zu werden, wie die Gedichte des Mollakut, welche in der Moschee von Mekkazu schauen sind? Ich möchte sie jedenfalls in Verse bringen und in Musiksetzen lassen, damit sie großen Königskindern als Wiegenlied vorgesungenwerde. .. Ihr könnt ruhig schlafen, und zur Belohnung für das furchthei-lendc Lied, das ich Euch gesungen, Ihr großen Königskindcr, ich bitte Euch,öffnet die Kcrkerthllrcn der gefangenen Patrioten. . . Ihr habt nichts zuriskircn, die deutsche Revolution ist noch weit von Euch entfernt, gut Dingwill Weile und die Frage der Compctcnz ist noch nicht entschieden . . .
O Schilda, mein Vaterland!
Wie dem aber auch sei, das Fest von Hambach gehört zu den merkwürdigstenEreignissen der deutschen Geschichte, und wenn ich Börne glauben soll, derdiesem Feste beiwohnte, so gewährte dasselbe ein gutes Vorzeichen für die Sacheder Freiheit. Ich hatte Börne lange aus den Augen verloren, und es warbei seiner Rückkehr von Hambach, daß ich ihn wiedersah, aber auch zum letztenMale in diesem Leben. Wir gingen mit einander in den Tnillericn spazircn,er erzählte mir viel von Hambach und war noch ganz begeistert von dem Jubeljener großen Volksfeier. Er konnte nicht genug die Eintracht und den An-stand rühmen, die dort herrschten. Es ist wahr, ich habe es auch aus anderenQuellen erfahren, zu Hambach gab es durchaus keine äußere Ercesse, wederbetrunkene Tobsucht, noch pöbelhafte Rohheit, und die Orgie, der Kirmcs-taumcl, war mehr in den Gedanken als in den Handlungen. Manches tolleWort wurde laut ausgesprochen in jenen Reden, die zum Thcil späterhin ge-druckt erschienen. Aber der eigentliche Wahnwitz ward blos geflüstert. Börneerzählte mir: während er mit Siebcnpseifcr redete, nahte sich demselben einalter Bauer und raunte ihm einige Worte in's Ohr, worauf jener verneinendden Kopf schüttelte. „Aus Neugier," setzte Börne hinzu, „frug ich denSiebcnpfcifcr, was der Bauer gewollt, und jener gestand mir, daß der alteBauer ihm mit bestimmten Worten gesagt habe: Herr Siebcnpfcifcr, wennSie König sein wollen, wir machen Sie dazu !"
„Ich habe mich sehr amllsirt" — fuhr Börne fort — „wir waren dort allewie BlutSfrcunde, drückten uns die Hände, tranken Brüderschaft, und icherinnere mich besonders eines alten Mannes, mit welchem ich eine ganzeStunde geweint habe, ich weiß gar nicht mehr warum. Wir Deutschen sindein ganz prächtiges Volk und gar nicht mehr so unpraktisch wie sonst. Wirhatten in Hambach auch das lieblichste Maiwettcr, wie Milch und Rosen, undein schönes Mädchen war dort, die mir die Hand küssen wollte, als wär ichein alter Kapuziner; ich habe das nicht gelitten, und Vater und Mutter be-fahlen ihr mich auf den Mund zu küssen, und versicherten mir, daß sie mit demgrößten Vergnügen meine sämmtlichcn Schriften gelesen. Ich habe mich sehramüsirt. Auch meine tlbr ist mir gestohlen worden. Aber das freut mich