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zu rächen, bei Broggi eine Portion Ravioli zu essen, und nachher ebenfallseinen Augenblick vor der Thüre der Restauration verweilend das Haus dergroßen Oper zu betrachten. Es zeichnet sich nicht aus durch brillanten LuruS,es hat vielmehr das Acußerc eines sehr anständigen Pferdestalles, und dasDach ist platt. Auf diesem Dach stehen acht große Statuen, welche Musenvorstellen. Eine neunte fehlt, und ach! das ist eben die Muse der Musik.Ucbcr die Abwesenheit dieser sehr achtungSwerthcn Muse sind die sonderbarstenAuslegungen im Schwange. Prosaische Leute sagen, ciu Sturmwind habesie vom Dache hcruntcrgcworfcn. Poetischere Gcmiithcr behaupten dagegen,die arme Polyhymnia habe sich selbst hinabgestürzt, in einem Anfall von Ver-zweiflung über das miserable Singen von Monsieur Duprez. Das ist im-mer möglich; die zerbrochene Glasstimmc von Dnprcz ist so mißtönend gewor-den, daß cS kein Mensch, viel weniger eine Muse, aushalten kann, dergleichenanzuhören. Wenn das noch länger dauert, werden auch die andern Töchterder Mnemospnc sich vom Dach stürzen, und es wird bald gefährlich sein, desAbends über die Rue Lcpcllcticr zu gehen. Von der schlechte» Musik, die hierin der großen Oper seit einiger Zeit grassirt, will ich gar nicht reden. Doni-zetti ist in diesem Augenblick noch der beste, der Achilles. Man kann sich alsoleicht eine Vorstellung machen von den geringem Heroen. Wie ich höre, hatauch jener Achilles sich in sein Zelt zurückgezogen; er boudirt, Gott weißwarum! und er ließ der Dircction melden, daß er die versprochenen fünf undzwanzig Opern nicht liefern werde, da er gesonnen sei, sich auszuruhen. WelchePrahlerei! Wenn eine Windmühle dergleichen sagte, würden wir nicht weni-ger lachen. Entweder hat sie Wind und dreht sich, oder sie hat keinen Windund steht still. Hr. Donizctti hat aber hier einen rührigen Vetter, SignorAecurfi, der beständig für ihn Wind macht.
Der jüngste Kunstgenuß, den uns die Acadcmie deMusiqne gegeben, ist derLazzarone von Halevp. Dieses Werk hat ein trauriges Schicksal gehabt, cSfiel durch mit Pauken und Trompeten, lieber den Werth enthalte ich michjeder Acußerung; ich constatire bloS fein schreckliches Ende.
Jedesmal wenn in der Acadcmie de Musigue oder bei den Buffos eine Operdurchfällt oder sonst ein ausgezeichnetes Fiasco gemacht wird, bemerkt mandort eine unheimliche Hagcrc Figur mit blassem Gesicht und kohlschwarzen Haa-ren, eine Art männlicher Ahnfrau, deren Erscheinung immer ein musikalischesUnglück bedeutet. Die Italiener, sobald sie derselben ansichtig, strecken hastigden Zeige- und Mittelfinger aus und sagen, das sei der Jcttatore. Die leicht-sinnigen Franzosen aber, die nicht einmal einen Aberglauben haben, zuckenblos die Achsel und nennen jene Gestalt Monsieur Spoutilli. Es ist in derThat unser ehemaliger Generaldirektor der berliner großen Oper, der Com-ponist der Vestalin und des Ferdinand Cortes, zweier Prachtwerkc, die noch