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mit lustigem Einste erzählte er mir von einem Phänomen, welches er gestern,am 28. Juli, auf der hohen See wahrnahm. Es klingt drollig ! mein HauS-wirth behauptet nämlich, die ganze See roch nach frischgebackenen Kuchen, undzwar sei ihm der warme delikate Knchendnft so verführerisch in die Nase ge-stiegen, daß ihm ordentlich weh umS Herz ward. Siehst Du, das ist einSeitcnstllck zu dem neckenden Lustbild, das dem lechzenden Wandrer in derarabischen Sandwüste eine klare erquickende Wasserfläche vorspiegelt. Einegcbackene Fata Morgan«.
Helgoland, den 1. August.
Du hast keinen Begriff davon, wie das ckoleo kar nionts mir hier
bchagt. Ich habe kein einziges Buch, das sich mit den Tagcsintercfsen be-schäftigt, hierher mitgenommen. Meine ganze Bibliothek besteht aus PaulVarnefrids Geschichte der Langobarden, der Bibel, dem Homer und einigenScharteken über Hcrenwesen. lieber letzteres mochte ich gern ein interessantesBüchlein schreiben. Zu diesem Bchufc beschäftigte ich mich jüngst mit Nach-forschung über die letzten Spuren des HeidcnthnmS in der getauften modernenZeit. Es ist höchst merkwürdig, wie lange und unter welchen Vermummun-gen sich die schönen Wesen der griechischen Jabelwelt in Europa erhalten ha-ben. — Und im Grunde erhielten sie sich ja bei uns bis ans heutigen Tag,bei uns, den Dichtern. — Letztere haben, seit dem Sieg der christlichen Kirche,immer eine stille Gemeinde gebildet, wo die Freude dcS alten Bilderdienstes,der jauchzende Götterglanbc sich fortpflanzte von Geschlecht auf Geschlecht,durch die Tradition der heiligen Gesänge... Aber ach! die bloolssla, xressa,die den Homcros als ihren Propheten verehrt, wird täglich mehr und mehrbedrängt, der Eifer der schwarzen Familiären wird immer bedenklicher ange-facht. Sind wir bedroht mit einer neuen Göttervcrfolgnng?
Furcht und Hoffnung wechseln ab in meinem Geiste, und mir wird sehr un-gewiß zu Muthc.
— — Ich habe mich mit dem Meere wieder ausgesöhnt, (Du weißt, wirwaren en ckelioatvsss) und wir sitzen wieder des Abends beisammen und hal-ten geheime Zwiegespräche. Ja, ich will die Politik und die Philosophie anden Nagel hängen und mich wieder der Naturbetrachtung und der Kunst hin-geben. Ist doch all dieses Quälen und Abmühen nutzlos, und obgleich ichmich marterte für das allgemeine Heil, so wird doch dieses wenig dadurch ge-fördert. Die Welt bleibt, nicht im starren Stillstand, aber im erfolglosestenKreislauf. Einst, als ich noch jung und uncrfahrcn, glaubte ich, daß wennauch im Befreiungskampfe der Menschheit der einzelne Kämpfer zu Grunde