Druckschrift 
Friedrichs des Grossen Gedanken über Staat, Kirche, Fürsten und Volk
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

den, und zu einem pdssenden und vollkommenen Sy-steme vereinen.

Ebd. S. 42«.

In den Königreichen hat die Regierungsform nurden Despotismus des Herrschers zur Grundlage; dieGesetze, das Militair, der Handel, die Industrie undalle andern Theile des Staates stnd der Laune eineseinzigen Menschen unterworfen, dessen Nachfolger nieeinander sich gleich sind; daher kommt es denn ge-wöhnlich, daß bei dem Regierungsantritt eines neuenFürsten der Staat auch nach neuen Principielr regiertzu werden anfangt, was dieser Regierungsform sehrnachtheilig wird. In dem Zwecke, welchen die Re-publiken sich vorsetzen, und in den Mitteln, welchesie gebrauchen, um ihn zu erreichen, herrscht Einig-keit, weshalb sie denn auch ihren Zweck fast nie ver-fehlen. In den Monarchien dagegen folgt ein Müs-sigganger auf einen ehrgeizigen Fürsten, auf den Müs-sigganger ein Frömmler, auf diesen ein Krieger, dar-auf ein Gelehrter, dann ein andrer, der sich dem Ver-gnügen hingiebt, und wahrend dieses bewegliche The-ater des blinden Geschicks ohne Aufhören neue Scenenvorstellt, gewinnt der Geist des Volkes, welcher durchdie Mannichfaltigkeit der Gegenstande zerstreut wird,keinen festen Halt. Daher ist es in den Monarchiennöthig, daß die Einrichtungen, welche dem Wechsel