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zwinkern, und der wie Saint-Simon und Fourier zuweilen in der bitterstenNoch und Entbehrung darbte, ohne sich sonderlich zu beklagen: er ist nicht imStande, die Kümmernisse seiner Mitmenschen ruhig zu ertragen, seine harteAugenwimper feuchtet sich beim Anblick fremden Elends, und die Ausbrücheseines Mitleids sind alsdann stürmisch, rasend, nicht selten ungerecht.
Ich habe mich eben einer indiscretc» Hinweisung auf Armuth schuldig ge-macht. Aber ich konnte doch nicht umhin, dergleichen zu erwähnen; diese Ar-muth ist charakteristisch und zeigt uns, wie der vortreffliche Mann die Leidendes Volks nicht bloS mit dem Verstände erfaßt, sondern auch leiblich mitgelit-ten hat, und wie seine Gedanken in der schrecklichsten Realität wurzeln. Dasgibt seinen Worten ein pulsircndes LebenSblut und einen Zauber, der stärkerals die Macht des Talentes. —Ja, Pierre Lcrour ist arm, wie Saint-Simonund Fourier eS waren, und die providencielle Armuth dieser großen Socialistcnwar es, wodurch die Welt bereichert wurde, bereichert mit einem Schatze vonGedanken, die uns neue Welten des Genusses und des Glückes eröffne». Inwelcher gräßlichen Armuth Saint-Simon seine letzten Jahre verbrachte, istallgemein bekannt; während er sich mit der leidenden Menschheit, dem großenPaticutcn, beschäftigte und Heilmittel ersann für dessen achtzchnhundcrtjähri-geS Gcbrestc, erkrankte er selbst zuweilen vor Misbre, und er fristete sein Da-sein nur durch Betteln. Auch Fourier mußte zu den Almosen der Freundeseine Zuflucht nehmen, und wie oft sah ich ihn, in seinem grauen, abgeschabtenRocke, längs den Pfeilern des Palais-Royal hastig dahinschreitcn, die beidenRocktaschen schwer belastet, so daß aus der einen der Hals einer Flasche undaus der andern ein langes Brod hervorguckten. Einer meiner Freunde, derihn mir zuerst zeigte, machte mich aufmerksam auf die Dürftigkeit des Man-nes, der seine Getränke beim Wcinschank und sein Brod beim Bäcker selberholen mußte. Wie kommt es, frug ich, daß solche Männer, solche Wohlthätcrdes Menschengeschlechts, in Frankreich darben müssen? Freilich, erwicdcrtemein Freund sarkastisch lächelnd, das macht dem gepriesenen Lande der Intel-ligenz keine sonderliche Ehre, und das würde gewiß nicht bei uns in Deutsch-land passircn: die Regierung würde bei uns die Leute von solchen Grundsätzengleich unter ihre besondere Obhut nehmen und ihnen lebenslänglich freie Kostund Wohnung geben.
Ja, Armuth ist das Loos der großen Mcnschheitshelfer, der heilenden Denkerin Frankreich, aber diese Armuth ist bei ihnen nicht blos ein Antrieb zu tiefererForschung und ein stärkendes Stahlbad der Geisteskräfte, sondern sie ist aucheine empfehlende Annonce für ihre Lehre, und in dieser Beziehung gleichfallsvon providenzieller Bedeutsamkeit. In Deutschland wird der Mangel anirdischen Gütern sehr gemüthlich entschuldigt, und besonders das Genie darfbei uns darben und verhungern, ohne eben verachtet zu werde». In England
Heine. VI. 8S
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