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Friedrichs des Grossen Gedanken über Staat, Kirche, Fürsten und Volk
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Kenntnisse zu vervollkommnen, und sich dem Diensteder Wahrheit widmen.

Ebd. S. 121.

Es giebt zwei Arten von Fürsten in der Welt:solche, welche Alles mit eignen Augen sehen und ihreStaaten selbst regieren, und andere, welche sich aufTreu und Glauben ihrer Minister verlassen, und sichvon denen regieren lassen, welche einen überwiegendenEinfluß auf ihren Geist sich verschafft haben. DieFürsten der ersten Art sind gleichsam die Seele ihrerStaaten; das Gewicht ihrer Negierung ruht auf ihnenallein, wie die Welt auf den Schultern des Atlas;sie ordnen sowohl die inncrn als äußern Angelegen-heiten ; sie vereinigen zugleich in sich die Funktioneneines obersten Nichters, eines Anführers des Heeresund eines Dbcrschatzmeistecs. — Sie haben, nachdem Beispiel Gottes, (der sich bei dem Menschen,um seinen Willen zu vollziehen, einer tiefen Kenntnißbedient,) einen scharfsichtigen und beharrlichen Geist,um ihre Pläne zu vollenden, und das im Einzelnenauszuführen, was sie im Großen entworfen haben;ihre Minister sind eigentlich Instrumente in den Hän-den eines weisen und geschickten Meisters. — DieFürsten aus der andern Classe sind aus Mangel anGeist oder zufolge ihres schlaffen und unempfindlichenTemperaments in einer gleichgültigen Schläfrigkeitversenkt. Wenn der Staat in Gefahr ist, bei der