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Friedrichs des Grossen Gedanken über Staat, Kirche, Fürsten und Volk
Entstehung
Seite
16
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Die Fürsten, welche ihren Ruf vor der Weltnicht achteten, sind entweder schlaffe nnd träge Män-ner oder Wollüstlinge gewesen, welche sich der Weich-lichkeit Hingaben; sie waren Menschen ans schlechterMasse, die keine hohe Eigenschaft belebte. Zwar ha-ben sehr grausame Tyrannen das Lob geliebt; aberdas war bei ihnen eine gehässige Eitelkeit, ein Lastermehr; sie wollten geschätzt seyn, während sie dochSchande verdienten.

Ebd. S. 128.

Glücklich wäre der Mann, der des MachiavellGrundsätze ganz aus der Welt verbannen konnte. Ichhabe deren Ungereimtheit gezeigt; nun ist es an denHerrschern der Erde, sie durch ihre Beispiele öffentlichzu widerlegen. Sie sind verpflichtet, das Publikumvon der falschen Idee zu heilen, welche man von derPolitik hegt, die nur das System der Weisheit seyndarf, von der man aber gewohnlich annimmt, sie seyein privilegirtcs Lehrbuch der Betrügerei.

Ebd. S. 13».

Es muffen also nothwcndiger Weise diejenigen,welche die Welt regieren sollen, ihren Scharfsinn nndihre Klugheit zu vergrößern suchen; aber das ist nichtAlles; denn wenn sie das Schicksal in ihrer Gewalthaben wollen, so müssen sie ihr Temperament denUmständen anpassen lernen, und das ist sehr schwer. —

Ebd. S. 144.