche» der Hrn. Roy und Lu; (§.4üs. Not.) ist die Ausdehnung einer Quecksilbersäule von 27 Pariser Zollen vom Gefrier« vi< zum Siedpunct — 5,; Linien. L» Die metallenen Thermometer und Pyrometer. S- 469- Da sich auch die festen Körper durch die Warme ausdehnen und durch die Kalte wieder zusammenziehen, so kann man sich ihrer ebenfalls bedie- Von der Wärme und Kälte. 40s bedienen, um an der Grösse ihrer Ausdehnung die Zu - oder Abnahme der Wärme z , beobachten. So hat man metallene Thermometer er- funden, woran eine oder mehrere metallene Stangen ben ihrer größern Ausdehnung durch die Wärme einen Zeiger umdrehen, dessen Bewegung durch Räderweik noch empfindlicher gemacht wird. ^ ailcourS: concerning lke iilckulncli of ikermomctcr« in ck-mic-I -Xsicnmenrz; sncl conccsiiinA lkc pcinciplel on '«'kick rkc rkci'momcrcrz »u. p. Sclcriplion of » meiiiilinc'rkermomeler z ireatie tl?^- Leir>l,v ffq. cbeild r^ol. //. x. j-5- Ein anderes vvll ebendemselben dkilof. 1'l-in«. Vol. l.ir. p >45' ü") wkcrmomeiri meiallici äelcriprio »UÄ. 10. rir». zeinairo; in den (.»»NX, xetro/,. »ov. T'am./X. ;o/. 1°kermomerri nicrallici ik inncnrions Lomili» l-oaSi-iil 6e» fcripiio, auÄ 10 oau. ri^io. fipf. 1765 'Eines von Samuel. rxoruLkiuc,»»^ in denk'kllot.?ran«. Vol. XI.V. x. I2.g. S- 470. Ein ähnliches Werkzeug ist das von seinem Erfinder Musschenbroek sogenannte Pyrometer, wodurch mm untersuchen kann, wie fich die verschiedenen Metalle und andere feste Körper bey gewissen znmahl großen Graden der Warme in Abficht auf ihre Ausdehnung gegen einander verhalten. Cc z Musschen- !X. Abschnitt. U7usschenbpock in dcu rcnizm. zczä. ä-I Liyzcnro. pilrt. II. P-IZ. I». 7ho cicwripiion sncl mznncr of ulinZ SN mkrumcnr for inezsurin^ rke Nc^rccs ot iNe cxpsniion of inerai» k/ I,ezr, ii> Vi,, zonu Li.i.ii.'ai; ii» den pl,-/o/. »i^k. »»»,. ->?t. ?. (Vol. zy tor otloder l?z6 und hauptsächlich Vo!. 47. l> .) De/criprioii of 4 nev s)'ramcrcr v^irk g radle uf cxperi. mein» maci- ikerevvilk, >,v vir. z«»» Sharon; cbeiidas. t^ot. x /.t^///. pa/t.//. Ix^crience» faire» 4 (iuiro cr e froicl, psr vir. rouc-ULk; jll ditll ii/«». >. sc? /r. ,745. xax,-70. 0» psromcrrz? ans ireomerr^ ans on yli^lical measurc» in ^-ncrai >17 z. rie ruc f. Ii. 8. tonson >77? gr. 4. stchtauch III den l 'kiiof ?mn». für 1778. *I08LI>UI Nkttürnr vuf. sc i^ne Viennae >77Z. p. 8. Hierben etwas von wedyMoods Pyrometer, und Achar-ds Thermometer hohe Grade von Hwe zu messe», lh- §- 47l- Zu demjenigen, was bisher von der Ausdehnung der Körper durch die Wärme gesagt worden, sehe ich noch hinzu, um wie viel einige Körper ausgedehnt werden, wenn sie von der natürlichen Gesnerkälte an bis zur Hiße des siedender, Wassers erwärmt werden. Es sind dieses die Resultate verschiedener Versuche, die man mit dem Pyrometer und Thermometer gemacht hat. just um 0,714? ihres körperlichen Inhalts. 0,08? 0,072 o,oz7 Queck- Weingeist jeinöl gemeines Wasser Von der Wärme und Kälte. 407 Quecksilber 0,014 ') ihres körperlichen Inhalts. Bley 0 ,001417 Zinn o,0ON99 Messing 0,001005 Kupfer 0,000814 Elsen 0,000751 Silber 0,00071z Gold 0,000700 ") Dieses ist Dcliole's Angabe. Man hat sie jezt durchaus größer gefunden; so ist sie nach deemc nr o,r>ijj' nach Roy v/Slvz und nach einem Mittel aus acht Beobachtungen verschiedener Physiker, die ich vor mir habe — c>,oiü;. 4. S- 472. Folgende Tafel zeigt oie Grade der Warme versthiedner Körper in gewissen Umstanden; sie sind olle nach dem Fahrenhenischen Theünome- ter angegeben; — zeigt die Grade unter 0 an. — 568. Das Quecksilber gestiert. (Dieses bat Hr. Hurchins (Siehe oben §. 4Zi) ganl falsch befunden; es gefriert schon bey—Fahr, das übrige ist ein bloßes Zusammenziehen desselben nachdem es ein festes Metall geworden ist, und gehört nicht mehr hierher. L>.) — 40. Kalte des Eises mit Salpetergeiste. — 7. Halb Wasser und halb hochrecnfi- cirter Weingeist untereinander gemischt gefriert. 0. Kaste des (schmelzenden L..) Schnees mit Salmiak vermischt. Cc 4 20. 408 IX. Abschnitt. 22. Burgunder, Maderawein, Bour- deauxer Wein gefriert. 2Z. Lämmerblut gefriert. 28. Urin gefriert. Weinessig gefriert, zo. Milch gefriert, zz. Reines Wnfscr gefriert. z8. Baumöl und Rüböl wird zähe und undurchsichtig. 74. Gefchinolzene Butter bleibt noch etwas flüssig. 84. Butter fängt an zu schmelzen. 88. Butter ist völlig geschmolzen. 94. Schweinefett vom Gekröse schmilzt völlig. wo. Nierensett vom Schweine schmilzt völlig. Geschmelzner Wallrath verhärtet. 104. Nierenkalg vom Rinde schmilzt. Hirschralg fängt an zu schmelzen. w8. Wallrath schmilzt. 116. Hirschralg ist ganzlich flüssig. 124. Nierentalg vom Hammel schmilzt. 140. Gelbes Wachs schmilzt. 160. Schwarzes Pech fängt an zu schmelzen. 176. Alkohol siedet. 180. Gemeiner Weingeist siedet. Z86. Schwarzes Pech ist gänzlich geschmolzen. 199. Von der Wärme und Kälte. 429 199. Roiher Franzwein siedet. 2!v. Kuhmilch siedet (Klafft). 212. Regenwasser siedet. (Man hat jedoch nichr einm'sckilossonem, aber sehr luftleere.II Wafer, mit sorafaltiaer Behandluna eine Hi?e von Graden gcaeden ehe es kochte; so bald es aber »u koche» anfieng, fiel das Therm, auf 2->a. L.) 212. Zwcen Theile Bley, z Th. Am», 5 Th. Wißmuth wird hart (Newton). 21?. Kuhmilch siedet. 216. Geigenharz wird weich. 218. Meerwasser siedet. 220. 2 Th. Bley, I Th. Zinn, 5 Th. Wißmurh schmilzt. 2z6. Schwefel fängt an zu schmelzen. 240. Geigenharz ist ganz geschmolzen. Pottaschenlauge siedet. 242. Scheidewasser siedet. 244. Schwefel ist völlig geschmolzen. s8z. Gleiche Theile Wißmuth und Zinn schmilzt. 2Z4. z TH. Zinn, 2 Th. Bley schmilzt (Newton). Gleiche Theile Bley und Wißmuth schmilzt (Newton). 2TH. Zinn, i Th. Wißmuth schmilzt. 408. Reines Zinn schmilzt (Newton). 420. Reines Zinn schmilzt (Klafft). Cc 5 460. 4io IX. Abschnitt. 46c?. Wißm ich schmilzt (Newton). 4 Th. Bley I Th. Zinn schmilzt. 540. Vley schmilzt (Newton). 546. Vi-riolöl sichot. 550. .Reines Blei, Schmilzt (Kmfft). züo. Tcrpcn hinöl siedet ch 6oo. Leinöl siedet, (Eigentlicher, fängt an zu sieden, denn de» Selen ist zum Theil der Siedpunct nicht qanz beständig, sie erlügen sich mehr, so wie sie zäher werden, welches den Wasser und Quecksilber, Weingeist w. nicht Statt findet (§.4Zt> in der Note). L.) 600. Quecksilber siedet. 6z5. Gleiche Theile Spissiglaökönig mit Eisen gemacht und Zinn schmilzt. Glühendes Ecken hört auf im Dunkeln zu leuchten (Newton). 650. Das Eisen lechzet nicht mehr im Dunkeln (Krafft). (Merk- ') Diese Angabe ist ganz unrichtig. Nach sorgfältig wiederholten Versuche» die Hr. dl. Sevde auf meine Veranlassung angestellt hat, siedet et schon Hey >go de ldüeschen (§. 460) oder zz.4^ Fahre»!) Graden. Das dazu gebrauchte Terpentin- Ocl war vollkommen weiß, und sein specif. Ge« rvichr, das mit einem vortrefflichen Aräometer von Ciarcv tS. Lrcnü zourn. cle VN L. S. >86) bestimmt wurde, 100x1110,8747 Hey einer Wärme von >4 de Lue. Graden, die jenes Aräometer immer erfordert, und das Barometer stund dabei? auf1Pariser Maaß. Das dabey gebrauchte Thermometer war von Renard gearbeitet, und reichte bis zum Endpunkt des Quecksilbers. L.) Von der Wärme und Kälte. 41 r (Merkwürdig ist, daß Hr. de ü,üc (ist--» st-r iz >l?r-r,rn. lo^ic >8-ch aus g.-'l? verschiedenen Gründen und ohne daß ihm wahrscheinlich Kraffts Versuche bekannt geworden, hierher seinen Enrzündungs- puncr (cicAr? ö- ctlüleur dllllänrc) setzt. L..) 752. 5 Thsile Spießglaskönig, i TH. Zinn wird hart. Das Eisen leuchtet im Dunkeln (Newton). 770. Das Eisen leuchtet im Dunkeln (Krafft). 800. Das Eisen leuchtet in der Dämmerung (Krafft). 805. Spießglaskönig mit Eisen gemacht wird hart (Newton). 884. Das Eisen glühet in der Dämmerung (Newton). Ivoo. Das Eisen leuchtet beyTage (Krafft). IS49. Hitze eines kleinen SteinkohlenfeucrS ohne daß es angeblasen wird (Newton). 1408. Hitze eines kleinen Holzfeuers (Newton). 'H. Man bemerkt leicht, daß die letztem Grade nur ohngefähr angegeben werden können. ') Wedgewood hat diese Tafel noch sehr erweitert nämlich bis Z-.Z.77 welches der »40t? seines Pyrometers ist. l'liilos, l'rznz. Vnl.74. ?. u. S. 470. Eisen schmelzt Hey 17977 Fahrenh. nach seiner Rechnung, ll. §. 47Z- 412 IX, Abschnitt. S- 47Z. Noch eine Bemerkung von Cantoi! gehört hierher: flüssige Materien in gläsernen Röhren, die sich unten in gläserne Kugeln endigen, stehen bey einerlei) Grade von Warme in den Röhren höher, wenn man die Röhre über den flüssigen Körpern luftleer gemacht und dann zugeschmolzen hat, als wann die Luft der Atmosphäre noch daraus drük- ken kann. Hieraus folgt, daß das Wasser und andre flüssige Körper allerdings sich auch zusammen drücken lassen und eine gewisse Elasticität besißen. Der berühmte Florentiner Versuch, woraus man das Gegcntheil hat darrhun wollen, ist auch wirklich von der Art, daß sich nichts dadurch entscheiden läßt, weil überhaupt keine genauen Ausmessungen dabei) Statt finden. Nach CcmtVNs Versuchen läßt sich vielmehr das Was- ser durch ein Gewicht, das doppelt so groß ist, als das Gewicht der Atmosphäre, um????? seines Inbegriffes zusammendrücken. SäU. cnrisr. uol.i.kizuui Sc expcilmenii gnrcmini circa in^oiiScniidililZlcm guiduiSsm s»IIi>cii»Z in seiner HStoze con»»e»r. 59- Lxpcrimcnl« rc> provc idzr >» nor incomprciliblc zonu c/euroia; in den ttilo/l trariraK. /.//. Herrn I»k. Slanron Versuche welche bekräftigen baß das Wasser nicht völlig allem Drucke widerstehe, üders. im neuen Hamb. Mag. XII x>. S. ze>,c p-r dl. »o:^czx! in Rozicrs Journal. Januar «778- L,.) Ursprung der Wärme. §. 474- Der Erfahrung zufolge wird die Wärme durch Reiben der Körper an einander hervorgebracht. Wenn ein Paar Körper stark an einander gerieben werden, so erhitzen sie sich, und zwar um so viel mehr, je härter sie sind, je stärker sie gegen einander gedrückt und je schneller sie an einander bewegt werden. So machen einige wilde Völker ihr Feuer an, indem sie ein Paar Stücke hartes Holzsschnell auf einander bewegen; und auch wir, indem wir einen Stahl an einem harten Steine herunter stoßen. Bcvm Behren, Sagen, Schleifen, Drechseln, beym Hämmern der Metalle und anderer Körper, entsteht Hitze. Wenn einer der geriebenen Körper fiüssig ist, so entstehet nicht so leicht eine Warme, weil dessen Theilchen bald ausweichen, ohne viel von dem Reiben zu empfinden. Schon die Araber hatten, da sie noch eine blühende Nation waren, zwei, solche Hölzer March undAphar, auch hiessen sie (die zwey Neider). Siebe Michaelis vermischte Schriften S. 97, nämlich dessen Abhandlung von alrcn Mitteln Feuer anzuzünden, auch lstin, «ist. ner §.76.77. L.. Auch im luftleeren Raum entstellt diese Wärme oft Hey dem geringsten Reiben. S. Lss,i, u« xk/li^ue x»r «erxr. r. l. L>j>. lX. 8- 475- 4l4 IX. Abschnitt. §. 475, Aber es fehlt dennoch nicht anBeysoielen wo auch flüssige Korper durch das Reiben au einan- döt erhitzt werden. Wacher und Weingeist zusammengemischt werden warm, noch mehr ein starker mineralischer saurer Spiritus und Wasser oder Weingeist; und rauchender Salpetergeist (zumal mit etwas Vitriol-Oel gemischt. ^.) und verschiedene Oele zusammengeschüttet entzünden sich so gar. Auch bey verschiedenen andern Auslösungen entsteht eine beträchtliche Hitze; gebrannter Kalk wird heiß, wenn Wacher in ihn hineindringt, und der PyrophoruS scheint sich auf eine ahnliche Weise an der freyen Luft zu entzünden. Ja selbst die Kanonkugeln scheinen dadurch einen beträchtlichen Grad der Ä^arme zu erhalten, daß sie sich so sehr schnell durch die obgleich so lockere Luft bewegen. (? A.,) o, oa. üoltiticnii eliicere vt 6ur> Ipirimz lzktll krißilt! inui- cem conUüi ttzmmam cSsur; in usit?nc>i.ix'l ac?. »»sei. ct »«». 1^7!. x. 177. OStcrvsiions tut c^uelque. ektctz iermcnlsrivns, psr I/l. »oxiLLltv; in den lie i'ucali. rl>7. ^/c. !7»r t>"5- >>5- Oilkcrcuü mo^euz S'init.immer uon lculcmenr Iiuiles cilcniiclle», msi? meme tcr bsumei nslurelz P2>' ciprils scilier, per >e csSetz in den 7!Km. te I'Iruilc li« lerebinrkinc pzr I'scilte niir.ux pur suivsnt Ic prn.eiie cic svkkicnilix; et sur t'inktrmmsiion cte ptuticur, duüez ctlenriclteji et p->c exprcltion svee le mcmc, seilte er tvnjoiniemcnr svcc I'scilie vitriolicjuc, psr ka. K0ULI.I.IIZ jn den rie ro^. 4tt/c. -7^7. Prix. 7^. §. 476. Von der Wärme und Kälte. 415 §. 476. Ja selbst die Sonnenstrahlen scheinen auf keine andere Art die Körper, die man ihnen ausseht, zu erwärmen. Sie reiben sich rheils selbst an den Theilchen der Körper, in die sie vielleicht hineindringen, theils erschüttern sie diese Theilchen der Körper, wobey sich diese »ochwendig an einander reiben müssen. Schwarze und dunkel- gefärbte Körper erhitzen sich vorzüglich an dm Sonnenstrahlen, die hellgefärbten uud weissen am wenigsten, vielleicht weil diese den größten Theil der Strahlen zurückwerfen, den jene hingegen in sich hineingehen lassen. O. Franklins vortreffliche Versuche hierüber mit Stückchen Tuch die er auf Schnee im Sonnenschein legte. S. in dejsen l.crie>5 <> UNd in de»! jnurnzl xence-I ll-kr-nae vom 'tenMlM >784, wo sich eine Beschreibung dieses Wäcmesammlers befindet, davon bekannt gemacht hat. ü,.) Auch vergleiche man damit die Versuche, die Hr. von Sausslir- mit diesem Instrumente aus dem Gipfel und am Fuße des Cramont angestellt hat (Vo/sx« -lins Ic, §. KZI.) lt.. §. 478- Weil die Strahlen, die weit von der Axe dos Spiegels oder des Brennglases einsallen, sich nickt in dem Brennpiincee sammeln, so ist es überflüssig, einet, Brcnnspiegel oder ein Brenn- glas Von der Wärme und Kälte. 417 glas sehr breit zu machen, und man mache sie daher gemeiniglich höchstens nur 60 Grad breit. Giebt man aber dem Spiegel eine parabolische Gestalt anstatt der kugelförmigen, fo werden alle (mit der Axe L.) parallel auffallende Sonnenstrahlen in dem Brennpnncre der Parabel vereinigt. Wer diese krumme jinie kennt, der wird leicht zweyerley Gestalten insbesondere bemerken, die ein solcher parabolischer Brennspiegel haben kann. Auch mehrere ebene Spiegel zusammengenommen können als ein Brsnnspjegel dienen, wenn man sie so richtet, daß sie die aufgefangenen Sonnenstrahlen alle aufEine Stelle werfen. Sur quelques experievce« 6e Lsrvpirique per r>u ; IN den 6s Pncn6> ro>. 6sr /c. 172». Invcnrion lies miroirs »r6cn» pour brülcr k une ßiun6e 6i» k-nce psr dl. nx eurrou ; in de» 6e t'aca6. 6sr /c. 1747, pnx »2. lteckercires cle LurosNiique tur Iz compsraiton 6c I'eiler 6cs miroirs pians er 6es miroirs tpkeriques j> 6es 6i» pznccs qnciconques, sisr dl !e dlsrquiz OL cou«. rivuou; in den rtte,». 6e t'ncn6. 6ci/c >747. x dtouveiie invcnrion 6- miroir« sr6ens > psr tri. VL sukkori; IN den 66s»i. 6s t'ncn6. 6er/c. >7^F. z>nx. 70/. Olllcrrstio 6e qu>0us6am circa Icnrcs cauliica» er tpecui» vltoria cmcn6ari, er noniler inucnlis, guÄ. 10. Lkir. üeineiro; j» den Lo>»?»ent. xstri,^. irov. tt/t. xnz. -17. 'l. »eaneki Vits. 6e specuii» ^rckimeäei«. lenae 1711. 4. Z. 479- Heu, Getraide und andere Saamen der Pflanzen, wie auch viele andere Körper erhitzen sich, fo bald sie anfangen in Faulniß oder Wahrung überzugehen, wobey allemal eine Bewe- Dd gung 4?8 IX. Abschnitt. gung in dem Innern, und folglich ein Reiben geschieht; ja eo fehlt nicht an Beispiele,«, daß sich dergleichen Körper selbst dabei) entzündet Häven. Ueberhaupt kennt man jetzt nach keine Entstehung einer Hitze, wobei) sich nicht körperliche Theil- chen an einander reiben, und je harter diele Körper sind "), je starke, sie sich an einander reiben desto größer wird auch der Grad der daduich erzeugten Hitze. (Wenn nur hierdurch auch erklärt werde» könnte, warum z, B Schnee und rauchender Salpctcrgeist, die sich doch auch beyni zusammengießen reiden, eine so außerordentliche Kälte geben. Und reiben sie sich nicht, ! weniger könnte doch wohl nickt geschehen) warum dehält die Mischung nicht die Temperatur, die die Körper vor der Mischung hatten ? Aus Hrn. Crawsords und Hrn. Ve stue'v Theorie erklärt sich alles dieses sehr viel einfacher und natürlicher. st.) ») piercr bat in der oben (5 474 in der Note) angeführten Schrift in eben dem Eapitel gezeigt, daß gerade umgekehrt die weicher» Körper die größere Hihe geben. Daß man keine Entstehung der Hihe kenne, wobey sich nicht Körper rieben. will doch nur so viel sagen, daß man sich bey jeder Entstehung der Hihe ein Reiben vorstellen könne, und das ist so viel als nichts gesagt, st) ' List- lue i uitl.nuninion Ipmnsnee cie; iiisiier-5 liiecs cki rcAiic v-gcrgl er smmsl par dl, cäknrim (Ikarier diovcmd. 1784 er ^oulk »78Z. Natur des Feuers. H. q8o. Besteht nun vielleicht die Hitze oder Warme in nichrö anderm , als in einer zsiternden Bewegung der Theilchen, woraus ein Körper gebauet ist? Von der Wärme und Kälte. 419 ist? Dann muß sich aber diese Bewegung nur auf die allerseinsien Theilchen des Körpers erstrecken, die so zart sind, daß sie ihre Bewegung den Lufttheilchen nicht mmheilen können, denn sonst würde ein Schall davon entstehen (§. 264). Es scheint aber dann doch sonderbar, daß die leckersten Körper, wie z. B. der luftleere Raum, auch eben den Grad der Hitze annehmen, den die benachbarten viel dichtem haben; auch daß alle Körper, selbst die, welche nur eine schwache Elasticuät besitzen, diese seine zitternde Bewegung durch sich durch so leicht fortpflanzen; da man sonst erwarten dürste, daß unelastische Körper sie dampfen würden, so wie ein weiches Tuch die zitternde Bewegung einer Glocke, wodurch sie schallt, dämpft. S- 48 r. Giebt es also etwa vielmehr eins eigne Nü- terie des Feuers, ein Elemmtcirseuex, ein sehr feines flüssiges Wesen, das durch die Zwischen-- raume aller Körper gleichförmig ausgebreitet ist, und in dessen Zittern die Warme besteht? Dringt, bey dem Reiben noch mehr von dieser Feuerma-i terie in die Körper hinein und verursacht solcher^ gestalt die größere Hitze, oder wird sie durckssdass Reiben nur in eine stärkere Bewegung gesetzt? So viel ist wenigstens gewiß, daß, wenn es cm solches Elementarseuer wirklich giebt, es aller- wartö auf der Erde vorhanden seyn Muß, weil man allerwättS Wärme hervorbringen kann; und Dl? 2 zur 42Q IX. Abschnitt. zur Warme muß also nicht bloß die Gegenwart de^ Elemeniarseuers, sondern eine Bewegung desselben erfordere werden. Daß die Materie des Feuers mit der Materie des kicbts einerlei) iß, das iß wähl noch nicht so gewiß erwiesen , als manche Naturforscher glauben Wie die Warme die Körper ausdehnt; das läßt sich nach der einen Hypothese sowohl als nach der andern erklären. §. 48S. Aber wenn es auch wirklich ein Elementar-- feuer giebt, so muß man doch nicht, wie einige ge-han haben, erwarten, einen heißen Körper schwerer zu finden als einen kalten. Erstlich enthält der heiße Körper vielleicht nicht mehr Ele- menkarfeuer als der kalte; der Unterschied zwischen ihnen mag wohl nur darin bestehen, daß Key deni heißen Körper das Elementarfeuer in Bewegung, bey dem kalren in Ruhe ist; und dann so kann auch der heiße Körper wirklich mehr Elementarfeuer einhalten als der kalte, ohne daß eö wegen des geringen Gewichtes dieses Elementarfeuers an der Wage empfunden werden kann, zumal, da ein Körper, den man ein Mahl kalt, das andere Mahl heiß abwiegt, das erstere Mahl in dichterer, das zweyceMahl in dünnerer jufr gewogen wird, welches den Versuch unrichtig mache-- muß (§. 16;). Ein gewisser Hr. Fordyce (Rozier Oct. 17z?) will sogar das Eis schwerer gesunde» haben als das Wasser aus dem es entstanden war. §. 48Z. Von der Wärme und Kälte. 42 r § 483- Ist die große Leichtigkeit des Elementar- feuers Ursame, daß das eine n"ch käste Ende eines a» dem andern Ende glühenden Eisens geschwinder heiß wird, wenn man es »ach öden kehrt? Daß der Baden eines Kessels mir sieden- dem Wasser n..r mäßig warm ist? Daß die Warme sich überhaupt gern aufwärts zieht? Rührt das Leuchten eines stark erhitzten Kümpers oder der Flamme ven der schwingenden Bewegung des Elemenkarseaers, die El stici ac der Dämpf. van der Elasticiim de? ElemeniarfeuerS, das sich damit vermischt, her? Ich getraue mir noch nicht, diese Frage zn entscheide». Ist die Feuermaterie absolut leicht oder hat fle wie et Hr. picrer ausdrückt eine Hr. de ikuc's Gedanken dariwer befinden sich in seinem roten Brief ailDelamerhier Rozier Nov. 1790. L. Mittheilung der Wärme. §. 484. Wenn sich zwee» Korper berühren, wovon der eine eine größere Wärme hat als der andere, das heißt, wovon des einen Theilchen in einer starker» zitternden Bewegung si d als die Theilchen des ander - (H. 480), oder wo in dem einen das Elementarfeuer stärkere Schwingungen macht als in dem andern (H. 481), so m ß der heißeie die Schwingungen, worin seine Wärme besteht, nothwendig auf den andern fortpflanzen oder ihn Dd z crwär- IX. Abschnitt. erwärmen, und dieß heißt eine Mittheiluttg der Wärme. Und dann muß der mittheilent e Körper, wenn er nicht selbst in sich etwas neue Wärme hervorbringendes enthalt, norhwendig von seiner Wärme verlieren, die ihm der andere Körper gleichsam entzieht; von dem man also gewisser Maaßen sagen kann, daß er dem ersten Kälte mittheile. §. 485- Es ist leicht begreiflich , daß wegen dieser Mitlheilung der Wärme alle nicht sehr weit von einander befindlichen Körper einerlei) Grad der Warme haben müssen, wenn nicht einer oder der andere von ihnen anders woher noch mehr Hihe bekömmt. Man sehe, einer dieser Körper sey wärmer und der andere kälter als die übrigen : so wird der erstcre allen übrigen von seiner Wärme mittheilen, dem andern aber wird von allen übrigen so lange Wärme mitgetheilk werden , bis sich die Wärme gleichförmig unter sie alle verkheilc hat. Z. 486. Indessen scheint unsere Empfindung gleichwohl diesem Sähe zu widersprechen, ob ihn gleich die Thermometer bekräftigen. Ein Stein oder ein Stück Metall scheint uns kälter als ein daneben liegendes Stück Holz, oder als die ori«, pok milcelsm tlmäorum cirro gr-gii c»U>ioruii> oriri cleder, cc>A>rzlionez suü. v/iru aicn'>iarir- ; III den Lo ,n,us?-r. xctrop. »Ol,, T'o?». /. xciz. kyrmuliis pro Arzlku exceldus calor'» kupra graSum czlori» mlxii ex niue ei ssle Zmmonisco p»k milcclzm cluz. rum msiszrum zguezrum ciixcilo ßrsciu ezliäsrum con. ffrin-lio per cxpcrimem» , suK. eoux«; ebendas. IlkL. Wir wissen überhaupt noch zn wenig von der Art wie? und mit wie vielem Aufwand Feuerwesen bloß Flüssigkeit bewürkt. Einige Bemerkungen von mir hierüber befinden sich in de Luc lcis-- lur I» dl-csoillioßi- in dem Kapitel vom Feuer. L. §. 488. Von der Wärme und Kalte. 42 s §. 488- Man ko-me vermachen, daß ein lockerer Kör« per bey der Mittheilung der Wärme geschwinder erwärmt werden und auch geschwinder wieder erkalten mäch' als ein dichterer; weil bey diesem mehrere Theiichen erwärmt vder erkältet werden mächen, als bey jenem. Dagegen könnte man aber wieder ans den Gedanken verfallen, ob nicht vielleicht gewiche Körper wegen der Bildung und Zusammensetzung ihrer kleinen Theilchen der Wärme eher einen Zutritt erlauben als andre; in welchem Falle jene Regel falsch wäre. Die Erfahrung ist also das, was hier allein entscheiden kann, und diese lehrt, daß keines Weges der von so vielen Naturforschern behauptete Satz wahr ist, daß ein Körper um desto eher warm oder kalt werde, je lockerer er ist; auch nicht der, daß ein Körper um so viel eher erkalte, je dichter ein anderer Körper ist, den er berührt ') Auch nicht, welches der merkwürdigste Umstand unter allen ist, daß ein Körper gerade um so viel kälter wird, als er einen andern wärmer macht, ü. Da iNßenio viuo caiorem ctteriui recisNenre er ceteriu« per. Seme qusm mulls llviäz leuiorz experimenl» er ccißi- rsiioncz ZUÄ. k.no, XVIIM, aicnxiäieu« IN den Lom- ?»e»t xetrop Iior. T'o?».///. (Hier von der wärmeleitenden Kraft der Körper.) Von dem Unterschiede der Geschwindigkeit mit welcher die Hitze durch verschiedene Metalle gebt, in In- genbouß vermischten Schriften. Wien 1784. 8. 2tenBand S Z4>. oanu sovrn. öer I. l. >54 und Rozier Januar 1789. dtev. llxp. 0» desr V7 Lot. Sir rnurirsrua nier. kkiivs. 1°r,n!ZÄ. kor 178Ü. Forts, ebendas« Vol. 77. .?.ll. und ebendas. kor >792. y. I. Dd 5 Hr. 4^6 IX. Abschnitt. Hr. Achard von dem wärimleitcude» Vermögen der verschiedenen Luftart-m in den vl-in n- bcr- !>» für das Jakr 1786 Nur muß man bn statt der vevkebrt.cn Vcrhälluiß, die der Verfasser aus Verseken setzt, die y r.;d> setzen. Von diesen Uutersu- chunacn, in welchen man noch nickt sehr weit qckom- inen ist, haken sich die Künste viel Vortkeil zu versprechen. So hat ;. B. Hr. Ware vey seiner Danipfmaschineden Umstand, das die Asche ein vorzüglich schlechter Leiter für die Warme ist, sehr glücklich genützt. e.", Joh. Tob. Mayer über das Gesetz, welches die Leitungskräfte der Körper für di Warme befolgen; in nc. tck^i lv.Band. S. und ebenbes. Schrift über die Gesetze und Modisica- tioncndes Wünmffoffs. Erlangen >791. 8. S. 228. u. f. w. §. 48?- Kleine Kömer ei kalte» eher als große; je größer die Oberstäche eines Körpers ist, m desto eher erkaltet er auch, wenn er von einem kaliern umgeben ist; und umgekehrt wird er um desto eher erwärmt, wenn er von emem warmem umgeben ist. In den ersten Auge- blicken erkaltet ein Körper am stärkste'!, in den stlgende-! immer weniger: das Gesetz dieser Abnahme der Erkaltung aber, und ob es überhaupt ein allgemeines Gesetz dafür giebk, ist wohl noch nicht ausgemacht. Rlchmaun glaubt zwar gefunden zu haben, daß die Abnahmen der Warmen in kleinen gleich angenommenen Zeiträumen sich verhalten wie die Unterschiede der Warme des erkaltenden Körpers und der Warme der kuft oder der Materie, welche den erkaltenden Körper um» giebk, und lehrt darnach die Abnahmen der Wärme berech- Von der Wärme und Kälte. 427 berechnen, so wie Hr. Lambert auf einem andern Wege ähnliche Schlüsse herausbringt: aber ich finde alle diese Regeln gegen die von mir darüber angestellten Ersahrungen. In-zuilnio in Ic^em, lscunllum rarin k!nc selluÄZ, s»Ä. vnl^srem, lccunllum c^usm cslor corpo^um ccrrc» rcw^cnis incs^uzüo crescere vel 6-crcscere Uicilur, »ck rxzmcn rcuocsr 10. ciivis^. i>oi,vc, rnxi^xizii>s. /,l «av. com?«cut. 5oc. tt?z. Ooett. ?om. j-nx. 74. §. 4yo. Aus dem bisher vorgetragensnen laßt sich nun einsehen, warum ein Zwirnsfaden oder ein Stück Papier dicht um ein kaltes Metall gewunden und in eine Flamme gehalten nicht eher verbrennt , als bis das Metall erst durch und durch ansehnlich erhitzt ist. Aus eben der Ursache schmilzt auch ein zinnernes Gefäß mit Wasser niemals über dem Feuer "), und man kann gar Wasser in einem papiernen Gefäße kochen; das Wasser kann nie den Grad der Hitze annehmen, in welchem das Zinn schmilzt oder das Papier verbrennt, es kühlt also beständig das Zinn oder das Papier so sehr ab, daß es nicht schmelzen oder verbrennen kann. ') Dieses allein erklärt die Sache nicht, denn hier kann man immer fraaen: warum erhitzt fiel, das Wasser nicht bis zur Hiye des schmelzenden ZinnS, da es doch das Oel tbut 't Anch schmelzen zinnerne mit 4? 8 IX. Abschnitt. mit Wasser angefüllte Gefäße leicht, wen» ste gut verschlossen ssnb; die Versuche aber sind gefährlich. Die Sache muß vi lmehr aus Umständen erklart werden, die dem Hr. Verfasser unbekannt geblieben find. Es wird unten davon gehandelt werden. L. s. 49 l. Die Wärme kann in einem Körper erhalten werden, wenn entweder der beständige Abgang seiner Wä>me immer wieder erseht wird; oder wenn der Körper nur eben so warme, oder doch nicht sehr kalte Korper berührt; oder wenn endlich die Körper, welche den warmen Körper berühren, die Wärme nur langsam l" sich nehmen. Hingegen wird die Wärme einem Körper am geschwindesten entzogen, wenn ihm der Abgang seiner Wärme nie wieder erseht wird; oder wenn er solche Körper berührt, die sich sehr geschwind die Wärme milcheilen lassen. §. 492. Einige Naturforscher nehmen noch eine gewisse kaltmachende Materie an, welche vornehmlich das Wasser in Eis verwandeln soll. Mich dünkt immer, man körne alle Umstände bey der Kälte aus einer bloßen Abwesenheit der Wärme erklären, und die Entsteh-mg des Eises werde auch nicht einmal dadurch begreiflicher, daß man eine kaltmachende Materie annimmt; von der ich wenigstens mir oh ehin keine rechte Vorstellung zu machen weiß. Ist denn etwa auch eine besondere kaltmachende 'Materie nölhig um geschmolzenes Eisen zu erhärten? 'wil- Von der Wärme und Kälte. 429 'Wilke über das Gefrieren des Wassers in den Schwe« dischen Abhandl ?> Band, Or. Fordvcc ^Nnilcil. Vc>> 6?) schreibt auch dem thierischen Körper ein Vermögen zu Kälte hervorzudringen, welches aber m Dali in den Manchester Utem sehr aut widerlegt bat. L. 'Eraem. Darwin Versuche über die Erzeugung der Kalte durch die mechanische Ausdehnung der kuft. IN den tkiills. I'rgn,. Vnl, 73. e. l. U»d iN LKNU'S )ourn. I. l. Z7- st. §- 493- Zwar erkälten verschiedene Arten von Satz dag Wasser, worin fle aufgelößt werden, ansehnlich, und man kann vermittelst eines Gefäßes voll gesalzenen Schnees Wasser, selbst über dem Feuer, in Eis verwandeln. Dieß bewcißt aber wohl eben nicht, daß in den Salzen kalrmachende Materie stecke; vielleicht unterdrückt oder schwächt die Auflösung des Salzes nur bloß die schwingende Bewegung worin die Wärme besteht; oder vielleicht treibt sie auch wohl einen Theil des Ele- mentarfeuers aus dem Wasser, zumal da die 5uft um eine solche Auflösung wärmer wird als sie vorher war. (? Ä.) Sonderbar bleibt es immer, daß Schnee mir Salz vermischt schmilzt und doch dabei) eine größere Kalte zeigt als vorher; daß die auf solche Art hervorgebrachte künstliche Kalte nur so lange, als die Auflösung geschieht, dauert; daß Salpetergeist mu Wasser vermischt eine Wärme, mit Schnee vermischt hingegen eine grössere Kälte hervorbringt. Wciiu der Scbnee der concenttirtesten Salpetersäure sehr allmählig beygemischt wird, s» entsteht an« fäng- 4Zc> IX. Abschnitt. fänglich allemal eine wärme, ehedieKälte erfolgt. Diejenige Salpetersäure, die gleich anfangs mit dem Scbnee allmählig verbunden Kälte giebt. ist allemal eine diluirte. Vortreffliche hierher gehörige Versuche enthält folgende Schrift, die ich besonders gedruckt vor mir habe: accounr ois I!xp!>im. mscle dls. Zolin dt. dtzl> sc ltcnlc/ Itonte, ltnNwn'z II,^' rclsiing io trcc^ing mlxiu-e«, t>y nrieav l.'xvx?rrusu. nonilon 1786. 4. Desselben weitere Untersuchung in den PUllok i>snü. Vol. 7z. t>. >. sourn. ä. ?k>zll. I 1. 1 iz t>,. Salpetergeist erkältet da« Eis oder den Schnee am stärksten, nach diesem gemeine« Küchensalz, nächst dem Salmiak. und der reine Salpeter im gerin- sten Grabe. (Nach den so ebenstz. gvH von mir angeführten Versuchen der Hrn. M'Nab u. Laven« dish bewürkt die gefrorne Vitriolsäure die größte Kälte. ü..) llxpciicnc» sur >c» (llfferenrz clegrc! lle ftoiö gu'on peur peorluirc, cn mclznr uxmil; in den .t/V«, rtc lacriri. >»)-. rter/c. -77^. x-z- -«?. Aufmerksamkeit verdienen die Versuche des Hrn. Wal« ker'o zu Oxford, in den bullös. "pr-n-sÄ. Vol. 77. x. u. vol. 78 ?.>l. u. Vol. 79, die leztere Deutsch in silni^s sourn. -l. bdys I. z. 419. und ü. Z. Z?8. Vor allen aber sind die Versuche de« Hrn. Lowii? merkwürdig, der im December 179z. durch eine Mischung von krystallifirtem, äsendem Gewächs- laugcnsalze, und frischem, trocknen, Schnee, und noch leichter und bequemer durch eine von eben solchem Schnee mit fixem Salmiak (mnnnre 0- cnzux) das Quecksilber selbst in gewärmten Zimmer gefrieren gemacht hat. S. v. Lrells chem. Annale» >79Z- S.z ?2. st.. Viele Versuche hierüber findet man erzählt in «oux rcckcrltl» tiilt. öc crir. sur I» » liquemi und in ZZaumc's Chemie eine Reihe von Versuchen von den Würkungcii des Eises auf verschiedene Körper, st.. §. 494> 2' Von der Wärme und Kälte. 4 z r H. 494. Wenn man ei Thermometer in Waller eintaucht, und dar» der sten-n st'st aussetzt, so fällt es so lange, bis das Wasser ganz abge- dunstet ist, und die Ausdünstung des Wassers erkältet also das The- momeler. Vielle-chk bringt die Auslosung de Wasters in inst, worin die )lusdü"stung besteht, cbe-- so eine Käste hervor als die Anstös.iig verschiedener Salze im Wasser thut. Hie mir k'-mmeu Brauns Beobachtungen sehr scho übe-etn, weichen z.folge das Therm-mew! n O^le und saure Spiritus ge aucht an der Lust keine E 'kälrung zeigt, und in Vt- triolöl geraucht o.n der jus gar zu steigen ansängt. (Das letzlere rührt daher, daß sich die Feuchkig- keit der Lust mit dem an der K gel deö Therm, klebenden Vitriolol e-hizt, und würde vermach- lich in ei er sehr gewuckneten Lust nicht Statt finden. Ä.) So giebl es also verschiedene Auflosungen die Kälte, und andere, die Wärme hervorbringe'-, ohne daß man die Ursache des Unterschiedes leicht anrfindea kann. (Auf diese Weise kann man vermittelst des Vitrioläthers und noch besser des Salpeter Aethers mitten im Sommer Wasser aefrieren machen, ja Hr. Tavallo hat im Sommer da da» Fahrend, Therm, auf 64 stund, dasselbe in 2 Minuten auf 4- " gebracht, 29 Grade uuter dem Gesricrpunct. Höchst merkwürdig ist, was Hr L den dieser Gelegenheit bemerkt hat. Im ^ommer nämlich fror das auf diese Weise behandelte Masser oft erst wenn das in demselben befindliche Thermometer schon i? Dah- renh. Gr- unter dem Gefrim-unct stund, im Winter aber oft schon bey» Graden darunter. Hr. c. kann 4Z2 IX. Abschnitt. kann dieses nicht erklären, und in der That, wenn anders alles sonst richtig zugegangen, so ist die Sache nicht so leicht zu erklaren. Jedoch sind die Versuche noch nicht hinlänglich variirt. Man vergleiche hiermit eineNote zu §.428. und vorzüglich die §>4^z> angeführte Schrift des Hrn. Laven- dish S. >2. und de Ü.U0S lclees lur I» mcieoroioxis Vol. >. §. 107. e. 1°eiusmcn explic»nlii pllecnomcnon pzrslloxon, lcilicet rkcrmomclio mcrcur>-I> ex glu; in den Lu!Nme?it. xctio/i. ?,ov. /. puz 2 Lzlorit climinuri er »UÄI pkzcnomen, nouz pzlzcloxz er coniirlerziioncs, auü. lo, ^U. nnzvsno z in deit Lui»?»ent. ?!ou. ?>»>. X. z o^,. Abhandlung über die durch das Verdünsten verschiedener flüssiger Substanzen hervorgebrachte Kälte oder Wärme, von Franz Rarl Acharo; im > Lande der Beschäftig, der Verl. Gesellschaft »arurf. Freunde. S. >>2. 'O. rn/ruxriu's l.errr-s on M-kUicil)- erc. l.onllon >769. 4. Vol. I. p-ß. züz und Z9S- 'rio. cllv^rio's Lxpclim. rclerinß ro tlre colli plocluccck bx evsporxlion ok vsriou» stuins. ^sn den T'i'ariSliK. k^ol. /. XX/. //. pax. s 1 r. 'Hrn. v. Sanssürc'e lehrreiche auf dem Col du Geaur hierüder angestellte Versuche, in Lneu's jour». a. rl>x>. l. z. 460. V02ie« obscrv. sur I» kkzll'. 1°,. Z4- 5. 44Z- ff- Theorie der Warme und des Feuers, größten Theils nach Craivfvrd. §> 494- b. Wärme und Hiize heißt, freylich mehr gewöhnlich als schicklich, im folgenden die noch wenig bekannte Ursache unserer Empfindung von Wärnw und Hiye, und weil wir in den Körpern, die in uns jene Empfindungen erwecken, zugleich gewifie Veränderungen des Volumens bemerken, Z .B. Ausdehuuug Hey zunehmender, und Zusawmenzie- heir Von der Wärme und Kälte. 4z z hei» Key abnehmender Wärme, so bezeichnen jene Ausdrücke auch die Ursache dieser Veränderungen, Wir sagen die Körper werden durch die Hiye ausgedehnt, und ziehen sich wieder zusammen wenn sie sich abkühlen, oder werden durch die Dälce zusammen gezogen. K. 494. c. Absoluce Wärme Obl-Umc „eutti Hr. T. die Ursache der Wärme in »blki-ikto ohne Rücksicht auf die Veränderungen , die sie in andern Körpern hervorbringt Relative wärme (,-l-ulv- ttc-ich hingegen eben diese Ursache im Verhältnis mit den Wirkungen betrachtet, die sie in andern Körpern hervordringt und wodurch sie erkannt und gemessen wird tz. 4Y4- Von diesen Wirkungen, oder Verhältnissen der absoluten Wärme betrachtet Hr. C. hauptsächlich drey, worunter zwey allgemein bekannt find, die dritte aber durch Versuche ausgemacht werde» muß, die viel Vorsicht erfordern. Diese geben ihm drev llnterabtheilungen für seine relative wärme. >) Die Wirkung der Wärme auf daS Gefühl, dieses ist seine empfindbare Wärme ()eulit>l- n--l) >>) die Wirkung auf das Volumen der Körper, und also auf das Thermometer, dieses nennt er die Temperarur (TcmpctZtute ot Nc.u) und >u) lehren unten zu erzählende Versuche, daß Körper, bei) übrigens gleichem Massen (Gewichten) und Temperaturen ungleiche Mengen von absoluter warme besitzen können, und dieses führt ihn auf seine comparative Wärme (comr->r»rive Msr). Die comparaciveii Wärmen zweper Körper ergeben sich also aus dem Verhältniß ihrer absoluten, die sie den übrigens gleichen Temperaturen und gleichen, Massen besitzen. Das vermögen der Körper bey gleichen^ Massen und Temperaturen mehr oder weniger absolute zu -) ?ke extemill llsute w ttze »bgt-ikt cvitkoat texsrä ta tke S>^. Es IX. Abschnitt. zu besitz?» . heißt ihre cavacirär für die Wärme. (Die compararive Manne heißt auch mit einem viel schicklicheren von Hr. wilke gebrauchten Ausdrucke die specifi« sche, und dieses Ausdrucks werde ich mich bedienen.) §. 494. e. Hr. L. läßt unentschieden, ob diese Warme ein eignes Wesen, ein »>>5 st>> oder eine bloße Modifikation der bereits vorhandenen Körper se», obgleich seine Ausdrücke, wie es nicht anders scyn kann, weil eS die Phänomene nicht anders mit sich bringen, besser auf die erste als die letzte Voraussetzung passen. Ich werde dieses Verfahren nicht nachahmen. ES ist besser eine bestimmte Sprache zu reden, und es jedem zu überlassen die Begriffe in die seinige zu übersetzen, als eine so genannte un, parlheyische zu affectiven, die am Ende keiner ganz für die seinige erkennt. §- 494- k. Bezeichnete man die Ursache der Wärme mit einem allgemeinen Zeichen z. B- mit a oder X und erzählte alle die Erscheinungen die dieses x bewirkt, und die Ilmstände unter welchen es sich unserm Gefühl und uiisern Werkzeugen offeiibart, und erinnerte sich dabei) an die fast völlig ähnlichen Erscheinungen, die die Feucbtbeit der Körper, die Dampfe und manche der Eleetricität und die Auflösungen darbieten, die jedermann für Wirkungen eigener Materien anerkennt, so wird, wenn man von jenem X nunmehr bestimmter reden wollte, um sich bie Vorstellungen von demselben zu erleichtern und den ganzen Zusammenhang der Phänomene dem Gedächtniß leichter einzuprägen, schwerlich eine VvrstellungSart nach dem gegenwärtigen Grave unserer Kenntnisse adäquater seyn, als wenn man annimmt: 1) jenes x verhalte sich wie ein äusserst leichre«, subiileo und elastische« flüssiges Wesen , das alle Körper bald mehr bald minder leicht durchdringe und also vermutblich durch unsere ganze Erde verbreitet sey, be» welcher es indessen durch die Wirkung der allgemeinen Schwere und andre Kräfte gehalten werde. !i) Daß dieses Flüssige obgleich allgemein, dennoch nichts weniger als gleichförmig verbreitet sey, sondern in den Körpern , die es durchdringt, auf mancherlei, Weise, von dem leichteste» Anklebe» an bis zur innigsten chemischen Ver- Von der Wärme und Kalte. 435 Verbindung zum Theil anaehalten werde, sich aufhäufe und verdichte, während das übrige srey und bloß den Geseke» seiner Elasticität und der Form der Poren aemäß, wodurch sein Fortgang befördert oder gehindert werden kann, weiter gehe, bis dieser Ausbreitung durch eine gleiche Spannung in benachbarten Körpern endlich Einhalt geschieht, wo alsdann ein Gleichgewicht erfolgt, welches zwar im ganzen Erdkreis, schon allein wegen der un- aleicbfdrmigen Einwirkung der Sonne nie, aber in kleine» Räumen und auf kurze Zeit nach Angabe unsers Gefühls und der Werkzeuge wenigstens geschieht, und durch Kunst bewirkt werden .ann. Ich werde also für dieses x ein solches Fluidum sehen, ohne im mindesten mit dem zu streiten, der etwas Besseres zu substituiren hat. Winnie die nach diesen G, sehen der Ausbreitung aus das T<» fühl und da« Thermometer wirkt, heißt sre,« Wärme »um Unterschied von einer latente» und cambinirl!» < von welcher unten geredet wird. S- qyä. ch- Wendet man nun Hrn. Trawford's allgemeine Erklärungen auf diese nähere Bestimmung an, so wird alles leichter und anschaulicher: absolute Wärme eines Körpers ist nämlich die Meng? jenes Fluidums, (das man besser Wärme-Marerie, Wärme - Stoff oder mit den neuern Franzosen nennen kann) die ein Körper ohne Rücksicht auf Masse und Volumen in sich enthält. lLmpfiudbarc Wärme eines Körpers ist die Empfindung, die in uns durch den llebergang dieser Materie aus dem Körper in die Werkzeuge unserer Sinne dewirkt wird, wenn dessen Spannkraft in dem Körper außer uns größer ist, als in Heu Werkzeugen des Gefühls, umgekehrt würden wir dem Körper eine fühlbare Rühle oder Aälce zuschreiben, Daß es hierbey gar nickt auf die absolute Wärme, weder des Körpers noch der finulichen Werk- zcuae ankomme, fällt in die Augen. Temveranir ober rhet'mom"keische Wärme eines Körpers heißt der Grad, den das Thermometer in dem Augenblicke zeiat, da die Spannkräfte der absoluten wärme im Körper und im Thermometer einander das Gleichgewicht halten, und als» keines von benden, dem anderen von seiner absoluten warme etwas mehr entweder abgeben kann noch entziehe«. Compararive vdsr spccifftche Wärme zwener E < 2 Kör« 4Z6 IX. Abschnitt. Körper ist die Verhältnis der Mengen von Wörme-Materie die sie bey gleichen Messen und gleichen Temperaturen in sich enthalten. Sezt man also die speeifische Wärme eines Körpers z. B. des Wassers i so lassen sich die speeifischeu Wärmen der andern Körper, wenn sie verschieden gefunden werden sollten, durch Zahlen ausdrücken, wie oben (§> >79-) ihre speeifischeu Gewichte. Z. 494. ii. Daß aber in den Körpern wirklich so etwas sey, als spccifische Wärme, das ist, daß Körper von verschiedener Art bey übrigens gleichen Massen und gleichen Temperaturen sehr ungleiche Mengen von absoluter enthalten können, davon bat man sich durch folgende Erfahrungen und Schlüsse überzeugt: Könnte man einem Pfunde Wasser 100 Grade abfolutcr Warme nuttheilen und einem andern Pfunde 70 Grade, wie groß man auch die Einheit annähme, so erhellt, ohne Rücksicht auf irgend ein Thermometer, daß die absolute Wärme der Mischung das arith- mcnscke Mittel zwischen jenen beydcn und also — 89 seyn würde. Ilebcrhaupt würden di Pfunde Wasser von c Graden absoluter Warme mit m Pfunden von c Grade» gemischt, für die Wärme der Mischung Grade geben. Dieses ist Nichmanns Regel (487.) Auch würde dieses noch wahr bleiben wenn auch jene ivo und 70 nicht Grade absoluter Wärme vom absoluten c> ober der absoluten Kalte an gerechnet, sondern nur etwa Grade eines Thermometers wären, das von einem gewissen bestimmten Grade zum Exempsl dem des schmelzenden Schnees an, eine solche Theilung hatte, daß gleichen Graden feiner Skale gleiche Grade von Wärme zngchör- ten. Denn da das arithmetische Mittel von ^ gx. >oe> und 2 >5 70 auch ^ >5 8-! ist, was auch das ? an sich selbst seyn mag, so bleibtallcs einerlei,. Solche Thermometer sind aber nach Hrn. de ü,üc's auf Hrn. le s-aae'o Vorschlag angestellten Versuchen, unserc guten Quecksilber -Thermometer wenigstens beynab, und daß sie es sind ist durch eben dieses Verfahren ausgemacht worden. Sie zeigen nämlich, wenigstens zwischen den Temperaturen des gefrierenden und siedenden Wassers in jenen Mischungen was nach der Theorie ein Thermometer zeigen muß, wenn es eine Skale hatte, wie sie blererfvrdertwird, und geben dadurch zugleich Von der Wärme und Kalte. 437 zugleich einen Beweis von der Richtigkeit der Theorie und ihrer eigne» Güte. §. 494- i- Eben so würde ein Pfund Leinöl von 102° mit einem Pfunde von 70° gemischt, für die Temperatur der Mischung 8;" gegeben haben. Mischt man aber mit > Pfund Wasser von >c?o", i Pfund Leinöl von so ist die Temperatur der Mischung nicht mehr 8z° sondern 90. Also das Wasser wird um >0" abgekühlt und durch diese >0° Wärme das Leinöl um 20" erhitzt, oder > Grad Wärme, den das Wasser verliert, erhitzt das Leinöl um -- Grade. Um also zwey gleiche Massen von Wasser und Leinöl die cinerley Temperatur haben, ferner so zu erwärmen , daß zweh in dieselben getauchte Thermometer immer in Heyden gleiche Grade zeigen, wird dem Wasser in gleichen Zeiten immer noch einmal so viel Wärme zugeführt werden müssen, als dem Oel, so daß wenn zum Beyspiei die Flamme einer Lampe das Thermometer im Oel in einerMinutc um -o Grade erhöhte, zmcy Lampen nöthig seyn würden eben diese Veränderung in eben der Zeit im Wasser hervor zu bringen. Da nun dieses ungefähr Statt findet, so lange diese Flüssigkeiten ihren Aggre- aat-Zustand nicht ändern, das ist, so lange das Wasser, Wasser, und das Oel, Oel bleibt, so folgert man daraus mit Recht, daß Vey gleichen Temperaturen das Wasser noch einmahl so viel Wärme bey gleichen Massen enthalte als das Leinöl, oder daß, die Capacitat des Wapers oder seine specisische Wärme — > gesetzt, die des Leinöls — 0,; sey. Hierbey wird, wie man sieht, nothwendig voraus gesetzt, daß sowohl die Summen der freyen Wärme bcydcr Körper vor und nach der Mischung als auch ihre Capacitäten be» asten Graden derselben cinerley bleiben. Mit wie vielem Recht, wird aus dem künftigen erhellen! §. 494. k. Hier ist bloß gleiche Masse in einem besonder» Faste gebraucht worden, lim indessen der Auflösung alle nöthige Allgemeinheit zu geben, bedenke man folgendes: Es sey m die Menge von frener Wärme die ein Pfund Wasser uni Einen Grad erhöht, so wird n,n die Menge seyn die nütbig ist n Pfunde desselben um Einen Grad, und mnx die Menge die nöthig ist » Pfund um g Grabe zu erhöhen. Ee 3 ES 4Z8 IX. Abschnitt. Es ist also mnx ei,, allgemeiner Ausdruck für die srene Warme einer jede» dem Gewicht nach gegebenen Menge eines Körpers (hier z B. Wassers), worin das Thermo- uietcr auf g stellt. EtwasAehnlicbes bedeuten nun z--7 für jeden andern Körper, so ist die Summe der srcncn Warme in benden zusammen mc mnj- ps. Nun werden deyde gemischt und das Thermometer in der Mischung zeige z Gl ade: so ist vermöge der Voraussetzung, daß die Summen der freyen Warme vor und nach der Mischung gleich meiden: mnß >5 z- r 7 mc mag gf. ze, g; IN» (u - g) — u- (g - 7) und gesetzt, so ist -- oder die specisische Wärme des andern Körpers ^ " lg ^ . — —^—> vdcr wen» n mc » genommen wird v (g-7) Da dier, wo keine neue Wärme erzeugt, und keine vorhandene verschluckt werden muß, und die Capaeitäten vor und nach der Mischung gleich angenommen werden, g immer zwischen g und 7 fällt, so werden die Ausdrücke x-g und g-7 immer zugleich positiv oder negativ und also der Quotient ^ immer positiv. Cx. z Psund Wasser von 217° werden mit 42 Vfund Quecksilber von gemischt, so steht das Thermometer in der Mischung auf iojjO »lau sucht die specif. Wärine des Quecksilbers. Hier ist n^z; u —a>7; r — 7 cm z5 und g z- 72 1 - "lo.- Anmerk. Disft Versuche erfordern viele Vorficht und die genauesten Werleruge. SS muß 1) gesorgt werden, daß so wenig Wärme als möglich während der Operation verloren gehe und die verlorne berechnet werde, welches dadurch geschieht, daß man vermittelst einer Uhr das Gesetz des Verlustes für gleiche Zeiten zu entdecken sucht, und nachdem sich die Temperatur der Mischung gesetzt hat, diese Tempcralur für die Zeit des ersten Zrr- sam'mcngießcns aus diesem Gesetze derechne. 2! Mng die Capacität des GefäßeS frir die Wärme gesucht werden , denn kennt man diese, so kann das Gefäß selbst als Wasser angesehen gleichsam i» Wasser verwandelt m ( a - 7) r- -> r p - g ) wird nun m für das Wasser m 1 welches gewöhnlich geschieht cm -—- g - 7 Von der Wärme und Kälte. 435 und so zu dem übrigen Wasser geschlagen werden. 5) Muß man überzeugt s-yn das! die Capacltat der gemischten Kin-per für die Warme den der Mischung keine Veränderung leide, anderer Umstände zu geiNpveigcn, die vier noch nicht ganz verständlich g macht werden können, gl Müssen die Thermometer genau und em- psindlich scpn und kleine G-ade angeben. Hr. Crawford dediente sich bep den sudtiiest.n Versuchen welcher in denen der Raum vom Gefrier- zum Sicdpunct in >,000 Thrill', also der Fahreiiheilische Grad in 50 getheilt war. S- 494- l. Aus diese oder ähnliche Weise haken Hr. milke und Hr. Lranssord die spec. Wärme verschiedener Körper untersucht. Tafeln davon finden sich in den Neuen Schwed. Abhauest. gBand S-68. der Deutschen Uebersctzung; bei> Lrcp.'ford am Ende des angeführten Werks; be» Lerg- Ilianil 6e arirakl. elcÄ. opp. Vol. z in Eiabolin's »lb eis Glrrnria caioris corp. chccit. eVdoaa >784» 4' l>-rz auch in den dlern. llir la chsleur prr dir. I.airofsic>- er la (in den dlrm. -le l'acz-l. cics la. ä parir, snn. 1780. p. ggg.) Deutsch in Lavoiskers phys. chem. Schriften übersetzt von Waigel zterBand. Greisswold. >78;. S.g^ss. DasVer- fahren der letzter» ist von diesem gänzlich unterschieden. Obgleich diese» derühmten Männern die Einrichtung ihre» Werkzeugs zugehört, so gehört doch der schöne und große Gedanke, der das Fundament der Messung hicrdcy ist, eigentlich Hr. Wilke zu. Ist) füge hier aus der neuesten Ausgabe von Hrn. Cvawfsrbs Werk die specifischcn Warmen einiger Körper beo. Wer dieselben mir den in der vorigen Ausgabe angegebenen vergleichen will, wird sehr beträchtliche Ilntcrschiede finden. Doch haben diese Resultate keinen Einfluß auf die Principien selbst, sondern nur auf manche Resultate, die vcrmuthlich künftig noch mehrere Veränderungen erleiden werden. Sowohl Hr. Wstke als Hr. Lraw'ford und die übrigen nehmen mit Recht zum Vergleichungs-Maaß der specif. Wärmen gleiche Massen oder Gewichte der Körper an, und nicht gleiche Volumina, weil crstercs wirklich den specifischcn Wärme-Gehalt der Materie oder Elemente gietw, und die Körper aller Art genauer gewogen, als gemefien werden können, auch, weil, was man hier mit einem zwar gewöhnlichen aber nicht dem schicklichsten Wort Capacicär nennt, eigentlich mehr Affiniräc ist, und also nicht sowohl an Volumen als a» Masse erinnert. Allein da es dennoch oft E« 4 de») 440 IX. Abschnitt. Vev Erklärung der Erscheinungen in der Natur sehr darauf ankömmt, den Warme-Gehalt der Körper »Itter gleichen Volumiuibus zu wissen, (relative Warme nennt cs Hr w-lkei das ist der Körper so wie wir sie aus dem Elemente in ihrer Zusamnienseniiiiez vor uns Naben, und nicht bloß der Elemente: so habe ich obiger Tabelle auch diese beygefugt, zugleich mit den specjs. Gewichten, damit man sehen kann, was für Zahlen ich Hey der Berechnung zum Grund gelegt bade. — Es fallt übrigens in die Augen, daß wenn die relative, L die speeif. Wärme und t das spceisischc Gewicht ist, m LL sei,, oder daß sich die relativen Wärmen verhalten wie die Producte aus den specifische» i» die specif. Gewichte. Tafel für die spccisischen und rclariven Wärmen einiger Ädrpcr, für Temperaturen die zwischen den Gefrier - und Siedpuncr des Wassers saüen. Rörpcr. Spec.tpärme. Gpcc. Gewicht. ?Z«!al. Ivärme, Wasser i,O0co i,oooc> 1,0020 atinosphär. Lust >,7900 0,00122,7 0,00 :196 dephlog. Lust 4 ,7490 0 ,001553 0,006425 üreiiiibare Lust 21,4020 0 ,00010z 0,002204 ssre Luft >,0454 0,001841 0,0019:4 Eisen 0,1269 7,8076 0 ,990784 Eiscnrost 0 ,2500 4,5000 1 ,125 Blei, 0,0352 11 ,4459 0 ,4026 Bleykalch 0,0680 8,9400 0 ,62792 I, A»m, In einer Tafel für die relativen Wärmen könnte auch selbst das Torriccllischc Vacuum Play finden, aber nicht in einer für die speciflschcn i dieser Umstand allein rechtfertigt schon eine solche Anordnung der Tafel libcr den Wärme-Gehalt, Kennte man die relative Wärme der Torricellischen Leere genau > so würde uns dieses manchen Aufschluß Uder die Natur des Feuers geben. Man weiß schon, daß dieses Vaeuum ein schlechterer Leiter ist, als die Luft, so könnte es gar wohl seim, daß auch seine relative Wärme geringer wäre. Denn daß nicht immer desto mehr Wärmcstoff in einem gegebne» Raum« ist je weniger ponberable Materie in demselben enthalten ist, zeigt vorstehende Tabelle augenscheinlich. Weh der atmosphärischen und dephlogisti- strten Luft verhalten sich die Mengen der ponderabeln Materie IN gleichen Räumen wie 12 : IZ , hingegen die Mengen des nicht ponderabeln Würmrstoffs wie 12 :64, «lso her Körper der mehr Masse hat, hat auch fast z Mahl so viel Warmestoss in sich. Aus einem fluchtigen Von dcr Warme und Kälte. 44 l gen Versuch des Hrn. C. erhellt auch wirklich daß die relative Wärme des Guerickschr» Vacuums geringer ist, als die der atmosphärischen Luft. 2. Ann,. Auch sieht man aus dcr Tafel dcr relativen Wärmen warum eine zinnerne Kugel einer gewissen Quantität Wasser mehr Warme nntlhcilt als eine gleich große und gleich warme von Bleu, und warum eine zinnerne Vlatte sich heißer und kälter anfühlt, als eine gleiche und ähnliche von Bl h von -den der Temperatur, wenn übrigens die Hand gleiche Stucke bedeckt. Dieses ist eine fernere Ergänzung von K. 436, am Ende und in der Anmerkung. §. 494- m. Aus dem bisher gesagten crgiebt sich min ohne Schmie« rigkcit, daß wenn die Capaeität eines Körpers bey bleibender Maße perinindekt wird, seine Temperatur in eben dem Verhältnis! zunehmen, hingegen abnehmen müsse, wenn sie vermehrt wird, Würde also ein Psund Wasjer bey übrigens bleibender absoluter Wärme in ein Psund Leinöl plötzlich verwandelt, so würde dieses eine Hitze erhalten, die noch einmal so groß wäre als die des Wassers. Gesetzt die Hitze de« Wassers wäre 2.>2 Iahrcny. Grade gewesen, und des Wassers ganzer Wärme-Gehalt also ? 4< 2,2, wo eine unbekannte Größe bedeutet die Menge von Fahrenheitischcn Wärme-Grade» zu bezeichnen, die von dem relativen 0 der Kahrcnheitischcn Skale abwärts bis zum absoluten, oder der gänzlichen Beraubung von Wärme Stattfindet, so würde das Leinöl eine Hitze erhalten, die das Wasser äußern würdewenn sein Gehalt 2 4. 2. 2>2 wäre, oder gesetzt wäre en 500 so würde die Hitze des Leinöls nach Fahrcnheitischcc Skale -zoo 4. 2. 212 ^ ^24 Grade betragen. Würde hingegen Leinöl von 212° in Wasser verwandelt, so würde dessen Temperatur ^^24, 106, also nach der gewöhnlichen Skale — — 144 oder 144 Grade unter 0 senn. Daß hier angenommen wird, daß sich weder die Capacirät des Wassers »och des Oels hierbei» verändrc, versteht sich von selbst. Von einigen Bemühungen dieses 6 zu finden, wird unten geredet werden, Z- 494- Aus dem so eben gegebenen Veyspiele ersieht man, daß um Hitze zu erzeugen, es nicht eben allemahl nöthig sei», daß neue Wärme herbevgesühct und angehäuft werde, E e z so»? 442 IX. Abschnitt- sondern dir Warm?/ dir eiumahl da ist, kann völlig diu» reichend seyn, wrm, sich nur Mittel finden lassen dir Ca- paeität der Körper zu verminder», und dieses kann geschehen, ohne daß deswegen ein Körper in einen andern verwandelt wird. Die Natur hat tausend Wege 2 oder mehrere Körper so zu mischen, daß die Capacitat der Mischung geringer ist als die Summe der Eapacitäten der Ingredienzen. H 4ys- c>- So erklärt nun Hr. Trawsc>rd die Entstehung von Hitze und Kälte aus bloßen Veränderungen der Eaparitä- ten der Körper Unstreitig ist diese Erklärunasart äußerst einfach, und gewiß wird auch und muß immer etwas davon bleiben, man mag auch gegen den übrigen schwächern Theil seiner Theorie sagen, was man will. Daß das vbige? bisher noch unbestimmt ist, schadet ihm nicht, genug, daß man weiß, daß es groß ist, und so lange eS nicht genau bestimmt ist, so kann man ihm nicht wehren es so groß anzunehmen, als er es braucht. §. styst. p- Wenn feste Körper, die man der Wärme aussetzt flüssig werden, so verschlucken sie eine beträchtliche Menge Wärme, die bloß zu diesem flüssigen Austande nöthig ist, vbne deßweaen beißer zu werden. So bald sie aber ganz zerflossen sind, so steigt ihre Temperatur, wenn nämlich immer noch Wärme zugeführt wird. A. V. wenn > Pfund Wasser zu gl" mit einer gleichen Menge von 17z." gemischt wird, so ist die Temperatur des Gemisches n: 102.. wird aber statt des Wassers von gl" eine gleiche Masse Eis oder Schnee von eben dem Grade genommen, so ist die Temperatur der Mischung am Ende wenn alles flüssig ist nn ll°. Rückwärts. wenn mit einem Pfunde Wasser von 52", ' Pfund Eis von n" gemischt wird, so findet man am Ende 4 ungefähr vom Wasser gefroren, und die Temperatur der Mischung ist nunmehr Z2". Dieses will sagen 4 Pfund Wasser setzt beym Gefrieren so viel Wärme ab um 4 Pfund Eis um 28" wärmer zu machen, also würde ein ganzes Pfund Wasser von gz.", wenn es gefröre, so viel Wärme absetzen als das Eis »m > mahl »s, das ist om 140" Grade, wärmer machen könnte: voraus- Von der Wärme und Kälte. 44 z vorausgesetzt, daß das Eis Eis blieb?, oder doch in einen Körper von gleicher Caoacität verwandelt würde, und dieses sind eben jene >4»° die vorher veriuißt wurden. Ainnerk. Diese Entdeckung, die man mit unter die schönsten unserer Zeit zählen, kann, ist zuerst von Hr. Deine NM daS Jahr 1755. gemacht worden, auch verfiel Dr. Black zu Sdindurg um jene Zeit darauf, wemgstrnS trug er sie bereits >757 und >75ß. m senicn Vorlesungen vor. Auch Hr. rvilkc in Stockholm verfiel ganz für sich darauf und zieht davon im a Bande der Schwed. Adhandl. S.yz. d. d. kleb rs. Nachricht. Hrn. Black und wilde hat man die genauere Bestimmung dieser Geseye zu danken. §. 4»4- q- Etwas ähnliches ereignet sich bey dem llebcraang der flüssigen Körper in Dämpfe, nur ist dann, wenigstens beom Wasser die verschluckte Wärme ungleich bel« achtlicher. Nach Hr. kDacr's Versuche (S. rmimc l-W-. lue i» Ister-ocolnkic D.I. N.2.Z4.) verschlucht der Dauipf des kochenden Wassers, der also eine Temperatur von 2,2 Fahr. Graden hat, dcym llebergang aus der tropfbaren Form de» Wassers in die expansible des Dampfs eine Menge Wärme, die, wenn sie einem nicht schmelzbaren Körper von gleichem Gewicht und von der Capacilät des Wasser« mitaetheilt würde, desselben Temperatur um yqa Grade erhöhen würde. Mau hat alle Ursache zu vermuthcn, daß feste Körper tropfbare Fluida oder Dämpfe, wenn sie in kuftform übergehen, noch ungleich mehr Wärme ver- schluckm, und dadurch wird begreiflich wie sehr arvße Hiye einstehen muß wenn kustarten zersetzt, und aenö- tbigt werden aus ihrem Zustande von permanenter Expan- sidililat in den von Tropfbarkeit oder gar von Festigkeit überzugehen. Weil diese Wäune nun nicht mehr auf das Thermometer wirkt, indem sie ganz auf Flüssigkeit verwendet wird, so hat ihr Dr. Vlack den Nahmen latenter (verborgner) Wärme gegeben. Man könnte sie auch Fllisstgkcirö - kVarme, vcrdampfuiige - Ivärme, und Wärme der luftarrigen Form nennen. Diese Eigenschaft dcS Elses, beom Schmelzen eine gewiss« Menge Wärme zu verschlucken, haben die Hrn. «.«'visier und de l-> Place mit ungemeinem Schärfst»» zum Maasstabc für die Wärme geiiühr z§. 494. l >. Von diesem iLatonmeler, wie es heißt, in de» Vorlesungen, §- 494- r. 444 IX. Abschnitt. §. 494- r. Hier entsteht die Frage, die für die Crawsordische Theorie von der äußersten Wichtigkeit ist: Rührt dieses Verschlucken bloß von einer vermehrten Capieilät her, oder geht der Wärmestoff hier eine Art chemischer Verbindung mit dem Körper ein und bewirkt dadurch Flüssiakcit? Hr. Lruwfo' d ist für das erste und ein großer Thcil der übrigen Physiker für das letzte, wiewohl einige der letztem in diesem besonder» Falle eine leichtere Verbindung annehmen, als Key andern Erscheinungen, die sich durch eine wahre chemische Bindung des Feuers erklären, welche Hr. Lravasord läugnct. Erklärt man diese Latenz der Wärme aus einer bloßen vermehrten Capacität, und wirklich sollen sich die Eapacitäten des Eises und Wassers wie 9 : i-> verhalten, so hängt zwar, flüchtig angesehen, alles gut zusammen; das Wasser ist nichts weiter als ein Eis von größer« Capacität. Allein man bedenkt alsdann nicht, daß bcy dieser Art zu räsonniren eine der größten Erscheinungen in der Natur ohne alle Erklärung bleibt. Wenn, durch einen beträchtlichen Aufwand von Wärme aus Eis Wasser wird, das nicht wärmer ist als jenes Eis, so ist wohl die erste Frage: ist nicht diese Wärme zum Tbeil dazu verwendet worden, dem Eise Flüssigkeit zu geben? und dann erst wenn dieses ausgemacht ist, kann man untersuchen was das entstandene Fluidum für eine Capacität habe. Es muß erst erklärt werden wie Flüssigkeit entsteht, ehe man sich um die Capacität derselben bekümmert, denn die größere Capacität kann doch nicht die Ursache der größern Capacität seyn. Ich kann mir gar wohl ein Fludium gedenken, dessen Capacität um nichts größer wäre als die des festen Körpers aus dem es entstanden ist, und das dem ungeachtet eine große Menge Wärme bev seiner Entstehung verschluckt hätte. Es scheint vielmehr, daß, um aus Eis Wasser zu machen, die Wärme eine Verbindung nut den: Eise eingehe, dadurch einen neuen Körper bilde, und durch diese Verbindung alle Kraft zu wärmen verliere, und also nicht mehr srcv sen, und folglich nicht zu jener Wärme gerechnet werden könne, von welcher Capacität abhängt. Wäre auch dieses Verschlucken bloß Folge der größer» Capacität, so sebe ich nicht warum man ein neues Wort, lurcntc vosiciue, nölbig hat, da in diesem Sinn mit jeder größten Capacität eine solche Latenz verbunden ist. Von der Wärme und Kälte. 445 Hingegen ist der Nähme sehr schicklich Wärme auszudrücken, die eine Verbindung eingegangen ist, wodurch sie nicht mehr auf das Thermometer wrikt, und eben so wenig die Capacitäten asficirt. Ich sage nicht, daß alle 14s Grade latent geworden sei)», die größere Capaeität, »venu es damir seine Richrigkeir har, kann auch etwas weggenommen haben. Hier ist noch sehr viel zu thun. Z. 494- Allein außer dieser Verbindung der Wärme mit den Körpern, die an sich noch nicht stark ist, weil sie am Ende doch noch durch bloße Kälte, wiewohl plötzlich frey wird, so bald das Wasser seine freye Wärme bis auf einen gewissen Grad oerlvren hat, giebt es cvabrschein- lich noch stärkere Verbindungen, nicht durch bloße Anhänglichkeit, sondern durch wahre chemische Duldungen, daß beißt solche, die nicht durch bloße Verminderung der freyen Wärme, sondern durch elecrwe Arrracrienr anderer Substanzen frey wird. Diese könnte man gebunden oder mit Hr. picrer (nll-uz >ic /»e ie /d» p. elementar Feuer oder csmbiuirreo Feuer (kca puncip- vü combme) nennen. Die Erscheinungen selbst sowohl als die Analogie der Feuchtheit rechtfertigt eine solche Voraussetzung, da, so wie das CrystaliisativnS-Wasser in in den Crystallen der Salze, und in unsern Gipsfiguren kein Gegenstand der Hygrometers mehr ist, es auch Wärme geben kann, die schlechterdings kein Gegenstand mehr für das Thermometer ist. Auf diese Weise scheint es ein Bestandthcjl der permanent elastischen Flüssigkeiten (der kuftarten) zu seyn, die ihm vermuthlich ihre Form zu danken haben, wodurch sie nicht allein äußerst elastisch und cvmpressibe!, sondern auch gegen jeden Zutritt von freyem Feuer so sehr empfindlich werden. Auch diesem vorzüglich und nicht sowohl der verminderten Capaeität allein scheint die große Hin: beym Verbrennen zu zuschreiben zu seyn, wovon unten geredet wird. Die Herren ikavoister und ve lu place haben auch durch ihre sinnreiche Versuche gefunden, daß die den Mischungen entstandene Hitze öfters gar nicht die Verminderung von Capaeität in der Mischung gebe, welche erfolgen müßte, wenn alle entstandene Hitze bloß Folg: einer verminderten Capaeität wäre. Hr. Cra-.i'fc>rd erinnert dagegen, daß alle Resultate, nmaus sie dieses schlössen, innerhalb der 446 IX. Abschnitt. der Kränze der Fehler lägen, die öey ihrem Verfahren unvermeidlich wäre». §- 494- t. Entstünde alle Wärme und Kälte Key Mischungen allein durch Veränderung der physischen Capaeität, so ließe sich das oben (§. 494. m ) erwähnte wenn die Capacitäteii der gemischten Körper, und der Mischung uebst der Menge der erzeugten oder verschluckten Warme in Graden gegeben ist, durch Rechnung finden. Wenn nämlich das Vcrhältniß zweycr unbekannter Größen - und ihr Unterschied7-x —40 Fgh. I40 rcnh. also x rn 9. 140 ^ >160 und als» y 7 — X 6^: 14SO; folglich hat das Wasser bey Temperatur eigentlich > >00 Grade Wärme vom absoluten s der Skale angezählt und wäre also der Zinsangs- punct > Grade unter dem Fahrenheitischen 0. Die Sache lädt sich auch ohne Rechnung übersehen: Ist die absolute Wärme des Wassers bey zk Fahrenh. 1^4? und man entzieht ibr wird Eis von das also 4? hat, dieses istel aber beträgt nach Dr. Black ,40 Fahrenh. Grade, also die ganzen 4s absoluter Wärme des Wassers zgoo solcher Grade. Hr. Gadc-üu findet 1408 (Lr---«'- sorg. 5g e-l p 447 ), wovon die Ursache ist, daß er nicht jene >40° des Dr. Black, sondern nach eigenen Versuchen 8s Grabe des Schweb. Thermometers für die verschluckte Wärme annimmt, welche eigentlich 'ggFahrenh. gleich sind. Auf eine ähnliche Weise findet Hr. Gadolin durch Vermischung des Wassers mit dem Vitrivlöl, dessen Capaeität für die Wärme er vorder gesucvt hatte, diesen Punet ebenfalls so tief, den aber Hr. Crarvsord durch Verbrennen der reinen kuft mit depdlog. >aos fand, und den Unterschied einer durch die Hisse vermehrten Capaeität der Mischung aus Wasser und Vitrivlöl zuschreibt, wodurch die Temperatur des Gemisches etwas geringer gefunden Von der Wärme und Kälte. 447 gefunden wird. Man siebt also: selbst das Prinei- pium au> richtig angenommen, daß nämlich alle durch Vermischung erzeugte Hitze durch Verminderung, und alle Kälte durch Vermehrung der Capacität entstehe, und folglich im ersten Fall die Capacität der Mischung immer kleiner, und im letzten immer größer sei), als die Summe der Capaeität der gemischten Dinge, welches noch gar nicht ausgemacht ist, so hat die Sache noch immer ungemeine, ja unüberwindliche Schwierigkeit, weil man nicht sicher seyn kann, ob be» einer so beträchtlichen Hitze, als hier ötters entsteht, die Capacität der Mischung nicht verändert werde. S- 494. n- Allein wie entsteh» nun diese Veränderungen der Ca- xacitäten, und was sind die praeipitirenden Mittel, des chemisch gebundenen Wärmestoffs? Wie entsteht Hiye mit Licht verbunden, Feuer im eigentlichen Verstände und Flamme? Wie entsteht Warme in den warmblütigen Tbieren, auch bei) dem Genuß der kältesten Speisen, selbst den großer Kälte, wenn nur durch schlechte Leiter verhindert wird, daß sich die erzeugte Wärme nicht zu schnell verliere, und nicht mehr weggehe als erzeugt wird? In Beantwortung dieser Fragen ist Hr. «Lramsord nicht ganz glücklich gewesen, obgleich seine Bemühungen das größte Lob verdienen. Sein Räsonnemcnt hierüber ganz bevzudringen verstattet der Raum nicht, und selbst die Absicht des Buchs ist wider eine solche detaillirte Erörterung. Ich setze also nur folgendes her. Zum Verbrennen der Körper ist dephlog. Luft nöthig, diese wird durch das dem brennenden Körper entgehende Phlvgiston zum Theil in fixe Luft zum Theil in Wasserdampf verwandelt, deyde besitzen aber eine geringere Capacität, als die dephlogistisirte Lust, (denn Pbiogiston vermindert überhaupt nach L. immer die Capacität der Körper mit denen es sich verbindet,) folglich wird hierdurch eine große Menge Wärme ftey; so entsteht die große Hitze, und diese verdichtete Menge fängt am Ende an zu leuchten. Beym Atbemholen geht ein ganz ähnlicher Yroec» vor, wir hauchen dephlog. Luft ein und bauchen sire und Masserdampf zum Theil wenigstens wieder ans. Hier ist also eine ähnliche Verwandlung vorgegangen, die hier entstandene frehe Wärme vermehrt zum Theit die Tempe- ralur. 448 IX. Abschnitt. ratur, zum Theil aber wird sie auch vom Blute, dem ar- teriellen verschluckt, dessen Capacität dadurch vermehrt wird, dieses indem es durch die Adern des Körpers läuft, nimmt wiederum brennbares auf, und weil seine Capacität dadurch vermindert wird, setzt es Wärme ab, und dadurch entsteht alsv noch neue Wärme, selbst außerhalb des Hauptsitzcs des Wärme - Quells, der Lunge, u. s, w. Gegen diese Erklärung wird mit Recht eingewendet, daß bey den reinsten phlogistischen Processen, bey dem Verbrennen des Phosphors, des Schwefels in dephlog Luft, deym Verkalchen vieler Metalle, bey ihrer Zersetzung durch Salveter-Luft w. nie fixe Luft entstehe. Dieses haben Hr. Lauendish, Hr. Lavoister und Hr. Gren außer ollem Zweifel gesetzt. Da, wo sie entsteht, wird sie weit natürlicher ganz oder doch ein Haupt-Grundstoff von ihr, in dem brennenden Körper gesucht, aus welchem sie sich während des ProcesseS entwickelt. Auch ist die Entstehung des Wasserdampfs aus dephlog. Luft hierbei) wenigstens verdächtig, da, wenn Wasser bey diesem Proceß entsteht, der Quell davon viel einfacher und leichter in dem breiinenbcit Körper selbst gesucht wird. Also auf diesem Wege kömmt Hr. L. nicht aus. Er wurde ihn nicht einmahl betreten haben, wenn ihm die Versuche der eben genannten Männer bekannt, oder seinem Geiste gegenwärtig gewesen wären, und sein edler Charactcr läßt vermuthen, daß er ihn verlassen wird, so bald sie ihm bekannt, oder in Erinnerung gebracht werden. Allein es ist in dem Hauptfundament seiner Lehre doch so viel Großes und Wahres, daß sich immer das beste davon jeder Erweiterung unserer Erkenntnis! hierin wird anpassen lassen, so wie auch schon zum Tkeil die Abänderungen in seiner neuen Ausgabe, solche Anpassungen sind. Genug daß beym Verbrennen reine Lust verschwindet. Was auch aus ihr geworden seyn mag, so ist wohl so viel gewiß, daß sie als solche nirgends mehr zu finden ist, ihre Bestandtheile find getrennt worden, der mit ihr verbundene Wärmestoff ist frey geworden, der latente sowohl als chemisch gebundene, und da beym Verbrennen des Phosphors, des Schwefels, dem Verkalchen der Metalle u s. w., der ponderable Theil des Residuums an Gewicht zugenommen hat, und zwar nach einigen Versuchen um so viel als die Lust verloren hat, so ist es nicht unwahrscheinlich daß sich der andere zum festen oder tropfbare» Körper Von der Wärme und Kälte. 4-z.s per damit verbunden habe. Dieses, glaube ich, reicht völlig bin die dabei, entstandene Hitze zu erklären, vb es gleich nicht geleugnet werden kann, daß auch der brennende Körper dcy einer so groben Zersetzung der Thcile, c,» dcvm Verbrennen vorgebt, Warniestoff hergegeben Hoven kann. Allein was dewürkt denn hierbei) die Zer- seming? Nach der antiphloaistischen Chpmie ist es die bloß erhöbie Temperatur. Ick bin aber noch geneigt zu glauben, daß der brennende Körper etwas hcrgiebt, das anfange durch bloßes Reiben wie etwa elektrische Materie srey gemacht wird, oder es kann auch durch mechanische Einwürtung, die geometrische Capacität vermindert werden, wodurch etwas empfindbare Wärme entsteht, die am Ende einen andern Körper entbindet, der die Zersetzung der devhlogistisirten Luft Nwürkt (§.4?s). Ist der Proceß einmal eingeleitet so entbindet vermehrte Hitze immer mehr von jenem Stoff, und die Hitze lummt überband. Dieser Stoff wäre bei) unsern gewöhnlichen sogenannten phlvgistischen Processen das Phlogiston. Daß kein gewöhnliches Feuer in der so äußerst flüssiigen in- flaminabel» Hüft, nicht in der siren und nicht in der phlvgistischen brennt, wundert mich so wenig, als es mich wundert, daß negative Elcctcicität kein Waffer an« der Lust niederschlägt, da es die negative Erwärmung tdut. Fände sich ein Mittel ans diesen Luftarten die Menge Wärmcflvff, die sie enthalten eben so plötzlich niederzuschlagen, so würde ebenfalls Vcc.nd entstehen müssen. Man vcroiciche damit die oben (§. 447.) auge- geführten Holländischen Versuche. §- 494- Wie entsteht aber nun Licht, Feuer und Flamme? Was Hr. hierüber beybringt ist sehr unbestimmt. Ich gebe also hier Hrn. Ocluffs Theorie, nicht bloß, we>k sie die Erscheinungen gut erklärt, (denn dieses thnn einige der besten aiidciu z. E. Hr u-rvo-sicr's und Hr. Prof. Gren'e ebenfalls, die aber auch immer mit der offuncschcir etwas gemein haben,) sondern weil sie es aus eiste bey verwandten Erscheinungen schon so glücklich gebrauchte sebr bestimmte Art lhnt, wodurch das ganz? Gebäude unsrer Kenntnisse der Natur mehr Zusamnienbang und Festigkeit erhalt, und weil diese Erklärung ein Zweig eines große» Stammes ist, dessen Lieste sich über dic'aanjs H- s Natur 4sO IX. Abschnitt. Natur erstrecken. Nach Hrn. de Luc verhält sich Acht so zu dem flüssigen Wesen, das die Ursache der Wärme ist, als wie dieses Wesen seldst zum Wasserdampf. Das ist, so wie dieses cxpansible Wesen mit dem Master verbunden eppansiöeln Dampf macht, so macht Acht edenfeltz ein cxpansibles Fluidnm mit einem andern Stoffe, den ich .A>:ierst?ff nennen will, und der gar nicht einmabl flüssig zn seyn braucht, die Wärme; und so wie Hey comprimirtem Dampf der pvnderable Theil (das Wasser) niederfällt und das nickt ponderadle llm-lum st-- kercli», wie es Hr. de Lue nennt, (Warme) srcy wird und fortgebt, eben so wird, wenn emc große Menge Wärme plötzlich entbunden wird, ein Theil durch Druck zersetzt, der minder flüssige Theil, die Auermaterie, hängt sich irgend an den Körper an und sein üuicium elc- ke>>mi, das Licht, geht fort. Nach ibm ist also die Wärme so wie wir das Wort oben desinirt haben, eine Art von Dampf, dessen tbnNnm Urter-n- das Licht ist a). Alles Licht stammt vielleicht ursprünglich aus der Sonne, von weicher ans es sich nut großer Schnelligkeit ergießt, unsere Erde aus seinem Weae antrifft, und sich mit den Körpern auf derselben aus unzählige Weiss, bald leicht, bald stark verbindet. Viele Körper die dem Sonnen - Liebte ausaesetzt sind, leuchten einem von dem Achte lange entwöhnten Auge im Dunkeln, die sogenanntem Acktmaanete behalte» es etwas länger u. s. w. Hier ist es nickt zersetzte Wärme, sondern es hängt sich entweder unmittelbar leicht an die Körper, oder geht andere Ver- bindun- a) Hier dringt ach einem der Gedanke auf, daß die Sx> xansionskraft der Warme, womit t!e auf das Thermometer wirrst, ihre Intensität. überhaupt nicht bloß von der Dichtigkeit des Grundstoffs, sonder» auch, alles übrige gleichgesetzt, von der Menge des cxpandirendcn Fluidums abhängen könne, grade so wie sich die öx- xonsionskräfce von zwei) verschiednen Arten von Was- serdämpsen das Gleichgewicht vaiten können, so oerschiede» auch in deyden die Mengen des Wassers sevn mögen. Es wäre möglich, daß Körper gleiche fühlbare Wärme zeigten, wenn sich z. B. die Mengen des Feuerst ffs verkehrt verhielt" nie die eppandirenden Kräfte des Lichts. Ein ilmstand der großen Einguß auf die Bestimmung der specif. Wärme, und die Erklärung der Hitze devm Feuer haben könnte, und um so mehr einer crnstüchen Prüfung Werth ist, als grade durch so etwas eine Schwierigkeit he» der Slectricität gehoben wirb , bic sich sonst durch nichts heben ließ. Von der Wärme und Kälte. 4s 1 bindungen ein, die bald wieder aufgehoben werden. Auf der Erde trifft es aber auch einen andern Körper an, den wir Feuerstoff genannt haben, mit diesem geht es eine eian- Verbindung ein und sormirt mit ihm das elastische Flüssige, das hier Wärme heißt, ES ist also kein Wunder, daß die Warme wo sie weniaer gehindert wird auch noch den t". 'letzen des Licht« solat wie dev Reflexionen z, B Ja feine ganze Txpgnsibiluät hat es dieser Beweaung des Lichts zu danken, Wärme würde sich wie Licht ausbreiten, w nn sie nicht gehindert würde, theils durch die manniafaltigen Affinitäten der Körper, theils durch die Affinitäten und die Trägheit der Feucrmaterie, Ich sage diese Erkläruugsart verbreite Licht über die ganze Natur, Daniel BernauU', und Lulcr nehmen um Elastieitat zu erklären schon eine innere Bewegung einer Materie in den Körpern an; wo diese herrührt, sagen sie nicht. Hier bcy der Elastieitat des Wärmestoffs sehen wir, daß es die Geschwindigkeit des Lichts ist, das nun, an andre Körper gebunden, gezwungen wird theils langsamer zu gehen, tkeils seine Ricplun« gen alle Augenblicke zu ändern, Solcher expansibeln flüssigen Materien kann es niedrere geben, und selbst oaS Licht gekört nach Hr. le S.-ge mit darunter Das was das letzte unter all. » beseelt, wenn ich so reden, darf, ist der Stoß der schwermachenden Materie, und so wird am Ende sie Ursache der Schwere, die Ursache aller Bewegung in der Natur, Hie-Veo ist weiter keine eigene abstoßende Kraft nöthia. Wltd also nun Wärme plötzlich entwickelt, welches durch Zersetzung der reinen Luit geschieht, so zersetzt sich'ein Theil derselben und das Licht gebt fort, und der unzerseyte Theil verbreitet sich alö Wärme umher, aerade so wie, wenn Dampf durch Druck allmählig zersetzt wird, Wasser niederfällt, Wärme frey wird und auch noch Dampf übrig bleibt. Daß nun Licbt für sich nicht wärmen könne, versteht sich von selbst, auch warum das Licht der Johanniswürmchen, des faulen Holzes, und selbst des Mondes nickt wärmt im er« fiern'entbindet sieh das Liebt vermuthlick ohne Zersetzung von Wärme, und von diesem ist es ja geometrisch erwiesen, baß es durch goo der stärksten Brenuspicgel verdichtet kaum cinm,chl gemeine Sonimiwärme hervorbringen könnte, und also nicht hinlänglich genug Fenerstvsf deleben kann, um auf unsere Thermometer zu würken. St» Da? / 472 IX. Abschnitt. Daß aber manche Körper, wie z. B> das Quecksilber eine sehr arvße Hitze annehmen können, ohne zu leuchten, davon ist der Grund, daß ihnen der Stoff fehlt, der die luft plötzlich zersetzt, oder wenn sie ihn auch befitzen, dock zu sehr gebunden, oder daß er auch bey manchen Körperu nicht in dem Grade von Feinheit entwickelt wird, der dazu nötbig isi. §. 494- x. Neberhaupt scheint das Licht eine sehr große Refie in der Natur zu spielen, und es blieben dadurch nothwendig so große Lücken in den Erklärungen der Erscheinungen der Natur, daß man es bisher bloß als die Ursache der Hell- l>e,c betrachtete. Jetzt weiß man daß das Sonneiüicht nicht aliein großen Einfluß auf die Luft-Elektricilät hat, sondern auch die Richtung der Magnetnadel asfieirt. Auch das Phlvgiston könnte, wie Hr. L.e->nl,ardi (Maeguer v>. Band S. der neust. Ausgabe) muthmaßet, gebundenes Licht sev», wie es denn würklich Hr. Gren (Handbuch der Chemie Tb. > §.264. :c.) schon durch den Wärmestoff zumPhlogistvn binden läßt Wäre es aber auch nicht grade der Wärmestoff der ?s bindet, so kann man es sich doch auf unzahlige Weise als gebunden gedenken. So bangt bekanntlich von ihm das harzige Grün der Pflanzen, das Schwanwerden des Hornsilbers, die Veränderung der dephloaistifirten Salzsäure und das Far- denschwinden der Bestuchefschen Nervcntimtur im Son- zienlichte, ab. In der neucrn Ausgabe seines Handbuchs labt er nun mit Herrn Richter das Licht selbst aus Wärmcstoff und Brennstoff entstehen s§. 4Z8). S- 4Y4- K- Durch diese etwas modificirte Crawfvrdische Theorie, glaube ich, lassen sich nunmehr unzählige Erscheinungen in der Natur erklären. Unsere Luft ist ein Feuer-Meer, das die Erde verbrennen könnte, wenn sie zersetzt würde. Ueberall kann Wärme entstehen wo Capacjtaten verändert werden, oder gebundene Wärme frey wird. Die Wärme in der Erde, dieser großen chemischen Werkstalte, zu erklären brauchen wir kein Ccntralfeuer, so wenig als in der Tonne voll nährenden Mostes, oder als wir eines gebrauchen die Wärme des thimschen Körpers zu erklären, w» Von der Wärme und Kälte. 45 z wo außer der Lunge, die freylich, in Vergleich mit den übrigen Theilen, nach einigen cin Vulcaln wäre, an unzähligen Stellen, Milch zu Knoche» und Fleischfascrn erhärtet, oder wie im Magen Körper durck Auflösung Veränderungen von Capacitäten erleiden. Wir verstehen wie Tage, an denen die Sonne nicht immer am hellsten scheint, oft die heißesten sind, weil da ttockner Dunst aus der Luft Wärme wie Thau niederschlägt; wir sehen hierin noch einen neuen Grund, warum sich die Temperatur de« Clima's nicht nach der geographischen Breite richtet. Die mannichfaitigen Selbstentzündungen werden nun begreiflicher. E6 wird begreiflich wie crnstaUinisches Glaubersalz Kälte, zerfallenes Wärme hervordringt; wie verdampfende Vitriol- und Salpeter-Naphthe Wasser gefrieren macht; wie Fordpee, Zäanks, Solander und Dlagdcu, wie Männer im F-uervfen, zumahl der letzte eine Hitze von z,üo Graden eine Zeitlang aushalten konnte, da schon bey zie. das Wasser kocht, und worin ein Stück Fleisch in 47 Minuten schon zu stark gebraten war u. f. w- Hierbey von dem Ursprung der chirrischcn Warme. §. 4Y». 2. Freylich wird von der eigentlichen Natur des Feuer« immer noch vieles vor unsern Augen verborgen bleiben, allein wenn auch alle diese Vorstellung« - Arte» von der absoluten Wahrheit sehr weit entfernt bleiben, so haben sie doch immer für uns einen sebr großen relativen Werth, sie sind schickliche Bilder uns die mannichfaltigen Erscheinungen darunter im Ausammenhang zu denken und un« die Kenntniß derselben zu erleichtern. Gesetzt die Ursache der Hitze sey kein Fluidum, e« sev etwas wovon sich nicht« Gleiches in der Natur fände, so ist doch nicht zu leugnen, daß sich die Erscheinungen, so weit wir sie kennen, sehr schicklich unter dem Bilde eines flüssigen Wesens denke» lassen, und ist ein solches Zeichen glücklich gewählt, so kann es selbst dienen den Geist auf neue Verhältnisse de« unbekannten Wesens zu leiten. So weissagte Hr. deckuc in seinem Werk über die Atmosphäre §, >,7?. bloß aus der Theorie des Hr. le Sage, die specifische Wärme, und redet davon zum voraus fast mit eben den Worten, mit denen er nachher die gemachte Entdeckung erzählt Hge-, tu,' l- dieikvr §, 162.,). So wurde durch eben diese Theorie der Graf von Scanhope auf eine sehr wichtige Ent- F f z deckung 454 IX. Abschnitt. deckuug in der Elettrieitättrieleitet. Was Wunder also wenn jene Männer ansaugen ihre Erklärungen der naiür- lichen Pbäuvuiene für etwas mel>r als bloße Bildcr- Gpracbe zu ballen — lind was in bann das reelle in unfern Vorstellungen von Ouiaen außer uns überhaupt, und was baden sie für Vcrhäilnisse zu denselben? Laßt uns daher immer jene Bilder Sprache studircn und uns bcmübn ihr mekr Rejchibuni zu neben, sn treffen wir am Ense vielleicht die Wabrbeit so, wie sie der unterrichtete Taubstumme endlich trifft, der unsere Sprache für das Ohr, für eine für das Anne, und was eigentlich Töne sind, für Beweaunn der Kehle und der Lippen halt, aber indem er sich die letztere zu sprechen bestrebt, auch demieninen Sinne, ohne cS zu wissen, vernehmlich spricht, dessen er gänzlich beraubt ist. L. Schriften über d..s Feuer. z) K0N. vorra bMnna evzrerimcnrailz de lnAore, l.ond. 16ÜZ 8; vermchrc IÜ8Z' n : dlcxv cxperimcins snd obfcrvsrioni rouckm^ colli, k^ol. //. »^ninriiz du cbaud cr du froid , in seinen Oc«!»'. ?o>», f. />liz, Z) «Nir.c» ooLNH^ve de iriuc; in seinen eleiu. cde»!. T'o??,. I, xaz;, IIS der »Leipziger Ausgabe in Gerau. 4) 10 nr.reir. cv>rrui.icir Ulli'. de csuüi! srlZoriz er glaciei, l.ipf. >7Z7 5) plccc« gm onr rcmporrc >c prlx ü I'scsdcnile ro^ale lies lcienecs eu 17Z8 für la uarnre er !> propagsrlon du fcu. u pari- I?z8. gr. 4; und im Bande des rec»e>l dcv Ziiec. de zirfr, blcdical sich xkllofvptilcsl clfa^z, b^ Qnolrc-n »air- rn-en l-oall. 1740, Z. Lstaiz für la cocltruflinn er comparaifon de- rbermomerer-, für la communicarion cle 1» cksleur er llir ic5 diifo» reu- degre- cle la cdalcur a°. - S) Von der Wärme und Kälte. 4? 5 9) Ttke nznire, praperrle« gnä lgxvs ak kre, clilcoveeeä gnc! clemonürzreil l,^ xvll.1.. >lll.i.gnr. l.oi> 10) 10 vnnri. vlUliNll -iilk. cl- igne. Vlirgi. 17^6 4. »ll) v-eouveeic» ä- dl »gngr tar le kea, I'üleÄricite er Ig l.nmi-re. g I'gris, >779 8. Deutsch Mit Aimi, von L. E. Weigel Leipzig l?«8. gr.8. » 12) Ebendes lieck-eck-l lbr le r?u pgn, 1780. 8. »,z) ilamderr Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme. Berlin >779- -!- » >4) 2. r. vi! »nngruv c i>. I. vill-irglio Uc igue. Viea» na-, ,77z. 8- » iz) ünczliir/ inrv lke cffckls ok Irezr. l.on8vn 1770. 8. " iS) Hr. de 'U°ic's physikalische und moralische Briefe w. >4>ter Brief und ff. Die in diesen Briefen vorgetragene Lehre von der Warme sieht auch unter dem Titul: Svsiem über die Warme in der Leipziger Sammlung zur Physik und Narurgesch. Ii Band S. 64z, » >7) H.» lusgx c>u li,c kv c n nnraari. 7.an8) Fonrau», über Licht, Flamme, Wärme und brennbares Wesen (Crelis chem. Ann. >784 ZteS St. S. 240.) » 19) lieber die VlZärme von Skopoli und vslca. CreUs N. Entd. in der Chymie. B. ^>>. p. ->-9?. »22.. »2>) Gren gegen «Lralvsdrd. )aalnsl äar l'bzsi. l. itcs und ateS St. »22) Soveeurt über die Versuche zum Beweise einer latenten Wärme:c. aus dem Franz. Quedlüib. >79°. 8. »2Z) ützme ciellg 1°eoriz ricl cglaro 6el cel. laeless Lraxvkorci caa glcung coagerlure kaprg lg ineelclim» wZiceig cli l.eag. vgcc» LceliaAlricri. dila >787' 4» (Auszüge daraus in lr.o-.iee ,790. I. B. und Ltpnr cie>. ^'Qiirnaux lilgl'.'i. «790. ^2,4) i.äUl)kiäM äel calor Isrenrs in dessen OpulL. 6>ico-cksm p 8l> '2z) Vom Warmcsioff, seiner Vertheilung, Bindung und Entbindung, vorzüglich beym Brennen der Körper. Eine Probsebrifft von Franz Xaver Laa-. dcr. Wien und Leipzig -78ü. 4. Ff 4 "2S) ' 26) Rbeorie ste sc» «vec lon zppücsllon zu Llorp» bum-i» psr dt. NN axs?x UV SLiiicu. ä ^vixncm 1788. '27) Meorl« Url Lslore c!s (Ziovxccuiico cxllkirvoici. ^i-onxc 17Z7- 2» Voll. '28) lieber das Feuer von Joseph Weber. Landshut >788. 8. '29) Nebe? die Gesetze und Medikationen des Wär- mestvffs VVII Job g'obias Uiavr. Erlange» >79'. 8. Eine Schrifft, die den Besitz der meisten hier angeführten ganz entbehrlich macht. 'ZG) VeiNtied einer neuen rdeniic cies teuer«, cter Verbrennung künltliener l^ufrurien: lte, r^lkmeuz, rtcr ttslirvng, rter lr!eKrici>ui, rter dtcreo-cn, Nc« bickr» »ncl 6c« dtuLneiiöinus r^.u» r^uzlugien bergelerrer unit r1»rrk Verlricke beliscij-er von lou. »oidlkicu vom;?. gen« 179z. 8. 'Zl) i>nxvo3? laeker 6s« lZleicbgcvvicbr 791). 'Z2) Kurze Darstellung der vorzüglichsteii Theorien des Feuers/ dessen Wirkungen und verschiedenen Verbindungen von w. A, Lt. Lampadn:», Göttingen >79?. 8. *zz) Wichtige zum Theil bicher gehörige Versuche, zumal was die Lichtcntwickeluag betrifft enthält folgende Schrifft' Lcxirsst xur IZcrictiiigunß ltcr snt'p!)l. dlicmis su» Versuche ^e^rüu^er v. !. r. <36^1,!^Q. X^eimsr 1794. 8- Won Hrn. Lrawsord's Weck ist auch nach der 2ten Ausgabe eine ltebcrsetzung unter Hrn. Bergrath v. Crells Aufsicht von wilh. Borges erschienen. Leipzig 1789. 8. Auch von piececs öfters angegeführtem Werk über das Feuer eine von Hr. Raps. Tübingen >79". 8. Theorie vom Feuer tu I. S. Weyers chymisch. Vers, zu näherer Kenntniß des ungelöschten Kalchs. Hannover u. Leipz. >7t >Ä. 8. und in I- Z wcstriimbs Beytraa zu den Theorien vom Feuer, der Luft und der Wasser-Erzeugung in dessen kl. ph.ys. ehem. Abhandl. aten Bandes item Hefte. Viele vortreffliche hieher gehörige Bemerkungen finden sich zerstreut in Hr. de stücs Briefen au den Hrn. de la Merherie in mehreren Stücke« des Jahrgangs 1790 vom soorn-l Von der Wärme und Kälte. 457 «I. in Michael Hube'v Werk über die Ausdünstung, Leipzig >n9c>. n. und Grcn o z«»r»-l n-r i'K)-nk z.. u > ni-t>. — lieber den sogenannten Eis-Apparat (Olmimöl?-) der Herren Nav,? ister und de la plaee (§. 494. N ) hat Hr. Medenvrc-d in den Nd'!«t '5^n-zc> Vol, 77'. sehr treffende Erinnerungen gemacht, so daß dieses vortreffliche Instrument, das auf das einfachste und deutlichste Prineipiuni gebaut ist, doch nur in der Anwendung auch wieder etwas unsicher wird. Allein so wird und muß es nderbiupt gebe», so lange wir zu unser» Werkzeugen Körper gebrauchen müssen, die für die Ehre, daß wir sie zu Maaßstäbcn emer gewissen Erscheinung besonders auswählen, ihre Verbindung mit ander» deßwegen noch nicht aufgeben. Indessen, sollte ich denken, würde ein, einmahl sür allcmahl, von diesem Apparate mit großer Vorsieht und vielleicht mit einigem Aufwand gemachter Gebrauch im Großen uns sicherer ur einem bestimmter» Maas für die Wärme führen, als irgend ein bisher bekamst gewordenes Verfahren. X. 458 X. Abschnitt. Zehnter Abschnitt. von der E l e k t r i c i t a t. Die ersten Begriffe von der Elektricilät. S- 495- Wenn man eine gläserne Rohre mit der trocknen Hand, oder mit einem Blatte Goldpa- pier nach einerlei) Richtung oder nach cnkgegcn- gesehaer eine kurze Zcir lang gerieben hat, so bewegen sich leichte Körper, die man nahe genug zu ihr bringt, nach der Röhre hin und hierauf wieder von ihr weg. Außer, dem Glase giebt es noch mehrrc Körper, mit welchen man diesen Versuch anstellen kann. Aber mit Metallen und mancherlei) andern Körpern laßt er sich nicht anstellen, 'wenn mau sie auch noch so lange reib: ') Von diesem von unzähligen Schriftstellern angenommenen, aber sehr unbestimmte!! Satz s. die Note §. zoz. L. S- 496. ^Man nennt das Glag in jenem Zustande elektrisirt, und schreibt die erwähnte Wirkung der Elektricilät (oleäiricitg5) zu. Körper die durch Reiben e'eknisitt werden können, nennt man elektrische Körper (corxora eleätrias), die übrigen Von der Elektricität. 419 übrigen nennt man ullelektt'.sch (anelecstrica). Hauptsächlich sieht man die Wirkn gen der Elekkricilät, wenn man einen elektrischen Körper mit einem unelekirischen reibt. S- 497- Den N.mien hat die Electricikät Von dem griechischen Namen des Be rchems, an welchem man dag Vermögen, durch Reiben elektrisier zu werden, zuerst bemerkt har. A^ev vor den: sie- benzehnten Jahrhunderte hat man sich überhaupt wenig um die Elektricität beknmm'rr. .In dieser Zeit wurde insbesondere Will) Gilbert, Otto von Gucrire und Robcrc Boyie etwas- aufmerksamer dorm f; ihnen lochten Hauksdce, Gray und vu Fay, >md nach und nach noch mehrere berühmte Naturforscher, welche sich immer weiter mir vorzüglichem Fleisis auf die genaue Nntersi-chung dieler merkwürdigen Eigenschaft der Körper legten. Premier memoire tur I'elsätricilö PZr I>r. vu r/tV: iristoiri cic cclc6>ricire; in de» tUeiri. rte t'aciut. ro)-. 7Zr- ?--S-2Z. Geschichte der Elektricität von Dan. Grnlarhz i» den Vers, der Do.iiziucr uariivf. Gcsclisch. I. Land S.-7?, n. N. S. z?z, lll-L. S. Elektrische Bibliothek von Dan. Gval.'.ch, i. Stück evendas. n. >.rnd S. 92;. 2. Stück- ebenoas. m Land. S. ^-6?. Verzcichniß der vornehmsten Schriften von der Elektricität von Icch. Georg Lrüiuy. Leipzig. 8. K. 498. 46s X. Abschnitt. §. 498- Anstakt Glasröhren mit der Hand zu reiben und dadurch zu clcktrjsiren, fand man es beque- m r, die elektrischen Körper durch Elekmsir- maschinell zu bewegen und einen andern Körper dabey an dieselben zu halten, damir sie sich an d emselben reiben. > Die Deutschen, und darunter Hausen, haben die ersten Elektrisirmaschinen erdacht und gebrauche Gemeiniglich bedient man sich dazu des Glases, und zwar zieht man das grüne GlaS dem weissen vor, und in neuem Zeiten beiden das blaue durch Kobalt gefärbte, weil es eine noch stärkere Wirkung thur; (diese Unterscheidung hat nach den besten Versuchen keinen sonderlichen Werth L..) aber eigentlich ist alles Glas elektrisch, und wenn es nicht elektrisch zu seyn scheint, so liegt es nur an der Unreinigkeir seiner Oberflache, (? L. ) nach allem wenigstens, was ich noch bisher gesunden habe. cnk>5?. äva. »zvsn» noui prokeKu« in kitton» eteÄrim- rsiii. Nipt. 17Z4. 4. h. 499. Wenn man zur Gestalt des Glases der Elek- trisirmaschine eine kugelförmige, sphäroidische oder cyliudnsche wählt, so versieht man das GlaS mir einer eiserne» Axe um welche es sich drehen läßt, und faßt es zu dem Ende in Harles Holz oder Messing, am besten ohne ollen Kitt, ein. (Bey einer guten Maschine ist es noch- Von der Elektricüät. 46, noihwendig daß dio Axe nicht durchgehe L.) Um diese ?lxe wird nun das Glas vermittelst einer Saite oder Schnur cn weder so wie die Decke einer gewöh-'licden Drechselbank oder durch einen Bogen, oder durch ein Schwung- Rad, das man entweder milder Hand drehen, oder auch treten kann, bewegt. §. 500. Man kann aber dem Glase auch andere Gestalten, und den Elekirisirmaschiuen übcnhauvt andere Richtungen geben. So hat Wlllk- ler eine Elekrrislrmaschi e angegeben, woran sich Glasröhren der sänge nach auf und ab bewegen ; auch eine andere, bey der mehrere K u- geln zugleich um ihre Axen gedreht und dabcy gerieben werden. Den Vorzug vor allen Elek- trisirmaschinen (?Ä>.) verdienen die neuern von Ramsden erdacht, bey welchen eine runde Glasplatte vermittelst einer daran gebrachten Axe mit einer Kurbel um ihren Mittelpunkt gedrchet wird. Elekttistrmgschinen, bei, denen man durch geriebenen Sckwesel, Siegellack , u, d. gl. elektnsirr. Der Erfinder der elektrischen Maschine mit der Scheibe ist weder Namoden noch iZiigcnhouß, der sie vor Ramsden hatte, sonder» Planta, Stiitcr und ehemaliger Direktor des Haidensteiiiischen Semi- narimns, der sich derselben schon um das Jahr 176c) bedient haben soll. S. die allg. Oeucsche Bibliothek. Anhang zum ig-^Banb qteAdth. S. ?4?. Van Marum nahm statt des Glase« Gummilack und Pros. Pickel zu Würzburg im Backofen gedörrte u»o mit Bernsteuisirniß überzo- «ene Breter. ü..) Von 462 X. Abschnitt. Von Maschinen aus wollenen und seidenen Zeugen, lv.:chel,-sfiir. Beschreibung der von meinem Binde! zuerst erfundenen. Goth, Magaz. >, ,.8Z. S.. Die größte bieder zu Stanoe gebrachte Scheiben-Ma- sedine ist wohl die in dem Teylevischcu Museum zu «^aailem, die nus zwe» parallelen Glas-Scheiden, jede von 65 Zoll im Durcdmeper besteht. 'LcchN,>v>„tz ecne, on^-mcen glooie llieäii^ccr mzcliin?, in bllNeum re kU^urlem. "7? Icm 178-1. 4 2ter Theil mit illnm. Kupfern, ebendas. >787. 4. Deursch. Leipzig >786 und >78< -1. Sehr merkwürdige Versuche enthält: Beschreibung einer Elertr. Maschine und einigen damit von I. R. Deinian» und ei. parrs van Troosrwyek angestellten Versuchen. Herausgegeben von John Luichderrsoii, Leipzig >7yo. 8, Unter denen aus seidenen Zeuaen zeichnet sich diejenige aus, wovon man die Einrichtung in folgender Schrift stndet: mlcripilon ilo-, msi.d!n-s clcÄiiczu» ä >le lcurs ctlers er ciez Uivcr; svznrgAcz guc pzcs-nionr c-z nsuvsux ggparolls, par I4r. aaur/euv. ä ,-Xmli?- z. >o>. Von des Vaea?» Rienmevero vortrefflichen Amalgama in den Vorlesungen. S. /vo!>r. 17KX. p. ?e>. — Von Dr. '.loorl/s seidenem lteberschlag - Lappen, der ein ganz uncnt- bestrlicher Thcil eines guten Reitzeugs ist. Es läßt sich auch das Amalgama daraus tragen. Herr «Luihbercsail hat in einer zu Amsterdam >'y4 in Holländischer Sprache herausgegebene Schrill, die Elektnsirmaschine mit der Scheibe ausserordentlich verbessert, und einige sehr merkwürdige Entdeckungen angezeigt. Bis jetzt kenne ich diese vorzügliche Schrift nur aus Englischen Journalen. Das Ricnm.everseho Amalgama verbindet er mit Schweineschmalz zu einer Salbe und bestreicht das Reitzeug damit. it. Z. Zo?. Wenn man einen elektrischen Korper durch Reiben elekerifirk hat und ihn dann mit einem tinelercnschet, Körper in Berührung setzt, der nur 464 X. Abschnitt. nur bloß elektrische Körper berührt, so wird dieser unelekrrische Körper durch die Mittheilung elektrisirt. Aber diese mitgethtilte Elektlicität (oleächiclt-v aommuniciits, cieiiustius) uuier- scheidel sich nicht in den Wirkimgen von der ursprünglichen (oriAinsiis) durch Reiben er- weckten, sondern nur in der Art, wie sie in oder an die Körper gebracht wird. §. 50z. Nur allein sclche Körper laßen sich durch die Mittheilung elektrischen, welche keiner ursprünglichen Elektrisch fähig sch d. (Alle Körper die einer ursprüngliche» Elektr. fähig sind, laßen sich auch durch Mi 'Heilung elektrischen, und Harz, Gummilack, Schwefel:c. e> Hachen dadurch leicht eine größere, als ihre ursprüngliche durch R iben, nur so gleichförmig verlheilt, als in den unelekttischc» wird sie Nicht, man muß sie nach und nach den verschiedenen Stellen mittheilen. Ä..) Man nennt sie elektrische heiter (ccmcluöwrcs), weil sie die elektrische Kraft weiier fort leiten, und auch sympmelektrische Körper (corpcra lvmperielecchica), weil MuN sie mit fremder Elektckeüät versehen kann, so wie die elechrischen Körper idioclektrische Körper oder auch Nichtleiter (ccu porg ictioeIeäli !Lg, nonconcluälorcch heißen. Diese nehmen nämlich durch die Mittheilung keine Eieknicität an, und deßwegen scheidet man die ui .elektrischen Von der Elekiricität. 46s Körper, die man durch die Mitteilung elekirl- siren will, dadurch von andern nnclekmschei, Körpern, daß man sie bloß auf elektrische Körper stütze; das hiißt man isolirt sie. Eigentlich ist aber kein Körper ganz vollkommen unelek« tr sch, und keiner vollkommen elektrisch. Die Emldeilung der Körper in clckrrische und unclek- rrische (§. 496.) ist fehlerhaft. Selbst die Metalle werden durch Reiben elektrisch. (Auch hat man dieses lanast gewußt, es scheint man habe es bey der Eintheilung der Körper bloß vergessen; auch macht man Scheiben-Maschinen von Metall, die dnrch Kayenscll getrieben werden. Oer Zustand des Reibzeuas ist ja jedem bekannt.) Daß es aber freylich z. B. ein messingenes Lineal nicht wird, das ich in der Hand halte und reibe, ist sehr natürlich, und die Ursache erhellt aus diesem §. Das Metall ist ein Ecir.r und meine Hand auch und die Erde, woraus ich stehe auch. Wie kann man da erwarten) daß das geriebene Lineal Spuren von El, zeigen soll? So wie sie entsteht, muß sie auch wieder vergehen, allein man isolire das Lineal und reibe es dann: z. B mit Seide, s» wird es elektrisch »). Frevlich ist diese EI. immer gering, weil das, was entsteht, sich soaleich über das ganze Metall vertheilt, da die Elekrr. des Nichrleirers an der Stelle hastet, wo sie entstanden ist. Findet daher die Eiekrrw. des Eeirero, nur an einem einzigen Pünktchen eine Ableitung in der Lust, so ist sie ganz verloren, da der Nichtleiter an Einer Stelle der seinigen beraubt werden kann, ohne sie deßwegen an allen zu verlieren. Uederhaupt da man jetzt Mikromercr, eigentlich Mikrc» Lope für die El. hat, so werden künstig die schönen Classcn der Körper, die die Physiker gemacht haben, sehr durch einander geworfen werden. Der Nichcleirer wird also, auf die gewöhnliche Art gerieben, elektrisch, weil er sich selbst in der Hand isolirt, der Leiter aber nicht, und daher, wenn er elektrisch werden soll , erst isolirt werden muß. Isolirtes Metall, an isolir- Gg tem 466 X. Abschnitt. tem getrieben, zeigt ggr keine lLlektneirär. Und dieses ist nicht sonderbar, höchst sonderbar aber würde es seyn, wenn es welche zeigte. Denn so wie sie entstünde, würde sie sich auch wieder ver- theilen müssen, welches freylich hier noch nickt ganz verständlich gemacht werden kann. Also wäre vielleicht die Adtheilung der Körper in ibeirer und Nichltetter, oder isolirende und iiichrisolircude jener vorzuziehen. Dieses mag hingehen, nur muß man bedenken, daß vermutblich alle Nichr- leirer, Hey einem gewissen Grad von Wärme, Leiter werden <-), und dann, daß sich gewisse Körper, ohne daß in ihnen selbst eine Veränderung vorgenommen wird, sich bald als Leiter bald als Nichtleiter verhalten. Hr. volra nennt diese Halbleiter: Dahin gehört das trockne (nicht geröstete) Holz, der trockne Marmor rc. Da diese, wie unten gesagt werden wird, in der neusten Zeit sehr merkwürdig geworden sind, so konnte dieses hier nicht übergangen werden. L.) e?) tte.-viivikk lnr !'LIeKl'icit6 cles Metaux in Noziers Journal Julius i?8c). S. 5v; iil-umdli-r l'Keoria ptiaenomeri. eleKricomm. Vinclob. 1778- S. 15. ö) Achard chemische Schriften S. 246. !t. Z. Z04. Die vornehmsten elektrischen Körper sind: Bernstein, Glas, fast alle Edelsteine, Schwefel, Iudenpech und die Erdharze, Porzellan, Krystall, mancherlei) andere Steine, die haa-- richken oder mit Federn bewachsenen Thiere, Alaun, Steinsalz, Seide, Elfenbein, Pergament, Wachs, Gummilack und das daraus verfertigte Siegellack, die Harze, die Knochen der Thiers, Zwirn, Papier, Baumwolle, krocknes Holz, Pech, Zucker, Eis, (doch nach Hr. Achard nicht eher als bis das Fahrcn- heit. Von der Elektricität. 467 heit. Thermometer 1? Grade unser 0 steht. ) Luft. (Hr. Kmtzettstcill hält i" seiner Physik die Lust zwar für einen Nichtleiter, glaubt aber nicht, daß sie wie andere Nichtleiter au tsolir- teil Leitern gerieben, dieselben elek risch mache, und ich muß ihm nack meiner jetzigen Kenntnis; beypflickle-t; denn ob ich gleich vermittelst Blase'Bälge leicht Elektricität in Siegellack- Stangen erwecken konnte: so habe ich, selbst, mit starkgeladenen Windbüchsen, auf isolirten Metallen keine erregen können, selbst auf Werkzeugen nicht, die sonst sehr geringe Elektricität angeben, doch getraue ich mir noch nicht hierüber zu entscheiden. L!..) Lsconä memoire tur I'elcMicile psr dl. VU rzuclr sonr le» corpz qui tont susceprible» lie I'elcÄricilc. in den ^te«. Uc rox. ittt /r. >777. 77. v. WLNvei.. relzlio Uiltorics tic eteckricirsn« xrox>ri» li^norum. l.»ccrn. »754. 24. S- Z05. Zu den unelektrischen, also nur als Leiter durch die Mi'theiluug zu clekn ist'.enden Korpern gehären hingegen: die glatten Thiere, alle Metalle, Granat, Jaspis, Achat, Lazuli, Türkis, Holzkohlen, Gummi von allen Arcen, Wasser und die meisten flüssigen Kürper. Auch hört ein elektrischer Kä'per auf elektrisch zu ftyn, wenn er naß geworden oder mit Feuchtigkeit durchdrungen ist. Auch wenn sie erhitzt werden; glühendes Glas und kochendes Pech leitet so gut als Metall, Wasser lei- Gg s tet 468 X. Abschnitt. tet unter gewissen Umständen sehr wenig , Dünste desto mehr, auch der Erdboden, zumahl wenn er feucht ist, ist ein vorzüglicher Ablciter. ü. LroUeinc incmouc lu7 l'-l-Äri^iie pär vll n»v, >lc» coi-pz vivemc»l zriirci pzr l« msUe. r«z eleeiriizuci cr cie ceux czui In»e lex s>Iv5 propre« s rrsnzmecirc l'el-Äricire; iu den 7. ^ee/c. 1775. j>/iz, -77. §1. 506. Beym Gebrauche der Elektrisirmaschinen zieht man zu Leitern die Metalle allen andern Körpern vor, da sie in einein vorzüglich hohen > Grade unelektrisch (leitend. L..) sind. Um sie zu isoliren kann man sie ans seidene Schnüre, auf Glas, Schwefel, Pech oder andere stark elektrische Körper, selbst auf wohl gedörrtes (im Ofen bis zum Braunwerden geröstetes K.) Holz legen, und so dem elektrischen Körper, der beym Gebrauche der Maschine gerieben wird, nähern. Weil feuchte Luft selbst ein Leiter ist, so ist in ihr ein Leiter niemahls vollkommen isolirt, und deswegen muß die Luft beym Elektrischen so trocken und rein als möglich seyn. ö» 6e>7- Der Erfahrung zufolge gelingen die elektrischen Versuche am vollkommensten, wenn ein höchst elektrischer Körper mit einem höchst un- elekcrischen und dabcy nicht isolitten Körper gerieben wird; und so wird zur vollkommensten und unverleßten Fortpflanzung der Elekirieitat ein höchst unelekcrischer im höchsten Grade iso- lirter Von der Elektricität. 469 lirter Körper erfordert. Aber auch durch das bloße Erwarmen oder durch Schmelzen erhalten manche Körper, wie z. E. der Schwefel, einen merllichen Grad von Elek-riciiar. (Deym Turuialin, dem Drasiliamschc» und Sibirischen hochgelbcn Topas, drill rrrstallimschel, Galmei und dein Soracir oder z^oraxspall) ist die Elektnslrung durch Wärme erwiesen, bev ollen andern ist sie wenigstens noch zweifelhaft. Selbst da der in einem andern geschmolzene Körper nie vbne Reiben, das zumahl hier unter de» vortheilhaftesten Umständen, ucmlicb genauer Berührung und höchster Trgckeiihcic geschieht, sowohl erhärten, als von dem andern getrennt werden kann, so könnte wohl diese Art von Erweckung der s>. auf das Reiben zurückgebracht werden. Ich erwähne dieses nur, um voisichc zu empfehlen. Elektrieität durcy Verdampfung die erwiesen ist, verdient hier eine Erwähnu'g. st) Jetzt ist es erwiesen, daß die Erweckung durch Schmelzen, auch durch Reibe» und zwar durch das Reiben beym Auseiiianderstießen des geschmolznen geschieht. Isvlirte Metallplatten auf gcschmolzne Körper gehalten, werden nicht elektrisch. S. Ux. per. lar I» c-alc se >'0>e6>. icilc 6c> lubNanecs loa- äu-, er sestoilliez psr dl er r^urs vz»e waoosrwclc. OK. 1788- p. >48 ) st.. Das elektrische Anziehen und Zurückstoßen. §. 508. Wenn ein durch Reiben oder durch die Mittheilung eleklrißrker und ein anderer nicht eltk rifluer imelekmschcr Körper einander nahe genug kommen, so bewegt sich der beweglichere von beiden nach dem unbeweglichem hin, und Gg z hierin 470 X. Abschnitt. hierin besteht das elektrische Anziehen. Hingegen findet ein Zurrickstoßcn zwischen zwecnen gleich starken elekwisiuen Körpern Statt, so daß der beweglichere sich immer von dem unbeweglichere, bis ans eine gewisse von der Stärke der Elcktrieität selbst abHangende Weire entfernt die Eleklricikät dieser Korper mag ursprünglich oder mikgecheilt seyn. S- 509. Da nun ein mwlekkrischer Körper nolh- wcndig durch die Minheilung elektrifirt werden muß, wenn zwischen ihm und einem clek- rrisirten Körper eine Anziehung Statt gefunden hat, so muß auf die Anziehung selbst sogleich ein Zurückstoßen folgen. Verliert hierauf der zurückgestoßene Körper die ihm mii- getheilte Clekcrici.'ät wiederum, etwa dadurch, daß er andere nicht elckcrisirte uueleklnschs Körper berührt, zwischen welchen und ihm wieder ein Anziehen Seatt findet, so wird er nun wieder von dem elektrisieren Körper angezogen, dann wieder abgestoßen werden, und so immer fort. Versuche hierzu: mit Korkkügelchen die an einem Faden hangen; mit leichten Körpern, die aus elektrisir- tem Wasser schwimmen; mit feinen Glasfädeu; mit einem Haarbusche; mit Sägespänen; mit Goldblättchen; mit einer Nadel an einem seidenen Faden: (mit dem nassen Schwamm, L.) Gekünstelte Versuche oder elektrische Svielwerke; die elektrische Spinne, der elektrische Bratenwender, das elektrische Glockenspiel, Tanz der papiernen Puppen Von der Elektricität. 47 r Puppen durch Hülfe der Elektricität. (Hicher kann mau nunmehr auch den elektrischen Kegel- schieder rechnen und das Glockenspiel, das Lieder spielt. L.a Lorde's Li-vcc!» el-ÄU-zuc elc. L..) <2u-l>ieme memoire tur t'-lcÄiicile xac dl. Uli : 6- I'»llrzÄ!on ei repullion -le, cocps cle6iri-zuc,; H de» /tlciu. ^ /'ocna : r»s I'o» renä conipte Scs nouvcllc, Seconvcrrcz tur ccne m-ricre erc. edcndas. -774. xaz-7»'- §. 5lo. Aus dam elektrischen Zurückstoßen wird begreiflich, warum elekirisirte fiüssigs und feste Körper stärker ausdünsten als sonst; warum die Saamen der Pflanzen geschwinder keimen und die Eyer der Thiers geschwinder ausgebrütet werden, die Kuospen der Gewächse sich früher entwickeln, die Thierc starker ausdunsten, wenn man sie elektrisirt. Ueberhaupt scheint das Elektrisiren die Bewegung der Safte in den orgatiisirten Körpern zu beschleunigen. (Manches von dem, was hier gesagt wird, ist durch neuere Versuche so ungewiß gemacht morden, daß Hie ganze Sache wohl einer neuen Prüfung werth wäre. Behutsamkeit ist in dieser Lehre vorzüglich zu empfehlen. L.) 10. Kies ct -!»>?-»' c4N. »ixwn. xorsri-M Silk. : cff-Qibui eleÄriciliU» in 7so. 8. zterBaud 7ttr und 8ter Adschn. S. 6;. 8z. -ve Uapglicarion >Ic l'Lleälricire ä la pUxlique er ä I» mkUcc'me far » VKU n-nonsrxvvcu Lc c. n. ouvrsZ^ couiunnc Lac. ä ^mllcrci. >788 4 Die durch die Elcktricität verstärkte Ausdünstung geht indessen nicht so weit, daß sie auch Glas durchdringe» sollte, wie mau sich wohl eingebildet hat. dlourim reique mcgica» viilc cicilricirsrid inuknlam cxgonir ic>. »eun. : ill de» t'/ttto/. 7>-»u«K. »»«. 4^-t. »et. ?L. sccounr c>k l 'snkeltnr viUUKli?U5 cxj>crimenri relalinz ro cxlaura Pölling rbrougU elc>tlr>lcll t-Iob» snrl 1°u- Ks» — xvlrli an accvunr ok iome oxperim -nr, mag» lrcee vviilr t?>ik>c5 sml l'nbei ir»n;muicg Nom I.ciplic — dp k4e, xv. vv»^so>>; in de» pl-i/s/l la>i Xr,l^/U pnz. Von der sehr schädliche» Einwirkung der El. auf da« Uc8?lzrum gxian- E. Goth. Magaz. V. g. IZ. L. §. Zu. Auch gründet sich auf das elektrische Zurückstoßen die Wirkung der von u verschiedenen vorgeschlagenen Elcktricitätszeiger oder Elektrometer, Werkzeuge zum Messen, oder vielmehr zum ungefähren Beuriheilen der S'äike der Elektu'citch m denjenigen Körpern, woran man sie angebracht ha?. Eigentlich sind sie sammk- lich noch ziemlich weit von der Vollkommenheit entfernt, die sie haben müßten, wenn sie mit Nechr El-k'rometer heißen sollten. ^rn zeconnr nk s ncxv vlcÄrc>mi!c^, conrriveil VII-U. »aurv , ang ok scve>->i c!kÄ>ici>! cxpcnmeni» mag» by Kim, in s I-n-ö kram vkirsri.Lr; i» dc» ^'ot, /.X//. xnz. z/F. AbHand- Von der Elektricität. Abhandlung von der Kraft der Elektricität, verglichen mit ver Kraft der Schwere von Franz Ravl tichard; iin Lauoe der Leschäfr. der Zäcrli». Gefells, narurf. Freunde S. ZZ. Das Cavalldsche Elektrometer. Vorzüglich das S-uiss»rsche auch zu meteorologischem Gevrauch eingerichtete, Ns». >-> ^>p-, -ronn lll. cvsx, 7iz,) und das neue De llücsche Fi-ndamcnral-llllckrrdmercr. (tllc-z lur l-> dl-, reorol, ßi- Vnl > § Zv7 ) tk. 'Do»! sehr ewpfindlicheii Lenncrscheil mit Gvld- dlättcheil S. Zourn. l'Nz,s i, z, z8o- 'Das Grsokische im oben S. >88. angeführten Werk. §. 5l2. Das elektrische Anziehe» und Zurückstoßen, und überhaupt jede elektrische Wirkung, bleibt übrigens an de» elektrische» Körpern ungleich langer hangen und verliert sich viel langsa- mer daraus als bey de» durch die Muchei- lung elckiristne» unelcktrischen Körper», welche zwar die Elektricität schnell annehmen, wenn sie auch gleich in einen sehr großen Raum ausgedehnt sind, aber auch sehr leicht wieder verllercn, sowohl bey Berührung anderer un- elckirischer Körper als auch sich selbst überlassen. Je dünner dergleichen unelektrische Körper sind, desto geschwinder lasse» sie sich zwar in dein Grade clekttisiren, den sie höchstens annehmen können, aber die dichter» nehmen doch-in einer längern Zeit mehr Elektricität an. ilccounr of llle cxpenmciNi mzäe bzi lome cr-nl!-m?n ot lll» roziil , in orllcr ro m-illaic cll- sllio- Gg 5 'ui° 474 X. Abschnitt. Iure velocily mmun!cgtc3 !»I. 'VII.I.. ill de» t^niaK. ?«IM. «> r. i-. Entgcgmgcsehte Elcktticität. Z. 513- Ein Körper, der von geriebenem Glase nutgetheilte Elektricitat erhallen Hut, also von elekttisittem Glase oder einem andern durch Glas gleichfalls elektrisirten Körper nicht angezogen, sondern vielmehr zurückgestoßen wird, wird hingegen von einem durch Reiben elektrisirten harzichtcn Körper, oder von einem andern vermittelst dergleichen harzichten Körpers durch die Mittheilung elekcrisirlen Körper angezogen. Die Elektricitat des Glases und die Elektrizität der harzichten Körper sind also von einander verschieden, und so unterscheidet schon du Fay die Glaöclcktricität (cleölriLilax vitiea) und die Harzelektticilät (elecstricitax restuols) von einander. §- 5lg. Die GlaSelektrieität kömmt außer dem Glase selbst, den Ersahrungen zufolge noch der Wolle, den Federn, und dem Haare lebendiger Thiere zu, so wie hingegen mit der Harz- elektriestat die Elektricitat des Schwefels, des Wachses, des Bernsteins, der Seide, der Leinwand, deS Papiers, deS Siegellackes und aller harzichten Körper überhaupt übereinkömmt. Auch Von der Elektricität 47s Auch das Glas erhält die Harzelekm'cität, wenn man seine Oberfläche rauh macht. Gedörrtes Holz hat bald die Glas- bald die Harzelekcri- cität. Ueberhaupt geht die eine leicht in die an- dere über, und vieles trägt die Art des Reib- zeuges selbst dazu bey. Es ist sehr schwer allgemein anzugeben was für eine Elektricität erfolgen wird, wenn man einen gegebenen Körper mit einem andern gegebenen reibt, zuinahl, wen» einer von denselben oder beide sehr dünne und weich sind, wo also stärkerer oder schwächerer Druck beym Reiben große Unterschiede geben kann. Ich seye nur einige Fälle her, und bezeichne t noch jetzt bloß der Kürze wegen'», die Glaselektricität mit gl- » und Harzelektricität mit — u Wenn man ein seidenes, etwa einen Fuß langes Band an dem einen Ende hält und mit dem Zeigefinger und Daumen der andern Hand, die aber so wie auch das Band trocken seyn muß, in der sreycn Lust reibt, so bekommt das Band alleinahl — k. Eben dieses ereignet sich auch wen» man es statt der Hand zwischen zwei, andere» unelckr. Körpern reibt, zum Erempel wenn man es ans Eisen legt und mit Eisen reibt, allein mit Gold over Golbpapier erhält eS n; aus warmes GiaS gelegt und mtt Messing saust gestrichen >5 n. hart gestrichen — k. Zwey weisse Bänder auf einander und auf glattes Holz geieat, und mit Messing gestrichen und zugleich aufgehoben zeigen, das obere — n das untere L; eben s» verhalt eS sich, wenn sie auf Messing mit einem Falzbein gestrichen worden, cinn« hat in beiden, wenn er eins nach dem andern aushob, — e gefunden, es geschieht aber nicht immer. Mehr von diesen verwickelten Versuchen anzuführen ver- stattct der Raum nicht. Vorzüglich haben sich Srmmcr a) Ligna d) und Seccarin H Bergmann -t) auch em Fav mit diesen oder dock ähnlichen Versuchen beschäftigt. Nachstehende Tafel zeigt die Elektricitäten einiger gemeinen Körper, wenn man sie aneinander reibt. Ich habe 476 X. Abschnitt. habe ihr die bequeme Einrichtung der Multiple- calivne Tafel, gegeben, so läßt sich alle« desto leichter übersehen. Die aneinander geriebenen Körper stehen an der Stelle der Factoren, die hervorgebrachte iLlckrr. aber an der Stelle des Products. Jedoch weil hier 2 Elektricitätcn zugleich entstehe^ so hat man zu bemerken, daß die indem Winkelxunkt angegebene jedesmahl dem Körper in der odcrn horizontalen Reihe, die entgegengesetzte aber dem in der ersten vcrticalen zukömmt. Bcym polirtcn Glas mit polirtcm GlaS gerieben habe ich nach H. wilke die hervorgebrachte Elekrr. I" 0 gesetzt, hl)- eleKr. ca,n-Zii>> s>. 54 ) und so auch die einiger andern gleichartigen zusammen- geriebenen Körper. Hr. Bergmann (Schweb. Abhandlungen 27. B. p->52.) findet zwar die Sache andels, allein weil er dabei) Glaoplarrcn gebraucht hat, so lassen sich Hr. Wilkaus Versuche der sich der Röhren dazu bediente, nicht wohl damit vergleichen. Zuweilen bekommen auch beide Körper einerlei» Elektricilät z. V. aneinander geriebene rohe Federkiele, beyde j. u. wiewohl kaum der >ote oder 2vte, verlieren auch diese Eigenschaft bald und folgen dann dem gemeinen Gesetze (Bergmann am a. O. S. >Z4.); sehr merkwürdig, wenn anders die Versuche mit gehöriger Vorsicht angestellt worden sind, woran wohl kaum zu zweifeln ist. Hr. welke in Stockholm hat, wie er mir meldet, gefunden, daß ein Paar Tropfen Quecksilber in einen Federkiel eingesperrt, demselben bald die eine bald die andere Elektr. geben, nachdem man die Tropfe» von dem abgeschnittenen Ende nach der Spitze oder von dieser nach dein abgeschnittenen Ende lausen laßt. Wenn mau eine Siegellackstange zerbricht, so soll das eine der abgebrochenen Enden gl- k. das andre — l> erhalten. Ich habe immer gesunden daß das eine stark - e das andere schwach — c oder fast keine mlekr. zeigte, welche- wohl daher rühre» mag, daß die Stange durch Auswickeln ans dem Papier und Ansahen nnt der — Hand c Patte, welches durch das Zerbrechen nicht ganz zerstört werden konnte. Verschiedene Von der Elektrizität. 477 schieden«: Elektricitaten zeigen auch, wie Hr. '.7i. cholson (!'KUc>s X^oi. 79. >' n X bemertl, die getrennten Vlättchen des Moftvwitischcn Glases. Versuche mit aneinander geriebenen Federkielen und Siegellackstanaen, finden sich in dt. D XVilkens AufsAycn mathem. ph»s. und ehem. Inhalt». itenHcst. Göttinge» »79». 8. L.. «) pkilok. l'ranssÄ. Vol. ZI. l'. I. p. Z40. K) IVIifeteNsn. 80c. 1'aurinktnsr» l'.III. e) Klettircitmo »rtiKcisle e nsturAle l^bri 6ue 1753 4. Man sehc auch 7lbcl Socin» Anfangsgrunde der ölektricitat. Hanau 1778- S. 66. H Echwed. Abhandl. 25. B. S. 344. §. 5lZ. Von der Elektrizität. 479 §. 5l5. Zwischen zweencn Körpern, wovon der eine Glaselektricitat, der anders Harzelekiricitat, ursprünglich oder mikgerheilt, besitzt, ssielt ein dritter leicht beweglicher Körper so lange hin und her und wird wechselsweise von dem einen und dem andern eins ums andere angezogen und abgestoßen, bis beide Körper ihre Elektricitat dadurch verloren haben. (Doch dieses nur in dem Falle, da die Elektricitat beider Körper einander gleich sind, und eigentlich überhaupt so lange bis beider Elekmeitäten einander gleichnamig und gleich) werden, wovon das des Hr. Verfassers nur ein besonderer Fall ist. L..) So wird auch ein isolitcr seitcr gar nicht elek- lrisiret wenn er mit geriebenem Glase und mit geriebenem Schwefel zugleich in Verbindung steht. (Vorausgesetzt, daß beide gleiche Starke besitzen. Ä.) Es scheinen also die Harzelektri- citat und die Glaselektricitat in so fern einander entgegengesetzt zu seyn, daß immer die eine die andere vernichtet. (Dieses rechtfertigt schon die in der Tabelle gebrauchten Zeichen — «Z», die also wissenschaftlich sind. L. ) §. 516. Aber im Uebrigen ist bey beiden einander entgegengesetzten Elektricicaten Alles gleich. (Nicht so ganz, auch >chrankc der H<. Verfasser, was er hier behauptet, im §. 520. wie- der der ein. Ä..) Ein auf die eine oder auf die andere Weise elckrristrcer Körper zieht einen gar nicht elektrisieren Körper an, und stoßt einen aus die nämliche Weise und in eben dem Grade elekrrisirren Körper zurück. Hingegen ziehen ein Paar Körper, wovon der eine auf die eine, der aiidere auf die andere Weise e'ek. tnsirt worden ist, einander noch starker an, als ein elektrisirrer Körper einen gar nicht elcctri- sirren Kö?per anzieht. Hier etwas von meinen Figuren mit dem Harzstaub, die ich im VIIi B. der d«c>v. Lommem. Lac. k,. (Znri. und im ersten der Lon»»-nr»rionum beschrieben habe. «t. Sehr scharfsinnige Betrachtungen über diese Figuren linden sich in Hr. de tües me-, l'nr I» ta?lcc»owi>>e Leer, xn und in! VciNioMImß ovel?.eekeic oniicr» tekeicieuc Vi'clkcn Uoc>e »nis ?noc>^r«'vcu cn c n. a'. 8 letztere Deutsch unter deui Titel: Neber die ltickrenbergi- schcn Figuren aus dem Elektroplior in den Lei'pz. Sammlungen zur Phys. u. Naturgesetz. >v. B. qten St. S. ?'?. Spielwerke damit von Increil- hc>usi an den Grasen von L'-mbeir; Gusiners Apotheose Goth. Magaz. >. g. ?S. Ss cienaiinrer veuer Versuch damit aus dem zournal ä- krznce ebeiidascltzg V. 4. ,70. S- 5l7- Eben dergleichen entgegengesetzte Elektrici- täten zeigen sich, wenn man das Reibzeug beym Gebrauch der Elckmstrmaschiue isolirr; denn eben diest Reibzeng wi d akdann dergestalt elek- rrisirt, daß seine Elekiricirat der Elekrricitat des geriebenen elektrischen Körpers und des damit in Ver- Von der Elektricitat. Verbindung stehenden Leiters völlig entgegmge- setzt ist. Bey einer gewöhnlichen Elekcrisirma- schine, bey der man durch geriebenes Glas elek- trisirt, hat also das Reibzeug Harzelektticilät, wenn man es isolier gebraucht. Das elektrische Licht. S- Zes. Wenn man einen elektrischen Körper durch Reiben im Dunkeln elektrisirt, so leuchtet er, besonders an denjenigen Stellen, wo man ihn eben reibt oder sonst »ach dem Reiben berührt. Bringt man einen Leiter daran, so sieht man zwischen beiden Körpern seurige Strahlen. Hat ein isolirter Leiter hier oder da scharst Spitzen oder Ecken, so sieht man daraus sturige Piuse! hervordringen, welche durch auseinander fahrende Lichtstrahlen gebildet werden. Diese Strahlen machen ein Geräusch wie ein kleiner Wind; sie erwecken auch auf der Haut eben dergleichen Empfindung und bewegen die Flamme eines Lichtes oder den Rauch vor sich her. Die Elektricitat wird durch diese hervorbrechenden Feuerpirckel merklich vermindert. Vorsicht, die deßweqen bey den zu elektrisirenden Körper» in Ansehung ihrer Spitzen zu beobachten ist. Franklins elektrischer Bratenwender. Der elektrische Stern. S- Sry. Wenn man gegen die Spitze eines elektri- sirten Körpers einen breiten uuekklrischen Kör- Hh per 482 X. Abschnitt. per halt, so wird der aus der Spitze des erstem fahrende Feuerpinsel großer, oder er wird auch wohl zuerst dadurch hervorgebracht, wenn die Elektricitat nicht stark genug war, ihn von selbst hervorzubringen. Hälc mm gegen die Flache eines elektrisieren Körpers die Spitze eines nicht eleklrisirten unelek'rijchen Körpers, so sieht man auch an dieser Spitze einen gegen den elektrisir- ten Körper gerichreren Fsuerpinsel. Halt man endlich gegen eine elekmsirte Spitze eine andere nicht elekrisirke unelekrrische Spitze, so erscheint an beiden ein Feuerpinsel mit gegen einander gekehrten Grundstachen. §. 520. In Ansehung der beiden entgegengesetzten Elekcricitaken bemerkt man, daß der aus einer mit Glaöelekmcirät versehenen Spitze hervorbrechende Feuerpinsel größer ist und mit einem größern prasselnden Geräusche ausbricht, als der aus einer mit Harzelek-ricitat versehenen Spitze ausbrechende, welcher mehr zischt. Gerade umgekehrt verhaktes sich mit denjenigen Feuerpinsel», welche aus unclektrischen und nicht elektrisirten Spitzen ausbrechen, die man den eleklrisirten Körpern entgegen halt. §. 52r. Bringt man ein Paar nicht zugespitzte Körper nahe genug gegen einander, wovon der eine elektrisirt, der andere nicht eleklrisirt und unelek- trisch Von der Elektticilät. 48 z krisch ist, so erscheinen keine solche Feuerpinsel, sondern man sich? zwischen beiden Körpern nuc ein unordentlich gebildetes Licht. Bringt man aber beide Körper noch näher gegen einander, so erscheint plötzlich zwischen ihnen ein sehr Heller Funke, von dem man seiner überaus großen Geschwindigkeit wegen eigentlich nicht sagen kann, ob er aus dem elektrisieren oder ans dein nicht elektrisinen Körper hervordringe. Indem «r entsteht, hört man einen Knall, besten Stärke sich nach der Größe des Funkens und dem Grade der Elektticilät selbst richtet. Z. 522. Erweckt man diesen Funken mit dem Finger, so empfindet man einen kleinen Stich (doch wohl nur bey kleinen Maschinen, denn bey großen erschüttert dieser Funke den ganzen Körper und schmelzet Goldblättchen Z.,) in demselben. Eben so empfindet man den Stich, wenn man sich selbst isolirt hat und elekttisiren läßt, und dann von einem andern berührt wird. Ein solchergestalt c-'ekcrisirter Mensch zieht wie ein jeder elek- msirter Körper, leichte Körper an sich; an den spitzigen Ecken, die sich etwa an ihm befinden, strahlen Feuerpinsel hervor; hat er eine Weste von reichem Stoff an, so kam, ein anderer feurige Striche darauf machen, wenn er die Hand in einiger Emsemung darüber weg bewegt, und um den Kopf kann man ihm einen feurigen Glanz erwecken, wenn man den Kopf H h s vorher 484 X. Abschnitt. vorher mit Spitzen einsaß?. Dieß ist die Bo- stsche Beatificcuion oder Apotheose. 'Hamb. Magaz. B.y. S.4»!. §. 52Z. Macht man den elektrischen Anken stark genug, so kann man leicht entzündliche Körper, z. E. starken Weingeist, z- mahl wenn er vorher gewärmt worden ist, eine Kerze, die eben vorher gebrannt hat u. d. gl. dadurch anzünden. Einige haben diesen Funken das männliche Licht (lux Ms») der Elekllicicat, die von selbst hervordringenden Feuerrmhen aber (§.518.519.) das weibliche Licht (lux kamMs) genannt. Dieses letztere zündet niemahl (? i!..), es ist auch nie so lebhaft als jenes, obgleich meistens viel größer. Die hier vorgetragene Oistinction ist von ganz und gar keinem Werth? und kann zu Jrrthümern verleiten, Ivemi einem dabcv cocta?-- m»! und cocklcz fem,,Ii», negative und positive Elekrr. einfallen sollte. L. Den ersten glücklichen Versuch. Weinöl oder vielleicht Aether durch den elektrischen Funken zu zünden, hat C. F. Ludolf 1744 Z» Berlin gemacht; nachher hat man sogar einen leicht entzündbaren Körper mit dem Finger einer elektrisirte» Person, oder umgekehrt elcktrisirten Weingeist z. E. mit dem Finger einer nicht elektrisirten Person anzündeu gelernt. Am leichtesten entzünden sich inst. Luft oder geschickt getroffene Mischungen derselben, mit o.rmosphäri- scher oder dephlogistncher (Knall - Luft); hierbey etwas von den elektrischen Lampen, volras Pistole und pikkelo Pistole zum Geschwindschieße». Die Dämpfe des Vitriol Acthcrs und des Liquor erfordern schon einige Verstärkung von Elektricität. L. S' S24. Von der Elektticität. 485 §. 524. Aus dem bisher erwähnten elektrischen Lichte lassen sich verschiedene gleichfalls hierher gehörige Erscheinungen leicht erklären, z. E. der Glanz, den man bisweilen sieht, wenn man im Dunkeln die Wäsche wechselt oder eine reine gewärmte Serviette schüttelt, oder wenn ma» seidene Strümpfe im Dunkeln an- oder auszieht; das Licht, das beym Zerfchlagen des Zuckers im Flüstern erscheint, oder wenn min Hunde und Katzen über den Rücken streicht, oder Pferde stiiegelt. Man muß aber nicht gleich alles Licht, was bey« Reiben mancher Körper im Dunkeln gesehen wird, für ein elektrisches halten. Harte Kiesel, ächteS Porzellan ic. zeigen im Dunkeln an einander gerieben freylich Licht, allein sie zeigen es auch unter dem Wasser. Ich rieb ein Paar vortreffliche Kacholonze aus oeni hiesigen Nat. Cabinet in einem Eimer voll Wasser, dem ich mit etwas Milch eine Opalfarbe gegeben hatte, und das ganze Wasser leuchtete mit einem matten Lichte, eben dieses geschah als ich ein Pistolen-Feuerzeug unter dem Wasser abdrückte. L. Zixieme memoire lue I'eleÄricire pur dt. DU : oü Ion cxzmine quel rzpporr il y z enrrs i'electricile er Is fz- culre >ie renllre zu> clk commune z I» plupsrr >le» corp« cliÄrique«, er ce czo'on peur in- kerer -l- cc r-pporr, in den SS»-». -is l'-ica-i. -ler /c. -7/4 /->/- Lcprieme memoire sur I'eieÄricire, conienunr -zuel-zuc« ull- llilinn» nux memoire« precsenc«, per dt. r>u r-evz sbendas. -7/7 pux, r«. lluirieme memoire lur I'eleÄriciie, per dt. ou ebenda,'. ,7/7. ?--?.?<>7- «eber das elektrische Licht S. einen Brief des Hrn. Bergrath Lvcll im Rozier Fcbr. 1787. am Ende. e.. Hh z Elektrt- 486 X. Abschnitt. Elcktricität mit dem luftleeren Räume verbunden. Z. 525. Wenn man eine luftleere gläserne Kugel durch Reihen zu elektrischen versuche, so erscheint sie inwendig ganz mit einem hellen fichte erfülle, aber sie zieht nun keine Körper an und stößt sie auch nicht zurück, auch thcilt sie einem unclck- krischen isolircen Körper keine Elekm'cität mit. Aehnliche Erscheinungen zeigen sich in gläsernen luftleere - Röhren, die man entweder auswendig mu der Hand, oder inwendig mit Quecksilber reibt; »'»gleichen i» dem oben von luftleeren Räume der Barometer. (l)o Ima ^oclik. cls !'^lmc>sich. I'.!. § gz. L..) Sehr schöne Bersuche-übec das leucktende Barometer finden sich in der unter den Schriften über die Elektrizität unten k>n 4- angesührten Mairrischei, PreiSschrift, worin tlmstündc bemerkt werden, die vorher nicht gesehen worden find. NebrigenS gilt das hier Gesagte schlechterdings nicht vom völlig luftleeren Raum, sondern nur von stark verdünnter Lust. L. §. 526. Eben so vergrößert sich auch bey der mit- gekhciltcn Elektrizität das ficht im luftleeren Räume sehr ansehnlich, fäßt man einen elektrischen Feuerpinsel in einen luftleeren Raum gehen, so wird er ungemein groß und erfüllt znleßt de» ganzen Raum mit ficht. Auch erscheinen in einer gläsernen luftleeren Röhre, wenn Von der Eleklricität. 487 wenn man sie an einen elektrisirten Leiter halt, helle Blitze, und die ganze Röhre wird zuletzt mit Licht erfüllt. §. 527. Wenn man aber eine kleine Elektrisirma-. schine unter der Glocke der Luftpumpe anbringt und im luftleeren Räume gebraucht, so zeigen sich sowohl bey der dadurch erweckten Ursprung« liehen Elektricitat, als auch bey der davon andern Körpern mitgetheilien, eben diese Erscheinungen , wie in freyer Lust. Ja die im luftleeren Raums erweckte Elektricitat laßt sich sogar, ohne einen Unterschied zu zeigen, auch in freyer Luft weiter fortpflanzen. Andere Wirkungen der Elektricitat auf unsere Sinne. Die elektrische Erschütterung. Hier springe der Hr. Verf. zu einer Entdeckung über, die sich, wenn man die Eigenschaften der «Llekrr. Atmosphären, die er H. ?-i4 fast nur »en»c, die aber für diese ganze Zehre äußerst wichtig sind, zuerst vorträgt, sehr gut an das übrige anschließt. Um seine Ordnung nicht allzu sehr zu stören, will ich unten Hey der Theorie alles in dem Zusammenhange wiederholen, der es, wie mich dünkt, in das beste Licht seht. ES kann ohnehin nicht schaden, Versuche chronologisch darzustellen, und dann in den natürlichen Zusammenhang zu bringen und so zu erklären. L. S- 5-8. Ein jeder elektriflricr Körper gibt einen Ge- tuch von sich als wenn Harnphosphorus ver- Hh 4 brennt; 488 X. Abschnitt. brennt; diestr Geruch breitet sich auch schar durch ci!> Zimmer aus, in welchem nian eine Zeil lang elekliisirr hat. Fängt man den aus der Spitze eines elekirisirren Körpers strömenden Fenerpii.sel mit der Zunge auf, so schmeckt er säuerlich zusammenziehend; auf die Milch und den Veilchensasr wirkt er dennoch nicht so, wie die Säuren sonst zu ihun pflegen. Auf das Gefühl wirkt die Elektricitär nicht nur bey den Feuer ruthen und den Funken, sondern auch wann man das Gesicht dem keirer einer Eiektri- sn Maschine, oder auch nur einer geriebenen Glasröhre nähert; es ist als ob man das Gesicht in Spinnewebe hielte. Diese letztere Empst dimg ist aber Wehl nur dem elektrischen Anziehen zu zuschreiben. Dcr elektrische Funke, zumahl der verstärkte, soll die Lacmustinctur cötbeii. Mir hat es in kleinen Röhren nie gelingen wolle». Geschieht es ober in Gefäßen die außer der Tinctur eine beträchtliche Menge Luft entholten, so könnte dieses wohl der Salpetersäure zu zuschreiben se»n, die sich nach Hr, Lavendislpe Vevbachtung bev dieser Gelegenheit aus letzterer niederschlagt. ü,. S- S2Y. Wenn man eme gläserne Flasche etwa zur Hälfte mit Wasser anfüllt und mir einem Korke verstopft, durch welchen ein Metalldre.hr bis in das Wasser der Flasche geht, der oben lang genug heraussieht, hierauf aber die so zubereitete Flasche in die Hand faßt, de» Dralh durch die Mittheilung elekmsitt, alsdann aber mit der Von der Elektricitat. 489 der andern Hand den Dra'h berühr"; so leckt man nicht allein einen lebhafte" Fu- ken heraus, lendern man empfindet auch eine beträchtliche Erichüllerung in dem Keiner, insbesondere in den Gelenken der beiden Arme. §. 5Zv. Dieser Versuch heißt der Klei'stiftlle, 5ey- densche oder Mufscnbrockische Vcrsuci), oder der Versuch mir der Leydenftden Flasche, die dadurch erweckte Electrieirät heißt die verstärkte Elektricität. Der Herr voll Kleist hak un Jahre 1745 (den il.Oct. A..) zuerst diesen Versuch von ungefähr angestellt, welchen nachher Cuiläus zu leyden, und noch später Mus- schendroek mit Allrlmand ebendaselbst nachmachten. Gray hat schon 17?? die Empfind«»« davon gehabt, jedoch ohne weiter darüber nachzudenken. rnUos. 77 >n»^Ä> dir, qZü> 4., 10. vi^u. 'mal progr. cle elcÄrici expcrimenii vußiluninll» sirimo. 1771. 4. 'I- ^eeknianiis Geschichte der Erfindungen I Band zwcyte Auflage. Leipzig i?8z. 8. S. ;?>> §. 53l. Man fand bald darauf, daß es gar nicht norhwendig ist, daß die Person, welche die Erschütterung empfangen will, die Flasche selbst in der Hand habe; es ist genug, wenn die Flasthe in einein Gefäße mit Wasser steht, von welchem eine metallene Kette oder ein Drakh bis zu der Person geleitet wird, die den Verfluch Hh z anfiel- 49o X. Abschnitt. anstellen will. Auch mehrere Personen zugleich können die Erschütterung alle gleich stark bekommen, wenn sie einander anfassen, und die letztere von der Reihe die Kette, welche mit der Flasche von außen in Verbindung steht, hält, die erstere aber den Funken entweder unmittelbar aus dem Drahte der Flasche oder aus einem damit in Verbindung siehenden feiler, zieht. Sind der Personen, die sied anfassen, sehr viele und auf feuchten Boden MM, so empfinden öfter« nur einiae wenige den Stoß, die zunächk an der äußern und innen: Belegung der Flasche liehen, weil sich alsdann leicht der Mangel der crffern und der lledcrsiuß der letzter» aus der Erde ersetzt, und in die Erde ergießt, oder die Materie einen Weg durch die Erde und nächste Personen findet, der kürzer ist als der, den man ihr vorgeschrieben hatte. Au Paris /-»»u ?>ccij ul» jkocchoc cc expcrimcnläl clcs plienomeni« Slctti'iijuc«. I>ZN5 >781. p glaubte mau vor einigen Jahren gefunden zu haben, daß der Stoß immer dcy ti>giil>5 cc impciiccmku, aufhöre. Der Graf von Arrols, der davon hörte, berief dazu die Emiraten der Oper, und mau fand die Beobachtung falsch. Auf diese Weise ist die Elektrifirma- ftpiue uni die Ehre gekommen, dereinst als ein nützliches Instrument in den Aersammliings-Sälen der Eonflstorici! und Ehcgerichte zu prangen. L. §. 5Z2. Auch andere Materien können anstatt des Masters in die Flasche Zechau werden, z. B. Quecksilber, Essig, Brannkewein, Baumöl, Eisenseilspäne, Bleykugeln u. d. gl. überhaupt was inilgetheilter Clektriciiac fähig ist. Mit' Salpeterwasser, auch mit warmem Wasser, wird Von der Elektricität. 4?i wird die Erschütterung vorzüglich stark. Noch weitere Versuche haben gelehrt, daß man nur die Oberfläche des Glases ven innen und außen gleich hoch mit ei- er unelektrischen Materie zu belegen oder z» überziehen hat, z. B. mit Eisenseilspanen, Merallblattern, Zinnfolie, Goid- papier; ja eine bloße Glasplatte, die aus eben diese Weise auf beiden Seiten belegt ist, so daß ringsherum ein breiler uubelegter Rand zurückbleibt, lhut eben die Wirkung. §- 5ZZ. Ilebcrhaupt wird zur verstärkten Elcktricität ein elektischer Korper erfordert, der aus zween gegeneinander überlicgenden Flachen ein Paar unelekcrische Körper berührt. Je dünner der elektrische Körper ist, desto stärkere Wirkung zeigt sich dabey. Aust^t des Glases kann daher auch Porzellan, Schwefel, Siegellack, ja selbst Lust dienen, und anstatt des MekallblatteS oder des Wassers in der Flasche, ein jeder unelekiri- scher Körper; ja es kann selbst eine von just befrcyeke leere Flasche (Henley's KydenlcheS Vacuum. Ä..) zur Verstärkung der Elektrieität gebraucht werden. Beide Belegungen (so nennt man die elektrische Körper aus beiden Seite» berührenden unelektrischen Körper) dürfen einander nicht berühren, und auch mit ihren Rändern einander nicht sehr nahe liegen. Elektrische Versuche und Untersuchungen wie elektrische Ladung und Schlag durch mehr Körper als Glas uns 492 X. Abschnitt. und Porcellan erhalten werden können, von Job. 758, S.241. Vorzüglich dient auch dazu das feinste Moskowitische Glas. a. Ueder ein sehr merkwürdiges Verfahren die Kraft der Flaschen, dadurch zu verstärken, daß man den nnlielegren Theil derselben etwas feucht (> in der Note angeführte Curhber,se>nsche Schrifft. Dieses aing so weit, daß man mit einer Schcibcnmaschine von 24 Zoll und >5 Quadrat Fuß belegten Glases fast alle die großen Wirkungen herrorbrachte, die v. rnanini mit seiner großen Maschine und 22; Quadrat-Fuß Belegung hervorgebracht hat. §. SZ4- Die eine Belegung des zur verstärkten Elektrizität dienenden Werkzeuges muß durch die Mirlheilung elektlisirt werden, und die andere Belegung muß die umher befindlichen übrigen unelekrrischen Körper berühren, am besten das Reibzeug der Elektrifirmaschine selbst, oder wenigstens muß man bisweilen einen unelekrrischen Korper daran halten, wobey jedes Mahl ein Funken zwischen ihm und dieser Belegung entstehen und der daran gehaltene Korper auch selbst elektrisirt werden wird, wenn er isolirt ist. Ist aber auch diese letztere Belegung isolirt, und wird sie van keinem unelektrischen Korper berührt, so bringt die Flasche nach dem Elektrischen keine merkliche Erschütterung hervor. Befindet sich ohnweit dieser letztem isolinen Belegung ein leicht beweglicher unelektrischer Körper, so wird er wahrend des Elekmsirens von Von der Eleklricilät. 4?z von der Belebung zuerst angezogen und dann abgestoßen, oder er spielt zwischen der isolinen äußern Belegung und andern uneleklrischen Korpern mährend des ElekmsnenS der Flasche hin und her, und hierdurch wird die Flasche gleichfalls vermögend gemacht, die Erschütterung hervorzubringen. §. 535- Wenn die Flasche, oder was ihre Stelle vertritt, solchergestalt geschickt gemacht worden ist die Erschütterung zu gebe», so nennt man sie geladen. Sobald mm beide Belegungen durch unelektrische Körper in Verbindung ge- seht werden, so wird sie entladen, oder es entsteht der erschütternde Funken, und die Erschütterung geht allemahl den kürzesten Weg, (zuverlässig nicht allemahi, wie mich wiedeiholte Versuche gelehrt haben, zu deren Boschreibung hier der Raum fehlt. Größere Masse und Ausdehnung eines Verbindungs-Kreises rauben einem kleinern entweder ganz den Strom, oder theilen ihn wenigstens mit ihm. A.) der sich innerhalb der am meisten unelektrischen Körper zwischen beiden Belegungen ziehen aßt, ohne daß man eine merkliche Zeit darüber verstreichen steht, der Weg mag an sich so lang seyn als er will; auch bleibe die Erschütterung, sie mag durch eine» weiten oder durch einen kurzen Weg gehen, immer gleich stark. Durch einen 494 X. Abschnitt. einen elektischen Korper geht die Erschütterung nicht. Franklin hat anstatt der Sußern Belegung der Flasche selbst einen Fluß gebraucht. Franklm's Zaubergcmälde, der Hochvcrrath, die Verschwörung , die elektrische Thür. Wie man mehrere Flaschen zu gleicher Zeit laden kann. Wenn der verstärkte Funken durch eine Reihe nicht ganz zusammenhangender, sondern nur nahe an einander stehender Körper geht, oder wenn die Belegungen aus etwas von einander getrennten Stücken bestehen, so entstehen zwischen jedem Paare dieser «Aückcn Funken. Hiermit lallen sich allerlei) Svielwerke mache». (Und das Licht in der verdünnte» Lust möchte wohl mit unter diese Spielwcrkc gehören. L.) (Sehr merkwürdig ist die Wirkung der Entladung geladener Flaschen, wenn der Ecschülterungs - Krei« durch unvollkommene Leiter unterdrochen wird, als z.B. durch Stücke trocknen Holzes, durch Glasröhren, die mau inwendig durch einige Tropfen Master keucht erhält, durch nassen Bindfaden re. Es entstehen dadurch anhaltend schneidende Funke» oder Büschel, die nicht erschüttern, aber an dem Theil des Leibes, in welchen sie einströmen , eine höchst widrige Empfindung verursachen. Man kann damit nicht allzu wollicdten Zunder und sogar Schießpulver zünden, ohne es in pn- rrcmen einzuschließen. Beschreibung eines Apparats freyliegendes Schießpulver mittelst der Slekrr. zu zündeu, von Hrn. Cvnsist. Sekretär »vols in Hannover, im Gothaischen Magazin herausgegeben vom Lcgations - Rath . §. 5Z7» Ohne HervorbrN'gung des erschütternden Funkens gebraucht man eine längere Zeit und muß zu wiederhohlten Mahlen Funken aus der elekirisirten Belegung oder den damit in Verbindung stehenden unelekcrischen Körpern ziehen, ehe man der Flasche, oder dem was ihre Stelle vertritt, die Elektricität gänzlich entziehen kann. Auch kann die geladene Flasche lange Zeit stehen, ehe sie ihre Elektricität von selbst verliert; sie kann von der Elektristrmaschine abgenommen werden, entweder, wenn die Flasche überhaupt isolirt ist oder durch eine isolitte Person, an dem mit der elekmsirten Belegung in Verbindung stehenden Drahre; oder ohne daß man nölhig hat, isolirt zu seyn, an der entgegen- gesetzten 4vs X. Abschnitt. gesetzten Belegung; und so kann man sie weit wegtragen. Ja man kann das Wasser daraus in eine andere Flasche gießen, ve> schicken, in die neue Flasche vermittelst einer Zange von Glas oder eine Stange Siegellack einen D?arh hineinstecken, und so die erschütternde Flasche wieder herstellen. Lavallo's besonders zum TrailSpsrtiren der iLlekrr. eingerichtete Flasche, ü.. §» 538» 0. Durch dergleichen geladene Flaschen oder Glasplatten deren mehrere zugleich gebraucht die sogenannte elektrische Batterie aufmachen, kann man die elektrische Kraft so sehr verstarken, daß man durch ihre Entladung Eyer ent- zwey schlagen, Karken und Pappen durchlöchern, Metall in Glas schmelzen, Hexenmehl und Schießpulver anzünden, ja selbst kleine Thiers (auch große, wenn der Apparat stark genug ist. L..) tödcen kann, die hernach das Ansehen haben, als wenn sie vom Donner erschlagen waren. Ein etwas , schwächerer erschütternder Funken ist in verschiedenen Krankheiten ein vortrefflich es Heilungsminel. In neuern Zeiten hat man Metalle nicht bloß geschmolzen, sondern auch verralchc und veikalchlc wieder beraestellc. Im ersten Fall hat man eben die Verminderung der reinen Lust, und im ley- tcrn die «Lrzeuguiig derselben bemerkt, wie bey der Behandlung dieser Körper durch das Feuer. Zuweilen, z V. im luftleeren Raum oder in kustarten, die die Verkalchung nicht befördern, auch nicht selten in gemeiner Lust, wurden die Metalle Aon der Elektricität. 497 Metalle in einen Dunst oder impalpabeln Staub verwandelt, ohne sich zu verkalchen. In allen Luftarten, selbst der reinen, ist dieses beständig der Fall bey dem Golde, dem Silber und der plarma gewesen, obgleich der Staub de» ersten purpurroch, der dcö zwcyten dunkelgrün oder olivenfarbig, und des dritten lichrbraüu aussah. Verschluckung von Lebenslust wurde bey diesen Entfärbungen nicht wahr genommen. Es war also keine Verkalkung in der gewöhnlichen Bedeutung des Worts. Ist es etwa eine Veränderung, die jedes Metall erleiden muß, um fähig zu werden die Basis der reinen Lust an sich zu rcisien, zu welcher bloß diese edle Metalle keine so starke Verwandtschaft haben, und sich also nicht verkalchen? Oder hängt die Erscheinung mit den Bläuen des Stahls oder andern Farbenveränderuiigcn zusammen, die die Hitze oft auf polirtem Metalle hervorbringt? Es verdient hier bemerkt zu werden, daß die elektrische Materie also die Veränderung im Silber in einem Augenblick hervorbringt, die rnaequer erst nach einer zrvauzjgmahligeu Schmelzung desselben im heftigsten Feuer, oder im Brennpunkt eines großen Brennglascs erhalten konnte, und woraus er die Verkalcbung des Gilbers durch das Feuer schloß, was es aber schwerlich ist. Hr. r>. Marum will auch Metalle in Snlpe- rer-ü.usr, ja sogar in infininmablcr (?) verkalcht haben. Man hat sich aber bey diesen delieatcn Versuchen, wo leicht eine Luftart für rein angenommen wird, die es nicht ist, und wo selbst, das darin schwebende freve Wasser, zumahl bey,» Eisen einen großen Einfluß auf die Verkalchung haben kann, sehr vor Ilebercilungen zu hüten. — Auch haben die Herrn pnero van Troosiwvek und Deinlnn» durch den elektr. Funken das Wasser i» seine sogenannte Bestandlheilc in Lustgcstalt, Oxv- Pcu- und 'Zvdrogcu - Gas , zerlegt. Eigentlich in ein luftförmiges entzündbares Wesen, das nach der Verbrennung wieder Wasser ward, und welches sie also für eine Mischung aus jenen GasM'ten hielten. Eudivmetrische Prüfungen dieser entzündbaren Substanz sind, so viel ich weiß nicht angebt i stellt 498 X. Abschnitt. stellt worden, welches doch wohl zur Entscheidung nöthig gewesen wäre. Aus rem hier Gesagten er» hellt, dünkt mich die Wichtigkeit dieser ganzen kehre für i»e Chemie. Fast wirr ma» geneigt zu sraaen; ist es den den Feuer Procesten die elektrische Materie welche die Erscheinung von Ver- kalchung und Reducrion oewirkt, ooer ist es vcy den elektrischen das Feuer was sie hervordringt? Daß bcode immer zusammen wirken ist wohl mehr als wahrscheinlich. Daß Elektncität in manchen liebeln, z B. bey paralytischen Lähmungen, dem schwarzen Staare, der Taudheit geholfen habe, erhebt aus unzahligen Schriften. Von plötzlich geheiltem Zahnweh, weiß ich ein Beyspiel aus eigener Erfahrung. Allein hier ist Behutsamkeit sehr zu empfehlen. Vermuthlich ist derHälite von dem, was man in die Welt hineingeschrieben hat, nicht zu trauen. Auf alle Weise aber muß mit der Erschütterung nicht angefangen werden; ausgenommen bey vom Blitz Getroffenen, wo schwache Erschütterungen der Brust als eines der kräftigsten Rettungsmittcl befunden worden sind. Die Sache gehört eigentlich nicht hierher. L. Lane'o Elektrometer. Detcrffilicm ok an NIctkroincrcr lnvcntcll dzi dlr. 'saüü an ^ccounc ok tomc Lxpcrimenrz malle Ulm vrlrkir; in den kst-ito/l tranrack. i^ol.Zi/Ig. 1. Vom Elektrophor. §. 5Z8. b. Wenn man einen gemeinen Spiegel, oder Harz, welches man in ein flaches, metallenes Gefäß, oder auch auf ein Bret, welches man mit Staniol überzogen, gegossen hat, reibt; jenen mit dem mit Amalgam» überzogenem Leder, dieses mit Hasen- Katzen Kaninchen oder Marderfell, alsdann eine wohl abgerundete Metallplatte; als z .B. einen flachen zin- uenen Teller darauf legt, an welchen! man drey oder vier seidene Schnüre oder eine überstrnißte Glasröhre so befestigt hat, daß man ihn daran Horizontal aufhehen und halten kann; so hat man Von der Elektricität- 49s die wesentlichen Tkeile eines sogenannten Elektro« phore, Elekiricirärs-Tragers, beständige» Elek- rriciräre-Tragers ichlettt»ulic>cu,, s,eeue»i.,.) . und zwar ist er so gerieben, ganz zu den Versuchen fertig. Der untere Theil der aus dem iilchllcirenden Rörper mit dem Metall verbunden besteht, heißt überhaupt die Basis, der ableitende Theil derselben als beym Spiegel die Belegung, und Hey dem andern das metallene Gefäß öder das überzogene Bret, heißt bey Hr. Soci» der Teller , bey Hr. »Bilk? die Form, das Harz selbst, »voraus die Elektrophore meistens verfertigt werden, der Ruche». Die an den Schnüren oder der überfirnißten Glasröhre befestigte Platte heißt der Deckel, die Trommel, weil man dem Deckel oft eine solche Figur gab, der Londucror, der Schild u. s. w. Ich werde mich im Folgenden der Wörter Basis, Form, Ruche» und Deckel bedienen. §. 5Z8. c. Man bemerkt bey diesem Instrument folgendes: r) Setzt man den Deckel, vermittelst der Schnüre, auf die gcriebene Basis und zieht ihn, ohne ihn vorher berührt zu haben, wieder in die Höhe, so zeigt er nicht die mindeste, oder doch keine merkliche Spur von Elektricität. 2) Berührt man ihn aber, während er auf der Basis liegt, die aber hierbey nicht jsolirt scyn muß, mit dem Finger, so empfängt man einen schneidende» Funken und einen Rlei- stischen Stoß, wenn man zuerst mit dem Mittelfinger dieForm, und ohne diesenwegzunehmen, de» Deckel mit dem Daumen berührt. ?) Scheint nach diesen Berührungen alles codr, weder Form noch Deckel geben die mindesten Spuren vvn Elektricität von sich. Hebt man aber 4) den Deckel vermittelst seiner Schnüre auf, und zwar auf eine beträchtliche Entfernung von der Basis, und berührt ihn in dieser Lage wieder, so empfängt man eine» oder mehrere starke Funken, die nicht mehr schneidend, sondern schnell überspringend und stechend sind, wie die von einem gemeinen Lonductor. 5> Findet man die Elektricität des so ausgehoben,?«, DMs allezeit der uttekrr. des Ruchcns entgegen- Ii Z. 'gesetzt. soo X. Abschnitt. Mtzl, Hingegen ist 61 dieiLlekrr. des aufgelegte» noch nicht berührten Tellers jederzeit mit der deck Kuchens gleichartig. 7) Ist die Luft trocken, und wird das Instrument rein gehalten, so läßt sich dieser Proceß lange Zeit ohne sonderliche Abnahme der Stärke wiederholen, mit einiger Abnahme oft Monate lang; ja es ist wahrscheinlich, daß bey sehr großen Elektrophvren, zumahl wenn man nichts weiter als Spuren der «LI. verlangt, die Wirkung nie ganz aushört, dieses rechtfertigt schon einigermaßen den Namen Mcurotoro p-rpei»», den Volra diesem Instrumente, welches durch ihn hauptsächlich in Gang gekommen ist, gegeben hat ->). 8) Isolier man die Basis und legt den Deckel vermittelst seiner Schnüre darauf und rührt dann letztern allein an, so empfängt man nicht mehr den schneidenden Funken, sondern einen schnell üder- svringendeu, sonst aber wiederum den Äleistischc» Stoß, wenn man wie in nro .a.. am Ende berührt. z>) Zieht man nach diesen Berührungen den Deckel in die Höhe, so findet man die Form elektrisch, und zwar gleichnamig mit der geriebenen Fläche des Ruchcno, und ungleichnamig mit dem aufgehobenen Deckel. >0) In allen Fällen findet mau, daß, wenn der Deckel nach gehöriger Berührung aufgezogen worden, und, ohne in der Höhe berührt geworden zu seyn, wieder auf die Basis gelegt wird. Form und Deckel wieder »ganz todt find. Dieses find die hauptsächlichsten Eigenschaften des lLlckrrophoro. Es gibt zumahl bey dünnen, isolirte» Elektrophvren scheinbare Ausnahmen, die sich alle erklären lassen, wenn man die ganze Theorie kennt. In einem Lehrbuchs würde die Anzeige derselben den Haupt- Ainriß der Theorie für manche verwirren, da sie, rvenn mau diesen einmahl kennt, nicht ohne Vergnügen durch eignes Nachdenken mit demselben vereint werden können, und ihn zu verstärken dienen. Ich lasse sie also weg. ->) Was ab« diesen Namen noch passender macht, ist ein im. ten k>, z zki, e. erwntmter Umstand, da man den Slck- troplior wieder durch sich verstärkt, wenn er nachzulassen anfangt. Hr. Volt» hat um dieses nützliche In» struirunt gros« Brrdienst«, und man nennt eS daher mit Von kr Elektricität. 501 mit Recht nach seinem Namen, obgleich, wie er au» selbst eingestellt, die Haupleigcnschaften desselben lange vorher bekannt waren, §. 5Z8- 6- So wie ich das Instrument im vorhergehenden §. be- schrieben habe, ist es frcylich sehr unvollkommen. Der eigentliche Elckre-spür»- wird also ein Instrument scyn, durch welches sich die erwähnten Wirkungen in der größten Stärke und Vollkommenheit erhalten lassen, und da hat man folgendes zu merken: die Vasis, welcher man, zn Vermeidung der Eeken und zu Erhaltung der größten Fläche bey den wenigsten Kosten, eine zirkelrunde Form gibt, besteht ans einer reinen Mecallplarte, oder einem Bret mit Stanniol, oder Goldpapier, mit der vergoldeten Seite nach außen, ganz überzogen. Auf diese leitenden Platten gießt man, nachdem mau sie horizontal gestellt, und auf irgend eine Weise dem Abfließen der darauf zu gießenden Masse vorgebeugt hat, einen geschmolzenen elektrischen Körper, als reines sogenanntes Vurgundisches Harz, Colophonium, gutes rothet Siegellack, reines Gunnnilack mit Mastix n. s. w„ denen mau, um ihre Sprödigkeit zu vermindern, etwas Venetianischen Terpentin zusetzt. Der Deckel wird ebenfalls aus Metall oder einem leichten Holze verfertigt, das man mit Stanniol überzieht. Im letzten Fall läßt man den Teller unten Hohl drechseln, überzieht alsdann das ganze mit einem weichen Leder oder feiner Leinwand, und alsdann alles mit Stanniol, so erhält man den Vortheil, daß er in jeder Lage gut an die Basis anschließt. Die seidenen Bander, woran der Deckel aufgehoben wird, müssen lang genug seyn, daß die Hand, die ihn hält, außerhalb seines Wirkungskreises falle. Bey einem Deckel von > Fuß im Durchmesser ist es hinreichend, sie ig Zoll lang zu machen. Es ist willkührlich, wie man sie befestigt, nur müssen dabei) alle scharfen Ecken und Spitzen vermieden werden- Die Einrichtung mit der Glasröhre statt der Bänder (§. b.) gewährt den Vvrtheil, daß man den Deckel auch in andere Lagen, als die horizontale, bringe« I i z kann- sO2 X. Abschnitt. kann. Der Durchmesser des Deckels muß kleiner feyn als der der Basis; bev einer Basis von >8Zol- lcn, darf der Deckel nickt viel über einen Fuß im Durchmesser halten. Statt der Harze lassen sich auch Glas, seidene und wollene Zeuge w. gebrauchen. Doch ist besser, letztere in einen Rahmen zu spannen, und so in sreyer Luft in eine horizontale Lage zu bringen. Hier etwas von tVcbcro '-'.uflcickrrophor und meinem doppelten lLtek'rrophop. H. 538. e. Dem Elektrophor eine weit größere Stärke zu geben, als ihm je durch Reiben gegeben werden kann, ladet man eine Flasche entweder an ihm selbst, oder an einer Malchins, so daß die äußere Bcwgung z. V — 5 hat. seht sie auf die Basio, faßt nun den Knopf mit der Hand und führt die Belegung auf der Basis hin und her, soll die Basis >z< le haben, so säbrt man mit dem Knopf der Flasche über sie hin, indem man sie bei, der Belegung anfaßt. So läßt sich ei» Elektrophor, der vom Anfang kaum Funken von Zoll gab, in kurzer Zeit, b!c>ß durch sich selost, so verstärken, daß er Funken von mehreren Zollen gibt. Die Form darf hierbei) nicht elektrisirt seyn. F» 538- f. Auf zwei, reine, etwas hohe Stengelgläser kälte ma« zwey sehr ebene, pvlirte und am Rand etwas stumpf abgerundete zimiene Scheiben von 8 Zollen im Durchmesser, reibe alsdann iLme Seile einer reinen und trockenen Scheibe aus Spicael- vder auch gemeinem Fensterglas von einem Schul) im Durchmesser mit dem oben (§.?o>.) erwähnten Amalgamg; lege sie alsdann auf eine der obigen Platten und stürze die andere darauf, so, daß der drey Scheiben Mittelpunkte zusammenfalten-, und berühre beide metallene Scheiben mit de», Finger. Oer Erfolg ist, beide zinnene Platten sind lillilNiehr Deckel eines Elekrrophors wovon Von der Elektricität. soz von jedeSmahl der eine, mit der Glasplatte zusammengenommen, die Basis des gegenüberstehenden ausmacht. Wenn der eine abgezogen, >51 zeigt, so wird der andere, nachdem man die Maschine umgekehrt, abgezogen L zeigen u. s. w. Ladet man die so belcgre Glasscheibe durch eine Maschine, und zieht de» Schlag heraus, so erhält man eben das. Hieraus erhellt, da? jede losgeschlag »e Aleistische Flasche ein geladener Elckrrc>phor ist. Eben dieses würde sich bei) dem gemeinen volcaischcn Elektrvphore ereigne», wenn man die Form eben so losmachen könnte wie den Deckel, dieses mag hier vom Elek- trophor genug seyn '). ') ES ist wie man sich vorstellen kann sehr viel über diese Materie geschrieben worden, auch findet man alles schon, nur nicht in einer so brauchbaren Maschine dargestellt, in altern Schriften, vorzüglich bey Hrn. Mike in den Schweb. Ab- handl. für ,76!.', und in >c>. o»vr. Iw.ci.'-e»iz Lle» Vi-Mcx Lis'erimcach alilcrv. üzbi» lirz. (Die Ausgabe, die ich vor mir habe, ist zu Graz in Oetav ohne Iahrzahl erschienen). Einige der vorzüglichsten Schriften über den Elektrophor sind: Volra's Brief hierüber an Priestley in dem Maylän- discheil snuriiÄl, cli O^nlcvli iarcrellsaii 1°. lX p 91. 1°NM. X. Z7. worin er die Erfindung bekannt macht, steht auch im Nozier Sept. >776. I. c. wilke über den lLlckerophor in den Schweb. Abhandlungen B. z?- S. "6 und 200. (7. Iiigeiihoiifi s/asangsgründe der Elckrr. hauptsachlich in Rücksicht auf den Elektrophor aus dem Englischen übersetzt von N. L. Moliror. Wien 178'- 8. Achards Theorie des Elektricitäts-Trägers in dessen chemisch physikalischen Schriften. S. 226. tteber den Elektrophor des Hrn. volr» (in A.Sociu's Anfangsgründe der «Liercr. Hanau 177z. S.92). k^s. mcü. lle McÄr. er c»Ic >re »aimili. V^irccb. 1778. 8. I i 4 Eine s. 2, z?; eines neuen von Oben. cbenoas. v. z. 96. Abriß der Theorie deS Hr. Minkelero ebendas. V. z. 1 >0. Der Hr. Rath und Professor D. Iac. Christ. Schaffe,.- zu Regensburg, will ein besonderes Schwingen Hey Kugeln, die man über, oder nahe ben dem Elektrophor an Fäden aufgehangen, bemerkt haben. Mir find davon drc» Schriften desselben zu Händen gekommen. >) Abbildung und Beschreibung des beständigen Elektricitäts Trägers, wobey einige neue Versuche und deren sonderbare Erfolge Naturkündiger» und Freunden der Elck- tricität zu genauerer Prüfung empfohlen werden. Regensburg ,776. 4. 2) Kräfte und Wirkungen und Vewegungsgesetze des beständigen Elek- tricitäteträgerS. Als eine Bestätigung, u. s. w. Regensburg >776. 4. z) Fernere Versuche mit dem ElektricitätS-Träger nebst Beantwortung einiger Einwürfe, Regensburg 1777. 4. Aehnli- che aber doch auch nicht sehr sichere Beobachtungen finden sich schon in einigen Abhandlungen von Gray PMIot. 1°rZN!s6j. Igro. 441. und 444; in Geich. Andv. Müllers Schreiben an einen guten Freund von der Ursache und Wirkung der Vlekcrieiräc, als ein Anhang der Untersuchung der wahren Ursachen von Newtons allgemeiner Schwere >746, und in u- >» l>°r. riere, I»lec,>n>ln>c von unserm gegenwärtigen Druck mcht überstiegen. Auf diese z Punkte wird nun der Teller des Con- dcnsators gesetzt, und übrigens verfahren wie gewöhnlich. Die Absicht ist hier, wie man leicht sieht, bloß eine dünne kuftschicht zwischen zwcy Leitern zu erhalten. Nähme man beträchtliche Stücke Glas zur Isolirung etwa von einem Quadrat- Zoll, so wäre für die genaue Untersuchung alles verloren, wie ich selbst erfahren habe; sie machen nämlich aus dem eontwnsaror einen Elcktrvpbor, zwar schwach an sich selbst, aber rilwrw'lchrig gross für Untersuchungen für welche der Condcn- sator bestimmt ist. Es ist guc die Platten vor jedesmaligem Gebrauche zu erwärmen, theils um die allenfalls schon anhängende Feuchtigkeit zu vertreiben, theils auch zu verhindern, daß sich auf den kalten Körper unter gewissen Umständen keine aus einer wärmere» Lust niederschlage. ö- 5Z8 lr. EetztmanaufeiiiesolcheBasis, den Deckel eines gemeinen Elektropkvrs mit seinen schnüren, oder glaserner Handhabe, und clcktrisirt ihn, so findet man, daß, alles übrige gleich gesetzt, dieserDeckel, nachdem er an der Handhabe aufgehoben worden, eine stärkere Elektrieität zeigt, als wenn er etwa auf trocknen? Glas völlig isolirt gewesen wäre, jedoch ist diese Elektrieität immer vcrhalr»issnlässig stärker, je schwä- Von der Elcktticität. 507 schwächer die zugeführt? war: Das will so viel sagen, wenn vo» zwey gleich großen Tellern der eine unvollkoinmen, der andere vollkoinme» iso- lirt wird so zeigt, wenn beiden gleichviel Elek- tricität zugeführt wird, (die Dauer der Zufuhr bey beiden übrigens aleich gesetzt) erstcrer immer eine größere Eleklricitat als der letztere, wenn die zugesührte Kiekir. schwach als wenn sie stark ist; Denn wäre sie sehr stark, so könnte cS kommen, daß, da jeder Körper, bey einem gewissen Zustande der Lust, nur eine» gewissen bestimmten Grad von Klckrr. annehmen kann, beide diese Sättigung erreichten, und also eine gleiche Kiokrr. zeigten. Der erste Deekel kann aber diese Sättigung erreichen, wenn, bey übrigens völlig gleichen Umständen, der letztere noch weit davon entfernt bleibt. Es versteht sich von selbst, daß man, ehe man das Instrument gebraucht, sorgfältig untersuchen muß: ob es nicht durch einen Zufall etwa ein schwacher Elcktrophor geworden sey. §- 538' Vermittelst dieses Instruments hat man Beobachtungen angestellt, van denen sich die ganze Naturlchre die größten Vortheile zu versprechen hat z. B. Wenn man mit dem Knopf einer so schwach geladenen 'Rieistischon Flasche, daß er kaum noch leichte Körperchen zieht, den Teller des Londons, einige Zeit berührt, so gibt er, aufgehoben, oft noch starke Funken, und das zuweilen sehr vielmahl hinter einander; mit einer riirladcnrn Flasche berührt, zeigen sich, wo nicht Funken doch Spureil einer Klckrr., die die Flasche gar nicht mehr zeigte und das oft sehr lange. Wenn isolirte Wetterstangen, an heitern Tagen, gar keine Kicker, zeigen, so wird sie durch den Londons sehr merklich gemacht: zieht aber die Stange leichte Körperchen, so gibt der Londons. Funken; isolirt man ein Feuerdecken mit Kohlen und bringt die Platte, worauf es steht mit dem Londons, in Verbindung, so bemerkt man Elcktrieität, zuniahl wenn man Wasser auf die Kohlen spritzt, und zwar allemahl — u. Zuweilen, wenn man z. B. Wasser auf heißes Eisen sO8 X. Abschnitt. Eisen oder Kupfer spritzt, erfolgt 5 n. welche« aber wegen der Veränderung, die hier im Metall vorgeht, keine Ausnahme von der Regel macht, daß die Dampfe den zurückgebliebenen Körper gewöhnlich in den — n Zustand versetzen. Die Erklärung der Elcktrieität der Wolken gewinnt allemahl kierbcy sehr viel. Isolirte Menschen mit dem Condcnsator verbunden zeigen bey heftiger Bewegung Elektricität, welches aber mehr die Wirkunz der sich reibenden Kleider, als derTranSspiration zu sevn scheint. Elekrr. Maschinen, die in so schlechtem Zustande sind, daß sie gar keine wickln, zu geben scheinen, zeigen sich hierdurch elektrisch; Körper die man auf keine Weise durch Reiben elektrisch machen zu können glaubte, werden durch dieses Instrument elektrisch befunden, ja fast alle festen Körper, etwa Metalle und Kohlen ausgenommen; sogar ein einziger Strich von einer trocknen Hand über den Deckel hin (also «in Leirer an einem Leiter gerieben, wenn ander« nicht die sehr rrockue l-piNeeml» ein Nichtleiter oder Halbleiter wird? zeigt Elcktrieität. Hr. cardio hat sehr viele Versuche hierüber angestellt -). «) ttn Nllsy on Mckkricii? elc. l>7 L. avzus. hc-n-lo«, >784 8. p- >8>> cw. Hier öffnet sich also ein unermeßliches Feld für den fleißigen und dabey genauen Naturforscher. Sollten sich nicht Spuren von «Llekrr. bey Währungen, Schmelzungen, Crystallisationcn, Auflösungen, den Erzeugung der Luftarten u. s. w. zeigen? Verschiedenes von dem was ich hier ehemals fragte, ist uuii durch die Erfahrung wirklich bestätigt. Sehr umständlich handelt Hr. volra von diesem Instrument in Kozicr's Journal, im May, Julius und August >?8z. Kürzer in den nlulvk. Vol. 75. l>. 1. Italienisch und Englisch auch in de» Oovlcol! Scclli u> dtiizno 1778. Dieser vortreffliche Naturforscher meldet mir in einem Schreiben unterm Aug. >787, daß er »ermittelst eines auf der Spitze des Saussüeischcu Elektroskops angebrachten brennenden Schwefeifadens, der hier zum Leiter dient, und des Cvndensators, eine Lust- El. entdecke» köune, die «ooomahl geringer wäre, als Von der Elektticilät. sos als die kleinste, die jenes Elektrvskop ohne jene Flamme und ohne den Condcnsator anzeigt. Oer Brief ist mit mehrern andern hierher einschlagenden gedruckt in IZru^nai-IIi IZldüoc. sts, ci'kurop» 'r.i.ii. u.folg. Statt des hier erwähnten Schwt- selfadens bedient man sich bequemer des angezündeten SchwammeS (Zunders), den man aus eine auf dem Deckel des Bennetischen Elektrometers angebrachte Spitze steckt. lr. Ist die Elektricität eines Körpers, die man untersucht, so schwach, das? selbst ein kräftiger «Londensaror nur geringe Spuren von LI. zeigt, so kann man sie viel merklicher machen, ja oft bis zu Funken verstärken, wenn man die El. des großen Conden- sators nun wieder an einen zwevten kleiner» bringt, so hat man gefunden, daß, Metall mit der Hand gerieben, elektrisch werden kann. Dieser sinnreiche Einfall gehört, wie ich aus Hrn. Adam s eben angeführter Schrift sehe, dem Hrn. Cavallo zu. Wollte man dieses Instrument überhaupt lieber Mikro-Elektroskop, als Mikro-Elektromctcrnennen, so wäre das erstbeschriebene ein microi-l-Äroico- pium limptex und dieses hier ein cvmpollrum. Dieses Werkzeug heißt auch in einer andern Rücklicht cLonservaror der Elekcr. So wie sich auch L>c>»- nere Duplicaror, dem Hr. Nicholson eine sehr sinnreiche Einrichtung gegeben hat (Lneu-5 zour. nal li. >l. 6>.) und Cavallo's CoUecror <.czne!« L. l. 2. 27?.) welches eigentlich der Condensator mit einer doppelten, schon von mir gebrauchten, Luftschicht ist. Theorie. §. 539- Die wenigen elektrischen Erscheinungen, welche den älter» Naturforschern bekannt waren, schienen ihnen leicht genug aus der durch das Reiben her- slo X. Abschnitt» hervorgebrachten Erwärmung, oder auf andere Weise zu erklären. Je mehr man sich aber in der Folge mit Untersuchungen über die Elektri- cität bcschäfftigke, desto mehrere Schwierigkeiten fanden sich beym Erklären der hierher gehörigen Begebenheiten, und man mußte zu verwickelten Systemen und Hypothesen seine Zuflucht nehmen. Am meisten befriedigt gegenwärtig Franklins Theorie, ob gleich auch nach ihr und in ihr selbst Manches dunkel bleibt. §» Man seht nach ihr die Ursache aller elektrischen Erscheinungen in eine gewisse sehr feine, flüssige und elastische Materie, deren Theile einander selbst zurückstoßen, von allen andern Körpern hingegen angezogen werden. (Ein neuerer Schriftsteller Hr. La Metherie in seinem oben angeführten Werke über die Luftarten hält diele Materie für eine Art von inst. Luft. LL.)> Diese elektrische Materie ist durch alle Körper gleichförmig ' ) ausgebreitet, und so lange sie dieß ist, spürt man ihre Gegenwart nicht; wenn aber ein Körper entweder mehr oder weniger elektrische Materie in sich halt, als in seinem natürlichen Zustande, so heißt er eleklrisirt, und zwar hat er im ersten Fall bejahte, positive oder vermehrte, im letztern aber verneinte, negative oder geschwächte Elektricität. ') Daß sie nlcichföemia (das heißt in Vechältiuß dee Räume) ausgebreitet sey, ist mir gar nicht ivahr- schein- Von der Elertticität. 511 scheinlich, und scheint aller Analogie von dem, was wir von Verwandtschaft und Wahlanziehunz der Körper wissen, zuwider. Die Ausdrücke, ver- «nedire und geschwächte Elektr., sind sehr unschicklich und geben zu falschen Vorstellungen Anlaß; denn die Elektricitat kann zuweilen so sehr geschwächt werden, daß ein Mensch dadurch ge- tödtet wird, da die vcrmcl'rre oft zu schwach ist, ein Halmchen zu ziehen. Hingegen sind die Ausdrücke positiv und negativ hierbei) nicht allein die gangbarsten, sondern werden auch selbst dann noch gebraucht werden können und müsien, wenn Franklins Vorstellung im übrigen unrichtig befunden werden sollte, dadurch werden meine oben gebrauchte Zeichen 4- L und — e völlig erklart und gerechtfertigt, e,. Die der Analogie so sehr gemäße Voraussetzung, daß die Mengen der cl. Mat. in den verschiedenen Körpern sich weder wie die Räume noch wie die Massen verhalten können, führtauf den Begriff»»» verschiedener Laparirär, und diese auf den von Ec- weckung der El. durch Vermehrung und Verminderung dieser Cavacität, wodurch einige Erscheinungen in der Natur eine sehr einfache Erklärung erhalten. L,. §. 5-,r. In denjenigen Körpern, die wir unelektrisch nennen, bewegt sich die elektrische Materie leicht hin und her, sie tritt ohne merklichen Widerstand zu erfahre», hinein oder heraus. Hingegen nehmen die elektischen Körper mehrere elektrische Materie schwer an, und laßen sie auch schwer fahren, beides nur unter einer Erschütterung ihrer Theile, wie z. E. beyin Reiben vorgeht. Daß die elektr. Körper auch durch Mittheilung elcktri- firt werde» können, »nö zwar stärker als durch Rei- si2 X. Abschnitt. Reibe», ist oben gemeldet worden; ob bey letzter» eine Erschütterung der Theile vorgehe, ist wenigstens nicht erwiesen. ü.. Z. 54S- Bey dem Elektrischen wird das Gleichge- wicht unter der ollerwartS ausgebreiteten elektrischen Materie ausgehoben; das geriebene Glas lind die damit in Verbindung stehenden Leiter erhalten mehr elektrische Materie als sie vorher besaßen und werden also bejaht elektrisch!; das Reibzeug gibt die Materie dazu her, und wird also selbst verneint elektrisch!, nur daß, wenn es nicht isolirt ist, aus den mit ihm in Verbindung stehenden unelektrischen Korpern, bestandig wieder elektrische Materie in dasselbe stießt, und jener Abgang dadurch also ersetzt wird. Auf diese Betrachtung gründet sich eine neue Einrichtung der Elcktrisirmaschinc, n (t'Nilos. iNsn-sät. Vol. 79' p II.) niemand gedacht hat: wenn man nämlich bey de» Cylinder-Maschinen dem Hauptconduetor statt des Kammes ebenfalls ein schicklich angebrachtes Kissen gibt, so kann man in demselben beide El. bloß dadurch hervorbringen, daß man den Cylinder bald vorwärts bald rückwärts dreht. L.. §. 543- Bey der entg-egengeseßken Harzelcktricitat geschieht gerade dv/g Gcgeutheil; der geriebene harzartige Körper und die damit in Verbindung stehenden Leiter werden verneint, und das Reibzeug bejaht clekttisut, nur verthcilt sich die dem Reibzeuge aus dem harzartigen Körper und den Lei- Von der Elcktricität- s i z Leitern zugeschickte elektrische Materie in den übrigen mir dem Reibzeuge in Verbindung stehenden Körpern, wenn das Reibzeug nicht ilo- lirt ist. Hieraus werden verschiedene oben (§H. 507, 5iZ-5>7-) beygebrachte Elsahrungen sehr wohl begreistich. §. 544- Unter der elektrischen Atmosphäre eines Körpers verstehen wir bloß den Raum um ihn herum, in welchem seine Elekrn'eität Wirkungen äußert; daß wirklich elektrische Materie auch um die elekirisirten Körper ausgegessen oder eine elektrische Atmosphäre im eigentlichen Verstände vorhanden sen, ist nicht sehr wahrscheinlich. „Die Wirkung selbst, welche ein elektrischster Körper auf einen andern nicht elektrischem, der in seine Atmosphäre gebracht wor- „der ist, äußert, besteht überhaupt darin, „daß er in ihm durch die Kraft der elektrischen „Materie ihres gleichen zurückzustoßen, oder ,Mdere Materie anzuziehen, diejenige Elek- „tricität erweckt, welche der seinigen entgegengesetzt ist a). Ben einer groß genug ge- wordenen Näherung beider Körner gegen einander geht der Ueberfluß der elektrischen Materie aus dem einen Körper in den andern über; hieraus läßr sich das elektrische Anziehen, der Funken und der damit verbundene Schall erklären. a) Ich habe diesen Satz, den man mit Recht den er- " ßen in dieser ganzen Lehre nennen könnte hier mit Kk Sleiß 5 Abschnitt. Fleiß groß und mit Strichen bezeichnet drucken lassen: Er ist der Schlüssel zu den Geheimnissen der Elektricität und ohne ihn läßt sich kaum eine erträgliche Erklärung von der Kleistischen Flasche, dem Elektropbvr und dem Condensator geden. Ein aus ihn sich gründendes Hauptpbanomen hat unser großer Vcro Guericke schon gekannt. Nxpcr. dizgli, c»!>, XV. äri. z Ich werde den Gay in dem Anhange zu dieser Abtheilung umständlicher betrachten. Von dem, was die Jesuiten in Wecking zuerst hierüber Merkwürdiges ausgemacht haben, handelt Hr. Aepin in de» diov. Lomm-nr. kcrrop. 1k. Vl. L.. §. 545- Das Zurückstoßen zweener gleich stark bejaht elcktrisirter Körper, die einander genähert werden, läßt sich gleichfalls leicht aus der zurückstoßenden Kraft der elektrischen Materie begreifen. Weniger begreiflich I ist das Zurückstoßen zwischen einem Paar Körpern, die beide verneint elektrisirt sind. In spitzigen Ecken scheint die elektische Materie beym Eindringen sowohl als ..gm Ausdringen weniger Widerstand zu erfahren, als anderwärts, und hieraus werden die Erscheinungen der Feucrpinsel bey bejahter und verneinter Elektricität begreiflich. ') Die so sehr in die Augen fallende Aehulichkeit zwischen beiden Elektricitäten macht jede Theorie verdächtig, nach welcher die Erscheinungen bey der einen leichter erklärt werden können, als bey der andern. Sie müssen gleich leicht erklärt werde» können oder die Theorie ist falsch und etwas vor der Erfahrung voraus angenommen. Ich bin aber überzeugt, daß das im h. angeführte Phänomen selbst nach der Franklinischen Tbeoric dem vorhergehenden völlig ähnlich, erklärt werden könne, sobald man nur Rücksicht auf die umgehende kuft nimmt. Von der ElM'icität. nimmt ebne die weder Anheben noch Abstoß?» SNM sindct. S. lbovd Mubc>".s om Ende dieses Abschuiiro d?w z-, onoefüdttes Werk, auch Hrn. Hofr, U!aycrs Aufsoy: ob es »öchicr sev eine zu- rilekstostcude Rr.ift m der No. ur «»zuiicbmeiix in o«i-r<'!>^t>rllal Vit. §, ^oL gegen das Ende. e>. S- 546. Da die Luft selbst ein elektrischer Korper ist, also sich ungern mic der elektrischen Materie verbindet, so lach sich daraus einsehen, warum an lusileeren gläsernen Rohren oder Kugeln äußerlich sich keine Wirkungen der Elekmcitat wahrnehmen lassin, und warum überhaupt die Er» scheinungsn bey der Elektrizität mir dem lusi leeren Räume sich auf die oben (§§.52;-527.) erwähnte Weise zutragen. (Dieses ist sehr undeutlich und unbestimmt ausgedrückt, denn unter gewissen Umstanden zeigen sich an der äußern Seite einer luftleeren (mit sehr verdünnter Lust angefüllten) Rohre sehr starke Spuren von Elekcncität. A) H. 547- Bsy der Kleistischen Flasche, wird die mit dem Leiter der Elektrisirmaschie e in Verbindung stehende Belegung eben so elekcrisirc wie cs der jener wird; die gegenüber liegende Belegung erhält hingegen die entgegengesetzte Eleklrieüat, Die erschütternde Flasche laden heißt also überhaupt nichts anders: als auf der einen Belegung derselben elektrische Mcuerie anhäufen und von der andern eben soviel wegnehmen. Em- Kk 2 laden si6 X. Abschnitt. laden wird die Flasche durch einen unelektrischen Körper, der beide Belegungen mit einander in Verbindung sehr und dadurch wieder das Gleichgewicht in der elektrischen Materie herstellt. Uebe'hanpt lassen sich nach den Franklinischen Lehrsätzen alle Erscheinungen bey der Kleistischen Flasche sehr glücklich erklaren. io> c»n. Silk. z,2;z. S- S48- Ob übrigens die elektrische Materie eine eigne für sich bestehende Materie ist, oder ob sie mit der Materie des Lichts, oder des Feuers, oder mit demjenigen was man bey der Erklärung anderer natürlichen Erscheinungen Aeiher nennt, überein kömmt, das alles scheint noch wohl unausgcmacht. So viel ist wenigstens gewiß, daß das elektrische Licht und Feuer, wie auch der den elektrisirten Körpern zukommende eigne Geruch, gar wohl von andern Materien herrühren können, auf welche die elektrische Materie selbst uur wirkt, ohne mir ihnen an sich einerlei) zu seun. Auch muß man nicht erwarten, die bejaht elektrisirten Körper an einer Wage schwerer, die verneint elektrisirten hingegen leichter zu finden: dazu ist wobl die elektrische Materie zu sein. (Mit großer Sorgfalt angestellte sehr lehrreiche Versuche hierüber befinden sich in: Sammlung physisch-mache,»»- Von der Eleklricitat. 517 thematischer Abhandlungen van G. S.Schmidt itcrBand. Gießen >?9Z. s. S. >Sz. L.) Ruch der chemischen Kenntniß der el. Materie ist man in den neuen: Zeiten etwas näher gekommen. Hr. V. Mal um hat nämlich durch dieselbe dieSal- pcterluft eben so zerseht, wie durch dephlog. kuft. S. dessen § 5^0 angejuhrtes Werk r n p. 206. 208; man hat die flüchtig alkabsche Hüft in ihre sogenannte Bestandtheile Stick- und infl stusr zerlegt; eine Mischung von Snek - und dcphlogi- fliflrre Luft gab durch sie Salp.tersäure. S. oben p- 2:4. Auch gehört hierher die Zersetzung des Wassers §. ->. und vermutblich der erstickende sogenannte Schwefelgeruch uns Dampf, der sich in Zimmern findet, in die der Blitz geschlagen hat, auch der ganz eigene, wiserl.che Geruch, der sich zeigt, wenn man behaarte oder besederte Thierc durch den el. Schlag tödtct und der von den: Geruch gebrannter Haare und Federn gänzlich verschieden ist. Da die beiden letzten Phänomene auf chemische Verbindungen hinzuweisen scheinen: so könnte sie auch wohl be» erster» Statt finden. Hier ist noch viel zu thltst, ehe man entscheiden kann. ü.. H 549- Keine andere Theorie der Elekrricität befriedigt mich wenigstens überhaupt so sehr als die Franklinische. Van Wirbeln, worin sich eine elektrische Makel ie um ditz elektrisieren Körper herum bewegen sitt, wie sich Manche vorstellen, lehren uns unsere Sinne nichts. Nvüets ein- und aussah: ende Ströme kann ich mir nicht begreiflich machen, noch daraus die Erscheinungen selbst erklären. Aber auch dann, wann ich Franklin's Theorie annehme, bleibt mir doch noch eins und das andere dunkel. Doch Kk z finde 5 i 8 X. Abschnitt. finde ich noch nicht Grund mehrere elektrische Mr:e>iei! anzunehmen. Ich muß bekennen, daß ich in Rücksicht auf das, was der He. Verf. in der ersten und letzte» Periode dieses §. sack, etwas verschieben von ihm denke, s» gerne ich chm deystinime; wenn er §.5.,8. sagt, daß noch alles unauogemachr scy. Nach Frank- lin verhält es sich mit 0 und ^7 L etwa wie mit vendichrerer, ftcver und verdünn reo stusc. Einige Erscheinungen werden auch recht gut nach dieser Aehulichkeit erklärt. Allein im Ganzen scheinen dennoch d>e elektr. Phänomene für eine solch? Darstellung etwas zu gleichförmig, auch hat man noeh keine» recht entscheidenden Versuch zu zeiaen, weiches eigentlich 4 u und welches — u (.lleberssnß oder Mangels sey. (.Freylich wer mit zwei, Materien weiter nichts erklärt als Fräiiklii« mit Einer, tliut allerdings ein sehr unnützes Werk, und in sc» fern wären Hr. Svmmcrs Bemühun- gen unnütz, weil er nicht weiter ging als Franklin. Allein will mau andere Erscheinungen erklären, als z. B. stichr, >(,iye, stadlingoiiicchanie- znusrc. und man findet daß man mit Einer Materie nicht leicht auskomme» könne, und nimmt daher 2, an, so ist es allemal gut auch zu zeigen, daß keines der Phänomene, die Franklin vermittelst Einer erklärt, zweien widerspreche, ja, daß das meiste dadurch, so gar gleichförmiger erklart werden könne, und in so fern sind Hr. Svmm-rv Bemühungen nützlich gewesen. Ich glgube guS diesem Gesichtspunkt hat man die Sache der Oua- tistcn anzusehen um sie wenigstens zu rolsrlrcn.) Gleichförmiger also, scheint cS, wird alles erklärt, wenn man mit Hrn. Spmüicr (stnll. inam- -äst Vvl. d.i. p. 240.), Hrn. Rraizensteiir (l7,>/e/„i--e» »der L^er. ?/,>/,c. Läppend. >7Zl. 4 Ausgabe p. >?>.), mit Hrn. witke (Schweb. Avh. z^. B. S. 68.), Bergmann stkllns. ikr-n-. Vol. 44. p. 8n.). Hrn. Hofr. Rarsten (Anleitung zur gcmciiinüylichen Kenntniß der Natur §.497.), Hrn. Ist und Pros. Förster (Trills neueste Ent- dt'ckungcn III derChcmie 12. B. g. Izst.) zweyver- schirdne Von der Elektricität. 519 schied,le elektrische Materie» annimmt, deren jede für sich, ein Fiai-klinisches positives 6 ist, beide reelle Wesen, nur daß sie sich unter einander ziehe» und i urch ihre Vereinigung alle sensible Elektrieital veriiichten, sich ausheben wie <> und — sco?-r>.^»> Das Verbrennen der Körper zu erklären, hat man ja auch Feuer und phlogisiou mit Vortheil angenommen, wie wenn nun gar hier eben dieses Feuer und pl,logiston, nur, wie die Alstätte» durch Beymischungcn verändert, gerade eben das waren, was wir posir. und »egar. Elcktrieität nennen. Was Rrarzen- stein, Rarsten und Forstor in den angeführten Schriften gesagt haben, ist wohl mehr als Muth- maaßuiiq. Jndesien, so lanas nicht hierin völlig «ntschiedcn ist, und die Zeichen 4- K und — L immer sehr schicklich, da es jedem frei, steht, seine angenommenen Begriffe damit zu verbinden. Man sehe ferner vnLvoi,»'!, u» ka^nenim- j» der Vorrede, auch kxpolnion kzilonec äc !z'kbec»ic ll hat, so wird e und 1», ^ k. erhalten. Ziehe ich n wieder ab, so zeigt c keine Spur von Elektrieität mehr. Bringe ich während das Ende et in der Atmosphäre oon u steht, den Finger oder eine metallene Spitze gegen n und ziehe alsdann die Spitze sowohl, als den Körper » zu glelcher Zeit ab, so ist c, L jst also nun clektrisirt, nicht durch Mucheilunez oder Uebev- gang von und aus v, denn » hat nichts verloren, sondern bloß mit Vcyhulfc der Atmosphäre von r> durch veirbeiluiiez. Dieses ist also eine drille Art Elektrieität zu erwecken. Wird v dem c zu nahe gebracht, so gesck/eht ein Uebergang der Materie, und c, wenn es isolirt war, bekommt die El. von r>. Die Entfernung, worin dieses geschieht, heißt die Schtagweire. S- 549- 6. Auf den Deckel eines Elektrophors setze man ein Hen- leyschss Quadranten-Elektrometer, und indem man ihn an seinen Schnüren hält, gebe mau ihm, vermittelst einer Maschine, 60 Grade Elektrieität, und halte ihn hoch über eine wagercchte, teilende Tischplatte. So wie man ihn dem Tisch allmälig nähert, wird das Elektrometer fallen; zieht man ihn aber wieder aufwärts, so wird es wieder auf so steigen, und dieses um so viel genauer, je trockner die Lust und die zum isolircn dienenden Tbeile waren. Gesetzt nun 60" wäre der höchste Grad von Elektrieität gewesen, die der Deckel habe halten können ohne auszuströmen, so wird er, wenn er dem Tisch so nahe gebracht wird, daß der Zeiger auf qc> sinkt, wieder Elektrieität von der Maschine annehmen können, die ihn auf So Von der Eleklricitat. 521 r^o treibt. Würde also olle Elektricität, die dem Teller spt zuaehött, auf einmayl sensibel, so würde er eine Elektrmtät von 8c> Kaden und würde ausst-bmen im'isscn '). Es waren also c>° :n. ne- bundcu, okne deßweaen für den Teller verloren zu sevn. Man siekt hieraus: die Almospbare um den Deckel treibt den n>elckn.'-nttgen, natürlichen Anthcit des Tisches zurück und ziekt den unglcich- »lamigsu. Derj'lliae Tpeil der Almospbare des Deckels, der dieses tkut, verliert seine iLmvfind- barksir und ist für taö Elektrometer rc>dr (I.rrenr) und eben so rodr ist er auch gegen die Maschine, die dem Deckel neue Materie zuführen soll, er nimmt also mehr an, das heißt, mit Dslra zu reden: der Teller bekommt durch jene Beyhülse des Tisches mehr Capacitat. §. Ssty. e- Eben so verhält es sich auch, wenn ich den Deckel legen eine iiichrleirendc Harz- oder Glasplatte führe, nur mit dem Unterschied, daß hicr die Verrksi- lung der Materie durch die Atmosphäre des Oek- kels nicht so stark und leicht von statte» geht, eben weil es Nichtleiter sind; sie geht aber nichts desto weniger vor sich. §. 5-ly- f- Wird der Deckel gegen eine halbleitende Platte geführt, so widersteht diese der Verthcilung weniger und Kinder daher einen großen Theil der Elektricität des Tellers, der also mehr annehmen kann, als wenn er auf einem vollkommene» Nichrle>trr gelegen hätte. Hieraus erhellt die Theorie des Con- densnrors. Zur Basis wird ein Körper genommen, der zu wenig leitet, um den llebcrgang Kk 5 au« 5) Die Kräfte, wodurch das Pendel des Slektromctcrs gehoben wird, können geh, wie man leicht geht, nicht immer verhalten, wie die Bogen, dl« zwischen ihm und der Verticai - Linie enthalten gnd, wie ich hier annehme, und, wie ich glaube, ohne Nachlhcil der Deutlichfeit. Man kann sich auch denken, der Kladdogen sev nicht in gleiche, sondern in solche Thcile gctheur, dag die dazu geschriebenen Zagten, jedesmal sich wie die Kräfte verhielten. 522 X. Abschnitt. ans dem Teller zu befördern, und z» stark um alle Einwirkung zu bindern. Man lege also de» Deckel eines Eicktrvphors, der >o Grade Elektricität hat, auf eine trockne, starte Glasplatte, ss wird vielleicht das Elektrometer nur um einen Grad fallen, der über der Vertheilung unthätiz wird, da einer von gleichem Grad auf Marmor gelegt, bis auf 5 herabsinkt; werden also beiden gleiche Grade Elektricität zugeführt, so wird letzterer benm Abziehen immer mehr haben als er- sterer. Ans eben den« Grunde nimmt nun ein aller Elektricität beraubter Teller, auf Marmor gelegt, mehr, alles übrige gleich gesetzt an, als auf Glas. Er hat im ersten Fall mehr Eapacität, als im letzter». Ein dünner isalirrcr Eondensa» tor ist unwirksam, weil der Nichtleiter die ver- rbeilung stört. Ist die Platte dick, so thut er auch isolirc seine Dienste. S- 549- 8- Eben so leicht erklärt steh nun alles bey der Kleistische» Flasche. Ich will statt der Flasche die belegte Glasplatte nehme», weil diese mit dem vorher» gehenden mehr Achnliebkeit hat, als ein Gefäß. Wird der ober» Belegung, die hier den anlliegen- dcn Deckel vorstellt, e von einer Maschine zugeführt, so bat er wegen des Glases (§. zay. x.) nur wenig Eapacität, die Vertheilung geht schwer von statten, indessen sie ist da, man darf nur die untere Belegung sich nehme an, daß die Glasplatte vollkommen isolirt scy) berühre», so erhält man einen Funken, der ebenfalls >j> k jst. Durch die Abführung dieser verthcilteu Klekrr. wird der Maschine die fernere Vertheilung erleichtert, denn, was sie erst hinderte, war eben diese nicht ganz abgetriebene sondern noch anhängende Kicker, des untern Tellers, die nnnmchr abgeführt ist; nun geht also die Vertheilung weiter, es wird nkue u ausgetrieben und die Eapacität des ober» Tellers wächst. Ist die Vertheilung aufs höchste getrieben, so gibt dem ungeachtet keine Belegung einzeln berührt einen Funken, wenn die gegenüberstehende vollkommen ilolirt ist. Denn «s Von der Elcklricität. 52z es ist sehr natürlich, daß dieselbe Kraft, die einer ferner» Pertheilung widerstanden hat, auch verhindern wird, daß die Elcktrieitat einer Seite allein vermindert werde, welches auf edcn das hinauelanst. Wa« Kraft bat auSzujagen, hat auch Kraft den Eingang wieder zu verhindern. Keine der Belegungen kann geschwächt werden, wenn nicht die entgegengesetzte geschwächt wird. Werden aber beide Belegungen durch einen Leiter verbunden, sv entsteht der Stoß, und die Platte ist entladen. Denn das u was die positive Seite nun entläßt, ist eben das individuelle b daS vorher einem — u von außen den Eingang wehrte, es kann also dort nicht weiter widcrst.be». Eben so ergeht es dem — c. die beiden Beleaungei» schwächen sich also wechselsweise selbst einander, und wegen der großen Elasticital beider Materien, in einem Augenblick. S- 549- k- Auch die Theorie des Elektroxhvrs wird nach diesen Betrachtungen leicht. Lege ick) auf die - e Oberfläche des Kuchens den Deckel, so wird ein Theil seines natürlichen >5 u von ihr gezogen und sein natürliches — c zurückgestoßen. Wird der Deckel unberührt wieder aufgezogen, so stellt sich alles wieder her, weil er nicht durch Minbeilung und Uehcrczancz von dem Kuchen, sondern bloß durch verrheilunc, elektrisch war, welches also aushört, wenn die Ursache wegfällt. W-rd der Deckel aber auf dem Kuchen lieaend berührt, so verbindet sich das sreye — re desselben mit 4- c ans meinem Finger und dieses u -- u ^ xM alles; wird aber der Deckel aufgezogen, so wird sein erstes natürliches >!- e, das bisher durch den Kuchen gebunden war, wieder freyes sensibles gh k. folglich hat nunmehr der Deckel gz. b. — k. gz. b und so findet es sich auch. Das Perpetnelle des Elektrophvrs erklärt sich hieraus ebenfalls, der Kuchen gibt seine Elcktrieität selbst nicht her, sondern veranlaßt nur, daß der Deckel welche vo» außen bekömmt. L- 549- i. 524 X. Abschnitt. §- 549- i. Ilm die übrigen Eigenschaften des Elektrophvrs zu erklären, muß mau ihm eine etwas wissenschaftlichere Einrichtung geben. Daö Instrun-ent §, f. ist dazu sehr geschickt. Den» alles was vom Glast gilt, gilt auch, nur mit veränderten Zeichen, vom Harze. Wwd die Glasplatte auf einem Tisch gerieben, so wird die geriebene Seile ^.k, dieses bindet gleichviel natürliches — k der andern Seite oder des Glases überhaupt. Doch wird natürliches >5 u an jener Seite fre», und geht entweder in den Tisch über, oder wenn man lieber will, saturirt sich mit - k aus dem Tisch und wird m o- Die untere Seite bat also eben so viel >5 k verloren, als die obere empfangen hat: legt man nun die Glasscheibe, um alles dem gemeinen Harz Elektrvphor gleich zu machen, mit der -5 e Seite auf die isolitte zinnene, so fängt das 4- k des Glases an, das — k des Zinnes zu ziehen, richtet aber deßwegen nicht viel aus, weil das obere — k des Glases diesem Zug gerade entgegen wirkt. Stürze ich aber den andern Teller nun auf die — k Seite des ElaseS, so andern sich die Uinstände sehr. Nämlich es zieht das — 2 des Glases das ax. kl des ober» Teilers, dadurch wird es verhindert so stark als vorher dem unten hinzu dringenden — k aus dem untern Teller zu widerstehen, dieses wird also nun srener von dem 4- ^ gezogen. Was ist die Folge hieraus: Der obere Teller wird »cgariv erscheinen, und der untere positiv Es ist völlig die geladene Kleistische Platte. Wird der Stoß herausgenommen, so scheint alles todt, weil das >;. k des untern Tellers durch das — k des ober», und umgekehri, saturirt ist. Werden beide Teller an ihren gläsernen Handhaben von der Glasplatte abgezogen, so erscheint der obere Teller positiv, der unlere negariv. Der Beweis erhellt aus dem vorigen h völlig. S- 5gy. k. Ist alles wie vorher zurecht gelegt und der Stoß ausgezogen, uud ich ziehe den ober» Deckel ab, so ist Von der Elektticitäk. 525 ist er wie vorher, positiv, der untere, unabae- zogen, dennoch negariv; denn dos —- ll der Glas- scheide, dos nun nicht mehr durch dos 4, u des obern Thiers beschäitigt in, zieht dos ll der llnterfläche des Glases, die also das — ll des Tellers, welches sie gebunden hat, fahreil laßt, wodurch es sensibel wird. §. --4Y. I- Lege ich den seine« gz. ^ beraubte» ober» Teller wieder auf, jedoch ohne ihn zu berühren, so isr er »en.a- »lv und der untere «uch noch, wiewohl schwächer als vorher; wird er aber berührt, so ist alles todt. Die Ursache ist sehr leicht aus dem Vorhergehenden einzusehen. Das — r. der Oberfläche des Glases zieht das >5 ^ des Tellers und reibt dessen — ll zurück, macht es sensibel; es kann also nicht so viel >1. L ziehen als nöthig ist, seine Wickungen auf das >5 ll des Glases zu zerstören, es wirkt also noch auf letzteres, das daher auch nicht alles — e des Tellers einnehmen kann; wird aber der Funke oben herausgenommen, so wird das sensible — n des obern Tellers saturirt und das — e des Glases zieht so viel >5 ll des Tellers an, als nöthig ist, seine Wirkung auf das des Glases so weit aufzuheben, daß dieses das sreye — e seine» Tellers wieder einnehmen kann. S» verwickelt diese Theorie dem Anfänger zuerst scheinen möchte, so sehr einfach ist sie, wenn man sie einmahl ganz gefaßt hat. Aus einem einzigen Sarz stießt alles, und das ist der große Satz h. ?aa. Man muß viele Worte machen, nicht, weil die Theorie selbst verwickelt ist, sondern, weil der Phänomene, die daraus erklärt werden können, so viele sind. Man sagt nichts Anders, sondern man wendet es nur auf etwas Anders an. Jeder Satz von den a letzter» enthält schon die übrigen, und in so fern sind sie bloß identisch. Alles folgt hier sehr einfach aus einem äußerst allgemeinen Satze, und man hat gar nicht nöthig, um die Erscheinungen zu erklären, eine eigne --->» v/»,l-. rem I LlcKi-icitar.m ninlli'cem mit Hr. Lcccarin anzunehmen. Ich enthalte wich hier vorsätzlich, um 526 X. Abschnitt. nicht weitläufig zu werden, der Erklärung einiger anderer Erscheinungen bepm Elektrophor, z. B. des schneidenv-ii Funkens beyiu unisolirten, und des nichr schneidenden deyni isolirten, wenn man den obcrn Teller allem berührt:c. Sie werden in den Vorlesungen vorkommen. Man findet die Auflösungen davon bey Hrn. tvilke (Schweb. Ab- handl. z^. B. S. a.a>g.). Er nennt nur Feuer, was ich L. und Saure, was ich — c genannt habe. Daß übrigens die ganze Franklinsche Theorie größlentheils weiter nichts sey als eine bloße bildliche Darstellung der Phänomene selbst und keine eigentliche mechanische Erklärung, fällt in die Augen. Lcytc:e hat Hr. de o.uc i» seinen 1-lscs üu l-> dtcicorawgic im ersten Bande versucht und davon auch einen kurzen Entwurf im sour„zi . gegeben. Sie laßt sich abcc in der Kürze hier nicht benbringen. Man sehe auch hierüber Gehl-ro Phys. Wörterbuch Art. Flasche (geladene) S. ??y. — Herrn Prof-voigcs Theorie der Elektricität befindet sich in dessen oben unter den Schriften über das Feuer dlro. zo. am Ende angeführten Werke H. 5äy- m. Statt de« Glases und Harzkuchens, kann man sich auch bcv eben genannter Maschine der bloßen Teller und der kust bedienen, doch ist gut dazu größere Platten, z.B. Breter mit Stanniol überzogen, zu gebrauchen. Man elektrisirt die obere und nähert sie der untern in paralleler tage, doch müsseil sie außerhalb der Scklaaweite bleiben. Auch bei, dem gewöhnlichen Elektrvpbor ist es nicht nöthig, daß der Deckel den Kuchen berühre. Die zu dem Versuch nötbige Vertheilunz gebt auch schon in der Entfernung vor, wiewohl sie be» der wirklichen Berührung am vollkommensten ist. §. 54y. n. Wer da« Bisherige gefaßt bat, wirb nunmehr leicht sehen, was elektrische Atmosphären sind, sie sind kust durch Veccheiluiig und nicht durch lleber- gang Von der Eleklricität. 527 N-nc, elektrifirt, daher begreiflich wird, warum sie durch Blasen nicht gcstött werden, auch augenblicklich verschwinden, so vald der verrl,eilende Körper seiner Kralt beraubt wird. Doch kann auch Lust durch Uebergaug cleklrisitt werden, wenn man auf dem Conduktor einer Maschine Spitzen anbrinat. Diese Llekcr. verliert sich aber auch nicht wenn der nurrl,eilende Körper seiner «xlekrr. beraubt wird. Nach einigen verhallen sich die anziehenden Kräfte in diesen Atmosphären verkehrt wie die Distanzen von dem clek- trisirten Körper, nach andern verkehre wie der Distanzen Guadrare. Außer dem, was über letztern Umstand in tzord >.Z?a- he»is (jetzt Grasen vcm Sranhope) ani Ende dieses Abschnitts >e> . 2.1. angeführten Werk vorkömmt, verdient Hr. L-mlc>i»b'o Schrift (Ko-wr. August >?«z. S. i>6. und Hr. de Unes Brie? an Hr. de la Mechcrie ebendaselbst. Iunius »790. nachgelesen zu werden. §. 549- o- Auf den Stand des Barometers hat die stärkste künstliche Elektricität nur einen sehr geringen, die atmosphärische aber gar keinen oder wenigstens unmerklichen Einfluß«); daß man also nicht nö- thig hat, den Apparat zur Messung der Höhe der Berge durchs Barom. noch mit einem iLlek« rroskop zu vermehren. Dem ungeachtet hat es Leute gegeben, Physiker waren es wohl nicht, die unwissend genug gewesen sind, die Veränderungen des Barometers überhaupt aus der Elektricität erklären zu wollen s). Hr. Achard (blem. g- u-chn für das Jahr l7Scz.) hat gefunden daß Elektr. die Elasticität der Luft nichc vermehre. Doch scheint die mit Dünsten sehr beladen? Luft bey Donnerwettern noch eine eigene Rücksicht zu verdienen. »z De» eklet« lie I'MeAricits, koit Naturells loit SltiNcielie. sur >e N-romStre par 01. cnäxaavx in RozicrS Journal 1778. April. t) S, Zvuillül «iic?>!lsxezn», 7uUl«r 1776, ?. IIS. U. ZlS, Einig? 558 X. Abschnitt. Einige besondere Elektricitäten. §> Z50. Ein gewisser seltner Edelstein von einer rolh» braunen Farbe, der auf der Insel Ceylon gefunden und der Aschenlrecker oder Tunnalin genannt wird, hat die besondere Eigenschaft, daß er durch eine Erhitzung clektrisirt wird, und zwar wird er am stärksten in siedendem Wasser clektrisirt: durch Reiben wird er es nie in einem so hohen Grade. Licht zeigt er niemals bey seiner Elektricirät. (Hr. Wilke hat nicht al- lein ei» Licht dabei) gesehen, sondern auch sogar knisternde Funken hervorgebracht (Schwed. Abhandl. zcz. B. S. 127.) L..) Eine elelüri- sirte Glasröhre zieht ihn an sich, stößt ihn aber nicht wieder zurück. Vom Glase nimmt er keine Elektricität mitgetheilr an (?/!..), die Elektricität des Glases benimmt ihm aber auch die seinige nicht. Zween elektrisiere Turmaline ziehen einander an, stoßen aber einander nie wieder zurück. In diesem Zustande werden beyde vereinigt von einem eleknisirten Glase angezogen und hinter her zurückgestoßen, und auch hierbei) bleiben beide Turmaline unter einander vereinigt. Die beyden Seiten des Steines haben entgegengesetzte Elektricität. Wenn dieser Stein nicht etwa der üynkurer der Alte» ist, so bat Lemcry seiner zuerst erwähnt /!', -717- l>-1?' (Schon >0 Jahre früher findet man Nachricht davon in cinenEalten Deutschen Buch: c>»»v/- bev schlaflosen Von der Elekcricität. 529 losen Nächten von einem Liebhaber, der lmmer 6ern Npeeulirr. Chemnitz und Leipzig >707, 8. S. Bect'ni.»i»ö Gesch. der Ei sind. >.B. 2.Auff. Leipzig. >782. 8. G .2^8. Auch ist nach H. Hofr. Veck»ia"ns Bemerkung der große «Linne' der erste, der bey diesem Stein Elckrr. vermuthet bat. Er nennt ihn in der Vorrede zu seiner >?>nr Stockholm >747. S. 8. den elektrischen Sreui. Edendas. S. 22?. L). 7-cltrc lur I» l'ourmslinc a dli. NN varroie pzr Ic Ouc 0« x'or, ciliare», z Lsri» 17^9 4. Experiments »n rkc 7°c>iirmslin, dp dir. vniez. xv!l.8on, in den lN'iios trnnrn,?. k^ol. L./. Laer. /. p. 7»^. lcrrer kc>m dir. IZ. vvirsoxi ro dl. xnriieus, in den ?/,!/»/ trcrirriK. t^vi /./// Pr-e- 4^6. (!c>mmenrzriui cie inrlole clcckriex TVirwiNmi, -mkk. rona. ; in de» kdr/o/i rrn»/' t^ot /. l^/. pas. - ILecucil 8- Nisterens memoires kur le 'ponrmsline, putzlie pzr dl. kxrrnc. Iil.a. rnLoo. /cei>i>!US. -l Lerer,kourz, 1762. 8. 'Derczmanns Abhandlung, von des TurmalinS elektr. Eigenschaften (Schweb. Avh. 2z und 28. V.) 'Lvilke Gesch. des Turmalins ebendas. 28. B. S.9;. zo. B. S. r. und >»z. 'Franz Zallinger von der Elekcr. deö in Tyrvl gefundenen TurmalinS. Wien >7779. 8- 'dlcm. sur le, principe, cie >z 'Lnurmsiine pzr ezrarnriro, ZkdZicr^S Lupplem. 1782. 77 21. sizri, >782. 'Jos. rnüller Schreiben an den Edel» von Vozn über die in Tyrvl gefundene Turmaline (Schörle) Wien 177z. 4. 'Von den Frevbergischen elektr. Schbrlen S. Werner» llebcrsetzung von Cronstedrs Mineralogie r-Balid S. 17°. Einen ungewöhnlich großen Grönländischen besitzt Hr. Hofr- Lluiiicndach. L. Einige andre Steinelektriffrung durch Erwärmung ist oben §. >09 angezeigt worden. Von der Elektri- cität des Vvracirs die Herr Hauy zu erst entdecke hat. S- c.kl-na Journal. B. vil. S. 87. ch. il 55k. 5Z0 X. Abschnitt. S- 5Zr. Der Zitteraal ((?x"motu5 elefflricuz) (also eigentlich kein Aal. L..) ein Fstch aus Surinam, besitzt so lange er lebt, eine Elekmcüät i» einem sehr hohen Grade, die der Harzelek>ricitär am nächsten zu kommen scheint. Ein Mensch, der ihn im Wasser berührt, wird ungemein dadurch erschüttert und die sich ihm nähernden Fische sogar gewdlet. Am stärksten ist die Elekcricität dieses Fisches im Schwänze desselben, und wenn er sich schnell im Wasser bewegt; die Erschütterung pflanzt sich dann durch das Wasser in einer Entfernung von fünfzehn Fuß fort. Noch stärker empfindet man die Erschütterung, wa>m man den Fisch mit Eisen oder einem mit Metall beschlagenen Stabe berührt, am stärksten bei, der Berührung durch einen goldnen Ring. (? L. ) Mit einer Stange Siegellack kann man ihn ohne Schaden berühren. Richer bat den Zitteraal vielleicht zuerff (1671. L.) beobachtet, oun/^ri. ivx./»»It. ac»8. jttix. i LF. Korr Vertia»! vzn cle t7>i2>.verk2elei>, Vl'cike cen sm-ri- cüünle vi, vcrorrrzsirr vs> I. s. ; in den //. Oeet. z>ox. z?2 -enonovii Octcripl L^mnori Ircmuli im 4. B der ltelver IZzlil. 1760 S. a6. 'Eine Anatomie davon von 0. nunreir in den kdilof. 'NranssK 6?. Vc>> P.II. psß ^95 'Vortreffliche Versuche damit in Ingenhouß Phys. Schriften >.B, p 27z- u, ff. S. auch Adrian van Berkel Reise nach Rio de Ber- bice in der Sammlung seltner und merkw. Reisen. i.Theil. Memmingen 1789. S.^20. Seine Beobachtungen fallen zwischen rSso und >689. ' ^.ceovar Von der Elektrizität. szi 'Account o? SN clcsls. sc! l>7 xvii.l.. iZ8V»ur und Ods. on Iiis dliiml, - Llli or lorpo^ilic Ncl l,v cor.- I.IU8 rr^c-a. beode in den w^an^er. of ll>- ^mcric. 8oc. Vol. n. Ein solcher Aal, lähmte einen Mohren, der ihn aus Prahlerey ninthlvillig behandelte, auf Lebenszeit. Ein paar Anmerk. über den Zitteraal S. im Goth. Magaz. vi. 2. 171. L. 'M. E. ZZIoch Naturgeschichte der ausländischen Fische Th.li> Verlin »786. 4. §. LZ2. Hierher gehört auch der Zitterfisch l'orpecic»), eine Rachenart des mittelländischen Meeres und einiger anderer Gewässer. Er hat au beiden Seilen seines Körpers besondere sechseekigre Prismen von Fleischsasern liegen, durch welche er nicht nur denienigcn, der ihn berührt, in dem Arme allmalig betauben, sondern auch, wenn er will, auf einmahl heftig erschüttern kann. Die obere und untere Seile des Zitterfisches haben entgegengesetzte Elektri- citat. jicht zeigt sich bey der Elektrizität des Zitterfisches gar nicht, (Walsh und bey ihm Hr. Jngenbvuß haben es -7/6 wirklich gesehen. Es glich völlig dem sichre einer Kleisti- schen Flasche bey ihrer Entladung. L..) auch kein Anziehen und Zurückstoßen. VäI-81! in den ?kilos. wr-nssK. Vol. 6?. p. 461. und Vol. 64. p. 465 z sournzl de NNvs. wom. IV. p. 204; dtem. de I'sczd. de Ijsuxclli'-. w. lll. p. 4. de I'ki- lloire. SpaUanzani's Beobachtungen über den Zitter-Rochen S. in den Samml. zur Phys. und Naturgesch. iv. B. z. St. und Goth. Magazin v. I. 41. ü. Hierher gehört nunmehr noch z) der3itcerwcllo, Raasch (Lilurn» eletUiciu), den Forskat scholl, Ivieivokl Ll » uiivoll- szs X. Abschnitt. unvollkommen, Hr. Bronssoner aber (dl-m. 782; Nozier Auaust >78?; Lavallo compicsr i°rn KI. neueste Ausgabe >r. 2, ?. zu ) deutlich beschrieben hat, 4) ein Grachelbauch M-rrorlo»). S. parerson in den kkiiot. 'kr-n-sÄ. VM.7S. l>. II. Jener lebt in einigen Strömen von Afrika und dieser in den Indischen und Amerikanischen Meeren, so wie sich der Zittersisch in den Europäischen salzigen Gewässern, der Zitteraal hingegen, und zwar, so viel ich weiß, ausschließlich in den süßen Wassern des südlichen Amerika sind et. z) Der , n?i- z-ii/Ui -,,4-cn. lebt in den Indischen Meeren. In Gmelins Ausgabe der Linneischcn SM n?.r, 1°. t. ?. in. p, 1142. werden einige Schriftsteller über ihn angeführt. Nach der großen Verbesserung die unsere Elekrriciräksfinder neuerlich erhalten haben, ist es sehr wahrscheinlich daß die Zahl die- serTbiere noch vermehrt werden wird. Merkwürdig ist, daß sie sich bisher nur unter den Fischen gefunden haben, also grade unter der Classe von Geschöpfen, die in einem Fluids leben, das der Erwcckung künstlicher Elektr. so sehr entgegen ist. L. Oes «ststt guc prcxluir le poiflon »gpellc en l>rzn^ols lor» pille 0» fremdle. kur cenx ZU! lc rouckenr, cr 6« ia czuf- clvnr ils tlegenclenr. psr dl. VN in den ^ke,u. /c. -7-4. z-ax. Ok rlle elcelric ?ropc>>7 ok l!>c 'I'cn-gcrio. In s liirer kroin soNA wiensn Itfg.; in den kN-i/o/l t^ot. /.X/ll. x,iz, ^Sl. ^nelomical oblcrvznvnz on rde l'olpelio lz^ Zou?r »U!1- vaa; ebendas. S. 48-. 'Im >?.TH. der Oekon. phys. Abhandk. Leipzig >760. S. >z- >?. zeigt Rrüniy die vornehmsten Schriften an. »5cmi.i.i5is Ods. pkyk. äc 1'vrpe-lin- pisce. In Hessen l>i»rril>c cle mordo in Luiogz pcne ignoca, gucni slmericzni Z/evi'V vocsnr. 'Umj gcl ldkcn. >77». 'vllll. sue I- l'nrgills, kxr>-!>ii Ze, Ixumzeg. 6u voÄ. Im S's. Theil des dtouvcliili- v-con. er I.irrer. paur lc mvii Ue fsnv. cic kevrier sl cla dleii l ?59- Laven» Von der Elektricität. szz Lavendish hat einen elektrischen Fisch durch Kunst dargestellt. S. l'Mlos. 'kri»5. v<.!. ae>. k I. p. In unfern Tagen hat Galvan, ein Italienischer Arzt, an zerschnittenen Fröschen unter gewissen Ilmständen Bewegungen bemerkt, wovon man den Grund in einer eignen, sogenannten chierncheu Elektri-irar suchen zu niüße» glaubt. Es ist aber bis jetzt nocht nicht ganz bestimmt ausgemacht, od überhaupt dabe» etwas Elektrisches zum Grunde liege, oder ob, wenn es etwas Elektrisches ist, dieses dem Tbiere allein, oder dem dabei) gebrauchten Körvern allein, oder der Verbindung bendcr zu zuschreiben sc». Ich führe nur einige Schrissten an: Aloyfi Ga.wani Abhandlungen über die Kräfte der thierischen Eleklricität auf die Bewegung der Muskeln nebst einigen Schriften der Herren valli, Larmiimri und Volra über eben diesen Gegenstand. Herausgegeben von D. Ioh. Marer. Prag 179z. 8. l u, Vl. wo man vieles hierüber beysammen findet. — Schrifften über die ckier. El. von »Alex. Volt» aus dem Ital, v. v. Ioh. Mavcr. Prag >79?. 8. — L. Lrcvc Bcy- träge zu Galvani's Versuche. Franks u. Leipzig «79g. 8, und vorzüglich: c. u. i-r^rrONk. inaug. n.->l. 8c LlcKc-cik-ite lic cliüa Siuirgsrcl. 179g. 8. Deutsch im Auszüge in «nnu's journsl iz^ viir. 8.-96. und in eben diesen Bande S. z744- 4- 2) Job. Heinr. ivinklers Gedanken von den Eigen- "schaften, Wirkungen und Ursachen der Elektricität. Leipssg >744. 8. z) Ebendcss. Die Eigenschaften der elektrischen Materie und des elektrischen Feuers. Leipz. >74?. 8. 4) Ioh. Heinr. waly Abhandlung von der Elektricität und deren Ursachen. Berlin >744. 4. 5) Andr. csordou Versuch einer Erklärung der Elektricität. Erfnrth 1745. 8. Ll Z 6) 5Z4 X. Abschnitt. 6°) cnkl57. Loi"ri.. Kll/Sixmesrri^ rdeoriz elsKricilari, mors gcomciricn cxplicara. ltal. 1746. 4. 7) Ic>l>. <>cinr. winkiers die Stärke der elektrischen "Kraft des Waffers in gläserne» Gefäße», üeipz. >746. 8. L) üllai kur l'cleÄncils ilci corsiz, parsdt. I'adde H0I.I.N1'. ^ pzris 1746 >2. Nollces Versuch einer Abhandlung über die Elcktri- cität der Körper. Erfurth >749. 8. 9) kecksrcdez I'ur Iss caules parlicnlisrcs lies pkenomsne» cistiri^ucs, psr dl. I'adde riorrir. a Paris >749. 4. ic>) üxpsrisnces kur psicüricils, par dl. zann/cunic n, ä Paris 1749. 8- 11) dtevv pxsisrimcnlz anrl odlcrvsrions on PI-Äriciry, »7 dir. osnz-cxl. raaincriia. l.onclon 1741. 4; sehr vermehrt >799. 4. Des Hr. Bens. Franklins Briese von der Elektri» cität, mit Aiimcrk. von Ioh. Lart tvilke. Lcipz. '758. 8- 'Sämmrl. Werke, deutsch durch G. T. Wenzel. Dresd. 1780. in. Th. 8. 12) p-llre! gm psicetricils, par dt. I^dde isorrur. ä Paris 1744-1760. 12. 'Pom. >. U. iz) ic>. arv. rureici Uil^uilirio »s cauils slk^üca elcKr!» ciraiis, s!> /tcs8. kcicnr. impsr. s>crro>?ol. pracmio corunina 1744, vna cum aiüs Uillerrarionibus rcz>-l.ilecz rlilk. »c clsÄriciiare. VIrrsi. >749. 4. 18) Elektrische Experimente im luftleeren Räume von Ioh. Fried. Hareman». Hanno». 1766. 8. 19) noosv. vnttvo. IZN saussuar. clitk. xkziicil «ic eis» 6triciisrs. 7 zoscru 1-viLSli.nr. t-vaä. 176?. gr. 4. vermehrt. 1769. Von der Elektricität. 5Z5 Hrn. Joseph pnstlev Geschichte und gegenwärtiger Zustand der Elektricität, nebst eigenthümlicheu Versuchen, übersetzt von Job- Georg Lrüniy, Berlin >7^. 4- 21) 17anc Ue l'elcktricire per dl. SKZeuv vr re ronv. k pari» 771. ,2 Ich muß hier noch einmahl aus das von dem Hrn. Verf. §. 497. angeführte Rrünilzische Verzeichniß ver» weisen, das in unfern Tagen wohl eine neue Auflage verdiente. Ich zeige nur außer den Werken, die ich bereits in den Zusätzen zu diesem Abschnitt angezeigt habe, noch folgende, die Hrn. Rrü- niizeno Werk nicht enthalten konnce, aus einer Menge anderer an, die ich weglassen muß. L-. *2») l, Nil »lanon's priaciplcs ot McÄricirzr. l.oinioi» >779- 4- Deursch von I. F. Secger. Leipzig 1789. 8. "2Z) Q. g-Ii' Lllrrrricismo arliücalc, In 7'lirino >77^. 4. "24) szsr leridic-ciesriraieie 1°a> om äc rön vi77?. '26) D'Inarrc Anfaugsgr. der Naturlehre, von der Elektricität >.TH. Franks. >?8z. gr. 8. aus dem Französ. ^27) lllla^ lur l'ple!lricire narnreile er »niticiclle pzr dl. l- Lonne -Ic ceruvr. a pari, >78>. 2Bände in 8. ohne Kupfer. *28) ^ou» rrok> Lxper. snil oblerv. miile «'ilk !> viev ro poinr our rke Lrrors osrlrc prekenr recciverl 1°lreorzr ok Kl-Äricir^, vx'iik a ne«' sxkem. l.onc!on 1780. 4. '29) Reck-rcbes pkzililzuez lur l'L!ce>ricirc par dl. ä Paris 1782. 8. Deutsch durch Hr. lveigel. Leipzig >784. 8. *zo) rl kamiliar Inrraäuklion inlo rlre Unä^ ok pleÄri- ciry l>x jc>»» ralrs'ri.xv. I.onclon >769 8 "z>) Weber Theorie der iLIekrricirär in den Schriften der Gesellschaft naturforschendcr Freunde zu Berlin. 4.B. ' Z2) rV lliorr Viev? vk Llcklricir^ I>^ e. «'ii.zoia. l.on8ou >?8o. kl. 4. 'zz) C. G. Ruh» Gesch. der phys. und med. Elcktr. und der neuesten Versuche. >.TH. Leipz. >78?. Ll 4 ' Z4) 5Z6 X. Abschnitt. '34) cö. Heinze neue elektrische Versuchs mit der Marumschei, Maschine und Hrn. Dr. Schäfer» ElektricitätS-Träger. ». Elektrische Pausen von cörof?. Leipz. 1775.8. °z6) t.cir-c lur guclljues Ol,je» N'SIcÄricne psc lele. >« ?>ince viiairai on u uoi5 I.clirc sur I'LI-Äricile (in den l'ableaux 776. p. lq8 '39) i^lßemeene kiigenlck-sipen VZN zu Amsterdam ein g. Theil erschienen, der sehr viel wichtiges enthalt. '40) Vollständige Abhandlung der theoret. und prakt. Lehre von der Slektr. nebst eignen Versuchen von T-Herius «LavaUo aus dem Englischen, drirre mit Zusätzen deö IlebersetzerS (Hr. n. Gehlers det jünaern) vermehrte Auflage. Leipzig >785- 8. Von diesem vorzüglich zu empfehlende» Werk ist nunmehr auch die dritte Auflage in England in zwey Bänden erschienen. Sie enthält, außer dem verbesserten ersten Werk, auch des Verfassers Abhandlung über die Anwendung der Elektr. in der Medicin, nebst einigen andern in die Elektr. einschlagenden Aussätzen, ct. '4') Die Lehre von der Ml. theoretisch und praktisch aus einander gesetzt von I<>b. Aug. Donndorff. ».und iterBd. Erfurt >784. 8. '4-,) Briese über die Elektricitat:c. von C. L. Leipz. i?89. 8. XI. 5Z7 Eilfter Abschnitt, von der magnetischen Kraft. Das Anziehen und Zurückstoßen des Magnets. §. S5Z. Ein gewisser Stein, oder richtiger zu reden, ein gewisses Eisenerz, meistens von einer schwarzen Farbe, das man einen Magnet (lnsAncs) nennt, zieht ein Stück Eisen, das nahe genug daran gebracht werden, an sich, sy daß ailemahl der beweglichere Korper von beiden sich dem unbeweglichem nähert und zuletzt fest und unmittelbar an ihm hängt. Auch Körper die Eisen in sich enthalten, werden angezogen, z. E. Bolus, Blutstein, Nöchel, Tripel, Wassubley, geseilter Zink, (die rohe Plaiina, einige Edelsteine und nicht allein gefärbte, sondern auch manche der klarsten Diamanten, der Labradorstein Lc. L..) Wenn das Eisen von Säuren aufgelöst und zerstört worden ist, so wirkt der Magnet nicht weiter darauf "). ') Dieser letzte Umstand ist von Hrn. Vrunmans falsch befunden worden, man darf sich nur seiner sinnreichen Methode bedienen und einige Tropfen der Auflösung auf ein rundes Stückchen Papier, das Ll 5 auf sz8 XI. Abschnitt. auf dem Wasser schwimmt, bringen und einen starken Magneten dagegen stalten, so nähert sich das Blättchen dem Magneten. Die Solution braucht eben nicht saturirr zu seyn. Auch in dm Eisenhaltigen Mittclsalzen folgt der Eise» Grund» stoff noch dem Magneten z B. Eisenvitriol wird gezogen. S. Ancon Viuczmanv Beovachtunge» über die Verwandtschaften des Magnets aus dem Latein, übersetzt von k>t. C S Eschenstach. Leipzig >??>. 8. «ü Magnetische Versuche mit verschiedenen metallischen Sudstanzen erzählt Cavallo rioins. i'-sn; >„>. >?8d Goth. Magaz. >v. 4 Nach Hr. Röhl wird reiner Lostalr-Röuic, stark vom Magnete gezogen (Crell neueste Entd. in der Chemie i'. V» S.z?.)- Der verstorbene Hr. Berg-Assessor Lvenzet will sogar aus diesem Halbmetalle Magnetnadeln verfertigt haben. Siehe des Ritter Lan- drchni Schreiven hierüber in »- Jost. Mayers Samml. phys. Aufsätze z. Bd. Oresd. »79z. 8. S. Z88- L. §- 5?4- Gemeiniglich har ein Magnet zween Puncte, welche diese anziehende Kraft gegen das Eisen am stärksten zeigen: wie man steht, wenn man einen Magnet in Eisenftilspäne legt: diese henken sich an zweenen Pnncren am häufigsten an, und der übrige Feilstaub bildet gleichsam Flusse oder Reihen, die fast alle nach diesen beiden Parieren zugehen. Diese Puncte nennt man die Pole des Magnets; die gerade Linie von einem Pole zum andern leine Axe (axix). Es gibt aber auch zusammengesetzte oder anomali- sehe Magnete mir mehr als zweenen Polen. Oclcriplion -l-z Loursnrz mzgneri-zue». k Llrsist. !75Z. 4. Beschreibung der Flüsse des Magnets, und deren nach der Natur gMchnete Abbildungen, nebst einigen Anmer- Von der magnetischen Kraft. 539 Anmerkungen über den Magnet w. aus dem Französ. übersetzt; im Hamvurg Magaz. Xli. Vand. S 579, (Besser als mit Fcilstaub, findet man die Pole des Magneten vermittelst eines etwa 2, bis z Linien langen, feinen Stückchen Eisendrates, das man auf demselben herumführt, es stellt sich über den Polen senkrecht, neigt sich immer mehr je weiter man von den Polen abkömmt, und legt sich auf den Aequatvr flach auf. Gerade so, wie sich etwa auf der Erde die Jnclinationsnadeln verhalten, von denen unten geredet werden wird. L.) §- 555- Wenn über jeden dieser Pole ein dünnes Stück weiches Eisen, das sich unken in einen dickern hervorstehenden Fuß endigt, gelegt, und so daran befestigt wird, daß die beiden Füße nach einer Seite gekehrt sind, so wird die Kraft des MagnekS dadurch ansehnlich verstärkt, und der Magnet heißt nun gewaffnet (armams), das Eisen sein Panzer oder seine Armatur, die hervorstehenden Füße davon bisweilen die künstlichen Pole. §. 556. Der eine Pol des Magnets zieht allemahl den einen Pol eines zweyten an sich, und den andern Pol eben desselben zweyten Magnets stoßt er zurück. Halt man den andern Pol des erstem MagnerS gegen denjenigen Pol des zweyten, der vorher angezogen wurde, so wird dieser nun zurückgestoßen; der aber, der vorher zurückgestoßen wurde, wird nun angezogen. 540 Xl. Abschnitt. Ein jeder Pol eines Magnets findet also an einem andern Magnete einen Pol den er anziehe und einen andern den er zurückstößt. Die einander anziehende Pole heißen freundschaftliche oder einige Pole (sw)l> smici); die einander zurückstoßenden aber feindliche oder uneinige (im'mici). §. 557. Ein jeder Pol wirkt nur in einer gewissen Entfernung, die bey starkern Magneten größer ist als bey schwachem. In einer halb so großen Entfernung zieht der Magnet sowohl das Eisen, als den freundschaftlichen Pol eines zweyken Magnets vielmehr als noch ein Mahl so stark an, und man weiß eigentlich wohl noch nicht, nach »reichem Geseße die anziehende Kraft des Magnets bey der Nahrung zunimmt; auch ist es noch nicht entschieden, ob es ein allgemeines Geseh hierin gibt a). Eben das gilt vom Zurückstoßen der feindlichen Pole. Die magnetische Kraft wirkt durch Holz, Papier, Glas, Metall und andere Körper, das Eisen ausgenommen, ungestört durch; fie dauert auch im luftleeren Raums fort. , Daß die magnetische Kraft durch das Eisen gestörc werde, ist in gewisser Rücksicht wahr. Der Ausdruck nrftörr aber scheint nicht ganz der beste zu scnn. Es ist besser zu sagen, fie wirkt durch Eisen anders, als durch Holz, Papier, Glas >c. Demi wenn das Eisen zuweilen die Kraft zu hindern scheint, ihre ganze Wichung zu äußern, so schcinr e« dieselbe auch in andern wieder ,u befördern. Von der magnetischen Kruft. 541 fördern- Ein etwa» dickes Eisenblech, etwa - ein eisernes Lineal, das ich wie eine Wand zwischen einen Magneten und eine Magnetnadel halte, vermindert die Wirkung des erster» auf keytere zar sehr, allein mit den scharfen Ende» und nach der Lange dazwischen gehalten, nicht. Auf diese Weise kann vermittelst eiserner an einander gelegter Stäbe ein Magnet auf eine Magnetnadel vst noch in einer Entfernung von ic: Fußen stark wirken. Auch trägt ein Magnet mehr Eisen am Gewicht, als anderes Metall, oder andere Körper, die man vermittelst Eisen an ihn anbringt, und ist also das größte Gewicht, was cinMagnet überhaupt tragen kann, das grüßte Gewicht Ersen, das er trägt. . >" oräer ro clilcover che Izv/ ok ch- msgnei. sirzUion. Ebeildas. dl. Z44- ' Oillcrreiioii hrr un pkenomene maZnerlijue psi-Noxc, s», >oir l'sim-nr ariire plu» kvrremenr le /er -pnr czu'un zerre simsnr pzr dl- vadl sxvinvLU (steht IN dem unten §. 569. angeführten lt-eeu-ll 1. lll.). Künstliche Magnete. Z. 558. Ein Stück Eiset,, noch mehr aber harter Stahl, das eine Zeit lang an einem Magnere gehangen hat oder mit einem Mag»eke> gestrichen worden ist, wird dadurch selbst magnetisch, daß heißt, es zieht nun anderes Eisen an, und seine Pole zeigen Freundschaft und Feindschaft gegen die Pole eines andern Magnets. Man kann das Streichen so verrichten, daß man einen Pol des MagnclS, welchen 54? XI. Abschnitt. chen man will, auf die Mitte eines stählernen Stabes seht, und ihn dann bis zu einem Ende des Stabes hinführt; diese Arbeit kann man einige Mahle wiederhohlen, nur darf man nicht in der entgegengesetzten Richtung streichen oder dazwischen die Pole wechseln. Die Hälfte des Stabes, die man so gestrichen hat, wird mit dem Pole des Magnetes, womit man gestrichen hat, freundschaftlich; und man kann noch oben drein die andere Hälfte des Stabes mit dem andern Pole der Magnetes aus eine ähnliche Weise streichen. Der zum Streichen gebrauchte Magnet verliert übrigens auch bey oft wiederhohltem Gebrauche nichts von seiner magnetischen Kraft a). a) Dieses haben Hr. steonh. «uler und Hr. Fusi unrichtig befunden. (S. Oblcrvalion, er Irxperience» tue le» »ninisn» »nistcici» psr NiocwkS ruS8 in Ich« ziers Journal, Supplement Band für 1782 S .Z.) Längst war es aber doch auch schon bekannt, daß starke künstliche Magnete gleich nach ihrer Verfertigung, durch Mittheilung etwas verlieren, sie verlieren aber immer weniger und kommen bald zu einem beständigen Zustand. So verliert der geriebene Elektrophor ebenfalls bev den ersten Operationen beträchtlich, dieses läßt aber bald nach, und er wirkt, cs-r-ns p-nbu,, gleichförmig. In beiden Fällen scheint von Anfang UebergaiiF zugleich mit und zuletzt bloß Vercheilung zu wirken. L. §. 55?. Auf dies? Weise verfertigt und streicht man Magnetnadeln (scus msZneticii, verlorium) aus dünnen stählernen Nadeln, deren besonderer Von der magnetischen Kraft. 54z rer erst in der Folge zu berührender Gebrauch eine sehr freye und leichte drehende Bewegung über einer feinen stählernen Spitze erfordert, zu welchem Ende man in der Mitte der Nadel einen kleinen messingenen oder achatenen Hut befestigt, mit einer sehr glatten Vernefung, wodurch eben die Nadel auf jener Spitze ruhet. §. 560. Aber man kan. auch Eisen und Stahl ohne ollen Magnet in künstliche Magnete verwandeln, oder magnestichs Kraft darin erwecken, wenn man es glühend in kaltem Wasser plötzlich ab- lölch' oder seine Theile durch Bengen, Brechen, Reiben, Stoßen u. f. w. erschüttert. So wird auch Eilen und Stahl manchmahl durch einen Blitzstrahl oder durch einen starken elektrischen Erlchütteru! gsftmken magnetifirr. Die künstlichen Magnete, deren eigentlicher Erfinder Servington Savery zu seyn scheint, über, treffen sogar die natürlichen Magnete öfters sehr ansehnlich an Stärke. Nach der Hand baden Mitchell, Canron und hauptsächlich Dniaht in England und Du Hamel in Frankreich das Versahren sehr verbessert und »war (gegen die gemeine Meinung) Mirchcll vor Lanron (c-snilinnc»'» >7Zz. xax. ZIl.) ch. z. 561. Am besten werden die künstlichen Magnete gemacht, wenn ein nicht zu großes noch zu dickes oder zu kurzes Eisen oder weiches Stahl in einer 544 XI. Abschnitt. einer willkührlichen Nichtimg (? L..) aiif einen festen Körper, vornehmlich aber auf Eifen, gelegt >!nd einige Mahle nach einerlei, Richtung mit einein schweren Slück Eise» gerieben wird. Wenn man das erste Slück Eisen auf der andern Seile eben so und nach eben der Richtung reibt so erhält man einen guten künstlichen Magnet, den man auch, wie den natürlichen, mit einem Panzer versehen (§. 5;;.) oder wie ein Hufeisen bilden kann, wo die Gestalk selbst die Stelle des Panzers versieht "). ') Sebr weit wird man es doch durch dieses Verfahren in der Verstärkung nicht bringen. Wenn man aber mehrere künstliche Magnete auf diese Weise gemacht hat, so verbindet man sie gehörig, dadurch erhält man schon einen beträchtlichen starken, Magneten Mit diesem nun macht man andere künstliche, die nun verbunden schon wieder einen stärkeren Magneten ü geben. Vermittelst L verstärkt man alle die Magnete, woraus ^ besteht, und mit diesem verstärkten sr verstärkt man K.Ui s. w. bis man merkt, daß die Kraft keinen Zuwachs mehr erhält. Verbände man a. und v und machte damit einen neuen Magneten ee, so würden sie alle drcy zunehmen. Auf diese Weile bat Herr Dniabc seine großen künstlichen Magnete verfertigt, die er magnetische Magazine nennt. Er waren ihrer 2,, jedes Bestund aus »40 starken künstlichen Magneten, die zusammen 500 Pfund wogen, und ein großes Parailelepipe- don.ausmachten. Er konnte damit in wenigen Secundcn die stärksten künstl. Magnete machen, die Pole des natürlichen in einem Augenblick umkehren w. S. hierüber ?)>, Abhdl. in den NN»«! n>g,>-sÄ, für das Jahr >776, vol. t.xv, auch ttc !ac>>ueinn l.vl- Nil dlgßnclisme 1°. II. Mist man vermittelst kleiner Stäbe große magne- tisiren, so erreicht man seine» Endzweck besser, wenn man erst mehrere von mittlerer Größe macht, und Von der magnetischen Kraft. 54s und so die gießen mit welchen bestreicht, die nicht so sehr von ihnen an Größe verschieden sind, als wenn man die großen unmitteldar mit den kleinen bestreichen wollte. Auch ist eine Beobachtung des Hrn. Fuß, (Oln-^v. er L>p.s. i'»l i-z »IMZN5 anMeicls p. lv. in Roziev's Lupple- wcnr p<,»r 1782.) wie mich dünkt, neu, da er fand, daß die Stahlstäbe am Ende eine größere Kraft annehmen, wenn man fle etliche Mabl widersinnig streicht, und ihnen die Kraft wieder nimmt, die mau ihnen gegeben hatte. Vey den obigen Magneten a. und b ist es gut, sich an die Verstärkung des Elektrophors (§. 5z«. -.) zu erinnern. L. §. 562. Bey mehrern auf diese Weise verfertigten künstlichen Magneten, sind immer die Enden, von welchen man anfing zu reiben, unter sich feindliche Pole, so wie auch die, den welchen man aufhörte. Freundschaftliche Pole sind hingegen an einem Paar solcher Magnete des einen Ende, wobey man anfing, und des anderen Ende, wobey man aufhörte zu reiben. Gehärteter Stahl nimmt die magnetische K>aft nicht so leicht an, als weicher, aber er behält sie besser bey. Hierbey etwas von Rnighes Magneten aus einem verhärteten Teig aus pulverisirten Magnete», Kohlenstaub und Leinöl, oder auch dem feinsten Eiftn- staud und Leinöl ( rkUoö Vol ü>g. p. 51 ), Ingen houssens biegsame Magnete aus Eisenstaub und Wachs (s. dessen vermischte Schriften erster Band. S. qo?.). ü,. lvl-ßnericzl obkci vsuons »ng cxserimentt, bv XKkViUSrHlr 5^VL«,r; in den t>a?naK. ^-4. net, !. M in 546 Xl. Abschnitt. >Vn accounr o? snme msgnericsl exprrimcnrz maclc betöre lke ro^zl scicierx, i. ?. Nl.x.xc-ui.iLks; in den trciitt-A. ?i,„» 4/». meilinci ut mskiliZ »rnticisl ms^ricr, veiikour ibe ule vf »srursi one» communiciircci l>7 zolin c^motiz in den l^ilos ?rai>rcic? t^cil X/. I // 5 /. ' Deutsch im Hamb. Magaz. B. VIII. S. ZZ9. Oe virruic magilcrics si>.>czue niozneie crimimicslz cxpe- rimcrnz, »uÄorc cmo. XXII». nicnu^rill; in den »,i«ci!t fctrop iisv. T'o?». l-77. ?r»iie lcir Ic, sin»»» »riiticicl» pzr Ic I'. nivoncL. ä?»ri, 175». >2. snia. ni.nac-inasi'ixicri^ er io. on/cniZLii. Zill'. cie mzgrie» rilnio zrriticisii. llolm >7?2. v.xri. xvir.» HLNNl. Zill' cie msxiicie arrilicizli. Vlrrei, 17^6 4. ' Deutsch im Hamb. Magaz. B. XVII. S. -.27. ^lcimoire sur ic» zim-mr» srrilrciclr, gui a rcmpnrrc Is prix cie l'»c.zci. cie ?crcr5t>. per dir. ^larnk.^uiun. » I'sriü 17K0. Diese wichtige Schrift befindet sich auch in dlem. 7?? und >7üi, welche zugleich heraus» gekommen sind. ü.. ^ Nxperieircei. cpii monrrern zvec czucile saciiile le ker er Nzcier i'^imaiii-nr psr dl. »L NL^uxiux; in den /ltc,«. ric l'ncrirl. cicr 5c. il I'sri! 172z. - äkH. xixunnil. ol' ide msAncricici Virlucü communicsrecl ro lron snci Siecl; in den ?>„„/. IV. ^77. - kzcon lirißuliere ci'gim-nrer un d»rre->u ci'/Vcicr pxr dl. 011 n/ciaei.. il/ri». 8c l'-icacl. « ?c,rrr f. A 17ZZ. ' l'r rsiile nl' Ziriliciai msxnerz bp I. icNvcuLl.1.. I.0N- cion. I7le some mzjznelic-i! expcrimcnlj tdevi-e-z be. sorc lke roxsl Sncieij' Ks vir. cu-t. «>t. F. S- 564. Ein natürlicher oder künstlicher Magnet verliere leine Kraft, wann man ihn glühend werden und dann von selbst erkalken läßt, wann man ihn nach der entgegengesetzte» Richtung oder mit den: verkehrten Pole eines andern reibt, wann man ihn auf Stein mit Stein schlägt oder auch nur oft fallen läßt. Blitz und starke Elekmeitar können eben das bewirken. Auch durch den Rost verliert der Magnet seine Kraft, und wann er lange Zeit ohne Eisen zu tragen hangt oder lieg?. Der natürliche Magnet wird auch Vernichret, wenn man ihn pulvert. Theorie. §. 565. Um die Erscheinungen am Magnete zu er« klären nimmt ein großer Theil der Naturforscher eine fei e flüssige Materie an, welche man die magnetische Materie nennt. Fein müßte sie freylich wohl fcyn, wann sie vorhanden ist, da sie so dichte Körper durchdringen kann Mm 2 (§. 548 Xl. Abschnitt. (§- 557')- Im Eisen und im Magnete allein soll diese magnetische Materie bey dem Durchgänge einigen Widerstand finden , und den Magnet insbesondere soll sie nicht nach allen Richtungen durchdringen können; vielmehr glaubt man, sie gehe aus dem einen Pole des Magnets heraus, um den Magnet herum und zu dem andern Pole desselben wieder hinein. ') S. die Anmerk. zu §.557. ll. §. 566. AuS diesen vorausgesetzten Wirbeln der magnetischen Materie erklärt man nun das Anziehen des Eisens gegen den Magnet, die sogenannten magnetischen Flüsse (§. 554.), das Zurückstoßen der beiden Pole zwee-er Magnete unter einander, in welche beide die magnetische Materie einströmt, oder aus welchen sie ausströmt, das Anziehen zweener Pole gegen einander, wovon aus dem einen die magnetische Materie ausströmt und in den andern einströmt, die Verstärkung des Magnets durch die Bewaffnung desselben, und selbst die Entstehung der künstlichen Magnete, mit und ohne einen andern Magnet. Larres Schrauben, Lulers magnetische Gänge. (Vrug« man»s verschiedene Materien. L.) §. 567. Ich mi ß gestehen, daß ich mich noch immer nicht in diese wirbelförmig sich bewegende magne- Von der magnetischen Kraft. 545 magnetische Materie finden noch daraus die Erscheinungen des Magnets auf eine mir faßlich und ungezwungen scheinende Weife erklären kann. Auch, dünkt mich, tragen sich einige Begebenheiten nicht wirklich so zu, wie sie sich zutrage» müßten, wenn jene Wirbel in der Natur vorhanden waren; daran nicht zu denken, daß die wirbelförmige Bewegung der magnetische, Materie ihrer Ursache nach ziemlich U'chegreifiich scheint. Die Lehre von magnetischen Wirbeln, deren Erfinder des Larecs ist, nachher aber zuerst von dem ungenannten Verfasser (Dalanee) des Düke -r- äma-ril. 1687, von du Fay, lLulcr, du Tour, Iobann Vevnouilli und Daniel Ver« noulli, wovon einige einen einfachen, letztere oder hauptsächlich mit des Cnrres einen doppelten Strom annehmen, ansehnlich verbessert worden ist, ist wohl von niemanden kräftiger bestritten worden, als von Hrn.A. Bvugmanns, in dem unten §. -i?o. unter m o, 9. angeführten Werke S. 94. u. ff. der Deutschen Nebersetzung. L. H. 568. Mayer hat 1760 der königlichen Socie- tät der Wissenschaften zu Götlingen eine noch ungedruckte Abhandlung vorgelesen, worin er, ohne sich um die Ursache zu bekümmern, warum der Magnet ein Magnet ist, sich bemühet, die Kraft, womit er auf andere magnetische Körper wirkt, auS der Erfahrung a>,6- zufinden. Er betrachtet einen geraden, aller- wärtö gleich dicken Magnet; den Punct, der zwischen beiden Polen in der Milte liegt, M m z nennt ssa XI. Abschnitt. nennt er den Mittelpuntt desselben. Jedes einzelne Thcilche» des Magnets hak eine Kraft auf jeden Thcil eines andern ähnlichen MagnetS zu wirken, und diese Kraft verhalt fich genau, wie die Weite jedes Theilchenö von dem Mit- tclpuncte des Magnets, zu welchem es gehört. Uebcr dieses aber richtet ftch die Kraft, womit ein jedes Theilchen des einen MagnetS auf ein Theilchen des andern wirkt, nach der Entfernung der Theile, und verhalt ftch umgekehrt wie das O.uadrat der Entfernung. Nach diesen beiden Gesehen bestimm' Mayer durch Hülfe der Rechnung des U' endlichen die Starke der Kraft, wamik zween Magnete in allen Theilen in verschiedenen Entfernungen einander anziehen oder zurückstoßen, und findet zwischen seiner Rechnung und den Erfahrungen die vollkommenste Uebeieinsiimmung. Er berechnet ebenfalls glücklich die Richtung der Magnetnadel für jede Stelle, die man ihr in der Nähe eines Magnets geben kann, wie auch die Gestalten, in welche ftch der Essenfeilstaub um einen Magnet legt. Diese sind »ichrs anders, als eine Art Keltenlinien, und also gar keine Anzeige eines Wirbels der magnetischen Materie. S. Görriny. Anz. >760. S. 6??. Dieses ist eine sehr richtige Darstellung der Gründe vo« Mayers Theorie und vermuthlich sind es auch seine eignen Worte. Von der Anwendung derselben auf die magnetische Erde und den Stand der Nadeln auf derselben, werde ich unten K. 570. etwas aus dem Mspr. beybrinzen. L. §- 569- Von der magnetischen Kraft. 551 §. Z6y. Die eigentliche Ursache der Wirkungen des Mag e es zu finden würde es, glaub ich, immer am rarhsamsten kenn, aus die große Ueber- ei'stimmung der Elektricität und des Magnetismus vorzüglich zu merke,. Die beiden ent- gegengesch!en Pole eines Magneces verhalten sich wirklich eben so gegen einander wie ein Paar emgegsngeietzt elekknsii te Korper; der Tarmalin ftireinr ordentlich zween elek tische Pole zu besitzen, wie der Magnet zween m gne'ische hat. Aber besonders ist es Key dem Magnet, daß er auf so sehr viele Körper gar keine Wirkung außen;lj auch gibt es hier vielleicht keinen Körper, den man mit den unelekmschen Körpern verglichen m mag- eusch nennen könnte. Es kann nicht geleugnet werden, daß sich immer eine nicht unbeträchtliche Aebnlichkeir zwischen Elckiri- «irär und Magncriemus zeigt, und daß diese Slehnlichkeit noch größer wird, wenn man die Vorstellung von wirbeln verläßt, wozu Ursache genug vorbanden ist, und dafür zwei) magnetische Materien, ein 4> und ein — dl annimmt, so wie wir oben ein 4. r, uns ein —s angenommeil ballen zwey Materien, die im viimagiictischen Eisen unter fich im Gleichaewicht stellen, im magnetischen aber vcrcbeilr sind Ein uiiniagiietischer Stall Eisen mit einem Ende in die Atmosphäre 4. > ' eines Magn. gehalten, empfängt an diesem Ende — d> und sei» entgegengesetztes Ende dl durch Verrbeiiunnwird er weaqezoaen, so stellt sich alles wieder her, wie de? der Elektricität. Halte ich die flache Seite eines Blechs aegen 4.. dl eine» Magneten, so wirket er nicht mehr so stark auf eine Magnetnadel als vorher; warum ? Daß 4. dl des Magneten jagt das 4. dl des Blcü>s Mm 4 auf Xl. Abschnitt. auf die entgegengesetzte Seite, über welche es sich ergießt, und folglich sich der Wirkungskreis nicht so weit crsireeken kann, als wen» das 4.01 des Magneten ohne diese Verbreitung, srcv gewirkt hätte. Auch wird dieses r»i des Blechs durch das — dl der gegenüberstehenden Seite etwas gebunden. Bringe ich hinaea,'» das dlcchne Lineal nach der Lange zwischen die Nadel und den Magneten, so wird dadurch der Wirkungskreis desselben erweitert, denn das 4. dl des Magneten jagt das >5 di des Bleche an das andere Ende desselben und zieht dessen —dl. Doch ist es, um die Wirkung dieser Materien begreiflich zu machen, uüthig, auch ein umgebendes Fluidum anzunehmen, welches hier den dem Magneten die Stelle der Luft bei) den elcklrisirten Körpern vertritt. (S- vnnvosr cle Uoiißme korce« Mißi-clique-. z Lcnev- 17N8' 8 ) Ins Unendliche erstreckt sich diese Magnctisi.una durch rerrUcilung freylich nicht, so wenig als bey der Elcktricität, wenigstens derjenigen die wir vermittelst unserer Maschinen erhalten. Auch >st es nicht sonderlich wahrscheinlich, daß wenn wir ein posirives Donnerwetter haben, unsere Antipoden ein negatives haben, und umaekehrt. Doch will ich hierbei» um die Aehnlichkeiten zwischen n und dl zu vermehren, einen Gedanken Hers,Yen, den ick bereits in dem ersten Bande der Eommentationen hiesiger Societät geäußert habe Wir finden, daß die magnetische Materie unserer Erde wirklich ver- rhe-lr ist, sie hat einen magnetischen Süd- und Nordpol. Könnte das Nordlicht seine» Grund nicht in einer ähnlichen elektrischen Verthcilung haben? daß man die Südlichter so selten siebt ist sehr begreiflich, man kommt sehr selten in so hohe südliche Breiten als in nördliche, und dann zeigen die ausschließenden Büschel des V>ord- lichrs, daß au? unserer Seite der positive Pol liegt, bekanntlich aber sind die negative» Büschel sehr geringe. Ferner, wenn man bedenkt, daß die Nordlichter um die Tag - und Nachtglcichcn am häufigsten sind, (man sollte sagen am stärksten, denn in manchen Gegenden sind sie fast beständig) um Von der magnetischen Kraft. 55z um die Tai, und Nacht-Neichen aber der eigne Umstand eintritt/ daß die Erde viele Tage hintereinander innerhalb 2,4 Stunden ganz erleuchtet und folglich cvwänuc wird, so kämen auch hier rn.rgnec und Curma!,» wieder zusammen. Wer weiß ob nicht auch noch eine Polarität in geladene,, elektrischen Körpern entdeckt wird. Man erinnre sich hierbey der Schäferschcn Veisuche (§. 548. k>). Eine andere Aehnlickkeit kann ich hier nicht übergehen, man will gesunden haben, daß sich Nadeln leichter magnetisiren lassen, wenn man sie auf Ecken legt und bestreicht, als auf einem andern Körper, ist dieses richtig , s» cvrrc- spondirte dieses dem Conoensaror des Hrn. v. volra, Durch die Materie der bestrichenen Nadel, geht nämlich eine Vertheilung des natürlichen Änthciis der untergelegten Platte vor, dadurch wird ein Thci! der Materie der Nadel gebunden, und insensibel, es kann also noch mehr Materie in ihr vevrheilr werden u.s. w. Wird sie endlich von der Platte abgenommen, so wird das gebundene wieder srcv und sensibel. Daß die Materie sich beym Magneten nicht durch einen Stoß vereint, muß uns nicht befremden; benm Turmalin geht dieses auch mit den Elektrizitäten nicht an. Die Wirkung rubt zwar, so lange die Verbindung der beiden Belegungen Statt findet, zeigt sich aber sogleich wieder in denselben, sobald jene aufgehoben wirb, und die Ursache der Vertheilung, Wärme, hier fortdauert; eben so wie etwa bey dem Magneten. In der Reihe der magnetischen Phänomene, wurden die welche dem Turmalui correspondiren, zuerst entdeckt; in der Reihe der elektrischen hingegen wurde» die dem Utagneccn corrcspondirenden spät gefunden. Wie vieles würde uns noch in der Lehre von der lLlekrr. verborgen seyn, wenn wir bis jeht nur den einzigen Turmalin kennten. Weißglühendes Eisen verliert olle Polarität, wenn es welche hatte, und nimmt in diesem Austande auch keine weiter an, glühendes Glas wird ein Leiter, und kann nicht mehr geladen werden. Andere Achn- lichkeitcn übergehe ich hier. Mm 5 Allein 554 XI. Abschnitt. Allein so groß auch diese Ähnlichkeiten fern mögen, so bin ich doch nichts weniger als geneigt zu glauben, daß hieraus schon eine ganzliche Identität beider Materien erhelle. Es könnte dieses eine allgemeine Wirkungsart mehrerer elastischer Flüssigkeiten se»n. Denn daß man durch elektrische Schläge die Pole der Nadeln umgedreht hat, und bemerkt haben will, daß das mit dem >i< n des gcladnen Körpers vcrbundne Ende jederzeit das nördliche geworden scy, ist, dünkt mich, noch nicht völlig erwiesen, ja durch die neuesten Versuche des Hr v. UIa> um die er in dem oben (§. zoo). angeführten Werk beschreibt, so gut als widerlegt. Indessen ist die Ähnlichkeit groß genug, den Physiker bcy seinen Versuchen zu leiten, um sowohl was man bcym Magneten Neues entdeckt, dey elektrischen Körpern nach der Analogie zu versuchen als umgekehrt. Nur ein Beyspiel zu geben, wäre es nach der oben (§. g6>.) von Hrn. Fusi entdeckten Eigenschaft des Magneten vielleicht der Mühe werth zu versuchen, od Flaschen die man erst posiriv und, ohne sie loszuschlagen, durch a negarw ladet und das mehrere Male hinter einander, endlich nicht eine stärkere Ladung annehmen. Der llnähnlichkeiten beider Materien sind ebenfalls sehr viele, nur einige anzuführen: der Magnet behält seine Eigenschaft Jahrhunderte lang, der elektrisirte nur kurze Zeit (doch der geladene und mit Vorsicht dewahrte viel länger). Die Elektricitat wirkt auf irgend eine Weis? auf olle Körper, der Magnet nur auf Eisen; die Elektricitat wird durch Nässe zerstört, der Magnetismus nicht (doch auch die Electricität zuweilen sehr schwer, wie beym geriebenen Siegellack, und wie steckt sie im Gvmnorus clekrv ?). Man kann dem Magneten Elektrieität mittheilcn, ohne daß beide Kräfte einander störten, aber d-r Kleistischen Flasche oder dem Turmalin keine Polarität. (Vom Turmalin darf man denn doch nicht so geradezu reden; daß er vom Magneten gezogen wird, hat Hr. Nruginauiis gezeigt. Da von diesem zur Polarität nur ein Schritt weiter ist, so könnte dieses vielleicht g»ch einst mit dem Turmalin glucken.) Von der magnetischen Kraft. 555 glücken.) Ein sehr beträchtlicher Unterschied besteht endlich darin, daß der elektrische Körper nur leichte Körper, hingegen der magnetische oft große Lasten trägt. ?. V. III. guri^i s-rmo gczcl. -rrc>p. 1758. 4. Deutsch MI Hamb. Mag. B. 22. S. 2.17. lobrndessi zwo Schriften >) von der Aehnlichkeit der clektr. und magnet. Materien. Die ate handelt vom Turmalin. Aus dem Lat. Graz >7?>. 8. I. F. Cigna Abh. und Versuche von den Verwandsch. der magnet. Kraft mit der elektr., in den dtilc. 'i'z»s,n 7-. >. Deutsch im neue» Hamb. Magaz. B.6. S. z?. S. 40?. Ein vortrefflicher Brief von 0 Franklin an Hrn. Narbe»-Duboura, den Franz. Ileberscyer von Franklins Werken über die Verschiedenheit beider Materien, steht in Sigaud de la Fond l>>-c>, K ü. -r experimenlgl N-» PN-livm-n-g ciceii pziiH 178>. 8» p. 4.;-:, Franklin glaubt alle Aehnlichkciten hierbei) scyn bloß rusäUig llebcr Elektr. Magnetismus, Feuer und Aethcr, eine Abhandl., worin aus FactiS, die Meinung erörtert wird, daß die elektr. Materien von den Materien des Feuers und des Lichts wesentlich verschiedenst!)!!, von I-A. Donndorf. Qued- linb. 1782. 8. Auch hat Musschenbrock in seinen bekannten Werken die Aehnlichkeiten sowohl als Unähnljchkeiten gesammelt. Vorzüglich gehören hierher dieBaverischcn Preisschriften, wovon ich die Franz. Uebersetzung vor mir habe: Itecueil gc« k»Iem. tur I'gnsloßi- ci- >'kl-6>ricile -c 5 d-i zu zeigen und das dl des Endes L nahm ab, noch etwas weiter, bis !> gefah»n, machte L indifferenr, und bis an das Ende gestrichen, gab dem c starkes — dl. und dem -l, -j. dl. Die Puncte dl und dl Heisien I'idlffeveni- punece Sie finden sich bc» allen Eisen - oder Stahlstäbchen oder Draht, nur haben sie ben verschiedenen Dicken und Längen derselben andere Lagen, auch bat die verschiedene Härte des Eisens und Stärke des Magneten Einfluß auf dieselbe. Dri'gmnmiö Philvs. Versuche über die Magnelmalerie S. 7°. der Deutsch. Nedersey. Etwas Aehnliches haben Lord tlNodsn in oben S. 4yo. dir. 2>. angeführten Werk und Deccarin kk.lclr,. -uns, 1771. z>.4o8 ) de» elektrisirten Leiter» bemerkt. L. Z. c. kteber diese Puncte stellte Hr. van Swinden, H. Vrug- mauns Nachfolger im philos. Lehramte zu Fra- necker nachher viele Versuche au, und entdeckte noch folgende merkwürdige Eigenschaft. Wenn man wie vorher den Nordpol dl) des Magneten an el anseht, so erhält es bekanntlich —dl, und L hingegen 4. dl. Dieses dl roll kl wächst an Stärke, wenn mau den Magneten laugsam nach L zuzieht, und seine Krast wiro an einem gewissen Punet l- z. B. ein Grösires, fährt inml weiter fort mit dein Mstgnetcu, so nimmt sie wieder ab, wird beg ^ — 0 und geht endlich in die entgegen-- ssij XI. Abschnitt. entgegengesetzte über. Den Punct des Stäbchens, wo der bestreichende Magnet sich befinden muß, damit die Kraft von L ein Gröfires werde, nennt Hr. van Srvinden den culminirenden puncr. l,. n. v»» l'evrsmiims 'lllcorize inzrkcmsricse 6« pyzenom. msgner. /siccirueir , lllleriz prin- cixi-l ßcncrslls sc nouzm punÄorum inllikercnriüe cc culminsnris "plleorism. Was vom rhierischen Magnetismus eigentlich hierher gehört, (vom Hvperpbyslschen kann hier die Rede nicht seyn) ich meine den Einfluß des eigentlichen Magneten auf den thierischen Körper, läuft wohl am Ende qrößtentheils auf nichts hinaus, wenigstens bey Gesunden. Bey Kranken, zumahl mit Schwindel, Rheumatismen und NervemSchwäche behafteten, soll der Effert unleugbar seyn. Nur Schade daß kranke Menschen bald zu eigensinnige und bald zu gefällige Gegenstände sind, entscheidende Versuche damit anzustellen. Man sehe indessen nach! vsdl swnevntt Dills Inr >-dlzx^,ii,me -unmsi Lc tur le S^llcme lle dir mnszwk, nebst der Srciglehnerschen und Hübnerschen Abhandlung, alle drei) in dem §. i6y. angeführten «.-ru-ll ll- dlcm. ^c. auch ^nnv Sc vucmnn'e lue I'uszßc ll- paimsnr cn dlcll-c>»e in de» dlem. lle Iz 8oc. lle dleclccirie 1"om. III. N. Etwas von Hrn. v. Saussüre's Magnetometer. Vo^a. Acz llsn» tes eVIxc,. 4ZZ. L., Schriften über den Magnet. 1) czvii.. ezinvnnri llc msAncle mzxnclicis^ue corporibu» cr ll-msenc, msgncle ccllure pli^llvlogiz nou,. Donll. 1600 fol. 2) Lbph. Eberhards Versuch einer magnetischen Theorie, Deutsch und Lateinisch. Leipz. >7^0. 4. z) ObkcrviUion« sur c>uslizu»5 cxpericnccs llc I'similnr, yic dl. vu in de» ll/e«!. Z'acall. llei /c. -7-L. x.ix. Luit« lle« obssrvsrionz im- I'simsnr pzr dl. vu ebendas. -?za- x->e. -4-. Iioiksm- mcmoit! sur I'simsnl xsr II, vu edendns. -75^' k"L' ^'7- Cur. Von der magnetischen Kraft. 559 Lar, de Listeruai du Fay Anmerkungen über verschiedene mit dem Magnet angestellte Versuche. Ermrth >74«. «- 4) varr ravsscnkivLirorie r, <1- Mii^nerc; iu seinen rlrFi et xem». xrrx. r. 5) Pieck! gui cnr rcwporrc >- Prix llc l'-c-rl. 707. äcs sc. cn 1744 cl 174Ü snr >a mciileurc conltruÄion 6» konllolcs ri'jnclinaisnn; er brr I'airraklion cte baiman svec Ic ler. Paris 1748. groß 4. UNd im Baude des eccrrerl rtce xreces rte prrx. 6) l.nciu. xurnni opnsculorum lom. III. cvnrincn» nouani ltreorism ma^ncris all i>I. scsrl. rc^. scicnr. karilin» pr-emio conriecorsrsin 1744 Leroi. 1741. 4. 7) ?«4di»ii sermo scallemicus llc limil!» rnrljne vis ci-siricae er mz^n-ricse. terrop. 1748 4. F. u. T. Aeprnvs zwo Schriften O von der Aehnlich- keit der elektrischen und magnetischen Kraft; 4) von den Eigenschaften des Turmalins, a. d. Latein, übers. Gräz >77>, gr. 8. Lbendess 1'eniamen lkcorisc clctlriciliriis kl msgnerilmi (§ 4?^ "- l6.) H) rnsuc. vrie. rnrou. nouurn specimen srmililu- clinii csteÄnnm vis rnsgnericsc er eleÄriciicZ iu den <7omi«ent. Petras. ?ro». ?r>»>. X xnx.-FS. K) »ur. nnllc;»iar>!?ri rcnr-min- pliilasoptrica lle mareri» msgnerica eiusrzne sktionc in kerrum er inzßncrcm. krancrzu. »764. 4 'Deutsch, mit Verbesserungen und Zusätzen deS Verfassers, die sich im Original nicht befinden durch 0. c. G. Eschendach. Leipzig >784. 8. ' 10) sur. nnvc;^is>iui dtä^neiisrnu, s-u cls »tirnirzribu« msencricis vbservariories. I.ncix. Lsr. 1778. gt. 4. Deutsch durch Hr. l). Lscheubach. Leipzig l?8l. 8. 'll) De dlsZnere bik. IV. in cluns 'Poms« rliltriburi. AuÄ. 10. narr. «canrees. Lrixiae >75Y. 4. 1°. I. II. ' 12) An liil»7 on dlsAncrisme crc. t>/ rn. rnunosn. sonilon 174z. 4 'Ig) I. c. ^zi onr dszgneten. 8rockk. 1764. 8. '14) 'slrcoria nizgneris; cxpiiczuir «4 er». . Rirrenhouse vor (1'rsn,. vk rtie. Amcric. 80c. Xll. Abschnitt. ' I z) VN ka-Aneusm. by arollc:^ ^0,^X18, in stillem on M-Aliciiy, I^onäon 1784. 8> S. Z2.7. °l6) v- >'vsi»ine d-j So>cc, dlsAueri^ucs p,r ?. llllL- vosi. ä l-enove, >788- 8- - >7) l'resrils on M-Aneijzm >n lk?o>'7 ZnS przätice v^ilk o.i^iniil Sxpcr, S7 rill, c/vv/rrro. I-oniion >787. 8- Zwölfter Abschnitt. Vom Weltgebäude und der Erde überhaupt. Erste Gründe der Astronomie und Geographie. S- 5?l- Man mag sich auf der Erde befinden wo man will, gebirgiges Gegenden ausgenommen, wo die Berge die freye Aueficht verhindern, so sieht es immer au6, als ob man sich in dem Mickelpuneke einer kreisförmigen Ebne befände, auf der der Himmel wie eine hohle Halbkugel ringsherum aufliegt. Verändert man seinen Ort, so verändert sich auch zugleich diese kreisförmige Ebue oder der Horizont (bori-on); und zwar so, daß man von weit entlegenen Dingen zuerst die oberste Spitze, nach und nach aber immer einen größern Thei! sieht, je näher man ihnen kömmt. Diese Erscheinung beweiser, daß «Vom Wellgebäube u. der Erde überh. s6r daß die Erde eine große Kugel ist, wenigstens daß ihre Gestalt der kugelföimigen sehr nahe kämmt. Aus dieser Gestalt der Erde läßt sich es au» beareife», wie mau die Erde hat umschiffen können, indem man immer nach ciner Genend zuseegclte. Die erste »mschiffung der Erde ist von Hcrnand Ma- gel.-ns, >5 >9, die veyden neuesten von Capt. Cook, Oo> t. So'ander und Hrn> Lanks 1771, und von Capt- took und bendcn Hrn. Forster» »77?. (Die neuste unter den Laptt Cook, Clerke und Gore in den Iahren >777- >7«o. st.) S- S72. Wir sehen die Sonne nicht immer in einer- ley Gegend am Himmel stehen, sondern sie komme erstlich über den Horizont heraus, oder geht auf, erhebt sich eine Zeit lang immer mehr und mehr, und senkt sich dann wieder unter den Horizont, oder geht unter. Sie muß also ein- mahl am Himmel am höchsten stehen, dicß geschieht zu der Zeit, welche wir Mittag nennen, Und immer in einer und eben derselben Gegend, die eben deßwegen gleichfalls Mittag oder Süden (menäie-i) heißt; gerade gegen über ist Mitternacht oder Norden (logtomrio). Richtet man das Gesicht nach Mislag, so hat man Morgen oder Dstcn (oriens) zur Linken, woselbst wenigstens ungefähr die Sonne znr Zeit des Morgens ausgeht; Mmd oder Westen soccisteu«) zur Rechten, wo ungefähr die Sonne am Abend unterzugehen ostegr. Diese vier Gegenden nennt man die Hauptgeaenden N n scsi sti» 562 Xll. Abschnitt. (csräirieH der Welt; dazwischen liegen die Ne- bengcgendcn, als Nordwesten, Nordosten, Südwesten, Südosten; dann Nordnvrdwesten, West« Nordwesten, Nordnordosten, Ostnordesten, Südsüdwesten, Westsüdwcsten, Südsüdosten, Ost- südosten. Die kleinern Eincheilungen überge- Herr wir hier. §. 5?Z. Eben so wie die Sonne gehen auch die Sterne ungefähr in Osten auf, sie beschreiben am Himmel parallele Kreise, die man Tage- krctse nennt, durch Süden durch, wobcy sie sich mehr oder weniger über den Horizont in Süden erheben, und wo sie gleichfalls am höchsten stehen, und gehen dann in Westen wieder unter. Diese Bewegung nennt man die tägliche oder gemeine Bewegung (moms commu. nie. churaus). Gibt man insbesondere des Abends bey gestirntem Himmel auf diese Bewegung Achtung, so findet man, das? die gestirnte hohle Himmelbkugel sich um eine Axe zu drehen scheint, welche einen ihrer Eudpuucie unbeweglich nach Norden Zu hat, den andern aber unter unserm Horizonte haben muß. Diese Puncle nennt man die Weltpole; den, der über unserm Horizonte liegt, den Nordpol (polus arcli- aus), den entgegengesetzten muer unserm Horizonte den Südpol (polv8 smaräliLm); die in Gedanken dinch dieselben gezogene gerade Linie die Weltape muiräi). Diejenigen Sterne, welche Vom Wcügcbäude u> der Erde überh. z6z welche nicht so weit vom Nardpo'e entfernt sind, als dieser Pol über dem Horizonte steht, können uns gor nicht untergehen; ihr ganzer Tagekreiz ist uns sichtbar; ober andere, die eben so nahe bey dem Südpole liegen, können uns gar nicht ausgehen. §. 574- Der größte Theil der Sterne behält immer' einerley sage unverändert gegen einander. Schon vor alten Zeiten hat man sie in eben der Stellung gesehen in der sie noch jeho erscheinen, und in gewisse Sternbilder oder Gestirne (aste- r-ilmi) ge-heilc, damit man sie desto besser unterscheiden und andern kennbar machen könne. Alle diese Sterns heißen Fixsterne (stostae st. zcso), zum Unterschiede von andern , die ihre Lage unter sich und in Absicht auf die Fixsterne verändern, aber sich doch zugleich dabey wie die Fixsterne und mit diesen zugleich um die Erde zu drehen scheinen. Einzelne Sterne, zwischen bcn Sternbildern, die zir keinem derselben gehören, heißen horzä-5. §. 575- Man hat Verzeichnisse von den Fixsternen (ccualuAos st.xsrum) gemacht, und eines jeden Stand am Himmel darin bemerkt, auf eine Weise, die nachher begreiflicher werden wird. In Absicht auf ihre Größe hat man sie in Sterne der ersten, zweyten, dritten bis Nn 2 sechsten 564 XII. Abschnitt. sechsten Größe emgetheilt. Man pflegt auch auf künstlichen Himmelskugeln die Fixsterne nach ihrer Stellung und Größe vorzustellen, oder auf Sterncharlen. Um noch bequemer von einem Srerne reden zu können, hat man auf dergleichen Verzeichnungen einen jeden S>ern mir einem Buchstaben bemerkt; ja verschiedene haben ihren eignen Namen. Die einmal eingeführten Buchstaben zu verandern, ist eben so rhöricht, als neue Sternbilder (nämlich statt der alren. L.) einführen zu wollen. 10. L'irnl Vr-Nvmeiri,. äuß. Vinilcl. itoz, soll. 10. V»nir, oolwerrazinki nous, coclcliiz. Horimiz. ,74z., gr. foh Nach den künstlichen Himmelskuqeln, oder nach de» Charten, oder auch nach gewissen Srernkegrlie (conixlobium) kann üian die Fixsterne und die Sternbilder bald von einander unterscheiden lernen. M. I. Iac. Zimmermanns Loni^lvinnm. ,69z., 8. "Neue verbeff. Aussage. Hamb. 1770, 8. NI. Christi. ZSened. Funkens Anweisung zur Kenntniß der Gestirne vermittelst zweener Stcrnkegel. Leipzig >770. 8- Ioh. Heinr. Helmurhs Eeßirnbeschreibung. Braun- schweig -774. 8- »VoiltrilunZ äer Lekirne suk XXXlV. liuplerrsfkln nscl» sscr kuriler >u?gsbe 6» kismlkkzciil'ckcn ktimmslz. ^rlu« — ssurclr^ekcnli» verkelk. vn? Kupfert. und einer allgcm. Himmels-Charte. Berlin 1788. 8- 'Lbcndess Beschreibung und Gebrauch einer allaem. Himmels-Charte mit einem durchscheinenden Horizont. Berlin 1756. ' Fried. Vom Weltgebäude u. der Erde überh. s6f 'Fried. Valentin Beschreibung der Sternbilder. Kiel >?«;. 8. §. 576. Die erwähnte tägliche Bewegung der Sterne um die Erde kann sich wirklich so zutragen, wie sie uns erscheint, oder sie kann auch nur scheinbar seyn, und die Erde sich von Westen nach Osten um ihre A.re drehen. Welches von beiden geschieht, läßt sich nicht durch Versuche ausmachen; aber wer die Sache nur etwas überlegt, der wird das letztere weit wahrscheinlicher finden, als daß sich die erstaunende Menge von Sternen um die Erde bewegen sollte. Weitere Glünde für diese Meinung werden wir in der Folge finden. Auch die Erde hat also ihre Axe, und ihren Nord - und Südpol. §- 577- Bey der kugelförmigen Gestalt der Erde ist der Horizont eigentlich ein Stück von einer Kugelfläche; weil aber die Erde ziemlich groß ist, so kann man ihn als cinerley mit der Ebne ansehen, welche die Kugel berührt. Die Ebne, die mit dieser berührenden Ebne parallel durch den Miktelvunct der Erdkugel geführt wird, heißt der wahre Horizont (Irorixon verus). Der, wovon vorher geredet wurde, der scheinbare (sppsrenx). Weil aber die sagen der Fixsternen gegen einander an allen Orten der Erde auf einerlei) Weife erscheinen, so muß wohl Nn z die ?66 X!I. Abschnitt. die Entfernung dcr Sterne von uns so groß seyn, daß in Vergleichung damit die Erde selbst nur eine unbeträchtliche Größe hak; und so ist in vielen Fällen hier kein Unterschied uuker dem wahren und dem scheinbaren Horizonte zu machen. Der Punct am Himmel, de? gerade über meine»? Scheitel steht, heißt mein Zenich, dcr gerade gegenüberstehende an dcr andern Hälfte des Himmels, mein Nadir. S- 578- Die Erdaxe muß mic dem Horizonte an den meisten Orten (an ollen, denn daß dieser Winkel cm Orten unter dem Aequator —o ist, muß bey wissenschastl. Vortrage nicht! als Ausnahme von der Regel sondern nur als ein besonderer Fall angesehen werden L.) einen gewissen Winkel machen, den man die Polhdhe (Ktituäo pvii) des OrkS nennst. Dieser Winkel kann nicht große? als ein rechter Winkel, und folglich die Poihöhe nicht größer als 90° werden; er kann aber auch verschwinden, wenn die Are selbst in den Horizont fällt. Eine Ebne durch die Axe, welche auf dem Horizonts senkrecht steht, und folglich durch das chth und Nadir geht, hcißc die Mitttlgsstäch. der Kreis, der sie auf der Erde oder am Himmel begranzt, der Mitlclgskrc-s (meri 'chsiiuz), und die gerade sinie, in der sich der Horizont und die Mittagsstache schneiden, die Mlttssgslmie (iinez luerich'ciiiali'z). Der Horizont wird durch die Mittagslinie, die ganze schein- Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 567 scheinbare hohle Himmelskugcl aber durch die Mittagefläche in den östlichen und westlichen Theil gecheilc. §- 579- Für einen jeden Ort der Erde läßt sich also ein Mittagskreis und eine Mittageflache angeben, alle diese Miltagestachen aber müssen sich in der Erdaxe durchschneiden. Wenn man den Mittagskreis eines gewissen Ortes für den ersten annimmt, so kann man hernach die jage der übrigen dadurch bestimmen, daß man die Neigung derselben gegen den ersten in Graden, Minuten, Sccunden bestimmt. Wenn die Neigung der Mittagsflache eines Ortes z.E. gegen die angenommene erste 50° betrüge, so sagt man die Länge dieses Ortes (lonZituclo) sey 50^. Die Länge der Oerter zur See zu finden, ist eine Aufgabe von großer Wichtigkeit für die Schiffahrt, die in unfern Tagen insbesondere viel Aufsehen gemacht hat. Aber hier läßt sich »och nicht zeigen, wie man die Länge «ine« Orts überhaupt finden kan». Kurze Geschichte der Bemühungen die Meerslänge zu erfinden, von I- U7. Hassencamp. Rinteln 1769; zwehte vermehrte Aufl. 1774. 8. Z. S80. Wo man den ersten Mittagskreis hinseht, das ist ohne Zweifel ganz willkührlich. Die Alten sehten ihn durch die westlichsten der ihnen bekannten jander, durch die Canarischen Inseln. Heuliges Tages zieht man gewöhnlicher Weise Nn 4 den s68 XII. Abschnitt. den ersten Mittagskreis durch die Insel Ferro, eigs ilich nicht durch die wahre, sondern durch eine eingebildete; und judewig XI!I hat den Franzosen ausdrücklich vorderen, ihn wo anders hinzusetzen. Die Holländer ziehen ihn durch den Pik von Teneriffa, ck 42" welker ostwärts, so daß al!o die sä ge von Gokringen, welche nach gewöhnlicher Rechnung 27" zH c>" beträgt, nach der Holländischen nur 26" 18" ist. §. 581. Die Ebne durch der Erde Mittelpunct auf welcher che Axe senkrecht steht, ^KLO, 85 Fig. wen ' h und (ch^die Pole sind, heißt die Ebne des Aeqnntdl'ö, der Kreis davon auf der Ober- flache der Eide der Aequalor oder die Linie. Auch am Himmel gedenkc man sich einen Ae- g lacor, wenn man die Ebne des durch die 'Erde gesehen nach allen Seiten z» bis an die Sterne fortsetzt. Der Acquator theilk die E'dc und , auch den Himmel in die nördliche und südliche Hicstökllgel (Iremiffchaerium boreslo et zullraie); er selbst wird in seine zvO Grade eingelheilt, wovon ei! jeder. Grad auf der Erde fünfzehn geographische Meilen enthält, so daß also der Umfang des Aeguators aus der Erde 5400 geographische Meilen beträgt. §. 58Z. Die Entfernung eines OrteS auf der Erde von dem Aegualor in Graden, Minuten, Se- cnndcn. Vom Weltgebäude u. der Erde übech. 5 6) cpndei, heißt die geographische Breite dersel- den (laritnän). Sie wird durch die Anzahl der Grade, Minmen, Secanden gemessen, welche auf den Mikkag^kreis des Ortes zwischen den Ort und den Aeguator falten. Die Breite eines OrteS ist allemal seiner Polhöhe gleich. IkO, 86 Fig. ist nämlich der Horizont für den Orr />. der Bogen PO die Polhöhe, ein Stück des Aeguatorö und /r?. die Breite von Weil AP^?>O, jedes ist nämlich ein O.uadrant, so bleibt auch von jedem das Stück '/,? abgezogen gleiches übrig, und folglich ist PO. Durch die Lange und Breite eines Ortes wird seine ganze Lage bestimmt. Nähere Bestimmung der Gestalt der Erde. 58Z« Wenn sich die Erde in einem Sterntage einmal um ihre Ape drehet, so muß ein jeder Punct des Aeguatorö in dieser Zeit 5400 geo» graphische Meilen durchlaufen (§. 581). Ein mit dem Aequator parallel gezogener Kreis, oder ein Parallclkms, z.B. LPOL4, 85 Fig. wird immer kleiner, je näher er nach einem Pole zu liegt, und ein jeder Punct auf der Kugel bewegt sich folglich immer um desto langsamer, je näher er einem Pole ist; der Pol selbst ruhet bey dieser Umdrehung der Kugel um ihre Ape. Nn 5 §.584. 57<2 Xll. Abschnitt. §- 584- Aber dann werden sich die Körper unter dem Aeguacor auch mit einer größern Gewalt von der Erde zu entfernen suchen müssen, als sie naher bey den Polen thun; das auf der Erde befindliche Wasser wird sich unter dem Aequa- ttor stärker ansammeln, und wenn das Land daselbst nicht auch um soviel höher läge, natürliche und bestandige Ueberschwemmimgen machen müssen. Durch dergleichen Betrachtungen wurden Huygens und Newton bewogen zu behaupten, die Erde könne keine Kugel seyn, sondern müsse eine an den Polen gedrückte Gestalt haben; ein jeder Punct des Acquacors müsse von dem Miktelpuncte der Erde weiter entfernt liegen als einer der Pole. Beide berechneten auch die Verhältnis), in der die Erdape und der Durchmesser des Aequators stehen müßten, und Newton fand sie wie 229: ?.)o ; Huygens aber, nach einer unrichtigen Voraussehung, wie 577: 578. l'Iicosi- U- Iz Kgure -t- lerrc rire- clc! prmcipe» sc I'k/- äroltznizuc, xzr dl. cl.äikaur. 5 ?>iii »74z. L> S- S8L. Aber Cassini hatte in Frankreich zu wiederholten Mahlen Ausmessungen angestellt, die vielmehr das Gegemheil zu beweisen schienen» Wenn die Erde die Gestalt hätte, die ihr Huygens und Newton nach hydrostatischen Gesehen beylegen; wenn H?L, 87 Fig. ein Vier- theil Vom Wcltgebäude u. d. Erde übers). 571 theil der Erde im Durchschnitte, ?L die Halde Erdape, HL der Halbmesser des Aeqaarors, und dieser letzlere größer als die erstere wäre, und man nun von dem Orte Ii aus der Oberstäche der Erde bis 1), und eben so von b nach (? so lange sortteisere, bis die Linien IckZ und I)L, und eben so die Linien bll und (,!ck, die senkrecht auf dem Ho>izonle eines jede» dieier Oerker k, I), b u-'d (Z stehen, einen Winkel von einem Grade KLD, bklL unter ei ander machten, oder daß überhaupt die Winkel iibil) klckQ einander gleich würden, so würde wenn Huygens und Newton richtig gejchlossen haben , der Bogen bl) des Mittagökreiseö näher bey dem Aeqaator nicht so groß seyn als der Bogen naher bey dem Pole; denn der erstere Bogen wäre gleichsam von einer kleinern, der letztere von einer größer» Kugel. Cassini hatte nun zween solche Grade auf der Oberfläche der Erde in Frankreich auSgcmesse» und gefunden, daß der dem Acq imor nähere größer sey als der dem Pole nähere; und die Franzofen schlössen einmüchig daraus, die Erde müsse vielmehr umgekehrt ein länglichtes, nicht ober ein zusammengedrücktes Spharoid seyn. rc>. c»si>. xlSLN8c!>!ilZii e Sc ii^urz lellurii «llipri- co spkscrniile. ^lgxnl. lü^I. 4. c»8si>u Z> 12. Lasyni Abhandlung von der Figur und Größe der Erde, tlbtts. von Ioh. Albr. Al'N«n. keipj. I?4l. 8. 'Ish. 572 XII. Abschnitt. 'Job. Elerr Vöde Anleitung zur allgem. Kenntnis der Erdkugel, mit einer Chatte und Kupfern. Berlin >786. 8. -lo»> kiic», nuru Sc rixur» l'eUuri! Spitlol, Zli /z»t. L-i/c/1-nxi«?». Lottin^i 4., ohne Iahrzahl. s> Z86. ?lber die streitige Frage war so wichtig, daß sie eine genauere Untersuchung verdiente. Ludewig XV. in Frankreich schickte daher im Jahre 17z; einige berühmte Manner theils nach Peru, theils noch sappland, damit sie die zur genauem Entscheidung derselben nölhigen Beobachtungen gleich an dem Arqnator und nicht weit vom Nordpols selbst anstellten. Nach Peru gingen Godin, Bouguer und de la Condamine; nach jopplandMauperluis, Clai? raut, Camus, le Monnier und Oulhier» Sie maßen verschiedene Grade auf der Oberfläche der Erde mir der erforderlichen großen Genauigkeit ab, und fanden wirklich, daß Newton auf dem Zimmer durch Schlüsse die Gestalt der Erde richtiger bestimmt hatte als Cassini durch seine Ausmessungen. Man fand für einen Grad unter folgenden Breiten: o° 5675z Toisen in Peru 49 2z 57°74 Frauke. 66 19 574Z8 jappland zz 18 südl. Br. 570Z7 am Vorgebirge der guten Hoffnung. Diese letztere Ausmessung ist erst nachher von de la Castle besonders angestellt worden. ver Vom Weltgebäude u. der Erde übech. 5 7 z Der Lappländische Grad ist vermuihlich unrichtig, denn die Toise, die man da gebrauchte stimmte nicht mit den andern überein. ivie Hr. de la chanve selbst eingesteht. S. hierüber Hrn. Rlügels Aufsah im Berlinischen astronomischen Jahrbuchs für 1790. e.. Zur I» tlguri >c -r lu ßiii^rzpkic sournülcur pvur ls üeiirmincr pur dt. r>5. »r,ul-narm;; in de» e!tc>». . rler /c. ,xz. l.» tij-ur- rcrr- N-ierminee p-r Ii, oblcrvzrion, >Ze dlllr». i>n ^»uaxuruis, cxiauz, i.e er uurniau, acc«>mp,knc- cle dl. cersius. p,r dl. r»! ^i^urnaiuis. ä /VwNcrlZ. >7Z8- >2. li^ure ge !s rerri Ucrislniiie^ psr dlltr,. LouLu^a er OL 1.2 couv2M!,'N, per dl. vouczucu. ü pur!» 174^.4. Iiumeu liiiinlerctlc c!c, -Utlirer,, ouirrsßi?, rzui onr «16 km» pnur äilerminer I» ü^ure 8c iu lirre. » ltercl. 171I. 8- perer rvargeii'in von der Erde Gestalt und Größe: in den Schmed. Abhanvl. >749. S. 24z; 175c» S. Z, 8Z. ^ournil 8e vvsiiß« fzil pur oräre Nu k.c>i k I'eyuurcur. p»r dl. vu 1.2 coiaviriaiian. g psri« 175» 4. dlelur« 8e, rroi, Premier, Nizre, Nu meriNicn N,n, Ichemi- spere uuilrzl psr dl. VN I.» co!iv2»lUN. ü ?»li» 1751. 4 'Vorzüglich vlügels Aufsätze hierüber in »odeus astron. Jahrbuch für 1787 u. 88. Gvth. Magaz. u>. ». 148. §. 587- Da also die Erde ein zusammengedrücktes. Spharoid ist, so muß der Durchmester des Ae- qlators größer senn als die Axe. Ihre Ver« hällniß gibt Maupcrtuis an wie 178, ?z: 177, z; Bouguer wie 179: 178; oder ihre Größen selbst sind in Toisen. die Erdaxe d. Durchm. v. Avzuat. nach Mauperrui» 6-^5600 6162480 nach Vouguer 6525577 6562026 Weil 574 Xll. Abschnitt. Weil aber dieser Unterschied der Erdaxe und des Durchmessers vom Aequakor nicht sehr beträchtlich ist und nicht ganz drei) (nicht ganz zehn. L.,) Meilen auemacht, so kann man zu vielen Absichten die Erde als eine vollkommene Kugel ansehen, deren Durchmesser 654404c» Toi- sen, oder 1700 geographische Meilen ist, die Meile zu 22828 Pariser Fuß gerechnet. Sonst ist es eigentlich noch nicht ausgemacht, ob alle Mittagskreise auf der Erde einander ahnlich sind, und ob die südliche Hälfte auch völlig eben so gebildet ist als die nördliche. Hr. de la Lande setzt die Abplattung jetzt nur zu da denn obiger Unterschied nicht ganz 6 Meilen betragen würde. Berlin akrou. Jahrbuch 1791. S.2j>. L. §. 583. Aber bey dieser Gestalt der Erbe muß auch die Schwere der Körper unter dem Acquakor geringer seyn als unter den Polen; und zwar aus mehr als einer Ursache. Einmahl weil der Schwung bey der täglichen Umdrehung der Erde um ihre Axe der Scdwere entgegen wirkt und unker dem Aeqnakor am größten ist, theils wegen der größern Geschwindigkeit des Schwunges unter dem Aeqnalor, theils auch weil der Schwung hier der Schwere gerade, nach den Polen hin aber nur schies entgegen wirkt; und zweytens, weil die Gegenden um den Acqnator von dem Mittelpunkte der Erde entfernter sind Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 57? als die um die Pole (§, 115. "-4); wiewohl dieses letztere am wenigsten dazu beiträgt. Ein Pendel muß also unter und nahe bey dem Ae- g -ator langsamer schwingen als ein eben so langes weiter nach den Polen hin chut. §. 589- Die Erfahrung hat dieß auch wirklich zuerst gelehrt, und eben das ist ein neuer Beweis, daß sich die Erde in der Thac um ihre Axs drehe. Richer hat 1672 zuerst bemerkt, daß Pendel, welche zu Paris Secunden schlagen, zu Cayenne, 4 Grad 56 Min. vom Aeq -ator um iH Lin. verkürzt werden mußten, wenn sie dorc die nämliche Geschwindigkeit behalten sollten. Aehn- liche Erfahrungen machte» die berühmten Männer, welche die Gestalt der Erde bestimmten, auf ihrer Reise; und auch andere Sternkundiger haben eben das beobachtet. Einrichtung des Weltgebäudes. S- Lyo. Wenn man sich die Sterne merkt, die bald nach dem Untergange der Sonne aufgehen, so wird man etliche Tage darauf finden, daß eben diese Sterne bey dem Untergangs der Sonne (s) schon langst aufgegangen sind, und daß dia Sonne solchergestalt mit der Zeit immer näher bey Sternen zu stehen kömmt, die einige Zeil vorher weiter von ihr nach Osten zu standen. Außer s?6 XII. Abschnitt. Außer der gemeinen Bewegung, welche die Sonne mik ollen Sternen zugleich um die E-de' herum zu haben scheine, die aber von der Umdrehung der Erde um ihre Axc herrührt, scheint sie also noch eine eigne von Westen nach Osten zu haben. Nach z6; Tagen ungefähr geht sie wieder mit eben den Sternen unker; und sie scheint also z» der eignen Bewegung diese Zeit zu gebrauchen, die man ein Jahr nennt. S- 5yr. Eine ähnliche eigne Bewegung von Westen nach Osten scheint der MvllV Ä zu haben; und zwar steht er ungefähr nach 27 Tagen wieder bey eben den Sternen, bey welchen er vor dieser Zeit stand; nnd in dieser Zeit scheint er sich also um die Erde zu bewegen. Außerdem sieht man mit bloßen Augen noch fünf Sterns (nunmehr sechs. L..) am Himmel, welche m sser der gemeinen Bewegung auf eben die Weise noch eine eigne zu haben scheinen. Man nennt sie zusammengenommen Planeten; ihre besondern Namen und Zeichen stich; Merkur s, Venus?, Mars--», Jupiters, Saturn 5, der Georgs -Planer (Urams) ^ a). >L..) Schwerlich wird Jemand diese Planeten aus Beschreibungen unter einander und von den übrigen Sternen unterscheiden lernen, so leicht sie auch Jemand unterscheidet, den man sie einmahl kennen gelehrt hat (den letzten etwa ausgenommen. L.) ,) Dieser neue Planet wurde am iz. Marz >781 von Hr. Wilhelm Herschel, einem gebornen Hannoveraner, Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 577 veraner, der in Enaland lebt, zwischen den Hirnern des Stiers und den Füßen der Zwillinge entdeckt, oder wenigstens wurde dieser Stern von ihm zurrst für einen Planeten erkannt Denn Hr. Bode hat gefunden, daß ihn nicht allein Tobias Maser schon um das Jahr i?-;6 beobachtet, uns als einen Firstern, wofür er ihn hielt, seinem Verzeichniß von Zodiakalsternen einverleibt hat, wovon er der 9d^te, oder der >9te von oben auf der ?r. Seite seiner Opp med. von i. ist, sondern daß ihn auchFlamsteed >590 bereits beobachtet hat, bey dem er der z.,. Stern im Stier ist, Hr. Wersche! nannte ihn anfangs a-cußium Sidu« und nachöcr Georgs-planer, der Name Uranus und das ihn schlechtweg Hörschel, und gebrauchen das auch Zeichen z sind von Hr. Sode Die Franzosen nennen von den Engländern angenommene und im §, von mir angeführten Zeichen. Zu Anfang des IahxS 17Z9 wurde bekannt, daß auch Hr. le Monnier in dem Jahr >769 Masers und Flamsteed« Schicksal zweymahl gehabt habe. Aus diesen Beobachtungen hat nun Hr. de ikambre neue Elemente der Bahn des G-orgs planeren berechnet, die sich nebst einer Prüfung derselben vom Hr. Oberst-Wachtmeister von Aach in der Beylage zum 'viteu Stück der Eoth Zeitunaen für 1789. S. 897. finden. Was man hierher Gehöriges von diesem merkwürdigen Sterne weiß, soll an den gehörigen Orten bevgedracht werden. Einige Lebensumstände des berühmten Entdeckers, aus einer mir von ibm selvst mitgetheilten Nachricht, finden sich im Gömngischen Magazin der Miss', und «Ucrerawr ztc» Jahrgangs gtem Stück; auch einiges im s^urn-l de vec. ,787. und aus diesem im Goth. Magazin v ,. ,7,. g.. »I. E. Bode von dem neu entdeckten Planeten. Berlin >784. 8. ' keckeruker Nur I- nouvelle planere decvuverrs gar dl, er narnmee Leorzium /id», gar z. r. 1-rxnl.r., ^ p-ier»t>. 1774. 'Lelctucbre de« neuen planeren Branu» sammr Tas-ln für dellen lisliocentnick-n und gcocenrrilcken Ort. ll-rauzgeß-b-n und bcreekner von Z. rn. seunirk. Porst» l^Al. 8> Oo H. Ayz. 578 XII. Abschnitt. §. 59?. Man setze die Sonne in s, 88 Fig. und lasse die Planeten und die Erde sich in den „m die Sonne in der Ordnung beschriebenen Bahnen, wie sie hier verzeichnet sind, von Westen nach Osten herum bewegen (z ist das Zeichen der Erde), so werden sich daraus alle scheinbaren eignen Bewegungen der Sonne, des Mondes und der Planeten erklären lasten. Nichts am Himm elbisher Beobachtetes widerspricht dieser Hypothese; Stellungen dieser oder jener Planeten und andere himmlische Begebenheiten, die man aus derselben vorher gesagt hat, treffen richtig ein; und die Hypothese hat also viel Wahrscheinliches an sich. §- 593« Sie heißt die Copernicanische Hypothese oder das Copernicanische Weltsystem, von Nicol. Copemicus, ihrem Erffnder. Zwar schon vor dem Copemicus, und selbst schon in den älteren Zeiten behaupteten einige die Bewegung der Erdeaber das System im Ganzen ist doch dem Copemicus eigen, der noch dazu nicht einmal den Himmel mit Fernröhren betrachten, und überhaupt nur schlechte Beobachtungen anstellen kennte. Tycho de Brahe wollte vielleicht nur der angenommenen Meinung von der Ruhe der Erde und der zu seiner Zeit allgemeinen Erklärung der heil. Schrift nicht Vom Wcltgebäude u. der Erde überh. 579 nicht widersprechen und erklärte deßwegen die himmlischen Begebe-heilen nach einer andern Hnpochese, nach welcher sich Sonne, Mond und Srerne um die unbewegliche Erde drehen sollten. Aber dieses Srstem sowohl als das alte Plolemäische sind schon lange genug mit noch mehrern fallche» für falsch erklärt worden. Daß aber dieses nicht sowohl Philolaus und vkice» ras oder Hikcras von Syracus, wie einige glauben, sondern Aeistarch von Samos zuerst gelehrt habe, hat Hr. Prof. I A iLberhard j,r ftinm !0?eucn vermischrcii Schriften. Halle >?S8. 8. S.ü?. sehr gut gezeigt. a. Die Ekliptik, Zonen, Jahrszeiten, Tages- wechstl, u.V.gl. auf der Erde» §. 59g. Die Ebne durch die Erdbahn nennt man such die Ebne der Ekliptik, und einen Kreis, den man sich an der hohlen Himmelskugel durch diese Ebne beschrieben vorstellt, welchen die Sonne jährlich einmal zu durchlaufen scheint, die Ekliptik oder die Sonnenbahn; eben so gedenkt man sich auch auf der Oberstäche der Erde eine Ekiipcik. Man theilt diesen Kreis in die sogenannten zwölf himmlischen Zeichen ein, wovon jedes 'lO Grad en hält: Widder v, Stier n, Zwillinge ir, Krebs W, Löwe a, Jungfrau w, Wage Skorpion nr, Schütze-s, Steinbocks, Wassermann--, Oo 2 Fische 580 XU. Abschnitt. Fische x; man kann sie an sagenden Versen behalten: Lance»-, I.eo, t7a/?e?-, /'i/cer. Die Ebne der Ekliptik macht mit der Ebne des Aequators einen Winkel, dessen Größe man jetzt ohngefähr 28^ findet: denn vor Zei en hat man ihn größer gefunden, und er scheint sich also zu vermindern, obgleich sehr wenig. Nimmt die Schiefe der Ekliptik regelmäßig ab, alle hundert Jahre um eine Minute, wie Louville behauptet? (Hr. de la Lande setzte die Abnahme dieser Schiefe für unsere Zeit aus in hundert Jahren, -xüronomie §. -715-2746. iter Ausgabe, neuerlich aber nur auf ?z See. in derselben Zeit. S. ferner hierüder Aästners astronomische Abhandlungen in Abh. L.) luorti. VL r.vuviti.u Ue marsbilirsre «clipriciie ^illeiizrio: in den e!K. cr-i-i. ?.!/>/ ' 7 -L,. <^uc I'obli^uirc rie I'erlis>li^»c riiminuc er >ic-zueile miniere, er >zue Ic, noeurl, -ie, pl-ncre» lonr immobile», f>»r k>t. (zoizidi; in den ir/eiu. -ic i'-ic-l-i. -ter /e. -774. S?-- krecbercke« tue I 'obli -zulie lic I'eelipriizue, et rcmütiznez sur ie s^lieme -I- I-l. Ic Lbcvüiier ve touviuru, xsr IL. i.L sr^rir.; ebendas. --77. xnz. 15». S. 595- Weil die Ekliptik den Aequator in zweenen Puncren schneidet, so scheint die Sonne zwey- mal im Jahre im Aequator zu stehen, und dieß geschieht um den 20 Marz und um den 20 September, Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 5 81 tember, we-n sie in das Zeichen des Widders und der Wage zu treten scheint. Diese beiden Puncte, worin sich der Aequamr und die Ekliptik schneiden, nennt mm Aeqmnoctialpuncte, und zwar den erstern de ^ruhiingspunetspun. äium aeguinoäiialc vernaie). den andern den HerdstpUNcl (autumnsle). Die durch diese P nc e gezogenen Millaqskreite heißen KolUlM der Nachrgleichen (coluri se^uiuoäkiorum). §. S9Ü. Vom so Märze an weicht die Sonne nach Miktternachk zu über dem Arquator von ihm ab, bis sie am 21 I niu» die groß e Abweichung hat, welche der Schiefe der Ekliptik gleich ist; sie tritt dann in das Zeichen des Krebses. Nun nähert sie sich wieder dem Aequator, gehl am 20 September durch ihn durch, und bekommt eine südliche Abweichung, bis zum 21 Decem- ber, wo sie die größte südliche Abweichung erhält und in das Zeichen des Steinbocks tritt. Die Punc?e der Ekliptik, worin die Sonne die größten Abweichungen hat, heißen Sonnenstands - oder Soimenwendpunete (puncka soliiitizlis); der erstere der Sommerpunct (aesimum), der andere der Winterpunct (bru. nzalo). Die durch diese P mci e gezogenen Mittag kreise nennt man Koluren der Sonnen- rvenden (coluri soliluiorum) ') Eigentlich heißt dieser ganze Kreis der Rolur der Ssnnenwonkien (Lo>»ru' ) s» nue der §. 59z. angeführte Loluru- -equinoaiorum. O» z Die 582 Xll. Abschnitt. Die Zeichen, in denen die Sonne nach Mitternacht zuzugehen scheint, heißen aufsteigende tS ^ x « H; die, in welchen sie nach Mittag zugeht, absteigende D II NP -2- nr x". §- 597- Kreise , die man auf jeder Seite deSAeqna- torö mit ihm parallel durch die Soonenwende- Pnncce zieht, heißen die Weidekreise (tropici); der ei e der nördliche (tl0s»iLux csnari), der andere der südliche (tio^icu5 capncorni): sie find die Tagkreise der Sonne zur Zeil der Sonnenwende, und liegen 2z° 28^ vom Aequator cnt-. ferut. Zwecn Kreise, die man in eben diestr Entfernung von den Polen mit dem Aegnator parallel zieht, gleichsam Tagekreise der Pole der Ekliptik^ Heisien Polarkreise (Lticuli ^oliircz), der eine der nördliche (»rcliicus), der andere der südliche (anlaröiious). Z- 598- Durch die beiden Wendekreise und die beiden Polarkreise wird die Oberslache der Erde in fünf Streifen getheilt, welche man die Erdstriche oder Erdgürlel (Tonus) new'-t. Inder Milte liegt der heiße Erdstriche (TON» ioi'liä») zwischen den beiden Wendekreisen, seine Breite betragt fast 47 Grad, den Acgaator hat er in der Mitte; dann kommen an beiden Seiken die gemäßigten Erdstrich (?.c>n»e rem^eratae) zwischen jedem Wendekreise und dem benachbarten Polarkreise; ein jeder davon ist gz Grad breit, und Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 58z und geht von der Breite oz° 2Z^ bis zu 65° zz^. Was von den Polarkreisen an jeder Seite eingeschlossen ist, heißt der kalte Erdstrich Oons friZiäa); es ist ein Kreis um jeden Pol herum, welcher die Gegenden der Erde in sich faßt, deren Breite über 66° ist. Die beiße Zone beträgt Z93, eine jede gemäßigte 259^ und eine jede kalte -n^Tausendtheile der ganzen Oberfläche der Erde. 'Berechnung der Zone zwischen dem Aequator und einem Parallel-Kreise auf einem gedruckten cllipt. Sphäroid, von Hr. Prof. Dlügcl in Bodens Ajiron. Jahrb. >79°. S .24Z. §. 5YY- Wenn die Sonne die Ursache der Warme auf der Erde ist, wenigstens dazu beyträgt; so müssen die Gegenden, auf welche die Sonnenstrahlen senkrecht auffallen, am heißesten seyn, und dieß geschieht im heißen Erdstriche. Je schiefer die Sonnenstrahlen auf einen Theil der Oberstäche der Erde auffallen, desto kalter muß es daselbst seyn, kheilö weil auf eine schiefe Flache weniger Strahlen fallen, als auf eine eben so große senkrechte, theils weil die Strahlen nicht in sich selbst zurück, fondern seitwärts refle-' ctirt werden, wenn sie schräge auffallen. Deß- wegen ist es in den kalten Erdstrichen kälter als in den gemäßigten, und in diesen kalter als in den -oarmen, und überhaupt ist die Sonnen- warme dem Sinus der jedesmaligen Sonnenhöhe proportionirt. s» 4 sS4 Xll. Abschnitt. ^ äilcllrse coxcerning Iii« P70f0rlic>n»l lr-sl of che zu, in z» laiiru-le», veik «, n^l,i.>iv; in den t-»7>5aK. 1l»»7. «7k Erläutcrunq der Halleyschen Methode, die Wärme zu berechnen, in so fern solche bloß als euie Wirkung der Sonne angesehen wird, von Abr. Sorch. Dästner; im Bergmann; in den Schwcd. Adhand!. ,76c-. S. 2Z7. §. 604. So wie ein jeder Stern denen, die weiter nach Osten wohnen oder eine größere sänge haben (§. 579), stüher durch den Mittagskreis gehen m iß als denen, die weiter nach Westen wohnen, oder eine geringere Lange haben, so muß dieses auch die Sonne rhun. Die östlichen Gegenden haben also früher Morgen, Mittag und Abs d als die westlichen. Reisele Jemand nun beständig von Westen gegen Osten, so würde er, wenn er um den vierten Theil der Erde herumgekommen wäre, 6 Uhr Morgens haben, wenn man bey ihm zu Hause erst Mitternacht hat. Wenn er um die halbe Erde gereiset ist, so hat er schon Mittag zu derselben Zeit, da dort, von wo er ouSreisete, erst Mitternacht ist. Ist er drey Viertheils der Erde umreiset, so hat er 6 Uhr Abends, wenn es zu Hause Mitternacht ist, und kömmt er nach Umschiffung der ganzen Erde wieder zu Hause an, so zählt er zwar 12 Uhr Mitternacht, wenn man sie auch Zu Hause s88 XII. Abschnitt. zählt, oberer hat schon Mo»tag, wenn man zu Hause erst Sonnmg hat. Wäre er nmg kehrt nach Westen zu um die ganze Erde ge> eiset, so wurde er glaube» am Sonnabend wieder anzukommen, we n es z» Ha"se '"eben Sonntag ist. So fuhr Hernand Magellan westwarrs »VN Sevilien ab den >o Aug. i;i9, und «ein Schiff kam 1522 den 7 Sept. wieder daselbst an; aber man schrieb aus dem Schiffe erst den 6 Sept. weil es die ganze Erde umschifft hatte. §. 605. Denen, die unter dem Aequator wohnen, stehen alle Tagekreffe auf dem Horizonte senkrecht, alle Sterne gehe» ihnen auf und unter, und man sagt, die Weltkugel stehe ihnen senkrecht (splraerg reclla); denen zwischen dem Aequator und de» Palen stehen die Tagekreise der Sterne immer uncer spitzigern Winkeln auf dem Horizonte, es gehen ihnen auch immer weniger Sterne auf und unter, je weiter sie nach den Polen z» wohne» , und sie hoben die Weltkugel schief (spbaer» obliqua); die unter den Polen habe» die Weltkugel parallel (ffchaers pzrsi. leia); es gehe» ih e» gar keine Fixsterne auf oder unter, und alle Sterne, die ste sehen, bewegen sich i» Kreisen, die mit ihrem Horizonte parallel laufen. §. 606. Vom Weltgebaude u. der Erde überh. s 8s §. 606. Die Bewohner des heißen Erdstriches werfen zu der Zeil, da die Sonne im Mittage gerade über ihrem Schei e! steht, gar keinen Schatten und heißen Unschatlichte (»taii); die übrige Zeit fällt ihr Schatten am Mittage bald nordwärts bald südwärts, und sie heißen deßwe- gen Zweyfchamchte (ampliilcü). Die Bewohner der gemäßig en Erdstriche werfen ihren Schocken des Mittages allemal nach einer Gegend, entweder nordwärts oder südwärts, und heißen deßwegen Emschatttchte (beterolcü). Den Bewohnern der kalien Erdstriche kommt die Sonne zu der Zeil, da sie ihnen nicht untergeht, binnen 24 Stunden zwey Mal in den Mittaqskreis; ihr Schatten beschreibt daher diese Zeit über einen Kreis um sie herum, und man nennt sie aus dieser Ursache Umschaktlchte fperilcii). Vom Zurückgehen de« Schattens in gewissen Erdstrichen. e>. §. 607. Die unter gleichen entgegengesetzten Breiten und unter entgegengesetzten Mittagskreijen wohnen, heißen Gegmsüßler (antizzoäez); sie haben die Tages- und Jahreszeiten entgegengesetzt. Die unter gleichen en'qegengeseßteu Breiten, aber unter einerley Mittagökreisen wohnen, heißen GegMwohlM (imtoeci), und haben entgegengesetzte Iahrszeittn, aber einerlei) Xll. Abschnitt. ley Tageszeiten. Die unter einerlei) Breite aber entgrgengesehten Mittagskreisen wohnen, heißen Ncbenwohner (perioeci); sie haben einerlei) Jahreszeiten, aber entgegengescH e Tageszeilen» §. 608. Das bisher Vergetragene laßt sich an den künstlichen Erdkugeln zeigen, ans welchen die Oerrer »ach ihren säugen und B'ciren verzeichnet sind. Die Nürnberger kosm graphische Gesellschaft hatte angefangen dergleichen große Himmels- und Erdkugeln mit einer vorzüglichen Genauigkeit zn verfertigen, sie ist aber damit nicht zu Ende gekommen, ungeach et wir kleinere sehr brauchbare und wohl eingerichtete von ihr erhalten und auch sonst schon größere haben. Lülldcharten (msppao geoArspIncae) sind perspecrivsiche Entwürfe ge,visier Gegenden der Erdstäche. U'ter den verschiedenen Aläen jandcharten z» verzeichnen, verdient die stenographische Projcction den Vorzug, bcy welcher die perspeciioische Abbildung dem Vorbilde am ähnlichsten wird. ^verlilvemenr Sc« Ucririerr Sc r^ominn tur Ii conliri-ciion lies ßrcnS» ßlodc«. »Xurnb. 1746, fol. Deutsch und Fraiizöflsch. Oescriprio» comjzlcrc ou t-conS svertitlciiicnr sur le, ßrznS» ßiobcr pir czLo^c-e ^ tiürnk> 1749. 4, Iroili-m- iverriScmcnr, scr lce gr-nS, globe, psr czeoircZL 4. zo. n^sil lci-xiipkii rriKillli Sc proieÄionibii« I'pkicrirum. IUp!'> l?!?. q. erzürn. Kkk'irdiilM rkcorii proieÄioni« kcrevizri- pincsc UoN-onliUs; seinen S-Ft er »,«. t/iem, ». X//. xex, ^5. §. öoy. Vom Weltgebaude u. der Erde überh. s s l §. 609. Die Zelt zwischen zweenen Durchgängen eines Fixsternes durch den MittagskreiS eines Ortes, oder die Zeit, in welcher sich die Erde ein Mahl ganz um ihre Axe drehet, heißt ein Sterntag (ches stxaruw, primi mobüiz). Wenn man ihn in vier und zwanzig Stunden, eine solche Stunde in sechzig Minuten, u. s. w. iheilt und danach eine Zeit angibt, so rechnet man nach Sternenzeit. Weil die Sonne taglich uns etwas weiter nach Osten zu rücken scheint (§. 590.): so ist die Zeit zwischen zweenen Durchgangen der Sonne durch den Mittagskreis etwas größer als ein Sterntag; sie heißt ein natürlicher Tag oder Sonnentag, g. 610. Diese wahren Sonnentage (äic5 vor!) stnd aber wegen einer in der Folge (§. 622 Anm.) vorkommenden Ursache nicht alle gleich groß: ihre mittlere Größe über einen Srerntag beträgt bcy- nahe vier Minuten Sternzeit, und diese Zeit zusammen heißt ein mittlerer Sonnentag. Hieraus erhellet der Unterschied unter wahrer und mittlerer Zeit und das davon abHangende Misweisen der Uhren, ingleichem der Unterschied der Mittage in Zeit für zween Osrter auf der Erde, und wie man daraus den Unterschied der Mittagskreise in Graden oder den Unterschied der geographischen Längen finden kann, 592 XII. Abschnitt. kann, so wie der Gebrauch der Seeuhren zur Fmdung der Längen zur See. §. 6il. Die mehreren Europäischen Volker fangen ihren Tag von Mitternacht an zu zahlen und theilen ihn in zweymahl zwölf Stunden, so daß um Mittag sowohl als um Mitternacht zwölf Uhr gezahlt wird. Aber die Astronomen fangen ihren Tag zwölf Stunden später, nämlich mit dem Mittage an. Dieses thut der Astronom eigentlich nicht, sondern er zählt bloß vollendere Tage, die er jedesmal mit unserm Mittage schließt, da« übrige vrückt er durch Brüche, nämlich Stunden, Min. u. s. w. aus, ohne den Tag selbst zu zahlen, dem diese Theile zugehören. Im gemeinen Leben hingegen zählt maii den laufenden (noch nicht vollendeten) Tag, den man jedesmahl mit Mitternacht schließt. Was nach der Rechnung des gemeinen Lebens den i. Ienner Morgens um 8 Uhr vorgeht, das geht nach der astronomischen Dec. St. 20. vor, aber dieses ist nicht die 20. Stunde des z>. astronomischen Decembers, sondern gl. Dec st-. 20. St., das ist die 20. St. des astronomischen ersten Ienners. Der Astronom zahlt also sehr richtig und konsequent seine Tage, so wie er seine Jahre und seine Stunden zählt und so wie wir auch unsere Stunden zählen. Wir nennen die Zeit zwischen >> und 12 nicht 12 Uhr, sondern I, Uhr und geben das übrige davon durch Minuten an. Also anstatt zu sagen der Astronom fange seine Tage >2 Stunde spärer an, wie gewöhnlich gesagt wird, sollte man vielmehr sagen er fange sie um so viele Stunden früher an. st. §. 6lz. Ein Sonnenjahr nennen wir die Zeit, in der die Erde ihre Bahn ein Mahl durchläuft; an Vom Weltgebättde lt. der Erde überh. s9Z an dessen Ende wird also die Sonne wieder eben den Stand gegen die Erde zu haben scheinen, den sie im Anfange desselben halte. Man hat gesunden, daß das Soimenjahr 565 Tage 5 Stunden 48 Min. 4; See. (nach Hrn. v. Zach gL",2l6 ) lang ist. Im geineinen Leben rechnen wst das Jahr zu z6; Tagen, und theilcn es bekanntermaßen in zwölf Monate von ungleicher Lange ein, in denen wir wieder jedesmal sieben Tage auf eine Wochtt zählen. S- 61z. Weil man aber das Jahr nur zu z6; Tagen annahm, das doch wirklich bcynahe noch sechs Stunden darüber betragt, so mußten nach mehrere» Jahren ganz andere Iahrszeiken auf einen gewissen Tag des Jahres fallen als vorher geschähe, und daraus nsrhwendig große U»be° q «emlichkeiten im gemeinen Leben einstehen. Julius Cäsar ordnete daher die von ihm sogenannte Julianische Einrichtung des Jahres an, nach welcher jedes Mal das vierte Jahr einen Tag mehr, in allem z66 Tage, bekömmt. Dieser hinzugesetzte Tag wird zwischen den 2z und 2gsten Februar eingeschaltet und heißt der Schalttag (äies imer -LLlariz), ein solches verlängertes Jahr aber ein Schaltjahr (smrus kii>sextilis). Pp §.614. 594 Xll. Abschnitt. K. 6lq. Da aber solchergestalt vier Jnlianische Jahre 1461 Tage lang sind, da vier wahre Jahre nur 1460 Tage 2z Sktmden iz Minuten betragen, oder da immer 128 Julianische Jahre um einen Tag langer sind, als eben so viele wahre Jahre: so blieb ncch immer ein dem vorher erwähnten ahnlicher obgleich nicht so grosser Fehler, der sich aber doch in mehrern I hren ansehnlich vergrößern mußte. Im sechszehnten Jahrhunderte wurde man aufmerksamer darauf, und der Pabsi GvcM'itls XIII. machte deshalb 1582 in einer eignen Bulle eine andere Einrichtung, der die Katholiken bey ihrem Gregorianischen Kalender folgen. Man fand, daß man wegen der östcrn Wiederholung des erwähnten Fehlers zehn Tage zu viel gezählt hatte, diese strich der Pabst aus dem dasjähri- gcn Kalender aus, und man zählte in diesem Jahre nach dem vierten Oetober gleich den fünfzehnten. Wegen der Folge wurde die Einrichtung gemacht, daß die Jahre 1700, igoo und izOO keinen Schalttag bekommen sollten, ober wohl das Jahr 220a u. s. w. Solchergestalt wurde der gedachte Fehler fast ganz und gar gehoben, und e;st nach 32-20 Jahren findet sich bey dem Gregorianischen Kalender ein Unterschied von einem Tage. §. 615. Vom Wcltgebmide u der Erde übcrh. zsz Z. 615. Die Protestantischen Staaten hallen diesen Gregorianische» Kalender nicht angenommen, weil sie glaubten, das Osterfest müsse bisweilen zu einer andern Zeit gefeyerc werden, als es der Grego: maische Kalender angibt. Sie behielten daher, so wie auch die Russen khalen, noch immer den I llianischen Kalender bep, nnd bediente» sich solchergestalt des alten Styls , die Kaihoükea des neuen. Mit dein Anfange des achtzehnten Jahrhunderts aber kamen die Protestantischen Deutschen Reichssande darin übereil,, daß sie den verbesserten Kalender ein. führten, der qroßiemheils mit dein Gregoriani- schen übeiet! stimmt, nur daß das Osterfest darin astronomisch berechnet wird, da man sich in dem Greg'römischen Kalender hingegen der cyklischen Festrechnung (computux ecclestalii- aus) bedient. Im Jahr >700 ließ man auf den achkzehnlen Februar gleich den eisten Marz folgen, und nahm dadurch die Tage weg, die sich zu viel eingeschlichen hakten. England nahm 1752, und Schweden 175z ebenfalls diesen verbesserten Kalender an, und seht bedient sich kein Volk in Europa weiter des alten Skyls, als Rußland. Aber im Jahre 1776 haben die Protestantischen Deutschen Reichsstände beschlossen , das Osterfest jederzeit mit den Katholiken zu gleicher Zeit zu feyern, und so ist nun ein all- Pp 2 gcmei- 596 XII. Abschnitt. gemeiner Deutscher Reichskalender zu Stande gekommen. Von der Sonne. §. 6l6. Die Sonne ist der Helleste und glänzendste von allen Weltkörpern, die wir um uns herum sehen: um in sie hineinsehen zu können, muß man erst durch davor gehaltene in etwas undurchsichtige Körper ihren Glanz schwachen. Wenn man dieses lhut, so sieht man zuweilen schwarze Flecken in derselben, deren Gestalt veränderlich und unordentlich ist. Sie bewegen sich durch die Sonnenscheibe von Osten nach Westen zu, und zwar am geschwindesten, wenn sie mitten durch die Sonne gehen, verschwinden am westlichen Rande und brauchen 15 Tage, ehe sie am östlichen wieder zum Vorscheine kommen, von da wieder iz Tage hingehen, ehe sie aufs Neue verschwinden. Sie erscheinen also völlig so, wie sie erscheinen müßten, wenn die Sonne eine Kugel wäre, die sich von Abend gegen Morgen um ihre Axe drehet. Wenn man zugleich mit derauf rechnet, daß die Erde wahrend der Zeit der Beobachtung dieser Flecken immer in ihrer Bahn fortrückt, so findet man daraus, daß die Sonne, um sich von Westen gegen Osten um ihre Axe zu drehen, *) 25 Tage 12 Stunden braucht. Die Are der Sonne macht mit der Ekliptik einen Winkel von 82" z«'. »«kl». Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 597 cum«?. SV6. nsvsrdi ilicori» morus soll, circ» xroprim« sxem. l.ipt. 17^6 4. »I.e. xvieei äe rsrionc sali» circs sxem ex motu mscii» Issum gppsrsnre äcr-rminsnäo; in den Lom>»e»t. ?eti'o/>. »or. lk'oiu. X//. xaz. -75. »ee. czvTi». sä worum loli« circ» axem luom compmsnäum lormulse snslxricsc; in den Komment. NOV./oc. rcx. /cieilt. l?oett. 7',?n. /, I!0. ') Es herrscht hier noch sehr viel Ungewißheit. Matt könnte »och um ganze Stunden gefehlt haben, «i.. §. 617. Diese schwarzen Somienflecken scheinen übrigens nicht über der Fläche der Sonne erhoben zu seyn, und müssen sehr dicht seyn, weil sie uns sonst unmöglich so dunkel erscheinen konnten, da der Körper der Sonne selbst ein stark glühender Körper seyn muß, wie die Wirkungen der Brennglaser und Brennspiegel zeigen. (? A.) Das Daseyn gewisser Stellen in der Sonne, die Heller als die übrigen waren, dergleichen Hevel bemerkt haben will, ist noch sehr zweifelhaft. Die dunkeln Flecken hat Zoh. FabriciuS ") i6ir zuerst gesehen, Chph. Schemer aber hat sie in demselben Jahre noch weiter beobachtet und ebenfalls beschrieben. *) Dieser, und nicht sein Vater David Fabricius ist der Entdecker der Sonnenflecken, wie in Limo Heinrich Ttaden's gelehrtem Ostfrießland, Altrich >78?. 8. >. B., einem Buche, da« verleiten könnte, und wirklich einen gelehrten Recens. in der Litt. Zeit. >787. ttr. »iz, verleitet hat, behauptet wird Man darf die von mir unten angeführte Schrift nur ansehen, sich zu überzeugen, daß der Sohn und nicht der Vater der Entdecker ist. Veranlassung zu diesem falschen Gerüchte mag wohl der Umstand gegeben habe», daß der Pp z Vater 558 X!I. Abschnitt. Vater, der Prediger zu Osteel in vstfriefkand war, sich selbst sehr mit Astronomie beschäftigte und der Sohn seine Entdeckung nicht zu Wittenberg, wo er lebte, sondern bey cinem Besuche zu Osteel gemacht hat. L. Ascites polk rakuisni caillnlz- ss«c. vk.esrnv?,,. Xuz. Vinrlcl. rSiz.. 4. rivsn. cic mscnll, lolsrikus er lleiiis circa ioncm crrsn- iid»5 sccvrsrior dckguitlliv, sci srsoc. vri.SLavi.r- ^.uZ. Vin.lcl. 161Z. 4- curn. scuLiriLsi Idols vistn». Lrzccisni. iL?o. sol.. De inucnicnäs rlillznris rnsculsrnm tolsrium s soic- su/k. Qao. v-onee,. LN»r?r; III de» /.'»»-«icnr. Lelrap. 7"n>». t^//. xnz. -?F. Ohscrvsrion» on lko toiir Sporr, dy SLLX. vvil.sr>ri; in den Lb-tost tcnn^.ck. /.x/i^. L.irt. / x.rz. I. Hierher gehören Hr. de la Lande's Einwürfe gegen die lOUsousche Hvpothese in di-m. 77^, und Hrn. tvilsono Antwort auf diest Einwürfe; in den Lb-t«/. rr.me. t^ol. /.xx//r L. /, «.. 'I iL. Lode über die Sonncnflecken (in den Schriften der Ecscllsch. naturforschendec Freunde zu Berlin >i. B. und Anleitung zur Kenntniß des gestirnten Himmels. Berlin >778- S.6a6.) 'roll, Lsnaicii, Ukrxlii cis msculiz in tote oiitcrusns erc. nsrrsiio. Virred?r>>»e >6l I. "ton. »»-.mm. scilkörLus veol». lii er rlle SonaenKeckeii unri Sonncnlsckkln simr bcj-Iiiut. N-incric. äker riis scbeinbsrc kii.k»!, Ztorsiion nncl t.ickl rler Sonne, Lrsurr 1789 4. nektk g ktupfcrr. 'ttcbcr ciie 8onnc»!Icr!ccn von kirn. /tcKsr LiscnLL TU Ilaibcrllagc in vovn>is slkron. jzhrb. >7YI. psx. >9?. 'Don dem was Thomas Harrior der wohl gar dem stabricins die Eore der Entdeckung streitig machen könnte, hierin gethan hat, findet sich eine Nachricht von dem Hrn. von Zack? in Lodens astronom. Jahrb. >78». S. >?>. 'Gedanken von Hr. de !a Lande darüber in l>ruZns. rcili Libiiortices listcs ä'Lurops. 'k. I. x. z;. 56. §. 6l8. Vom Weltgebäude u. der Erde überh. s9K Z. 6l8. Wen" die Sonne eben untergegangen ist, oder gleich aufgehen will, so steht man besonders im Frühjahre und im Herbste ein weisses jicht am Himmel, das von der Sonne ab, am Horizonte aufwärts geht, um die Ekliptik liegt und nach oben spitzig zulauft. Dieß nennt man das Zodiakallicht; Cassini hat es i6zz zuerst bekannt gemacht. Vermiuhlich rührt es von einer linsenförmigen Atmosphäre her, welche die Sonne umgibt, und nicht in der Ebne der Ekliptik liegt, sondern einen Winkel von Graden damit macht. Occouvccre Sc I» lumicce ccletie qui pzrolr Ssn» Ic rs- Si,quc p-r la> c^ssini; j>» den -mc-e?,, ,»cm. U'//. ? ,5. Hr. v. Maiean's wrs!re pk)>l>que er triltor. Sc 1'q.urrir« Uarezte »7Zl kommt vieles vom Zodia- kollichte vor. Nähere Betrachtung der Bahnen der himmlischen Körper; ihrer Größen, u.s.w. H. 619. Die Bahnen der Planeken liegen nicht, wie man sie in einer Zeichnung vorstellen muß, in der Ebne der Ekliptik noch unter sich in Einer Ebne, sondern eine jede macht mit der Ekliptik einen Winkel, der aber bey keinem Planeten groß ist. Er ist bey dem Merkur 7° 0" bey der Venus z 2z 20 Pp 4 bey 6cc> Xll. Abschnitt. bey dem Mars 51^ o" bey dem Jupiter I 19 10 bey dem Samen 2 zo 20 (bey dem Georgs Planeten 0 46 16 nach Hr. v-Zach. L.) Die Bahnen der Planeten und die Ekliptik müssen sich also einander in zweenen Puncren schneiden, und diese Puncle heißen Knoten (noch). Die sage derselben verändert sich, wiewohl nur langsam. §. 620. Weil die Bahnen der Planeten und die Ekliptik keinen großen Winkel unter einander machen, so können sich auch die Planeten bey ihrer eigenen Bewegung niemals weit von der Ekliotik entfernen. Wenn man auf jeder Seite der Ekliptik mit ihr selbst parallel einen Kreis acht Grad von ihr zieht, so wird dadurch ein Streifen begranzt, in welchem sich die Planeten im- m r a>,schalten, den man den Thierkreis (?o- ch-cus) nennt und eben so eintheilt, wie die durch die Mitte desselben gehende Ekliptik. §. 62k. Daß uns die Planeten nicht zu allen Zeiten unter einerlei) Größe erscheinen, wie die darüber angestellten Beobachtungen lehren, ist etwas, was man nach dem Copernicanisthen Systeme erwarten mußte; aber daß der Durchmesser der Sonne ebenfalls nicht allemal gleich groß erscheint. Vom Weltgebäude u- der Erde überh. 601 erscheint, konnte min nicht daraus f lgeru, wie docb wirklich geschieht. Um den 20 oder 2ikrn December erscheint der Durchmesser der Sonne am größten, um den 20 oder 2ltcn Humus am kleinsten. S» müft e also wohl die Erdbahn entweder gar kein Kreis seyn, eder wenn sie einer wäre, so müßte wenigstens die Sonne nicht in dem Mittelpunkte desselben liefen. Die Sonne ig uns also zwar im Winrcr iiälwr als im Sommer, aber dieser Unterschied isi nicht so beträchtlich, daß es deßwcaen in, Wmter auch wärmer seyn müßte als im Sommer. §. 62z. Genaue Beobachtungen über die Bewegungen der übrigen Planeten, insbesondere des Mars , lehrten ebenfalls, daß die Bahnen derselben nicht wohl Kreise seyn konnten. Kepler mulhmaßle vielleicht ausäuglich nur, da>; sie Ellipsen seyn möchten, in deren einem B'enn- puncre die Sonne läge: aber seine Muthmas- sung wurde bald ausgemachte Wahrheit. Es sind aber diese Ellipsen nicht sehr viel von Kreisen unterschieden; bey dem Mars noch am meisten. Auch bewegen sich die Planeten und die Erde nicht mit gleichförmiger Geschwindigkeit durch ihre Bahnen, sondern am geschwindesten in der Sonnennähe (perüielirim), das heißt wann sie der Sonne am nächsten sind; am langsamsten in der Sonnenferne (splwlium). io. «rrrxin «llsvnomiz non« sill stielt!; rraclir» commcnizriiz >le mvlibu» UeUiic blzni». lüvI. sol. Pp 5 Diese 6oz. Xll. Abschnitt« Diese Veränderlichkeit in der Geschwindigkeit der Erde trägt nicht nur zur Ungleichheit der natürliche» Tage Hey (§. ei!o), sondern sie macht auch, daß die Jahreszeiten auf der Erde nicht aleich sind. Frühling und Sommer dauren ungefähr zusammen >»6, Herbst und Winter >7° Tage. S- 623. Entfernungen der Planeten von der Sonne in Halbmessern der Eide: kleinste mittlere größte des s 7816 9839 11862 dcr z 18255 18384 18514 der L 24989 25416 -584z des 0" 3511z 38726 42340 des 2t 125764 132188 13761; des 5 228929 242453 255976 (des M 442957 46285? 482758 L.) S- 624. Verhalt»,'ß der Größe der Sonne und der Planeten gegen einander: Durchm. Oberfl. körperl. J11H. der S 112,79 1272z 14^4867 des ? 0,41 o,,68i 0,068921 der z 0,97 0,9409 0,91267z der s 1,00 1,0000 1,000000 des 0» 0,67 0,4489 0,30076; des Ä il,394 100 ,8232 1479,205 des t, 10,100 102,01 1030,301 (desM 4,^769") 18/6354 80 ,492 L..) ' o» Vom Weltgebmide u. der Erde übcrh. ec>z ' Or> >>,- O-oi-Zi-n I'lzner, ii, Ssrellir-z ky vv. «rnscurl. I'liili.s. nzns,Ä. Vol. 77- kor 1788- k- U. UNS Vol. 7z. ?. l. §. 62Z. Die Planeten gebrauchen zur Dsirchlau- fang ihrer Bahn: 14 M. 26 S. Merkur 87 T. 2g St. VenaS 224 16 41 ZZ E>de ?6; 5 48 45 MarS 686 22 13 27 Jupiter 48zc> 8 ;8 27 Sarurn 10749 7 21 50 ( Oer Georgs-Planet nach Hr. v. Zach in zo>89,,6 Tagen ungefähr. L..) Wie uns die Bewegungen der Planeten erscheine». §. 626. Weil die Bahne» des Merkurs und der Venus innerhalb der Erdbahn liegen, so können sich diese beiden Planten den Erdbewohnern niemals wen von der Senne zu entfernen scbeinen, sondern ihre scheinbare Bewegung in Absicht auf uns muß darin bestehen, daß sie sich auf beiden Seiten der Sonne ihr nahern und dann wieder davon erdfernen. In der Thak erscheinen sie auch so; Merkur entfernt sich nie über 28 Grad, und Venus nie über 47 Grad von der Sonne. Beide gehen entweder bald vor der Sonne auf, eder bald nach ihr unter; die Venus heißt in dem ersten e874, wie auch >996 wirb man sie wieder sehen können. Warum man die Planeten so selten vor der Sonne siebt. 'Merkwürdigkeiten von den Durchgängen der Venu« durch die Sonne von ü,amp. Hcuir. Röhl. Greis«» Wald >768. 8. §. 627. Die Bahnen der übrigen Planeten liegen außerhalb der Erdbahn, und diese können sich also m>6 weiter von der Sonne zu entfernen scheinen, ja selbst der Sonne gerade gegenüber zu stehen kommen. Weil sie aber eine längere Zeit brauchen, um ihre Bahnen zu durchlaufen, als die Erde, so kann ihre Bewegung den Erdbewohnern ganz unordentlich scheinen, und der Planet bald vorwärts (planet!, ckirecstuz), bald rückwärts zu gehen (ietro^rsciu8), bald ganz still zu stehen scheinen (stationariuz). Wenn K9 Fig. der dreoßigste Theil von dem ganzen Kreise ist, der die Bahn des SaturnS vorstellt, so wird uugesahr ei-, Jahr hingehen, ehe Saturn von ^ nach k gelangt. (Diese Figur ist wenigstens Vom Weltgebäude u der Erde übcrh. 60, für unsere Gegenden verkehrt gezeichnet. A.) Aber in eben dieser Zeit bewegt sich die Eide durch ihre ganze Bahn O??L. Wenn die Erde in I) und Saturn in ^ ist, so wird er den Erdbewohnern bei) dem Sterne ? erscheinen; während der Zeit, daß sich die Erde von O nach L bewegt, gelangt Saturn von nach 2 und erscheint den Erdbewchnern nun bey dem Sierre O, er scheint folglich seht rückgängig zu seyn. Wenn die Erde nach ? kommt, so ist Saiurn in b und scheint nun bey dem Sterne (^zu sie» sien, folglich auf ein Mal wieder stark vorgerückt zu sey» , u. f. iv. Eben dieß gilt auch vem Jupiter und Mars. (Auch läßt stch diese Figur für die Erscheinungen bey den uniern Planeten ge- . brauchen, wenn man für einen Bogen der Erdbahn und LIM? für die Bahn des untern Planeten gelten läßt. IÜ.>) Tycho, der die Eide ruhen ließ, mußte zur Erklärung dieser Erscheinung unnatürliche Schraubengäuge annehmen, in denen sich seiner Meinung nach die Planeten drehe» sollten. Die 90 Fig. ist ein Stück von einer solchen Planetenbahn nach Tycho's Meinung. Auch sehen wir die Planeten selten in den Ebnen ihrer Bahnen, weil unsere Erdbahn mit den Bahnen der Planeten Winkel macht. Vom Monde. §. 628. Der Mond (A) bewegt sich in seiner Bahn um die Erde herum, und mit dieser gemeinschaft. «ich 6o6 XII. Abschnitt. lich um die Sonne. Sein Halbmcssi'r besagt 0,27; des Halbmesters der Erde, seine Obersiache zwsichen st? und st^ der Obe> fläche der Erde und sein körperlicher Inhalt ungefähr st^ der Erde. Seine geringste E-isernnng von der Erde ist 54, keine größte ohngefähr 78 Erdhalbmester. Seine Bahn macht mit der Ekliptik zwischen und 56 i8st die Punc'e, worin sich beide schneiden , heißen auch hier Knoten (§ 619) und die gerade Linie von einem Knoten zum andem die Kuotcnlittie. Dies? Knotmlst-is bleibt sich ober nicht immer parallel, sondern bewegt sich bald geschwinder bald langsamer von Osten nach Westen, und steht auch zuweilen stille, so baß sie fast in 19 Jahren ganz herum kömmt. Ueber- Haupt scheint der Mcnd bey seiner Bewegung. viele Unordnungen zu haben (oder sie fallen uns wegen seiner Nähe mehr in die Augen L.). S- 6ty. Es ist bekannt genug, daß bald ein größerer, bald ein kleinerer Theil des Mondes leuchte.'; und zwar geht eö mit diesen Veränderungen auf folgende Weise zu. Wenn der Mond bald nach der Sonne untergeht, so leuchtet nur ei» schmaler sichelförmiger Theil von ihm, der mit seiner whobenen Rundung nach der So me z» gekehrt ist. Die folgenden Tage geht der Mond immer später unter, und der helle Theil wird immer größer; den siebenten Tag geht er um Vom Weltgcbäude u. der Erde übech. 607 11m Mitternacht unter und sieht aus wie eine halbe helle Scheibe. Noch immer fort geht der Mond später umer, und der helle Thcil wird größer; am vierzehnten Tage geht er auf, wenn die Sonne untergeht, und unter, wenn die Sonne aufgeht; er erscheint nun als eine ganz helle Scheibe und heißt jetzt der Vollmond (lunz z)Iens); die vorige Zeit nennt man ihn den zunehmenden Mond (Inno crcleeiuj); dieSschei- nung am siebente» Tage heißt das crsre Vier- thcil (gusclrstura ^rima). Nachdem der Mond voll geworden ist, geht er auf, wenn die Sonne schon untergegangen ist, und zwar alle Abende später; an der Seite, wo vorher feine Scheibe zuerst helle wurde, wird er jetzt täglich immer mehr dunkel; der helle Theil wird solchergestalt immer kleiner, und der Mond heißt nun ubnch- Mend (äecrelLcns). Am ein und zwanzigsten Tage ist er nur noch zur Hälsie helle und geht um Mitternacht auf, jetzt heißt er das letzte VlMheil. Endlich geht er am acht und zwar,- zigsten Tage mit der Sonne zugleich auf; man sieht gar nichts Helles an ihm, und er heißt nun Neumond (luua nous). §- 6zo. Die Seite des Mondes, welche der Sonne zugekehrt ist, ist der E fahrung zufolge allemal helle; er scheint also sein iicht von der Sonne zu bekommen, für sich aber ein dunkler Körper XII. Abschnitt. zu seyn. Alle diese Veränderungen in der Gestalt des Mondes (pbatex lunse) lassen sich auf folgende Art erklären. Wenn die Sonne in L, yi Figur, die Erde in (?, AI5LI) aber die Mo>,dbbahn ist, so wird der Mond, wenn er sich in ^ befindet und mit der Soune zugleich untergeht, die duukle Seile ganz der S de zukehren. Nach sieben Tagen wird er nach k gelangen, und der Erde halb die helle, halb die dunkle Seile zukehren, wie im ersten Vieuheil. Am vierzehnten Tage ist der M'nd in L, kehrt nun als Vollmond die ei lsuch'eie Seile ganz nach dei Erde, und geht auf, wenn die Sonne untergeht; in O ist er im leh'en Vienheile nach ein und zwanzig Tagen, und halb helle und halb dunkel; den acht und zwanzigsten Tag ist er wieder i» A, und es ist Neumond. §. 6zi. Die Zeit, die von einem Neumonde zum andern, oder von einem Vollmonde zum andern, hingeht, heißt ein synobischer Monat: er be- trägt 29 Tage 12 S. 44^ z" 11/". In dieser Zeit aber muß der Mond weiter laufen, als ein Mahl durch seine ganze Bahn, weil die Sonne, oder vielmehr die Erde, in dieser Zeit ebenfalls in ihrer Bahn weiter rückt. Die Zeit, welche der Mond zu einer Durchlaufung seiner Bahn gebraucht, heißt ein periodischer Monat: und beträgt 27 Tage 7 St. 4Z^Von beiden ist der Vom Weltaebäude u. der Erde überh. 609 der Soimenmvnett unterschieden, der zwölfte Tveil elftes SonNen /ahreg, oder 40 Tage iaS. 20^ 4", und der im gemeinen Leben gewöhnliche (§. t»2). Zwölf smwdischt Monate machen ein Msndenial't', welches also z;»T» »St. q8'zk" beträgt. §. 6zS. Der volle Mond leidet bisweilen eine Vek- finstcrung (ecichstz); es sieht dabey aus, als wenn eine schwarze Scheibe von Osten noch We- sten zu vor ihn rückte. Niemals erfolgt eine solcde Mcndsjinsierniß., al" be»m Vollmonde, und zwar nur, wo » der Mittelpimcr des Ml n- deö in oder nahe bei, dem Knaren ist, das Hecht da, wo der Schatten der Erbe hinfallen m ß. D' ß die Verfinsterung des Mondes wirklich daher rühr?, daß der Md"d in den Schatten her Erde tritt, wird daraus gewiß, daß man nach dieser Voraussetzung Mondöfinsteonisss vorher sagen ka- n. klebrigen? be'xriff diese Verfinsterung entweder den ganzen Mond, oder mw eine" Theil desselben, und heißt darnach totchs oder partiell. Manchmal sieht man den M-r-d bell solcher 5otalfinster»jß ganz schwach und zwar Nieistens roih, er bekömmt nämlich einiges Licht von denjenigen Sonnenstrahlen, die stell in der «m die E ds heram befindlichen L >ft bre>i en. kle- brigeng müssen alle Einwohner der Erde, denen der Mond zur Zeit der Verfinsterung über dem O g Horizon- 6io Xll. Abschnitt. Horizonte steht, die Finstcrniß zu einerley Zeit und auf einerlei) Weise sehen. Gebrauch, den man von den Mondsfinsternissen zur Findung der geographischen Länge eines Orts machen kann. §. 6zz. Schon mit bloßen Augen sieht man in dem Monde dunklere Flecken, aber noch mehrere durch das Fernrohr. Die Granze des von der Sonne erleuchteten Theils des Mondes ist auch nicht eine Ellipse, wie sie eigentlich sollte, sondern höckerig und uneben; auch erscheinen innerhalb des dunkeln Theils hin und wieder kleine helle Puncte, da alles um sie herum noch dunkel ist. Man hat daraus gefolgert, daß es Berge im Monde geben müsse, deren Höhe man sogar gemessen hat. Nicht ganz mit eben der Gewißheit lehrt man, daß die Hellern Stellen im Monde Land, die dunklern Wasser feyn. Man hat auch aus mehrern Beobachtungen über den Mond Mondöcharten verfertigt, worunter vornehmlich die Charce des Hevels und Riccioli gebrauchlich sind. Von Mayer besitzen wir nun eine mit vorzüglichem Fleiße verzeichnete, auch eine andere vom Hrn. Lambert. (In den Berliner Ephemcriden für 1776. A.) 10. »evci.il Osnrilc. 1667. fol. Tob. Mayer» Bericht von den Mvndskugeln, wtlchi bey der kvsmographischen Gesellschaft zu Nürnberg verfertiget werden. Nürnb. 1750. 4. Mayer» Rondcharte, im I. Sande seiner -'»e^. ' L-I!» Vom Wcltgebaude u> dcr Erde überh. 61 r -Lari- -I- I- llun- -I- noxirr. c-siixi. St ?,n, cd-- Ocr-ucd-. ohne Iahrz. bat >9 Paris. Falle im Durchmesser. Es ist keine Vollmonds'. Warte so wie auch die Mayersche keine ist, der sie jedoch an Genauigkeit nachzustehen scheint. L.. 'Eine höchst besondere Beobachtung hat Do» Ulis«, der >>je Sonnenfinsterniß von >778 den 24. Inn. zwischen Cap St. Vincent und Tereera, wo sie total und zwar mit Dauer war, zur See obser- virte, am Monde gemacht. Wöhrend der totalen Verfinsterung und cde der Sonnenteller anfing wieder hinter dem Monde hervor zu treten, bemerkte man nahe am Rande des Mondes, auf dessen dunkler Scheibe ein lichtes Pünctcben, von Anfang so klein, daß man es weder mit bloßen Augen, noch auch durch ein gemeines Taschen- perspe tiv sehen konnte z durch einen Tubus von r^Kuß konnte man es deutlich sehen, und es ließ vbllia, als wenn ein Stern von etwa der vierten Größe zwischen dem Auae und dem Monde stünde. Bald darauf wurde es größer, und stieg bis zur Größe eines "tcrns von der zwey- ten, in diesem Zustande sah man es wenigsten« ^ Minute lang. Sein Licht glich nicht dem Lichte des Rmges, sondern dem der Sonne, in dein Augenblicke des anfangenden Austritts. Die übrigen Beobachter sahen es ebenfalls, und durch andere Fernrohre. Oou Ullo» ist sehr geneigt zu glauben, und unterstützt seine Meinung mit guten Gründen, daß eS ein L"ch durch den Mond gewesen sey, und das Wachsen des Lichts von dem dahinter wega-benben Sonnenrand hergerührt habe. Die Erscheinung ist allerdings merkwürdig , da sie ein Mann wie D. U. beobachtet hat, allein es werden, wenn man nicbt den totalen T Finsternissen mit Dauer, eben so nachreiset, wie den Durchaöngen der Venus, Jahrhunderte verstreichen, ehe die Beobachtuna Bestätigung oder Widerleaung erhalt. Siehe Rozier's Journal für d-n Aoril >780. p a< >,el in unserm Trabanten demerkt hat, wird im Berl. astronoi», Jahrb. für gedacht. S. Uebcr die sogenannten Vulcane im MoNde ist bisher sehr viel geschrieben worden. Die Geschichte ihrer Entdeckung und wa« sich darwider sagen läßt, findet sich bensammen in r>od>'ns astron. Iakrb. für >79^, und hieraus im Auszüge im Golh. Magaz. vi z. z Hr. Oberamtmann Schröters Bemühungen hierüber finden sich in seine» IZc/iaäße» ?a ir<> . k^m- x-n. Us>l,n 1788 8> g. !iz.i; und in dessen vor- tresstlchen 8eIennrop!>j--ss'b>srNsn d aswknreniar j.e- n,ucicn I^enninis» Ncr dt-,nNs!a>.tie lt. t-öir. 17hl. 4. mir 45 Knpscri. Daß der Mond durchlöchert sey hat schon iUesman» ein Arzt zu Budissin aus feinen Beobachtungen der ^onncnfiiistcrniß von >70-. geschlossen; (Breslauische Samml. >721; Goth. Magaz u >. >89). Beobachtungen von sprühenden Funken vor der Mondscheibe erzählt Rsdene astronom. Jahrbuch .789^ S ^46. und «79z. G. 248. Dergleichen Erscheinungen, die vermuthlich ihren Grund in unserer Atmosphäre haben, würde man häufiger bemerken, wenn man es der Müde werlh achtete mit stark vergrößernden Werkzeugen den heitern Himmel am Tage zu beobachten -- Muthmcßungen über die Natur der Msndsfiecken von Hr. Aepinus, finden sich im Goth. Magaz. > ». ,55, von Hrn. Dnnr in der Berlin. Monatschrift März >79?, und von mir im Görc Magaz. l. 1; auch schon ähnliche vor allen diesen in »oon's di.cro^rsxkiz. L. §- 6zq. Weil der Mond UN6 bestandig einerley Seite zeigt, so muß er sich nolhwendig in eben der Zeil um seine A ,re drehen, in der er seine Bahn Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 61 z Bahn durchlauft. Indessen zeigt er doch einen Theil »einer adrigen Flache, bei, einer besondern Belegung, die IN m 'einWanken (iibrstio) nennt. Abhandlung über die Umwälzung des Monds um seine Are und die scheinbare Bewegung der Monds» flecken, von Tobias Mayer; in de» kosmogr. Nachr. 1748. S- Von den Monden anderer Planeten» §. 635. Simon Marius und Galilei hoben 1609 und lb,o nier klebe Siernchen den dem Jupiter emdeck.-, die sich eben so nm diesen Plane en herum bewegen, wie der Mond um die Erde Man nenn sie Jupitersmonde oder Trabanten (s-teliilez ^ouii-). Ihre Durch, messe» and die scheinbaren Durchmesser ihrer Bahnen bey einer Mittlern Entfernung des Jupiters sind: Durchm. Durchm. ihr. Bahnen, 'des 1. o,;Erddurchm. zMin. 42See. 2. o,5 5 54 z. o,;;; 9 ?4 4. 0,5 ,6 Z2 Ihre Bahnen liegen fast ganz in der Ebne der Bahn ihres Hauptplaneten, Die Zeit ihres periodischen Umlaufs um den Jupiter ist: des r. iT. l8 St. 27 Mim zz S. 2. Z !Z !Z 42 z. 7 z 42 ZZ 4. 16 16 ZZ 8 "). Qq z Biswei- 6i4 Xll. Abschnitt. Bisweilen werfen sie einen Schatten auf den Jupiter, wenn sie gerade zwischen ihm und der Sonne stehen; oder sie treten auch manchmal in den Schatten des Jupiters, wie der Mond in den Schakken der Erde. Gebrauch der sich von den Verfinsterungen der Iupi- tersmvude machen layt, die geographische bange eines Orts zu bestimmen. 5tvnciu, liNcii/is ciai-MlU Oz-cr- ?o>». //, xak-, I. SIU. iaä«!i munclui st^ujslis r6c>9 6crcÄus ope pels^>i» cN!i belßici. keorimk 1614 4. ') Bey dem 4ten Trabanten finden sich noch schwer z« erklärende Irregularitäten, die sich auf mehr alt 4. Min. in Zeit erstrecken könne». Viele« ist sich von den neue» Tafeln zu versprechen mit deren Verfertigung sich die Hrn. ve la place und Ve ttainbve beschäftigen, denen man bereits die vvr- tresstichen lable« cis su^Uc>- er Ne Ltiurnc. » l'ar:» i?L9- 4- zu verdanken hat. L. §. 6z6. Diese Verfinsterungen der JupiterSmsnden Haben uns die vorher (§. zio.) ermahnte merkwürdige Eigenschaft des jiciueö kennen gelehrt, daß cg nämlich eine gewisse Zeit gebraucht, um sich durch einen Raum zu bewegen. Denn wenn sich dergleichen Verfinsterungen zutragen, wenn die Erde zwischen dem Jupiter und der Sonne steht, so bemerkt man ihren Anfang und ihr Ende früher als man sie berechnet hatte; befindet sich die Erde an der andern Seite ihrer Bahn, so geschieht die Verfinsterung später, und endigt sich später, als sie berechnet war. Dieß kann nicht wohl einen andern Grund haben als den, Vom Weltgebäude u. der Erde übech. 617 den, daß, weil die Erde sich nun welter vom Jupiter entfernt befindet, das Licht auch um so viel mehr Zeit gebraucht zu unserm Auge zu kommen. So hat man gefunden, daß das Licht 8 Min. iz See. Zeit nölhig hat, um einen Weg zurück zu legen, der so lang ist als der Halbmesser der Erdbahn. Es bewegt sich also in einer Secunde durch mehr als 44336 Meilen, und ist folglich mehr als 975146 Mal geschwinder als der Schall (§.268). Diese große Entdeckung ist von Glos Römer einem Dänen von Stande um da« Jahr >675 gemacht, und nachher von Nradlev genützt worden eine besondere Erscheinung bey den Fixsternen, die man die Abirrung de« Lichts nennt, daraus zu erklären, und so bezeugt nun jeder Stern die Wahrheit de« Satze«, daß die Erde um die Sonne läuft. L.. §. 637. a. Beym Saturne hat Huygens >655 ebenfalls einen Mond oder Trabanten, und der altere Cassini 1671 und 1684 noch vier andere entdeckt. Die Durchmesser ihrer Bahnen sind: des 1. 1 Min. 27 See. 2. r 52 Z. s z6 4- 6 c» 5- 25 Die Zeiten ihrer Umlaufe um den Saturn: des t. 1T. 21 St. 18 Min. 27 See. s. 2 17 44 22 Qq 4 des 616 M. Abschnitt. des z. 4 T. 12 St. 25 Min.. 12 Sec. 4. >5 22 34 5. 79 7 4? r O Außei-dmi ist Suturn noch mit einem flachen »nd dünnen gegen die Ekliptik um zzv Zv' 20^. L. ) geneigten R> ge umgeben, 92 Fig., de" Huygens eigentlich zuerst als das was er ist eika>ug hat. Der Dmcdmes- ser sei es äußern Randes tmrägt 42" seines IN-- ne-u 10". In derselben Ebne bewegen sich auch die Saturnusmont'en. Am 28 Aug. i'8?. entdeckte Hr. «Zerschell einen Sten, MV am 17. Sept. desselben IakreS sogar einen 7ten Trabanten des Saturns- Beide liegen innerhalb der Patin dessen, der bisber der erste hieß. Die Umlaufs-Zeit jenes üten setzt Hr. aus -12. St. und derechnet daraus seinen Abstand nach Replers Regel zu Die Umlaufs-Zeit des ?ten oder innersten fand er 117 2 St. woraus sich ein Abstand vom Haupt- körper von ^7", zS6 ergibt, doch ist die Umlaufs Aeit und folglich der Abstand dieses letzlern noch nickt so genau bestimmt, als die des Sten, weil er sehr schwer zu beobachten ist, indessen sah , ihn Hr. H., als er ihn durch sein 40 süßigeS Teleskop entdeckt hatte, und die Stelle wußte wo «r stund, auch durch sein 20 Mges. Ihre Bahnen scheinen ganz in der Ebne oes Ringes zn liegen. Auf dem Gaturne selbst hat er Streifen wie die auf. dem Jupiter gesehen, woraus die Umdrehung des u nach derselben Richtung wie die übrigen Planeten erhellt; der Ring liegt in der Ebne des Aequators und hat einen dunkeln Kreis auf sich, der es wahrscheinlich macht Haß ?ö 1 Ringe sind. Die Axe des r, verhält ssch zum Durchmesser seines Aequators nach 4 Mes- sunacn wie >o> >i, (nach Hr. Prof. vuaae wie »: z) auch zeigten sich Spuren einer Atmosphäre. Diese Vom Wcltgebaude u. der Erde überh. 617 Diese Nachrichten die von Hl, H. selbst herrühren, finden sich in Hr. Rodens Jahrbuch? ,79z. S. 2,9, Die Abhandlung selost befindet sich in kau.i, «>,, .79» wo auch Taieln für alle 7 Trabanten vorkommen. Aua hellen Flecken auf dem Ringe selbst hat er dessen'Rolations'Zeit zu ic Gt, ?z/, >5,4 See. bestimmt. In einer Ab- handl. in den w, <79, hat er nicht allein jene Muthmaöung von einem doppelten Ringe bestätiget, sstndern auch die Dimensionen derselben und ihren Abstand von einander angegeben, auch zugleich die Zvor.,ric»is-Zcir dcS Hte» Trabanten, seiner Revolution« - Zeit um den Hauplplanetcn gleich befunden. Aue Pcivatnach- richten, die ich im Junius -794 au» London erhielt, ersehe ich, daß Hr. Hörschel nunmehr auch die Umdrehung des Saturns um seine Axe aus vielen Beobachtungen bestimmt, und der dortigen Socielat eine Abhandlung darüber übergehen habe. Das Mittel gibt für diese Zeit -"St. icHc>",44- L. cnniS'r. uvLrnu szchrms s-rurninnm. Naß. com 1699 4. ejorrr. uridisu clc zpparcauli annali Lsrulist gommcnra» rio, l.ipt. 1749. 4. H- 6z?. i>. (Am Ilten Ienner 1787 entdeckte Hr. Hörschel um seinen Georgs-Planeren zwei) Tra- bunten. Die Umiaufö-Zeic de? irnerfien ist 8T. 17 St. 19",?, sein Abstand Z?",o9; die des äußeren rzT. iiSt. 5^ i",5 und sein Abstand 44^,2Z. Oa lk« cZ-orßizn klsner crc. H7 vc. kbllos. rrzniZÄ. sor 1788 l'.II. Rodens Jahrb. >790, S. azz; ,791. S.5Z2. Goth- Mag. lV. 4.15, L. §. 6)8. A"ch be» der Venus wollen Easstni 1686, Short 1740, Montaigne l?6l und noch einige O. q 5 Andere 6l8 Xll. Abschnitt. Andere einen Mond gesehen haben, aber sein Daseyn ist noch sehr ungewiß. Der iJuniuS 1777 wird vielleicht mehr darüber lehren. (Man sollte ihn nämlich an diesem Tage nach Hrn. Lamberts Muthmaßung in der Sonne sehen; man hat ihn aber nicht gesehen. Der Hr. Verf., der am 18 August jenes Jahres starb, hat also noch erfahren, was dieser Tag gelehrt hat. L..) Ueberhaupt nennt man die bekannten vierzehn Monde, sieben des SaturuS, vier des Jupiters, zwey des Georgs -Planeten nnd einen der Erde , Nebenplancten (plsnetss iecuuciarü); die übrigen Planeten, Merkur, Venus, die Erde, Mars, Jupiter, Saturn und Georgs-Planeten, Hauptplanetett. Die beiden erster», deren Bahnen von der Erdbahn eingeschlossen sind, nennt man untere Planeten, die vier letztem obere, deren Bahnen die Erdbahn einschließen. Sur un szrcUire zppei^n «opre» de In plencle de Venu«; in der j'eced. de? /e. -7^!. xex. dtcmoire tnr le sre ou pretnmc auronr de I» pli- uere de Venu«, er sur Ii> c»ule de te« courlc» »pp»- rition«, per OL lUäikäU j in den ii/ci». de i'acad. ro>. dtt/c. -7^-. xnz. rll»> d'une rkcoric du tircllirc de Venu», pne dl. in den ZVo»u. inc'i«. de i'ncad. ^07. de« /c. de -777. j>nx. V»m Trabanten der Venu«, durch Hrn. Lambert-, im astron. Jahrb. 1777. S. r?8; »778. S. >16. Nähere Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 619 Nähere Betrachtung der Planeten. §. 639. Die Planeten bedecken bisweilen in Absicht auf unser Auge andere Sterne, die weiter von uns entfernt sind. Zu diesen Bedeckungen gehören anch die Sonnenfinsternisse (ecliples solares). Einen Theil der Sonne oder auch die ganze Sonne bedeckt nämlich bisweilen eine schwarze Scheibe zur Zeit des Neumondes, die sich von Westen nach Osten zu bewegt; und wenn man für diese Zeit den Ort der Sonne und des Mondes berechnet, so findet sich, daß Sonne, Mond und Erde dann genau in einer geraden linie stehen. Man darf also wohl nicht daran zweifeln, daß die schwarze Scheibe, die vor die Sonne tritt, der Mond sey. Die Sonnenfinsternisse können wie die Verfinsterungen des Mondes total oder partial, auch ringförmig seyn. Die Abendlander müssen eine jede Sonnenfinsterniß eher sehen als die Morgenländer. §. 640. Durch ein Sternrohr entdeckt man auf der Oberflache der Planeten Flecken, ja de la Hire hat 1700 in der Venus selbst Berge bemerkt, die er für größer hält als die Mondsberge. Außer diesen Flecken hat man auch im Jupiter dunkle und helle veränderliche Streifen bemerkt. Beym Merkur und Saturn hat man noch keine Flecken 62o XII. Abschnitt. Flecken sehen können, vernn chlich weil der erster? der Sonne zu nahe, der ledere zu weik von uns lieg'. (S- hierüber die Anmerkung zu §. 637. s. K.) Aber bey denjenigen Planeten, in welchen man Flecken beobachte? hat, hat man aus ihrer Bewegung gefunden, daß auch diese Pla e s" sich um eine Are drehen, u> d zwar Venus in 2Z Stunden 20 Minuten, Mars in 14 S . 40', Jupiter jn 9 St. 57'. (ist wohl auf einzelne Minuten nach dem bisherige Verfahren nicht auszumache-, weil die Flecken wahrscheinlich eine eigne Bewegung von Osten nach Westen haben, wie etwa ben m s oie Wolken zwischen den Wendekreisen. L.) Bian- chttli aber behauptet, Venuö drehe sich in 25 Tagen um ihre Axe "). ptclpcri er plrosphori no»e pkz-nomena, »uÄ. rn/rric, m^ucuiui. Kk,m >7^8, gr. fol. Weil Jupiter so groß ist und sich so schnell um seine Are drehet, so weicht seine Gestalt ziemlich stark von der kugelförmigen Gestalt ab. Der Durchmesser seines Acquatorsist i/z seiner Axe gleich. (Nach Hr. Hörschels Beobachtungen ist der Unterschied zwischen der Axe und dem Durchmesser des Aequators des Maro ebenfalls beträchtlich, und letzterer 21der erster»; von der Abplattung Sgturns, siehe hie Anmerkung zu §. 6z?. ->- L. ' Oll che rcmqilisble ilppssrznccs or rbc pnlzr rcAion, vk rbc plsncr dl-15, ike inclinziion ot ir, /^xis etc. by XV. »LoscnLi. PKUo/l traneiiK. t^oi. 7^. 7°. 77. ?"Z >. ' I. 77-er. L-tiröter lieobzcbr. nncl polgernoßen über Sie Ivvrzrion unc! ^lmossbärc -lcz zupirer?. In liegen Lezltiä-en xu -Icn ncucltea iilllonoir,. pnisteckungen. perlin 178Z. 8> l. ') Hr. Vom Weltgebäude u. der -Erde übech. 62 l ') Hr. Otzcramt. Schröter setzt sie in ekilod ri-sn-zA. tor 1791. auf 4? St. 2,l Min S. auch dessen LcnkzcUmnLcn über c tck5 kries^tiilickcn (Zcbirße ^ anil >Ue Ivoiittioa clce Ven»5 S.furr >7YZ 4 Gegen einiges indiesen Schriften Vorgetragene, hak Hr. Hörschel in den eiu>r-s rr-n» wr ,-yz. Enanerungen gemacht; indessen ist wobt jtyt gewiß, daß.sich Viaiichim geirrt habe, e.« §.' 64t. Daß die Planeren du-'kle Körper sind, die ihr Licbr nur vo- der Sonne entlehnen, lehrk ihr Ansehen durch Fernrohre und ihr ab- und zunehmendes Licht; bey den untern und dem Monde ihr Durchgang durch die Sonnenschetbe, bey den obern die Verdunkelungen derselben durch die Trabanten und die Verdunkelunqen der Trabanten dmch ihre Hann'rlaneteN. Sie bewegen sich eben so um die Sonne, wie die Erde, und ist es acht wahocyetnlich, daß sie auch von vernünftigen Gekchövsen bewohnt werden? Für wen sind sonst diese großen Weltkörper da, und W'M leuchten die Monde des Jupiters, des Saturns und der Ring, der diesen Planeten umgibt? Aber Menschen brauche» es eben nicht zu seyn-, und Menschen könoen es nicht seyn, wenigstens nicht solche wie wir. §. 642. Auch ist es icht nochwendig, daß diese Planete sammtlich mit Luft umgeben waren wie unsere Erde. Zwar hat man aus einem weißen 522 Xll. Abschnitt. weissen oder silberfarbenen Ringe, den man bisweilen bey starke« Sonnenfinsternisse« um den Mond gesehe« hat, und auch aus andern Gründen geschlossen, der Mv' v habe eine Atmosphäre wie unsere Erde, aber die Sache ist wohl noch nicht so ausgemacht, und eine solche Atmosphäre wie die Erde kann der Mond wohl nicht haben. Lblcrvzlioa szile » l.onsee> sc I'ecllpsc rorele su folcll su z dlay 171; per Iii. le Lkcv. ve rouvirrr; in den ss l'aeas. >7-7. pax. ^7. Christ!. Mylius Gedanken über die Atmosphäre des Mnvdes >746. 4. Tobias Mayers Beweis daß der Mond keinen Lustkreis habe; in den kosmogr. Vt«chrichr. 1748. S. Z79- Sur l'i>rmog>de're sc Ig lune pwuvec psr I» s-rni-ec ccliple «nnuleire sli folcil, pzr ra. I-UI.LK; in den tltcm. se I'acas. see /c. ss k>. 174L. x«x. !»;. Oe »Imcilpbscrs luneri sllf. glleonomicg, zurl. IN. r.xvl.l.. oe rovcur; in den Pk-Io/. lra?»aek. «»1». 477. ort. 7. OÜIcNcrio sc lange glnivspliiliei »UÄ. ?. ocxz los. so» scov^ic». Ivom. >7SZ 4. v>»sol>. 1766. 4. Don ttllon in der (s. Anmerkung zu §. 6;z.) angeführten Abkandlung ist sehr für eine Atmosphäre um den Mond. e. Die Atmosphäre um den Saturn, Jupiter und Mars haben Hr. Hersel,et und Hr. Ooeramt. Schröter sehr wahrscheinlich aemacdt, auch hat letzterer in der Venu» eine Dämmeruna von 1;^ Erad beobachtet, welches eine Atmosphäre in derselben voraussetzt. S Nodens Jahrb. >79-,. S. 241. lieber Hr. Odcramtm. Schröters Beobachtung einer Atmosphäre de« Mondes. S. Eöttmg. gel. Anjeige» >7>2. LS. Stück. «.. z. sgz. Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 6»z S- 64z. So wenig wie ich die Größe der Einwohner der übrigen Planeten, noch ihre Bildung und Denkungsart untersuchen mag, so wenig kann ich mich hier darauf einlassen, zu untersuchen, wie der Himmel den Einwohnern dieser Planeten erscheint, ob dieses gleich mit größerer Gewißheit geschehen kann als jenes, wenn wan sich richtige Begriffe von der Beschaffenheit unseres Sonnensystems gemacht hat. cu»!5^. NVLLUII cosmolbcornz Nu- lle kern» cvclkNikli» -Zsuiu^u- ornsru. dtug 1698- 4- knrrcrlcn, Nur la plurslile N-c inonscz pzr 14. r>n roil» ä lü86- >2. Fonreuellcs Gespriiche von mehr als einer Welt, int Deutsche übersetzt von I»h. Lhph. Gorrsched. Leipzig 1726. s. '«ebendasselbe mit Anmerkungen und Kupfertafeln von Ioh. «e. Lade, zweyte gänzlich umgearbeitete und vermehrte Ausgabe. Bert. >788. Auch hat man, und mit Recht, eine liebcrsetzuiig von Hr. L. Anmerk. einer neuen Auslage des Originals beygefügt, und auf diese Weise den Franzosen ein zwar lebhaft geschriebenes, aber mit vieler falschen Philosophie durchwebtes Werkchcn, da« sie uns schon vor einem Jahrhunderte zugeschickt haben, nunmehr verbessert wieder zurückgegeben. L. Von den Kometen. S- 644. Noch gibt es außer den Planeten gewisse Sterne, die nur zu Zeiten unfern Augen sichtbar werden und vornehmlich an einem hellen Schweife 624 XII. Abschnitt. Schweife kenntlich find, der von ihnen abgeht lind allemal von derSuwe abgekehrt ist. Mm, Nenn, diese S>erne Kometen: ihr Körper oder Kern ") ist mir e> em lnfern Dunste, oder der sogenannten Atmosphäre umgeben. Die Kometen haben wie die Pia Wien eine eigne Bewegung, aber sie bleiben nicht im Thierkrcise wie diese, sondern bewegen sich dem Anscheine nach viel unordentlicher. ") Hr. Wersche! hat ilt dem von seiner Schwester den 2i,Dec, >788 entdeckten Kometen mit den stärksten Vergrößerungen, die desten Licht vertrug/ keinen Kern entdecken können, ob er ibn gleich kälte sehen müssen, wenn er auch nur >" int Durchmesser gehabt hätte (?/--/<. i^oi. //), welches eine schon vor mehrern Jgh« te» in den Vorlesungen von mir zuweilen geäuüer- te Äuthmaßung bestärkt, daß entweder alle Kometen nur dloße Nebel sind, die uns gegen die Mitte zu dichter erscheinen müssen, oder doch am Ende zu solchen Nebeln werden. L. S. 6,15. Eine genauere Beobachtung der Kometen hat aber gezeigt, daß ihre Bewegung wuklich ordentlich ist, in einer gewissen regelmäßigen Laufbahn und eben so geschieht, wie die Bewegung der Planeren. Ihre Laufbahnen sind auch (wahrscheinlich L!..) Ellipsen, in deren einem Brenn« puntre die Sonne liegt, wie die Bahnen der Planelen, aber sie sind sehr lange Ellipsen, die daher den Parabeln nahe kommen, wie Dorsel zuerst gezeigt hat. ^IZL, yz Fig. ist ein S ück einer solchen Komecenbahn i so lange sich der Komet Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 62 5 met in dem Theile derselben aufhalt, das der Sonne und uns am nächsten liegt, so langeist er uns sichtbar; in dem andern vielleicht (gewiß L..) viel großem Stücke der Bahn hält er sich viel länger auf und wird dann von uns nicht bemerkt, weil er zu weit von uns liegt. Weil man also nur ein sehr kleines Stück von der Bahn eines Kometen kennen lernt, wenn er erscheint, so hält es viel schwerer als bey den Planelen, die ganze Bahn daraus zu finden und folglich zu bestimmen, wann der Komet wieder erscheinen werde; indessen hat man doch wirklich schon die Wiedererscheinung einiger Kometen vorher verkündigt, die sich ziemlich richtig eingestellt haben "). Bis jetzt kennt man etwas über sechs« zig Kometen ') Eigentlich hat man nur den einzigen von Halle? für verkündigten wirklich wiederkehre» sehen. Der für 1788 oder >789 vorausgesagte ist nicht erschienen. Es ist dieses aber nicht sowohl einer ttnvollkommenheit der bisherigen Theorie, als vielmehr die ganze Weissagung und die darauf gegründete Erwartung einer kleinen Uedereilung einiger Personen zu zuschreiben. Nach dem, was Hr. n, Olbers (Leipziger.Math. Magaz. 1787. IV. St S.4?o.) und Hr. V. Zack (Goch. gel. Zeit. >788. 92. St.) darüber gesagt haben, war es kaum möglich sich noch gegründete Hoffnung hierüber zu machen. L. ") Eo viel ich weiß, ist der von Nliß Caroline Hörschel am >-tenOecemd. >791 in der Eidexe entdeckte (der che von ihr zuerst gesehene) der 8oste Comet, dessen Bahn man bis jetzt (Aug. >79«.) berechnet bat. Die Berechnung dieses letzter» iß von Hr. V. Zach. Siehe Sovens Jahrbuch für 1796. S. >47- 2. Rr L646. 626 Xll. Abschnitt. §. 646. Vermutlich sind die Kometen brennende Weltkörper, aber im übrigen dicht; der K met von 1540 warf eine« ordentlichen Schatten auf den Mond. Die Atmosphäre des Kometen ist eine Menge von erleuchteten oder bre nenden Dämpfen, und der Schweif ein durch die Sonne abwärts getriebener Theil dieser Dämpfe. Die Größe des Schweifes ist manchmal ungemein beträchtlich, aber er ist so dünne, daß man die Fixsterne dadurch erblicken kann. Indem die Komeien nahe bey der Sonne vorbei) gehen, können sie aufs Neue in Brand gesetzt oder ihre Hitze wenigstens ansehnlich vergrößert werden; und darum haben die Kometen, wenn sie von der Sonne zurückkehren, meistens einen lä> gern Schweif und einen stärkern Glanz: der Schweif kann uns aber auch öfters alsdann kürzer scheinen, weil er durch die große Hitze sehr stark verdünnt wird. Unglück können die Kometen wohl nicht den Erdbewohnern vorhersagen; eher könnten sie ihnen selbst was machen, wenn sie zu yahe bey der Erde vorbei) gingen. S1-ÜNISI.. ve I.voie5iiirr2 rkeerrum comericum. 1668. fvl. 10. nevei.il comcwxr>pk!!i. vsnritc, 166Z. fol. Gorrf. Heinslus Betrachtungen über den Kometen. 1744. Petersburg 174». Abr- Gorch, Rästncre philosophisches Gedichte von den Kometen; in seinen vcriniichcen Schriften s. 69. Alls? c>n ilie uic of comei» >icsi2nc-, l>? nvan VVII.I.I5KISM; in den tramoft. m-n i^r. I.d>- vi>) von den Kometen hatte, liefet sich nicht ohne das größte Vergnügen, u. Ein Werk, daß die Geschichre dieser merkmürdigeil Himmelskörper bis auf seine Zeiten, so zu reden, erschöpft, ist die zwanzig Jahre versprochen gewesene und nunmehr erschienene Lnmcroxl-pki- des Herrn - i'zn» ,785 11. vol, z. Ein kurzer Auszug dasaue findet sich im Gvth. Mag. in. z. 11S. it. ^Lontilierzlion» gönerz!» lur Iz Linizrion er I-> llillri- dulion Sc« oikile« cle raule? le, risnerc» er Lome'- tcz gui onr ere escueic» piel-nr. novn in dl-m. n- Leiiin vom August 1786 bis Ende >78?. Berlin >792. a. S. ?ai. Die Betrachtungen geben bis auf das Jahr 178? inclus. und enthalten 7- Kometen. Der >791 davon erschienenen Deutschen llederseyung ist eine große Charte bengefügt. welche eine Verzeichnung der Bahnen dieser Kometen mit allen bestimmenden Umstanden, nebst den Bahnen des Merkur, der Venus, der Erde und des Mars in gehörige» Verhältnissen enthalt. L. Etwas von den sinnlichen Vorstellungen des Weltgebäudes und der astronomischen Rechnung. §. 647. Die Lage der Fixsterne gegen einander wird auf der schon vorher bemerk,en Himmelskugel (§. 57;) vorgestellt. Die Rmgkugel (splisers si-millaris) stellt dem Auge die verlchlede >en Kreise dar, die man stch als am Himmel gezogei vor- Nr 2 stellt. 62S Xll. Abschnitt. stellt. Man hat auch Maschinen erdacht, wo Kugeln entweder vermittelst eines Räderwerks dergestalt bewegt werden, daß dadurch die Bewegung derPlaneten nachgeahmt wird, oder wo sich diese Kugeln doch wenigstens mit der Hand bewegen lasten, so daß also die Stellungen und Bewegungen der Planelen dadurch sinnlich gemacht werden können. Weniger genau leisten die verschiedenen Astrolabia etwas AehnlicheS, welche aus Scheiben bestehen, die man in einander drehen kann. cniu»?. nvczei»il S-lcriprio zuiomsri planeisrii z in seinem ->?. ?e!- Boiu. xax, -75. Von Hrn. Bodens Planeten-Maschine, auf welcher fich auch schon der Georgs-Planet befindet. L. §. 648. Durch die astronomische Rechnung hingegen kann man die jedesmalige Lage der Wellkörper gegen einander mit einer großen Genauigkeit bestimmen. Diese Rechnung kann demjenigen, der sich den gehörigen Begriff von der Beschaffenheit des WeltgebäudeS macht und dabey in der reinen Mathematik, besonders in der sphärischen Trigonometrie, geübt ist, keine Schwierigkeiten mache». Man muß aber auch die Kunstwörter verstehen, deren man sich außer den bisher erklärten bey diesen Rechnungen zu bedienen pflegt, von welchen ich noch etwas hinzusehen will. §. 649. Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 62s §. 649. Ein Scheitelkreis (verticsli'z) heißt ein größter Kreis, der durch dasZenirh (Anm.z.577 §.) und einen Stern, oder einen gewissen Punct des Himmels geht. Der durch des Mittagskreises Pol geführte Scheitelkreis heißt der erste. Ein größter Kreis durch den Weltpol »nd einen gewissen Stern heißt der Abweichungskreis (circuluz äeclin». tionis) und der Boge» dieses Kreises, der zwischen den Acquakor und den Stern fällt, heißt seine Abweichung (cleLlinatio), die also nördlich oder südlich seyn kann. §. 650. Der Bogen des AequatorS zwischen dem Mittagskreise und dem Abweichungskreise heißt der Abstand des Sternes vom Mittagskreise; der Bogen des Horizontes zwischen dem Mit- tagökrcise und dem Scheitelkreise heißt das Azi« MUll). Weil sich der Abstand eines Sternes vom Mittagskreise verhalt wie die Zeit, die er gebraucht um in den Mittagskreis zu kommen, so nennt man auch den Abweichungökreis den Slundenkreis, und den Abstand des Sternes vom Mittagekreise den Zeitbogen. F. 651. Die Rcctascension oder die gerade Aufsteigung eines Sternes (»lcenlw reöia) heißt der Bogen des Aequators zwischen dem Frühlings« puncce und dem Abweichungskreise des Sternes, Nr z nach XII. Abschnitt. «ich der Ordnung der himmlischen Zeichen, oder von Weste" noch Osten. Der Bogen des Aeqnators zwischen dem Fruhlingopuncke und dem P'.mcte desselben, de? mu ei ein S erne aufgeht, heiß! die schiefe Aufsteigung des S ernes (slcenstc) obllgua); der Boge^ des Aeguaeors zwischen dem nhlingspuncle und dem P ncte, der mit dem Srerne untergeht, die schiefe Absteigung (äcscenstci oblignit); auch hier wird von Westen nach Osten gezahlt. Der Unterschied der geraden und der schiefen Aufsteigung heißt chsterentia ichLenstuuchiz. §. 652. Der Vogen des Horizontes zwischen dein wahren Osten und dem Pnnc?e, wo der S ern aufgeht, heißt seine Morgenweile (amplitucicr ortiua); die Abendweite (smzchtucio ocachua) ist der Bogen des Horizontes zwischen dem wahren Westen und dem Puncte, wo der Slem untergeht. §. 65z. E>N größter Kreis durch den Pol der Ekliptik und einen Stern heißt ein Breitenkreis (circuluz Istitnchniz), der Theil des B"geng, der zwischen den Stern und die Ekliptik fällt, die Breite des Sternes (Istituclo), der Bogen der Ekliptik zwischen dem Fnihlingspuncte und dem Breitenkreise eines Sternes die Länge desselben (lonAituclo). §,654. Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 6z i ö- 654. Bey sehr entferiuen Welrkörpern ist es unstreitig eiferte», ob sie aus dem Mittelpunkte der Erde, oder von einem Punkte auf der Oberslache derielben aus be?» achter werden; aber nicht bey nähern. Der Stern 94 Fig. erscheint dem Bewohner der Erde ö in v, ouS dem Ml? elpuacre der Erde betrachte'würde er in L ertchei en. Den Bogen LO nennt man die Parallaxe. E ist Nicht schwer einziehen, daß sie für die im Horizonte stehenden Sterne am meisten, im Zcnith aber gar nichts betrage; auch daß wegen der Parallaxe die S er»e niedriger gesehen werden, als auö dem Mittelpunkte der Erde betrachtet. S- 655. Wegen der Brechung der sichtstrahlen in dem D -nstkreise der Erde hingegen sieht man die Sterne > und zwar die weit encser»ken eben sowohl als die nahern, höher als man sie sonst sehe'? würde. Der Stern 8, 9z Fig. schickt nach ? sich strahlen gegen den Dunstkreis der E'de, die sich bey ihrer Brechung in der nach der Erde zu immer dichtern Luft immer mehr vnd mehr krümmen, und so zum Auge des Beobachters in l' gelangen, welcher nun glaubt, der Stern stehe irgendwo in der Linie k.l', nicht in der Linie 81', worin er doch wi klich steht. Im Zenikh fallt die Brechung ebenfalls weg und ist am Horizonte am größten. Rr 4 i" 6Z2 XII. Abschnitt. !-« propriele» remarrzuat.!«» 6e Ii roure 6e l« iumiere par les air», par i. ». ä Ii tla^c, >799. g. S- 656. Zu den astronomischen Rechnungen gebraucht man auch Tafeln, aus denen man z.B. die Stellung der Weltkörper für diese oder jene Zeit, die Geschwindigkeit ihrer Bewegungen u. s. m. hernehmen kann. Je genauer diese Tafeln sind, desto genauer muß auch unstreitig die sich darauf gründende Rechnung eintreffen. 10. rabulae Ruclolptiinae. VIm. 1627. fol. dtouse radulac moruum toli» er lunae, suÄ. loa. ^ in den Komment. Rai». // xae- 7^7. Rabulae lunare« alt ,neri6ia»um pariliensem, -zu»» luppu. rsnir ros. xraveu, cum iupplemcnro reliizuaium ra- bularum lunarium 0. cassini cic. per p. »»X. »xi.r. V!n6ob. 176z. 8^ Rabulae moruum svlis er lunae, suK. ros. k>i^vxi>. I.on6, >770- 4- ') Rabulae moruum sol!» novae er correÄae ex Rkeoria xravirari, er Oblp recenrigimi, crurae, quibu, accc- 6>r ?rx>rr»r» praccrxnarr«» L.itii/oz«! novu» erc. au- spicii» er sumridu» /errriiKi«: Dncrs 5-ixo - c?ot/ui»r. tVuÄore ruaxL. ox ?ac». Lorkae 1792» 4. Rabulae solare» rzua» ex nouNtimi» suis obleruarionibu« 6-6nxir >iiL> rvv. ox i,x cairrx. pari» >758- 4. per p. »err.. Vinäolz 176z, 8- Makulae pro calcvl,u6>» ecliplibus sarellirum ^sui» »8 mc- ri6iznum obseruarorii Vpsaliensri, suslore rrrir> V7. >v»kc-L>i?i»; in de» »7^!. xux-7. Astronomische Ratender zeigen die himmlischen Begebenheiten in dem Jahre genau berechnet an. Dergleichen sind: Onnoiilance 6e» rcmps pour l'annee elc. ä Paris, 8° VON >679 au. kpbem«r>6e, akronvmicae anniete. Vienn. 8. von 1757 an. ^llrcmomisckcs ^abrbuck 06er Ppbemcri6en für 6a» jakr u. s. >>v. L-rlin, yroß 8 von 1776 an. ') Seit 1794 kommen Supplemente dazu heraus. pxxoti- Vom Weltgebäude u. der Erde überh. sz z k.xxolitic»» su czlcul »kronomi-zue vs !,> » t-ril 176». 8> §. 657. So wenig wie ick mich hier darauf einlassen kann, die astronomische Rechnung z» lehren, eben so wenig wird man auch hier Unterricht in der Kunst zu obstrviren, oder astronomische Beobachtungen am Himmel anzustellen, erwarten. Es geschieht am bequemsten auf besonders dazu gebaueisn Sternwarten (oblerustvi'is), vermittelst der Welkzeuge, die entweder zu genauerer Betrachtung der himmlischen Körper, oder zur scharfen Ausmessung größerer und kleinerer Entfernungen am Himmel, oder zu richtiger Bestimmung der Zeit dienen. Ursachen der Bewegungen der himmlischen Körper. §. üz8. Demjenigen zufolge, was wir nun von der Beschaffenheit des Himmels wissen, können wir uns wohl nicht, wie die Allen thaten, vor- stellen, als wenn die Planeten an gewissen in einander steckenden hohlen Kugeln fest saßen, und dadurch bewegt würden, daß sich diese hohlen Kugeln um ihre Axe dreheten. Auch durch den Wirbel einer flüssigen Materie können die Hauplplaneten nicht um die Sonne, und die Nebenplaneten nicht um ihre Hauplplaneten ge- Rr 5 führt 6Z4 XII. Abschnitt. führt werden, nach Cartes Meinung; diese Wirbel würden sich einander stöhren und auch auf die Kometen wirken; auch müßten dann die Planetenbahnen alle in Einer Ebne liegen, wie sie d ch nicht rhun. Der große Newton hat vielmehr zuerst gewiesen, daß eben die Kraft welche einen Stein gegen die Erde treibt, die Schwere, auch die Planeten in ihrer Bewegung erhalt. §. 659. Ein Apsel ramlich, der vom Baume siel, v eranlaßte Netvtonm, die Geschwindigkeit zu untersuchen, mit welcher der Apfel oder ein anderer Körper fallen würde, der so weit als der Mond von der Erde entfernt wäre. Weil seine Entfernung von dem Mittelpuncte der Erde al dann ungefähr sechzig Mal größer wäre als seine Entfernung von dem Mittelpuncte der Erde alsdann ungefähr sechzig Mahl größer wäre als an der Oberfläche der Erde (§.628), und wenn die Kraft der Schwere abnimmt, wie das Quadrat der Entfernung zunimmt, so würde er dann in einer Minute ungefähr durch fu szchn Fuß fallen. Aber wenn der Mond seine Centripetalkraft gegen die Erde auf ein- mahl verlöre, so würde er durch seine Centri- fugalkraft in einer Minute völlig um diese funfteh» Fuß weiter von der Erde entfernt werde , u d die Centripetalkraft, welche ihn daran verhindert, ist also eben so stark als die Kraft der Vom Weltgcbäude u. der Erde überh. 6zs der Schwere in der E -rftrnung des Mondes von de- Erde ist; es ist also die größte Wahr- scher lichkeir vorhanden, daß beide einerlei) sind; daß die Schwere, welche wir a» den Körpern auf der Oberfläche unserer Erde bemerken, auch dem M nde zukömmr, nur wegen der gmßern Entfernung um so viel schwacher ist, und den Mond in seinem Gleise erhält. Z. 660. Und wenn die anziehende Kraft der Materie überhaupt zukömmt, wie es wohl das Ansehen har, kö neu wir dann nicht aus eben die Weise eine Schwere der übrigen Ncbenplaneien gegen ihre Hanpkplanetcn, und der Hauplplaneten gegen die S nne annehmen? Zumahl doch wirklich die Planelen sich in Ellipsen um die Sonne herum bewegen, und zwar so, daß ihre Bewegung in der Sonnennähe am geschwindeste», in der Sonnenfer w am langsamsten ist (H. 622), wie es auch geschehen muß, wenn eine anziehe de Kraft der Sonne (nach dem (§.6,9^ angegebenen Gesehe. L.) auf die Planeren wirkt (§.6;). Kepler ha le auch schon vor Newton entdeckt, daß die Quadrate der Umlaufszeiten der Planeren um die Sonne sich gegen er ander verhalten wie die Würfel ihrer (mittlem L.) Entfernungen von der Sonne; und so muß es sich auch verhalten, wenn sich die Planeten in Ellipsen bewegen und nach dem einen Brennpunkte 5Z6 XII. Abschnitt. puncto der Ellipse zu angezogen werden solle». Die ollgemeine Schwere der Materie gegen einander gibt also die Centripekalkraft bey der Bewegung der Planeten in ihren krummen Bahnen ob; die zweyte dazu erforderliche Kraft, die Centrifngalkroft scheint Gott den Wellkörpern bey ihrer Schöpfung eingedrückt oder gegeben zu haben. Oll hköme -w monSe S,n, Ic« principe« Sc I» xrivirsrion nnivcrlclic, p»r ; in Pen S« i'acn-i. ^5 /c. -74/. xax- Z. 6ül. Aber wenn die allgemeine Schwere Statt findet, so muß auch der Mond gegen die Sonne schwer seyn, und die einander nahe genug liegenden Planeten ebenfalls vermittelst der Schwere in einander wirken. Dieß verursacht insbesondere in der Bewegung des Mondes gewisse schon vorher zum Theil aus der Erfahrung angegebene Unregelmäßigkeiten (§. 628.), die den Sternkundigem viel zu schaffen gemacht haben. Und auch die Erde muß bey ihrer Bewegung dadurch gewisse Ungleichheiten bekommen, da sie ein Sphäroid ist (§.586), und weder ihre Axe, noch ihr Aequator in der Ebne der Ekliptik liegen; so wird sie von der Sonne ungleich angezogen, und so können sich die Durchschnitte des AequatorS und der Ekliptik andern, wie sie auch wirklich lhun (§ 594). Tkeolie Vom Weltgcbäude u. d. Erde überh. 6 z? 1°kcorie ite I» lune >Z«Su!ie 6u t-nl principe Sc l'sirriÄion reciproczuemcnk propvrttonelie sux czuixrcs lies c!i. liance-, pzr 16. ä l'-ier-b. 17^!. 4. I'keori» iunzc iuxii» gltcm» Kewroniznum, su!>. ?os. »/rvex, -Sir» iultu prseteÄorum rci lonxiruäin^iiz,:. l.onS. »767. 4- §. 662. Eine Begleichung der allen und neuen astronomischen Beobachtungen zeigt, daß die Fixsterne zwar immer einerlei) Breite behalten (? L..), daß aber ihre Länge veränderlich ist und zwar alle Jahr um 50 See. und folglich alle 70 Jahr um einem Grad zunimmt. Das Gestirn des Widders sieht deßwegen seht nicht mehr in dem Zeichen der Ekliptik welches man den Widder nennt, sondern ungefähr um zo Grad, oder um ein ganzes Zeichen, weiter nach Osten. Es scheint also, als ob der Frühlingspunct (§. 595) alle Jahr um 50 See. weiter nach Westen rückte; und die Frühlingsnachtgleiche erfolgt also, so wie auch die Herbstnachtgleiche, alle Jahr nm etwas früher. Dieß nennt man die Vorrückung der Nachtgleichen (xr-ece!. sto 5. imtiLi'pstio aeguinoätiorum). §. 66z. Mit dieser Bewegung, die aus der ungleichen Anziehung der Erde von der Sonne mit der täglichen Umdrehung der Erde um ihre Axe verbunden folgen muß, ist auch die Veränderung der Lage der Erdaxe nothwendig verknüpft. Die Erbare kann folglich verlängere 6)8 XIl. Abschnitt. nicht immer durck einerley Punete am Himmel gehen, und der S ern, der jetzt wirklich der Polarstern wäre, würde es nach einer geraumen Zeit nicht mehr ieyn. L-cclici-ck» tur >Z prcccllion z nu- limon cle l'ixe cle ts rerrc äiini Ic sMcmc nevro- nien, par I»l. , . . . §. Ü64. Auch die Kometen müssen, wann sie nahe genug bey den Planeten vorbei) gehen, anziehende Kraft gegen dieselben äußern, und die Planeten wiederum gegen die Kometen. So können die Kometen z. B. durch ihre Wirkung auf die Erde die Vorrückung der Nachtgleichen beschleunigen oder aufhalten, die Schiefe der Ekliptik verändern, und mehrere dergleichen Wirkungen auf die Erde und andere Planeten hervorbringen. Umgekehrt können wieder die Kometen durch die Planeren in etwas aus ihrer Bahn ge'ückk werden, und ein Komet bey seinem folgenden Umlaufe um die Sonne einen ganz andern Weg beschreiben als bey dem vorhergehenden. §. 665. Der ganze Raum, in welchem sich die Planeten bewegen, ist mit dem Aecher angefüllt, sonst könnten von den Planeren und den noch entfernteren Weltkörpern keine Lichtstrahlen zu uns kommen; oder nach der Newroni- schen Hypothese muß doch wenigstens dieser Raum Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 6zs Raum mit den sich nach allen Seilen zu durch, kre tzenden Lichtstrahlen angefüllt seyn (H. t-oL). Aber der Aecher, oder die Ma-erie des Lichts, mag auch noch so fein sein, so wird er den Planeren bey ihrer Bewegung noch immer in etwas widerstehen, und die Planeten müssen also nolhwcudig, da ihre Schwere gegen die Sonne immer dieselbe bleibt, dieser bestandig naher und naher kommen, die Zeit aber, in welcher sie ihre Bahn durchlaufe», folglich immer kürzer und kürzer werden. Es scheint also fast, als wenn die Erde der Sonne jetzt näher liege als vor diesem, u->d die Zeit ihres Umlaufes um die Sonne, oder das Jahr, verkürtzr wäre. Eben das gilt von den übrigen Planeten. I>eou. rvi.Li>, Sc petturkzricme morur plsncrarum a re- liltcnri- »clk-li« orr»; in seinen ?om. /. »»,»> xaz> -4/. k,«ckerct>ci sur Ics iUier-iion« <^ue Is rcsikznce Sc l'erlier peul prociu'ne clsni Ic monvcmcnr mci^cn Sc» plzllä- re» x»r IS. r-lkbe nossu?. LkerleviUe, 1766. 4. Von den Fixsternen» §. 666. Die Fixsternen scheinen selbst durch die besten Fernrohrs nicht größer als dem bl ßen Auge: sie erscheinen uns auch völlig in einerlei) Lage gegen einander, die Erde mag sich in ihrer Bahn befinden wo sie will. Beides könnte nicht seyn, wenn die Fixsterne nicht schr 640 Xl!. Abschnitt. sehr weit von der Erde entfernt lagen, viel weiter als selbst Saturn. Da sie aber ein weit glänzenderes Licht haben, als irgend ein Planet, so können sie dieß Licht wohl nicht wie die Planeten von der Sonne haben; sie müssen vielmehr für sich selbst große leuchtende Körper oder Sonnen seyn. §. 667. Wenn man annimmt, daß der Hundsstern, einer derer Fixsternen, die uns am größten erscheinen, eben so groß ist als unsere Sonne, so muß er wenigstens 206264 Mal weiter von uns entfernt liegen als die Sonne. Hieraus kann man ungefähr die Zeil schätzen, die das Licht von ihm gebraucht um zu uns zu kommen (§>6z6). Vielleicht sind die Fixsterne, welche uns kleiner erscheinen, wirklich nicht kleiner, sondern nur noch weiter entfernt; und vielleicht sind alle Fixsterne in gleichen Entfernungen von einander und in ordentlichen Lagen gegen einander gestellt, und erscheinen uns nur unordentlich, weil wir sie aus dem unrechten Ge- sichtöpuncte betrachten. orißlns! rk-vry 01- Nk'»' I^pvth-liz os ihr vulveite, t>5 -ruoxi vnicznr. l.on6. 1750. q. 'Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmel« oder Versuch von der Verfassung und dem mechanischen llrsvrunge des ganzen Weltgebaudes nach Newroiilsche» Grundsätzen abgehandelt. Königsberg und Leipzig l?zz. L. (von Hrn. Ra»r.) §. 665. Vom Weltgebäude u. der Erde übcch. 641 H. 668. Man hat da Fixsterne erscheinen sehen, wo vorher keine waren, andere sind auf ein Mahl verschwunden und werden jetzt nicht mehr gesehen : einige von den verschwundenen sind nach einiger Zeit wieder erschienen. Auch nicht wenige Fixsterne bewegen sich wirklich, wiewohl nur sehr wenig, und sind also im eigentlichen Verstände keine Fixsterne, jauler Gegenstands zu Speculanonen für den, der dergleichen anzustellen Lust hak. De moui sixsrnm proprio comrncntstio SUÄ. ro«, iozriiy 5 i» piüicu aper. /, pax. ?p. gch inyuirp Nico che gusnrily snci llireklion ok tlrr proper morivn ot /krtiurus l>v ?»o«. »oknsxr; lil den trnttrss? TX//l Part. l. pa? (Diese bisher sogenannte eigne Bewegung der Fixsterne haben neuerlich Hr. H-rschcl und Hr. prevost angefangen als eine, wenigstens zun, Theil, scheinbare anzusehen, und daraus auf eine eigne Fortbewegung der Sonne mit allen ihren Planeten und Coiiieten zu schließen, und gefunden, daß wenn man annimmt, die Sonne mir diesen ihren Trabanten bewege sich nach dem Sterne e. ,m Herkules zu, sich die Bewegung von Sternen unter deren Bewegung ausgemacht ist, sehr gut erklären läßt. On che proper morion ok che lsn snä 8olsr stllcnr; wirb SN »ccount ok levcrsl clrsnAer rk»r ksve ksppeyeli smon^ tlre lixell llsrs ilncc ike lime ok kch lmnxciml.. xsigir. k. 8.. 8. jm 7Z Bande der 'pranzsäl. blem, lu« » i'scscl. ll-i 8c. äc Verl!» en chiill. er en 8epr. >?8Z dl. ranvosr. lr Uerlin , q.. L..H 'lieber den Grad der Zuverlässigkeit mnrer Kenntniß von einer eignen Bewegung unsers Sonnensystems v. Hr. Wurm, in Sovens Jahrbuch für I?!-»?. E. >?;. 4. Ss §. 669. XII. Abschnitt. §. 66y. Wenn aber die Fixsterne Sonnen sind, ist es dann nicht wahrscheinlich, daß sie auch ihre Plackten haben, d-e sich eben so »m sie herum bewegen, wie die uns bekannten Planeten um unsere Sonne ihun; deren Bewohnern sie ebenfalls licht und Warme mittheilen? So würden die Himmel ans eine unaussprechliche Weise des Herren Macht und Ruhm verkündigen: unzählige Welten schwimmen in ihnen, jede mit vernünftigen Einwohnern belebt, die alle glücklich sind, alle ihren großen Schöpfer anbeten! Was für ein kleiner unerheblicher Theil der Schöpfung, was für ein Nichts ist dann die Erde mit allen ihren sich großdünkenden Menschen! §. 670. Wir bemerken des Nachts bey hei^erm Himmel einen meisten Sireisen der um den ganzen Himmel herum zu gehen und durch das Fernrohr betrachtet, aus unzähligen Fixsternen oder Sonnen zu bestehen scheint. Man nennt ihn die Milchstraße (vi» laäio»). Unsere Sonne geHort vielleicht mit zu dieser Milchstraße, und diese unzahlbare Menge von Sonnen ist vielleicht in ein System vereinigt, macht vielleicht damit ein Ganzes aus. Man emdeckt auch am Himmel gewisse sogenannte nebeiichte Sterne jliell»s aebulolse), die wie ein weisser Flecken aussehen. Wom Weltgebäudc u. der Erde überh. 64z aussehen, und weuigstenS zum Theil durch das Fernrohr untersucht aus kleinen S'e neu bestehen scheinen. Sind diese nebelichte» S erne vielleicht auch dergleichen von uns sehr entfernte Milchstraßen, und sind wieder mehrere dergleichen in Ein System vereinigt? Welch ein großer Gedanke von der Welt und ihrem Schöpfer, den Lambert gewagt hat! '-) ') Eigentlich 6 Jahre vor ldamberren schon Herr Anne in dem tz.ss? angeführten Werk. Weiter ausgeführt und der Bestätigung viel näher gebracht, findet man diesen große» Gedanke» in einer Abhandlung des Hr. Berschel: on Nie eonlteuKian oss rke lNe»ven5. Piniol, BsaZ.Ü, Vol.?;. lind in Vo» veno Jahrbuch >78». «K.--Z8., auch im Goth. Magaz. lV. n,. > , und Hr. v. hachs Auszuz tNIs Herr» «Berschels t^ccounr of iome svscrvauonr rcnälnß io invcUiA-ie lve LoukiUÄlvn ok che ttcz» v-05 in Bodens Jahrbuch >788. S. 2 ,,z6. Voll Herrn Herscheis Abhandlungen ist nunmehr eine ilebcrsehung erschienen, die zugleich einen Auszuz aus Herrn Aanrs so eben erwähnter Schrift'enthält/rvUl. Hcrschel über den Bau des Himmels :e. i'iit Kupfern. Königsberg 1791. 8. (von G. Somnecr). Etwas wider Hr. Herschels Zählung der Sterne, im Goth. Mag. v. 2. 171. «r. Astronomische Werke. >) ci.AVv. ?rorv!a»ri cum commenr. rnr.o^is Itslii. >;z8. sol. MV80. omr.ia quze cxttanr op-ra preeree ßeo^szpkizm, c-ki»ara al> ?,k?.5!>i. 08«^, sc»vucnm»rvc»8io. I!,. Iii. sol. zh >üc. cork.8>!ici 8e reuolueionidus ordium coeieiiium. U. VI. IHM. ,;66. sol. z) ivc». r>L slironomise inltzureiae prvZZ ?mn5» smzis. l'esx. >6oz. 4. 4) riv8v. c!e muuäi »elberei eccemionbu» Mscaomcr.ie. t'r-L- IÜ>0. 4. SS 5) 644 Xll. Abschnitt. 5) rivsr». epiltoiarnm skronomicxrvm Iii,, prim. l6>0. 4. c-»i. Lxmxii dixivßu? de lskemir» mundi. 16Z4. 4. 7) lo. mriivl cpiiome »llronomixe Loxcrnicxnxe. krxn- cof. 16Z5. 8 Z) 10. vxi>i. viccioii »Imzxelivrn nouum. 16; 1. svl. 9) livZ». »llronvmix rekorinxrg. IZonon, l66z. svl. >0) llilioris coeielli? ex lidri, er cnmmenrxni? inxnuteri- pli? oblcruxiionvm vicennxiium ivcu. Lvxue. e^uß. Vindei. >666. svl. Ii) 10 nnvnin msckina coeleili?. Vxnr. 167z - 1679. svl. 1-om, l U. I») vxv. czni-czoxii »Uronnmise pd^licxe er geamclricee ciemenix. Oxon. 170?. fol, iz) 10. IIXXISIIIZII iiikorix coeikiliz. l.nnd. >71». fol. 14) 18. de mundi s^liewxie. I.ond. >718. 4. Utbenders. im IV. Buche seiner pr>»?ip. Piniol. »at. mxitiem. 1^) Oiicous? liir ie« diltcrenrc? limine« de? sllre? psr dl. VI XIXUVIMIUI«. a ?»,i, I7Z2. x; und in seinen t)e»l>x. T'oitt /. PN». 7j>. 16) 10. Ivlv. xviioievi IiiiloriZ sll,oi>om!se. Wittib. >74>. 4. 17) LIemen, d'xllronomie per dl. cexzsikN. a ?a>iz >74». 4. lom. I. II. 18) iinie. iviivi rkcorix moruum pisnerzrum. L-rol. >744- 4- 19) l.c^on« d'slkronomis PZI dl. I'nbbc r>L Ix cxillL. ä I'sri» 1746. v. dl Ix cxii.lk ieÄione? eiemenrxrcz nilrononus« ^evmerricse er pii^licne, in ixr. lrad. i> c. 8. c, L. I. Vicnn. 1757. gr. 4. 'Die dritte Autgabe de« Originals 1761 enthält Vermehrungen und Veränderungen, wovon der hat. llebersctzer auch die wichtigsten mitgetheilt hat: H.d l.etlivnci cicmcnr. Appendix compictien« peueci- puxs murnliones etc. Vicnnze 1761 Die viert« Ausgabe von 1780 ist mit Hr. De In lbande'» Anmerkungen begleitet. »0) Cosmolvgische Briefe über die Einrichtung des Weltbaues. ausgefertigt von I. H. Lamberr. Augsb. >?6>. 8. »>) /Hieonomie, per dl. on ix ixtenn. z?»,i? 1764. gr. 4. 7'ow. I. II. neue sehr vermehrte Ausgabt/ >??>. Vom Weltgebäude u. der Erde überh. 645 1771. i°am, l -m. lv. >781- Neuste Auf» läge, jedoch mit Ausnahme des gten Thcils. Paris 1792. »2) Von den Weltkörpern zur gemeinnützigen Kenntniß der großen Werke Gottes, verfasset von N.Schmid. Hamb. 1766. Lechz. >77'. 8. (verbessert nsst Kupfern, Leipzig >77». ?6S. L. (i. Cheil. Greissw. >779. 8. ll.) z.4) wecuei! paar ie, »lleonomez, psr dl, SLKliouri.1, Rom. I. -> Verl. 1771. 8. Forts. z,z) güroaomigus» piir dl. zn/tdi vnvtioui.1.1. ö ll-,1. >771. 8- »S) Astronomische Abhandlungen zu weiterer Ausführung der astronomischen Anfangsgründe abgefaßt von Abr. Gorrh. Rastner. Gttt. ,772-1774. 8. 1. und u Sammlung. »7) Job- Andr. vo» Gegner astronomische Vorlesungen. Halle '777, >776, 4. I und 2, TheU. '28) iL. 2öode Erläuterung der Sternkunde und dir dazu gehörigen Wissenschaften. Berlin ,778. 8. 2te Auflage 2 Bünde Berlin »79g. -29) Hellmuths, erste Gründe der Sternwissenschaft. Braunschw. >??6. 8. -zv) lnrrociuÄioll » I'-lllronomie pli/ligae x»r die. cvUZlil. » L«>, I?»?. 4- z Xll!» 64S XIII. Abschnitt. Dreyzehnter Abschnitt, von der Erdeinsbesondere. Die Oberflache der Erde im Ganzen betrachtet. H. 671. Wir kehren nun wieder zu unserer Erde zurück. Nach der eben (§. 587.) angegebenen Gestalt und Größe beträgt ihre Oberfläche ungefähr 9292086 (9281916 A..) Ouadratmeilen. Der größte Thcil derselben ist mit Wasser bedeckt, zwischen welchem vornehmlich zwey große Slücken trockneS Land hervorragen, die kleinem hin und wieder zersireueten Inseln (worunter indessen einige sehr groß sind und Nenholland z. B. Europa wenig an Größe nachgibt, daher auch Hr. Dr. Forster statt zweyer großen Stücks festen Landes drey annimmt ") Ä..) nicht mitgerechnet. Das eine große Stück Land nennt man die alte Weit / und theilt es in drey Welttheile; wovon Europa ungefähr 171834, Asten 64109z und Africa 5Zi6;8 O.uadratmcilen hält. Das andere große Stück ist die neue Welt oder Amerika, welches ungefähr 572172 Ouabratmeilen ausmacht. Von der Erde insbesondere. '647 ') I. N. Försters Bemertungen über Geaenstände "der phys. Erdbeschreibung:c. auf seiner Reise um die Welt gesammelt, aus dem Englische» durch G. Farster. Berlin 178z. 8. H. 672. Der größte Thsil der uns bekannten Länder liegt in der nördlichen Hälfte der Erdkugel: aber es kann in der südlichen noch ein ansehnlicher Welttheil liegen, den wir noch nicht kennen; ja es ist wahrscheinlich, daß noch viel Land daselbst befindlich ist. Das viele Eis, das man gegen Süden im Meere angetroffen hat und das niemahlS weit vom Lande gesehen wird; wirklich schon entdeckte Seeküsten, und die ungleiche Auskhcilung des Landes, da das meiste bekannte in der nördlichen Halste der Erde Liegt, sind die Gründe, woraus man dieß vermachen darf. (Diesen Gründen lassen sich doch auch wieder wichtige entgegen setzen. Siehe Forsters Bemeikungei, Deutsche Ausgabe S. 58. L..)> Aber auch selbst nach Norden zu, und ostwärts von Asien aus kennen wir die Erde noch nicht sehr genau. Einige Nachrichten von Australien und Georgia, (welche nun zusammen von einigen der ;te Welttheil auch Polynesien (die Inselwelt) genannt werden. Dieser Welttheil besteht, aus Ncuhol- land, Neu-Guinea, dem Land der Papuas, v!cu - Nrieannic», Neu - Irland, Louisiade, Neu-Seciand, den zwischen, und nahe an den Wendekreisen erw.» vom yore» bis rgoren Grad westl. Länge zcrstreurcn rropischen Inseln und einigen unfruchtbaren Inseln im südlichen Eismeere. L.) Ss 4 Lorilisa» 6^8 XII!. Abschnitt. Lonlicl-i'ZUONi sur le istvbe, per b>. le Lioml! vx nnvnkkiz in den t>se»i. 8c -ic ff. >7//. z-.ix. I. Kecsmi. nmmoirez ebeildas. >747< faz- >- 1°roi!iom« memoire; ebdNdns. >765. f-z. !. (Nu-n.eme memoire; cbendas. '4. Lrniznieme memoire; ebeilpas. f»z. ^7. tiemi^kere Icprcnrrionsl er »leri.Iirmzl, clf^llc so >7;g, s!Zr dl. >e Lomre r)L neunotl > exeeure ^>zr I'orclrs cle I'-czilemie, z Lcrlio Iy6r. I. Ehalten. ' flemichbecc /Vuürsi ou /^nrzrÄiizue eie. grelle kou. le» ^eux clc tbk. /e O«c 8c ?8z in 2. Blattern. Hierzu gehört eine Beschreibung und Anweisung zum Gebrauch. Berlin 178?. 8. 'Handbuch einer vollständigen Erdbeschreibung und Geschichte Polynesiens oder des zten Welltheils von Iol'. Tr.uigokc planr. !. Band, Westvolynesien. Leipzig >???. 8. Sehr merkwürdig ist dem Naturforscher die besondere Aehnlichkeit, die zwischen den großen Spitzen der festen Lander, die sich nach Süden erstrecken. Statt findet. Alle haben westwärts eine große Bucht und ostwärts Inseln, sie selbst endigen sich in hohe Vorgebirge. Die Spitze von Afrika hat ostwärts Niadagascar, westwärts die große Bucht; die Spitze von Asien sslap Lomoriu) ostwärts «Lev.löu und ebenfalls westwärts eine Bucht; die Spitze von Amerika, ostwärts, das Feuerland, Staatenland und die Falkiauds Inseln, westwärts eine Bucht, die um den Wendekreis des Steinbocks sehr merklich ist: Neu Holland/sieht Afrika völlig ähnlich, und hat ostwärts Neu-Seeland; über die an den Spitzen befindlichen Berge S. Försters r Beobachtungen >.) das Mittlandjsche Meer gegeil die Küste vsn Frankreich. So lange gelehrte Gesellschaften keine Schisse ausrüsten können, wird weil ü> bestimmtes hierüber ausgemacht werden: denn diese Messungen erfordern grobe Umstände uni> können, ohne die halbe Mannschaft auf bat Verdeck zu ccnnnandircn nicht vorgenommen werden, welches die Gchissskapitäne nicht leicht zugeben, und selbst der große Cook, ein Liebhaber der Naturkunde nur selten zugab. S. Förster» Vcob. S. 4;. L. ^ vell» Von der Erde insbesondere» <5s l lZill» llmiz nzllü'sle msrin« clell' AcMzilco, 8zys;lo dlc-re- vn» k. orea. I. LU. L-rlin 179?. II. IZzng. »79r- §. 676. Das Meerwasser entyält Salz und dabei) zugleich eine Bitterkeit, zur größten Unbequemlichkeit der Seefahrenden : eben daher rührt auch sein größeres eigenchümliches Gewicht. Nach dem Acquator zu ist es am schärfsten, nach den Polen zu am wenigsten gesalzen: auch ist das Wasser in der Tiefe salziger und bitterer als oben auf. Wenn die Salzgkcit des Meerwassers von Salzba>'ken herrührt, die das Wasser auslöst, wie viele Naturforscher annehmen, so könnte man fragen, warum es nicht ganz mit Salze gesättigt ist? vielleicht ist es aber in der Tiefs gesättigt. Es kann auch wohl im Meere Salzquellen geben, wie auf dem Lande. Oder bekömmt das Meer alles sein Salz aus den Flüssen? oder ist es gesalzen erschaffen? Kann das Salz etwa gar erst im Meere erzeugt werden? koe. sovi.r's rrikls conlilNny c>f oklervzrlanz sUour tks izlineü ok,kc les: P7>l. 7/t. Z57» 'vc sgua m»rms commcnrsnu», zuAore 1. ser.k.o. Oxon, 1755- 4- Des Graf. chudw. Barl'ieri von Viccnz Abbandl. von der ursprünglichen Salzigkeit des Meeres, aus der n,zccoll- -i'c>^ulc kcicinlf. t'sir. XUVII. IM ttllgem. May. /t/. Th. E. 2?6- Hr. ve glaubt die Salziakeit komme »on der Ebbe «nd Flutzt her, (Rozicr's Munal Novnn- 6s2 Xl!l. Abschnitt. November 1778.). Sonderbar genua. Es könnte aber doch wohl sevn, daß in einem Wasser, worin so unzählige Körper faulen, und in welches sich das Spl'chiicht des festen Landes ergießt, durch einen uns noch unbekannten Mechanismus Sali erzeugt würde. N. Hat die Frage: woher das Meer sein Salz erhalte« wirklich einen vernünftigen Sinn? Kaum. td. §- 677. Daß wirkliches Bergfetc in dem Meerwas- ser vorhanden sey, und daß daher der bittere Geschmack desselben rühre, längnen einige, die daß Meerwasser untersucht haben; und der Versuch entscheidet wohl eben nichre, daß man dem gemeinen Wasser durch zugcmischteS Salz und Steinkohleröl den Geschmack des Meer- Wassers geben kann. Vielleicht ist das in dem Meerwasser befindliche Bittersalz nebst den Theilchen von den darin verfaulten Thie- ren und Pflanzen die Ursache vcn dem biltern Geschmacke desselben. Eine vortreffliche Analvse des Seewassers von Hr. Hofr. Vogel und Herrn Prof. Link befindet sich in des erstem Schrift über den Nuyeu und Gebrauch der Seebäder. 'sBdchn. Stendal >794- 8. S. 29. ff. L. Bergmann (Phys. Erdbeschr. ir > g. ) und Mac- guer (Wörterb. Art. Seewasser) haben nach dm genausten Versuchen kein Fett darin gefunden, ü.. Die Farbe des Meerwassers ist verschieden und nur zufällig. Ben Nachtzeiten leuchtet es, wegen der in ihm befindlichen Gewürme; vielleicht auch aus andern noch nicht hinlänglich bekannten.Ursachen. Ist dieß Licht gar sin elektrisches Licht? (lieber dieses Licht sehe man die schönen Bemerkungen des - Hr. n Forsters a. a. O. S.52. wo auch mehrere Schriften angeführt werden, denen ich noch hinzufüge! «z. v« Von der Erde insbesondere. 6s z (6. 05 «IVI555 für b> wer luwineuse in den blcm. prcsiinl. 1'om. III. 'uc «oi sbleiv. s»r une lumice« prnucZ5«vax 1,5 vourmkov tur I, iumierc c>uc sonne I'ezn sie In mef sxincipslemcnr szni I?» igßuncs si Vcnike iu den bteni. sc lzc>s. 6» sc. » l'zri» f. d. I. >76?» 'Des Abbt Dicquemaro Abhandl. davon iil Rozicr's Journal August >778. worin er sich noch auf andere in eben diesem Journal bezieht. ' priestley's Geschichte der Opt. O. llebers. S. 5>c>. -llilloiic s>bvl>r>ue sc I» wer, psr rouls 5N5l». Lomir 05 51x55.01.1. » /^mUcis. I7^z. sol. ' Uiltcrsuchunaen vom Meere, von einem Liebhaber der Naturlehre und Philologie. Franks, und Leipz. >750. 4. 'Vom Leuchten der Ostsee (Gothaisches Mag. a.B. 4te« St. ' 1 .5 <7 ,551711. Voyüflc sux Ins?, onent. 17 l. n ss. 'Spollanzaiil hierüber in den Lcipj. Samml. tut Phys. und Naturgesch. rv. B. > ,/cvr /c. -75-. 75^. eo. Loi'rr., tpccimcn ckom^i-splzj,- rszKui nionniim grimario; Alodum noltrum gucum pcriiDßZNiez liU-nz. Peuo'p, 176!^ 4. Johann Chrisia>p!) Garrercrs Abriß der Geographie. Eöttingen 177;. 8. 'Lüffon Von der Erde insbesondere. 655 «Düsson über die Richtung der Gebirge, aus den Lnpplcm, ä I'iiiltnU- nmircUs w. >X. s'. 440. der Ausaabe in 8. in 'eu Leipziger Sammlung, zu? Physik -e. B.i. S.7Z8- §. 6Zo. Die Höhe der Berge kann Heils durch das Wusserwagen und geometrische Ausmessungen gefunden werden, rheilS durch das Barometer. Die erstere Weife ist zwar an sich freylich die genaueste, aber auch die beschwerlichste, und die Strahlenbrechung in der ungleich dichten Luft vermehrt die Schwierigkeiten. Die Höhen- Messung durch das Barometer gründet sich darauf, daß höher in der Atmosphäre weniger Luft auf das Quecksilber desselben drückt, und daß also das Quecksilber im Barometer auf einem Berge immer um so viel niedriger stehen muß, je höher der Berg ist. Passest*) veranlasste die ersten Versuche hierüber auf den Auvergnifchen Gebirgen von Pemcr. ') l'szire cks riZc>i!>lit>rs Sc, I.iczucur! er Sc lz pelaariur 66z. IZ>, §. 68 r. Aus der Voraussetzung, der Druck der Luft, und folglich auch die Höhe des Barometers, nehme aufwärts in der Atmosphäre in geometrischer Progression ab, wie die Höhe des Ottes in arithmetischer zunimmt; oder die Höhen der Omer verhalten sich wie die blntcrschiede der Logarithmen der Barometerstände; in Verbindung 6?6 XIII. Abschnitt. bindung mit dem Sähe, der am genauesten mir der Erfahrung zusammentrifft, daß ein 28 Pariser Zoll hoch stehendes Barometer 12, 945 Toisen in die Höhe geführt werden muß, wenn das Quecksilber darin um eine Linie sinken soll, folgt die Regel zur Höhenmess-.ng durch das Barometer. Man drücke den Scand des Barometers an denjenigen Oettern, deren Unterschied in der Höhe man finden will, in Linien, oder auch in sechzehn Theilen von Linien aus; die Logarithmen dieser Zahlen ziehe man von. einander ab, und mullHlicire den Unterschied der Logarithmen durch 10000; so hat man den Unterschied der Höhen der beiden Oerter in Pariser Toisen (ungefähr. L.) §. 68s. Wenn man mit einiger Genauigkeit finden will, was man sucht, so muß man den an jedem Orte beobachteten Barometerstand nach Maßgabe der aus dag Barometer wirkenden Wärme verbessern (§§.467, 468). Hr- de Luc bedient sich hierzu eines an dem Barometer angebrachten Thermometers, bey welchem er, um die Rechnung zu erleichtern, zwischen dem Gefrier- und Siedepmicle 96Gre.de macht, von welchen von 0 ab 12 unterwärts und 84 überwärtS gezählt werden; (dieses 0 fällt mit Hr 10 der stgenannten NegUM. und mit rA 54,? der Fahreuhttlischen Skale zusammen. L.). Jeder Von der Erde insbesondere. 657 Jeder Grad dieses Therm Meters gibt be» ei- nem B.-r"lNerenIa''de von 27 Pariser Zöllen ^Uvie Verbesserung der Barome-erhvhe, die m n beo Graden unrer o hiuz-uctzen, bey Graden über 0 abziehen maß. Pen andern Barometerständen sucht er die hinzu zufügenden oder abzuziehenden seck zehn Theile einer Linie durch die Regel de Tri; oder um auch diese Rechnu- g zu ersparen, zeichnet er für jede Barometerhöhe eine eigne Skale die sogleich unmittelbar die sechzehn Theile angibt um welche der beobachtete Bar melerstand zu ve» beste« n ist. tlm wenigstens diese Art von Cvrrectivn auf die beiden gemeinsten Thermometer - Skalen, die sogenannte Äeaumm ische (kr) und «ftthrcnbcirische (?) bringen zu können, hat man bloß folgendes zu bedenken. De ü,uc fand (§. atz8), daß eine Quecksilber- Säule von 27 Paris. Zollen gerade um 6 22 Linien länger werde, wenn sie vom Gefrierpunkt an bis zum Siedpunkt erhitzt wird. Sie verlän- gcrt sich also für reden Grad von kr um 22 und eben so für jedem Grad von ? um Linien. Da hier nur von Gvrrectionen iü nach Sechszehnthcilen der Linie die Rede ist: so lasse ich den Nenner weg, und setze den ersten Zahler m >, den zwevten 22 i<. Zelaen also die Thermometer kr und k Grade: so wird die Lvrrecrion 22 <, werden wenn k 22 g. >c> und ? 22 4- ?4,? ist. Da nun nach De Lüc die Qmcksii! erSäule von 27 Zollen 22 N84 Sechszehntbeil,m der Linie mit ihrer erwähnten Ausdehnung . ie Nonn ist, nach der die Ausdehnung jeder andern bestimmt wird, und die Ausdehnungen den Langen proportional sind: so wird sich > wenn irgend eine Quecksilber-Säule n in Theile» von Lünen gegeben ist, ihre Correctio» für jedes siege- bene 6s8 XIII. Abschnitt. bene W und r durch » ^ c und V 51L4 ^ x ^ ausdrücken lassen; oder wenn!) die cvrrjqirte Gäule selbst bedeutet: so wird v r, Z' l — G'I0)c I — G - !>q,5) k >. seyn. Da nun die Factors» ^ und beständige Gröben sind, so lassen sie sich Einmahl für allemahl berechnen,auchLvgarithmen gebrauchen, wodurch derAuSdruck bequemer wird. Auch da Roy nur 5,526, und Rosenebal 5,56 Linien fanden, wo de Lüc 6 gesunden hat: so läßt sich leicht ein c oder k ssir diese Angaben berechne», und in derFor- Niel substituiren. Daß diese» Verfahren die Cor- reltivn nicht mit geometrischer Schärfe gibt, hat Herr Hofr, 'Räs.ner in der unten §. 684 angeführten Schrift S. 5-6 ff. gezeigt, aber auch zugleich die Bemerkung gemacht, daß es so weit es angewandt werde, ohne merklichen Fehler brauchbar sey. Auf diese Schrift verweise ich Vorzüglich, und lasse daher weg, wa» Hr. lLrxlebcn hier und im folgenden viel zu unvollständig daraus angeführt hatte. L. S- 68Z. Wbiier muß man aber auch bey dieser Arbeit auf den Grad der Warme in der Lust selbst sehen, worin man das Thermometer beobachtet: denn daß ein 28 Pariser Zoll hoch stehendes Barometer 12, 94; Toisen höher gestellt werden muß, wenn dos Quecksilber darin um eine Linie sinken soll (§. 6Zr), das gilt nur, wenn das Reaumm ische Thermometer auf 16, 75 Grad, oder das Fahrenheitische auf 69, 6875 Grad sieht. Nach Hrn. de Lucs Beobachtungen muß man für jeden Grad, den das Aeaumu- Von der Erde insbesondere. 659 Reaumurjsche Thermometer höher steht als 16, 75 Grad, des ohne diese Verbesserung gefundenen Unterschiedes der Höhen der Oerter noch dazu addiren, und für jeden Grad, den es tiefer steht, eben so viel davon abziehen. Man nimmt hierzu das Mittel zwischen den Graden, die das Thermometer an beiden Oettern zeigt. Hr. de Luc gebraucht hier wirder ein anderes ganz stey Hangendes Thermometer, bey dein er um die Rechnung zu erleichtern, zwischen dem Siedepunkte und dem Gefrierpuncle lg6 Grade annimmt, von welchen 39 Grade von c> ob unterwärts, und 147 übenvärtS gezahlt werden. Nach dieser Scale ist die zu addirende oder zu subtrahirende Verbesserung der vorhin (§.682) gefundene Unterschied der Höhen der Oerter inultiplicirt durch die an beiden Oettern beobachte'en Thermsmetergrade zusammengenommen dividirt durch isoo. Wenn hier «, und r die Bedeutung wie »den §> 68!, nur mit der Rücksicht Häven, daß sie den Mittlern Stand der Thermometer bedeuten, dessen im 5 gedacht wird, ferner die corrigirce Quecksilber-Säule am Fuße des Berges em N; auk der Spiye — b und die gesuchte Distanz der bev den Luftschichten (die Höhe des Berges) — » gesetzt wird: so ist »ach delbüe x ^ iOvcol.og.^. Offenbar hat man sich um Hr. de Lües Skalen für unsre Berrachrung hier gar nicht zu bekümmern, weil sie lur »dieselbe ganz außerwesentlich sind. Ihm dienten sie, um geschwind fertig W werden, wo viel a» einem Tage zu thun war, Tt» und 6So Xlll. Abschnitt. und man doch im Stande zu seyn wünschte auch schon an Orr und SreUe Vergleichunaen anstellen zu können. Die Beobachtungen von u und k oder ? waren immer oie Hauptsache, aus die sich am Ende doch bezogen werden mußte. L. H. 684- Bouguer rechnet, um den Unterschied der Höhe zweener Oener zu finden, nach dem K8r. § zieht aber den drenßigfien Theil der so gefundenen Höhe von ihr ab, und sieht das Übrigbleibende für den wahren Unterschied der Höhe an. Diese Regel trifft mir der Wahrheil nur bey gewissen Graden der Wärme zusammen. Nach Hrn. Lamberts Un ersuchunge» ist, wenn die Barome erstände in Linien ausgedrückt s am Meere, x einer Höhe von x T >ifen sind. , a 4Z> (ZZS-?) X m loooo. toxi. -—7. ^ V 4Z lpza-v) lim die Höbe eines Ortes über der Oberkäche des Meeres zu finden, gebraucht man den niitll. Barometerstand am Meere. Er ist nach Aouguer 28 PariserZoll > bin vielleicht bis gegen 28 Zoll 4s Lin. (Die verlangte Höhe kann so gar nicht gefunden werden. L.) LN I.UL lvcckerclie» snr Ii» mollikicstion» stc I'nrmolpkeiS (§ 262.) I. H. Lambert Abhandlung von den Barometerhöhen und ihren Veränderungen; in den Abband! der Lhurbaver. Akad dertviss. M.V 2.TH S.?;. Abr. Gorrb. Rästners Abhandlung von Höhenmessun- gen durch das Barometer; in seinen Anmerk. über die N!arkscbeid>kunst, S. 214. G Magellans Beschr. neuer Barometer nebst einer Anweisuna zum Gebrauche derselben bey Messung der Höben der Berge ic. aus dem Franz. Leipzig 1782. g. * Ohscrv -rion» m»i!c in Lstvoz» IN oräcr 10 »sccrlzin ilie tieixkl ok b^ m«»n» os rke Laroni-rcr beinZ Von der Erde insbesondere. 661 beinß an Lxsminnrion ok >1. vr l.uc'z rulc, llcliverest in kis k-clieeckc» crc. I-/ sin cznonc-n aLNucnvuncz». 2n dill kdilos. Trsnz. Vol. 67. kzer. ». 'Experiment» sn78? proposilrm prsemio ornzr», c>u»ll. 80c. pcrmifiu -Nitz, Trsj. zni ltkenum >776. 8» S. unten meine Anmerkung zu §, 767. ü.. Des Hr. I. Tremblev /r .ns>)>se -l- rznelguc» -xp-ricnce» tzirc» pour Ii! (tetermimnion lle» litureurü psr le mo>cn <>u bsrnmerr!!, Hot Hr. v. Saussüre am Ende des dritten Bandes seiner Ve^zAe, eis»! !«» A.ipe». » cz -n-ve ,7^6. 8 abdrucken lassen. L. 'nokZULV und »4Swel.VtM in den kllilos. Tranz. Vol. 64. ' Uäkixxi clc dlvnrium xliitucline Lzromcrro meiienlli. bliijtze Lom. >78Z- -Jos). Tob. Maver Abhandlung über das Ausmessen der Wärnie in Rücksicht und Anwendung auf das Höhenmcssen mit dem Barometer. Franks, und Leipzig >7^6. 8. Nach dem Fleiß aller hier genannten Manner läßt sich kaum noch etwas Vollkommeneres von Seiten der Analyse erwarten. Daß sich dem ungeachtet noch so viele unerklärdare Abweichungen finden, könnte zum Theil daher rühren, daß wir das eigentliche Gesetz der Abnahme der Wärme nach oben zu nickt kennen, oder daß wir überhaupt nicht wissen, wodurch, noch außer per Wärme, die spec. Eiasticität der Luft verändert werden kann. Wahrscheinlich aber wiro auch noch immer von Seiten des Instruments gefehlt, da man stillschweigend das spee. Gewicht alles gebrauchten Quecksilbers gleich groß annimmt. Ist es aber wahr, daß, wie Magellaii lllebersetzung von CronstedtS Mineralogie zwevte Ausgabe London >788. 8.) sagt; fich verkäufliches Quecksilber von >z,-oo bis zu >4,>> findet, so wäre es möglich, daß man in einem Falle, da man die gebrauchten Barometer nichr vergleichen könure, T t z einen 65s XIII. Abschnitt. einen Ort, der mit einem andern gleiche Höhe übe« die See hätte, dennoch über 2Lco Fuß höher fände. — Von der nöthigen Vorsicht hierbey. L.. §. 68Z. Unter den ihrer Höhe nach einiger Maßen bekannten Bergen der alten Welt streiten noch der Mmt Blanc in Faussigny und der Pik von Teneriffa um die Ehre, der höchste Berg der al.cn Welt zu seyn I. Jenes Gipfel liegt nach de Lucs barometrischen Messungen 2M (et- den-lich 2442 L..) Toifen, nach Fütio de Dust- Üer's geometrischen Messungen 2187 ff Toifen (nach SrlUssme, Voyszez cisn! ie» ^ 'chom.I. 24^6 Toifen. K..) über der Fläche des Meeres fo wie dieses nach BvllZlM's barometrischen Messungen 2070, noch Feilst- löe's gccnrelrischen 221z Toisen (nach Dr. He- depdM fküstof. ITsn». Vol. XXVII. s>sZ.Zz6^ Z7Z96 Eng!' Fuß oder 2405,6 Franz Toisen; nach dein Ritter v. Borda nur ryzi Toifen sowohl nach barometrischen als geometrischen Messungen. S. Försters Beobachtung. S. 24. L..). Der Canigou, der höchste der Pyrenäen (?L..), hält nach Eassun 145?, der Mont d'or in Augvergne nach eben deniselbcn 1048 Toifen. Unser Brocken liegt über dem Horizonte der Neustadt von Göttingen, wo ich gegenwärtig wohne, nur 475, 89 Toisen, über der Meerflache 545, 89 Toifen, Clausthal über Göttingen 212, 47 Toifen. ') Ictzt Von der Erde insbesondere. 66z ») Jetzt wohl nicht mehr, da alle Messungen desMonc Dlmic ihn höher angeben als den p>k vcm Ten. Nach Maroden (»ilior? »s Suin.ers) soll aber der Gptzyr, ein Berg dieser Insel, der gerade unter dem Acqnatvr liegt, auf 577 Fuß höher seyn als der Pik von Teneriffa. L. Hier verdient angemerkt zu werden, daß es endlich am zten Aug. i?87 dem Hrn. v. Saussure geglückt ist den Gipfel des Mont Blanc zu ersteigen. Das Barvm. stand da auf Paris. Ao!i und Linien, das QuecksilS. Therm, v. 8c>Theile» auf— i z^Grad und das Wasser kochte bey öz,??; Graden dieses Therm. S. k-ei-no» sbrcgc- ä'»» Voz-gAe » lo cime äu Mr>nr L>»nc cn c5our >787 u. L. ox soussukiz. und Eoth. Müg. V. l. 2 .4. L. ") Nach Schuckburak's trigonometrischen Messungen ist er 2.450 Toisen über die See erhoben, nack Hr. piccero theils geometr. theils bar. Messungen 24z:, das Mittel zwischen Heyden ist 2.440^, weiches von Hr. de Lucs Bestimmung nur >^ Toisen abweicht, eine größere Genauigkeit möchte wohl schwerlich zu erwarten seyn. L. Z. 686. Weit höhere Gebirge hat America um den Aequator herum, und zwar die höchsten, die sich überhaupt auf unserer bekannten Erde befinden. Die vornehmsten find der Pichincha von 2464, (nach BvUglM's geometrischen Messungen von 24Z4, barometrischen aber eigentlich nur von 2Z84, doch fehlt eS, um letztere ordentlich berechnen zu können, an manchen ciutiz. Z..) der Corafion von 2470, der Chus- salong von 2476 und der Chimborasso von 9217 Toisen übe? der Meeresstäche. Dieser letztere ist, so viel man weiß der höchste Berg Tt4 auf 664 Xlll. Abschnitt. auf der Erde; aber auch selbst dergleichen Berge köi-nen der Erde an ihrer Rundung nichts Bella "Niches benehmen. kllai sur le» uss^c« äo, monrsgncz pzr dl. nnn?y»>ilz. s ?ur!c >7<4 8 Eine sehr nette Verglcichung der Höhen aller bisher gemessenen Gebirge findet fich in r .u Ue.« pn«>.jp,ux monr^gl^^ Rozu'r's Journal Sept. 178z. Deutsch in TrnIIes phys. Cal.nder für <7^6. L. *) Nack MaUiin tVersucl, einer Naturgeschichte von Chili aus dem Ital. Leipzig >78h. 8. S. 48.) soll der Deseabesado in Chili dein Chinil'ornsss in O.uiro an Höhe nichts »achgeben; doch werden keine Messungen angeführt. C. lteber die Pyrenäen S. eine vorzügliche Schrift: Od- scevaricin! t'silez Nsn. erc. a N^r>5 >78^>. 2 Tbeile. Deutsch unter Ausficht des Verfassers (dt az-aoioo) unter dem Titul: Reise nach den höchsten Franz. und Spanischen Pyrenäen. C. Von dm kleinern Gewässern auf der Erde. K. 687. Fast allerwärts finde" sich auf dem fände kleinere Bäche oder größere Flüsse/die immer wieder in größere zusammen fließen, bis sich diese zuleßt in das Meer ergießen. Sie entspringen alle aus Quellen, welche an und um Bergen liegen, und geben eine berracbrlicde Menge Wasser her. In der Seine allein fließen nach Marivtte's Schaßung jahrlich über 100000 Millionen Cubicfnß Wasser durch Paris. Nun fragt man mit Recht, wo diese große Menge Wasser Von der Erde insbesondere. 66? ser herkomme, welche die Quellen unaufhörlich stießen lasse«. Z. 688. Regen, Schnee und andere Wasser, welche aus der Luft niederfallen, geben unstreitig einen großen Theil des Wassers her, das aus den Quellen stießt. Deßweqen sind in dem wüsten Arabien und in einem Theile von Afrika wo es nie regnet, die Quellen und Flüsse so selten. Dieses Wasser dringt durch die Erde durch, bis es insbesondere auf khonige Lagen kömmt, durch welche es nicht durchfließen kann; hier häuft es sich an und bildet solchergestalt Quellen; oder es sammelt sich erst in Höhlen, dir hernach überfließen. McN'ivtte berechnet sogar, daß wenn die Seine nicht eirmah! den sechsten Theil des Wassers bekömmt, das auf den Raum fallt, woraus sie ihre Quellen nimmt, dennoch ihr Strom dadurch in seiner Släike erhalten werden könnte. Aber es ist auch dagegen zu bedenken, daß ein sehr großer Tbeil dieses Wichers, noch ehe er tief genug eindringen kann, wieder ausdünstet, und daß ein anderer ebenfalls sehr beträchtlicher Theil davon zur Ernährung der Pflanzen dient. §. 6L9. Daß indessen dieses aus dem Luftkreise herabfallende Wasser nicht den einzigen Ursprung der Quellen abgeben könne, ist wenigstens in Absicht auf einige Lander ziemlich klar. Scdi» leau a) hat berechnet, daß Großbritannien lacht T l z mehr 666 Xl!l. Abschnitt. mehr als die Hälfte von dem Wasser durch Regen und Schnee erhält, das aus seinen Flüssen abfließt. Zudem gibt es auch beträchtliche Quellen und stehende Gewässer auf hohen Bergen, die ihren Ursprung wohl nicht ganz vom Regen und Schnee haben können. Verschiedene Quellen geben auch zu allen Iahrszeiten gleichviel Wasser; ja einige in großer Hitze mehr als bey nasstr Witterung. Dieß letztere läßt sich nun zwar wohl aus andern Gründen erklären, aber cS müssen dennoch ohne Zweifel mehrere Ursachen zur Erzeugung der Quellen beyrragen. «) Sc I'sciS. -I-z sc. » ?zri, 169z. p. >!?. leg. Stdileau gründet sich auf einige von Ricciolus (e-ogrzpli. rcform.) aügeiiomiiiene Sätze, und rechnet selbst nicht viel darauf, e,. §. 6yo- Dahin muß man rechnen, daß die Berge die feuchten Dünste in der just an sich ziehen, welche an den kalten Klippen gleich in Tropfen zusammenfließen und so das Quellwasser vermehren. Aber alle Quellen können daher ihr Wasser nicht nehmen. Müßte nicht die Donau, müßte nicht der Rhein und andere auf hohen Bergen entspringende Flüsse in Winter versiegen, wenn auf diesen Bergen Schnee liegt? (Allen diesen Einwürfen wird vortrefflich von Hr. D». i!üc begegnet, flvlaäik. cio i'ittmolpli. H, '55 lc^ L..) Es können auch unterirrdische Höhlen, die mit dem Meere in Verbindung stehen Von der Erde insbesondere, es? stehen und dadurch Wasser erhalten, eine Menge von Dünsien von sich geben, die in der Höhe in Tropft» zusammenstießen: ja selbst durch die Zivischenräumchen der Erde kann das Wasser des MeereS, zmnahl in Gegenden, dl- dem Meere nahe liegen, sich durchseihen, und so einige Quellen verursachen. Daß es wie in Haarröhrchen durch die Erde aussteigen und so Quellen bilden si-lite, ist nicht möglich. Quellen die nur zu gewissen Jahrs- oder Tageszeiten laufen, und periodisch versiegen und wieder Wasser geben. Quellen, die zu gewissen Zeiten Getöse machen, trübe werden, Ebbe und Flnbt leiden. Hieher gehöre» auch di? Erscheinungen beym Zircknitzer See in Nieder-Crain, und dem Eichner See im Baadenschen, auch der berühmte Quell des Pli< nius l.ib. iv. zo.) worüber Hr. v. Gegner 2 Programme Göll. >?Z7. geschrieben hat. Zu vergleich, mit §. 25z. in der Note. a.. gprsne cln n» e-ux pae uz«lO'irx >79. n. z.) c^si>. LkK'lMoi.idii -l« veizinc toiniam tluuioiumlju« cx plunäl. Ulnfn. 1689. 4. is. vossivs Ne Mb silzuc sljorum llvminum ori^inc. llsg. Low. 1666. 4. kcmzrguc» lue I'e^n a? Iz plnic et lnr l'oeigine clci 5«i>- loine», pi>r dl. vx 1.x niau; in den irkei». l'nc»4. eoz>. ^ /c. >70^. xnz. /is. vxai.ir^Rki le^xionc inweno l'orizins llclls konrznc. Ve- ncx. i?!?. 4. lbülclUnni l'ori^ins srinrzne, ilslcriirc !n sorms cii I-ttkic villttorc dneoa. vvxi.i'ir,ai. IN Uucc^ I7ü8. 8. vxo. no« «^»oxvanvi « 4511-. ?»>r>. clilü 8« t'oniiül» ori^inc. In». >7ZZ. 4. AiLoa. czur??,i seil' c»i-gn«!c sonr-ns. VencT. 1741. I?. «Zenr. Rtthns Gedanken vom Ursprünge der Quellen und des Grundwassers. Berlin >746. «. iv. Lvirscu. xv»el.e-lii ce Svien. «-rxiruxi.. lli!0 lls vii^lni kaniiuin, 1761. ' xv». 668 XIII. Abschnitt. 'irm. »»rrnv vf lk? circulzrion o5 rke vstr;' vspou» os rde lc» an-i rde c»ule c>s s^rin^». l'kilos. 1°rznz. dl. IA1. §. 6yr. Die Quellen nehmen auch manchmahl aus den Bergen, worin sie einstehen, Theilcden mit sich. Hieran? entspringen theils die Gold- kör^ er führenden Quellen, theils mit aufgelöster Kalkei de geschwängerte, »der so genanntes hartes Wasser gebende und wohl gar incrustirende, oder salzichte, alaiinict'ke, vitri'ljsche Quellen u. de gl. und die verschiedenen Gesundbrunnen. In den Morgenländern gibt es verschiedene Quellen, aif deren Wasser Nophtha schwimmt, und die deßwege > brennen. Hierher gehören auch die sogenannten Mchlquellen. Der fremdartige Gehalt des Wassere wird meistens durch Niederschlagungen entdeckt. 'Bergmann >c »naiys, in seiner Sammlung chemischer Schriften. S. ferner §.ao>. i. L. §. 692- Einig? Quellen sind vorzüglich kälter, andere wärmer als die A>'mojphäre. Diese letztem heißen Bäder und sind bisweilen mineralisch, das heißt, sie führen fremdartige ausge- lößie Theile bey sich. Einige sind vorzüglich heiß. Ist Vttriolsäure, die aus Eisen wirkt, die Ursache der Hitze? Das Aachner Bad und auch andere halten Schwefel in sich ausgelößk, vermulhlich Vermittelst eines saugensalzes. ltzkdrolvgi» , ellei' 'dttzimrikcr». in -Ielr etl5«'ic os ^o». aorrscn. SlocKU. >748. 8- Ioh- Von der Erde insbesondere. 669 Ioh. Gottsch. wallcnus Hydrologie, übers, von Ioh. D^n. Denso. Berlin »7ZI. 8. §. 6yZ. Wenn man an einem Otts in der Erde eine Grube mache, so sammele sich das Wasser aus den benachbarten Stellen darin an; Quellen, die nicht weit davon vorbei) fließen, ziehe sich dahin, und so enrstehen die gegrabenen Brunnen. Man kann sie ollerwares anlegen, aber am ergibiqstsn müssen sie frevlich in wasserreichen Gegenden feim. Bi?weilen sir-dee man schon in einer Tiefe von fünf bis sechs Fuß Wasser, bieweilen maß man wohl 200 bis zoo Fuß darnach graben. §. 6yg. Mehrere zusammenfließende Quellen machen Bäche, mehrere Bachs einen Fluß, der sich auf eben die Weile, wie er entstehe, auch ansehnlich vergrößern kann. Die mehrsten und größien entstehen zwischen hohen Gebirgen. Die größten Flüsse finden sich in Amerika, wie z. B- der ungefähr 6oc> Meilen lange Ama- zonenfluß, der S. Lorenzfluß, der Plaeafluß. In Europa ist wohl die Wolga der größte Fluß und über goo Meilen lang, nachstdem die Donau. Das Wasser fließt in den Flüssen natürlicher Weise allemnhl nach den niedrigsten Gegenden zu, und daher rühren die Krümmungen, die sie meistens machen. §. 695. 670 Xlll. Abschnitt. S- 695. Die Geschwindigkeit des Stroms richtet sich nicht immer nach der Abhängigkeit des Bodens des Flusses; die Donau kann nicht wohl so abhängig seyn als der Rhein und der Po, und fließt doch viel geschwinder. Die geschwindesten Flusse sind der Tiger, der Indus, die Donau. Das Wasser steht in der Mitte des Stromes manchmahl um ein Beträchtliches höher als an den Seiten, wegen der Geschwindigkeit mit der es fließt; aber nahe bey dem Ausflüsse deck Stromes ist die Oberfläche desselben in der Mitte hohl, denn an den Seiten steigt das Mceewasser am stärksten auf. Übrigens ist die Theorie von dem kaufe der-Flüsse und ihrem Austreten weitläufig und noch mancherley Schwierigkeiten unterworfen, daher ich mich hier nicht besonders damit beschäftigen kann. §. 696. Es gibt auch Flüsse, die sich unter der Erde verlieren und hernach anderwärts wieder ausbrechen ; vielleicht verschwindet das Wunderbare hiervon bey genauerer Untersuchung eben so, wie es bey der Rhone verschwunden ist. Ein Arm vom Rheine verliere sich sogar in den Niederlanden gänzlich im Sande, und das ihun in wärmern Gegenden mehrere Flüsse, nachdem sie erst kleine Sümpfe gebildet haben. Viele Ströme treten jahrlich zu gewissen Zeiten aus; die Überschwemmung, welche der Nil im Som- mer Von der Erde insbesondere. 671 ruer einige Monate lang macht, ist eine der berühmtestem Auch sind bcy den Flüssen ihre Falle meikwürdig, bey denen meistens ein beständiger Nebel, und, wenn die Sonne scheint, ein Regenbogen gesehen wird. In Deutschland ist vornehmlich der Rheinfall bey Schaff- Hausen und bey Laufcnburg merkwürdig. In America gibt es weit größere Wasserfälle, z. B. des Niagara, und insbesondere des Bogo- caö bcy St. Magdalena. §. 697. Stehende Wasser, die keinen sichtbaren Abfluß haben heißen Sümpfe. Meistens bekommen sie ihr Wasser vom Regen und Schnee, und sie sind deßmegen nach den Witterungen veränderlich: in einige ergiessen sich auch selbst Flüsse. Das sogenannte Caspische Meer ist einer der beträchtlichsten und merkwürdigsten Sümpfe auf der Erde. Es ist ungefähr 7820 Quadratmeilen groß und in der Mitte über goa> Fuß tief; es fallen ansehnliche Flüsse hinein: Regen und Schnee mit gerechnet, müssen täglich wenigstens 64800 Millionen Cubicfuß Wasser hineinfallen. Aber wo dicß Wasser bleibt, weiß man noch nicht. Hat das Caspische Meer vielleicht Gemeinschaft mit dem schwarzen Meere, oder, wie andere glauben, mit dem Persischen Meerbusen? Dünstet das Wasser daraus bloß aus? §. 69g. 672 XNI. Abschnitt. §. 698. Wenn ein stehendem Wasser einen 'sichtbaren Abfluß har, so nenne man es einen See. Einige, z. B. der Ge fersee, andern ihre Hohe jährlich um ein Ansehnliches. Der Zirknitzer- sce im Herzogthum Krain trocknet sogar im August gänzlich auö, und bekömmt nach eini- gcr Zeit plötzlich und in kurzer Zeit sein Wasser wieder. Unterirdische Höhlen, die mir einem See in Verbindung stehen, können dergleichen verursachen und auch machen, daß einige Seen bep dem stillesten Wetter sehr ungestüm si ch. Einige Seen, z. B. das schwarze Meer, sind gesalzen. Das obere Wasser desselben fließt durch den Bosporus bestandig gegen das Mittellandische Meer; ober in der Tiefe geht dagegen ein Strom aus diesem in das schwarze Meer, und daher bekömmt eö sein Salzwasser. Innere Beschaffenheit der Erde» S- 699. Wenn man in die Erde grabt, so findet man mehrere über einander liegende Schichten von unterschiedenen Stein - und Erdarren, die wenigstens ungefähr horizontal laufen. Die oberste besieht gemeiniglich aus Damm- oder Gartenerde worin die Pflanzen wachsen, und in welche auch die Thiers und Pflanzen durch die Fäulniß wieder aufgelöst werden: aber man Von der Erde insbesondere. 67z findet auch dergleichen Erde bieweilen in einer ziemliche» Tiefe unter andern Schichten. Die Ordnung der Schichten richtet sich nicht immer nach dem eigenthümliche» Gewichte derjenigen Steine und Erdarten, woraus sie bestehen. §. 700. Die Berge haben ebenfalls dergleichen Schichte», die bi weilen nach der Rchrung der Obersiäche des Berges gehen, bisweilen aber auch wohl horizontal lausen. Deswegen haben vsers neben einander liegende Berge einerlei) Schichten in einerlei) Ordnung, und eö hat das Ansehe», als ob das Thal zwischen ihnen herausgeschnitten wäre: memchmahl haben auch wohl die Thäler ihre eignen Schichten, säst als ob dwje erst noch der Bildung des Thaies hineingebracht worden wären. §. ?ar. Sonst bestehen die Gebirge innerlich ös ers aus großen Stemklumpen, die gemeiniglich hier und da ansehnliche Höhlen, Spalten und Istjse h ,bc->. Viele sind wieder mit andern mineralischen Körpern ausgefüllt und verwachsen; und dahin gehören die im Beigbau sogenannten Gänge, die manchmahl in einer ansehnlichen Strecke in einer Richtung fortlaufe», bisweilen aber sich erweitern, verengern oder plößlich abschneiden. Außer den großen Gesteinen woraus die Gebirge bestehen, trifft man U u auch 674 XIII. Abschnitt. auch hin und wieder ansehnliche Haufen einzelner l> ier S-eine, manchmahl von beträchtlicher G öße neben einander liegend an. Abhandlung von dem Ursprünge der Gebirge und der darin befindlichen Erzadern, oder der sogenannten Gänge und Klüfte. Leipzig 1770. 8. s. lur I» kornislarion 3«, btonrsßne« et«. -> 8r e-r-t<.KutA >777 4. Deutsch in den Leipz. Sammlungen zur Physik. V.l. S. >z>. Anmerkungen darüber cbenp.rs. B.U- S. 177. »C. Haipincicis Entwurf einer syst. Eintheilung der Ecdiras-Arten, ein Versuch zur Beantwortung der von der Russisch-Kaiserl. Acad. der Wissensch, für das Jahr 1787 aufgegebenen Frage, welcher den Preis erhalten hat. Petersburg >786. 4. steht auch in den phys. Arbeiten einträchtiger Freunde. ».Jahrg. ».Quartal. Wien >737. 4. ^lllkchtnnßen vom Innern 6er Lcbirxe nnck veodsck» tunßcn ßessmmelt von rnliz. wir», nritinic» von rnkain». velkiu un3 1787. toi. mir Vlll. illuminnren lvupterrnkein. ^ Kurze Classification und Beschreibung der verschiedenen Gedirgs-Arten von A. G. rvcrucr. Dresden, 1787. 4. Auch dessen Schrift über die Gänge. S. 702. Sonst hat man bemerkt, daß die höchsten und ältesten Gbirge des Erdbodens aus der Steina« bestehen, die man Granit nennt; diese sind ohne alles Metall und andere Erze "). An und um ihnen liegen die niedrigem Thonschiefergebirge, und um diese wieder die Kalkgebirge, als die niedrigsten von allen, und diese verlieren sich almälig in stacbem jande. -) Der Granit führt Metalle, besonder« Eisen und Zinn. Z- ?oZ. Von der Erde insbesondere. 67s §. 703. Da man übrigens auch in den tiefsten Bergwerken sich dem Mikteipuncke der Erde noch bey weitem nicht um den sechstausendsten Thcil des Halbmessers derselben genähert hat, so laßt sich fteylich wohl nichts von der eigentlichen innnerlichen Beschaffenheit der Erde mit Gewißheit sagen. Ganz hohl kann sie wohl nicht seyn, die anziehende Kraft der dichten Berge müffe sonst größer seyn, als man sie wirklich finde.'. Richtung des Magnets nach den Weltgegenden. §. 704. Ein jeder Magnet, der ftey genug hangt, oder liege, es fty ein natürlicher oder künstlicher, nimmt attemahl eine solche 5age an, daß einer seiner Pole nach Norden, der andere nach Süden gekehrt ist. Icnen Pol nennt man daher den Nordpol (polns boreus), diesen den Südpol (suckralis). Hieraus gründet sich der Gebrauch des Magnets, besonders der Magnetnadel (H. 559) zur Erforschung der Weltgegenden. Zween Nordpole von zweenen Magneten, oder auch zween Südpole, also die gleichnamigen Pole, stoßen einander zurück, und sind also feindliche Pole (§. 556). Ein Nordpol des einen, und ein Südpol des andern ttu s Magnets, 676 XIII. Abschnitt. Magnets, oder die ungleichnamigen Pole, ziehen hingegen einander an, und sind folglich sreunkschafilich. Dcn Erfinder der Magnetnadel kennt man nicht. Aber die Eigenschaft des Magnetes sich nach den Weltgegenden zu richten, worauf sich ihre Wirkung gründet, ist uns dey weitem die nützlichste. 'Ioh. Carl rvilke über den Magneten. Aus dem Schwedischen übersetzt von u. O. G. Groniiig. Leipzig >794- 8- Eine merkwürdige hierher gehörige Stelle findet sich in einer Note des Hr. r>. Monster in dessen !!e- berseyung von Smmburns Reisen durch beyde Sicllien im -te» Bande. S. >89. L. s. 705. Die beiden Pole der Erde verhalten sich also gegen einen Magnet eben so wie die Pole eines andern Mag»eceö (§.556), und die Eide selbst ist also im Ganzen entweder als ein Magnet anzusehen, oder es liegt in ihr ein großer Magnet verbergen, dessen Pole gegen die Erdpole gerichtet sind. Wie sich aber die Magnetnadel oder ein jeder anderer Magnet nach Norden und Süden richten kann, das wird sich überhaupt nicht eher erklären lassen, als big mir mehr von den Wirkungen eines Magnets auf einen andern wissen. H. 706. Aus dieser magnetischen Kraft der Erde wird begreiflich, wie eiserne Stangen, die lange Zeit aufwärts gerichtet gestanden haben, wie z. E. Kceuße aufThürmen, oder anderes Eisen, das Von der Erde insbesondere. 677 das lange an einem erhobenen (? A..) Orte ruhig gestanden hat ohne zu rosten, dadurch selbst zu Magneren werden sonnen. Ja ein jedes Stück langes Eisen, das nur vertical gehalten « wird, zeigt in dieser Stellung eine schwache magnetische Kraft, und zwar wird das nach umen gerichtete Ende zum Nordpole, daö nach oben gerichtete zum Sudpole. Auch wächst Eiseurost, Fect und gemeiner Stein mit der Zeit in einen Magnet zusammen. Lclcnpnon Sc >'s!msnr, czui z'eli tvrme ä Ig poinlc rtll clockcr neuf 1, V^l.l.LVWN'r. k?ZNZ ,69z.. >!. §- 7->7. Nur an wenigen Gegenden und selten zeigt die Magnetnadel mit ihrer nordlichen Spihe genau nach Norden, vielmehr weicht sie meistens mehr oder weniger nach Westen oder Osten ab. Den Winkel, um den die Magnetnadel von der Mittagölinie abweicht, mißt man nach Graden und deren Theilcn, und gibt durch ihn die Größe der Abweichung Im Magnetnadel (cleclmaric» gcus MZZneli. cae) an. Genaue Beobachtungen haben gezeigt, daß die Abweichung der Magnetnadel an einem Orte größer als an dem andern, andern, und auch selbst zu verschiedenen Zeiten verschieden, ja selbst täglich einigen kleinen Veränderungen unterworfen sey. In unfern Gegenden (eigentlich in ganz Europa, ganz Uu z Afrika 678 XIII. Abschnitt. Afrika und einem großen Theile von Asien und Amerika. L.) haben wir gegenwärtig westliche Abweichung. ^ !-llcr lo iki rixkt Kon. rkc kzrl of »»ccvr!!?ii!l.o er». conccrninA ikevznilion ot lke niZßnciic ncerNe, »cii!» » ler vf isdler sunexc-i «'kick e^kikir lke r-luir vi Us>«'sr0s v5 iknullivit vkiervarion» eic. k/ zvlvv. ^lc>u»?/zi»L »ncl ^,»1. vovsvb!; in den triirrrnK. t^ol. 7,. /. Peter rrivms von den Milderungen bcy Abweichung der Magnetnadel; in dcn Schwcd. Abhandl. >747 S 8^. »iicinpr 10 nccvunl sor lke rcxvlzr 6inrnel vzrisrion vs lke kori^onr^I mogncric ncciNe; anU »>5o sor >r, irre- ^u!»r vzrisrion ül lke rimc k>t NN nurorn koicnkz, I>zr zonie cnri'eorr; in de» ?/ri/o/. ri'nii^nck 7'«!. 1.5. t. z^,F. klane cicz vniiziivn, >le in Loullole er ciei vcni, xcnersn« czuc >'c>n rrou»e Unns tcz merz >c> pIn, fre-zuenlcc», pnr dl. sri.i.rrr. n e-r>z 17S4, eine Charte. I» einigen Gegenden verliert die Magnetnadel sogar gänzlich ihre Richtung, z, B. bey der Insek Canney neben Schottland, und hin und wieder i« Hudsondbay. §- ?O8. Die?lbweichung der Magnetnadel und ihre Veränderlichkeit wird begreiflich, wenn man annimmt, der Erdmagnet habe feine Pole nicht ganz genau nach Norden und Süden gerichtet und bewege sich dabey, oder verandere die läge feiner Pole. Halicy fand es nöchig, diesem Erdmagnete vier Pole, zween nördliche und zween südliche beyzulegen, und also einen ano- inalifchen Magnet (§.554.) (eigentlich zwey Magnete. L..) daraus zu machen. Eulcr aber Hat gezeigt, daß dieß nicht nöchig sey anzu- nehmen Von der Erde insbesondere» 67s nehmen um von der Abweichung der Magnetnadel Rechenschaft zu geben; daß sich vielmehr die Begebenheiten aus dem Daseyn zweenor Pole am Erdmagnsre erklären lasse. rlicor? »5 ike vzriiniu» os ikc maxnencal cnmpas,, K7 dtr. ro. in den rxn-laK. 7I««. x« ckanAc c>f rke »ari»rion ok rke mixniiicsl ncc>UH — — xox«. ilai.i.rv; cbendas. »»>».,,7. K«x. 7L7. »lak. seköULX «r 10. c-vsr. rL7^Z. I^sclicrckea sur la clecünzison lie I'aißuillcc aimanre, p»k dl. LUI-LK; in de» ^Iteiu. -ie t'aca^. ro>. 9. Mayer hat in einer der königlichen Societat der Wissenschaften zu Güttingen vorgelesenen noch ungedruckten Abhandlung erhebliche Erinnerungen gegen Eulers übrige Erklärung gemacht, (auch hat Euler nachher slVlem. äe ker- Ii» 1766^ einige Unrichtigkeiten seiner Hypothese selbst entdeckt. Es fehlt wohl hier n ch on hinlänglichen Beobachtungen, die kheils durch die Unzukommlichkeit des Innern mancher festen Länder, als z. B. Afrika s?c. kheils durch die Unsicherheit der auf dem Weltmeer angestellten, sehr viele Hindernisse finden. L..) die Erscheinungen am Magnete selbst aber daraus ganz natürlich erklärt, daß in der Erde ein Magnet von nicht beträchtlicher Große anzutreffen sey, der doch nicht im Mictelpuncte der Erde, sondern ecwa 120 Meilen davon, Uu 4 und 680 Xlll. Abschnitt. und zwar nach demjenigen Theils der Erde hin liege, den das stille Meer bedeckt; daß dieser Magnet nur zween Pole habe; daß seine A.re anch nicht mit der Erdape parallel lause, und daß seine Kraft abnehme, wie die Würfel der Entfernung zunehmen. Dabey nimmt er noch an, daß dieser Magnet in der Erde sei-e jage von Zeit zu Zeit ändere. S. Gotting. Anz, >762., S. ???. Denen vom Hrn. Verl. hier bengcbrachten Sätzen ans der Maverscben Theorie füge ich noch folgendes ans dem Mspt den. M. nimmt den Magneten in Teraleichung mit der Erde für unendlich klein an. In der §. .'68. angeführten Mkandlung hat er erwiesen, daß zwar die Kräfte jedes einzelnen Theil- chens des Magnete» sich verkehrt verhalten wie das Quadrat der Entfernung, die Totalkraft aber aller zusammen jedem andern Gesetze folgen könne. Keine Voraussetzung aber thut der Erfahrung so gut Gnüae, als wenn man annimmt die Tvtal- kraft des Magneten in der Erde verhalte sich verkehrt wie die Würfel der Entfernungen. Der Magnet entfernt sich jedes Jahr etwa des Halbmessers der Erde von dem Mittelpunkt derselben. Eine gerade Linie durch den Mittelpunkt der Erde und des Magneten gezogen, schneidet die Oberfläche der erster» in einer Länge von so, Graden von der Insel Xerro, und in 17 Graden nördlicher Breite. Die Länge dieses Durch- fchnittpuncts nimmt jäbrlich um 8, die Breite um 'aMinuten ad. Endlich nimmt er an, daß die Axe des Marinsten senkreckt ans jener Linie durch die Mittelpunkte stehe, und dieses in einer Ebne, die mit der Elms des Meridians, worin jene Linie liegt, einen Winkel von 11^ Graden macht und zwar ben uns gegen Osten zu, auch wächst dieser Winkel etwa um 8^ Minuten des Jahres. Ich füge nun noch einige Rcsnllate bev. Die Von der Erde insbesondere. 68 r Die erste Columue cuthält die aus der Hypothese gefolgerte» Zahlen, die zweite die beobachteten; Abweichungen. Paris '4° Wcsil. »4 bis 16^ Westl. Berlin 12 2 — 4O — Upsala 11 24 — 9 ZO — Tornca 9 45 — 7 30 — Petersburg 9 44 — 5 0 — Nm Cap >8 I — '7 30 — bvuisbvurg '9 54 — '7 O — Quito 7 36 Ocffl. 8 O Oestl. Neigungen, 9' NSrdl. q6 — a Nördl. 7? 7' '4-! — 77 o — >7 o — 4>°bis4g" — Südlich. Paris 7>° Berlin 71 Tvrnea 7; z8 -- Quito Z4 4« -- Aui Cap 42. 47 Südl. Wenn man bedenkt was für unvollkouunner Beobachtungen sich Maver bedienen mußte, (er selbst nennt sie cisiNor-!) UN! die Hauptgrößcn bei) seiner Hypothese fest zu sehen, so muß man sbcylich eine solche licbereinstiui- mung bewundern. L. S- 7lo- Endlich hat mau auch noch gefunden, daß nach dem Strolchen der Magnetnadel in den nördlichen Gegenden der Erde die nördliche Hälfte derselben, in den südlichen Gegenden aber die südliche Hälfte schwerer wird, als sie vorher war. Der Winkel, um welchen die vor dem Streichen -mit dem Magnete, horizontal liegende Magnetnadel nach dem Streichen von der Horizonkalliuie abweicht, wird gleichfalls wie ein anderer Winkel gemessen, und heißt die Neigung der Magnetnadel (ürclinutic» gcus mögneticäe). Auch sie ist au den unter- Uu 5 schiede- 63» XIII. Abschnitt. schiedenen Oettern verschieden, und die Schiffer müssen deßweqcn die eine oder die andere Hälfte ihrer Magnetnadeln bald mehr, bald weniger mit Wachs schmerer machen, so wie sie ln andere Gegenden kommen. Die Ursache dieser Neigung im Allgemeinen liegt srcnlich wohl darin, daß die Pole des Erdrnagncrs vicht gleich stark auf die Pole der Magnetnadel wirken. I'licoric i>v /c i 7 57 xax. >>7- Werkzeuge die Abweisung und Neigung der Magnetnadel zu finden sowohl, als Charten für beide, werde» in den Vorlesungen vorgezeigt und erklärt, ü,. -I.« dlonnicr I.aix Nu dlzgnciidme. 2 l'srii »77a. L» » Theile. 'I. C. rvilke Versuch einer magnetischen Neigung«« charle in den Schweb. Adhandl. zc>. B. S. 2.09. '«L. G. «Lckebergs Bcodacht. der Neigung der Magnetnadel auf einer Reise nach und von Canton, i» den Schwed. Adhandl, zo. B. ^z8. ZS. Funck die nürdl. und südl. Erdoberfläche auf die Ebn- des Aequatvrö projicirt. Leipzig >78>. enthält sowohl die Abweichung«- als Neigung«« Linien. ^krbuck. IZürlin >779- ' Zwey Adhandl. von Hr. Lambert hierüber S. in de» cie Lerlin. snnee »766. 'I- le. Silberschlags Svfiem hierüber in den Berliner Mem. für 1786 - 1787. - Berlin 179-.. 4. S. 87. L. Die vollständigste Sammlung von Abweichungen sowohl als Neigungen der Magnetnadel finden sich in des Grafen von Vüffoiis Naturgeschichte im V. Theile der Mineralogie. L. Vom Von der Erde insbesondere. 68 z Vom Luftkreise und den darin vorgehenden Bewegungen. §. ?ll. Die Luft, welche die Erde gleichsam als eine hehle Schaale umgibt, macht den Luftkreis oder die Atmosphäre derselben aus. Es ist schon im Vorhergehenden (§. 207.) gezeigt worden, daß die untere Luft viel dichter seyn müsse, als die oberste: und die Dichtigkeit der just muß also von unten nach oben beständig abnehmen, wenn nicht etwa die Dichtigkeit der Lust in der obersten Gegend des Lustkrei- seS gleichförmig ist, welches gar wohl ftyn kann, wenn das Gewicht der obersten Lust un> vermögend wäre die Elastieitak der unmittelbar darunterliegenden zu überwinden. - S. Rästners oben §. 684. «»geführte Schrift L. 204-209. L. §. 7ls. Wie hoch der Lustkreis über die Erde hinaufgeht, das würde sich auf der Hohe des Quecksilbers im Barometer und der Verhältnis; des Gewichts der Lust und des Quecksilbers gegen einander leicht finden lassen, wenn die Lust entweder durchaus gleich dicht wäre, oder wenn wir nur genau wüßten, nach welchem Gesetze die Dichtigkeit der Lust in der Hohe abnimmt. So aber kann man nur rnuthmaßen, wie hech der Lustkreis ist, und man 634 XIII. Abschnitt. man schaßt die Höhe desselben über der Erde aus der Dauer der Dämmerung ungefähr auf acht biö zehen geographische Meilen. Sur Iz Iicm-Us s- I'zrmosptiere < siZs k>I. »Ii 1.^ Ullix z jil den tlckcm. ?. §- ?lZ. Ohne Zweifel ist ober diese Höhe nicht an olle» Orte» und z» allen Zeiten gleich. Erstlich muß unter dem Aeqmuor die Luft am höchsten stehen, wegen der Umdrehung der Erde um die Axe; zweyrens muß auch der Mond die Höhe der Atmosphäre verändern. Denn wen» alle Körper gegeneinander schwer sind, so wird es auch die Lust gegen den Mond sei,», und der Mond wiid den Thei! des Lustkreises, dem er am nächsten ist, am stärksten anziehen und also dessen Schwere gegen die Erde mindern. Die Luft zur Seite wird daher, um das Gleichgewicht herzustellen, nach jenem Orte zu dringen und die Lust unter dem Monde am höchsten stehen. Schwächer wirkt auf eine ähnliche Weise die Sonne auf den jus kreis, wegen ihrer viel größern Entfernung von der Erde, ob sie gleich ungleich größer ist als der Mond. §- 714. Theoretisch die Sache betrachtet sollte man erwarten, daß diese Wirkung des Mondes und der Scnne auf die Atmosphäre keinen Einfluß in Von der Erde insbesondere. 68 s in das Barometer haben werde. (Die Theorie lehrt dieses nicht, sondern daß vielmehr eins wiewohl geringe Veränderung des Druckes davon abHange. Aber genau und lange Zeit durch angestellte Beobachtungen haben dennoch gelehrt, daß ollercings die Barcincterhohen etwas großer sind, wenn der Mond in der Erdferne ist und zur Zeit des eisten und lehten Viertheils, als zur Zeit des Voll - und Neumondes und wen-, sich der Mond in der Erbnahe befindet. Schwacher sind die ähnlichen Wirkungen der Sonne auf das Barometer, wie man leicht erwarten kann. OStcrvzlionz lur I'inituenc! Se >z Nunc Ssnz le poiS« So I'Zrmospkere, ill 0>!N /c. fr. 1771. ktousc isUulz- b-roniccri scUuzlzuS msris s los. ?o^l.oc> Si^-Uiic. kälzv. >77Z> 4. s. 715. Aber die Sonne wirke auch noch durch die Erwärmung aus die Höhe des Lustkreises und erhebt dadurch den Theil desselben, welcher gerade iimer ihr steht /V, 96 Fig. wenn 'I' die Erde, 8 die Sonne ist. Dann muß aber die Lufc von A nach allen Seiren, nach I> und (ch abstießen, und damit das Gleichgewicht wieder hergestellt werde, wird die inst hingegen von b und c nach zustießen, durch die Wärme wieder erwärmt werden und so a»fs Neue ^ erhöhen, die Lust aber zwischen ^ « in einer beständigen Bewegung sei?». Weil aber die Sonne bey 686 Xlll. Abschnitt. bey ihrer taglichen scheinbaren Bewegung von Osten nach Westen fortrückt, so werden die Luftsäulen zwischen äL nach und nach auch mehr erwärmt und erhöhet, die zwischen aber immer mehr abgekühlt und ihre Höhe vermindert werden. Solchergestalt stießt die Luft vornehmlich nach Morgen, von tV nach IZ, ob, und bewegt sich dagegen näher c» der Erde wieder von b nach a ; und es entsteh: so an denjenigen Orten der Erde, über welche die Sonne gerade weggeht, ein beständiger Morgenwind, den man in den heißen Gegenden wirklich beobachtet. Und zwar muß dieser Wind in der nördlichen Hälfte der Erde nordöstlich, in der südlichen südöstlich seyn, und sich auch nach dem Ort der Sonne in der Ekliptik richten "). Eine Muthniaßung hierüber steht in dem Leipziger Magaz. für Ockonvmie und Naturkunde >766. >.St. L. ') Dieser Halleyscben Theorie der bestandigen Ostwinde hat Hr. Hude in seinem -Werke über die Ausdünstung sehr starke Zweifel entgegengesetzt. L. H. 716. Das trockne Land wird der Erfahrung zufolge von den Sonnenstrahlen schneller erwärmt als das Wasser, aber es verliert auch seine Wärme wieder in einer kürzern Zeit. An den Seeküstcn wird also die Luft über dcm Trocknen bey Tage, und über dem Wasser bey Nacht am dünnsten seyn. Bey Tage wird sich also die Lust nahe an der Erde von dem Wasser gegen > das Von der Erde insbesondere. 687 das !and bewegen, oder ein Wind nach den Küsten zuwehe»; bey Nacht hi-'gegen wird der Wind von den Küsten gegen das Meer zuwehen. Diese Winde heißen Land- und Seewinde. Dieser Umstand erklart auch, wie Inseln und benachbarte Lander den beständigen Ostwind im heißey Erdstriche abändern können. S- 717. In dem Indischen Meere bemerkt man noch die sogenannten Passatwinde oder MussonS, (von dem Malayschen Wort Musstn, Iahrs- zeit L>.) welche eine Zeil des Jahres durch nach dieser Richtung, die andere Zeit nach der gerade entgegengesetzten wehen. Ihre Ursachen sind vielleicht noch nicht ganzlich entwickelt; es ist aber kein Zweisel, daß sie nicht in dem Wechsel von Wärme und Kälre, in der Stellunz der Sonne, weil sie sich nach den Jahreszeiten' richten, in der Beschaffenheit des Bodens und jn ahnlichen Umstanden liegen sollten. >rii iMnriczi sccounr ok lbe li'Z-Zi'Zi'inS, snst moniocm» oblervablc in rbe lös» bcrvccn sncl nezr rkc rrnpik», >z?ilk »n zriempr ro Mg» ike pUz-liezt czule vt lke st-i-i >vin^ LlZ.vi, n^l.i.LV; in dcil kb-io/. .K. »nm. xag. 1/?. ?scnrilc on lbs montoons in Ssit lastiii b/ Lipr. I'« rvkaasr. r-ongon 17L4. 8- Z. 713-^ Die übrigen unbeständigen Winde, welche insbesondere in den Strichen außer den Wendekreisen wehen, müssen ans der Verändc- nii'g 688 Xlü. Abschnitt. rung der Warme und Kalke an einem oder dem andern One, die manchmal plötzlich geschieht und vom Schatten der Welken, vom Aussteigen der Dünste und mehr dergleichen Ursachen herrührt, wie auch ans der vermehrten oder verminderten Elastieüm der just, ans der jage hoher Gebirge und Wälder, oder der Seen und Fluste, wie auch vielleicht selbst ans der Wirkung lieser unterirrdisti er Gruben, in Verbindung mit den beständigen Winden erklärt werden. riu>nc. szcon, r>L-veirvi-^ialo IMoria nsimsüz er experi- rnenrNis 664; 47U, t/N xirx. 441. lteltexion Nur Iii czute ßene>g!e e prix pros>ole par i'seaä, >c>v. Ue vrulle pövr l'rmnee 1746. pur dp 0'Xl.Ll.iUUtrr. » IZeiUn >747- 4- , peree Malflenrino kurze Anmerkungen vom Winde; g in den Schrved. AUlniNdl. >7s2,. S, >7?. >'44!« csuks, c>k sevciai v^ivciz ll. L/rirviidl PNilok. irzn-zek. N!. 174. 'Thcvrle des Windes und der Kälte. In den L.cipzi- -;ee Sammlungen zur Phüsik. B. >> S. 57Z. 'dloiUvtkpoi^NiU. W.U. u>u. u. Li>zz. XXXUl, S- 719- Die Geschwindigkeit der Winde ist nicht immer gleich. Die bestandigen Winde heben mei- stenkheils eine gleichförmige und nicht sehr schnelle Bewegung; sie gehen öfters in einer Secunde kaum 12 Fuß stet. Die unbeständigen stnd meistens schneller und können an Lo Fuß und vielleicht noch mehr in einer Secunde zurücklegen. (Kwst't redet vcn einem, der in Von der Erde insbesondere. 689 in einer See. 12z Fuß zurücklegte Lommem. ketiojz. I'. Xlll. und Abbe RvchvN (Vo^s^s » XkaciaZascar ä karis 1791) gar von einem der i;o Fuß in einer See. zurückgelegt hat. L>.) Diese starken Winde heißen Windsbräuten, Stürme und Orkane. Es ist gar nichts Ungewöhnliches, daß die Winde in dem obern Theile des Lufckreises nach andern Richtungen fortgehen , als näher an der Erde. Um die Starke und Geschwindigkeit der Winde zu messen, hat man verschiedene Werkzeuge angegeben, die man Anemometer nennt; sie sind aber noch nicht zu der zu wünschenden Vollkommenheit gebracht worden. Die Wirbelwinde heben öfters schwere Körper in die Höhe, und reißen sie mit großer Gewalt um. Aocmomcrre ^ui nierrzuc 6s lui-iiiems iur ie pepici', non lculcmenr Ic» vcn» izu',1 » fair pcnUsnr Ics er » rzu-II- kcure cti^cun e commence er Snj, m-ik gvlli Icurs 6>licrcnre> virclle» ou korcc» rclzrivcz, per dl. »'ans; in Pen eiXi». 6- /'acv-6. ,li/. 6er /c. 172^. x-iz. --5 ^ncmomcrrum summgm cclcrirsrcm cuiu-ul, vcnri er lirnul vsrizrionez 6irc6l>c>ni>m iUiu», «uäl. i>iicu. oc»»ic>i:c>. so«.: i» den Lo?«-«s»t. xetiox. ?-sv. //. xax. dlerba6ui expeäira vclocirsrem venri eblolvrzm 6crcrmi» nsnSi, ZUÄ. 10». Li>d>. 2Li»rico, ebcndns. ?o?n. X. xaz. 702. AznmerkinAen ovcr 6- v/zarnceming VZN 6c Snclt>ci6 6er Minsen , Soor c. oollkNllcZS; in den Oaod??/,. x/k^. Oes/, S0F. -Oeicriprio» 6'un ilnemorocirc per dl. 6e v^noonoc;. t Srfuir ,781. 4- auch Rozicr'e Journal Iii». »78>. 'i. ciicoooi.in retponSenre »rc. nivoru 6c ilnei^omerra novo. Xbonc 1760. 'wilke Versuch zu einem neuen Anemobaromerer in den neuen Schweb. Adbaudl. B. z. S. 8;. Xx Eine« eZO Xlll. Abschnitt. Eines der besten Anemometer bleibt immer das Bou- guersche 8cs v-issezux p. izi; l'rsile 8cI4,vN- ?. 449; Koller Zrl 6-, Lxperienc«, 1°. III. p. 6». Aueb Sv^inUcn Obs-rv. tur le trout rix;nurcux 8u moi, ^nvier 177S. §.4.?.) L.. »Ideen zur Einrichtung eines Windmessers von Oerrel im Gsth. Mag. vi. 1. 89. Ueder diesen Windmesser von A. eo. Rästner cbendas. vi z. 84. »Ikeorie und Lcbmnck ci«5 kxclrom-rritcUen Flügel, 08er eine xuvcrlüNi'ße kScilioSe Nie (zsscd^inNiAkcir Ncr Vi^inNe unN krvmcnNcn tZc'X'iigce in dsobiiclilcn von «rinu^vo Uembuex. 17A0. 4. Von Ebbe und Fluht. §. 702. So wie der Mond die Luft der Atmosphäre gleichsam hebt und eine periodische Bewegung darin verursacht: so erweckt er auch eine ahnliche Veränderung in der Hohe des Mcerwas- sers und eine davon abHangende Bewegung in demselben, welche man Ebbe und Fluht (izellu8 maris) nennt. ,Jm heißen Erdstriche steht nämlich das Meerwasser in selchen Gegenden, wo nicht Nebenursachen die Sache in etwas verandern, am höchsten ungefähr drey Stunden darauf, nachdem der Mond durch den Mittagökreis des Ortes gegangen ist, oder es ist Fluht, hohe oder volle See (stuxuz); hierauf fließt das Wasser allmälig nach Westen zu ab und wird niedriger, bis es ungefähr sechs Stunden nach der Fluht am niedrigsten steht, und die Ebbe oder tiefe See (reÜuxm) macht. Abermals nach sechs Stun- Von der Erde insbesondere. 691 den ungefähr kommt die zmeyte Flicht von Osten her und auf diese folgt wiederum in jener Zeit eine zweyle Ebbe. §. 72 r. Am zweyten Tage ereignen sich alle diese Veränderungen um 49 Minuten, oder um sa viel Zeir später, als wie viel später der Mond durch den Mittagskreiü des Ortes geht, und so ist die Ebbe und Fluht nach dreyßig Tagen ungefähr wieder in der vorigen Ordnung. Das Wasser geht hierbey immerfort von Osten nach Westen, so wie der Mond weiter fortrückt, oder so wie sich die Erde unter ihm gleichsam wegdreht. Zur Zeit des Voll - und Neumondes, oder vielmehr wann der Mond schon i8? Grad weiter gerückt ist, ungleichen zur Zeit der Nachtgleichen ist die Fluhc am größten; znr Zeit der Mondsviercheile und der Sonnenwenden aber am kleinsten. Z. 722. Diese Bewegung ist ihrer Art und Ursache nach ganz der ähnlich, welche der Mond irr der A'mosphärs erweckt, in welcher sie von uns nur weniger verspürt werden kann. Wenn Ll, y8 Fig. die Erde um und »m mit Wasser umgeben vorstellt, und der Mond sich in k! gerade über a besindst, so geht wegen der Anziehung des Wassers gegen den Mond das Wasser von b und ä nach » hin, und häuft ch' Tr 2 sich 692 Xlll. Abschnitt. sich daselbst. Weil Aber das Wasser zu dieser Bewegung Zeil erfordert und sich die Erde beständig von Westen nach Osten um ihre Are drehet, so gelwgt der Punc' a, wo eigen lich Fluhk scyn selbe, in der Zei noch und da ist jetzt wirklich Fluht, nachdem der Mond bereits durch den Mmagskreis gegongen ist und im k ist Ebbe, in ? ebenfalls Fluht, weil da die anziehende Kraft des Mondes sich cm wenigsten äußern kann, oder weil das Wasser von I? am wenigsten abfließt. So lasse» sich die taglichen Veränderungen in Ebbe und Fluht leicht begreifen. I° 72z. Der Einfluß, den der Mondwechsel und die Iahrszeit auf Ebbe und Fluht haben, wird daraus begreiflich, daß die Sonne durch ihre anziehende Kraft, die zwar wegen der weit großem Entfernung ungleich geringer ist als die anziehende Kraft des Mondes, gleichfalls eine kleine Fluht im Meere macht, welche bald mit der durch den Mond gemach en zusammenfällt und sie also vergrößert, bald ihr entgegen wirkt und sie mindert. §- 724- Noch bewirkr Veränderungen in der Zeit, Ricknmg und Slärke der Ebbe und Fiuht Entfernung des Ones vom heissen Erdstriche, in welchem nur allein Ebbe und Fluht am regelmäßig- Von der Erde insbesondere. 69 z gelmäßigsten seyn kann, weil der Mond auf ihn am meiste, senkrecht wirkr; Lage des Nock- nen Landes und der Inseln im Meer: die Rnlmmg und Gestalt der Meerbusen und der Mü düngen der Flüsse. Vkc Iruc lkcoiy ok rkc ii6e, exkrz6tc6 from 16. !SX.i t, 2 ' kicccs onr rcmporlc Ic Prix 6c I'zcz6cmic rc>)'. 6e» tcicncc! en >7q0 lur >cx iiu» cr l-ctiux 6c Iii mer; IM Kcciici/ 6er p-ec. 6e pri» Vom. Geschichte von der Ebbe und Fluht von per. wargen- nn; i» den Schwcdrichen Abhandlungen l?zz. S. >c>5 uns Z-49 >754. S. «Z. "^iltrc nomie p»r dl. vr r^nne Vom. IV. k k-ri» I?!il 4- §- 725- Nicht allein Ebbe u»d Fbcht, fondern auch die beständigen Ostwinde zwischen den Wendet eilen s§. 71;.) und die Wälzung der Erde um ihre Axe müssen nothivendig, insbesondere zwischen den Wendekreisen, eine Bewegung des Meerwassers von Osten nach Westen verursachen, die der Schiffahrt sowohl vorrheilhaft als hinderlich fallen kann. Vermuthlich bewegt sich auch das Meerwasser von den Polen gegen den Acquator zu, und die Ursache davon ist nicht schwer in Ebbe und Fluht und in der starkern Ausdünstung zwischen den Wendekreisen zu finden. F. 726. Außerdem bewegt sich das Meerwasscr an veischiedenen Orlen in ordentlichen Strömen Xx z die / 694 XIII. Abschnitt. die manchmal ungemein stark und schnell sind, und die Schiffahrt ihcils befördern, rheu's aufhalten. Verschiedene dieser Ströme sind auch nach den Jahreszeiten veränderlich. Die beständigen Winde verursachen ohne Zweifel viele Ströme, noch mehr aber Ebbe und Fluht mit der fage der Flüffe, Inseln, Meerbusen und Meerengen, wie auch mit der Beschaffenheit des Bodens des Meeres zusammengenommen. Die Wirbel oder Strudel, in welchen sich das Waffer in einer Schneckenliaie hcrumbe- wegt, scheinen ebenfalls ihren Grund in Ebbe und Fluht, Klippen n. d. gl. vielleicht auch in tiefen Schlünden zu haben. Memoire lur lü nzrure er ia csule cZes coursriz, er Is meilleure maniere cic les odserver er . /s. 7^?». Won den Strömen auf dem Atlantischen Meere Handels vortresstlch: I^cisLullc zncl nZurical oklcrvzltonz on tUe arltiriric (Zoveinor r. 8. I.onäon 1787. 4. nur 17 Seiten stark mit einer See-Charte und Noten von O. Franklin. S. auch 1). msricime oliservzriott« jn de?Z l'rsnsaäk. vt r!;e ^mericsn 80c. Vol. II. z »4. ! Won den wässa'ichten Lusterscheinungen oder Meteoren. §- 727. Die Luft unsers LusikreiseS ist allcmahl sehr unrein, und mit vielen fremdartigen Körper- chen angefüllt, die in ihr herum schwimmen. Die Von der Erde insbesondere. 695 Die Sonnenstäubchen sind ein Bcyspiel davon: leichte Körperchen können durch eine schwache Bewegung der fufc in die Höhe gehoben und lange darin erhalten werden. Eine stärkere Bewegung kann auch schwerere Körper bis zu einer ansehnlichen Weite fortfuhren, und wenn dergleichen hernach in Menge an einem Orte niederfallen, so halt sie der gemeine Mann für einen außerordentlichen Regen. Man sieht dergleichen manchmahl an Erde, Sand, Blumenstände von Pflanzen, insbesondere von Nadelhölzern; an Saamen der Pflanzen, in den Gegenden um Vulkane an der Asche die davon ausgeworfen wird, u. s. w. Im Herbste gelangt alle Jahre auf eben diese Weise eine Menge von Spinnewebe in die just, und fliegt darin unter dem Namen des fliegenden Sommers (capilittimn veneris, lila ciiuae vuAi- vis) herum. Man hat sonst diese Spinnewebe für ein eigentliches Meteor, und zwar für grobe Dünsie oder für einen Halbgefrornen Thau gehalten. Noch weniger ist der sogenannte Nluereqen ein wahret Regen; er rührt von verschiedenen Jnsecten her. -HoucruM über die Herbstsäden oder die zu Ende des Sommers in der Luft herum fliegende Fasern, aus dem HvUänd. in den Lcipz. Sammlung, zur Phys. und Naturgesch. iv. 4. S. 395. -I. m. Sechstem über den wahren Ursprung des fliegenden Sommers, Goth. Mag. vi, ,, 5z. 'Vertrag zur Geschichte der Untersuchungen über den fliegenden Sommer von A. G. Aästner. Eoth. Magaz. Vl. z. 1. Xx 4 'Vom 696 XUI. Abschnitt. 'Vom Mädchen-Sommer, eine Abhandlung des Hr. O, A. A. Meyer in dessen Magazin für die Thiergeschichte >-B. item Stück. 'Eine z» Verlin 1744 herausgekommene Schrift: Betrachtungen der geheimen Natur, enthält eine Sammlung von allen Arten wunderbarer Regen. §. 728. Weit größer ist die Menge derjenigen fremdartigen Theile, welche durch eine wahre Auflösung durch die Luft in Gestalt von Dünflcn in die Luft treten. Die Menge der wäsftnch- ten Dünste ist wohl die beträchtlichste. Das Wasser vetdunstet in Zeit von einem Jahre, wenn es an einem weder dem Sonnenscheine noch den Winden ausgeftßken Orte steht, ungefähr 28 bis zo Zoll hoch. Wenn man aber auch nur eine halb so starke Ausdünstung aus der ganzen Erde mit Wasser bedeckt annimnn, oder die Obe-fläche aller Gewässer auf der Erde 4640000 O.uadratmeilen rechnet, welches gewiß zu wenig ist, so betragt dennoch die Ausdünstung davon jährlich 2870 49486z 279259 Cubicsliß oder beynahe 261 Cubicmeilen Wasser. Rechnet man nun noch hinzu, was Thiers und Pflanzen und andere feste Körper, die feuchte Erde selbst, ausdünsten, so wird die sich mit der Luft vermischende Menge von was- scrichten Dünsten noch viel größer. Ein Mensch dünstet taglich aus der Oberflache seines Körpers und den Lungen ungefähr z; Cu- biczvll aus; rechnet man nun 1000 Millionen Menschen Von der Erde insbesondere. 697 Menschen auf der Erde, so bringt die jährliche Ausdünstung davon fast?Z9Z Millionen Cubic-- fuß Wasser, welche das menschliche Geschlecht allein ausdünstet. -üimzle c>f lkc -zuznlily l>5 v-pour r-is-8 Olli of ist- sc» t>^ ll>c vc'srmrk ok rke tun , l>Zi »^1-l.kik i in de» ?<,-/<>/. tcaNsaK «»»>. Z^>s- Vom Armoniercr, Armibomercr, Werkzeugen die Ausdünstung de« Masters zu messen, ü.. ^Richmaniis Bemühungen hierüber finden sich in den Lommein. l>crrc>p. 1' XIV. p 2.7z. »ov. Lnmmcnr. ?-irnp. 'r.i- s>. 198- und °r. ». p. i!i. ünmberrs, in SIZii lj'Sixgrom. lü.cm. 6e l'»csü. clc I'rulle 1769. p. 68. Ueber die Ausdünstung der Pflanzen findet sich ein merkwürdiger Brief von znz» »»>?. on sr. lli SIpric Sei gourn»ux, 1790. p. z6l. ü.. S- ?2Y. Aus einem Theile der wässerichten Dünste knisteht am Abend der Thau (rc>s). Wenn nämlich die Sonne untergegangen und die just kühle geworden ist, so dünsten die Pflanzen noch einen Theil derjenigen Säfte aus, welche vorher durch die Warme in Bewegung gesetzt waren: dieser Dunst verdicket aber sogleich an der Oberfläche der Blätter der Pflanzen und laust in Tropfen zusammen, die den Thau ausmachen. Hierzu kommen noch andere wässerich- te Dünste, die sich Vorher in der Luft zerstreuet aufhielten, oder auch noch eine Zeit lang aus andern Korpern aussteigen, nun aber durch die Kalte der Luft und der Körper selbst ebenfalls in Tropfen zusammmengevracht werden. Xx 5 L- 7zo. XIII. Abschnitt. §. 7Zo. Hieraus erhellet, warum die Körper nahe an der Oberfläche der Erde starker und früher mit Thau überzogen werden als die weiter davon entfernten; ungleichen warum sich auch an solchen Pflanzen Thautropfen zeigen, die man zuvor mir gläsernen Klecken bedeckt hat. Warum aber einige Körper, z. B. Glas a), Porcellän und auch gewisse Farben starker be- thaucn als andere, davon muß wohl die Ursache in der Bildung ihrer kleinen Theilchen und in der Beschaffenheit derjenigen Dinge liegen, die zum Färben gebraucht worden sind. Auf eben die Weise beschlagen die Fenster des Winters in einem geheißten Zimmer, und kalte Körper, die man in die Wärme bringt. -,) Sehr merkwürdig ist die Beobachtung des Du Fay, daß Glas, wenn man es auf iLmee Seite, nach Art der elektrischen Ladungsplatten belegt, nicht mehr bethaut wird. it. cnais?. I.VV. LLKS7IN tiill'. ror!z Hcciaui exrvxem Zitti- ouum er vrU^srem per okleruzricttier er cxperimcniir nous cxcuiicnz; bep seinem tcntam. rie daxom. (?x-ncok. I?ZZ. 8- L. IHemoixe lux la rotes, pax dl. r>u Z in den H/cm. I'acmi. xo>. -lex Z>»x. 7/x. I-Iemoire lux I'elevsrion er l<> kugienlion cle I'czu Hinz I'-ix, cc lux lz rolec, Pix dl. NN oov; in den H/cm. ite i'/IQict. ro>. -lex/c. -7/!. 'O. I- A. Unnsr Gesprach vom Nebel, Thau, Regen u. d. gl. Lufterscheinungen, in denen Samml. kleiner Schriften. Rinteln und Leipzig, 1766. 8. B.i. S. »Hube über die Ausdünstung. S.2,i. 'Senebier im Rozier May 1787. S .ZZZ. Oer Von der Erde insbesondere. 699 Osr sogenannte Hc-nigrbaii hat seine Entstehung hauptsächlich Jnftetcn zu danken. Ioh. lkeche Geschichte des HonigthaueS; in den Schrvod. Abbandl. 17^!. s. 59. 'Einige Ersahrungen und llnteisuchungen den Honigthau betreffend :e. von E. A. A. in den Schweb. Zlbhandl. B. 7. S. ^»0. "Abhandlung vom Honigthau im Hamb. Mag. B. 14. S. >Z8. ' Untersuchung, wie dem Mehlthau vorzubeugen, im oecon. 1751. und Hamb. Mag. B. >0. S. ?> 6. 'I. ». Mich. Sagars Abhandl. vom Mehlthau. Wien >774. 8- ' r>. I. ?l. Nnlzsr Abhandl. vom Mehlthau. a. a. O. S. >74. "iLbendcsselbcn Beweis, daß der Mehl - und Honigthau nicht von Insecten herrühre. Ebeudas. S. >89. Kurz, aber sehr gut und bestimmt handelt vom Mehl- Mild- und Honigthau Herr F Ehrbart im Han- növerschen Magazin >791. 9ct?n St. Die Abhandlung befindet sich auch iu dessen Beyträgen zur Naturkunde und den damit verwandten Wissenschaften- Hannover und Osnabrück 1792. 8. S. 8z. L. Tom Drosomeier. L. §. 73 r. Sind die Körper, an welche sich der Thau ansetzt, kalt genug, so gefrieren die Dünste noch ehe sie in Tropfen zusammenfließen können und bilden den Reif (pruinu); und auf eine ähnliche Weise entsteht das Eis an den Stubeafenstern, dessen mannichfaltige Gestalt in der Beschaffenheit der Oberflachs des Glases, vielleicht auch in Salzen, die den Dünsten beygemichl sind, gegründet ist. Auch entsteht eben so bei) Thauwetler eine Art von Reif « XIII. Abschnitt. Reif an Eilen, S'einen u»d mehrern Körpern, und man nenn das falschlich eir Ausschlagen der Kälte. Ist die Luft so kalt, als zum Grsuerenmachen des Wassers nö'hig ist, so gefrieren die Dunsn heilchen selbst ln der Luft, und dann sieht es aus, als wenn diese mi- einer Menge feiner glanzenden Pünctchen erfüllt wäre. §. 732. Fließen die wäffenchten Dünste in der Luft in kleine Tröpftl en (? S. oben die Anmerk. zu §-4^4- L!..) zusammen, die aber dennoch noch leicht genug sind um nicht plötzlich nieder zu fallen, so entsteht daraus ein Nebel. Er wird also durch die Niederschlagung sichtbar, die durch die Kälte dewirkt wiid; eben so wie unser Othem im Winler. Man kann die dadurch betrachteten Gegenstände nicht deutlich erkennen, weil die kleinen Wassenheilchen die Lichtstrahlen auffangen und unordentlich zerstreuen, znmahl die von entfernten Gegenstanden. Man sieht die Nebel am häufigsten um große Gewässer; bey starken Wasserfällen si'd beständige Nebel, und die Ursache ist nicht schwer zu srrarhcn. §- 733- Die Nebel sind im Frühlinge und im Herbste am gewöhnlichsten: im Frühlinge, weil die Ober- stäche der Erde noch vom Winter her kalr ist, und sich also dle Dünste nahe an derselben vorzüglich verdicken; im Herbste wegen der star- ken Von der Erde insbesondere. 70» ken Ausdünstung, wobey die kalte Luft die Dunstlheilchen nahe an einander bringt. Auch steht man hieraus leicht ein, warum sie besonders am Morgen und Abe d gesehen werden. Wird es aber im Vormittage nahe an der Erde wärmer, so zerstreuen sich entweder die Nebel und werden wieder in der Luft aufgelost, oder sie fallen in der durch die Wärme mehr ausgedehnten und leichter gewordenen Luft zu Boden. Menschen, Thieren und Pflanzen können die Nebel insbeiondere durch fremdartige ihnen beygennschte schädliche Dünste ungesund werden. Sie haben oft einen unangenehme» Geruch, und einige wirken wenig oder aar nicht auf das Hygrometer, da man sie denn trockne Nebel, Landrauch, Höhenrauch, Heiderauch, sonnenrauch zu nennen pflegt Au diesen gehörte der Nebel vom Sommer 178?, der sich nicht allein über Europa, sondern auch bis in einige entfernte Meere erstreckt hat. DaZ er mit dem Erdbeben dieses IahrcS zusammengebangt habe, ist nicht unwahrscheinlich. Es verdient nämlich erwogen zu werden, was in einer kleinen, nicht sehr bekannt gewordenen Schrift: von: Erdbeben aus Island im Iakr «78z durch S. M Holm, aub dem Danischen überscizr. «Lopenhage» >78». 8. besonders S. 66, 67. gesagt wird. Ein Auszug daraus befindet sich im Goth. Magaz. v '.>18. Dieser eben genannten Schritt weitchorzuziehe» ist übrigen«: Srepbensen-s zuverlässige Beschreibung des Erdbrandes von 178?, in der pbilvs Schilderung der gegenwärtigen Verfassung-von Island. Altona >786. S. ?c>7. L. 'Gedanken über den so lange angehaltenen ungewöhnlichen Nebel von F. v. V. (v, Beroldingeu) Vraunschweig i?8z. 'Christ. 702 Xlll. Abschnitt. »Christ von der merkwürdigen Witterung des Jahres 17kg. »Von der Entstehung und Beschaffenheit des Nebels in unfern Gegenoen. Wien und Prag >78?. »Ein Aufsatz darüber im 6tenStück der Lausnitz. Pro- vinzialblätter. Görlitz >?8z. » Deuischen Merkur, Vcrober 178z. »Michael Torna an den Prof. Toaldo zu Padua von dem Höhenrauch >?8z zu Neapel und Calabrien. D, Vierkur, April >784. »i-uzrrxz (Züervä^ioni melevsoloßicke ü>I!» nebkiz. >78?. »Ein Aufsatz im Goch. Magazin für die Physik. 2. B. 2. Stück. »lieber Erdbeben und Nebel, von I. !L. V. rviede- burg. Jena >?8Z. 8. » SLNklUI',«, tue la vzpclis, qui » lcgne pcnstznc l'cle <1e >?8z. im Rozier May >784. »dlcm. tue le, brouiN-rN, eicÄric^ucs v»5 en P>!n er suülcr 178z. xsr dl. veiuzk.11., in de» d!em. cis >» che. c l-auküniis 77 l. 110. »Melanderhielm im zten Theil der neuen Schwed. Abhandlungen. Von diesem merkwürdigen Nebel sind noch nachzusehen : »Hühners phys. Tagebuch '.Iahrg i.St. »Neue ökvn. Nachrichten der patriotischen Gesellschaft in Schlesien Jahrgang «78 z. »Bemerkungen vvnTo.Udo, Lamanon. Mareorelle, Varou d'iLrcole rc. im Zlozier Jan. >784. »Fräuklins Mutbmabungen über diese» Nebel in den Manchester Mein. Vui. u. dir. ,z. auch im Goch. Magaz. lv. 2. 114. §- 734- Ein höher in der iuft stehender Nebel wird eine Wolke genannt; wenn man auf den Gipfel eines hohen mit Wolken bedeckten Berges steigt, fo findet man sich mit einem Nebel umgeben. Es wird auch hieraus begreiflich, wie der fo eben ganz heitere Himmel auf ein Mahl gänzlich Von der Erde insbesondere. 72z gänzlich mit Wolken bedeckt werden kann: ungleichen, warum es schön Wetter gibt, wenn die Nebel fallen, und warum sich der Himmel bewölkt, wenn die Nebel aussteigen. Gibt es auch vielleicht Wolken, die aus gcfrorncn Dünsien bestehen? (Dieses ist gar nicht wahrscheinlich. Daß die Wolken nicht alle gleich hoch über der Erde stehen, niuß ein Jeder bald bemerken, der aufwärts sieht. Ihre Entfernung von der Oberfläche der Erde ist manch- mahl kaum 60O0 Fuß, bisweilen auch wohl eine Meile. Ihre längs kann eine halbe Meile betragen. Die verschiedenen Farben der Wolken hangen davon ob, daß bald diese, bald jene farbichten Strahlen davon zurückge- »vorsen werden. Das Eis verdunstet in der größten Kälte, und unter dem Recipienten bemerkt man noch Nebel, wenn das Barometer bis auf «; Linien gefallen ist, hieraus ergiebt sich, daß sich sogar Nebel zu einer Höhe von izzoo Tvise» erheben könnten, das möchten also wohl jene feinen Wolken senn, die zuweilen alles überziehen, und daher auch nicht geometrisch gemessen werden können. Viel Licht in dieser ganzen Materie läßt sich von den Luftreisen erwarten, ü,. »c. nnnnovi.i.1 nrwa rzrio merienlli slrituginss nubwm; in den c>»li. -FF?. x v/ix. /. ?->5- 5Z5- Wenn die Sonne zwischen einem Paar dichten Wolken durchscheint, so nennt man das, die Sonne ziehr lvasser. Man sieht dabey einen Hellern Streifen, welcher oben wegen der qrößern Entfernung vom Auge schmäler zu seyn scheint. Won der Entstehung der Wolken und der Witterung überhaupt S. Büsch Abhandlung über die Witterung, 7c-4 Xlll. Abschnitt. rung, in dessen vermischten Abhandl. Hamburg 1777. 2, Theil. S.225; Von der Form der Wol» ken A, F. L. Mcistcr im Eöttingischen Magazin Jahrg. 1. St. >. S z8; auch Hube am ang. Ott am Ende. Mit der Theorie des Nebels der Wolken ic. beschäftigt flch hauptsächlich Hr. de Luc im 2ten Theil seiner l-ls-z lur lil bl-rcoroloxie. L. §. 735. Wenn sich die Dünste der Wolken in noch größere Tropfen vereinigen, die ihrer Schwere wegen nicht langer in der Luft schweben blei- den können, so entsteht ein Regen (xlluuia), nach der Größe der niederfallenden Tropfen vom Staubregen bis zum Platzregen und Wolkenbruche (kracIura uubium, exb^äris) verschieden ist. Strichregen entstehen von einzelnen Wolken, Landregen, wenn der ganze Horizont mit Wolken überzogen ist. Selten betragt der Durchmesser der Regentropfen mehr als einige Linien: naher nach dem Aeguator zu sollen die Tropfen manchmahl einen Zoll im Durchmesser haben. §. 736. Ein wirklich fallender Regen kann auch in der Luft wieder zerstreuet werden noch ehe er die Erde berührt: er kann in wärmere Gegenden des Luf-kreiseS gelangen oder vom Winde dahin geführt, und so aufs neue in Dünste und Wolken aufgelöst werden. Aber die Regentropfen können auch in Gegenden des Luft- kreises gelangen, welche vorzüglich kalt find, und Von der Erde insbesondere» 70s und so satten sie dann in Eisklnmpen verwandele nieder, welche man Hügel (zr-msto) nennt» Man hat Hagelkörner vom Gewichte eines Pfundes gesehen, wiewohl selten. Meistens sind die Körner eckig, und bald durchsichtig bald undurchsichtig. Im Winker hagelt es nicht leicht, weil der jnsikreiö zu kalt ist, als dast das Wasser in der suft sollte in Tropfen zufammenstiesten können "). ') Dieses scheint meiner Meinung nach der Grund nicht zu senn, wenigstens nicht der einzige. Die schwere» k. * Vitt, lur I» nsuirc er I» forms.rinn rcmporre ie Prix par le chcv. I'cre vr^isc »oienzinv. k Lourii. >752 4 »ixvsnnnr in den dlcm. Ztion 778- Eine merkwürdige Bestätigung eines Theils der hier geäußerten Muthmaßung über die Entstehung des Hagels enthält ein Brief des Hrn. Past. Hacker zu Peringersdorf bey Nürnberg an mich, datirt den 24. Jan. >?9> , worin er meldet, daß es, nachdem es am >z. Jan. von morgens z Ilhr an geregnet, um 5 Nhr des Abends angefangen habe zu hageln, und gleich darauf sey ein Blitz mit einem starken Schlage erfolgt. Das Barometer stand ungewöhnlich tief, nämlich auf 2k", 2"" Pariser Maß, ein Thermometer mit Reanm. Skale zeigte gl> 4. Am Abend vorher, nämlich am >2. Jan. hat man hier in Köttingen bey kleinkörnigen Hagel ebenfalls blitzen sehen und entfernten Donner gehört. Von der andern Seite sehen wir hier freilich Hagel im Winter und zwar sechst »ach Sonnenuntergang, so lange aber die Hagelwetter bey der Nacht nicht gemeiner werden als die Donnerwetter im Winter, so müssen sie bloß als Ausnahme von der Regel angesehen werden, die die Regel selbst nicht umstoßen. Auch von den Graupeln nierkt Senebier (Zlozier Mav >787.) an, daß sie immer bey starker Elektricität der Luft fallen. Sehr merkwürdig ist, daß Sreptiensen (S. oben §. 7ZZ. in der Note) anmerkt, daß der Ausbruch des Vulkans alleinahl mit Hagel von der Dicke von Sperlings- Eyern begleitet gewesen sey. E. Eine Abhandlung über die Entstehung des Hagels von mir befindet sich im Januar des neuen Hannö- »erschen Magazins für «?9Z. k. S- 727- Vo» der Erde insbesondere. 727 §. 737- Aber dagegen fällt im Winter der Schnee (nix), welches vermulhlich entsteht, wenn die kleinsten Wasterlropfcheu in dem Augenblicke, da sie einander anziehen, in Eis verwandelt werden. Die meiste Zeit fallen nur unordentliche ans kleinen Schneespihcn zusammengc- häufte Flocken, und zwar wenn es warmer ist, meistens größere, bei) großer Kälte hingegen der Staubfchnce; bxy stillem Wetter aber besieht der Schnee öfters aus einzelnen kleinen Sternchen von einer sehr mannichfaltigen aber ordentlichen Gestalt, die jedoch alle aus kleinen Erstrahlen zusammengescßt sind, welche meistentheils Winkel von 6a, bisweilen auch von zo und loa Grad unter einander machen; so wie die ersten Eiöstrahlcn im gefrierenden Walser gemeiniglich unker den Winkeln entstehen. Kepler soll die regelmäßigen Gestalten des Schnees zuerst beobachtet haben, zu deren Hervorbringung nach einigen neuern Beobachtungen die kufcelektricität beykragcn soll. 10. «erixki kreuz, l-u cle niue lexznßulz; irr czsi>. V0K- nzvii nmxÄrt/rcatro /äxicrrti'ze Socrirtrc.re. xux. 7/1. Her regc ^ebrrrxk Ner nziuurkelctiou'.vingen in ccn verkzn- SeUnß sver 6e snce^tigurcli, Soor dlzzrl. 1747. Versuch und Gedanken von der Verschiedenheit der Gestalten des Schnees, von Ioh. Carl wilkc; in den Schrved. Zlbhandl. 1761. S, z. 89. ^ Lome oSlcrvzrisn« rouclrinß rlre »zrure ok Lira«' b/ »ronLiri. cznnv^. kkilos. irzn,. dl. 92. ' v. obs. oa ch« irZure, ok lnov«'. kbendas. 7^8 Xlll. Abschnitt. Der Schnee nimmt bald einen drey, vier, fünf, sechs MM, bald einen selbst acht, zcbn bis zwölf Mahl größern Raum ein als das Wasser, worin er beym Schmelzen zusammenfließt. ' »Lnr»oi.odi 6- l'LIcÄr. Ucz mcisaii». I. II. i ?«» rl» «787- Seit der Mitte des stebenzchnten Jahrhunderts hak man angefangen, die Menge des W jserS, was jährlich im Schnee, Regen und Hagel aus der Luft niederfällt, mit dem Re- genmaße, Hyetomcter oder Ombronmer zu messen; die Menge des Thaues zu schätzen ist am allerschwersten. Hier ist ein Verzeichnis? der Mittlern Hohe, zu der das Luftwaffe»: jährlich an verschiedenen Orten steigt. 738« Zu Utrecht 2z, 18 Paris. Zoll. Leiden Haarlem 28, Z4 23, 19 26, 5? 26, 82 38, 38 Haag Delft Dordrecht Middelburg Harderwyk Paris ") 26, 80 I?, 2l 37, 02 33, oz 20, oo ZS, 00 3i, 88 L»on Siena Rom Zürich Zu ') Lvisso« vicr. cle ?b>s. sagt >9" und wirklich gibt auch das Mittel aus einer Menge, 'S", «l.. Von der Erde insbesondere. 70s Uosala (d. kleinste L.,) 1;, ?z St. Petersburg 16, 08 (London nach Lristcm l.c. z," L.) Die Nachbarschaft großer Gewässer, Wälder und Gebirge kann machen, daß in einer Gegend jährlich viel mehr Wasser fällt als in einer andern. »I. e^-che Auszug aus dem täglichen Verzeichnisse der Witterungen rc. Schwed. Abhandl. 2?.V- S. >6. »p. rvaruenri» von der ungleichen Menge des Regenwassers an verschiedenen Orten, iLdcndas. S.Z. 'Nie, Schenmavk Ausz. aus eitfjährige» Beob. zu Zund re, lLbendns. a6 V. S. >?<>. lieber die Entstehung des Thaues, des Nebels, des Regens ic. sehe man die Anmerkung zu tz. »Zg. nach. Den dort angestellten Betrachtung-,i füge ich noch hinzu, daß das, was man dort Bläschen Zu Westminsier 18, z6 Paris. Zoll. Padua Pisa Ulm Wittenberg Berlin Lancastershire Upminster Plymuth Edinburg Algier Madera Charleötow» Abo Venedig Lund Z2, z6 Z4, 49 25, 28 15, 94 19, z- 38, 44 27, 77 29, 09 20, 6; 2Z, Z2 29, 06 47, 82 2?, 54 Z?, 92 !?, Z9 Uyz genannt 715 X!!I. Abschnitt. genannt bat, auch gar wohl eine solche Verbindung des Wasscrlheilchcns mit dem elastischen Fluids seyn könne, da letzteres eine Atmosphäre um erstcres bildet, g. Herr de üüc hat es in seinen l-le?» lue Iz mcl-orologie sowohl als in seinen Briefe» an ln rn,.'chemo und I). ^liccc>n wovon crstcre auch in DreiNs Journal übersetzt sind und letzterer sich in dem Appendix zum disninly lt-vl-vv von >789 befindet, sehr wahrscheinlich gemacht, daß der Regen che er fällt, oder Wolke wird, in Hustgestalt in derAtmosphäre vorbanden gewesen se». S. auch die Vorrede zu dieser Ausgabe des Tompendü. L. S- 7ZY- Wenn die Sonne gegen den Regen scheint, so bringt sie die schöne Erscheinung hervor, welche man einen Regenbogen (ir>8) ncmit. La und sst, Y7 Fig. seyn zween Sonnenstrahlen, die man wegen der großen Entfernung der Sonne von der Erde als parallel ansehen kann (§. zoo). Indem der Strahl 8 s gegen den Regentropfen ^ fällt, so wird ein Theil von ihm zurückgeworfen, ein Theil aber geht durch ihn und wild gegen den Perpendikel gebrochen, s b. Iii b wild wieder ein Theil zurück geworfen und geht von b nach a, wo er bey seinem Ausgangs aus dem Tropfen von dein Perpendikel ab gebrochen wird. Weil nun aber der Sonnenstrahl 8 a zugleich in dem Tropfen in seine sieben farbigen Strahlen gespalten wird, so können auch die farbigen Strahlen von o aus nicht alle in einer Richtung fortgehen; der ro- «hc wird am wenigsten gebrochen, der violette an» stärksten; es sey daher cl' der rolhe, aV der Von der Erde insbesondere. 711 der violette Strahl. Ein Auge, daß sich in l' befindet, würde also den Tropfen ^ nur roch sehen. Eben so geht e6 mir dem Sonnenstrahle 56, von welchem der ro he 5X und der violette 5D abgeht. Ein Auge, das sich daher in 'ck befil.der, würde den Tropfen ^ roth, den N violek, und die dazwischen liegenden (denn ^ und L liegen hier in der Zeich- mmg nach Verhalruiß ihrer Große zu nahe an einander) a^f eben die Weise von oben nach unten gerechnet, orange, gelb, grün, hellblau und dunkelblau sehen. Der Winkel, den der Sonnenstrahl und der zurückgeworfene rorhs Strahl, oder die verlängerte Linie 8 a und "5 L mit einander machen, ist 42" 2'; der Winkel des Sonnenstrahls »6 und des violetten oder 5W ist 40" iö^. Eben so groß sind die Winkel c'ckvv und 51 wenn D W mit den Sonnenstrahlen parallel gezogen wird. §. 74o. Wir können hier, so wie wir wirklich chun, die Tropfen ^ und ö, und die dazwischen liegenden, als unbeweglich ansehen. Sie fallen zwar beständig, und der Tropfen, der anfänglich dag rothe Licht zurück warf, wirft gleich darauf das orangegelbe, gelbe, grüne, hellblaue, dunkelblaue und violette zurück, aber es tritt beständig sogleich wieder ein anderer in seine Stelle, so lange es noch regnet. Uebcrhaupc Py 4 müssen XIII. Abschnitt. müssen alle die Tropfen, von denen eine jinie nach 1" gezogen mit "UVV den Winkel von 42^ 2^ macht, dem Auge in U roch erscheinen, und so mehrere andere orange, gelb, grün, n. s. w. Die Tropfen aber, die diese erforderlichen Winkel mimen, liegen alle in einem Kreist, dessen Pol 1" ist. So bekömmt also der Regenbogen die Gestalt eines Kreises von sieben Streife!-, mit den Farben des Prisma, wovon der röche S'reis auswendig, der violette inwendig liegt. Um ihn zn sehen, muß man die Sonne im Rücken haben, und es kann also uns niemahls ein Regenbogen in Süden erscheinen; ein jeder sieht auch seinen eignen Regenbogen, und jeden Augenblick sieht man einen andern. Je dunkler der Grund hinter dem Regenbogen ist, um desto lebhafter erscheinen seine Farben. §- 74i. Der Horizont verdeckt gemeiniglich den untern Theil des Regenbcgens. Er verdeckt die Hälfte, wenn die jinie l'VV in der Ebne des Horizontes liegt oder wenn die Sonnenst ahlen dem Horizonte parallel lausen; das heisir, in dem Äugenblicke, da die Sonne auf- oder untergeht. Je mehr die Sonne über dem Horizonte erhoben ist, ein desto kleineres Stück des Regenbogens sieht man. Betragt die Höhe der Sonne mehr als 42^ 2', so kann der Regen- bogen Von der Erde insbesondere. ?iZ bogen nicht gesehen werden. Hieraus erhellet, worum uns zu der Zeit, wenn die Tage langer sind, des Mittags kein Regenbogen erscheinen kann. Hingegen könnte m m den ganzen Regenbogen sehen, wenn man hoch ge-mg stünde, um 42° 2^ umer den Horizont sehen zu können. (Eigentlich sieht man den ganzen Eirkel dann, wenn die Linien 1XÜ, 1'IZ, bei) bestandig bleibendem Winkel mir 1'VV, um letztere, als fest auger-ommen, herumgeführt, in allen Logen in die Tropsenwand einschneiden. Also hoch braucht man eben nicht zu stehen, man dünste sich nur nahe an der Tropsenwand befinden. So sahen die Franz. Mathematiker s§. 74^ in Peru bume Glorien um die Scharren, die ihre Kopse aus eine Wolke warfen , nicht weil sie hoch stunde», sondern weil sie den den Schatten auffangenden Strahlen brechenden Theilchen nahe waren. Lb.) Die Thvrbeit des Mahrchens von den goldnen Regen- bogcnschlüsseln fällt von selbst in die Augen. Oesters sieht man anstatt des Regenbogens nur ein kurzes Stück davon, oder eine Regeiigalic, wenn da die Regentropfen fehlen, wo sich das llebrige bilden sollte. §. 742. Oesters sieht man um den eben beschriebenen Hcniplregenbogcn herum noch einen Ne- benregenbogen, besten Farben aber in verkehrler Ordnung liegen. Die Sonnenstrahlen und cr/Z bringen ihn nach zwepmaliger Zurückweisung in den Tropfe» L und O hervor. Der Py 5 Winkel, 7ich Xlll. Abschnitt. Winkel, den die Sonnenstrahlen und die zum Auge restemrtcn Strahlen unter einander machen, muß für den rochen Strahl ;o° zch, für den oiolerren 54 " ch seyn. Seine Farben find nicht so lebhaft, als in dem ersten Regenbogen, weil die Strahlen, um ihn hervorzubringen, c'nmahl mehr zurückgeworfen, und dabey mehr geschwächt werden. Noch seltner erscheint ein dritter Regenbogen, dessen Farben wieder in der Ordnung des ersten liegen. §. 743- Sehr selten entstehen auch Regenbogen vom Mondscheine: sie sind aber nur schwach, wegen der Schwäche des Mondlichted. Umgekehrte Regenbogen, die man bisweilen gesehen hat, entstehen vermuthlich von der sich im Wasser spiegelnden Sonne. GodlN, Bouguer und de la Condamine sahen l ?z6 den 21 No- vemb. auf dem Gebirge Pambamarca in Amerika, der Seile gegen über, wo die Sonne aufging, jeder um den Kopf seines eignen Schattens, der auf eine Wolke siel, drey con- centrisch kleine Regenbogen. Bey Wasserfällen und anderwärts, wo das Wasser herumsprüht , sieht man auch ordentliche Regenbogen oder Stücke davon. Wo» der Erklärung des Regenbogens von Torb. Bergmann; i>i den Gchwcd. Abhandl. 1759. S. !Z>. Fried. Maller über die Erklärung des Regcnbogeus; i» den Schwei». Abhandl. 176z. S. »z?. ktlZCIio- Von der Erde insbesondere. 71 s khicvomcnvrvm iristiz tcu arcui coclckiz 6ilizuiliriL>Z. lL>aecc>wich im alten Hamb. Magaz. >o.B. S.?z>. und vorzüglich Hr. n. Hcllw.rgs Adhandl. vom vielfachen Regenbogen im neuen Deutscheu Musaum. 17^0. 4. St. G.420. Der sinnreiche Verfasser dieses Aufsatzes erklärt die Erscheinung aus Wellenrin» gen, die nach ihm auf der obern Hälfte des durch die kuft herabfallenden Tropfens entgehen, a. §. 744. Höfe (cnionae, IrsIiZnez) um die Sonne oder den Mond oder auch wohl um andere Sterne, sind Kreise welche diese Wellkörper zu umgeben scheinen, und bald weiß, bald wie ein Regenbogen gefärbt sind. Sie entstehen wenn sich die Strahlen von diesen Körpern in den Dunsttheilchen unserer Atmosphäre, durch welche sie zu uns gelangen, stark brechen; und so kann man um ein jedes sieht einen den Höfen ähnlichen Kranz sehen, wenn man es durch eine mit vielen wäfserichken Dünsten erfüllte Luft sieht. Abend- und Morgenrörhe entstehen, wenn die Dünste Hey auf- oder untergehender Sonne nur die rotheir Strahlen in unser Auge werfen. tz> 745- ?is XIII. Abschnitt. §- 745- Man sieht auch bisweilen Nebensonnen s -mtlrelii, parbelii) lind Nebenmonden (pgr->. lellZnse), oder aslßer der wählen Sonne und dem wahren Monde noch Bilder von ihnen in der Luft, die meistens durch einen hellen, auch wohl gefärbten Kranz umer einander verbunden sind; oder es gehen auch wvhl nur ahnliche Schwänze von ih en ab. Diese Erscheinung laßt sich aus dem Brechen der Sonnen» oder Mondsstrahlen in verrical in der just schwebenden Eisnadeln erklaren, und wirklich hat man auch bisweilen bemerkt, daß dergleichen Eisnadeln bald daraus niedergefallen sind, nachdem man Nebensonnen oder Nebenmonden gesehen hat. Aus eben solchen Eisnadeln ko> nen auch die Schweife und Kreutze entstehen, die man an der wahren Sonne, oder dem wahren Monde bisweilen gesehen hat. cnkizir. nvaeuii Sich. 6« coroniz er xsrlielii,; in seinen ox. re!. //. Mehrere Schriften hierüber findet man in S. Mergel» Grundriß der reine» und angewandten Chemie. Greifswald 1777. z. i.V. S.zn. angezeigt, k. Vom Gewitter. §. 746. Eine der fürchterlichsten, aber auch zugleich der prächtigsten Luflcrscheinungen ist der Blitz (kulmen) nebst dem damit verbundenen Donner Von der Erde insbesondere. 7-7 tier (tonitru). Franklin hat 1747 zuerst richtig gemurhmaßt ^), daß der Blitz «in elektrischer Funken, und Gewitterwolken elckirisirt seyn möchten. Im Jahre 1752 hat man zuerst in Frankreich darüber Versuche angestellt: ein Mensch, der sich zur Zeit eines Gewitters auf Pech isolitte, wurde dadurch stark elektrisier, und le MvNNier richtete eine isolirte eiserne Stange auf, die alle Zeichen einer starken Elektricilät von sich gab, wann ein Gewitter in der Luft war, nach jedesmahligem Ausbruche eines Blitzes aber ihre Elektricilät verlor. Senebier's Fragen über die Slcktticität der Atmosphäre im Rozier März und April 17S7. oe ruc lur ls kÜeicorot. 1° IN L,. ') Aber I. w-nkler schon vor ihm (17>6) mit den stärksten Gründen in seiner Abhandluna von der Stärke der elektrischen Kraft des Wassers i» gläsernen Gefäßen, debauprec. Man sehe hierüber vorzüglich Gehler» phys. Wetterbuch. Art. Sliiz. L. §. 747- Man hat nachher in Frankreich, England, Deutschland und in andern Landern die Gewit- terelektticitäc theils durch aufgerichtete isolirte Stangen von Eisen, theils nach Franklins Einfalle, durch papierne Drachen, die man von Winde jn die Höhe heben ließ, dergestalt untersucht, daß heutiges Tages nicht mehr daran gezweifelt werden kann, daß Blitz und Donner nur Wirkungen einer starken Elektri- cität 718 X!!l. Abschnitt. cikät sind; zumahl nachdem der vcrdicnstvosse Richmana zu Petersburg I?5Z den 6. ?lug. in Gegenwart des Kupferstechers der kaiserlichen Akademie, Sokolow, von einem elektrischen Funken erschlagen worden, der aus einer solchen isolirten nnd durch das Gewitter elek- trisirten Stange hervorbrach. - lvclsilvn tui Iz mvrr clc >»i. vicn«>u»r, lue lc 6 l^ouc ,75z crc. in der rriil. 1'scsli. n. äs Sc. 6- Paris >^nnc« >74Z. ä p-»i, >757- -^n sccouni ok ike äesili vk dlir. L. vv. mcnvi/iiikl crc. in den pliilvk. Irans. 49V. I Tb. S,6i. ' Nachricht aus St. Petersburg von dem betrübten und merkwürdigen Todesfälle des Hrn. Prof.Nichmc.mls mit physischen Aumcrk. begleitet von M. iL. H. (Mich. «Lpbv. Hausm). Aus mündlichen Nachrichten des Hrn. Prof. Drnyen- stcine, der gleich nach dem Vorfalle in das Aich- mamiische Hauo kam, weiß ich, daß höchst wahrscheinlich der Bliy in das Haus geschlagen, und erst in einer sehr geringen Distanz von dem Erschlagenen , den Apparat erreicht hat. ü.. läcmoirs vü sprcs gvvir Nonns un mvxcn alle pvur elcver fort Uäur er k pcn >Ie krsiz un cvrpi clcÄrilzNl- isole vn rsppvne äc, oNkervarion» krsppsnres erc. pzr dl. OL oosvis; in den il/»». xrr/r»t. ?'o»n /c. 5^e» Von meinem meteorologischen Tlektroskop S. die oben §. 5,6. angeführten Abhandlungen und da» Goth. Magaz. 1. 1. 157. e. S- 748- Wodurch aber die Gewitterwolken elektri- sirt werden, das ist nicht so leicht zu erklaren. (Jetzt weiß man, daß jeder aussteigende unsichtbare Dunst (Dampf) elektrisch (§. zz8 i ) und daß dieses, wo nicht die einzige, doch wohl gewiß eine Milursache der Elektr. der Wolken Von der Erde insbesondere. 719 Wolken sey. L..). Reibt such die Luft durch Hülfe der Winde an den imeleklrischen Wol» ken? oder gibt es elckciische u»d unelektrische Wolken, die sich an einander reiben, und sind die Secwolke» elektrisch, wie Franklin will *). Wenigstens bemerkt man schon Elekericitat in der Höhe, sobald mehrere große Wolken am Himmel durch entgegengesetzte Winde getrieben werden. Oder werden die Wolken wie der Turmalin durch das bloße Erwärmen elektri- sirt? Es entstehen nun ober dergleichen Gewitterwolken, wie sie wollen, so ist doch das gewiß, daß sie eben die Eigenschaften zeigen werden, welche andere elcktnsirte Körper zeigen; anziehende Kraft gegen unelektrisirto Wolken und andere Körper auf der Erde, zurückstoßende gegen gleich stark ckektrisirte Körper. ') Diese Meinung hat Franklin förmlich zurückgenommen (t-eirrcz cin 41k kx ruc's Werk über die Meteorologie noch vorzüglich dessen ?ter Brief an Hr. de la Mecherns im Rozier August 1790, s» wie Hrn. Volra's Briefe an mich in Nriigna- relli's vidi, tiic- -i'kuropz, nachzusehen. Von diesen ist nunmehr der erste Theil übersetzt erschienen: >rlcx. Volr» mcrcoroloßilclre Nricke neölt eiuer Lc» tckrcilmnß ftine- kudiomcrcr,, euz (lim liolizmlcken mir Anmerkungen Sc» kk-rouizelxer». irNinst. l.cix- ^'5 '7SZ- 'Versuche und Beobachtungen über Elektricität und Wärme in der Atmosphäre, nedst der Theorie der Luft-Elektricität von Herrn de Luc und eine Abhandlung über das Wasser von w. A. L. Lam, padiue. Berlin und Stettin -7SZ- L. s- 749. 72» Xlll. Abschnitt. §- 74Y- Im Sommer sind die Gewitter häustger als im Winter; wegen der stä'kern und schnellem Veränderung in Wärme und Kälte werden vielleicht die elektrischen Wolken den Sommer über leichter elektrisüt. Vielleicht sammeln sich auch im Sommer mehrere elektrische Dünsie in der Luft an, und vielleicht ist das, was wir eine schwüle Lust nennen, eine mit vielen elektrischen Theilen erfüllte Lust '): warum sie sich durch das Gewitter kühlt, das ist nicht schwer zu errarhen. Des Nachmittags und Abends entstehen mehr Gewitter als des Morgens, vielleicht weil in jenen Tageszeiten der Luftkreis mehrere Veränderungen in Warme und Kalte erleidet als in dieser. Die Gewitter erscheinen in bergigen Gegenden öfter als auf dem ebnen Lande, wegen der anziehenden Kraft der Berge gegen die Wolken, und manchmahl ziehen die Gewitter etliche Tage darüber herum. Die großtropsigen Gewitterregen entstehen vornamltch erst bey nachlassendem (? L.) Gewitter, weil sich dann die Tropfen erst recht ansangen anzuziehen. Die heftigen bey den Gewittern entstehenden Winde, rühren von der schnellen Abkühlung der Lust her. (Auch wohl von der durch dag fallende Wasser entwickelten just und Dampfen^ L.). *) Man findet aber doch im Winter die Wolken ebenfalls stark elektrisch. Sollte nicht die Seltenheit der Donnerwetter im Winter vielmehr daher rühren, daß kalte Luft besser Wirt als warme, welche« Von der Erde insbesondere. 721 welches sie mit alle» isolirenden Körpern gemein hat, und folglich nicht leicht ein Blitz entstehe» kann, es müßte denn der Vorrath von elektrischer Marerie sehr groß seyn. Auch lehrt die Erfahrung daß die Donnerwetter, wenn sie endlich im Winter kommen sehr schwer sind. Dieses ist eine Muthmaßung »es Hrn. Achard chymisch > physische Schriften. S. 2ÜZ. L. §. 750. Der Blitz ist ein großer elektrischer Funken, der zwischen elektrisieren und nicht elektrisieren Wolken, oder auch zwischen elekmsirten Wolken und Körpern auf der Erde, ja selbst zwischen einem Paar Körpern auf der Erde, wovon der eine Elektricilät aus den Wolken bekommen hat, entsteht. Hieraus erklart es sich leicht, warum der BliH am öftesten in hohe Baume und Thurms, und vorzüglich in gewisse Thurms und gewisse Baume einschlagt. Vor diesem hielt man den Blitz für eine bloße Entzündung brennbarer Dünste in der Luft. §. 75 r. Die Wirkungen des Blitzes auf die Körper, die er trifft, smd, entzündliche Körper anzuzünden und auch wohl das Feuer wieder auszuschlagen; andere Körper zu zerschmettern: bisweilen nur die harten, ohne die weichern, durch welche er geht, zu beschädigen; Metalls zu schmelzen, ohne eben immer die wcichern Körper zu verletzen, welche die Metalle umgeben; Thiers zu södlcn. Viele Erfahrungen haben gs- Zj äe-Lt, 72- Xlll. Abschnitt. zeigt, daß der Blitz vorzüglich in den Metallen fortgeht, wie ein jeder elektrischer Strehl (hat. Unterschied unter kalren und warmen Sw'äno». Gibt es auch kalte Schmelzungen der Metalle? (.Gewiß nicht, k.) Ist es wahr, daß Gewitterfeuer vorzüglich schwer zu löschen sind? vielleicht weil der Blitz alles aus ein« mahl gleich in Flammen setzt (Auch weil der Blitz gewöhnlich die Gipfel der Häuser zündet, wo man die in den Familien vorzusindenden Hülfsmittel nicht anwenden kann, da denn das Feuer, durch den Krnrni, womit die Gewitter ankommen, gewöhnlich schon che die öffentlichen Anstalten gemacht werden können, sehr über Hand genommen hat. ü,.) §. 752. Der Donner ist der Knall, der mit der Ausbrecbung des Blitzes verbunden ist. An sich selbst ist er vielleicht öfters einfach, aber der Wiederhall und auch mehrere bald auf einander folgende Blitze können ihn vervielfältigen: ein Blitz kann auch durch mehrere Wolken nach der Reihe durchgehen und so einen vervielfältigten Donner hervorbringen. Wenn man nahe bey dem Orte ist, wo der Donner entsteht, so hört man ihn öfters, vielleicht immer, einfach. Je später er auf den Blitz folgt, desto weiter ist man von der Gewitterwolke entfernt; wie weit, das kann man auS dem Vorhergehenden (§.268) finden. Der Blitz, nicht der Donner kann beschädigen, noch weniger eingebildete Donnerkeile. (Kann der Blik vbne merkliche» Donner einschlagen und zünden? Die Erfahrungen sind freyiich sehr ' selten, aber diese, ihrer Seltenheit wegen, gar nicht Von der Erde insbesondere. 72 z vicbt als unglaublich zu verwerfen. Ein merkwürdiger Fall dieser Art wird in folgender Schrift erzählt: Gvschichre der außerordentlichen Na- ruvbcgebeiihvir, da am iz. August. 1785. durch einen zwiefachen Lliy, odnc darauf erfolgte» Donner, die Reichsstadt Frankfurt an zwccn unteifchicdenen Orren angezündet wurde ec. Franks. 178Z. 8. von t, 0. R Bon Donner bei) heiterem Himmel, welches gewissermaßen der umgekehrte Fall ist, reden die Alten häuffg. kkor. I.M l, OilcXXXlV. ttom, uchlk, XX. IZZ. VirZ. ti-oro^c. I. 487. Llc. l. <1- Divin. Ll, IZ. Wjx aber wissen von einem solchen Donner aus neuern Erfahrungen nichts, wenigstens von keinem in hoher Lust. Jedoch redet Senelner in der angeführten Schrift, Rozier, April 1787, davon. Man sehe indessen nach L. L. Gronau Bemerk, über das Gewitter im ix. Band der Schriften naturforschendec Freunde, oder im aten der Beod. und Entd. von der Gesellsch. naturf. Freunde. L. Won nahen und bestigen Blitzen ohne Donner, s» daß der Beobachter schier hätte auf den Gedanken kommen mögen, er habe sein Gehör verloren, erzählt Hr. de L.üc der ältere eine Beobachtuniz seines Bruders im Rozier 0-k, 1791. lleberhaupt herrscht hier noch sehr viel Ungewißheit, und es scheint fast, als ob man, tun die Natur des Donners ganz zu erklären, außer dem Knall der den elektrischen Funken begleitet, und den Folgen des Echos noch andere Gründe zu Hülfe nehmen müsse, die noch nicht ganz zur Deutlichkeit gebracht sind. Hiervon in den Vorlesungen. L. §. 7SZ. Wie kann man sich gegen die Wirkungen des Büße? in Sicherheit stellen? Gewiß nicht wenn man auf elektrische Körper tritt; noch welliger, wenn man sich gar während des Gewitters elektrisirt. kanten mit Klecken oder das Abfeuern der Geschütze kann vielleicht die Ge-- Zz a willee- 724 Xlll. Abschnitt. witterwolkcn zerstreuen, vielleicht auch naher herbei) ziehen, wie ein jeder tuftzug, und so, wie auch der Wind manchmuhl die Gewitter zerstreuet, mar-cbmahl aber erst zusammen treibt. Ein Donnerschi-m möchte auch wohl nicht viel nützen. Daß das käuten der Glocken die Gewitter nicht vertreibt, ist wohl jetzt allgemein bekannt, od es aber den Blitz herben lockc, wenigstens noch nicht erwiesen. Einen guten Leiter gibt sreplich die Glocke mit dem hänfenen Strick, wenn Menschen letzteren mit der Erde verbinden, ab; so, daß also ein Blitz der vielleicht an der Mauer des Thurms herabgelaufen sevn würde, jetzt auf die Glocke springt, und den Läutenden gefährlich wird. Eben das gilt auch vom Abscmen des Geschützes, man kann nickt wisse» ob sich das Gewitter nicht auch ohne diese Anstalt vcnheilt haben würde. Wenn cS der Donner der Kanonen lhut, so fragt sich warum des Gewitters eigner Donner es nicht eben so gut tbun könnte. Soll es nicht sowohl durch den Schall, als durch die Explosion geschehen, so findet derselbe Einwurf wieder Statt; auch erstreckt sich diese Wirkung de» Kanonen nicht weit. De« Blitz selbst aber kann wohl ein Luftzug so wenig beugen, als einen Sonnenstrahl. Wenn der Blitz einschlägt, so geschieht es gewöhnlich an stumpfen Ecken des Gleims, und nicht durch die Dachfenster, durch die in den meisten Häusern ein großer Zug ist. Selbst wenn er durch Schornsteine herad- säbrt, so ist er gewöhnlich durch die sehr erhabene Ecke, oder den Nauch, oder die verdünnte Lust, und nickt durch den Zug gelockt worden. Nützlich ist es hingegen gar sehr bcp Gewittern ein Fenster im Zimmer offen zu lassen, um nicht durch eingeschlossene Luft, die Angst, die bev vielen Personen nicht bloß m?ral>scke, sondern physische Ursachen hat, noch zu vermehren. L.. Vielleicht könnte doch die bcpmKanoiiiren erzcugteLuft, oder auch, wenn es häufig geschieht, der aufsteigende Dampf etwas zu Schwächung des Gewitters beytraze». Von der Erde insbesondere. 72s bentraqen. Große, zumakl auf Bergen angezündete Feuer (Opfer auf den Höben?) inöchten wobt, nach den vortrefflichen Versuchen des Hrn. rolra noch das kräftigste Mittel seyn Donner und Hagel abzuhalten. §. 754- Am sichersten ist nun wohl, wenn man sich wahrend eines Gewitters in einem nicht dunstigen Zimmer in einem niedrigen Gebäude, bey offenen Thuren, auch nicht nahe de» hohen Körpern befindet, nnd so viel als möglich ist, die Nachbarschaft mit Metallen vermeidet. Man hat auch sehr und allerdings mit Gründe empfohlen, die Elektricität der Gewitterwolken durch eiserne Stangen und Draht (Kupfer leitet kräftiger Ä..) abzuleiten welche die Elektricität der Welken gleich einsaug-m, wie verschiedene Thürme manchmahl vcn selbst lhuy, die deswegen an der Spitze während eines Gewitters leuchten. Eben so leuchten auch die Spitzen der Mastbäume an den Schiffen bisweilen bey den Gewittern. Oc »ueinengi kutmmi, griititto ex SvÄnnz eleÄricuslii Uiss-str 10. »ettk. vv>ttiri.nn, l.ips, >75Z 4- Ioh. Ignaz von Felsiger Kunst Thürme oder andere Gebäude vor den schädlichen Wirkungen des Blitzes zu bewabrcu, Brest. >77'. gr. 8. lieber die beste Sicherung seiner Person bey einem Gewitter von I. n. Tcrciiö. Bützotv und Wismar >774. 8. L. Lichrendergs) Verhaltunasregeln bcv nahen Doiinerivettern, nebst den Mitteln sich gegen die schädlichen Wirkungen des Blitzes in Sicherheit zu setzen. Gotha 1774. gr. 8. (Neueste Ausgabe >778.) Zz z -H-n. 726 Xlll. Abschnitt. "Hrn. Roscnthals wichtiger Nachtrag hierzu im Goch. Mag. >v. i. I. I' Hemmers Vcrhaltungs-Regeln, wenn man sich zur Gewitterzeit in keinem bewaffneten Gebäude befindet. Manheim 17^1. 8. Won der Sicherheit wider die Donnerstrahle», eine Abhandlung, welcher die Churbanerische Akad. der Wiss. eine goldne Medaille zuerkannt hat, von Phil. per. Duden Gölt. nno Gotha >774. 8. (lieber diese Materie ist in unfern Tagen sehr viel mehr geschrieben worden, als hier anzuführen der Raum verstattet; Ich nenne daher anstatt aller, ein Werk, das mit Recht hierin classsch genannt werden kann, und von vielen später» Schriftstellern, ohne es zu nennen, gebraucht worden i«> , nämlich: I?. ZI. H Rcmiaru» vom Blitze. Hamburg >778. 8. Won diesem Werke ist nunmehr eine Fortsetzung erschienen, die man aber auch füglich ganz als ein eignes, vollständiges Werk gebrauchen kann: I. ZI. H. Reiinariis »euere Bemerkungen vomBlitze: dessen Bahn, -Wirkung, sichere und bequeme Ableitung: aus zuverlässigen Wahrnehmungen von Wetterschlägcn dargelegt. Mit 9 Kupfertafeltt. Hamburg >794. gr. 8. Ebendesselben Vorschriften zur Anlegung einer Vlitz- ableitung an allerlei) Gebäuden :c. Hamburg, >778. 8. "Anleitung Wetterleiter an allen Gattungen von Gebäuden auf die sicherste Art anzulegen. Mit Kupfern. Verfasser I- I- Hemmer. Manheim >786. Auszug daraus in Gvth.'Magaz. iv. 2. 156. Ist es besser die Ableiter stumpf oder spitz zu machen; Erumpsendlaner und Spiycndinner. Rückschlag (,-kiurnin^ des Mord Mahon. Veyspiele von Gebäuden, die der Ableiter nicht gesichert hat, sind die Kirche zu Genua, (Leipziger Sammlung zur Physik a B. S. 588.) das WerkhauS zu Heckingham bey Ncmwich, (kbllos. 7^B» l'.u ) letzteres war mit 8Ableitern versehen, im!» wurde nichts destoweniger vom Blitze gezündet. Solcher Bcvspicle gibt es mehrere. Man hat aber gefunden, daß alsdann die Ableiter entweder gemeiniglich nicht mit gehöriger Vorsicht angelegt Von der Erde insbesondere. 727 zcleat worden waren, oder daß man sein Haupt- umstand) den Spitzen zuviel Krafr in die Ferne zu sichern zugeschrieben, und daher die nötbige Belegung mancher Ecken und Giebel aus der Acbt gelassen hatte. — Vorschritt zu einem vollkommenen Blitzableiter, st.) Eine Beschreibung enies Ableitcrs mit einer oöschan« siale dabei) defindet sich in -zöpfnere. Magazin für die Naturkunde Helvetiens z.B., und aus diesem im Goth. Magazin v. 4. 148. st..) §- 755- Man hat auch Blitze gesehen, die dicht an der Erde ohne Gewitterwolken entstanden stnd. Vielleicht sind die Entzündungen der Dünste aus Kettern, die lange verschloßen gewesen sind, aus S'einkehlengruben, u. d. gl. etwas ^sehnliches (? L..). Aber man darf deß- wegen nicht mit Maffei glauben, daß alle Blitze auf diese Art entstehen. Dag Welter- leuchtcn (kulAursrio) ist eine Art von Blitz bey der man keinen Donner Hort; man pstegt auch, wenn man es sieht, zu sagen, das Wetter kühle sich. Es kann von einem weit entfernten Gewitter herrühren, oder von einer Gewittermolke, die hoch in der Luft steht; bisweilen auch eine Erscheinung des Nordlichts (§. 759-) styn. Anmerkungen vom stillen Wetterleuchten, von ?orb. Bergmann in den Schmed. Abb. >760. S. 6:,. Dell» sorms?iollc clc lMmini, lr-tttzic, gl) Sien, d1-Nt.kcle smvloui! üi»?i-ri. Vcronz >747. 4. Des Marchese Scipio Massel Gedanken von de» Blitzen u. s. w. aus dem Jtal. übers. Frankfurt und Leipzig 17ZL. gr.«. Zz 4 Die 728 Xlll. Abschnitt. Die Meynungen der Naturforscher von den Ursachen de« Donners, von Job. Carl Milkc; in den Schmcd. Alchandl, >750. S. 8>. >4?. Job. Friedr. Harrmanns Abhandlung von der Verwandtschaft und Aehnlichkeit der elektrischen Kraft mit den erschrecklichen kuftcrschciiiungen. Hannover 17 9. 8. «bendess. Anmerkungen über die nöthiqe Achtsamkeit de» der Erforschung der Gewitterclektricilät, nebst Beschreibung eines Elekliieilätszeigcrs. Hannover >?6a. 4. I-lcmoU- bir Ics clkers llu ronncec compzres z ceux c!e I'elcälsicile; »vec ouelczuc, conlici^rzlions kur Ics MV7-NZ cle l- gzrsnnr 6cs Premiers, psr dt. I'svde riorrnr; in de» ric l'ac-18. ,<>)'. -irr /c. - 7,!^. p--e 'Beschreibung der Wirkungen eines heftigen Gewitters welches den 12., Juli >789 die Stadt Halle betroffen bat, nebst einer ausführlichen Erklärung der Entstehung der Gewitter von rc. G. S-Rlügel. Halle 1789. 8- §- 756. Zu denjenigen Lufterscheinungen, bey welchen ein merklicher Grad von Elekirieiät Statt findet, gehört noch den neuern Beobachtungen auch die Wasserhose (preller). Man ficht bey ihr unter einem Geräusch eine simkere oder schwächere Wassersäule sich von einer Wolke herab gegen das Meer begeben, die von einem Orte zum andern fortrückt, auf Schissen, oder auf dem festen Lande, wenn die Wasserhose das Meer verläßt, ansehnliche Verwüstungen macht, und sich überhaupt in einem Wirbel herum zu drehen pflegt. Man will bey ihnen zu Zeiten ein Feuer oder eine Art von Blitzen wahrgenommen haben, so wie andere Von der Erde insbesondere. 729 andere Erscheinungen, die nur aus einem elektrisieren Zustande des Wassers, woraus sie bestehen, erklärt werden können. Die Schiffer pflegen gegen die Wasserhosen zu feuern, um sie dadurch zu zerstören. Umsiändlich handelt hiervon r>, Franklin in seinen exs>->'>mrni5 ->ncl oi>sc>-v. on MeÄricir/ NN mehreren Stellen, die man leicht zusammen finden wird. Hr. rvuke in den Schwed. Adhandl. für Försters Beobachtung. S.yZ- ^ Lo»>eÄu>es coneeeninA »n. erstere S. ?zz, letztere S. >c>> im u Band der l'KUos. iesnzn6l. c>k >ke /^meric-m Saciei^. 'Beschreibunq einer fürchterlichen Landwasserhose im Gvth. Magaz. v. q. 90. ' Michauds Zkachricht von einer merkwürdige». Nozier April >76?. Von andern glänzenden Lusterscheinungen. §- 757- Unter die übrigen glänzenden susierfchei- mmgen gehören die Irrlichter oder Irrwische (lAuez siarui smbulcuiex), die sich vornämlich üder siimpfichlcn Orren, Mooren, Kirchhöfen, Schindangern, >1. d. gl. sehen lassen. Sie fliehen vor dem, der sie verfolgt, und verfolgen den, der vor ihnen fliehet. Vielleicht emstehen sie aus mancherley ölichten und fetten Ausdünstungen, die sich in der inst ansammeln. Bestehen sie wirklich aus einer schlci- migen Materie, wie einige erzählen, die sich Z j 5 ihwr 7ZO XIII. Abschnitt. ihrer bemächtiget haben wollen? Ein Klumpen leuchtender Insekten kann übrigens zu Zeiten dergleichen Erscheinungen nachahmen. (Sollte nicht vielleicht ein hier erzeugter natürliche? PhvsphoruS oder eigentlich Phosphor - Luft die Ursache des Leuchtens seyn? Hierdurch erklarte sich nicht allein das Leuchten sondern auch die Selbstentzündung. Dock so lange man nicht genauere Beobachtungen dieser sonderbaren Erscheinungen hat, als bisher, so läuft alles hierbey auf leere Muthmaßungen hinaus. Eine höchst merkwürdige, hierher gehörige Erscheinung erzählt Hr. Viceberghauptmann von Trebra im D. Nderknr, Ottober 178?. Eine ähnliche findet sich beym Shaw in-v-u «c. (r»n- -Inn >754, 4.) S. Sie entstund ans einem Irrlicht und schmolz wieder zu einem zusammen, und das einigemahl abwechselnd, st..) S- 758- Die sogenannten Sternschnuppen oder Sternschneutzen (llelluo cucienkes) sind vielleicht ähnliche Wirkungen fetter Dünsie in dem sufikteise, die sich entweder wirklich entzünden oder auch nur bloß leuchten: und eben dahin gehören die fliegenden Drachen, Feuerkugeln (bol>6ez) u. m. d. gl. bisweilen gesehene Erscheinungen, bey denen übrigens auch vielleicht wenigstens' zu Zeiten, einige Elekm- cität mit im Spiele ist. Memoire lue Ic meieoec 011 Zlvde stc keu, odlervc »u mol» 6- Piiller -iernlcr, -Izn, uns A-sn-Is pzrue -Ic la krsnce, par dl. re ac>v; in de» ^l/cm. -te I'aca^. -t>?5 /c. -77-, z»-?. -lLF. 'Theorie der am -.atenIuli, »76a. erschienen (erschienenen) Feuerkugel, abgehandelt von I. El. Silber. schlag. Von der Erde insbesondere. 7zi schlag, Magdeburg, Stendal und Leipzig 1764. 4- »ntKupf. * Waigels reine und angewandte Chemie > B. S-^7. Vorzüglich sind hier zu empfehlen die hierher gehörigen Abhandlungen in den rniio! lo, 1784. hauptsächlich die von 0, Vlagdcn; ferner Rirrcnhouso hierüber IN de» er.ilns. c>h lUc Lvc. Vol. II. p. >74. und l-eirere üllcomeieasvl. lle' c-I. Llici snxnLinn, on s/eunsunn e ?o«uvc> con Ie eils>oits Ui 4dirc>uio vss^rui. ruiiii 1789. 8 lt. S- .759- Alls dergleichen fettigen Dünsten haben einige auch das Nordlicht oder den Nordschein (surora borealm) erklären wellen. Die Nordlichter werden vornämlich nur in den nördlichen Gegenden gesehen; und zwar am häufigsten um die Zeit der Nachtgleichen, besonders im Herbste. Sie erscheinen uns nach Norden zu, öfters etwas westlich, ziehen sich aber zuleßt ganz nach Norden. Sie scheinen in einer Hohe von 120 und mehr Meilen von der Erde zu entstehen; ein größerer oder kleinerer Theil des Himmels erscheint dabcy erleuchtet oder hochroch und feuersarben; starke helle Lichtstrahlen breiten sich dazwischen aus und gehen bisweilen weit über den Himmel weg: manchmcchl gehen ringsherum vom Horizonte feurige Strahlen nach dem Scheitelpuncse zu, oder der ganze Himmel scheint feurig und in einer zitternden Bewegung zu seyn. MiMsM erklärt die Entstehung des Nordlichtes ungemein glücklich aus Dünsten der Sonnenatmosphäre (§. 6iZ.) die von der Erde angezogen werden: 7Z2 XIII. Abschnitt. werden: Zeit, Ort und alte Umstände bey dem Nordlickue werden daraus begreiflich. ' Dieser Hypothese von Mairan hat D'Alcmberr sehr wichtige Zweifel entgegengesetzt (Opulbui-« S .ZZ4.) e. 1°rsire pkyllquc er dltkoilque l. Ol! kizwärl, ä Paris >7ZZ- teconäc ccllr. rcvue er AUAM-Nle-, s Paris 1744. gr. 4. Lclaircillcmcns sur lc rraiie pkzNique cr lrilloritzu- clc l'aurors bvregl«, crc. zrar I>u r>L «anr»!4Z III de» /Urm. 4c t'ncag. ,a> /c. >74^. />.,?> per. kVargenrins Geschichte der Wissenschaften vom Nordscheine; in den Schwed. Abhandl. >7?». G. >6y, 175z. S. 8;. Thorb. ZZeramnnn von der Höhe des Nordlichtes; in den Schwed. Abhandl. >764. S. 200. 257. Idcmarks »n llra Aurora doreslls l>z? k>I>. xvi!4l4; in dell Ndilo/l tranrrich k^-I,/.Xlt-b ?. x-rrs. r aF. 'v. Felbiczcv, wie Nordlichter zu beobachten. Sora» >77-- 4. 'Physikalische Untersuchung der natürlichen Ursache» des Nordlichts nebst einigen neuen Bemelkungen über diese Lufterscheinung von Frech, v. Hüpsch. Cölln am Rhein, 1778. 8. 'Franklin im aTheil seiner gesammelten Schriften. Deursch in der Leipziger Samml. zur Physik. 2 B. S. 249. ' I. c. Mike von den neusten Erklärungen des Nordlichts; im Schwed. Museum herausgegeben von L. G, und ?8z. 8. > B. S. z>. 'Schriften darüber inkveigels reiner und angewandter Chemie. > B. S. 424. "p. Heils Abhandlung über das Nordlicht in den Wiener Ephemcriden für 1777 'Anrsn Lramer Ueber die Entstehung des Nordlichts. Bremen >784. 8. SluSzug daraus. Goth. Magaz. >v. 2. 16z. pcyvoux de la Coudricre hat etwas Aehnliches cbendas. 1. i. >0. 'Eine Geschichte des Nordlichts findet sich in «Lggers phys. und statist. Beschreibung von Island w. Kopenhagen >786. s. 'k.ecv-il Von der Erde insbesondere. ?zz " kecueil 615' dl-moii-es loi^ l'-nslogie >l« I'Lleeie. er 6» dgäßnculm« gsr I. ll. Vän svi!eoui4 ä >z blz^e 1784- 8- III. Vol. Meiner oben §. ?6y in der Note geäußerten Muth- maßung füge ich noch dieses hinzu, daß, da die Herren Förster- (Beobachtungen, S, >04) das Südlicht ausströhmend gescheu haben, wir aber das Nordlicht sehr oft schwach und stille ohne Strahlen sehen, vielleicht eine Verwechselung der elektrischen Pole vorgehen könne. Doch versichert U7o!»ia (Natimgesch. von Thili) daß die Südlichter häufig auf den Chilenischen Inseln gesehen werden, gibt aber keine Beschreibung ihrer Form. L. Vorzügliche Aufmerksamkeit verdient der Umstand, daß sie erst in den neusten Zeiten wieder so gemein geworden sind, Halle? der eines von i-^üseiuios. »-„»-idt. n. 847) beschreibt sagt: dieses sey das erste N. L. gewesen, daß er selbst gesehen, und doch war er einer der aufmerksamsten Beobachter des Himmels und damals bereits 60 Jahr alt. L. Wichtige hierher gehörige Bemerkungen S. Goch. Ma- gaz. V. z. >87. Rozier >79 Iunius. p 440' Andreas Ginge Missionare in Grönland über den Einfluß des'Nordlichts auf die Magnetnadel im ztenThcil der V7?e Sämling ie. die ich oben S. s.l. d>' z angeführt habe. Abbe Lides Prof. zu Toulouse erklärt daö Nordlicht aus der rauchenden Salpetersäure, die entsteht, wenn sich die Monistische Lust mit der dephlogistisirten durch Elektrieität zersetzt. Rozicr >790 IuniuS, und Febr. >79>. Diese Grille ausgenommen enthält der Aussatz manches Gute Eine Beschreibung eines sehr merkwürdigen Nordlichts findet sich in den i'Kiioi. Voi 74. und aus denselben in Hube über die Ausdünstung S. »98. Es ist eigentlich die Gmetinsche. L. §. ?Ü0. Man hat übrige -s auch zur Zeit der Erscheinung eines Nordlichtes eine öfters ziemlich starke Elektrieität in der Luft wahrgenommen, durch V . " ' 7Z4 Xlll. Abschnitt. durch welche isolitte jeiler wie Hey einem Gewitter me-klich clcktrisirt werden. Auch wirken die Nordlichter sehr deutlich auf die Magnetnadel und verandern die Richtung derselben. Diese Begebenheiten sind um so viel weniger zu erklären, da wir von der Elcktrici- täc und dem Magnetismus so wenig in Ansehung der Ursachen wissen. (Daß ober z. B. P. Hell zu tVardehus davon nichts; und Hr. van Swiude» etwas Aehnlichcs dey messingen Nadeln bemerkt baden will, macht wo nicht die ganze Sache bedenklich doch manche Beobachtungen zweifelhaft. Man sehe hauptsächlich das unter dem vorhergehenden § angeführte wscu-n des Hrn. v. r ui. ? >7- in der Note, und das daselbst befindliche Sceiglchiiersche Mein. Auch Hrn. Röniu» Beob. im Evtl). Mag. m 17g. "Ich widerspreche nicht, sondern empfehle bloß Vorsicht und genauere Prüfung. L. 10. nn^ie. ve'idixi.Nk conissturz Na vi clsätrics vsporvm scelzrinm in lumina knrcnN. Lips. 176z. 4. Beobachtungen und Mnthmaßunaen über die Nordlichter »VN I. iL. Ä. rvicdeburg. Jena >7?l. 8. Schriften über die Luftcrscheinungen. l) nnri. nxz btsrso^z, in scincii opc>-. Rom. 7t. ») ttiliniia nsiursUe 8s l'zir er 8cz msreoesz, pzr dt. I'vbde vicn^nv. äl'att« >770, >77>. la,- 7t.!. X. Des Abbe Richards natürliche Geschichte der hilft und der Begebenheiten in derselben, aus dem Franz. übers. Franks. -?7Z. ar. 8. Wer sich eine gründliche Kenntiiiß der neusten Entdeckungen hierin sowohl als der Schwierigkeiten, die sich in diesen Lehren finden, ccwerdcn will, dem können folgende Schriften nicht genug empfohlen werden. Seuebiers Abhandlungen die unter dem Titel tue Ici Mll;'cii5 8s pelteÄicinnsi- iz msiecnow- pis im Nc>?ier Oct. >785. und im Marz, April, May >78? stehen; v. Saussürcs Hpgronictrie so wohl Von der Erde insbesondere. 735 Wohl als dessen Voygß-, Sani >» /Up»; de Luc s wec» sur I-, ni-r-orolo^i- hauptsächlich im 2. Theil, und dessen Briefe an De iraiuccherie in, Rorien ,790 in mehreren Monaten, und endlich Hube, über die Ausdünstung. Von den Witterungen und ihrem Wechsel in den verschiedenen Gegenden der Erde und in den verschiedenen Jahreszeiten. §. ?üi. Dem ersten Anscheine nach könnte man glauben, die Wärme der sänder und ein großer Theil ihrer übrigen Wutenmg müsse sich bloß nach ihrer geographischen Breite richten, weil die Sonne die Gegenden, welche unter gleichen Breiten liegen, ans einerley Weise bescheint. Allein die Eisprung lehrt, daß nicht nur Wärme und Kälte, sondern auch die übrigen Witterungen in einer Gegend von weit mehr andern Umstände abhängen. Dag geographische Klima kann in zwo Gegenden einerley, das physische dennoch sehr verschieden seyn. Einen Beweis gibt folgende Tafel der beobachteten Wärmen in einigen Gegenden, nach dem Fahrenheikischen Thermoter. Sic ist von Heinsius, und aus Winkicrs Physik S. 186. genommen, hier aber für das Fahrenheitische Thermometer berechnet und mit einigen Beobachtungen vermehrt. Ort. 7Z6 Xlll. Abschnitt. geograph, breite. « » s « » » Ort. dic warmen Quellen zu Casciano das Prudelwasser desCarldadesim Ständer - d. neue Quellwasser im Carlebadc das Mühienbad - Senegal! an der Mündung dcöNe- gcrstromcs - Alcppo - - -- Pondichcry » Leipzig - ' - Turin - - -- Carlsbad - - Paris - - - St. Domingo - Utrecht - - - St. Petersburg Zy. Zd. N. Insel '^ourbon an! 'der ösilichcnKüste! von Madagascar 22. o. S Sylanche an der! Küste von Peru o. o. Bay SlntongU an der östl. Küste v. Madagascar - Algier - - - Berlin - - - Monte Christi an der Küste von Peru - - » 16°. o'.N Z5- 45- N ir. 5Z. N. 51. ly. N. 44- 5- N. 50^. 10. N. 48. 50. N. 18. 0. N. 52. 12. N. Jahr, Mo« nar, Tag d. Äeobachr. 1788-IV. l7Zü. lX. llZ7- VI. 1748.VII. t/Zy. Vl. i75l.VII. I7Z6.VII. 1735- 1729. VII. 1738- VI. 5ah« renh. Grav. ly2z 162. 137'. lob?. 16. c>. S. zü. gyi N. 32. Z iI N. 12. !08T- 8-^YYs- Ü7> -)2?- Y2- yo-5. YI. yl?. 8Y. 88 s- 7- l3- 24. 27. 30. -734- I- 24. 1736. V. IÜ. 88- I. I. S. 1733- I- l5.j86. I7ZÜ.VII. 28.!86. 1732. V. 27.!86. 1736. III. 2l. 34-1 Orr. Von der Erde insbesondere. Orr. Unter dem Aequa- lor auf einem Schiffe zur See Auf einem andern Puerto Vcjoan d. Küste von Peru Nercmsk in Sibirien, an der Si nesischen Gränze Upsala - - - Quito - - - Gemäßigte Som- mcrwärme in unfern Gegenden - Insel de Bourbon Pondichery - - Senegal - -- - Gualea an dcrKü- stc von Peru - Cadix - - s Algier - - - Tiefer Keller der Pariser Sternwarte - - - Jerusalem - - - Quito - - - Diarbcker am Tiger, an d.Gränze von Persien - Padua - - ? Pichincha - - Bagdad inAssyrien Bourdeaux geograph, Hreire. o. o. c>. o. o. o. Zr. 56. N. 5y.5lI-.N. 0. iz. S. 22°. S. II. 5Z. N. lü. 0. N. 0. 0 Iahr, Mo- nar, Tag O. Seobachr. 1732. II. 20. I7ZS- V. 24. 1736. III. Z(Z. 1735-VII. 25. 77^. lyzy.VII. lz. dy. 1736. VI. 67. s - s s l7ZZ.VIII.22. 1734. XI. 2Ü. 1738. IV. IZ. 1736. Vl. 2. 36. 31. N. 1737- I. 8- 36.4y^. N. 1736. I. y das ganze zr. 50. N. 0. iz. S. 1736. VI. Jahr durch Z2I. 1736. III. 30^43. 37- 3o. N 45. 22. N 0. 15. S zz. 15. N. en zz. 15- eic. 1737. 1. 31. -- 144.50^. N. 1740. II. 25 Aaa 1736. XI. 2O, 173o .xn .2z. 1736. l?37- 1- 3l. V?. 24. 24. ly- 7Z8 XIII. Abschnitt. Orr. London - - - Paris - - - Mont Ccnis - Island - - - Lenden - - - Berlin - - - Wittenberg - - Danzig - - - llpsala - - St, Petersburg - Casan - - Nerczinsk in Su birien - l- - Jrkutks in Sibir. Zornca inLapland Kiacbta in Sidir. Auf dem Riphäi schenGebirge zwi- sehen Werchatur und Solikainks Kirinekoi Oltcog in Sibirien - Torney - - - TomskinSibirien Kirenga - - - Denisoisk gcograph. 9dreire. 5t. zi. N- 48- 50. 3t. 65. N. 52. 11. N. 52. 35. N. 51- 43- N. 54- 22. N 59-5'4 3t- 59- 5d. 3t. 55- 44- N, 5l°-56'.N. 52. 17.3t- üz. 51. N. Zo. 20. 3t. 59- Z0- N. 57- 47- N- 65. Sl- N. Jahr, Monat, Tag d. Seobachr >740. 1. 5. 1740. II. 25. 1754- II. 7. !?OY. 1740. II. I?0Y. 1740. I. II. 1740. II. 7. I74<0. I. II 1740. II. 5. -184° 1740. II. 5. -294. I7ZZ.XlI.28. -29?. 1736. I. 20. -35?. l?35. -364. I737- -424. I73Ü. -58. 1742. XII. rrz^. 1737- XII. 8. -112. i?38. I. 20. -118. 1760. I. z. -130. 1735. -iM. I737- -114. 1738. -150. 1735- I. 16. -157. Die Fahren h. Grav. 12. 11. 9- I. 0. 0. -I. -8-:. -10. 124. Von der Erbe insbesondere. 7z-, Die unsichere Beschaffenheit mancher Thermometer der damaligen Zeiten, laßt wenig Nichtiges von vor» stehender Tabelle erwarten, zumahl bei, de» sehr Hoden und noch weniger den sehr liefen Graden. Aus oen Beobachtungen, die in den neuen Reise- beschrcibungen vorkommen, würde sich mancher Artickel berichtigen und mancher neuer nachtragen lassen; eine Arbeit, die ich denjenigen überlassen muß, denen sie durch andere Zwecke, die sie damit zu crceichen hoffen, unterhaltender gemacht wird, als nur, oder die bei, ihrer Lectürc früher darauf Rücksicht genommen haben, als ich. Für die südlichen Breiten enthalten besonders die Journale der Mathematiker Wales und Valley, die die Cnpt. Loek und .'sourneaur um die Welt begleitet haben, viel hierher Gehöriges, e.. Sehr schöne und wichtige hierher gehörige Besbach, tungen des Hrn. Lossigni, S. in bisn,. a- l 'ac -icl. 7ZZ, Zg. Z5. z6, Z7> 38, zy, qc>. L. -A.N clNmzrc of l'-mpcrerurs os chstsrcnr ttneilniie» by nicn-nv> ttonscin 1787. z. Deutsch von I). vühn im dritten Theil der durch Hrn. Bergrath r>. Trell besorgten R.rmauschen Schriften. Auszug daraus im Gvth. Mag. vi. ,. 2,56. - g. S' sscziannl Vits, okIvsvniion-5 et conclulio- n-z circ, cs!c>rem cr 5ngu», mzximc dxcmjz 1740. conrinens. ttolrinAge 1740. 4. - tlebcr gl« allmädllgen VcränseiunAen clce l'empersrur >in0. 4, 8.82. Deutsch in Qkstt's ^lournsi l. 5. z.zr. S. meine Anuierkung zu §. 76s. §. 76s. Je hoher ein Ort über bis Meeresflache liegt, desto kälter ist er Die Lust ist nicht nur daselbst dünner und wird also nicht so stark erwärmt, als näher nach dem Mittel- Aaa 2 punele 740 Xill. Abschnitt. pvncte dcv Erde hin; sondern der größere Theil der Wänne, der von den von der Erde zurückgeworfenen Sonnenstrahlen herkommen muß, geht verloren und gelaugt an die liefern Steilen und in die Thaler, in denen es allemahl am wärmsten ist. Auito liegt fast unter der Linie, aber wegen feiner hohen jage ist es nur mittelmäßig warm. Uebrigenö haben dergleichen hochliegeude Gegenden meistens eins heilere leichte Luft und ziemlich bestandige Witterung. Die allerhöchsten Berge sind auch selbst im heissen Erdstriche mit ewigem Schnee und Eis bedeckt, das eins blaugrüne Farbe annimmt. Nach Bouguer fangt der beständige Schnee im heissen Erdstriche in einer Höhe von 24^4 Toisen an, bey der Scheidung des heissen Erdstriches von dem gemäßigten in der Höhe von 2100, und in der B.eice von Frankreich von 1500 bis 1600 Toisen. ') Nach dem Thermometer freylich, aber nicht (welches alle Aufmerksamkeit verdient) nach der Empfindung; wenigstens nicht im Sonnenschein. Selbst in der Nähe vom Gipfel des Memrb!.i»c, waren die Sonnenstrche eine der größten Beschwerlichkeiten für Hr, v. Saussüre -lsn, l-, eVlps- w iv), Ohne Sonnenschirm war die Hitze fast unerträglich. Daß dieses von einer durch den so sehr vermindetten Druck der Atmosphäre auf den organischen Körper bewirkten leichteren Ausdehnbarkeit der Fibern herrührte, ist wahrscheinlich, jedoch glaubt Hr. De o.uc (iNe-z l»e >z dtcreor. w 2, § 7S? °ic) es müsse etwas Lokales gewesen seyn, denn weder er noch sei» Bruder haben je so etwas bemerkt. L. Di« Von der Erde insbesondere. 741 Die Eisgebirge des Sebiveizerlardes, beschrieben von Gorrl. Siegm, sinnier. Bern >760.8. i.zB. ^ clsns leb g I^cubck. >779^ 4 und >7ijcz. 2. B. 8. der z. und 4. Bd. 5 (Zenevs >786. "ooukklv vrl'cgg'r. 6c, tzlgstercs 6» vucdr 6s Fgvo^s. g (Zensvs >7?Z> 8; NNd llelcripr. 6cs Hg's, bca- „ins; sr IdNger. 5 c7cn,-v- 1781 8. lieber die Wärme der Luftschichten an der Erde, S. oicrav lttsgi« 6e rn^liqas. 0.1 Lgp. VUi. §. ?ÜZ. Weil die höher liegenden Gegenden ans der Erde allemah! ungleich kälter sind als die tiefer liegenden, und in einer mäßigen Tieft unter der Oberfläche der Erde ftst immer eine gleiche, nicht unbeträchtliche Warme herrscht, auch der Frost niemahls, selbst nicht in den kältesten Wintern, lies in die Erde dringt und das Meerwasser in der Tieft nirgends gefriert: so schreibt MaiMN einen großen Theil der Warme auf der Erde überhaupt einem muemdlfthm Feuer oder einem Cmtrchscmr zu. Er nennt diesen Theil die Grunbwärme, und berechnet, daß sie in der Breite von Paris 59; Mahl größer ist als die Warme, welche die Sonne allein am kürzesten Tage daselbst hervorbringe. I6cmc>>cs ssc Ig csuls Aensiglc 6u l>o!6 SN Nivsc er 6s Ig sN-Neur cn sls, pgr IN. na 4>gii'.gie z lN dcil tUcm, 6e rgca6. ?»>. 6ei /c 171^^ ji/iZ 10^. H^uvcllc» rscNei'cNs, Luc Ig cguls Aenccgls 6u cki>u6 cn sie er -in fgoi6 en üivcr cn kzar ^u'cllc le Iis a Ig ct>6euc inrccns er PSIIIIÄNSNIS 6s ig lcrrc, pzr da. rm g I'giiz 1.768 gr. 4. Elite Beobachtungen über die Wärme der Erde im Goch. Magaz, >, 2. >9. Schriften darüber ebendas. 1. 2. 92, John Hunrer darüber ebendas- 2. 4. L. Aaa z §. 7Ü4. 742 Xlll. Abschnitt. §. 764. jander, die starke und weit ausgebreitete Wälder haben, sind vorzüglich kalt: das Eis «hauet im Winter langsamer darin auf, und erhält also die fuft länger kalt. Benachbarte Meere machen die Witterung hingegen gelinder, denn die Warme des Mserwasierö bleibt fast das ganze Jahr durch einerlei), und im Winter wird die kuft dadurch erwärmt und die Kalte gemäßigt; die Seewinde bringen fast immer Thauweiter. Aber dergleichen jändcr sind auch meistens vorzüglich feucht und haben jährlich mehr Regen als anders. Hohe Gebirge ziehen Regen und Gewitterwolken an, und gebirgige Gegenden haben daher häufigem Regen und mehr Gewitter als ebne: Arabien hat wegen feiner Ebne fast gar keinen Regen. An Attempr ko Lccounr tor rke clisn^e os climate, vvkicli jias becn oldielveä in rke mi^clie Lttionies in I^ordk- America, l))t iui6n vvii.l.läXiL()tt; iü dell /. 5^.277. §. 765. In den warmem Erdstrichen wird die Hitze noch dadurch gemäßigt, daß die Tage nicht sehr lang werden und die Sonne nicht lange über dem Hsrizonte steht: in den kälter» Gegenden find die Tage des Sommers sehr lang, und dadurch wird die Sommerhitze daselbst größer, als man sonst erwarten könnte. Die langen Nachte werden durch den heitern Himmel, Von der Erde insbesondere. 74z Himmel, den hellen Mondschein und die lan- gen Dämmerungen ertäqlicher. irke c,ulc, of kczr znS colli in lke leveril clim-l-i »nii liruzrion of rki« ßloke, so gz rkcv Ucpe»a upon tke r,/5 ok liin, V7 zonn I.on>i. 17^6. gr. 8. AttmerkuiMii vom Ilnterscbiede des Klima, von Per. avargenrin; i» den Schwed. Adhnndlungen >757 S. >59- vs vzrizlioniku» rkcrmomerri sccuisriu5 clctinicnäi», »utt. roo, z in seinen o?ee. ine-i. ^0/./. x.!. §. ?66. Das Fallen und S eigen des Barometers zeigt eigentlich nur die Veränderungen in dem Gewichte und der Eiastiei'äc der Luft, und sein Stand die gegenwärtige Beschaffenheit der Luft in Absicht auf jene an: weil aber darin nicht leicht eine Veränderung vorgehen kann, ohne daß auch eine Verändern ng der übrigen Witterung bald daraus erfolgt, so sieht man das Barometer gemeiniglich als ein Werkzeug an, aus dessen verändertem Stande man den Wechsel der Witterung vorhersagen kann, und ge- wißer Maße» mit Recht. Die Erfahrung lehrt nämlich, daß wenn die Luft leichter wird, gar leicht ein Regen darnach erfolgt, und daß hingegen meistens das Gewicht der Luft eist zunehmen muß, ehe sich ein Regenwetter aufklärt. S- 767. Es könnte zwar scheinen, als ob das Barometer bei) bevorstehendem Regenwetter steigen Aaa 4 müßte, 744 XIll, Abschnitt. müßte, weil die wässerigen Dünste das Gewicht der Luft vergrößern; allein eines Theils kommen diese Dünste nicht eben kurz vor dem Regen in die Lust, und zweytens vermehren sie das Gewicht derselben nur um einen sehr geringen Theil, wie man leicht einschen kann, wenn man das Gewicht des fallenden Regens mit dem Gewichte der ganzen Luftsäule vergleicht; und so wurden also die Dünste, wenn sie auch erst kurz vor dem Reget» in die Luft kamen, das Barometer dennoch nicht stark steigen machen. Es kann auch wohl seyn, daß die nassen Dünste selbst die Elasticicat der Luft schwachen. (nuusr. I.VIZ> lcntzminz gkkcmaliz ncwi scl m»ls- lionc! ka,c>mecri cx n-mru clzierll -cru Uemonkrair. vc-»cos, >7ZZ, 8- Oc b-nomcuorum cum scrii er rrmpeszluw murgrionilzu» conscntu, zu6l. 5»xi, cunlsr. »ol .i .xi »uuo; in de» traiuaci. 45:. urt, 4. kcckcrcNis kuc lc» v-ruzrionz itu Lzromerc« , pzr dt. nrcuuu.ua ; in den dvo/iii. ?«c>». 8e s. 8e? sc, 8c k'r, ,77-, xu», 47, (Die vornehmsten Hnpvthcsci! über die Veränderungen der Barometerhöhe beurtheilt Hr. De Luc umständlich in den k>»c>8jf. g- i'cunolpk s-er >, ckzp. z. und §. 2,-,? werden sie kurz zusammengezogen. Wenn man diese Veränderungen au« den Dünsten erklären will, die nach einigen den Druck der kuft vernicl'ren nach andern, worunter Hr. De Luc mit gehörte')/ vermindern/so bleibtdoch wie mich dünkt noch immer die große Schwierigkeit zurück, warum um den Aequator, wo doch auch Dünste aufsteigen und Regen fallen, die Veränderungen der Barometerhöhcn so unbeträchtlich, hingegen gegen die Pole zu so groß sind. Le Gencil z. B. versichert aux incle! oiicnlslci Vol, t. x. 526) Von der Erde insbesondere. 74s dos Barometer verändere seinen Stand zu Pon- dicheri gar nicht, es stehe immer auf 28 Jost. Eine Hopothcse, die also diese Schwierigkeit nicht hebt, ist unvollständig. Es ist wahrscheinlich, daß vieles bcy diesen Veränderungen auf die Gleichförmigkeit der Temperatur der Luft, und die Regelmäßigkeit der Winde ankvmmt, auch vernincblich auf allerlen rheinische Affeetionen derLuftthcilcheii, die wir uvch nicht kennen. S. Saussüres Hy- gronrerrie §.1.94. 'Diese Hypothese hat Hr. De ümc nunmehr aus Gründen, die er in s. u>ce» lue u ra-c. il. §, Z90 auseinander setzt, selbst zurückgenommen. L. Die Beobachtungen haben gelehrt, daß die Veränderungen des Barometers auf eine große Strecke Landes gleichzeitig, und wenn die Orte der Beobachtungen gleich hoch liegen, auch gleich groß sind; auch daß sie bey schon beträchtlichen Unterschieden dieser Hohen, den mittleren Höhen der Quecksilbersäulen an diesen Orten proportional sind. Allein sind die Höhen der Veobachtungs-Orte um mehrere Hunderte von Toiscn unterschieben, so hört dieses schöne Gesetz auf. Z. B. fällt das Baromete im Thale, wo es auf a?" stund um so wird es auf dem Berge, wo es auf >8", also ^ niedriger stund, nicht um sondern viel weniger fallen. Ein trauriger Umstand für die Höhenmessungen mit dem Barometer, uns dieses um so mehr, als er grade >) bc» Messungen eintritt, wo der Gebrauch des Barometers vorzüglich nützlich und bequem war, und 1.) die Sache nicht ohne die mühsamsten Beobachtungen zu einer Bestimmtheit gebracht werden kann. S. 54USSMU lli>i>5 Icz ^lgc!. 1°. IV, ch.) §. 768. Das Fallen des Barometers kann auch einen bevorstehenden starken Wind anzeigen, weil auf eine verminderte Elasiicitat der sufc ein Wind c> folgen muß. Aber auch selbst ein Aaa 5 schon 746 XIII. Abschnitt. schon vorhandener starker Wind kann machen, daß das Barometer fällt; denn er trägt gleichsam einen Theil von dem Gewichte der Luftsäule, der nun nickt weiter in das Barometer wirken kann. (Dieses ist wohl schwerlich die Ursache. L.) Tafel der Mittlern Barometerbdhe für verschiedene Orte, nach Paris. Maaß. Basel 27 Zoll o, xLin. Chur 26 Clausthal 26 2 Göttingen 27 6, 72 Gotthardsberg 2l 7, 5 Leyden 28 Nürnberg 26 1 l Padua 27 11, f Panama 27 11, 5 Paris 27 6 Petersburg 27 8, 664. Porto Belo 27 11, s O.»ico 2O O, 6 Tübingen 28 7, c?8 Turin 27 9, 5 Upsala 28 5, 5 Zürich 26 6, 5 Eine aus den kostbaren Ephemeridcn der Pfälz. meteoros Gesellschaft gezogene vortresstiche Tabelle steht an einen. Orte, wo man sie nicht leicht suchen wird, nämlich in der allgem. Deutsch. Bibl. im Anhange zum zz-86. Band und zwar in desselben Von der Erde insbesondere. 747 selben 2tcr ZMH. S- 697. Sie gilt auch für das Therm. (§. 761). Was diese Beobachtungen für den Physiker besonders interessant macht, ist, daß sie alle mit harmonischen Instrumenten angestellt sind; aber frcylich bedürfen die meisten Barome- tcrhöhen »och der Correctivn durch die Wärme (§. 6X2), wozu aber das oben §.467 angeführte Echlögilsche Werk besonders eingerichtet ist. 4. §. ?6y- Wer darauf aufmerksam ist, wie in einer Gegend die Witterungen auf einander zu folgen pflegen, der kann sich dadurch mit der Zeit eine Fertigkeit erwerben, die Veränderungen des Wetters mit ziemlicher Genauigkeit vorher zu sagen. Dazu dienen besonders meteorologische oder Wilterungsbeobachtungen, darin für jeden Tag mehrere Male der Stand des Thermemeters und des Barometers, die Richtungen und Starke des Windes und die übrigen Witterungen aufgezeichnet weiden. Bey der Vorhersagung der Witterungen auf den Stand der übrigen Welrkörper zu sehen, isiThorheit: Sonne und Mond"') können nur allein einigen Einfluß darin haben, die übrigen Wellkörper sind dazu zu klein und von der Erde zu weit entfernt. ') Eine wichtige hierher gehörige Beobachtung wird in Fabrl's gevgraph. Magaz. 2B. l St. S.72. erzählt, ü. Ue cxixuo czui allkuc appzrein ohleruznonum mercorolo^i» csrum vtu aar. S4XI. c»oiS7. ; jm l V. der kZoettMA. 4!. Christ. Gorrl. Rraycnsteins Abhandlung von dem Einflüsse des Mondes in die Witterungen und in den menschlichen Körper. Halle >746, 1771. z. vclll X!!I. Abschnitt. Ocllz vcra inlluen^n 8cgii sllri, 8e!!c kzßloni, e muroo.inni rlel rrmpn, szßgio mcrcorvlvxico U> siu?. ro^i.l>o, in ?Ziluvg 1770. pr. q. Die Franz tlebersemmg dieses Werks durch Joseph Duqui» ist sedr vermehrt Von dieser ist nun auch eine 5te Austage erschienen, wodey flch eine llebersetzuug der ?>o^>ioltirc>eun> des,Vtülu> die aber nach der Italienischen des Bvicci geniacht ist, befindet. ü. Hrn. Toaldo'o i» meteorologische Aphorismen stehen in Rozicr. Novemd. 1785. S. Z88. it. Lxposs ci- liucltjnct abs-r.nuionz (ju'on poutroir fgire pour isp-nilte Un jcnir Inr In dtclcoroloßie, psr !>I. r^a- vnnr; in den d7o»n. »,'t/n. tie iacnU. -o>. ?7Z. q. 1'tzite Sc dg-lsornlo^ic, pur le ?. corrn. ä?ZN5 1774. gr. g. ' dlcm, tut Iz dtcrüornloßic pour lcrvir sts snire er 781. a. ' LpUcmrricle, Soc. llercorolvpiczc l'slztinoe llillvriz et olck. gnn! 1781. ketsnliemil I?8Z. 4msz. Werden fortgesetzt. ' l. l. unin»rk v-lrriprio intlrumenrorum Lac. merenr. pi>I-l. erc. Irlznli. >78!.. qmaj. 'g »oirnnsow. 1°rsKsru5 d!llor!cc>. mereorol. conrincn» oks. XXVI. innorum in oblcruiirorio tlivnienl! filüil», IIzvn. >78r>. -rwaj. 'Em vorzügliches hierher gehöriges Werk ist: di-m-,ir- snr ie> ohl'ervzrion« meieorolvßiczucz ksircz i> kr-ncker en knie penllznt le Lnurznr 8e l'znnce 1779. Pill 1. n. verre sxvi>ir>r>a. n teirle 179z.. 8. 'S. weigel a. a. O. §. Z98. Von Herrn Hosr. Garrevers wichtigen Bemühullgeit hierin sehe man Goth. Magaz. >- r. L. §- 77<-. Von der Erde insbesondere. 74s S- 770. Sommer nennt man gemeiniglich die Jahrszelt, da es in einer gewissen Gegend am wärmsten ist; Winter, die, da es am kälte- sten ist; die Zeil nach dem Winter und vor dem Sommer, Frühling; die Zeit nach dem Sommer und vor dem Winter, Herbst. Da Warme und Kalte in einer Gegend zwar zum Theil, jedoch nicht gänzlich von der Richtung abhängen, ur/er der die Sonnenstrahlen auffalle» (H. 761.), so kann man auch eigentlich nur ungefähr sagen, wann eine jede Jahrszeit in einer gewissen Gegend anfängt; eigentlich geschieht es nicht olle Jahre völlig genau zu einerley Zeit, wegen der mitwnkcnden veränderlichen Ursachen. Warum es noch nicht zu dcrIcchrsn'it, wann die Sonne am Mittag am niedrigsten steht, am kältesten; und auch noch nicht zu der Iahrszcit wann die Sonne am Mittage am höchsten steht, am wärmsten ist. Warum es den Nachmittag wärmer ist als den Mittag, da die Sonne doch am höchsten steht. S> 7?r. In dem heissen Erdstriche unterscheidet man nicht sowohl Sommer und Winter, als viel- mehr dle trockne und die nasse Zeit. Wenn nämlich daselbst eigentlich Sommer seyn sollte, oder wenn sich die Sonne om meisten über den Horizont erhebt, so fallt die Regenzeit ein, welche langer oder kürzer dauert, die angenehmste 7so X!II. Abschnitt. nehmste JahrSzcit aber in diesen Gegenden pflegt die zu feyn, wann die Sonne am niedrigsten sieht. §. 772. In den Gegenden außerhalb der Wendekreise ist die Witterung überhaupt veränderlicher als innerhalb derselben. Im Frühlinge und Herbste sind die Winde am gewöhnlichsten. Im Winter gefriert das Erdreich mehr oder weniger tief, in unfern Landern sehr selten drey Fuß lief; aber weiter nach Norden sind Gegenden , wo es im Winter viel tiefer gefroren ist, und im Sommer nur etliche Fuß tief anschauet. Die stehenden Gewässer, und hernach auch die Flüsse, werden mir Eis überzogen, daß sich in den letztem besonders an den Seilen und hernach auch auf der Oberfläche erzeugt. Die auf dem Meere herumschwimmenden großen Eis- klumpen werden in den Flüssen und den Meerbusen erzeugt und hernach durch Wind und Wellen aus einander gerhürim. Man findet daher auch nur nahe am Lande Eis im Meere, und auch nur Meerbusen werden bei) starkem Froste vom Eise verschlossen "). Memoire sur I- mznici-c ctonr sc koimenc le» ßl-cons Hui üolrcnr sur ic, ßi-znUc» nvierc«, er sur Ic> clikecence, Hu'on y rcmn^izuc, Icii-^u'on!cz compsi« zux lics caux cn rcpo-, pzr k>k. I- gbdc in den »07. -ic/ /c. 174z. p. Mich. Lsnic'iic'sow Gedanken vom Ursprünge der Eisberge im Nordischen Meere; in dm Schweb. Adh. >?Sz. S .Z7. ') Diese Von der Erde insbesondere. 751 Diese von Büffön, Lomonoson? und Trany vec- theidigtc Meinung hat Hr, >> Förster am angef. Ott S. ?y und ff. sehr kräftig und mit großer Gelehrsamkeit bestritten, und wie ich glaube, ganzlich widerlegt. L. Schriften über die Erdbeschreibung. l) 10. v,rrr. nicciol.1 tZ-ogr-pIi!» ct b^6roArapkia rckoi- m-n». Uvnon. iü6l> fol. s) Uno»». V4ani^il ßevßrspkizAencsüIiz.Lsnizbr. 167!. st. g) 10. izsc>. ril-oK^xcur clcmcnrz gcoZrz^kisi: xcncrsllz. krsncof. 17 >2 8. 4) Llemen» Ue tZcoAr-pbic > par dl. NN >vnil>nv7U>S. SI-SNS >742.. 8; in seinen Tom./tt. x-iz. !. z) rnra. Vieri vivsscnnnuzaonie ölst. Uc magniiuliine rcrrsc; IN seinen ^-F-rrat. x/-x/.' xnx. 75/. 6) Inleiflin^ IUI ccnc niiuur-cn ^iskuniliße bcscbou'Mln^e 6es ^-r, 755. 4 7) dlemoiie! stir lz llrnätuie inrcrieuii: cle Iz rerre, par dl. nvin ä Tlui-ic 174z.. gr. 8. 8) loav. enainia»>i5i pb/listi l-rstirlkninx öive-er^orclklolc», pä cosmogisrbillrs lz.tl> vväßncr. llplsls 1766. 8» Physikalische Beschreibung der Erdkugel von Torbern Bergmann aus dem Schweb, übers, von champ. Hemr. Röhl. Greissw. >769. kl. 4. *Zwote vermehrte Auflage in -.B. Greiföw. 1780. kl. 4. 9) Anfangsgründe der mathematischen Geographie, von M- Tkristl. Bcned. Funk geipz. >771. 8. 10) Job Ernst Basti, vvicbeburgs Einleitung in die physisch-mathematische Kosmologie. Gotha >776. gr 8. '!>) Phys. Erdbeschreibung von Mirrerpacher. Wien 1790. 8. Noch 7s2 XIII. Abschnitt. Noch etwas von Entstehung der Welt und der Erde insbesondere, auch von den Wer- änderungen, die sich damit zutragen und zugetragen haben. §. 773° Unter der Welt verstehen wir den Inbegriff aller körperlichen Dinge. So wen ste sich auch hinaus erstrecken mag, so muß sie doch ihre Granzen haben, und folglich endlich seyn. Daß ße einen Ansang gehabt habe, kann und darf ich hier nicht erweisen; und daß sie von einem weisen , mächtigen, gütigen Schöpser hervorgebracht worden sen, lehrt die Betrachtung derselben einen jeden Vernünftigen. S° 774° Wie dieser große Schöpfer die Welt hervorgebracht habe, das haben verschiedene Naturforscher ergründen, oder doch wenigstens muthmaßen wollen. Verschiedene haben e6 zu dem Ende für nöihig gehalten zu untersuchen, aus was für ungemischten und einfachen Materiell oder Elementen alle Körper zasammenge- sehr seyn. Einige haben geglaubt, alle Körper waren aus Waffer entstanden, andere gaben die Erde für den Grund aller Körper aus. Aristoteles und mit ihm noch viele heutiges Tages nehmen vier Elemente, Feuer, Waffer, Luft und Erde, a». Die Chemisten suchten alle Von der Erde insbesondere. 75z alle Körper durch das Feuer in ihre ersten Be- staudlheile aufzulösen, und reden vom Salz, Schwefel und MercuriuS, oder noch andern Elementen, woraus alle Körper bestehen sollen. Mit aller der Hochachtung aber, die ich für die Chemie habe, muß ich gestehen, daß ich immer weniger von den Elementen der Körper mir Gewißheit behaupten mag, je langer ich mich init dieser Wissenschaft beschäftige. kos. Lori.L'5 tccpüc»! cliZsmik; pls.'./. xaz,-50. §- 775- Nach Cartes gab es, ehe diese Welt war, einen Klumpen von ungemeiner Harte, den Gott durch seine Allmacht zerschlug und alle Theile in Bewegung sehte. Indem sich diese Theile solchergestalt an einander rieben, entstand eine Menge kleiner Kugeln; Ecken, die von den größern Stücken abgestoßen wurden, als sie zu Kugeln wurden, und eine ganz seine Marerie, gleichsam ein Staub. Dieß sind seine drcy Elements, woraus er die Welt werden laßt. Die feine Materie ist sein erstes Element, und daraus entstand die Sonne, nebst den übrigen Fipsternen; die kleinen Kugeln oder daß zweyte Element gibt die Him- melelust ab, die Materie zu den Wirbeln, durch welche sich seiner Meinung nach die Planelen bewegen; und die eckigen, zur Bewegung ungeschickcern, aber zum Zusammenhange Bbb geschick- 7s4 Xlll. Abschnitt. geschicktern Theile oder das dritte Element gibt den Slvff zu den Plaueren und Kometen. Im übrigen glaubt er, die Erde sey ehemahls eine Sonne gewesen und nachdem sie ausgebrannt, in einen Planeten verwandelt worden. S- 776. Burnet glaubt, unsere Erde sey fange nach der übrigen Welt hervorgebracht und Moses erzahle nur bloß die Schöpfung dieser Erde allein. Diese sey anfänglich ein Chaos, ein verworrener Klumpen von mancherlei) Materien gewesen, wovon sich die schweren und gröbsten gcseht und den Kern der Erde ausgemacht, die leichtern aber wieder in zwo Lagen getheilt Härten: die alle>lc.chlesten wären oben auf gestiegen und hätten die Luft ausgemacht, die gröbern das Wasser, auf dessen Oberfläche sich die ölichten Thcilc besonders angesammelt hätten. In der Lust wäre - noch viel» grobe irrdischc Theile, und diese daher finster gewesen; diese Theile wären aber nach und nach niedergesunken, hatten sich mir den ölich. ten Theilcn verbunden, und mit ihnen yje obere Erdlaae ausgemacht. So war die Erde eben, ohne Berg und Meer, ohne Weclnel der Iahrszeiren, weil die Ekliptik in dem Aegua- tor lag. Nach 1600 Jahre" war d>e obere Rinde der Erde so ausgetrocknet, das? sie zu reisten anfing und endlich in viele S äcken zerbrach, und nun entstand die Mosaische Sund- /-r ^ Von der Erde insbesondere. 755 fiuht daraus, wobey die Erde ihre jetzige Gestalt bekam. -rnvöl. LVkNL-rl reüuris rkeoria fscra, vrki, nottri ori^juem er niutstiones, c^uss gur 12m tul>nr, sud olücn tubzi.m^ rux cli, comple^euz^ l^onci. »68l- 4- ^X2men ri.eorize lelluris 3 eciitse, cum snimad- vertionikzuzl in rkeonain. nousm suäi. 10. Oxon. »698- 3- S- 777. Auch Whiston ziehe die Mosaische Schö- psungsgechüchre nur aus die Erde allein, welche vorher ein wüstes Chaos war, ein ausgebrannter Komet, aus welchem in sechs Jahren die E>0e, wie sie jetzt ist, ausgebildet w.,>'de. Im ersten Jahre senkten stch die g-öbsten Thelle der Atmosphäre nach dem Kerne des Kerne eu herunter und legten stch in der Ordnung ihrer eigeuthümstchen Gewichte, über einender. Unten liegt ein dichies flüssige' Wesen, aus welchem alles Erdariige gesammelt wird, hierüber stand das Wasser, und oben die Luft. Wegen des geschwinden Sinkens bekam die Erdrinde eine ungleiche Dicke, die schwersten Stellen senkten sich tiefer und so entstanden die Ungleichheiten auf der Erde. Die Luft reinigte stch hieibey dergestalt von Dünsten, daß die Sonne durchscheinen konnte, ob sie gleicb noch nicht eigentlich zu sehen war. In diesem Jahre erhielt die Erde zugleich ihre jährliche Bewegung in einem völligen Kreise um die Sonne herum; die tägliche Umdre- Bbb s hung 7s6 Xlll. Abschnitt. hang erhielt sie erst beym Sündensalle. Im zweyten Jahre sielen noch mehr Dünste herunter, doch konnte man die Sonne noch nickt erkennen. Im dritten Jahre stoß das Wasser cm den niedrigsten Gegenden in Teiche zusammen; de»N das große Weltmeer ist nach Wk)l- sidNs Meinung erst nachher entstandet. Weil die Sanne nunmehr die Eide beschien, so wuchsen Pflanzen darauf, und im vierten Jahre wurde auch die Lust ganz helle. Im fü >sten und sechsten Jahre wurden Thiers und Menschen hervorgebracht. ^ ncvv lkeor^ of rke earili U7 ^«lü'ron. L-mbrißSe 1708, 8- Will. Whistcuis neue Betrachtung der Erde, übersetzt von tu. dt Ssv. v. k>l. Franks. >7>t. Derleo Rluoere (t-oloAil,. oder natürliche Wissenschaft von Erschaffung und Bereitung der Erdkugel. Hamburg l?zo. 4. §. 7?8- WhistvN laßt die Erde aus einem Kometen entstehen, andere, wie z. E. Maillet, Leibnitz, aus einer ausgebrannten Sonne. 'Nachdem diese ausgebrannt war, entstand ein dunkler Körper daraus, die durch die Hitze ver- glasete Materie machte die Rinds, die abgeriebenen Theile den Sand, aus welchem in Vermischung mit Salzen und Wajser die übrigen Erden entstanden. Die feuchten Theile, die vorher durch die Hitze in Dämpfen aufwärts getrieben waren, sielen herunter, nach dem Von der Erde insbesondere. 757 dem die Erde kalt geworden war, und bedeckten sie mit Wasser; ein Theil davon drang durch die R-Hen in der Oberflache der Erde hinein, und so wurde ein Theit der Erde zu rrockncm jande, und sie erhielt nach und nach jhre gegcnwa-kige Gestalt. porr?«, VVII.», i.k,iM!rn proroßZ», live Sc prim, f-c!e tciluris cl -nlic>uUIlM»e dUiocizc velrißii, in ipli« nzrursc monnmcnl!» Uittc^lslin. s,ec c. I.. scni?M>v». (Znclr. l?q9 4; lind II» seinen 0e- tt. 10. iZoi?sc» vv»ei.stini el ic>> »vilexna cNss. m ^>sr ignem non Uuiäz. Vpö 17K1. 4. S- 77?. Da sich alle Planeren unserg Sonnensystems von Abend nach Morgen bewegen und jhre Bahnen nur kleine Winkel, höchstens von achtehalb Graden mit einander machen, so halt es BÜftdN für hockst wahrscheinlich, daß in der Bcweg>ng, welche ihnen im Anfange diese S ellung gegeben hat, eMag Gemeinschaftliches gewirkt habe. Außer den Kometen findet er nichts, dem diese Wirkung zu zuschreiben seyn könne; er glaubt also, es sey einer sehr schief gegen den Rand der Sonne gefallen und habe den 6;olen Theil ihrer Masse abgestoßen. Diese Stücken fingen nun an, vermöge der anziehenden Kraft der Sonne sich um sie herum zu bewegen; so lange sie noch flüssig waren, gab ihnen die anziehende Kraft ihrer Theile die Kugelgestalt; aber die Uindre- Bbb z hung 758 XI!I. Abschnitt. hung um ihre Aue, die sie ebenfalls dem Kometen zu danken hatten, gab ihnen die sphä- roidische, wenigstens zum Theil, denn der Erde gab Ebbe und Fluht das noch Fehle-de an der wirklich gegenwärtigen (Gestalt derselben I-Nlkoiie nziurelle xenersle ct pZirivuNe,:. I. Hier And als!) Theorien genug: n?-r „och keine darunter wählen mag, der thnt vielleicht ein besten, wenn er gar nicht von den Naluriorschei» zu lernen verlangt, wie die Erde und die Weit geschaffen And. (Eine strenge Prüfung dieser und niedrerer anderer Systeme findet sich in de e.ücs pbvs. und inoral. Briefen über die Gesch. der Erbe und des Mensche» - B. Adtheil. 2-6. Siehe ferner die Anmerkung unten zu §. 78g. L.) §. ?8c>. Täglich und unaufhörlich gehen Mit unserer Erde in Ansehung ihre Gestalt und Beschaffenheit mancherlei) Veränderungen vor. Die Flüsse und Bache und der Regen führen Erde von den Anhöhen und Bergen herunter und erniedrigen also dieselben allmählig; die Flüsse werbe» durch Erde nach und nach zugeschlemmt, und verändern deßwegen ihr Bette und ihren Abfluß, oder sie führen auch Erde ins Meer und erhöhen dadurch den Beden desselben. Die Winde wehen zumahl in Asrica, unfruchtbaren Sand über ansehnliche Strecken her, und verwandeln sie solchergestalt in dürre Sandwüsten, und die Menschen selbst geben der Erde durch die Cultur hin und wieder eine ganz andere Beschaffenheit und andern dadurch zugleich selbst das physische Klima der Gegenden. ivsrze». Von der Erde insbesondere. 759 Tvsrzc», ki»X!>krmi Zc ->uAz msri, sliiluäin« in den Tom.//, P-ix. !. ^o. Lo?isc». '»-äl.i.l-ini er rkic. vvve äild. ci- Aco:olmo senclcenic. Vpt»>. >758- §. ?8l. So hat also zuverlässig die Erde ehedem anders ausgesehen als jetzt, od sie gleich, so lange sie von Menschen und Thicren und Gewächsen der jetzigen Art bewohm ist, im Ganzen der jetzigen Erde ähnlich gewesen seyn muß. Unser gegeuwärligcs bewohnbares Land aber scheint offenbar, nach den unterschiedenen Erdschichten darin, und nach einer Menge eben so gebildeter Berge zu urkhcilen, ehedem ein- mahl unter Master gestanden zu haben und eben dadurch gebildet zu senn. I. S. Sulzcv vom Ursprünge derBerge. Zürich 1746.4. 10/ LoivLcn, ^«1.1.1-kui. cr ccü,8i»äuv wss. Se vrixine wonuum. Vplal. 1758- Ioh Gorrl. Lehma n»'« Versuch einer Geschichte von Flötzgebirgen. Berlin 17^6. 8. Hr. Pallas Schrift über diese Materie is oben t.?ol. bereits angezeigt, ü.. §. 78S. Moses benachrichtigt uns von einer sehr großen Überschwemmung, welche die Erde ungefähr >6oo Jahr nach der von ihm beschriebene» Bildung derselben erlitten habe. Ob diese Überschwemmung im eigentlichen Verstände allgemein gewesen sey, oder nicht, darüber wird noch gestritten. Diejenigen, welche das er- Vbb 4 sicre 760 Xlll. Abschnitt. stere glauben, suchen auf mancherlei) Weise bis Schwierigkeit zu beben, weher die dazu erforderliche Menge Wasser gekommen sey. Bus? Net glaubt, dieses Wasser sey vorher in der Erde eingeschlossen gewesen, und weil die Ekliptik mir dem Aeguacor damahls keinen Winkel gemacht habe, so sey ein Theil dieses Wassers mit der Zeit von der Sonne dergestalt erhitzt worden, daß es in Dampfe verwandelt worden sey, welche die Erdrinde durchbrochen und dem übrigen Wasser den Aasgang verschafft haben. Whiston glaubt hingegen, ein Komet, und zwar eben der, welcher n. C. G. 1680 wieder erschien, habe die Erde zwey Stunden mit seinem Schweife berührt, und nicht nur die Erdrinde durch seine anziehende Kraft zerrissen, und den unterirdischen Wassern einen Durchgang gemacht, sondern auch selbst Wasser zu dieser Überschwemmung hergegeben, auch den Lustkreis der Erde zugleich mit solchen schädlichen Dünsten erfüllt, daß das menschliche Leben hernach dadurch ansehnlich verkürzt worden, und er habe auch die elliptische Laufbahn der Erde so weic erweitert, daß sie jetzt über z6z Tag« zu ihrem Umlaufe um bis Sonne gebraucht, da sie sonst nur z6c> Tage dazu nolhig hatte, Es ist aber schwer zu begreifen, wie sich dieser Komet wieder von der Erde habe entfernen können, und wie er überhaupt die gemeldete Wirkung hervorbringen konnte, Von der Erde insbesondere. 76! konnte. Nach Woodward kam ebenfalls ein ein großer Theil des Wassers bey dieser Sünd- stuht aus der Erde heraus, und Golk hob die Gesehe des Zusammenhangs und der Schwere zum Theil auf, um dieses zu bewirken. 1°rsile ?6>- 4° ic>. aovi^cn. «'»I.i.r.kii er /rs'ien i>L?»^irrin Sick. s- Siluuio nnivcrl'sli. VpI'^I. >76!. * Im z-len Theil von Hr. Herders Ideell zur Geschichte - der Menschheit kömmt eine Auslegung von Moses SchüpfunaS - Geschickte vor. Man sehe auch hierbe» De eücs Briefe über den Menschen im ate» Theile der Deutschen ttebersehung nach, flnsers sel.Hrn. r> Waichs eines eben so weit von hartnäckiger Anhänglichkeit an alles Alte, als von Neuerungssuckt entfernten Mannes llrtheil über die Allgemeinheit der Sündflubt, befindet sich in Dlumei, Sachs Beyträgen zur Naturgeschichte ltep Tbcil, S. >7, >8. in der?!ote. L, §- 788- Wenn man von einer solchen auch noch so allgemeinen Ueberschwemmung die Entstehung der Erdschichten, die Bildung der daraus zusammengesetzten Berge und die in ihnen anzutreffenden Versteinerungen, zumahl von Meer- lhieren, herleitet, so khut man wohl ohne Zweifel der Narur Gewalt an; die größte Ueberschwemmung könnte nicht solche Verwüstungen und gewaltsame Veränderungen auf der Erde verursachen. Vielmehr scheint es ausgemacht, daß diejenigen Gegenden, in welchen man gegenwartig dergleichen versteinerte Meerthiere antrifft, das heißt, beynahe aller jetzt bewohn- Bbb 5 bare 762 Xlll. ^schnitt. bare -j»!!!cs er Ics zurre, pmSuttinn, Sc !z mer czu'oiz rrouvc Sun, I'iniericur Sc !z rsrrc. p»r ?S. an LU?rr>kl. in der link. xc». et Zniilic. Vi»u. /. x,!Z. De ccuporum mzrinorum g!ir>rumc>uc pcrcgrinorum in- rcrrz conrincnic online com»ic»lZl>o s»u. criiusr. n»i.e^re!^!>ii z in dcii ^ornmcrir. . ///. xa«. cj/. rivso. sS t>znc cninmcnrzlionir.i i^uzcSzm lnpxlcnicnla z in seiner >5)//, coinmcm. x,,z. 170. §. 784. Was für eine große Begebenheit aber diese Haup Veränderung der Erde bewirkt hat, davon haben wir keine Nachrichten und können vielleicht auch keine davon haben. Hat die Erde vielleicht cinmahl ihre Age Veranderl? Merkwürdig ist es wenigstens, daß man in jetzt kalten Gegenden der Erde Ueberbleibfel von solchen Thieren, die nur in warmen Gegenden leben können, und zwar in solcher Menge sindct, daß man nicht wohl annehmen kann, sie sencn nur durch einen Zufall dahin gekommen. 'Dcltüc a.a.O. eilfte Abhandlung, und vorzüglich in dessen >oten und -iten Briefe an De Lame« rhcrie. dtozier November und Dec. >790, und in lrlauilr!^ Itcvie«' e»>zrz;»S. zunc >790. p. 2vl5 und in dem Apvendix zum rten B. dieser Monat- schrifr. Sie werden noch fortgesetzt. Hr. oc eüc hat nunmehr (1794) angefangen, seine Theorie der Von der Erde insbesondere. 76z der Erde ins kurze zu ziehen und in Briefen an Herrn Hofr. Dlumendach vorzutragen. Eoty. Magoz. v »i. 4, und ix 1. >r. Ucber die Folgen einer geringen Veränderung der Erdachse S. Hrn. Hofr. rlkeistv.c. Adh.mU in rem gteu Bande der Comm«nr. Loc. k. <7oi.i-^. ü.. Von der Sailcnrenldco Ssteolilhen - Höle im Bavreu- thischcn S. Schriften der Beniner natncfvrfch. Freunde. V B, S. ?S. Interessante dierher gchö- rige Beobachtungen enthalten L. GpaU.rnzniii's Beob. auf der Insel Lrihera heutzutage Lerigo genannt, aus dem Jtal. Strasburg >7-9. 8. und Vcyträge zur Naturgesch. von I. F. Llnmenl'.icl?. Göttiuaen >790. kl. 8. tter Theil. a. Leber diese Materie ist unglaublich viel geschrieben worden. Es läßt sich ohne viele Mühe ein halbes Hundert von Theorien der Erde zusammen dringen. Ich führe nun noch einige der vorzüglichen: an. Die von Hr. Äaur Berliner Monatschrist 178?. iterTH. S.-.,o; m Hunon's in vk ide L-Ilnba-xU Locicr^. Vol. I Zleuhen Zdurrows in den rrl'ciireliez ini ^v>zxciiili>c ZUM atenBand. im. Frankline im Luropesu dtz. August >7yr ist rvn mir mit cinisten Erlauterungen im Göttinaischen Taschen - Calender für 1795 vorgetragen worden. L.. §. 785- Auch das Feuer hat seinen Theil an der gegenwartigen Bildung der Eide. Hin und wieder trifft man Vulkane oder seuerspeoenbe Berge an, in Europa z. E. den Vesuv unweit Neapel, den Monte Gidello oder Actnn in Sicilie» und den Hekla in Island. Dergleichen Berge schicken von Zeit zu Zeit au6 ihren Oeffnungeu oder Cratern Rauch und Flammen von sich, und werfen ungeheure glühende Steine und Asche bisweilen zu einer ansehn-- 764 Xill. Abschnitt. «.-'sehnlichen Hohe aus: es fließe» mancherlei) zusammengeschmolzene und noch lange durch die Hitze flüssig bleibende Materie», oder Lg- Vcn, aus ihnen hervor, welche bisweilen große Srriche ja»d verwüsten. steber das Alter der Laven steht eine artige Berechnung in des Grafen v. Lorch Briefe» über Sicilien und Maltba, S. 65. Neber das hohe Alter einiger Vulcane in Sicilien von Ooloinieii S. Evth. Magaz. in. >. 17;. L. 10, ^rrn. oovr.t.r.1 biiloriz er mercorolvßi» inccnSil Pernze, >696, Leg. Iu>. 1670. 4. U'SI> iltoriu nsturzle Sei Monte Vesiivio. blczg. >70;. 4. llilioire Su monr Vetuve. ä pzr>5 1741. 12.. »r^ss. lcrrcrs criri z tilntolrcz tu Scllz Vetuvisn» ciuüionc sccuSur» cell' snuo 1767, >" Lülsiilu >768- 4- Sir w-ll Hamilton'e Beobachtungen siber den Vesuv, den Aetna und über alle Vulkane überhaupt, aus dem Engl, übers. Verlin 177z. 8. »IC. rx-i.i.» ronru Illoris Sei Vetuvlo in bl-poll «7ZZ. 4. ' Vliltvire er Ukenomencz Su Vctuve exgotez Pitt le Scrc ru! l.» rönne. » Kzples 1776. 8. 'Deutsch, Altenburg >?8z. 8. v lvecbercbez tue Ic» Vulc-N! ereinrz Su Vivsrzy er Su Vel-^, zv-c un Oitcvur« lur le» Volcsn» brulsn» erc. Sc» I»lcm. »nel/rirjue» s»r Ic» Sckarl», Iz Kevine , le U»l»>i-, I» I>ou27.olsne, le» I.zve, erc. e»n ve sr. ?our>. u I'-ri, ,778. in fvl. Hr. Vi I» Lande's Auszug daraus steht übersetzt in den Leipziger Sammlungen zur Physik ic. Z.B. S.72. 'Collini Betrachtungen über die Vulkanischen Gebirge, aus dem Franz. nebst Anmerkungen des lieber» sctzers. Dresden 178z. 4. ' Dolomic» Reise nach den kiparischen Inseln aus dem Franz. vom Leg. Rath Lichtenberg Leipz. 178Z. 8. 'NeuereBeobachtungen über die Vulkane Italiens und am Rhein in Briefen von Sir William Hamilton nebst Voii der Erde insbesondere. 76; nebst merkwürdigen Bemerkungen des Abbts Gi- raud Suiavie aus dein Franz. von G u. tk. mit Anmerkungen des Uederseyers. Franks, uns Lcipz. ü. 'I. A vo Lücch Briefe über die Geschichte des Menschen iin 2B. ' I. .7cri)ers Briefe aus Walschland. Prag >77?- Franz. durch Hr. Varo» v. Dieterich. Straßburg und Paris >77^- 'Wunder der feuerspcyenden Berge iii Briefen an einen Freund von Faid. ^usU. Erfurt >781- !>- ' Weigcl am a. O. §. Z69. c. H. 786. Sehr aus der Tiefe der Erde oder gar vcm Centtalfeuer (§. 76z) kann man die Vulkane nicht ableiten. Unterirdische Verwitterungen solcher Mineralien, die sich dabey erhißen und entzünden können, sind eine eher glaubliche Ursache ihrer Wirkungen; und wirklich enthalten die Gegenden, wo die Vulkane liegen, eine Menge van Schwefel, wie unter andern die Hundshöhle und die Solfarara Hey Neapel beweist. Z. 787- In nicht wenigen Gegenden findet man Berge, denen man eg deutlich genug anficht, daß sie alte ausgebrannte Vulkane sind , und Laven und durchs Feuer erzeugte oder veränderte Steine, die sich in ansehnlichen Entfer- nungen davon ausbieüen. Hierher gehören auch unter andern die Bafaltgesteine, der Irländische Riesenweg und mehr dergleichen *). So können 766 Xlll. Abschnitt. können freylich aucii wohl neue Vulkane entstehen, wo vorher keine waren. Beytrag zur allerältcsten und natürlichen Historie von Hessen; oder Beschreibung des Habichwaldcs und verschiedener anderer Nieder-Hessischen alten Vulkane in der Nachbarschaft von Cassel von Lud. iLr. Raspe. Cassel >774. gr. lt. ') So ausgemachr als hier der Verfasser annimmt, ist wohl der Vulcanische Ursprung des Basalts noch nicht, und einige der ersten Mineralogen so wohl als Geologen unserer Zeit haben sich schlechtweg darwider erklart und den Ursprung desselben, so wie den so vieler andern Beraarten, einem Niederschlage aus dem Wasser und die hier und da unleugbare Spuren von Veränderungen der Mineralien durch Feuer mehr einem sslrd- brande, als Vulennischeu Ausbrüchen zugeschrieben. Indessen fehlt es auch der andern Meinung nicht an sehr grobem und starke» Vertheidigern. Viesteicht liegt die Wahrheit auch hier in der Mitte, und einiges von desti, lvas man Basalt nennt ist Vulcamschc» und anderes Nepruinscheu Zlrsprungs. Zu hieserMeinung neigt sich wenigstens der erfahrne Do^omieu (Ro?ier Sept. 790) und Hr. v. Leroldingen tthut edensalls eincn Vereini- gungs-Dvrichlag für dse streitenden Partheyen (S. Beytrag' zu den ehem Ännal. von D. 7y>. 8. L. . 'Ueber diesen § sehe inan nach Werners oben §. 7°l angeführte Schrift, und was von ihm im bergmännischen Magazin Deeemhcr 178S, Marz und Ma» >789 w. vocküinmt. widcmKnns und Voiare zwo Preisschristcn über die Frage: was ist der Basalt, nebst einem Anhang von Höpfnern; auch Werners Versuch über die Entstehung der Vulkane durch Entzündung mächtiger Steinkohlen- Flötze als Beytrag zur Geschichte des Basalts; alles in Höpsners Magaz. für die Naturgeseh. Helvetiens rV.B.; D. C. lv. Vsigrs mincralo- Von der Erde insbesondere. 76? Zische und bergmännische Abhandlungen. 2. Th. !eipjig >789. 8. — LcNznlcett iiNcr Nie IZUUung -i-i I>.>sells untt Nie vvrmskiigc UctcU-W >g.-ir ritiltci>cr. — (VVN Hril. v. Humdoldc dem jünger») iZrzunüUvcigi >7^0. 8; I. lt.. vcnr L.e!'m«iin der Basalt -hemisch und physisch beur- theelt. Frankfurt am M. '789- 8. — D- Reuß Geographie des Nordwests. Mittelgebirges in Böhmen. Ein Veytrag zur Beantwortung der Frage: ist der Basalt Buleanisch oder incht ? Dresden 1790. — Des Freybcrru von L«clniiy Schreiben über den Basalt. Dresden >7>v. 8. L. §. 788- Mit den Vulkanen stehen die Erdbeben (tonne motuz) in einer genauen Vubudm'g, so wie sie in der Nachbarschaft von VUkai en am gewöhnlichsten und am hastigsten sind. Bei) ihnen wird ein größerer oder kleinerer Strich der Erde eine längere oder kürzere Zeit durch erschüttert, cL versinken Berge /Felsen reisten von einander, ganze beträchtliche hegenden gehen unter und werden verschütte«, und neue selbst ansehnliche Inseln steigen dagegen wieder aus dem Meere hervor. Aber man kann dennoch nicht mit Modo alle Berge von Erdbeben Herleite!?, wie ihr Bau selbst bezeugt. De' crokzcci e n iluc ci! /inaon. l.^2/. xioao, in Vcnci. 1740. 4. Neue Untersuchung der Veränderungen des Erdbodens, aiiarstclit von Anr. lbazz. Ueoro, auö dem Ital. übers. Leipz. 1751. 8. §- 793. 768 XIII. Abschnitt. §- 78y. So wie sich die Erdbeben bis'weiilen durch ansehnliche Scriche ausbreiten und gemeiniglich ganz deutlich eine gewisse Richtung beobachten, die auch wohl mehreren nach einiger Zeit aufeinander folgenden Erdbeben gemein ist: so mögen wohl unterirdische Höhlungen und just oder Dampfe, die darin eingeschlossen sind, bcy ihrer Ausdehnung durch die HiHe und bey ihren Bewegungen und Ausbrüchen vielen An» theil an der Hervorbringung der Erdbeben haben. Man verspürt auch zu Zeiten dabey Wirkungen von Elekm'ciiät. Zwcy der fürchterlichsten je gesehenen Erdbeben sind wohl die von >746 und 175?. Das crstcre zerstörte Lima, das andere Lissabon: und dieß letztere hat man fast in ganz Europa, an vielen Orten von Afrika und selbst in Amerika mit verspürt. Ein drittes fürchterliches Erdbeben verwüstete >774 ganz Guatimala. (Im Februar >78? stürzte durch ein viertes Messina zusammen, und ein großer Kheil von Calabricn wurde verheert. S. Nacdrichc von dem letzten Erdbeben in Calabricn undSicilien ic. der Königl. Soc. der Wisscnsch. zu London, niit- getheilt von Sir WiUiam HamMem aus dem Engl, von G. F. tvchrs. Hannover 4. Das Original steht in niiilm. wl-sni. Vol. 7z. i> >. wv sich zugleich noch eine Nachricht des Grafen cnsco uwonivo von einem Erdbeden in denselben Gegenden vom 2.?. Marz 178z befindet. Diese merkwürdigen Erdbeben baden eine Menge von Schriften veranlaßt, worunter ich nur noch folgende nenne: it.. ' Zäzißlo cli conßcirure ln i r-rr-mnri 78?- 8 V. I. II- " vilk. fll>>.c> ckemic» I'ur Iz csui'z mcdizril dc' l'rcmoii dal 10 rin.^. Laianea >781 kl. q. "Abhandlung über das Erdbeben in Calabrien im Jahr >?8z aus dem Franz. von Deodac de D<>- lomieu. Leipzig >?8v. «. 'DvN Tarl, Ulysses v. Galis v. Lliarschlins Bcy- trage zur natürlichen und ökon. Kcnntniß de» Königreichs beider Sinlien, nur Kupfern Zürich 17^0. 8 gehörtdaSganze zweyteBändchen hierher. Auch finden sich viele vortreffliche Nachrichten hierüber in I- H. Varrels Briefe über Calabrien und Si° cilien. Güttingen 1785. » Theile- L. Ikc pkilviopk^ c>k csiiUlzi>«k?s, naiucai und rcllgiou», dy will.. sruni-uur. houd. 175Ü. 8. dritte vermehrte Ausgabe. bdemoir? lur >e« rremdlemenz de rerrc, par dd. nrin vnn- ?mciac>. g Vivis 17^(1 8. ddemolre: hlld->ncjuc!! er phyli^uea für Iii ireniblcmcn» de icir-, p-> dl. llnürn^lev. g la lday- >757 8. Physikalische Gedanken von Erdbeben und deren Fortpflanzung unter der Erde, von D. Ioh. Gorclob Lehmann. Berlin >787. 8. xz.ci. cniasr. de le.rse moiiliu», inprimix nu^cro Ulxiiigoncnii z l» seiner 5M coi«u,c?it. xaZ. !. Lcnijeüurc» conccrniu^ ike saui'c and ohscrvaiinni npon Iiis xhacnomcna ok eanlUquskcs crc. hy gonri »icnri Z in den tvaxrnK. t^oi 7 / Mayer hat die Erdbeben aus einer plötzlichen Veränderung der Richtung der Schwere in einer Gegend zu erklären gesucht. S. die Hannöverischen iiüizl. Samml. >^56, ici Srück. " LVeigel a. a. O. §. K Zwey'merkwürdige Säiristcn über die Vulkane und Erdbeben befinden sich in Rozier August und Sept. >78?. L. "Historisch - phys. Versuch vom Erdbeben von Seybolt» (in Hübners phvs. Tagebuch 1. Jahrg. »tes St. Salzburg >?8g.) Vom Sisindiiieter. L. Ccc §. 79o. 7?o Xlll. Abschnitt. §. 7yo- Auch scheinen verschiedene gross Thcile deS Weltmeers, so wie mich kleinere Gewässer, neuer cils der übrige Erdboden zu seyn, und z. E. der A'elchche Meerbusen und das Mit» telländische Meer, ihren Ursprung einem Einbrüche des Meeres in das Trockne zu verdan- zu haben. So war auch Großbritannien vielleicht ehedem ein Tbeil des festen Landes von Europa, Sieilien ein Theil Italiens. Von neu und schnell entstände en Inseln ist schrn vorher geredet worden (§>?8 niitltcingire! Nznc-'i» lue ig lUminnlinn >Ie Iii mcr, p,e oll , nouv. -6ir. ü U tss^c l». tvom. I. er Ii, oisrio rle relluei? incremenroz in seinen ocn-t. //. x ^l>-, Loänksnrl- ow XÜ'gll ! VUiiirvniiigen, sk 10». llllov/arrivs, SiockN. ,7^;. gr. 8. Historische und physikalische Ilntersuchuna von der vor- geaebenen Vernnnderung des Wassers und Ver» ardßernnq der Erde von D. Ioh. LrowaUius, Stvckh. 1756. 8. ^ u^voisir« Iii k>tem. kur Is nziurc cle I'esu , er lue lil li^pe, ienceii Ic-qnel>c5 on a p>eiciiau prouvec Ii» poliibilile ile isn LI>znßcm?nr ca »s>»c in ^ 5»-> » pgri» f. d. >770. E,??. Scconä nieni. tLdendas. S. 50. Ccc 2 §> 792. 772 XIII. Abschnitt. §. 792. Damit ich dock auch was vom künftigen Untergange der Erde sage, so will icli nur erzählen, daß Whtston die Erde im Feuer schmelzen und sie dann als eine Krystallkugel von dernAuöerwählten bis zun; künsiigen Welkgericht bewohnen laßt. Weiser mag ich mich nicht bcy einer Materie aushalten, diecigemlich nicht einmahl ein Gegenstand der Naturlehre ist. Roch einige hierher gehörige Schriften. 1) l.e manclc nsistsnr, ou Iz cr-ziion 8u Mvn8e, Scmon- psr ile» principc« lrss timpSc^ cr r>ä8 cotitormc» ä S'KUiliire 8c 8Ivj/t<:. 8>ircckr >686. 8- 2) vkv's lUics sUxtlco-llicoivAicsS Silcsurscz. I.0118. 1692. 171?. 8- Ioh. Rav's Betrgchtnng von der Welt Anfang, Veränderung und Untergang, a. d. Engl, übers, von Tdeod. Arnold. Leipz >7Z2. 8. z) 10. V/00VVVK«0I tnüorig ttSlur-liz Icllmii 8on8. 1695. 8» ella^ rovzra« s narursi klllor^ c>5 ide tlarik -n8 l -rrcllu-l So8ic5, 87 ^c>un V0VVVKLV. l .on8. >7ZZ. 8. Job. woovrvnrds Erdbeschreibung. Ersurth >746. 8. 4) Dav. Siaisni. Lürincrs Zeichen und Zeugen der Sündfluht. !cipz.'>7lo. 4-. I.erirc> pkUalopNiizuci t»r >z turin.iricin 8c5 se!s cr 8cz crillsux, par 84. llouaaurr ä .^mNcrN. 1729. 12. 6) Job. Gorrlob Ärüger» Geschichte der Erde in den ältesten Zeiten. Halle >740. 8. 7) 10. KV. ükkVti Vibrio 8a inli^nioiibuz rcriae mulslionl- 8u». ?cr>c>p. >7Z6. 4. 8) Lpeclmen klltorise naruizliz ßlobi rcrr-xzuci, praccipus 8e noujz c mar! nzrlz insulii, auÄ. »vv. xaico aksre s S.mltcs8. 176z. gk. 8. 9) Neue Theorie der Erde, oder ausführliche Unter« suchung der ursprünglichen Bildung der Erde, von Georg Lhph. Silberschlag. Berlin »7^4. gr. 8. 10) Ioh. Von der Erde insbesondere. 77z 10) Zloh. Heinr. Gottlob von Zlusti Geschichte des Erdkörpers. Berlin >771. gc. 8. i i) Neue Muthmaßungen über die Svnnenflecken, Kometen uns die erste Geschichte der Erde, von Ioh. Ernst Lnsil. IVicdrbuig. Gotha 1776. gr. 8- - 12) Em Zinssatz »VN eiüchsel jll den -c-iä. Sc. l". II. ' iz) I. Es Silberschlaue Geogenie oder Erklärung der Mosaischen Erderschaffung nach xhys. und mathem. Grundsätzen i.u. 2ter Th. Berlin>78o. gr.4. -Ebendes. ve>tbcidigte Geogenie als deren zter Theil nebst einigen weitern Ausführungen wichtiger Materien. Berlin «783- gr.a. " 14) Philos. phys. Fragmente über die Geogenie worin die vornehmsten Mevtzungcn des Hrn. SUberschlugs sreymüthig geprüft werden istcr Theil. Breslau >78z. gr.4. * Critische Beylage zuni ztcn Theil der Eevgeme w. Güttingen und Leipzig >784. n. -15) I. xvlurnuvns'r's lug. irno rtie Ori^insl gzle sn^ forin of lkc Lsrrk. liorrrl. 1778- 4- zwepte Ausgabe >786. Deutsch, mit Anmerkungen und Ausätzen des Ueber- setzers. Leipzig >788. 8. " >6) 1, ii^aanar tlarii» riel m-rc in Vcn. 1782. Z. - 17) Geschichte unsers Erdkörpcrs von den ersten Zeiten der Schöpfung des Chaos und von den Revolutionen desselben durch Vulkane Erdbeben und jleberschwemmungen, von I. L. Christ. Franks, und Leipzig >78;. 8. -iL) Viele nützliche, freylich zum Theil bereits sehr bekannte, zu Erläuterung dieses Abschnitts dienende Abhandlungen finden sich gesammelt und mit Kupferstichen erläutert in: Beytrage zur phps. Erdbeschreibung. Brandenburg 177z->785, 5 B. in 8. Der Sammler ist Hr. Secretär Grro zu Berlin. C. - Ih) I4ou»cllcz lt.cckerclrc5 für ls (-cncrarion stc« ctrck orgsnifes pzr rigokT nurnovL L" (»LUsrn) ü k»ri» 1784. 12. Ccc z Regi« Register. (Die Zahlen zeigen immer die Paragraphen an. wenn sonst der Buchstabe S sScire^ nicht voran- stehct. Das aus die Zahl folgende Zeichen beziehet sich auf die Norc des ParagraphS. C. I» C.II bedeuten die erste, zwcyte Eolumnc.) A. AbendrSthe 744 » Zlb-ndw-it- (eines Sterns) 6zz. Aberratio ex kigur»! od äiueisam refranxlbilitatem. s. Abweil chunz. Ableitet, s. Blitz. Abstcizunz (schiefe) eines Sterns Szl. Abweichung (-er Strahlen) wegen der Testalt des TlaseS ?>i7. wegen der Farben Z7I, welche schädlicher 4, u S. tsio. Aeolipüa s. Damvfkugel. Arr vitaii» E. 201. Aöeostate s. Mongolsteren. Acguarer Z8I. warum um ihn die Aenderungm der Barometerhöllen so unbeträchtlich 767 Arguinoeii, s. Nachigleichen. Atel,er (Vitriol, Salpeter, Salt, Sssiz !t. 2c>r. k. brennbare Luft (Dunst) aus dem vitrioiischcn S. ly?. mit Wasser un- vcrmischbar 20c. k. Dämpfe deS vitrivllschen durch den elekir. Funken gczimdcr 20l. Ii. 52z AMuitar s. Verwaudtschaft. Afrika (in qeogr Quadratmeilen) Ü7I. Merkwürdiges an der südlichen Spitze E,-)zl, Abarnhslz (spec. Schwere) S. IZ6. C.II. Alabaster S. lSZ. specif. Schwere, S. rzs. C.II. Alaun, S. l?z. lz8- spec. Schwer-, S. rgü. C.II. Erde, E. 156. ihierischcr, S lgy. au« der Srde und vitriolsaurcn Luft, S. 20S. hindert das Brennen des Holzes, 446. Nichtleiter 504. Zllt.li Register. Alkali smineral. uegetab, fixes und flüchtiges) 20k. i> mildes, ähendcs, S. >'>o;2c>i. l Verwandlschajicn, 201. b, An- schiesse« des fixeii, S.-OK Alcoliol, 201. x specif. Schwere, S. 1Z7. L, il. Temperatur des Haid mir Wasser gemischten und gefrierenden, 472. Tcmp, des sicdeiiden S. 472. Aloe ifpec. Schw.). S. lZ6. C> >l. specif. Schwere des Hol, zes, S. Ig6. C. >. Anialganla sdeym Slcktris.) gcdt. Am->f-i>, s Säure, Salmiak, S-Icnit)! vegetabilisches, mineralisches. dittercs, Ihoniges, schwcrcrdiges, Silber, Kupfer, Zink Ameiscnfalj. S, 'Z8. Am-iika sin geogr. Quadralmeilcn) 671. Merkwürdiges an der südlichen Svihc, S. 6Z I. die höchsten Acrgk, 686. Aiicigin.ii.z, Aiieigiiu'ig,ii>jllel, IY7- Aneniomeler, Ancinobaroliieter, 7ty k Attiznlua oprcus. geg. rrllvxianir 1?4 incisentiar» oder luclin«. rionis IZ4, Z40, rrkrachni und resrattionla Z40, Aiikerldauc 28. Antkelli 74z. Antlmonium s, Spießgla«, Anripaclee 607. Anrorci 6O7. Zlnzieken (elcktr.) und Ziirückstossen, 508, Dauer 515. Anziehen, HZ, I>, Anziclning der Finffigkeilen vom Rand« rer Glfalie l?>. u. besondere, Wahl, s. Vcrwandischaft. Folgen der gegenseitigen der Himmel. Körper 661-664. s. auch Sauft. Apf-lh-lz (spec. Echw.), S. lz6. L. I. Apriar 474 ^>kaiinm f. Sonnenferne. 'Apotheose f. L-atificatio». 7lia°ni-l-r l68. allgemeiner von ci»rcv 472 ». lllrniatur s. Magnet. Arsenik (Säure) 201. b. Halbmetall 201. r. weißer 197. specif. Schwere de« gelben i rothen; des Königs. S. IZ5. L. lt. spec. Schwere der Säure. S. iz?. S. I. Aebest, S. t5S Asche 448. ein schlechter Leiter für die Wärme 488 Aschentrecker s. Tiirniatjn. Astii, 6. Allraition s. Anziehuiig, Aufbrause» 2Z6. See 4 Anflt- Register. Auflösung (und Mittel) i??, auf dem trockenen und nassen W-ge 201. n. u> ». Srscheiiiiiiigcn 20l. Ic. Folgen 201. l, durch Wergröfferung der Oberfläche dys. durch Warme befördert 421. ob dadcv Spuren von vlcktricität. 338. >. '. Aufsteigung (gerade, schiefe) eines StcruS, 331. Zluge (Bau), zgg. NieilfichtlgcS, (Mittel) 38P-390. kurzssch- riges, (Mittel) Zyr-ZS2. künstliches ZS2 ». Krankheiten 383 '. Augenmaß (Verfeineiung) 318 *. Ausdehnung, lp. durch Warme (41?) einiger Körper 471. in der Külte 42s -425. Auxdliuiluug, 237. des Wassers in einem Jahrs, 728. s. auch Dünste Ausschlagen der Rälte, s. Kälte. Ai-srral-Erde S. 136. Auilralsebei» s. flicht (Siidlicht). Ax- (Welt-) Z7Z. die eiserne muß durch den Cylinder:c. der Eleftrifirmaschinc nicht durchgehen 499. große und kleine der Srde in Toiscn 387. des Jupiters und Mars Ü40 *. des Magneten 334. Azimulh, 330. sl-ate s. (-.) B. Büch-, 387. Bader, 692. Bahn, s. tv-g. Balsame 701. k. Bar-mctfr, (an der Luftpumpe 220 ^.) 23S. Rad- Meer-Amsn- rona-B,rn°ullisch-«, 230. u. 2-3? '. doppeltes, abgekürztes 23l. Cape'« Brchjbarom. 231 '. Verfertigung, 232. Veränderungen seines Standes an einem und demselben Orte, 2t 3 , vorzüglich 767 *. dessen Leuchten 323. Wirkung der Wärme aus dasselbe 437! 4S8 Einfluß der Slektr. (349. p.), und des Mondes und der Sonne auf dessen Stand 714. Einfluß der Winde auf sein Fallen! auch mittlere Höhe an verschiedenen Orten de- Erde 738 mittlerer Stand am Meere, S 342. Höhenmcssuiigen 3ZI-684. als W-ltersager, ?3ö. Larz-lllun, '.38. Basalt, 787. Kala -ciäiiladle -01. d. Bast- (des Elektroph.) 338. d. Bacieiic (elekrr.) 3?8 ». das Zl-stduum. *. Baum (philosophischer oder Dianen) 201. Baumwolle, Nichtleiter 04. Beatisication (Basische), 322. Bedeckung (zu lernröhr ) 400. eines Sterns, s. Finsternis-, Belegung der Spiegel 3l. *. (des Glases) 332: 33z. Aemclkung 4 Eeforderungen, 3. B-odach-ung melcorvlogischc, s. tvitternng. Beidcrigrnholz (spcc. Schwere), S. 133. C. I. ZZ»rgc 379. ihre Höhe durä, das Barometer zu finden 380- 686 auch 7S7 die höchsten 385. das Innere 700-703. immer Register. immer Mit Schnee und Eis bedeckte 752. bohe ziehen Regen- und Gewitterwolken an 764. feuerspeycnbe, s. Vulkane. Bergbarz, 20'. ä. Bernkrystall lspec. Schwei, S. IZ5- C. II. Grundthcil, S. liS. Refraction Z4Ä Belgmilch , El 55. Bergöl, Bernpech. Bergthecr, 201. cl. B-rvstein (spcc. Schwere», S. lzS. C. il. als Bergharz, 201. >i. Nichtleiter 5ea. zeigt ncgat. Slektr. 5l4. C'el, 2or. f. Bewegung, absolute 4z. relative 41. stehet das Aug« gar nicht ZIY. wirkliche, scheinbare (-22», eigene, gemeinschaftliche, 42. Raum der 44. gleichförmige, beschleunigte, verminderte, gleich oder ungleichförmig verändcrte, 4z. Grösse ber, 50-52. ihr allgemeinstes Gesetz gz. znsamni-ng. setzte So; krumnilinige üz. der Glieder 87 «. Bewe.gungspunct 74. Echwungdcw. Z14. Mltlheilung IZZ. fester Körper in Ftuidis >42-149. der sliisfigen Körper igst; rSo ist der AuSdiung dünstung beförderlich, 2Z7. innere erregen Hitze 479. lägUchr oder gemeine (57 z) und eigne bei) Himmelskörp. 590. Gesetze der Planeten Süo. Vier (Herstellung des schaalen), S. 205. Lil-mx 85. Bild, (in ebenem Spiegel), Z2S. Vervielfältigung in zwei) ebenen Spiegeln , IM ylautenglas Z47. Bild in erhobenem (zzü - ZZ7) , im hohlen Kug-lspiegcl (zzg>, nn cytin- trischeu, konischen Spiegel, ZZ9. verzogci.es durch e>n Rautengias angefehn, Z47 '. Bild dura> erhobene (Z54- Z55, durch hohle Gläser, Z53-Z59. Bild deS Bildes zia. der Sonne durchs Prisma lzSa) zugleich durch ein erhobenes Glas, ZÜ4 u. Z70. undeutliches Z72. in, Auge (Z8Z), Dauer zgü. im verftnst. Zimmer, Z9Z. farbige, f. Abweichung. Binoculum f. Lernrohr (doppeltes). zzl-nenb-ilz (fpec. Schw.», S. i zs. L. I. zzirnprede (Vorzüge und Mängel), 220 ». auch die Beschs, der Luftpumpe nach der Vorrede, und die letzte Vorrede. Bittersalz (Erde», S. 155. ihre Verwandtschaften, S. I7l. Mit- tclsalz E. »58. kochsalzichteS, E. 4 58- rhierischcS, S. 159. Blasebalg, 210 PZIascn in st-dcndcn Alüsstgkeitcn 4Z5. B!-«chc» (in Springgläsern) 422». im Eis? 424*. der Wolken, S. Zü2, u. 7ZL Blällchcn (Aarben dünner), Z75. Blendung (zn Fernrohr.), 400. Bleichen mit dephlog. falzfaurer Luft. S. 20Y. B!«v, 20i. 0. fpec. Schw. des Deutschen sehr reinen, E. rZz. C. I. Ausdehnung durch (Wärme, 471. Temveratur des schmelzenden, 47z. seine und des Kalks specif. Wärme, 494, I. Bichschweif, 201. ä. Zucker, S. 170. Blitz 74Ü. Erklärung 750. Wirkungen 751. kann er ohne merklichen Donner einschlagen u. zünden? 752 ». Sicherung, Ableite« 7S5-7S.'.. dicht an der Erde ohne Gewitterwolken, 755. Blut (Temperatur des gefrierenden Lämmer.), 472, B Ullstein (vom Magneten gezogen), 5 55. Hcc s V-bver, Register. Bohrer, 8?. ssollör» 758> »?lu», S.156. «om Magneten gezogen, zzz, Boraeit und Bornxspat, elektrisch »07 Borax. E. 158. specif. Schwere, S. 136. C. ll. Säure, SOI. b, Salmiak. Kalk 'Thon Borax! Bitterboraxsalz, S. 158. Branntwein, 20t. g. specif. Schwere, S. 157. lt. l. Brastlienhotz (lp.c. Schw. des rotbcn), S. 136. E. I, Bratenweriüer (elektr.) »Oy 518 Braunstein, SO'. n. gibt dephlog. Luft, S. SOI. Braust», bch Auflösung«» soi. b. u. soi. Ii. des rohen Kalks E. 160. Brechung Brille» (Gebrauch; Sehnde,), Zyo Brz6. C. I. Oentrnm c irinm, 64. motu« 74, gravitätl« 92. Onirum m«stae Il8. inerrias 418. Legion, E. 6ZI. LNenue lNoth vendigkeit), TOl. »> -c, Llstinborasso fHöhc über d, Meere), 685, Lbnssalong e Theorie, 549. s. Oon-iukar, dinnconäiiSor, s. weiter, Lonductor des Eleklro- phors, f. Deckel, sionlervator fder Elektr.) 5Z8. lr. Lonsonanz, ' 87- Lopa! Iber Mineralische), 201. -I. Lorasson (Hohe Uder dem Meere), 636, Lulminirender punct, 670. c, D. »acht, (als Haue Nehre 18? ) 440-441. Däinvfc, 4Z2. was die Luft zu derselben Erzeugung? S. Z7l. Wirkung auf Flamme, 4 -,5 *. kiivlcn den dampfende» Körper 494. ». u. jeder aufsteigende sichtbare ist clektrijch, 748. durch fallendes Wasser erzeugte, 749. Dampskugel, 4Z2. Erscheinungen, 4Z4 ». 445 ». Dampfmaschine sSnglische), 4ZZ Grund, 4Z4 *, Dasymeler, 26g. Deckel «des Elcktropbors), 5Z8. b. Declination, s. Abrveichung Deecabesado, (soll dem Lhi»>b-rasso an Höhe nichtS nachgeben) , 686 '. Diamant (zu Jnfiammabilien), 201. 6. Z4S *. spcc. Schwere. E. IZ5. L. II. Diamantspat Erde S. 166. gefärbt«, auch klare vom Magneten gezogen, 55z. Dichtigkeit, 20. viffereuti- akconsion-Ui« , 651. Digcstivsalz (des Sylvin«), S. 158. Dinle fsympathetische), Z8k *. Dintenfaß (nette Einrichtung), 206 *. Dissonanz, 287. Donner, 746. Erklärung, 752. Woher die Seltenheit im Winter, 749 Be» heiterem Himmel, 752 *. Drachen Register. Drachen fstieg-nbe), 758. Drosvmeter, 730 ». Druck (verticalert, 70, ??, auf die schief« Sbene, 97. «ine» Fluidi auf dessen Behälter, 157. Dunste, (das Aufsteigen!, 4Z4 dabch Slektricität, 4Z4*. 538. i, find Leiter, 50z Aufhäufung der elektrischen an den Palen, 2SI, c, od fle den Druck der Luft vermehre« oder vermindern, 7S7 *. Duplicalsr (der Slcktr.) zz8. k. E. Edd« , 7 »c>, k- auch Zluht. Ebenholz (spee. Schw.), S, IZ6. C.l. Ebne (schiefe), 91). «ich-, 271, , , Edelsteine (Bestandtheile), S. 156. Nichtleiter 504. einige uom Magneten gezogen, 55z. Ebenholz (spee, Schw.) S I Z6. (l. II. Eichenholz (altes, spee, Schw.) E. 136. C. I. Einfall»vu»ct, Einfall».- (Neigungs-) steth, 340. n der Luft schwebende Lisnadeln, 74g, blaugrnnc Farbe, 7S2. Eisen, 201. e. spee, Schwere des weichen, kait und stark geschlagenen, S, IZS, C, I, des festen größeres Volumen ais des schmelzenden, 4:?, Ausdehnung durch Wärm«, 471. Temperatur des im Dunkeln u, bcv Tag leuchtenden, 472. seine und des Kalks spee, Wärme, 4S4, >- das Schmelzen des Drahtes in bephlog, Luft, 494. 0, in Säuren aufgelohtes wird v. Magneten gezogen, zzz *, eine vertical gehaltene Stange wird magnetisch, 70S. Eis-nhoiz (spee, Schw.), S. lzS. C. I. Ekliptik (Schiefe). 394 «. Elasticitär, z . Verlust, Z4. der Luft 202. 20Z u. ». der flüssigen Materien, 473 El-ktricität, 49S. Zlanie, 497. mitgelhcilte, ursprüngliche 302. -Wirkunz auf Säfte in organ. Körpern, zio. auf die Sinne, 528-529. cntgcgcnges.'tzte, Glas - u Harzelcktr. 513-514. positive, negative, pernichrte, geschwächte, 540*. verstärkte, 530. Wirkungen der verstärkten, 5Z8. !>. be» stark verdijnntc« Luft, 525 ste zu transportiren, 537 als Heilmittel, 538. ->. -Franklins Theorie, 5Z9 ic. Hauptsag, 544 ^. positiv gela- del.e Körper zeige» kein grösseres Gewicht auf der Wage 548 sprcifischc, absolute, sensible, gebundene, 549. ». Tadelle der Slektricitäten einiger an einander geriebenen Körper, E. 478. Einfluß auf das Barometer, 549- <>. thl-ri- iche SS2. *. Zichnlichkeitrn und Unterschied iwiichen ihr und Magne- Register. Magnetismus, 569 ». Gewitterelcftr. 7Z5. Träger s. Eicklrophor. El.kreische, uuelektrische! fsMpcrielektrische, ikioel.ktrische Körper , 50z ». od Nicht in geladenen elektrischen ein- Polarität, 569 ». s. auch fleircr Elektrisier,»aschi».» , 498. winkler'« , Planta'» , andere auS wollenem und st,den-,u Zeug, zco ». Eleklrisir»„g, durch Reiben, 495. durch Mitlhciluna od. Ucber- gang, 50z, 549 c durch Wärme, durch Verdampfung, 507. SZ8> i. durch V-rtheilung, 549. c. Elektrometer (Henlz», Cavallo'» , Eanssüre'», Brook'», Ben- »el« und de lkue'» neues) 5l! ». Calle'«, 538. a. ». Quadranten, 549. ä. dlchkroclektronlcter; dsicroeiekkroscopiuin stmpiex U. compositum, 5 (8. le. Ei-ktrophor, 5Z8. d. Eigenschaften, 538. c. Verfertigung: Weders Luftelektrophor; doppelter Eiektr. zzg. ei. vorchigl,che Verstärkung, 538. e. Der erste wilk-nsche 538. s. Schäfers Versuche, S. 504. Theorie, 549- L'l. eigentlicher Luftelektro- phor, 549. m. Elemente lder Körper) 774. Cartestsche, 775. Elfenbein fspec. Schw.), s. !3b. C.II, als Hygrometer, ?39. Nichllcitcr 504. Emanaliottefsstri» (Newtons), ZO8. Enlfcr»unei-,> (woher bekannt), 3IÜ. kleinste zum deutliche!» Erben, '388. Entzündbarkeit 20l. 4. sie zu vermindern 44S. Entzündung (einiger Mischungen) 475, de kuc'» Punct G. 383. Epson,salz s. Bittersalz. Erdbeben, 788-789 *> Erdbeschreibung, 12. Erdboden (ein Abl-iter) 50s '. Sgl *. Erde, llmschiffung <571 dad-v einen Tag gewonnen od. verloren, 604. Umdrehung um ihre Bxe, 57k, u. seo. Gestalb »ach Newton u. Huzgen» (584I, nach Cassini (585), nach Bongurr, U7a„pe>lu>» und andern, 58». Durchmesser der Kugel ,n Toisen, 587- Bewegung UM die Sonne, 592 u. 636. Strrehe oder Gürtel, 598. Wärme, 599 » und 763- 76z. ihre Bahn eine Ellipse, 621. 622. Entfernungen von der Sonne, »23 ihre Are deschreibt einen Kreis (auf demselben viele kleinere) um den Pol der Ekliptik, 66z. l!m- laufSzeit, »25. ob d,e letztere, und nur ihr die mittler« Entfernung von der Sonne abnimmt, 6Ü5. Oberfläche in geogr. Quadratmeilen, Ü71. Chatte» von beiden Halbkugel», S72 ». Ungleichheiten aus ihr, 078 :c. innere Bcichasfen- Ne,t 099 u. 7vz. magnetische Kraft, 705-706. elektrische Pole, 569». und 759 ». Entstehung „ach Carl.« (775). nach Aurnct (776), nach IVHisto» und C-ibuiy (777-778), nach Aüffou (779). die Mosaische Ucdcrschwcinmung (7ö2> erkläre nicht dieH-uptveiändr,,,,>g, 783. obste ihreAxe verändctb hat, 784 fortdauernde Aendeiunzen, 780. 785. 788. 790. Erden, 20l. c. s. den Namen jeder Erunderde. Bilanzoner» S. 155. säurebrechend», S. tüo. spec. Schwer« einer guten Wartenerve, E-. l3s. C.». Ersah- Register. Trsahrung, 4. «eientwlz (spec. Schw.) S. IZS. C. I. iLsch-nbolz lipcc Scliw.) S. I ZS. L. I. »Lischiilrerung (elektrische), 5Z>. tbsstg, 241. Säure 20 l. d. mineralisches, kssk-rdig-s, (Essig- selenits, bitteres, Tdon, schwercrdigeS, Silber, Q»-cks>ider, Zink-Essigsalz; Sssigfalmiak (Minderer'» fl, Geist), S. 159. Verwaiidischastkii ber Sälirc. S. r?o. lp-e. Senn,. des Weinessigs, S. izb. E. II- Temperalut beS gefrierenden Weinessigs. 472. tündidnieter, S. 211 u. 212. und E. 2bukk-lz (spec. Sciiw >, E. lZ5. E. l. als Reagens, 201. b, Lernrehr, zys. Holländisch-« oder Saliläische« Z95. astronomisches, Z97. Erdfernrohr, Z98. mit mehrer» Augeiigläser», 402. Achroinarische» oder Dollondische«, 403. doppelrcs, 409. Selligkcitcn, 2Ol. k. dav Schmelzen und Verhärten, 472. Letlsänrc, 20l. b. L-str-chnuiig (cisklifche) 6rz. Keuchligkeit (wässerige, glasarlige, krvstallrne des Auges) Z8Z. macht den Slichilciter »um Leiter, 50z. K -ii -c, 4I8. Slenientarfruer, 48t. 494 5. dessen verschiedene Verwandtschaften, 49g. k. ob dadurch das adwlure Gewicht «nies heißen Körpers größer wird, 482. od dessen geringe spec. Schwere allein die Ursache an einigen Erscheinungen sc», 48s iLrawfard« Theorie 4,74 b. >c. freoes u. gebundenes 494. ». nach Lrawford dem Phloiston entgegeugeseßt 494. »- Gcwitlerfeucr, s. Gewitter. Feuerkugeln, 7ZL. Uiilerirdi- sches oder Centrale. 7ÜZ. «lektr. Feuerpiusel, jt9<520. Aeu-rf«st- Th-ile, 450. Leuertgnd ü?2 Klzu, Register. Figuren (elektr) mit Harzstaub, 516 *. «Schnee) 4Z4 « äiu»t! virZinis, 72?» Filtrirstein «achtel) S, 156. Finder «am Newton. Teleskop). 4ns. Finsternis! «Mond), 552. Verfinstrrlingen der IupiterSlradan- tcn, Szs. Sonnenf. auch Bedeck iii.gen der Fixsterne, Kzg,. Fische «ihr Steigen n»d Sinken) 245. drei, elrtirische , ggs. 5Z2 *. faule, leuchtende, Z02. Zeichen der Ekliptik 554. Fix,fern , s. Stern. Fläch- «brechende i für Lichtstrahlen). 54?. Fl«, „Nie, 7.01. 6. 4Z7. ist entzündete -i, Hamm. Luft, 447. conische Form, 251' c. Farbe 444. Wirkung d-e Wassers u. der Dämpf- auf dieselbe, 44- * Flaschrn «Bologneser), 42g. die letleistlschc oder stcydcnschc, 5Z«Z. mcikwürdige Art sie zu verstärken gzg '. zum TraiiSporlir-ii der Elektr. 5Z7 *. jede losgeschlagene Tz-leiitifth- ist ein geladener El-kirvphor, gz8- k. und 549- >- Theorie der B,!e>< slischen, 549- S- Zlasch-nzng, 90. Fleisch «fauleS, leuchtendes), ?oz. Flörr 281. Flückitine tLbeilc , 45Q. Flüsse «chemische), 4Z0. woher die Wasscrmenge Z87 ,c. die größten 694 die geschwindesten 695. die sich nnler der Erde verlieren und anderwärts ausbrechen. Fall, SYS. Flüssigkeit, zg. Grund, zy. Flüssigkeiten stehen in Röhren mir Kugeln die Luft leer sind höher alS bcym Druck der Atmosphäre 47z. Flusi, statt Belegung einer Flasche 5Z5 *. Flnstspath, S. 1-8- S-ure, 201. b vegetabilisches, mineralisches tyonigcs, schwererdiges, E'lber, Kupfer, Queckfilber, Zink - Flußspathsalz; Flußspathdittersalz, Flußsparhs. lmiak, E. I5ß. Luft, S-209. und dessen Aetzbarkelt im Glas« S' 2!0. Fluht, 720' am größten, 721. Erklärung, 722. waS darauf Einfluß hat, 72Z 724. ?acu- s' Brennpunkt, dalli- fig-ärnlkaricus, 155*. Fontaine «Scgnero schwimmende) 244 *- Form «zum Elcktrophor), 5ZL. b- Frost «Folgen) 426. Frühling 770. Punkt 565. Funken °«das"ZI,-gen), 251. c. vor geriebenem-c. Auge, Z8S *. elektrischer, z2>. Schmelzet Goldblättchen 522. der crcktr. iuudet 52z. od der elektr. die Lafmußiinctur röthcr 52g ». der schneidende elektr. zündet freylicgcnde» Schießpulaer, 5Z5 ». G. Läget, 201. 6 «Lährnng «Wein, Ssstg, faule', 701. st. 741. Hey der Weing. entwickelt sich fixe Luft häufig, S. 204. od Nicht dadeq Spure» von Elektr. SZ8. i. *. tZalinei durch erwärmen electrisch 407 *. Register. Gänge ( im Bergbaus, 701. -, S. 104. Montgolstcrisches 212 ». <3 -5 0x>-gsno S. 22z, u. §, 438 *. cz. ktv-lrogens kulfuri- E. L>>4 4,„,>i->ni->ci>l E. 204. t- llpraäen« S. 20z. (Z. /zvougiw S. 205. u. ZlZ. (- dl>ärogsne pkokpkotä S. 205. (Z p>-ärogsu.- S. 225. <ä. dl^ärogens lies warais S. 205. <4. geicla parbonigu« S 20?. ll .iciäe mnriariqno. S. 208. <3 5ciäe ».urjatigllk- Oxygänä S. 20?. (i. 5Liä« tuiliirrux S. 20?. ei. 5cläe lluoriguc S. 10?. (Z. Scilla lutrsux E. 2t0. (5 5ciäe »eeronx S. 2IO. O. nitreux S. 212. (a. tiltreux ilxyge-n-i oder L. Nittigua E. SlZ. Gazoineler S. 26. Gebirge, s. Berg. , Grnieicn, 124. trennt die Luftsaure vom Wasser, S. 205. ob dabei, Luft erzeugt wird, 426 »- Gefrie-punct (künstlicher) 455. natürlicher od. Aufthaucpunct, 45?. Gegende» (Haupt .- u. Neben-) der Welt, 572. Gegenwirkung - 54- Geigenharz (widweich), 472. Gc>»sus! n?. G -iii , 221. g. Verwandtschaften, G. i?i. höchstrctti- stenter, s 7!lk-hol. Ausdehnung durch Wärme, 457. 462 Ii. 4?I. Temperatur des siedenden, 472. die Mischung Mit Wasser, nur Mineralsäurcn wird warm, 475. durch den cl.trr. Funken entzündet, 52z. Minderer'« stächt. Geist, S. , 5?. Georgia, 572 . Georg - planer, Sntdcrkling 5yi ». gröstte Neigung, 519. Entfernung oon der Sonne, 5zz. Durchmesser, Oderstäche, kvrp. Inhalt, 624. Umlaufözeir, 525. Tradanren, 537. d. Gerltsnung. 2Ol. Geschw.ndigreil, 44. wachsende, abnehmende, 45. einer aus- st.enden Maierie, löst. Verhältnis, 48. Mtttyeilung, lzl. b. des LiclNS, s. Liwt S.-stiz (das Mariottische), 248 das Galilaifchc de« fallen- deil störper, ,oi das Repplerische u. Nr vtonfche der Bewegung der himmlischen Körper 552. 55?. Genair (scheinbare, entfernter Gegenstände), z!8. Abweichung wegen der; s. 7ldweichiing. Gcirirdc , 88 GewächelaugeiisalZ, s. Alkali. Gewicht, 70 udsolutcs, eigenthiimliches, 72. die Verhältnis der eigenthümlichen zu finden, 170-178. Vsrjeichnlst der eigcnlhiiml. Gew. oon verschiedenen Körpern, 17?, auch von Luftarien, S. 200. eines Cubikfustcs Quecksilber 215 ». Gewitter, 745. wie weit 75 . wenn u. wo die häufigsten, 749. ob u. warum das Feuer vorzüglich schwer zu löschen 751 Gip«,S. 155- Gla« (spec. Schwere eines weissen Snglischcn i Vcncdischcn: gc, meinen grünen) S. i>Z5. C. ll. anziehende Kraft, ist?. Grund- th.-ile des gemeine», S. 154. u. E. 156. entzwes geschrien, 295. Naulei,glas, Z47. cvnoexcs, concavcS, recht centr.rtes, 34?. achromatisches, Z7Z ». Auge» - oder Sculgt und Vörden Register. der- oder ObjectivglaS z ?6. gefärbtes Objectiv, gläserne Ob sectiuringe, 40z. Brcnngläser, 477, GlaSlropfen oder Springgläser u, spiralförmig gewundene GlaSfäden 4Z2. ein Nicht» leiter, 4?z. sog. glühendes ein Leiter 50z GlaSfäden zu elektr. Vrrsu.be», SO? inaltgeschliffencs zeigt negat. SIektr. 5l4. Arr der Slcktr. wenn cS nur einigen gemeinen Körpern geriebe» wild, S. 47st. kleine Stückchen zum Condcnsalor dienlich 5 ist. 8 dtcwton'« «ardeuringe dcy zwcy auf einander g-Iegteu, Z75- Moskowilisches (Talk) gut zu Ladungs- Platten, 533 ". Glaubersalz, S. 158. Gleichgewicht, 5Y, am Hebel, stl. fester Körper, 74-98. flüssiger unter sich, 150. IÜ2. flüssiger mit festen, eüz. re. Glocke (Anschließen an den Teller der Luftpumpe!, 221. Alang, 28t. elcklr. Spiel, so? Glnr, 20-. ä. 43?. Geld, 201. 35. E. I Knallgold, 265. BuSdcbnunz durch Wärme, 47 r. Wlättchen schwimmen 169 Blaltchen zu elektr. Bersuchcn, zoy Görtingei, lHöhc über dem Meere), 68z. Granat, ein Leiter, zoz. Größe (scheinbare), 314. Grundlage (sauerbare), 20l. d. Grui.span (krystallisirter), S. 159- Gu-iac-Holz llpec. Echw.) , S. 136. C. I. Gummi lspec. Schw. des Arabischen), S.izj. C.II. Leiter, 505. Gunrnniack cni Nichtleiter, Z04. Oz-rrnroru- eletlricu-, s. Zitteraal. Haar (menschliches, zum Hygrometer), 239. Busch, zu elektr. Bersuchcn 509 »leklricitäten, wenn sie an einigen gemeinen Körpern gerieben werben, S. 478. Haarröbrchen, r8Z. 20t. m. Hagel (Z-ir; was dazu erforderlich; Graupenhagel) ?zs ttslonu-, s. Höfe. Hammer, 87. Härle, 24'. der Metalle, 26-27. Harz, 20t. k. Nichtleiter 504. Slektricitäten, wenn es mit einigen gemeinen Körpern gerieben wird, E. 478. Haselbolz (spec. Sehr».), S. izü. C. I. Haspel iKreuz, Horn ), 88. Hcbebaum. 87. Hebel imathemat.) 74. einarmiger, boppelarm. 73. Winkel- Hebel, 85. physischer, 93 ». Heber, 252. im vacua 255 Wirtcmbergischer und den man durch Sinblasen laufen macht, 253 *. anatomischer, !55 Stechhedcr, 205 Helioskop, 409. Herbst, 770. Punct, 89s. Heroinrball, 231 244. HerlMsbrUNNtN, s. Brunnen. liest-eru-, s. UbendsttM. lvdd llete. Register. Uetornscii, ük>6, Hexenmehl, 182, dnrch verstärkte Slektr, g-zilNdet, SZ8, », Hirschhorn (spee, Schw,), E,IZS, E, il, Sitz- 4,7. bey Auftökungen 201. k. i-rftört KSrv«r, 44S-450. >uneS tl-iu-ni Hvlzfeners. Steinkohlen ohne angeblasen 47z. s, auel! IVärnie. Södel , 98 Hochvnre.tb, s, Aanbergemäldc. Höfe (um die Eonne ec) 744. Holen, ?c>>. Höllenilein , S. Z70. Holz ( Stärke), 25, Neiden, I4cz, zieht verschiedene Fluid» l-n steh, IZ9, als Hygroskop, 2Z9. faules I-Uänenb, arzo, Aus, dehnung in de? Kälte, 42-5, wie anstatt der iZIaelchribcrz zun! elcktrisiren zu gebrauchen, 500 ', lroävneS, »ich! gedorrtes hat bald postr halb negat, Slektr, S14, SlekUltitä- ten wenn es an einigen gemeinen Körpern gerieben wird S, 478, Honig lwec, Echw,), E, l?5, C, Ii, H-rizsnt, b?:, wahrer n, ichenidarcr, 577. Hol izontallliiie » Ü8. Hörnt l-y, S, 170, Hornsttber, S, 158. Hornstein, S, I5(>, Hörrobc, 277. jly-lrogens, S. 20Z , E, 205. Z, 4Z8*. Hydrometer, IÄ8. Hyetomcrcr, 7Z8- Hygrom eter, Hygroskop, 2ZY. Uvpamoctiliuin , 74. Hypothese, 8, Nutzen, 9, I- Iahe ( das tropische Sonnen,), <512. JulianischS und SchslZ- iahr, S'.z, Iahrezeilen, ÜL0 Ungleichheit, Ü22 Anfang, 77s. Iaspia, 150. Leiter, 525. Zg»-5 fütui , 757, Inbegriff, ( deS Körpers) , 21, Indiffeienzpuncl , 570, t> c. tnrrria, 5 5 contruin , tlst. Inflammabitie» , s brennbar- Materials. Inllexio Iricis, 4rüi Inseeren ( leuchtende), ? 02. 757, Inseln (neu und schnell entstandene), 788, Inselwelt, Ü72 Irrlicht, Irrwisch, s, Lieht. Isotirc», 50g, womit, § oS. kalte Körper dazu besser als warme, 749 », Iungfrau (Zeichen der Ekliptik), 594, Inpiter ( eigne Bewegung), 591, größte Neigung, 619. Entfernungen V n der Eonne, 62g. Durchmesser, Obcigäche, korp. Inhalt, >524. NmlaufSzeit, 42z, Monde oder Trabanten, ^Z5, Finsternisse, üzx, Flecken; Umdrehung um die Ate; Veihciltniß der beiden Apen, 640 ». R- Register. R. Ratender (Zulianischcr), i5,g. Gregorian. 614- Reichskai. 615. Ralk (Erde, Steine, Wasser, äsender od. ungelöschter), S. IZ4. u. S. 207. roher, als Mittelsalz, S. lüo. Verwandtschaften der Erde, S. t?>. Leder, S. i?i. gebrannter erhitzet sich wenn SLasser -indringet, 475. Metalikalke, s. Ulcralt. Rälie, 417. den Auflösungen, 201. k. die größte durch Vi- krivlsäure, 4YZ .. 7l»i>schlage» der, 7ZI. durch vcrdampscn, s. Dampfe. Renelschieber selcktr.), 509 Rr,l, 98. Rrrze, 440. Wiefel (spcc. Echw. des gemeinen), S. IZ5. C.II. Erde, E. IZS, zziifchhoiz fspec. Schw.s, S. IZÜ. C. l. Riifen sbcnm Siekiris > , s. Reibzeug. Riang, 280. Einklang, 285. Rlima, Ü02 Rloben, 90 Rnall sErfolg des Frostes), 426. Gold; Pulorr, 2sz. Kiigel, chcn, 4Z2. clekirischer, ;2l. Knall, Luft, s. Eufr. Rnclen, 6!9. sobald, 201. e. Rovoldkönig, reiner, wird vom Magnet gezogen S5Z Rachen. Aga .. Rochfalz, S. 15g. Säure, 201. 0. schwererdiges, S. 158. lyiernches, S. 159. Vcrwaiidtschaften der Säure, E. 170. s auch Schnee. R-chl-n , S >71. Leiter, 505. Steinkohlen, s. den Namen. Rolnr (der Nachtglerchrn) 595. der Sonnenwenden, 595. R-inei-n, 4^4. Bahn; wie viel bekannt, S45. Schweif; Furcht, 64s. Seneka's Begriff, sPhiston« Einsall, 782. Rönigawasscr , S. I °;z. Roraiien (iKrundiheil), S. 155. lRork lspec. Schw.), E. izS. C.Ii. Kügelchcn, (clektr. Vers.) 509 «. Rörper (geometrischer), ,9. lockerer, dichter, 21. schwerarti- gcr, Irichtarllger ?!. weicher, harter, 24. spröder, zz. elastischer, Z2. zäher, Z7. flüssiger, ZF. sclbstleuchtender, dunkler, erleuchteter, ZVI. durchsichtiger, Z0Z. lichirln- saugender, s. PhosphoruS, ganz unschmelzbarer, ungefrier- barcr? 4ZI. ieier in Dämpfe auflöslich, 4Z2. vornehmsten elekteischen, 504. elektrischer, s -dlektticiiät. Magnetischer, s. Magnet u. s. w. il-rast, 5z. äußere, mittlere, zusammengesetzte, S0 -Ü2. Cen- tralk. EchwuNgk. Mittelpunkt der, 64. Beschtcuniqung. 45! 99. anziehende l!Z b. lebendige, todte, IZ5. Maß, izz. absolute, relative, 137. de» flüssigen Körpern, rg0. «nzic- h-nbe bei, Auflösungen, 201. I - p. zurückstoßende, i8 !Z. «»- ziehende in den elektrischen Atmosphären, 549. 0. »lagncli- schc, 557; ob diese durch das Eisen gestört werde, 557 Rrch» (Zeichen der Ekliptik), 594. Kreide, S. l55. spcc, Schwere de» weißen, S, 135. C. II. Spanische, S, izz. Ks'ds Rl-iit Register. Rre!» (Tage) 57z. MittagSkreiS 578. erster MittagSkreiS xgo. eparallclkreis 58z. od alle MittagSkrcisc der Erde einander ahnlich oder gleich lind 587. Wendekreise, Polarkreise, 597. Ttnerkrcis, Ü20. Schcitelkreis, AdwcichungSkr. Ü49. Stun- denkr. Szo. Breitenkreis, sgz. Rrpstall, Nichtleiter 504. Isländischer und Bcrgkrostall, Z4S'. Rrystallisaiion, 199. ob nicht dadcy Spuren von Slekrricilät 538. -. Rüchen id-S Slcktroph.), 538. l>, Rugel (künstl. Himniris.- auch Srd), 575! Sog. senkrechte, schiefe, parallele Weltkugel, S05. Rnigkugel, S47. Feuerku, gcln, s. Feuer. die Magdeburgischiii Halbkugclii, 228. Windkugeln, 432. Rupfer, 201. «. Kupfersalz, E. 158. thierisches Kupfersalz, S. 155. Ausdehnung durch Wärme, 471. spec. Schwere deS Japanischen und Schwebischen gegossenen, des geschlagene,., S. IZ5 C. I. Rnrbel, 88. Rütte», ZI. L. Labradorstei», vom Magneten gezogen, 55z. Lackm»»li»cliir, 201. b. I^acrimso virreao, 422. Ladung, Entladung der Kleistischcn Flasche, 534'SZZ- Lage, 41. scheinbare entfernter Gegenstände, zi?. Lampe, 44?. elektrische, 523 *. Land (Aehnlichkeit zwischen den groben südlichen Spitzen der festen Länder), S72 '. Rücken des festen, S?8. Charten, Sog. Länge eines Ortes, und zur See, 57Y. Gebrauch von MondS- finsternissen (SZ2 '), von Verfinsterungen der JupitcrStra- danten, 63z '. cincS SternS, S5Z. diese wächst, üüz. /.„tenna innzica, s. Zauberlaterne. Laugensalz, s. Alkali. Lava, 78z. Lazuli (Leiter), 50Z. Leere, s. Vacuum. Leiche (schwimmende), 1S9. Leimen, ZI. Leinwand, zeigt ncgat. Slcktr. 514. zieht verschiedene Fluid« in sich, 18Y. Letter (clcktr.), Nichtleiter, Halbleiter, 50z ». und 504-505. der erste Leiter bell der Slcktrifirmaschine, oder Conduetor, 506. Nicholson» Verbesserung, bevde Slektricitäten zu erhalten, 542 '. ob Leiter an Leiter gerieben, nie Slcktr. zeigen, 538. '. und k. L -lternholz (spec. Schwere), E. IZS. C.l. 1,ibii>tio, SZ4. Lichr, 297 ,e. Strahlenkegcl, 298- Stärke (oder Erleuchtung), 299- Schwächung in Luft, zoz. einsaugen, zoS. Theorie», Z07. Newion's Smanarion, zog. Lichr als Körper betrachtet, Z08 Lartesii, zro. SulerS, (Aristoteles) zu *. von ebenen (Z26), und krummen Spiegeln (zzi), zurückgeworfene Strahlen, 321. gebrochener, s, Brechung. Adwei- Register. Abweichung der Strahlen, s> Abweichung. Beugung derselben qi^. Newton'S einfaches, zusammengeseztcs zS6. dasselbe »acti Sulcr, 367-368. Geschwindigkeit deS LichtS 6gK. bcy der Fäulniß, 242 und 302. als Auffösungsmittel der Feuer» niaterie 494. w. elektrisches, 518. vorzüglich 524 weibliches, mannlichcS, 523 Erklärung des elektrischen in verdünnter Luft, S.gzz. Nord- und Siidlicht. 25 >. ci E. so? und 7->y Wirkung d-s Nordlichts auf die Magnetnadel, 760. im Meerwasser, 677 ». Zodiakallicht, 618. Irrlicht, 757. Lindenholz (spcc. Schwere), S. 136. C. ll. Linse, 34". s. auch Gla». Krvssallinse deS AugeS, zgZ. der lcztern Ort oder Gestalt veränderlich, Z87. Tiguor auorlzmux minor, klassm. 201. tr. dessen Dämpfe durch den clektr Funken gezündet. 523 L-rb n. z> *. Loulstade, 672 ". Löwe (Zeichen der Ekliptik), 594. stuft, S .IY2. Widerstand, 147-149. Dichtigkeit in verschiedenen Höhen, 207-210. spcc. Schwere der nahen an der Erde, S. 136. C. II. und Gewicht von I Cubicf. 22s *. veränderlicher Druck, 215 s. auch Barometer. Wirkung auf Fluid« in Röhren 2041c. Ausdehnung durch Wärme, 211! 212 466--, 471. absolute und spceif. Slasticität, 251. b. kiinstlich zusammengedruckte 244; 250. als AufiösungSmittel, 237- 24z. FortpflanzungSmittel des Schalles 26- u. 268. unge- fricrbar ? 431. durch fallendes Wasser entwickelte, 74Y. Einfluß auf daö Sieden, 436 u. 456. blaue? 380 Verminderung ihres Volumens durch Flamme 44z. nähere Verwandtschaft mit dem Phlogifton als mit dem Feuer, 494. 0. trockene ein Nichtleiter, doch von andern unterschieden, 504. sie durch Verthcilung oder durch Ucbergang zu elektrischen, 54?. 0. Luftschicht- für den Condensator 5Z8. ss. für den Elcktrophor, 5«?. m. kalte isoNrt besser als warme, 74? ». stuftartc», Nutzen dieser Kenntniß. S. 199. Tabelle, zugleich für die spee. Schweren, S. 202. od bev verseiden Erzeugung auch Spuren von Slektr. 5Z8. >. iweper Verwandlung in «inen festen Körper, S. 208. einatyembare, mephitische, entzündbare, mit Wasser vcrnuschbarc, S. 20Z. depkl-gisti- strte (reinste oder Feuer-) Luft (S. 20z.), atmosphärische, S.204. Schwefclleber- (hepatische, stinkende Schwefel-) Luft, S. 204. flüchtig alkalische (laugensalzige), S.204. Phosphor- Inft, S. 205. gemeine inflammable (brennbare), und Sumpf- lusr. E. 205. Knall-Luft in Wasser verwandelt, 4Z2. und S. 206. salzsaurc, E. 208. dephlogistisirte, E. 208. vitriolsaure Luft, S. 20?. spathsaure; S. 20Y. salpetcrsaure, S. 210. csstgsaure und salpctcrluft, G. 210. phtogistiflrte, S. 213. Luftsäule fixe Luft, wilde» Ga»), S. 204 und 201. b, ihre Verwandtschaften, S. 171. specif. Wärme der dexhlo- gistiflrtc», atmosphärischen und fixen, 494. l. vcrmuthlichc Bcstandthcile G. 211. Lusterscheinungen (wäßrige! optische), 727 >c. feurige oder leuchtende, 7461c. Lichtkreis, 7lt. Höhe, 712. Wirkung des Mondes und der Sonne auf denselben, 713 -Vis. Ddd z stuft- Register. üiistpnmpe, 216-217, Masi der Verdünnung, 22Z »! 224 ,i. 22c? u worauf sich dir Milkensche < 4ZZ ') gründet, 4g4». Laadclsche, Cizalelsche, Hindenbnrzische Michrlsch«, 217«, ibynkurer 550 *. M. Madagastar , 6?d Magazinc (iwniaht's magnetische), 561 Magussta, (weiß.), S, 171, schwane, s, Lrannstoln, Magnet, 555, spcc, Schwere, S, lZ5, E, n, seine Pale »II fi,!. den, 554*. gewännet, 555, freund,chaftlichc und feindlich«; Pole, 556, künstlicher 558 und 561 «, B-barrunasstand dcS künstlichen, .->5,8 ». Wcistaikung des künstlichen durch wider, sinniges Streichen, E, 561 aus einem veiyärtctcn Teig, 56? ' auch ?c>S. verliert seine Kraft 564, Nadel, 559. aus. Kobald Metall gemacht 55z ihre Abweichung s 7c)? > und Neigung (7>c>> für einige Orte der Erde, 709 ». Tl'corie, 565; M-yerischc, süß u. ,oy », AeiinlichkeNen und Unterschied zwiichen Magnetismus und Slektncttät 569 », Od die Pole der Stade! durch -lellrische Schlage umgedreht werden, 56? *, Wirkung des Nordlichts auf dieselbe 760. Mahoganyholz zspec. Schwere), S, lab. C, l. Ntalcn Z8>. Uianomeier (Guei ikcn« und 17atignoi>>>), 26Z u itlariendad, 4Z5^, tttarmor, 155, als Halbleiter, zog spccif, Schw. eines Italienischen, S, IZ5, E.Ii. March, 4?4 itkar«, eigne Bewegung syi, größte Neigung, 619, Entfernungen von der Sonne, 62Z. Durchniesscr, Oberfläche, Cubic- Jnhalt, 6.74, Ilmlaufsrcit, Ü25- Unibrihung um bie A,rei Verhältnis der beiden Aden, 642, Maschine (Malionische), izo Scgner's hvdraulische 157 v -ra'e, Igo* parkersche l Mlasgeräihschatt) 227, Lllpp- steins 4 »5 >, Englische Dampfmaschine (und Lempeten's), 4ZZ ' woraus sich bie lehterc griindc, 4Z4 Lodens Pia» iietenmaschiue »47 ', Mäste, Mitielpimct der, 118, Mastixholz (spec, Schw,), IZ6, C, i, Materie, 19, fremdartige, 22, schwermachende, 110, 494, V». Feuermalerie, s, Feuer, Liclitmatcric, t, Licht, od die elektrische gleichsaimig ausgebreitet seh, S42 », ob mehr als -ins elektrische zu Erslärung der Erscheinungen Ilölhig ist, 549. ->, », magnetische 565-569 «, sslatlieuialik 5; z6l, Mechanik, 991c, Meer (Busen), 67z. Mittländisches und Atlantisches, 674, Tiefe, "75 Salzigkeit < 6, 6), Biitcrkcit, Farbe und Leuchten des Wafferö, 677' mittlerer Barometerstand, 684 U Easpisches, 697, schwarzes, 698. Bewegung des Wassers von Osten nach Westen, auch von den Polen gegen den Acgnator zu, 775, Ströme, Wirbel ober Eirutel, 726, benachbartes lindert die Witterung, 764, Ursprung des mittläudischen Meeres und des Arabische» Meerbusens, 790, Abnahme, s. Register. Meile lgsographischs), 58l. in Pariser Fußen, 587. Melodie, 292. dlsenisril«, Z49. MeNuinz, 157. b'-nilriunu. 19;. . s. 222. kepetiea; veinaka. s. 204. infiz>nm»biilz. S-225. vinala, s. 22?. »mrialie.« . S. 228. tlucuie Mi. nvtsii», S. 20?. nitri pblogilti.c!>, 2tn. aveie vklogilrica. 212. ddlerkur, eigne Bewegung 591. größte Neigung. 6ly. Sltlfer» nungen von der Sonne, 6SZ. Durckmejser, Obc,M«»c. körp. Inhalt, SZ4. Umlausszeit, 62z. scheinbare größte 'Hntser- »u»g von der Sonne; Durchgang durch dieselbe, üzS. Messer' (als Heb-li, 87- als Keil 93 *' dl!, sniz zspec. Schwere des gegossenen und geschlagenen), IZ5. L l.'Ausdehnung durch Warme, 4?>. Metalle l und H-lbnietallc), 221. e. Stärke, 26-27. Reiben 140. Verwandtschaften, 171 rossen, 242. schmelzen, 429 und 4Z2. ein Gemische, das in siedendem Wasser schmilzt. 4'2 * der Kalke geringeres spccif. und größeres absolutes Gewicht, S. 157, 221 und 449. enthalten, nach Crawford, weniger Feuer als ihre Kalke, 494. u. sind Leiter, 52s. werden durch bleiben s S2Z *>, ja mit der Hand gerieben» elektrisch, 558. ü und i. Elektricitäten; wenn sie an einigen Körpern gerieben werden, 478. durch den verstärkten elektrischen Funken geschmolzen sz8. ». TlbUmnc oeezegsiuas S. Ig?. Meteor, s. Lufterscheim einung. Mikroeicklroweler , s. Elektrometer. Mckrometer < im Fernrohre), 412. Mikroskop, 411. einlaches, lund Angelmikroskop), 472'. zusammengesetztes, 4IZ. Spiegelmikroskope; Mikroskope für beide Augen; mit z fachen! achroniar. Objectiv 41zSon- »enmikroskop; S.finder, zlg Milch lspec. Schwere der Kuh, Ziegen), S. 1?6. C. il. 1Z7. C. l. Tenip-i atur der gefrierenden, 472. Tcmpcr. der siedenden Kuhmilch, 472. Milchstraße, Ü72. Mineralogie, vgl. Mittag, ' 572. Flache; Linie, 57F. Mittelsalze, 22l. b. verschiedene in der Tabelle 158. Mittbei!-,»?» s-Wärme, Ciektrisiruvg, und Geschwindigkeit. dlsonienl < statisches), 82. Monat, Sie. spnodischer; periodischer; Sonnen, 6zi. Mond, eigne Bewegung, 591. Halbmesser, Oberfläche, körp. Inhalt, Entfernung von der Erde, größte Neigung, schnelles Rückwärtsgehen seiner Knoten, 628. Llchtgestalten, Ü29-ÜZ2. Necken, belle Puncte, Berge, Charten. SZZ. Ulloa's Loch, Herschel'a Vulkan, Hall-z-'s BIii;cn, Szz '. Umdrehung UNI seine Ave; Wanken, 554. Atmvsphme, 642. Nebenmonde. 744. Monde ar-derer Planeten, s. Znpilc,, .Saturn, Venu», Georgs - Planet. Monochord, 286*. Mvutgotftere» , 251. c. Ddd 4 ^snt Register. M-nr Blaue und Msnt D'or, (Höh« über dem Meere) SSZ. MorgenröLhe, 744 *. INol flenwcitc', 652. Musik (Gründe), 2791c. Gestalt der Instrumente, 294. Far- denmusrk, ZS8 Mustkgold i»um Sl ktristren), 501 *. Mussourr, f. Wind. Iklyops, gxi. N. Nachtglerchc», Z95. das Vorrücken, 66c-SS''. 27adel, 98 >. schwimmt, 169'. clektr. Versuch 509'. Magnetnadel, s. -reagncr. Nadir, 577 Naphta iBeiaöl», 201 ü, als Auffösunzsniittel anderer Körner 201. k. behm Verdunsten kalte hervordringen: die in Morgenländern iidc« Wasser brennt, Sxl. kunstliche, s. Aethcr. Naß machen 180. Natur, Natmdegebenkcit, Naturgesetz, 6. Naturalist, Naturforscher, 10 Naturgeschichte, 12. Naturlehre, I. Vortrag, II> allgemeine, 12. Gegenstand dieser,, tz. kuti-Geschichte, iz-17. Sclnrftcn, tZ. Nebel, 4Z4 '; 732. ihre Zeit; trockener, 7ZZ und'. bey Wasserfallen, 696732. Neigung (der Magnetnadel), s. Magnet. Nervcnhaul, Z8'd. Neri-Holland, Guinea, Britannien, Jrrland, Seeland 672 '. Ncutralsalze 201. b. verschiedene in der Tabelle 158. Nickel, 201. e. Niederschlagung, 200; 201. n; 201. 434 Nier-nk-lz (spec, Schwere), S.IZS. C, I. damit gefärbtes Wasser. zso. Nordschei», s. stacht. (Nordlicht). Notroineter, s. Hygrometer. O. Obst (Fäulniß), 426. Orkane 785. Sulrrischc von Farben, 368. Oel Iwrsentliches fäiherisches, ffüchtraeo); ausgepreßtes smildcs, vegetabilisches, scdniicriges, fettes); thierrsches: be.nzlichcs). 201. k. ihr PHIogifion 438. Ausdehnung des Lcrnvio durch Wärme, 471. Temperatur des stehenden Lein - und Terpentinöls 472 lt. 4' Snljündung mir rauchendem Salpctcr- geift und Vitrrolöl, 475. ipecif. Schwere des Baum, Lein, Mandel, N-Iken, Sind, Terpentin, Vitriol, Zimmt-Oels, S. 137, C. i. Onibromcl-r, ?z8, Opal lFarbenspicl), z80. Operngucker, 409, Orkane, s. ivind. Ort (absoluter), 40, .relativer, 41. Dscillato, 1 t4. Oxprirz, 157. ttxz,rie cke plomd ränge, Vx^rle ä'er-riu xris, vxprl« Register. OX565 merenr rouZs par I'aci6e nittic^ie. S. 157° <>x) . 2OI. b. Ox>L^uv S. 2OZ. 2<)3. ö. 4^8 p- Papicb (zieht verschiedene Fluiba in sich) 23y. Nichtleiter 504. Slektricitatcn, wenn es an einigen gemeinen Körpern gcrie- bc» wird, S. 478. warum es dicht um kaltes Metall gewunden von einer Flamme nicht gleich verschick wird, 490. v.-.ppelh-lz (spec. Schw.), S. 136. L. I. Papua- (Land der), 672 Parallape, 654. schr-solvuse u. parbetii, 745. Pech, Nichtleiter, 504. kochendes leitet, 505 °. Temperatur de» ichmelzciidcn schwarzen, 472. spec. Schw. des JudcnpechS, S. 16. L. ll. Pendel, it4-li<. schwingen in FluidiS langsamer 184 warum die Zeit seines Schwunges in wachsenden Breiten abnimmt, 588. Pergament (als Hvgrom.) 23?. Nichtleiter, 504. Neiiiwlmm. s. Sonnennahe. 8erioeci, 607. sirrikcii, 606. perlen «spec Schw. der orientalischen), IZ6. C. I>. Perspectiv (Taschen-), Z96 pelarde» (Gläserne), 265. pflanzen (geben dephlogist. Lust) 2or. ihnen die phlogrstische dienlich, 210. ob die elektrisirte» Saamen geschwinder keimen, 510. pflaumenlwlz (spec. Schw.), S. IgS. C. I. schiwnorneva, 6. pklogtsto» , s. Brennbares. Pbo-'phoru«, Z02. Äalduinischer, Z06. Bononischer, Marg- grasiichrr, zoS. erzeugter natürlicher, 757 «.Ufr 203. Säure, 20t. k uegetabilisches, mineralisches, Kalk, bitteres, tkoni- gcs, schwererdiges, Silber, Kupfer, Quecksilber - u. Zink- PhoSphorsalzt Phosphorsalmiak, 15?. schnipp»,us s. Morgenstern. Physik s. Naturlehrc. pbvstologie, IZ. pichiricha (Höhe über b. Meere), 686. Pigment ggr '. pik PS» Teneriffa (Höbe über d. Meere), 685 *. Pistole (patra'z u. Pickel- -lektr.), 201. k. 523 °. Versuch mit einem Feuerzeug. 524 °. ptauelc» (s. eines ieden Namen), ihre Dahnen, 622. recht- läustg, rückgängig, stillstehend, 627. Haupt - u. Nebcnpla- ncten; obere und unrerc, 6z8. dunkle Körper, 641. platina 20t. e. lpecif. Schwere, S. 155. C. l. und °. Schmelzen, 4Z0-. rohe vom Magneten gezogen, 55z. schunden:». 201. s. Pol- (Welt), 573. elektrische Erbe, sS? °, 75? °. magnetische, s. Magnet. Ddd Z Pate- Register. Pelcmssrrp, 40Y. voldohe, z?8. von verschiedenen Orten der Eids, 7ür. palychrcstsalz, lSclznctte's), !Z9. pnlvaitriun 347. pelyneften, ü?2 ^ Prunn an-,r?.cholz ( spec. Schw.), S IZö E> I. pänr.vn!. l69- poi-e!län, i-z2.. Nichtleiter, 504. spec. Echw. des Chinesischrn S. I3S. C. ll, Port. 7O. poirasedc ( spec. Echw.) S, IZ6. C. II. Temperatur der siedenden Lauge, 47z. Prtasse 7.(7 l . l? P.äcipitar frothrr), 157. gibt dephlvgist. Lust, 201. l'r.nMzUZ. 389. ?r<Ä>?'. s. Wasserhose. vn-m« s. Farben prrieeiio» < stereogravhische) 6c>8. pnnipe 2ic>' ziehen Wasser nicht höher «IS Z2 Fuß. 2lz u. Pulver «Knall-) 26s. pyronieler , 47O. dpedgewood 472 Pxrsphrrin», 475. G. Quarte, 287. Quuiz. >5S. sxec. Echw. des reinsten S. IZZ. C. ll. Q.iicckstll'cr 201. ä. spec. Echw. des rcuic», und eines 4?i mal destilliite» . S. 133. C. l. versnßle», lzZ. Erstarrung 20l. k. u. 4ZI- Verdampfung im Barometer, 434 Ausdehnung dnrcli Wärme, 4/08 r, auch 460, 461. 4Z7, 471. Temperatur des gefrierenden und des siedenden, 4?2- ttnerisches Oucck- silpersalz, t°,z. Ouccksilberniedcrschläg, f. Präcipltar. CiueÄsitber stehet Iii Röhren niedriger, bringet in Haarröhrcn gar nicht ein liZfj. Quinte, 286. Quito (Höhe über d. Meere) 67S *. Quellen (Ursprung), S88-S90. die zu gewissen Jahrs-und Tags- zcitei! lausen und periodisch versiegen 690 *. ein Gelöse erregen, S90 '. mas sie fuhren, Ü91, Mehlgu-ll-n, das. ». R. .. Aad (ZranL'lln''-!) ^ZZ ?v»i ?^.ver^, 88. tvnnri, 27O. I^stia t.oi-pe6o, s. Zütcrfisch. Ztauch, 477. Mi».! Wider die F-iulniß, 742. sein Aufsteige», 2iii. c. Luid, Höhen, Heide, Sonnenrauch 73z*. Raum, 19. leerer, zerstreuter, 22. Verhältnis bey Bewegungen, 49. eines Gemisches, einer Auslösung, 194; 19s und 22>l. !:. Ahschc» n-r den, leeren, 210. tleiiiercr nach dem Gefrieren (424), und Ausnahmen 425-42Ü. Aimtcn Register- Rant-vglas, s. Glas. ZesÄin, 54- Tdertastenstoi,, äer. ?rcd»e!!->i, dir Mctallkalke, dabcy dephlogist. Lust, 20k. A-fraction, f. Brechung. Ziegen, 454 «. von Srde, Bliimcnstaub, Nadelhölzern, Ascher Äliitrcgc» , 727 und ». Sinn!', Play, Strich, Landregen: Gröiie der Tropfen unter dem Aeauaror, 7ZZ. wieder alif- gclöst, 454 und ?jh. Regen ,» Luftgcstalt vorhanden, 7Z8 Regengailc 7 er Gewitterregen, 74-7. s. auch die Borrede tu dieser Ausgabe. Regenbogen (Haupt.) 7ZY. wenn siebt man den ganzen Zirkel? 74 t. goldene Ziegenbogen: Schiistelii, 74t *. Neben- regeubogcn, 742. vom Mondschein i umgekehrter; dunrs Glorie um den auf die Sraubrvolke fallenden Schalten des SvpfeS, 74?. Regiltcr der O-z-r, 291 ». Reiben, IZ8. Bernilnderiing und Niiheii, 141 ». veranlagt Warme, 474, erklärt sie mangewafl, 479 ». und 494. 5. eicktrisirung durch, 49g. Magnetit,rung durch, zbi. Reibzeuz (behiu Slektris.), soi. dessen Siektricitat, gl?. R-if, 7ZI, Rcstduun!, einer losgeschlagenen Batterie gZsi Zi-soiianz, 294. in spröden Körpern, 295. Richniann'» Tod, (nach Rragenftein), 7ZZ », Richliing, 4g. Ziöhee i'Corriteliisehcs, 214 *. Rolle, 84. Rosenhoiz (spcc. Schw ), G. iz6. C. l. Ruder 8?. Rost lSis-m), Fett und gemeiner Stein wachsen in einen Magnet zusammen, Söst. Rosten der Meralle, 240. Rothe!, vom Magneten gezogen, 5SZ. Riibe (absolute), 40. relative, 41. Puuct, 74. Zenj! , 444. Rückschlag, s. Schlag. S. Sägespäne (zu clcktr. Versuch.) S09 ". Sali!» (Darm,), als Hhgrom. 2Z9. Schwingungen, 279. Salmiak (gemrincr, geheimer, fixer, Fliisispath, Vorax-1 IZF. thierischcr, 159. vegetabilischer, 17,. sveeif. Sihwere des reinen, S. ???. C. il. Bildung durcb flüchtig atkalnche unv salzsauerc Luft, 20S. G-iit, 171. specif. Schwere des Geistes mit Po'rasche, deS mit Kalk, I gS. C. II. Salpeter (gemeiner, cudischer, cnrziindbarer, Thon, schwercr- digcr, Silber, Kupfer, Quecksilber, gmk°> izg. Siiensalpe- tcr, 170. wec. Schwere des reinen, S. lüh. ik. II. Sänre, 201. b; schlägt sich, nach >!savendish, Vey clektr. Be suchen aus der Luft nieder, 528 ». »h! t'p!'ir (lvcc, Schw,), S. Ig;. C, U, Se.ssafe-ebslz (fpec. Schwere), s, !ZS. C,II, Sättigung, >96, Saturn, eigne Bewegung, 59!, größte Neigung, 619, Entfernungen van der Sonne, 62z, Durchmesser, Odersläckc, körV-rl Inhalt, »2g, Ilmlaufslcit, 525. dessen Ring und Trabanten, SZ7, Riechen, nach Heischet, S40. Saugen, wie eS g-schieyet, 210 Sangwerk, 2>c> ', Säure (Mineral,, vcgetabil,, animal. oder Zelt; Luft-), 201. b, a. Scaybander, 1S9, Schall, 2S4, im Vacno, 2S5, in kiinsil, Luftarten richtet ssch nicht noch immee nach der Dichtigkeit 25; der ciast, i weichen Körper, 266, Erklärung, 267. Geschwindigkeit, 2-tg. andere Erfahrungen, 2S9, starker! Strahlen, 270. Reflexion, 27i, Fo-lpflanrung, 278 und 29z, Schalrhiere, (Grundiheil der Decken), 15z, Schalten, Zog, Halb, zog. gefärbter, Z8S'. sein Zurückgehen in gewissen Erdstrichen, 6oü Schere (als H-delz, 87. als Keil, 98 *. Scheiden, Platten klingende, wodurch Töne sichtbar gemacht werden, 2Ü7 Scb-id-wasser, 170, speeif. Schwere des gemeinen, IZS. C, ll. Temperatur des siedenden, 472. Schiefer sspecif. Schwere des blauen), s. IZZ, C. II. flvwiyen'» Hygrometer, 2Z9 Schießen, >c>7 Echießpnwer, 4Z2, freyliegendes durch den «lektrilchen Funken zu zünden, 555 *. Schisse, 1S9, Schild (des Slcktroph,), f. Deckel. Scdlag (kalter und warmer), 751 Mahon'« Rückschlag, 7Z4 Schlagweile, 549. c. Schlang-nivlz iipecif. Schwere), S, lgH, C, I, Schmalz Schraube ohne Ende, 98, SchrSpskovf, 22S, Schurze (Zeichen der Ekliptik), S94. Schwa, Register. Schneen, l?y. ^ ^ . Schwamm, 189 (elckr. Versuch mit dem nassen), so? bren- nenter zur Erforschung der Luft, SIectricilät SS8. >. Schwefel 201. ü. und s. 1S4, specif. Schwere, s. 1Z5. E .II. Geschmack, 201. I. Verwandtschaften, S. 171. größeres Volumen des festen alS des schmelzenden, 42s. Temperatur des schmelzende», 472. Nichtleiter, 504. Slektriciläten, wenn er mir einigen Körpern .gerieben wird, S. 478. Schwe- sellcber, S. l?I und 202. Schwcftllnfr, 202. Schwefel- faden brennender zur Luft-Sl-kirecilat zu erforschen dienlich, 5Z8. I. Schwere, Sy. eigenlhiimlichc, 72. Mittelpunkt, Y2. Ursache, 108- i lZ. K absoluie Kraft, ig?. Beschleunigung, 99. warum sie nur der Breite wächst, S83. erhält die Planeren in ihrer Bahn, SS8-c. specifische, s. Gewicht i-ig-nrhum- lichc»). Schwererdc, G. 1SS. Schwerpunct, Y2-YS. Findung desselben, YS *. Schwersparh, G. ISS und IS8. Schwirnmcn, 167 ' und IS8. Schwimmgiirtel, iSy. Schwung sauch Schwingung), 114. Mitlelpunct des IIS Schwungkraft, 74. S-öarirsalz, f. Baraxsäiire. Kupfer, Quecksilber, Zink, Erda» tipsalz, S. I S8- See, 6y8. Secsalz, s. ikochsalz, Secwasser, s. Wasser, hohe, tiefe, s. Ebbe und djluhl. Seewind«, s winde. Sehen, (allgemeine Bemerk.) 297 - 30Z. Erklärung, Z8Z. warum mit zweb Augen nur Einfach? und trog des verkehrten Bildes mit der Nrhhaut aufrecht? 886 Schewrnkel, ZI4-ZI7. Seide, Nichllciirr 504. elektr. Versuch« niir Bändern, 714 Slektricitäte» , wenn sie an einigen Körpern gerieben wird» S. 478. Seidliycr und Scidschsiycrsalz, s. Bittersalz. Seife, s. 154 Uiid 20 l. k. Scis-nblase» snur brennbarer Luft gefüllte), ISI *. Seine < Wasseriiienge?) Ü87-S88. S-lenir, S. is8. spectf. Schwere, S. izz. L. ll. Senkwagcn, 1Ü8. Sexte (grssie), 287. Siede», 4gS. Sicbpunct, s. TkeNnonict-r, Siegellack, Nichlleiter 504. Slckrricitären, wenn es mit einigen Körpern gerieben wird, S. 478- Silber, 20l. >>. Ausdehnung durch Wärme, 471. thierischcS Silbersalj, S. isy. Silbersalpeter, s. Salpeter. specif. Schwere des feinen gegossenen, des geschlagenen, S, 13s. L. I. Ziluri, (unter ihnen ein elektrischer) 5S2 Sisn»-»>-c-r, 787. Sinne, (Einfalls-BrechungS-Neigungs-) 343. Skaphander, 169. Sk-rpian lZeiche» der Ekliptik), SY4. Sniaragd (specif. Schwere) s. IZS. E. I. S-da (gibt hcpat. Luft), S. 202. Ssl- (Menge der Bitter.) iü? ZoMria, zyü. Lolati», Rcgistcr. Ll^n.ino, IY?. Sowmrr, 770, fliegender, s. Spinnewebe. HItze7S?. Punet 59S. Sonne, eigene Bewe.aiing 59a. Da!?» 5Y4. Staues-oder Wen- brpuncie z?S. Warme 59. Flecken und Unidr.'dun« »m die Bx«, üiü-Sl? ist un« im Winter näree, Son- nennühc, Sonnenferne > 62 , Durchmesser, i-ersläche, korperl. Inhalt. 624. Fortbewegung mit ihren Planeten und Komeicn, Ü68 zieh! Wasser 7Z4 Kebenfonnen 74z. Scnoineter, 287 5o:»tn ai. b. Spalten, Z6. Speckstein. 155. Lpinrrr» nrmiii-ris, 64?. Spienel, ZSZ. ebener, Z2^. dessen Grüne, Z27 Belegung, Z2». als Bans bcS LiekirvphvrS, -isst. l>. .stugelipiegcl, ZZ2-ZSZ. e»lindris»«r, tonischer, „9. Brcnnjpicaci, 477- 478. Metall, 406'-407 ' aza. Spiegelteleskop.' 404. New. don'e 4>75. .Grcgorsse und >8 cssegraiil'- aa6. '5. cüb.!a aa6 r. Spjcpgianz, s. 171. Butter, S.170. Äbnig 201. «. specif. Scinv. ves rohe» i des dnvmal gereinigten KSnigS , s. »zz.. L. l cntziindet sich in dephlog, salzsaure Lusr, S. 209. deS fetten grüsiereS Volumen als des schmelzenden 42z. Spinde! (SaizwageZ, f. wage. Spinne (elektrische), 508 '. im Herbst stiegeudc Spinnewebe, 727. Lporsner, 574 . Sprachgewätber, 277. Sprachrohr, 274. Materie, 27z. Gestalt, 276. Springbrunnen, s. Brunnen. Springrstäser, f. Glas. Sprinäkotbcn, 42z. Sprödigkeir, Z5. Spinne, 21a ». Feuersxriitze, 244 ». Spundloch (Nutzen) 2O5 5. Staarenland, 597. Stachelbauch, s. ssetroson. Stahl, (Steibcn) lgo. zu Härten 42t. gehärteter zu kiinstl. Magnete», 562. specif. Schwere des beste», des weichen, n d-S statkzcschlagenen, izz. rb. I. Lr-rirra, 86. Statik, 67-98. Cartesens Grundsatz der, 8z ». Stein (Lononischer), f. Phosphoruö. Steinarren, 2a 1. c. Steinbock lZeichc» der Ekliptik), 504. Steinkohlen, 2ai. ci. specif. Schwere, izz. C. It. Del gibt dem Salzwasser den Geschmack des Meerwasscrs, 67?. Sleinmark, lzo. Slcinpapicr, 44S Stern («lektrischer), zist welche nicht auf- od« untergehen, 57z. Fipsterne, Sternbilder, 574. Verzeichnisse, Stcrnchar- tcn, Slernkegel, 575 Sterntag, 609. Morgen - und Adendstcrn, 626. Sl-rnwarre, sz?. Polarste:», bleibt nicht derselbe, 66z. Bedeckungen der Fipst-rne, 6Z9. dies« find Sonnen, 666. ihre Snlfernung v»n unS, 667. scheinbare Register. bar- Bewegung, 658 auch 6zS und Sü2. n-b-Iichte; Herschele planetarischc N-bclstcrue, S70 Srerrrschnnppeu oder Steriischncnycn , ?A3. Stier, ( Zeichen der Ekliptik), 5S4. «-<»!'tgerader, schiefer), il?. barter jkorper, liy-122. weicher, 123-124. elastiicher Körper, 12z-izi. b. relariv- Araft, lz?. izleistischer, S29. 531 S'.r°l?Ieu ( schadende), 2,0. Lichtstrahlen, s. «dicht. Stoff ( Srenn - Wärme - F-uer - Stick-), 4Z8 "- «sn>cke , -. 8. Suchen verschiedene Fluid« IN sich, 189- 190. Hygroskope, 2Z?. , Ströme (das Rauchen der), 41z. et» ausfnhrender IN der Meerenge von Gibraltar, S74. trollet» ein - und ausfahrende, ggy. » ; k. auch Ukeg. Slrontinnir - Erde S. 15b. Strudel, 726. Sturme, f. Winde. Stz'I kalter und neuer), ülZ. Sublimat (ätzender), I5Z. Sumpfe, 697. T. Tabelle, der speeif. schweren verschiedener Körper, IZ4. mancher Neutral und Mittelwlzr, S. >58. 15?. Verwandtschafts- L0>. der ».'»starten, S.20:. der Temperaturen vctichie- dcncr Körper nuter gewisse» Umständen, 472. der Anödch- uung einiger Körper durch Wärme, 471. der specifischen und relative» Wärme einiger Körper, 49z. l. der Slektricitälen einiger an einander geriebenen Körper, S. 478. der Mittlern Höhe z» der das Lnftwager jährlich an verschiedenen Orten strigt, ?Z8 des ThermomeUrstandes an verschiedenen Orten der Erde, 7S1. für die Abweichung und Neigung der Magnetnadel an einigen Oite», 70? '. der Mittlern Baromelcr- ljöhe fnr verschiedene Orte, 7Ü8. Lasel» (astronomische), üzs. Laffr (schillernder), zgo. siir den Condcnkator, 5Z8. g. Lag (Anfang), ü,.i. längster, kürzester tbol-soe. Sterntag, so?, wahrer und milllcrer Sonnentag, »10. Schalttag, 61z. Ungleichheit der wahren Ü22 *. Lalg, 20l. k. speeif. Schwere desRind- nndHammel-, S.IZü. L. U. Temperatur des schmelzenden Hnschlalgs; des Niercn- talgs vom Rind und Hammel, 472. Tannenholz (speeif. Schwere), S. izb. C. l. Tanz, der pgpicrnen Puppen durch Slekir. 509 ». Täncherglockc, 20Z '. Teleologie, 14. Teleskop, s. Spiegel. Teller (zum Elcktroph.), sag. b. T-Mvcralur verichlcdener Körper unter gewissen Umständen» 472. Idirndetgerischc, 289. Terpentinöl, s. Oel. Terz (grosse), 286. ^ ^ Tctroliou (elrki.) S52 ' Teufel Register- Teufel (Cartesisi'do), 245. Tbau 4Z4 » und 729. Di, Say's Beobachtung, 7Z0. t. Ho- rug . Medltyau, 7ZO Theilbarkeit, 2Z. Tdernronieter, 451. Tlmonton» Luftthermometcr, 2öc> Dreb- dcls Lufttherm. 45 - Florenlirrer, 45z. Fahreud. Wein- geistthrrm. 404 - 455. dessen Ouecknldertbem.; ndcrhaupt wonul zn füllen, 457. Gestalt, 458. Neaumurs Wcin- qenklhermonicler, 459. dcss n Ouectiildertherm. 450. D- ikisic'«, 4SI. Dan. Gernoulli's Lufttherm. 452. andere! und wodurch sie sich unterscheiden, 45z. Werglcichung derselben, 4i4-4ti 5. Eigenschaft des Lufttherm 4öü », melai. lene, 4S9. 7tchard's, 470 stellen niedriger, wenn sie nicht oben zugeschmolzeu, oder nicht luftleer sind, 47,. feite pnnete, 455 45Ü. warum es i» Wirriol getaucht an der Luft steigt, 494. ». widerspricht zumessen der Empfindung, 485. vorzüglich 7Ü2 '. De ^.uc'», neben dem Barometer befestigtes (582) und freichangenbeö S8Z. Stand an vcrschie» denen Orten der Erde, ?6l. Tkicre (sichere Eicllnng der), 95 Warme? 494. u. Wer- hiitlnisi zu Pflanzen, 19S. haarige, mit Federn bewachsene sind lrichll-iler, 504. die glatten weiter, 505. 15no» cdcn Nichtleiter, sog. ThrerkreiS, s. Rrcis. Mineral. Thi-rsalz, ,59. Thonerde (reine), s. Alaunerdc. Thonsalg, 158. Tllur (electrische), 5-5 '. Tinten (svmpath-tisch-i, 381 *. Ton .hoher, trcfer), 284. Grundton, 285. consonirendt, dis- sonirendc Töne, 287. Edstcm i Haupt - und N-dcntone, 288. Längentbne 291 ^ tirfster und höchster, 292. Sauveur's fixer, 292 Forlpflanzung mehrerer zugleich, 29Z. Topas (Peers. Schwere deS Sächfischen), S.IZ5. C, il. Eydi- rjscher und Brafilianischer Eleetricität, 507 '. Topf (Papinischer). S. 155. 4Z2. Trabanten, s. Jupiter, Saturn, Venus, Georgs - planet. Trägbcit, 55-58. Mittelpunct, tl8. für sich, kann keine krummlinige Bewegung unterlsalten, 6öc>. Tribonretcr, 140. Trickiurus (eloci.i 552 '. Trichter frnagischer), 205 Tripel, vom Magnet gezogen, 55z. Trockne (daS), scheint sich hin und wieder zu vergrößern, 790. Trommel (des Elektiep?.), s. Deckel: Tropica, 597. Tab» lkentorea. 274- aculiica, 277- Tnbnli cs)'il!sres. 185- Tuch (Stärke), 28, s. auch Walke». Türkis (specif. Schwere), S. 155. C.II. Leiter 505. Tutmali» (Slcktricität), 507' 550. Werglcichung mit dem Magneten 569 *. specif. Schwere 135. C .II. u. liebergang, s. Elcktrisirung. lihr (Pendel), im Sommer langsamer, 421. Ulme», Register. zum-nb»!.; tspecif. Schwere), E.iZü. C. ll. Amherftrshlunki, s. Warme. ZlnöiirckdringUchkeit, 19; 57. Zlnisonu«, 185. IlnterlaJe, 7«L. Nranus, s. Georgs -planet. Ürsnit, 16?. Ulln (specif. Schwere), S. 137. C.l. Temperatur des gefrieren- ven, 472. v. Vakuum (Torrlceilische») 214 Borlisthe» 217. Guerikifche» 22 *. e?enlev'e, k-leistisches ober stepdner, * SZ5. Vestiz bnuiogroinu-, hererotzrennuz , 75. v-ilchensafr el, 2c?>, k. Wage sgl.ücharmichte, Krämer, Schnell-), 86. Hhdrostatische, 170, Branders, l7 >7', Salz, Bier, Luftwaage, s. Manometer 263', lbg, Zeichen der Ekliptik, 5?4, Wablanziehung 201 c> Wälder tffarke) machen ein Land vorzüglich kalt, 7S4. Walken der Tücher, 2g. Walkererde, 150, Wallrath, 201, k, Temperatur des schmelzenden, 472, Wärme, 417 und 494, b, depm Reiben 474 ! b-o Mischung verschiedener kalter Flüssigkeiten, beh Auslösungen, 47?; in: Sonnenschein, 476 und 762 ', im Brennraum der Spiegeln und Linsen, 477-473, IN Sattssure'« Kasten 477 ', im aufgehäuften feuchten Heu, Getrawe-c, 47s. Mittheilung 484 und 494, h, u, s, w Geleg der Abnahme 48?, Cr-wford'» Theorie 494, b-r specifischc, 494 ,1;, absolute, 494 .x. Wie man die absoluten jweyer Körper suchen könnte, a94, r. Tafel für die relative einiger Körper 494, I, , Flüssigkeits- verdampfungs- 49,4, q, latente 494, g, waö zur Slektrici- tät? 507! 538, g, '! 5Z8, !,! zoz »i 749 ', der Luft ihr« nimmt bep wachsenden Höhen ab, 762, dcrleldcn a» der Erde 762 Grunbwärmc 763, Wärme der Erde, s. Erde. EonnrnwärMö, s, Sonne, Wasser fweichcs, hartes,mineralisches) 201, !, Anziehung, 12Y'. Verwandtschaften, 165, Gewicht eines Rheinl, ssubief, 171'. specif. Schwere des Regen, See, Brunnen, Fluß, izü, C, ll. alS Aufiösungsmitrcl 201, i, als Spiegel, zi8; wie Körper darunter erscheinen, Z46, Kreise darin 160 ', im Vacuo gcfrorneö, 416'. später,S Gefrieren deS gesalzenen, 427; ge- frornes Sccwasser süß 427 ', plöhlich erstarrendes 428- kocht durch die Wärme der Hand 4Z4 ', Tncrmomete,stand im gefrierenden 472, »ach ,'Srugmann« l428') und dcp Caval- lS'« Behandlung mit Vitrioläther 494, «, ', ob darin alle Erden anflöölich, 154, Verwandlung in Dämpfe, 4Z2-4ZZ. in Luftartcn zerlegt, und umgekehrt, 4Z4 '; und 494, n, in kochendes geHallen, 4Z.5 ' ! siedendes dch verschiedenem Druck drr Luft, 4ZS, Ausdehnung durch Wärme, 471, Temperatur des siedenden Regen - und Mcerwassers, 472, reines gefrieret 472, Slasticität, 47z '. in papierncmGefäß kochendes 490 i über dem Feuer in SiS verwandeltes 493! mit Weingeist, vorzüglich mit concemr, Mineralsäuren vermischt, wird warm, 49z; 475, Komposition desselden? 438 ". s, auch lizalrogsve. ein Leiter, zos. durch an einander geriebene Easchclonge leuchtend gemacht, 524 ', durch Elcctricität zer- schct in Luft 538 a, mittlere Höhe zu der das Luftwaffe« jährlich an verschiedenen Orten si'igt, 7Z8. durch fallende» entwickelte Luft und Dämpfe, 749 ; ob sich dessen Menge auf dem Erdboden vermindert; Verwandlung des Wassers in Srde, 791. Eaizigkeit, Bitterkeit, Farbe und Leuchten deS MeerwaffcrS, s, Meer, Wasserblry 201, -i und e. VVM Magneten gezogen S53- Wasserfälle, 699. Wasser- Rcgistcx. Wass-rb«mmcr, 434^- Wapcrharnisch > IS?. Wasscrhemdcr, Iü9. Wass-ih-sr» 756. Wassermann (Zeichin der Ekliptik), 594. Wassermühle lohne Rad und Trilling), 157 «. Wen, 4Z. eines geworfenen Körpers«, ln>7. in Lust, 149. nasser u, trockener, 291, I!. od der elektr, Strom immer den kürzesten geht, 5Z5. Wcidcnhol? ltpec. Schw. S. 136, L, I. Wein de« Vurgun- ver, weißen und rotyen Cap! Champagner; Weißen gemeinen Franz; Frontignae; Maliaga; Moseicr; Poniac; Rhein), S, 137, C.ii Temperatur des gefrierenden Burgunder, Madera, Bourdeauxer, Temperatur des fledende» rothen Fcanzweins, 472. stksstg, t?o, Weingeist, st Geist. Weinstein (tartarisirter, thierischcr, auitösiicher, schwercrdige« und Silber ); bitteres, thonizes, und Ouccknlbcr - Weinstein» salz; geblätterte Weinsieinerde, izy. Weinstein-Borax, vi- trioiisirter Weinstein, IZ8. spec, Schw, des gemeinen u. dcS gereinigten, S, 13Ü, C, il. Säure, 20-, b. rvcis?dol»holz (spec, Schw.), S- 136. C, I, Welt (Grenzen?) 773- Entstehung nach carte.!, 775, System 59z, Wclttheile, <571, ein fünfter 672 Wellaune, ), 108 ». stzst. der clcktr, Materie, 54?, », magnetischer, 557». im Meere st, 7:6, Wirbelwinde, s. Wind. Wirkung (kleinste), Ig5, Wianiurh, 201, e, Temperatur des schmelzende», 472. spe- cif. Schw. des gegossenen, 1Z5, C, I. Wirrerung , 7Sl, in Gegenden außerhalb der Wendekreise 772. Beobachtungen, 769, Wofram, 201, e, ^^kc>, (ihr Schwimmen in großen Höhen), 444 » 7Z4. stnd Bläschen, 434 » und 7Zg Erklärung ihrer Elektricität, 538. i. 748. Register. i, 745. ssarbe, Höbe 7Z4 im Winter ebenfalls elektrisch 74Y Wolkenbruch, ?Z5. n>ellr, Elckiricilälen, wenn sie mit einigen Körpern gerieben. wird. E. 47 g. Wunbcesalz, s. Glaubersalz. Zähiakcit. Z?. Zai,,e, »?. zum Abwiegen leichter Körper im Wasser, 175 ». Zanveracmälde lFränklins), zzz e. Zand, l larernr , a>4. L ichin er Skliptik), 5Y4. auf- und absteigende, zS? ». unuug r^z , zzg e, Zeit lmrttl.re, Ivahre), ütv. ^ilb a-n, e>;c>. 3-lc> . s.- lniulikalischer) , liz Zriiitl,. 577 ». Zerstrruungsvunct, gzb. Zi-5-tstrinc riper. chbchw. der Holland.), Izx. C. Il, Zimmer lsinsteleSi. >y,. 794. Zimmchalz sspec. Schw.) »zS. E. I. Zink, elvi. ae,-iller »om Magneten gezogen, 55Z. spec. Scdw. beb Gasu.irjschen, und des frisch gegossenen, IZZ. C. l. Zöutlcr, 15«. lhirrilcl'es Zinssatz, 159. Zinn, 201 e. spec. Schw. des reinen Engl. und des aus Ma- lacea, i gg. S. I. ?lu»dchnung durch Warme, 471. Temperatur des schmelzende», 472. Asche, lS7. ZiNnaber, 171. Sirkanrrde, S. »57,. Zitteraal <,ejnc Sl-ktririiät), zgl. Schilling« Versuche 570.»-*. Zillerfisch (öltkln), 552. Zlttcrwrll», 552 elodiasalllcht, s. lsicht. ?,na. s SrtstriM. Sucher chtlciter>. 504. spec. Schw. eines sehr weißen, S. IZ7>. E. II. Säure, 2 Zwirn (Nichllencr), 504. Zwischenräume, 20.