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aber die Zärtlichkeit wurde manchmal um so herzlicher, besonders iu schlechtenTagen, und da dewährte sie mir ihre ganze Liebe und Treue, die deutscheMuse! Sie tröstete mich in heimischen Drangsalen, folgte mir in's Exil,erheiterte mich in bösen Stunden deS Verzagend, ließ mich nie im Stich, so-gar in Gcldnoth wußte sie mir zu Helsen, die deutsche Muse, die gute Dirne!
Eben so wenig wie an der Zeitfolge, änderte ich an den Gedichten selbst.Nur hie und da, in der ersten Abtheilung, wurden einige Verse verbessert.Der Raumcrsparniß wegen habe ich die Deflationen bei der ersten Auflageweggelassen. Doch kann ich nicht umhin zu erwähnen, daß das lyrische In-termezzo einem Buche entlehnt ist, welches unter dem Titel „Tragödien" imJahr 1823 erschien, und meinem Oheim Salomon Heine zugeeignet worden.Die hohe Achtung, die ich diesem großartigen Manne zollte, so wie auch meineDankbarkeit für die Liebe, die er mir bewiesen, wollte ich durch jene Widmungbeurkunden. „Die Heimkehr," welche zuerst in den Reisebildern erschien, istder seligen Friederike Varnhagcn von Ense gewidmet, und ich darf mich rüh-men, der Erste gewesen zu sein, der diese große Frau mit öffentlicher Huldi-gung verehrte. Es war eine große That von August Varnhagcn, daß er,alles kleinliche Bedenken abweisend, jene Briefe veröffentlichte, worin sichNahe! mit ihrer ganzen Persönlichkeit offenbart. Dieses Buch kam zurrechten Zeit, wo eö eben am besten wirken, stärken und trösten konnte.
DaS Buch kam zur trostbcdllrstig rechten Zeit. ES ist, als ob die Nahclwußte, welche posthume Sendung ihr beschicken war. Sie glaubte freilich,cS würde besser werden, und wartete; doch als das Warten kein Ende nahm,schüttelte sie ungeduldig de» Kopf, sah Varnhagcn an, und starb schnell—umdesto schneller auferstehen zu können. Sie mahnt mich an die Sage jeneranderen Nahel, die aus dem Grabe hervorstieg und an der Landstraße standund weinte, als ihre Kinder in die Gefangenschaft zogen.
Ich kann ihrer nicht ohne Wehmnth gedenken, der liebreichen Freundin, diemir immer die unermüdlichste Theilnahme widmete, und sich oft nicht wenigfür mich ängstigte, in jener Zeit meiner jugendlichen Uebcrmüthen, in jenerZeit, als die Flamme der Wahrheit mich mehr erhißte als erleuchtete. . .
Diese Zeit ist vorbei! Ich bin jetzt mehr erleuchtet als erhitzt. Solche kühleErleuchtung kommt aber immer zu spät bei den Menschen. Ich sehe jetzt imklarsten Lichte die Steine, über welche ich gestolpert. Ich hätte ihnen so leichtausweichen können, ohne darum einen unrechten Weg zu wandeln. Jetztweiß ich auch, daß man in der Welt sich mit Allem befassen kann, wenn mannur dazu die nöthigcn Handschuhe anzieht. Und dann sollten wir nur dasthun, was thunlich ist und wozu wir am meisten Geschick haben, im Lebenwie in der Kunst. Ach! zu den unseligsten Mißgriffen des Menschen ge-hört, daß er den Werth der Geschenke, die ihm die Natur am bequemsten cnt-
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