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hieß, war gleichsam in einem populaircn, allgemein faßlichen Stil gedichtet,während der Nemours in einer für die große Menge minder leicht zugäng-lichen Knnstform sich zurückzieht. Beide Prinzen bildeten immer einen merk-würdigen Gegensatz in ihrer äußern Erscheinung. Die des Orleans warnonchalant ritterlich; der andere hat vielmehr etwas von feiner Patricicr-Art.Erster« war ganz ein junger französischer Ofsicicr, übersprudelnd von leicht-sinnigster Bravonr, ganz die Sorte, die gegen Fcstungsmaucrn und Frauen-Herzen mit gleicher Lust Sturm läuft. Es heißt, der Nemours sei ein guterSoldat, vom kaltblütigsten Muthc, aber nicht sehr kriegerisch. Er wird daher,wenn er zur Regentschaft gelangt, sich nicht so leicht von der Trompete Bel-lona's verlocken lassen, wie sein Bruder dessen fähig war; was nnö sehr liebist, da wir wohl ahnen, welches thcure Land der Kriegsschauplatz sein würde,und welches naive Volk am Ende die Kriegslasten bezahlen müßte. Nur cinSmöchte ich gern wissen, ob nämlich der Herzog von Ziemours auch so viel Ge-duld besitzt wie sein glorreicher Vater, der durch diese Eigenschaft, die allenseinen französischen Gegnern fehlt, unermüdlich gesiegt und dem schönenFrankreich und der Welt den Frieden erhalten hat.
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B arb g eS, den 29. Mai 1846.
Der Herzog von NemourS hat auch Geduld. Daß er diese Cardinaltugendbesitzt, bemerkte ich an der Gelassenheit, womit er jede Verzögerung erträgt,wenn sein Bad bereitet wird. Er erinnert keineswegs an seinen Großoheimund dessen ll'ai kariu attonckrs! Der Herzog von Nemours versteht zu war-ten und als eine ebenfalls gute Eigenschaft bemerkte ich an ihm, daß er anderenicht lange warten läßt. Ich bin sein Nachfolger (nämlich in der Bade-wanne) und muß ihm das Lob crtheilc», daß er dieselbe so pünktlich verläßt,wie ein gewöhnlicher Sterblicher, dem hier seine Stunde bis auf die Minutezugemessen ist. Er kommt alle Tage hiehcr, gewöhnlich in einem offenenWagen, selber die Pferde lenkend, während neben ihm ein verdrießlich mllssi-gcs Kutschergcsicht und hinter ihm sein korpulenter deutscher Kammerdienersitzt. Sehr oft, wenn das Wetter schön, läuft der Fürst neben dem Wagenher, die ganze Strecke von Lüz bis Barbges, wie er denn überhaupt Leibes-übungen sehr zu lieben scheint. Er macht auch mit seiner Gemahlin, die eineder schönsten Frauen ist, sehr häufige Ausflüge nach merkwürdigen Gebirgö-örtcrn. So kam er mit ihr jüngst hicher, um den Pic du Midi zu besteigen,und während die Fürstin mit ihrer Gesellschaftsdame in Palankincn den Berg