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frischen Morgenlicht, so hoffnungsreich, so verheißungsvoll, wie ein sonnen-klarer Beweis der Auferstehung.
Ich vermag den Ort nicht genau zu bezeichnen, wo ans dem Pbrc-Lachaisesich Börne'S Grab befindet. Ich bemerke dieses ausdrücklich. Denn wäh-rend erlebte, ward ich nicht selten von reisenden Deutschen besucht, die michfingen, wo Börne wohne, und seht werde ich sehr oft mit der Anfrage behel-ligt : wo Börne begraben läge? So viel man mir sagt, liegt er unten aufder rechten Seite deS Kirchhofs, unter lauter Generälen aus der Kaiserzeitund Schauspielerinnen des Theatrc-Franxais . . . unter todten Adlern undtobten Papagcvcn.
In der Zeitung für die Elegante Welt las ich jüngst, daß das Kreuz aufdem Grabe Börnc's vom Sturme nicdergcbrochen worden. Ein jüngererPoet besang diesen Umstand in einem schönen Gedichte, wie denn überhauptBörne, der im Leben so oft mit den faulste» Acpfcln der Prosa beschmisscnworden, jetzt nach seinem Tode mit de» wohldustigstcn Versen bcräuchcrt wird.Das Volk steinigt gern seine Propheten, um ihre Reliquien desto inbrünstigerzu verehren; die Hunde, die uns heute anbellen, morgen küssen sie gläubigunsere Knochen!
Wie ich bereits gesagt habe, ich liefere hier weder eine Apologie noch eineKritik des Mannes, womit sich diese Blätter beschäftigen. Ich zeichne nursein Bild, mit genauer Angabe des Ortes und der Zeit, wo er mir saß. Zu-gleich verhehle ich nicht, welche günstige oder ungünstige Stimmung michwährend der Sitzung beherrschte. Ich liefere dadurch den besten Maaßstabfür den Glauben, den meine Angaben verdienen.
Ist aber einerseits dieses beständige Constatiren meiner Persönlichkeit dasgeeignetste Mittel, ein Sclbsturtheil des Lesers zu fördern, so glaube ich ande-rerseits zu einem Hcrvorstellcn meiner eigenen Person in diesem Buche beson-ders verpflichtet zu sein, da, durch einen Zusammenfluß der heterogensten Um-stände, sowohl die Feinde wie die Freunde Börne's nie aufhörten, bei jederBesprechung desselben, über mein eigenes Dichten und Trachten mehr oderminder wohlwollend oder böswillig zu räsonircu. Die aristokratische Parthciin Deutschland, wohlwissend, daß ihr die Mäßigung meiner Rede weit ge-fährlicher sei, als die Berserkerwuth Börne's, suchte mich gern als einenglcichgefinntcn Cumpan desselben zu verschreien, um mir eine gewisse Solida-rität seiner politischen Tollheiten aufzubürden. Die radikale Parthei, weitentfernt, diese Kriegslist zu enthüllen, unterstützte sie vielmehr, um mich in denAugen der Menge als ihren Genossen erscheinen zu lassen und dadurch dieAutorität meines Namens auszubeuten. Gegen solche Machinationen öffent-lich aufzutreten war unmöglich; ich hätte nur dm Verdacht auf mich geladen,als dcsavouirtc ich Börne, um die Gunst seiner Feinde zu gewinnen. Unter
Heine. Vl. 47