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Anblick, wie der Triumphator mit Scclcnnihe die Blumensträuße auf sichregnen ließ, und endlich, graziöse lächelnd, eine rothe Camclia, die er auseinem solchen Bougnct hervorzog, an seine Brust steckte. Und dieses that erin Gegenwart einiger jungen Soldaten, die eben ans Afrika gekommen, wosie keine Blumen, sondern bleierne Kugeln auf sich regnen sahen und ihreBrust mit den rothen Camclias des eignen Hcldcnblnts geziert ward, ohne daßman hier oder dort davon besonders Notiz nahm. Sonderbar! dachte ich,diese Pariser, die den Napoleon gesehen, der eine Schlacht nach der andernliefern mußte, um ihre Aufmerksamkeit zu fesseln, diese jubeln jetzt unsermFranz Liszt! Und welcher Jubel! Eine wahre Verrücktheit, wie sie unerhörtin den Nnnalcn der Furore! WaS ist aber der Grund dieser Erscheinung?Die Lösung der Frage gehört vielleicht eher in die Pathologie als in die Aesthe-tik. Ein Arzt, dessen Specialität weibliche Krankheiten sind, und den ich überden Zauber befragte, den unser Liszt auf sein Publicum ausübt, lächelteäußerst sonderbar und sprach da allerlei von Magnetismus, Galvanismus,Elektricität, von der Contagion in einem schwülen, mit unzähligen Wachs-kerzen und einigen hundert parsümirtcn und schwitzenden Menschen angefülltenSaale, von Histrionalepilepsis, von den Phänomen des Kitzclns, von musika-lischen Canthariden und andern scabroscn Dingen, welche, glaub' ich, Bezughaben auf die Mysterien der bona eleu. Vielleicht aber liegt die Lösung derFrage nicht so abenteuerlich tief, sondern auf einer sehr prosaischen Oberfläche.Es will mich manchmal bedünkcn, die ganze Hererei ließe sich dadurch erklären,daß niemand auf dieser Welt seine Successc, oder vielmehr die mise eu saduvderselben so gut zu organisircn weiß, wie unser Franz Liszt. In dieser Kunstist er ein Genie, ein Philadelphia, ein Bosko, ja ein Mcyerbcer. Die vor-nehmsten Personen dienen ihm als Compk-rcs, und seine Micthcnthusiastcnsind musterhaft dressirt. Knallende Champagncrflaschcn und der Ruf vonverschwenderischer Freigebigkeit, ausposaunt durch die glaubwürdigsten Jour-nale, lockt Rccruten in jeder Stadt. Nichtsdestoweniger mag es der Fall sein,daß unser Franz Liszt wirklich von Natur sehr spendabel und frei wäre vonGeldgeiz, einem schäbigen Laster, das so vielen Virtuosen anklebt, namentlichden Italienern, und das wir sogar bei dem flötensiißcn Nubini finden, vondessen Filz eine in jeder Beziehung sehr spaßhafte Anekdote erzählt wird. Derberühmte Sänger hatte nämlich in Verbindung mit Franz Liszt eine Kunst-rcise aus gemeinschaftliche Kosten unternommen, und der Profit der Conccrte,die man in verschiedenen Städten geben wollte, sollte gethcilt werden. Dergroße Pianist, der überall den Generalintendanten seiner Berühmtheit, denschon erwähnten Signor Belloni, mit sich herumführt, übertrug demselben beidieser Gelegenheit alles Geschäftliche. Als der Signor Belloni aber nachbeendigter Geschäftsführung seine Rechnung eingab, bemerkte Rubini mit