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weiß jeder, was dergleichen Aeußerungen in der Lebhaf-tigkeit des Gesprächs und in flüchtigen Briefen, dieeben als AuSsprudelungen und Aufwallungen des Augen-blicks oft gleichsam nur wie ein fortgesetztes Gespräch zubetrachten find, bedeuten dürfen *). Man muß da mei-stens den Superlativ zu dem Positiv heruntersetzen, wieimmer bei Gesprächen feuriger Menschen. Das wollenwir also hier auch bei den Steinschcn Briefen thun. So-viel bleibt stehen, der Positiv gegen den Staatskanzlerwar einmal da, wie ich glaube, aus keiner unedlenQuelle entsprungen.
') Stein eilte beim Briefschrcibcn mit außerordentlicher Flüch-tigkeit fort; er suchte dabei so wie im Gespräche durch-aus nie nach dem Gewählten oder Gezierten, sondern schiennur anzufangen, um auf das geschwindeste zum Ende zugelangen: auch wohl deswegen — ich rede von den Jahren,wo ich ihn gesthen — weil die geneigte halb gebückteStellung, wozu das Schreiben nöthigt, seiner Brust preß-haft war. Seine Briefe drücken daher fast immer dasAugenblickliche aus, unmittelbare Gefühle des Augenblicks,in welchem er schrieb. Nie hat er einen Brief geschrie-ben in der Meinung oder Furcht, daß er vielleicht einmalgedruckt gelesen werden könnte. Keine besondere Sorg-falt dabei, kein Sekretär, dem er diktirte, keine Kopicr-maschinc u. s. w. Von wenigen wichtigsten seiner Briefehat er wohl eine Abschrift bewahrt. Er liebte solchesgeschriebene Gepäck nicht, wie er überhaupt nicht gernGepäck führte, noch sich etwas zu Gepäck sammelte. Diemeisten Briefe, die er erhielt, zerriß er oder warf sie insKamin, wenn er ihren Inhalt ausgesogen hatte.