Phase» und Umlaufszcit der Planeten. L89
den beiden Momenten, in welchen der Planet einenKnoten verlaßt und wieder bis zu dem nämlichenKnoten zurückkehrt, muß also derjenige scyn, inwelchem er einen ganzen Umlauf um die Yvonne vollen-det, oder die Umlaufszeit desselben; und so ist unsein direcres Mittel gegeben, die Umlaufszcit einesjeden Planeten zu bestimmen.
398) Wir haben (Art. 388) gesagt, daß die Pla-neten den ganzen Himmel unter sehr verschiedenen Um-standen umkreisen. Dieses bedarf näherer Erklärung.Zwei derselben, Merkur und Venus, vollenden diesenUmlauf augenscheinlich als Begleiter der Sonne, ausderen Nachbarschaft sie sich nie über eine gcwißeGrenze hinaus entfernen. Man sieht sie manchmalbstlich, manchmal westlich von der Sonne. In demerster» Falle sind sie über dem westlichen Horizontekurz nach Sonnenuntergang sichtbar und heißen Abend-sterne. Die Venns besonders erscheint in dieser Stel-lung zuweilen mit einem blendenden Glänze, und maukann bei günstigen Umständen wahrnehmen, daß sieeinen ganz deutlichen Schatten wirft.*) Stehe» siewestlich von der Sonne, so gehen sie des Morgensfrüher, als diese auf und erscheinen über dein östlichenHorizonte als Morgensterne. Beide erreichen indessennicht die nämliche Elongariou von der Sonne.Merkur erlangt nie einen größeren Winkelabstand vonihr, als etwa 29°, während Venus sich auf jederSeite bis auf47° von derselben entfernt. Wenn sie öst-lich von der Sonne ihre respectiven größten Abständevon ihr erlangt haben, so bleiben sie eine Zeitlangin B e z u g a u f d i e S o n n c gleichsam unbeweglich,und werden von ihr in der Ekliptik mit einer, der
P Man muß diesen Schatten auf einen weißen Grund werfenlassen. Am testen eignet sich dazu ein offenes Fenster ineiner wcißgctünchtcn Stube. I» diesem Falle habe ich nichtallein de» Schatten, sondern auch die matter erscheinendenFransen, von denen der Nand des Fensters umgeben war,an der Wand deutlich bemerkt.
Der Verfasser.