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ncn Plane unermüdlich vorbereitet, allen Gefahren ruhig entgegen blickt und,wenn das Unternehmen scheitert, lieber Tod und Folter ertrüge, als daß er nurmit einer Spike die Mitschuldigen verricthe. Der blutgierige Herr seinesLeibes wird entwaffnet von so viel Großmuth und Tugend, der Tiger schontden gefesselten Löwen und zittert vor dem schrecklichen Einarm, den er doch miteinem Wort in den Tod schicken könnte. Unter dem Namen „der Einarm"ist Cervantes in ganz Algier bekannt, und der Dey gesteht, daß er ruhigschlafen könne und der Ruhe seiner Stadt, seiner Armee und seiner Sklavenversichert sei, wenn er nur den einhändigen Spanier in festem Gewahrsamwisse.
Ich habe erwähnt, daß Cervantes beständig ein gemeiner Soldat war;aber da er sogar in so untergeordneter Stellung sich auszeichnen und nament-lich seinem großen Feldherrn, Don Juan d'A ustria, bemerkbar machenkonnte, so erhielt er, als er aus Italien nach Spanien zurückkehren wollte, dierühmlichsten Zeugnißbriefe für den König, dem seine Beförderung darin nach-drücklich empfohlen ward. Als nun die algierischen Corsaren, die ihn aus demmittelländischen Meere gesangen nahmen, diese Briefe sahen, hielten sie ihnfür eine Person von äußerst bedeutendem Stande und forderten deßhalb ein soerhöhetes Lösegeld, daß seine Familie, trotz aller Mühen und Opfer, ihn nichtloszukaufen vermochte, und der arme Dichter desto länger und gualsamcr inder Gefangenschast gehalten wurde. So ward sogar die Anerkennung seinerVortresslichkeit für ihn nur eine neue Quelle des Unglücks, und so, bis an'sEnde seiner Tage, spottete seiner jenes grausame Weib, die Göttin Fortuna,die es dem Genius nie verzeiht, daß er auch ohne ihre Gönnerschaft zu Ruhmund Ehre gelangen kann.
Aber ist das Unglück des Genius immer nur das Werk eines blinden Zu-falls, oder entspringt es als Nothwcndigkeit auS seiner Innern Natur und derNatur seiner Umgebung? Tritt seine Seele in Kampf mit der Wirklichkeit,oder beginnt die rohe Wirklichkeit einen ungleichen Kampf mit seiner edelnSeele?
Die Gesellschaft ist eine Republik. Wenn der Einzelne empor strebt, drängtihn die Bestimmtheit zurück durch Ridicule und Verlästerung. Keiner solltugendhafter und geistreicher sein, als die klebrigen. Wer aber durch die un-beugsame Gewalt des Genius hinausragt über das banale Gemcindemaß,diesen trifft der Ostracismus der Gesellschaft, sie verfolgt ihn mit so gnaden-loser Verspottung und Verläumdung, daß er sich endlich zurückziehen muß indie Einsamkeit seiner Gedanken.
Ja, die Gesellschaft ist ihrem Wesen nach republikanisch. Jede Fürstlichkeitist ihr verhaßt, die geistige eben so sehr wie die materielle. Letztere stützt nichtselten auch die Ersterc mehr als man gewöhnlich ahnt. Gelangten wir doch