Astronomie.
Cap. VI.
366) Sommer und Winter auf dem Monde ent-stehen eigentlich ans der Umdrehung des Mondes umseine eigene Are, deren Periode genau gleich ist demstderischen Umlaufe desselben um die Erde, und die ineiner Ebene erfolgt, welche D'3G11" gegen die Eklip-tik geneigt und deshalb auch beinahe mit der eigenenBahn des MondeS zusammenfallend ist. Darin liegtder Grund, warum wir immer dieselbe Seite des Mon-des scben und die andere gar nicht kennen. Diesesmerkwürdige Znsammcnireffcn zweier Perioden, die aufden ersten Blick nichts mit einander gemein zu habensedeinen, wird als eine Folge der allgemeinen Gesetzebetrachtet, welche wir weiter unten erklären werden.
367 > Die Umdrehung des Mondes um seine Areist gleichförmig; aber weil die Bewegung desselben inseiner Bahn (wie diejenige der Sonne) nicht gleichför-mig ist, so können wir, bis ans einige Grade, um dieAcquatorialtheile seines sichtbaren Randes je nach denUmstanden auf der östliche» oder westlichen Seite, her-um sehen, oder mit andern Worten, die Linie, welchede» Mittelpunkt der Erde und des Mondes verbindet,durchschneidet die Oberflache des letzter» nicht immerau dem nämlichen Punkte, sondern schwankt von ihremmittleren Durchschnitte derselben ein wenig nach Ostenoder nach Westen hin. Und da ferner die Are, umwelche der Mond sich dreht, ans seiner Bahn nicht ge-nau senkrecht steht, so werden auch seine Pole in ge-ringer Entfernung vom nördlichen und südlichen Randeder Mondsscheibe abwechselnd sichtbar. Diese Erschei-nungen sind bekannt unter dem Namen der Li b ratio-nell oder Schwankungen des Mondes. In Folge die-ser beiden verschiedenen Arten von Libration ist derselbeidentische Punkt der Oberfläche dcS MoudeS nicht im-mer der Mittelpunkt seiner Scheibe, und wir bekom-men deshalb, über eine genaue Halbkugel hinaus, nocheine Zone von einigen Graden Breite an allen SeitendcS Randes zn Gesicht.
368) Wenn der Mond Bewohner hat, so muß ihnendie Erde als ein Mond von beinahe 2° Durchmessererscheinen und dieselben Lichtgcstaltcn darbieten, wie