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6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
Entstehung
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indirekt durch meine Freunde, sondern direkt mit eigner NamenSunterschriftentgegentreten müsse.

Bei dieser Gelegenheit will ich auch erwähnen, daß die Rcdaction des fran-zösischen Flugblattes, die Revue Retrospcctive, aus welches sich der Korrespon-dent der Allgemeinen Zeitung berief, ihren Unwillen über eine solche Citation,in einer bestimmten Abwehr bezeugen wollte, die übrigens ganz überflüssig ge-wesen wäre, da der flüchtigste Anblick auf jenes französische Blatt hinlänglichdarthat, daß dasselbe an jeder Verunglimpfung meines Namens unschuldig;doch die Existenz jenes Blattes, welches in zwanglosen Lieferungen erschien,war sehr ephemer, und es ward von dem tollen Tagcsstrndel verschlungen, be-vor cS die projcctirte Abwehr bringen konnte. Der Redacteur eu eüek jenerretrospectiven Revue war der Buchhändler Pauliu, ein wackerer ehrlicher Mann,der sich mir seit zwei Dcccnnicn immer sehr theilnehmcnd und dienstwillig er-wiesen; durch Geschäftsbczüge und gemeinschaftliche intime Freunde hattenwir Gelegenheit, uns wechselseitig hochschätzen und achten zu lernen. Paulinwar der Associs meines Freundes Dubochct, er liebt wie einen Bruder meinenviclbcrühmten Freund Mignet und er vergöttert Thiers, welcher, unter unsgesagt, die Revue Retrospektive heimlich patronisirtc; jedenfalls ward sie vonPersonen seiner Cotcrie gestiftet und geleitet, und diesen Personen konnte cSwohl nicht in den Sinn kommen, einen Mann zu verunglimpfen, von welchemsie wußten, daß ihr Gönner ihn mit seiner besondcrn Vorliebe beehrte.

Die Rcdaction der Allgemeinen Zeitung hatte in keinem Fall jenes fran-zösische Blatt gekannt, che sie den säubern CorruptionS-Artikel druckte. In derThat, der flüchtigste Anblick hätte ihr die abgefeimte Arglist ihres Korrespon-denten entdeckt. Diese bestand darin, daß er mir eine Solidarität mit Per-sonen auflud, die von mir gewiß eben so entfernt und eben so verschiedenwaren, wie ein Chesterkäse vom Monde. Um zu zeigen, wie das Guizot'scheMinisterium nicht blos durch Aemtervertheilung, sondern auch durch baareGeldspenden sein Corruptionssystcm übte, hatte die erwähnte französische Revuedas Budget, Einnahme und Ausgabe des Departements dem Guizot vorstand,abgedruckt, und hier sahen wir allerdings jedes Jahr die ungeheuersten Sum-men verzeichnet für ungenannte Ausgaben, und das anklagende Blatt hattegedroht, in spätem Nummern die Personen namhaft zu machen, in derenSäckel jene Schätze geflossen. Durch das plötzliche Eingehen des Blattes kamdie Drohung nicht zur Ausführung, was uns sehr leid war, da jeder alsdannsehen konnte, wie wir bei solcher geheimen Munificcnz, welche direct vom Mi-nister oder seinem Secrctair ausging und eine Gratisication für bestimmteDienste war, niemals betheiligt gewesen. Von solchen sogenannten bons ckuiniuistrs, den wirklichen Geheimfonds, sind sehr zu unterscheiden die Pen-sionen, womit der Minister sein Budget schon belastet vorfindet, zu Gunsten