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lange fortblühcn werden im Gedächtnisse der Menschen, die man noch langebewundern wird, während der Verfasser selbst alle Bewunderung eingebüßtund nur noch ein welkes Gespenst ist, das neidisch umhcrspukt und sich ärgertüber das Leben der Lebendigen. Er kann sich nicht darüber trösten, daß erlängst todt ist und sein Hcrrschcrstab übergegangen in die Hände Mcyerbccrs.Dieser, behauptet der Verstorbene, habe ihn verdrängt aus seinem Berlin, daser immer so sehr geliebt; und wer aus Mitleid für ehemalige Größe die Ge-duld hat, ihn anzuhören, kann haarklein erfahren, wie er schon unzähligeAktenstücke gesammelt, um die Meycrbccr'schcn Vcrschwörungs-Jntrigucn zuenthüllen.
Die fire Idee des armen Mannes ist und bleibt Mcycrbcer, und man er-zählt die ergötzlichsten Geschichten, wie die Animosität sich immer durch einezu große Beimischung von Eitelkeit unschädlich erweist. Klagt irgend einSchriftsteller über Mcycrbccr, daß dieser z. B. die Gedichte die er ihm schonseit Jahren zugeschickt, noch immer nicht componirt habe, dann ergreift Spon-tini hastig die Hand des verletzten Poeten, und ruft: "Pur votrs -rllairo, ichweiß das Mittel, wie Sie sich an Mcycrbcer rächen können, cS ist ein un-trügliches Mittel, und cS besteht darin, daß Sie über mich einen großen Ar-tikel schreiben, und je höher Sic meine Verdienste würdigen, desto mehr ärgertsich Mcycrbcer." Ein andermal ist ein französischer Minister ungehaltenüber den Verfasser der Hugenotten, der trotz der Urbanität, womit man ihnhier behandelt bat, dennoch in Berlin eine servile Hofchargc übernommen, undunser Spontini sptingt freudig an den Minister hinan und ruft: "j'»i votrsabkarre, Sic können den Undankbaren aufs härteste bestrafen, Sie können ihmeinen Dolchstich versetzen, und zwar indem Sie mich zum Großofficier derEhrenlegion ernennen." Jüngst findet Spontini den armen Leon Pillet, denunglücklichen Director der großen Oper, in der wüthcndstc» Aufregung gegenMcycrbcer, der ihm durch Mr. Gouin anzeigen ließ, daß er wegen des schlech-ten Singpersonals den Propheten noch nicht geben wolle. Wie funkelten dadie Augen des Italieners! "ll'ai votro -rtUUro," rief er entzückt, „ich willIhnen eine» göttlichen Rath geben, wie Sic den Ehrgeizliug zu Tode dcmü-thigcn: lassen Sie mich in Lebensgröße meißeln, setzen Sie meine Statueins Foyer der Oper, und dieser Marmorblock wird dem Mcycrbccr wie einAlp das Herz zerdrücken." Der GcmüthSzustand Spontiui'ö beginnt nach-gerade seine Angehörigen, namentlich die Familie des reichen Pianofabrikan-ten Erard, womit er durch seine Gattin verschwägert, in große Besorgnisse zuversetzen. Jungst fand ihn jemand in den obcrn Sälen des Louvrc, wo dieägyptischen Nntiguitätcn aufgestellt. Der Ritter Spontini stand wie eineBildsäule mit verschlungenen Armen fast eine Stunde lang vor einer großenMumie, deren prächtige Goldlarvc einen König ankündigt, der kein geringe-
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