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dieses Volk weit ehrenvoller ist, als die impertinente Liebe, die sie uns Deut-schen angedeihcn lassen, und die wir immer irgend einer Lacune unsrer weltli-chen Macht oder nnsrer Intelligenz verdanken: sie lieben uns wegen unsrermaritimen Uninacht, wobei keine Handclsconcnrrcnz zu besorgen steht; sie liebenuns wegen unsrer politischen Naivctät, die sie im Fall eines Krieges mit Frank-reich in alter Weise auszubeuten hoffen.
Musikalische Saison von R84S.
Erster Bericht.
P a ri s, den 25. April tAi.tont seixnonr tont konnvnr, Wir beginnen heute mit Bcrlioz, dessenerstes Concert die musikalische Saison eröffnete und gleichsam als Ouvertürederselben zu betrachten war. Die mehr oder minder neuen Stücke, die hierdem Publikum vorgetragen wurden, fanden den gebührenden Applaus, undselbst die trägsten Gcmiither wurden fortgerissen von der Gewalt des Genius,der sich in allen Schöpfungen des großen Meisters bekundet. Hier ist einFlügelschlag, der keinen gewöhnlichen Sangesvogcl vcrräth, das ist eine colos-sale Nachtigall, ein Sprosser von Adlcrsgrößc, wie es deren in der Urweltgegeben habe» soll. Ja, die Berliozischc Musik überhaupt hat für mich etwasurweltliches, wo nicht gar antcdiluvianischcS, und sie mahnt mich an unterge-gangene Thicrgattungcn, an fabelhafte KönigSthiimcr und Sünden, an auf-gcthürmte Unmöglichkeiten: an Babylon, an die hängenden Gärten der Se-miramis, an Ninivc, an die Wunderwerke von Mizraim, wie wir dergleichenerblicken auf den Gemälden des Engländers Martin. In der That, wennwir uns nach einer Analogie in der Malcrknnst umsehen, so finden wir diewahlvcrwandtcste Achnlichkcit zwischen Berlioz und dem tollen Briten: derselbeSinn für das Ungeheuerliche, für das Riesenhafte, für materielle Uncrmcß-lichkeit. Bei dem einen die grellen Schatten» und Licht-Esfecte, bei dem an-dern kreischende Jnstrumentirung; bei dem einen wenig Melodie, bei demandern wenig Farbe, bei beiden wenig Schönheit und gar kein Gcmüth. IhreWerke sind weder antik noch romantisch, sie erinnern weder an Griechenlandnoch an das katholische Mittelalter, sondern sie mahnen weit höher hinauf andie assyrisch-babylonisch-ägyptische Architcctur-Pcriode und an die massenhaftePassion, die sich darin aussprach.
Welch ein ordentlicher moderner Mensch ist dagegen unser Felix McndelS-sohn-Bartholdy, der hochgefeicrte Landsmann, den wir heule zunächst wegender Symphonie erwähnen, die im CoNcertsaale des Conservatoires von ihm