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Talent offenbart hat. Lerour ist gewiß ein größerer Produccnt im Denken,aber es fehlt ihm hier, wie gesagt, die Methode. Er hat bloö die Ideen, nndin dieser Hinsicht ist ihm eine gewisse Aehnlichkeit mit Joseph Schclling nichtabzusprechen, nur daß alle seine Ideen das befreiende Heil der Menschheitbetreffen, und er, weit entfernt, die alte Religion mit der Philosophie zu flicken,vielmehr die Philosophie mit dem Gewände einer neuen Religion beschenkt.Unter de» deutschen Philosophen ist cS Krause, mit dem Leronx die meisteVerwandtschaft hat. Sein Gott ist ebenfalls nicht außcrwcltlich, sondern erist ein Insasse dieser Welt, behalt aber dennoch eine gewisse Persönlichkeit, dieihn sehr gut kleidet. An der immortalits cko Uame kaut Lcroux beständig,ohne davon satt zu werden; es ist dies nichts als ein pcrfcctionirtcs Wieder-käuen der altern Perscctibilitätslehrc. Weil er sich gut ausgeführt in diesemLeben, hofft Leronx, daß er in einer spätem Existenz zu uoch größerer Voll-kommenheit gelangen werde; Gott stehe alsdann Cousin bei, wenn derselbenicht unterdessen ebenfalls Fortschritte gemacht hat!
Pierre Leronx mag wohl jetzt fünfzig Jahr alt sein, wenigstens sieht er dar-nach aus; vielleicht ist er jünger. Körperlich ist er nicht von der Natur allzuverschwenderisch begünstigt worden. Eine untersetzte, stämmige, vierschrötigeGestalt, die keineswegs durch die Traditionen der vornehmen Welt einigeGrazie gewonnen. Lcroux ist ein Kind des Volks, wax in seiner JugendBuchdrucker,, und er trägt noch heute in seiner äußern Erscheinung die Spurendes Proletariats. Wahrscheinlich mit Absicht hat er den gewöhnlichen Firnißverschmäht, und wenn er irgend einer Koketterie fähig ist, so besteht diese viel-leicht in dem hartnäckigen Beharren bei der rohen Ursprllnglichkcit. Es giebtMenschen, welche nie Handschuhe tragen, weil sie kleine weiße Hände haben,woran man die höhere Racc erkennt; Pierre Lcroux trägt ebenfalls keineHandschuhe, aber sicherlich aus ganz andern Gründen. Er ist ein asketischerEntsagungsmeusch, dem Luxus und jedem Sinnenreiz abhold, und die Naturhat ihm die Tugend erleichtert. Wir wollen aber den Adel seiner Gesinnung,den Eiser, womit er dem Gedanken alle niederen Interessen opferte, überhauptseine hohe Uncigcnuützigkcit, als nicht minder verdienstlich anerkennen, undnoch weniger wollen wir den rohen Diamanten deswegen herabsetzen, weil erkeine glänzende Geschliffenheit besitzt und sogar in trübes Blei gefaßt ist. —Pierre Lcroux ist ein Mann, und mit der Männlichkeit des Charakters ver-bindet er, was selten ist, einen Geist, der sich zu den höchsten Spcculationenemporschwingt, und ein Herz, welches sich versenken kann in die Abgründe dcSVolksschmerzcs. Er ist nicht blos ein denkender, sondern auch ein fühlenderPhilosoh, und sein ganzes Leben und Streben ist der Verbesserung des mora'-lischin und materiellen Zustandcs der untern Classen gewidmet. Er, dergestählte Ringer, der die härtesten Schläge des Schicksals ertrüge, ohne zu