— 103 —
ihn nicht dcmüthig, Edikte machen ihn nicht ge-horsam, er geht rund, und schüttelt, ein abentheuer-lich ausstassirter Knecht Ruprecht, mit Hörnernauf dem Kopf und mit der Ruthe in der Hand,seine Sacke und Beutel aus, allerlei Gutchen, Le-ckereien und Geklimper, auch mit Giftfarbcn bemal-tes Gebäcks genug: meist Futter für Kinder undThoren, für die Weisen und Verstandigen kaum hieund da ein genießbares Krümchen. Aber man kanndem Unband den Rundgang nicht wehren, noch denMenschen dieThorheit; glücklich, wenn indem wildenGetümmel noch einige Besonnene da.sind, welche diewenigen guten Gaben, die er mit ausschüttet, her-auszulesen und zu gebrauchen verstehen!
Ja, Arbeiten und Gefahren stehen vor uns undum uns. Wir hoffen, die Deutschen werden Ue-bermuth nicht für Muth, Wildheit nicht für Ge-horsam, Unordnung nicht für Gesetzlichkeit eintau-schen wollen; sie werden sich von Nachbarn, dienur auf den Untergang ihres Glücks und ihrer Un-abhängigkeit lauschen, nicht zum dritten und viertenMal täuschen lassen wollen; sie werden Unbequem-lichkeiten, Widerlichkeiten, selbst Ungerechtigkeiten,vorübergehende Uebel, die doch verbcfserlich, die dochnicht unüberwindlich sind, die nicht so sehr durch