Lok
Astronomie.
«ap. VI.
Erde halb die erleuchtete und halb die dunkle Hemi-sphäre zu, und eben so auch in der entgegengesetztenLage c>. Diese Stellungen nennt man das erste unddaS letzte Viertel des Mondes. Befindet sich der Mondendlich in K, so wendet er der Erde die ganze erleuch-tete Seite zu, und die ganze dunkle Seite von dersel-ben ab; man ficht ihn alsdann ganz erleuchtet, odereS ist Vollmond. In den zwischen liegenden Stel-lungen i;, n, ss, il wird der Theil der erleuchteten Seite,der gegen » gewendet ist, anfangs kleiner scyn, alsdie halbe sichtbare Oberfläche, dann großer, und end-lich wieder kleiner, bis der Mond gänzlich verschwin-det, wen» er wieder nach ^ gelangt.
35S) Diese monatlichen Veränderungen deS Aussehensdes Mondes, oder die L i cht g e st al te n, P ha s e n dessel-ben, wie man sie zu nennen pflegt, entstehen demnach da-durch, daß der Mond , welcher ein dunkler Korper ist,zur einen Hälfte von der Sonne erleuchtet wird, undeinen Theil des so erhaltenen Lichtes nach allen Rich-tungen hin reflectirt. Nun darf man sich nicht darüberwundern, daß ein auf diese Weise beleuchteter, festerKorper zu scheinen und wiederum die Erde zu erleuch-ten vermag. Dieses ist nicht mehr, als was eine weißeWolke thut, die am klaren blauen Himmel steht. DenTag über kann der Mond hinsichtlich seines Lichteskaum von einer solchen Wolke unterschieden werden, undin der Abenddämmerung erblicken wir Wolken, welchedie letzten Strahlen der Sonne empfangen, in einemblendenden Glänze, welcher dem Mondlichte des AbendSnicht nachsteht. Daß die Erde den Mond ebenfalls be-leuchtet, nur wegen ihrer beträchtlichen Größe*) ohneZweifel mit einem weit stärkeren Lichte, ist den opti-schen Grundsätzen gemäß, und es erklärt sich dadurch
*) Der scheinbare Durchmesser des Mondes beträgt von dertZrde aus 32'-. derjenige der Erde, vom Mond aus gesehen,betragt das Dopveite der Horizontalparallare des leptern,oder t^Kt'. Die scheinbaren Oberflächen beider Körper Ver-hallen sich deshalb wie (ttt)^: (32)2 oder beinahe wic lZU.