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Friedrichs des Grossen Gedanken über Staat, Kirche, Fürsten und Volk
Entstehung
Seite
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so

die feige Vernachlässigung der Geschäfte. Statt un-aufhörlich Pläne von Eroberungen zu entwerfen, wür-den diese Gotter der Erde nur dahin arbeiten, daSGlück ihrer Volker zu befestigen, sie würden allen ih-ren Fleiß anwenden, um den Unglücklichen zu Hülfezu kommen und ihre Herrschaft sanft und heilsam zumachen; ihre Wohlthaten müßten den Wunsch erregen,als ihr Unterthan geboren zu seyn; es müßte ein edlerEifer unter ihnen herrschen, wer die andern an Güteund Milde übertreffen wurde; sie müßten fühlen, daßder wahre Ruhm der Fürsten nicht darin besteht, ihreNachbarn zu unterdrücken, nicht darin, die Anzahlihrer Sklaven zu vermehren, sondern die Pflichten ihresAmtes zu erfüllen und in Allem die Absicht derer zuentsprechen, welche sie mit ihrer Macht bekleidet undvon denen sie ihre höchste Große erhalten haben. DieseMonarchen sollten daran denken, daß Ehrsucht undeitler Ruhm Laster sind, welche man an Privatleutenhart straft, und welche man an einem Fürsten immerverabscheuet. — Auf der anderen Seite würden dieFürsten, wenn sie immer ihre Pflicht vor Augen hät-ten, ihre Geschäfte nicht vernachlässigen, und nichtblindlings das Wohl ihres Volkes der Fürsorge einesMinisters überlasten, welcher verführt werden, demes an Talenten fehlen kann, und der beinahe immerbei dem öffentlichen Wohl weniger interessirt ist, alsder Herr. Die Fürsten würden selbst über die Schritteihrer Nachbarn wachen, würden eine große Aufmerk-