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6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
Entstehung
Seite
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Aufgang bis zum Niedergang, und wie wir an ihren Statuen noch heute scheu,wenn auch keine Götter, so waren sie doch schone Menschen. Man dcngt sicham Ende leicht vor Macht und Schönheit. Ader niederknien vor Ohnmachtund Häßlichkeit. "

ES bedarf wohl keines besonderen Winks für den scharfsinnigen Leser,

aus welchen Gründen ich den Frevler nicht weiter sprechen lasse. Ich glaube,die angeführten Phrasen sind hinreichend, um die damalige Stimmung desMannes zn bekunden; sie war im Einklang mit dem hitzigen Treiben jenerdeutschen Tumnltantcn, die, seit der JulinSrcvolution, in wilden Schwärmennach Paris kamen und sich schon gleich um Börne sammelten. ES ist kaumzu begreifen, wie dieser sonst so gescheidtc Kopf sich von der rohesten Tobsuchtbeschwatzen und zu den gewaltsamsten Hoffnungen verleiten lassen konnte!Zunächst gcrieth er in den Kreis jenes Wahnsinnes, als dessen Mittelpunktder berühmte Buchhändler F. zu betrachten war. Dieser F., man sollte eskaum glauben, war ganz der Mann nach dem Herzen Börnes. Die rotheWuth, die in der Brust des einen kochte, das dreitägige JuliuSflcbcr, das dieGlieder des Einen rüttelte, der jakobinische Veitstanz worin der eine sich drehtefand den entsprechenden Ausdruck in den Pariser Briefen des Anderen. Mitdieser Bemerkung will ich aber nur einen Geistcsirrthum, keineswegs einenHcrzcnsirrthnm andeuten, bei dem Einen wie bei dem Andern. Denn auchF. meinte es gut mit dem deutschen Vatcrlande, er war aufrichtig, hcldenmtt-thig, jeder Selbstopferung fähig, jedenfalls ein ehrlicher Mann, und zu sol-chem Zeugniß glaube ich mich um so mehr verpflichtet, da, seit er in strengerHast schweigen muß, die servile Vcrläumdung an seinem Leumund nagt.Man kann ihn mancher unklugen, aber keiner zweideutigen Handlung beschul-digen; er zeigte namentlich im Unglück sehr viel Charakter, er war durchglühtvon reinster Bürgcrtugcnd, und um die Schellenkappe, die sein Haupt um-klingclt, müssen wir einen Kranz von Eichenlaub flechten. Der edle Narr,er war mir tausendmal lieber als jener andere Buchhändler, der ebenfalls nachParis gekommen, um eine deutsche Uebcrsctzung der französischen Revolutionzu besorgen, jener leise Schleicher, welcher matt und menschenfreundlich wim-merte und wie eine Hyäne aussah, die zur Abführung eingenommen . . .Ucbrigcns rühmte man auch letztem als einen ehrlichen Mann, der sogar seineSchulden bezahlte, wenn er das große Loos in der Lotterie gewinnt, und wegensolcher Ehrlichkcitsverdienste ward er zum Finanzministcr des erneuten deut-schen Reichs vorgeschlagen ... Im Vertrauen gesagt, er mußte sich mit denFinanzen begnügen, denn die Stelle eines Ministers des Innern hatte F.schon vorweg vergeben, nämlich an Garniör, wie er auch die deutsche Kaiser-krone dem Hanptmanne S. bereits zugesagt . . .

Garnibr freilich behauptete, der Buchhändler F. wolle den Hauptmann S.