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Friedrichs des Grossen Gedanken über Staat, Kirche, Fürsten und Volk
Entstehung
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Ermordung dcr Unschuldigen nicht rächen, über welche diePriester dieser Stadt crröthcn müssen, aber werde in einerkleinen Stadt dcr Warmic ein Denkmal auf dem Grabe desberühmten Copcrnik, dcr hier begraben liegt, errichten. Glau-ben Sic mir, es ist besser, wenn man es kann, zu belohnen,als zu strafen, besser dem Genie Ehrenbezeugungen zu erweisen,als Grausamkeiten zu rächen, die schon seit langer Zeit ver-übt worden sind. Ebd. S. 194.

Indessen wird Ihnen das Unternehmen Ehre machen unddie Nachwelt wird sagen, daß ein Philosoph, dcr sich nach Fer-ne» zurückgezogen hatte, aus dcr Tiefe seiner Aurückgezogcn-heit seine Stimme gegen die Unbilligkeit seines Jahrhundertszu erheben gewußt, daß er die Wahrheit am Fuße der Throneglänzend dargestellt und die Mächte dcr Erde gezwungen habe,Mißbrauche abzuschaffen. L'Arctin hat nicht soviel gcthan.Fahren sie fort, Wittwen und Waisen, die unterdrückte Un-schuld, die, von gebieterischen Füßen der betitelten Anmaßunggetretene, menschliche Natur zu beschützen, und seyn sie über-zeugt, daß Niemand ihnen mehr Glück wünschen wird, alsder Philosoph von Sans-Souci. Ebd. S. 229.

Sic haben von dcr Kunst der Könige gesprochen und dieTobten billig bcurthcilt; was die Lebenden anlangt, so istdas schwerer, weil man nicht alles weiß und ein einziger Um-stand, den man kennenlernt, uns zuweilen ndthigt, dem unfernBeifall zu geben, was man vorher verdammt hatte. Man hatLudwigXIV. bei Lebzeiten getadelt, weil crdcnErbfolgckriegunternommen habe; jetzt erweist man ihm Gerechtigkeit, undjeder unparteiische Nichter muß zugcstch», daß es seiner Scitseine Feigheit gewesen wäre, das Testament des Königs vonSpanien nicht anzunehmen. Jeder Mensch macht Fehler undfolglich auch die Fürsten; aber dcr wahre Weise, der Stoikerund der vollkommene Fürst haben nie existirt und werden niecxistiren. Fürsten wie Karl der Kühne, Ludwig XI., Alexan-der VI., Louis Sforza sind Geißeln ihrer Völker und dcrMenschheit; diese Arten von Fürsten cxistiren in unserem Eu-ropa jetzt nicht. Wir haben eine Anzahl schwacher Fürsten,aber nicht Ungeheuer, wie im jll. und 15. Jahrhunderte. DieSchwachheit ist ein unverbesserlicher Fehler; man muß sichdamit an die Natur, nicht an die Person halten. Ich gebe zu,daß sie Böses thun aus Schwäche, aber in jedem Lande, woErbfolge des Thrones festgesetzt ist, ist es nothwcndig, daß essolche Wesen an der Spitze dcr Nationen giebt, weil nie eine