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Friedrichs des Grossen Gedanken über Staat, Kirche, Fürsten und Volk
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fürchterliches Gemälde der Religionskriege/ der Bosheit derPriester und der verderblichen Folgen der falschen Begei-sterung. Das find Lectioncn, die man dem Menschen nichtoft genug wiederholen kann, damit vergangene Thorheitcnsie wenigstens weiser machten. Was ich gegen den Ma-chiavellismus zu schreiben gedenke, ist eine Folge der Hcn-riade; auf den großen Gefühlen Heinrichs IV. schmiede ichden Donnerkeil, der Cäsar Borgia niederschmettern soll. —

Ebd. S. S8.

Ich gestehe, mir macht es Vergnügen, daran zu den-ken, daß 4>W,(>W Einwohner einer großen Stadt nur andie Reize des Lebens denken, ohne dessen Unannehmlichkei-ten beinahe nur zu kennen. Das ist ein Beweis, daß4WMl> Menschen glücklich sind. Mir deucht, jedes gesell-schaftliche Oberhaupt sollte ernstlich daran denken, sein Volkzufrieden zu machen, wenn er es nicht reich machen kann;denn Zufriedenheit kann sehr wohl bestehen, ohne von gro-ßen Gütern unterstützt zu werden. Ein Mensch, zum Bei-spiel, der sich bei einem Schauspiele, bei einem Feste befin-det, an einem Orte, wo eine zahlreiche Gesellschaft ihmeine gewisse Aufriedcnstcllung giebt, ein Mann, sage ich,ist in diesen Augenblicken glücklich, und bei ihm kehrt dieEinbildung, erfüllt mit angenehmen Gegenständen, zurück,die er in seiner Seele walten läßt. Warum denkt manalso nicht mehr darauf, diese angenehmen Augenblicke denMenschen zu verschaffen, welche alle Bitterkeiten ihres Le-bens lindern, und welche wenigstens ihnen einige Augen-blicke verschaffen, wo sie von ihrem Kummer befreit sind.Das Vergnügen ist das reellste Gut dieses Lebens; es heißtalso sicherlich Gutes thun, und das ist schon viel gethan,wenn man der Gesellschaft Mittel verschafft, sich zu zer-streuen. — DicWclt scheint sich sehr inGeschmack zu setzen; dennsogar in der Nachbarschaft von Ncu-Zcmblc und den hy-perboräischcn Meeren spricht man von nichts als Ergbtz-lichkciten. Die Nachrichten von Petersburg sind angefülltmit Ballen, Gastmählern und Festen, welche man daselbstbei Gelegenheit der Verheirathung des Fürsten von Braun-schweig giebt. Ich habe ihn zu Berlin gesehen, diesen Für-sten von Braunschweig, mit dem Herzoge von Lorräne, undich habe sie auf eine Art zusammen scherzen sehn, die ebennicht sehr an den Monarchen erinnert; indessen sind dieszwei Kopfe, von denen ich nicht weiß, welche Nothwcndig-keit oder Vorsehung sie bestimmt zu haben scheint, den groß-