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unterbrochen hatte, und sprach sarkastisch lächelnd: „Sie irren sich meinFreund, man kann nicht so eigentlich behaupten, daß das deutsche Volk dasPulver erfunden habe. Das deutsche Volk besteht aus dreißig MillionenMenschen. Nur einer davon hat das Pulver erfunden ... die übrigen,29,999,999 Deutsche, haben das Pulver nicht erfunden. — Ucbrigcns ist dasPulver eine gute Erfindung, eben so wie die Druckerei, wenn man nur denrechten Gebrauch davon macht. Wir Deutschen aber benutzen die Presse, umdie Dummheit und das Pulver, um die Sklaverei zu verbreiten —"
Einlenkend, als man ihm diese irrige Behauptung verwies, fuhr Börnefort: „Je nun, ich will eingestehen, daß die deutsche Presse sehr viel Heil ge-stiftet, aber es wird überwogen von dem gedruckten Unheil. Jedenfalls mußman dieses einräumen, in Beziehung auf bürgerliche Freiheit. . . Ach!wenn ich die ganze deutsche Geschichte durchgehe, bemerke ich, daß die Deutschenfür bürgerliche Freiheit wenig Talent besitzen, hingegen die Knechtschaft, sowohltheoretisch als praktisch, immer leicht erlernten und diese Disciplin nicht bloszu Hause sondern auch im Auslände mit Erfolg dozirtcn. Die Deutschenwaren immer die tucki maxistri der Sklaverei, und wo der blinde Gehorsamin die Leiber oder in die Geister cingeprllgclt werden sollte, nahm man einendeutschen Ercrcicrmcistcr. Auch haben wir die Sklaverei über ganz Europaverbreitet, und als Denkmäler dieser Sundfluth sitzen deutsche Fiirstcngeschlcch-tcr auf allen Thronen Europas, wie nach uralten Ucberschwcmmungcn, aufden höchsten Bergen die Reste versteinerter Sceungeheucr gefunden werden.... Und noch jetzt, kaum wird ein Volk frei, so wird ihm ein deutscherPrügel auf den Nucken gebunden . . . und sogar in der heiligen Hcimath desHarmodios und Aristogeitons, im wicdcrbcfrcitcn Griechenland, wird fetztdeutsche Knechtschaft eingesetzt, und auf der Akropolis von Athen fließt baycr-schcS Bier und herrscht der baycrschc Stock . . . Ja, es ist erschrecklich, daßder König von Bayern dieser kleine Tyrannos und schlechte Poet, seinen Sohnauf den Thron jenes Landes setzen durfte, wo einst die Freiheit und die Dicht-kunst geblüht, jenes Landes, wo es eine Ebene gibt, welche Marathon undeinen Berg, welcher Parnaß heißt! Ich kann nicht daran denken, ohne daßmir das Gehirn zittert. . . Wie ich in der heutigen Zeitung gelesen, habenwieder drei Studenten, in München, vor dem Bilde des König Ludwig'S,niederknien und Abbitte thun müssen. Niederknien vor dem Bilde einesMenschen, der noch dazu ein schlechter Poet ist! Wenn ich ihn in meinerMacht hätte, dieser schlechte Dichter sollte niederknien vor dem Bilde der Mu-sen und Abbitte thun, wegen seincr'schlechtc» Verse, wegen beleidigter Majestätder Poesie! Sprecht mir jetzt noch von römischen Kaisern, welche so viel Tau-fende von Christen hinrichten ließen, weil diese nicht vor ihrem Bilde knienwollten . . . Jene Tyrannen waren wenigstens Herrn der ganzen Welt, von