— 43 —
gezeigt habe, wage ich es, in die Wunde dieses polici-schen Keepers mit der Sonde tiefer einzudringen, werdedas Uebel bis zu seinen Wurzeln verfolgen und michbemühen, die geheimsten Ursachen davon zu entdecken.Wenn meine Reflexionen das Glück haben, zu denOhren einiger Fürsten zu gelangen, werden sie darinWahrheiten finden, welche sie nie aus dem Mundeihrer Höflinge und Schmeichler gehört haben würden;vielleicht werden sie selbst erstaunt seyn, zu sehen, daßsich diese Wahrheiten neben ihnen auf den Thronsetzen. Mögen sie also erfahren, daß ihre falschen Prin-cipien die giftigste Quelle alles Unglücks von Europaist. Der Jrrthum der meisten Fürsten ist aber fol-gender: Sie glauben, daß Gott ausdrücklich und miteiner ganz vorzüglichen Aufmerksamkeit für ihre Größe,ihre Glückseligkeit und ihren Stolz diese Menschen-menge, deren Wohl ihnen anvertraut ist, geschaffenhabe, und daß ihre Unterthanen nur dazu bestimmtsind, Werkzeuge und Diener ihrer ungeregelten Lei-denschaften zu seyn. Weil nun das Princip, von demman ausgeht, falsch ist, so können auch die Conse-qucnzen nur durchaus falsch seyn; und daher kommtdiese regellose Liebe für falschen Ruhm, daher diesebrennende Begierde, Alles anzugreifen, daher die Härteder Auflagen, mit denen das Volk beladen wird, da-her die Unthätigkeit der Fürsten, ihr Stolz, ihre Un-gerechtigkeit, ihre Unfreundlichkeit, ihre Tyrannei undalle diese Laster, welche die menschliche Natur herab-