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geht, dennoch die große Sache am Ende siege. . . Und ich erquickte mich anjenen schönen Versen Byrons:
„Die Welten kommen eine nach der andern hcrangcschwommcn, und einenach der anderen zerbrechen sie und zerstieben sie aus dem Strande, aber dasMeer selber schreitet vorwärts "
Ach! wenn man dieser Naturerscheinung länger zuschaut, so bemerkt man,daß das vorwärtsgeschrittene Meer, nach einem gewissen Zeitlaus, sich wiederin sein voriges Bett zurückzieht, später aufs neue daraus hervortritt, mit der-selben Heftigkeit das verlassene Terrain wieder zu gewinnen sucht, endlich klcin-müthig wie vorher die Flucht ergreift, und dieses Spiel beständig wiederholend,dennoch niemals weiter kommt ... Ach die Menschheit bewegt sich nach denGesehen von Ebbe und Fluth, und vielleicht auch auf die Geistcrwclt übt derMond seine sydcrischcn Einflüsse.
Es ist heute junges Licht, und troh aller wchmüthigcn Zwcifelsucht, womitsich meine Seele hin- und hcrqnält, beschleichen mich wunderliche Ahnungen... ES geschieht jcht etwas außerordentliches in der Welt . . . Die Seeriecht nach Kuchen, und die Wolkcnmönchc sahen vorige Nacht so traurig ans,so betrübt. . .
Ich wandelte einsam am Strand in der Abenddämmerung. Ringsumherrschte feierliche Stille. Der hochgcwölbtc Himmel glich der Kuppel einergothischcn Kirche. Wie unzählige Lampen hingen darin die Sterne; aber siebrannten düster und zitternd. Wie eine Wasserorgel rauschten die Mcercs-wellen; stürmische Choräle, schmerzlich vcrzwciflungsvoll, jedoch mitunterauch Irinmphircnd. Ilebcr mir ein lustiger Zug von weißen Wolkcnbildrrn,die wie Mönche aussahen, alle gebeugten Hauptes und kummervollen Blickesdahinziehend, eine traurige Prozession ... ES sah fast aus als ob sie einerLeiche folgten . . . Wer wird begraben? Wer ist gestorben? sprach ich zumir selber. Ist der große Pan todt?
H clgoland, den 6. August.
Während sein Heer mit den Longobardcn kämpfte, saß der König der Hcrn-ler ruhig in seinem Zelte und spielte Schach. Er bedrohte mit dem Tode den-jenigen, der ihm eine Niederlage melden würde. Der Späher, der, auf einemBaume sihcnd, dem Kampfe zuschaute, rief immer: wir siegen! wir siege»!— bis er endlich laut aufseufzte: „Unglücklicher König! Unglückliches Volkder Heruler!" Da merkte der König, daß die Schlacht verloren, aber zuspät! Denn die Longobardcn drangen zu gleicher Zeit in sein Zelt und er-stachen ihn. .