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uommcn ward! Er ist hier, der Attila, die Geißel Gottes aller Erard'schenPianos, die schon l>ci der Nachricht seines Kommens erzitterten nnd die nunwieder unter seiner Hand zucken, bluten nnd wimmern, daß die Thicrguäler-gcsellschaft sich ihrer annehmen sollte! Er ist hier, das tolle, schone, häßliche,räthsclhaftc, fatale und mitunter sehr kindische Kind seiner Zeit, der giganti-sche Zwerg, der rasende Roland mit dem ungarischen Ehrcnsäbcl, der genialeHanS Narr, dessen Wahnsinn uns selber den Sinn verwirrt, und dem wir injedem Fall den loyalen Dienst erweisen, daß wir die große Furore, die er hiererregt, zur öffentlichen Kunde bringen. Wir constatiren unumwunden dieThatsache des Ungeheuern Succds; wie wir diese Thatsachc nach unscrmPrivatbediinkcn ausdeuten und ob wir überhaupt unsern Privatbeifall demgefeierten Virtuosen zollen oder versagen, mag demselben gewiß gleichgültigsein, da unsrc Stimme nur die eines Einzelnen und unsre Autorität in derTonkunst nicht von sonderlicher Bedeutung ist.
Wenn ich frllherhin von dem Schwindel hörte, der in Deutschland undnamentlich in Berlin ausbrach, als sich Liszt dort zeigte, zuckte ich mitleidig dieAchsel und dachte: das stille sabbathliche Deutschland will die Gelegenheit nichtversäumen, um sich ein Bischen erlaubte Bewegung zu machen,, es will dieschlaftrunkenen Glieder ein wenig rütteln, und meine Nbderitcn an der Spreekitzeln sich gern in einen gegebenen Enthusiasmus hinein, und Einer declamirtdem Andern nach: „Amor, Beherrscher der Menschen und der Götter!" ESist ihnen, dacht ich, bei dem Spcctakel um den Spectakcl selbst zu thun, umden Spcctakel an sich, gleichviel wie dessen Veranlassung heiße, Georg Her-wcgh, Franz Liszt oder Fanny Elßlcr; wird Herwcgh verboten, so hält mansich an Liszt, der unverfänglich und uncomprömittirend. So dachte ich, soerklärte ich mir die Lisztomanic, und ich nahm sie für ein Merkmal des poli-tisch unfreien Zustandeö jenseit des Rheines. Aber ich habe mich doch geirrt,und das merkte ich vorige Woche im italienischen Opernhaus, wo Liszt seinerstes Conccrt gab und zwar vor einer Versammlung, die man wohl die Bliitheder hiesigen Gesellschaft nennen konnte. Jedenfalls waren es wachende Pa-riser, Menschen, die mit den höchsten Erscheinungen der Gegenwart vertraut,die mehr oder minder lange mitgclebt hatten das große Drama der Zeit, dar-unter so viele Invaliden aller Kunstgenüsse, die müdesten Männer der That,Frauen die ebenfalls sehr müde, indem sie den ganzen Winter hindurch diePolka getanzt, eine Unzahl beschäftigter und blasirtcr Gemüther — das warwahrlich kein deutsch-sentimentales, berlinisch ancmpfindclndes Publicum, vorwelchem Liszt spielte, ganz allein, oder vielmehr nur begleitet von seinemGenius. Und dennoch, wie gewaltig, wie erschütternd wirkte schon seine bloßeErscheinung! Wie ungestüm war der Beifall, der ihm entgegcnklatschte!Auch BouquctS wurden ihm zu Füßen geworfen! Es war ein erhabener