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neue Offenbarung kniipfcn läßt. Sie beginnt mit der Erlösung vom Worte,macht dem Märtyrthum ein Ende und stiftet das Reich der ewigen Freude:das Milleunium. Alle Verheißungen finden zuletzt die reichste Erfüllung.
Eine gewisse mystische Doppelsinnigkeit ist vorherrschend im neuen Testa-mente. Eine kluge Abschweifung, nicht ein System sind die Worte: gicbCäsarn was des Casars, und Gott was Gottes ist. So auch, wenn man Chri-stum fragt: bist du König der Juden? ist die Antwort ausweichend. Eben-falls auf die Frage, ob er Gottes Sohn sei? Mahomcd zeigt sich weit offener,bestimmter. Als man ihn mit einer ähnlichen Frage anging, nämlich ob erGottes Sohn sei, antwortete er: Gott hat keine Kinder.
Welch ein großes Drama ist die Passion! Und wie tief ist es motivirt durchdie Prophczcihungcn des alten Testamentes! Sie konnte nicht umgangenwerden, sie war das rothc Siegel der Beglaubniß. Gleich den Wundern, sohat auch die Passton als Annonce gedient . . . Wenn jetzt ein Heiland auf-steht, braucht er sich nicht mehr kreuzigen zu lassen, um seine Lehre eindrück-lich zu veröffentlichen ... er läßt sie ruhig drucken, und anuoncirt das Büch-lein in der Allg. Ztg. mit sechs Kreuzern die Zeile JnserationSgcbllhr.
Welche süße Gestalt dieser Gottmcusch! Wie bornirt erscheint in Vcrglci-chnng mit ihm der Heros des alten Testaments! Moses liebt sein Volk miteiner rührenden Innigkeit; wie eine Mutter sorgt er für die Zukunft diesesVolks. Christus liebt die Menschheit, jene Sonne umslammte die ganzeErde mit den wärmenden Strahlen seiner Liebe. Welch ein lindernder Bal-sam für alle Wunden dieser Welt sind seine Worte! Welch ein Hcilqucll füralle Leidende war das Blut, welches auf Golgatha floß! . . . Die weißenmarmornen Griechengöttcr wurden bespritzt von diesem Blute, und erkranktenvor innerem Grauen, und konnten nimmermehr genesen! Die meisten frei-lich trugen schon längst in sich das verzehrende Siechthum und unr der Schreckbeschleunigte ihren Tod. Zuerst starb Pan. Kennst du die Sage, wiePlutarch sie erzählt? Diese Schiffersage des Altcrthumö ist höchst merkwür-dig. — Sie lautet folgendermaßen:
Zur Zeit des Tibcrius fuhr ein Schiff nahe an den Inseln Parä, welchean der Küste von Actolicn liegen, des Abends vorüber. Die Leute, die sichdarauf befanden, waren noch nicht schlafen gegangen, und viele saßen nachdem Nachtessen beim Trinken, als man auf einmal von der Küste her eineStimme vernahm, welche den Namen des ThamnS, (so hieß nämlich derSteuermann) so laut rief, daß Alle in die größte Verwunderung gericthcn.Beim ersten und zweiten Rufe schwieg Thamus, beim dritten antwortete er;worauf dann die Stimme mit noch verstärkten: Tone diese Worte zu ihmsagte: „Wenn Du auf die Höhe von PalodeS anlangst, so verkündige, daßder große Pan gestorben ist!" Als er nun diese Höhe erreichte, vollzog Tha-