ES ist durchaus nicht meine Absicht, hier in homiletische Betrachtungenüberzugehen, ich habe nur durch ein Beispiel zeigen wollen, in welcher sieg-reichen Weise eine spätere Zukunft jene Vorncigung rechtfertigen dürfte, wo-mit ich in meinen Berichten sehr oft von einer kleinen Gemeinde gesprochen,die, der Ecclesia prcfsa des ersten Jahrhunderts sehr ähnlich, in der Gegenwartverachtet und verfolgt wird, und doch eine Propaganda auf den Beinen hat,deren Glaubcnseifcr und düsterer Zcrstörungswille ebenfalls an galiläischeAnfänge erinnert. Ich spreche wieder von den Communistcn, der einzigenPartei in Frankreich, die eine entschlossene Beachtung verdient. Ich würde fürdie Trümmer des Saint-Simoniömus, dessen Bekenner, unter seltsamenAushängeschildern, noch immer am Leben sind, so wie auch für die Fourrisri-sten, die noch frisch und rührig wirken, dieselbe Aufmerksamkeit in Anspruchnehmen; aber diese chrcnwcrthen Männer bewegt doch nur das Wort, diesociale Frage als Frage, der überlieferte Begriff, und sie werden nicht getriebenvon dämonischer Nothwcndigkcit, sie sind nicht die prädestinirten Knechte, wo-mit der höchste Weltwillc seine ungeheuren Beschlüsse durchseht. Früh oderspät wird die zerstreute Familie Salut-Simons und der ganze Generalstabder Fourrisristen zu dein wachsenden Heere des Communismus übergehen,und, dem rohen Bedürfnisse das gestaltende Wort leihend, gleichsam die Rolleder Kirchenväter übernehmen.
Eine solche Rolle spielt bereits Pierre Lcrour, den wir vor elf Jahren in derSallc-Taitbout als einen der Bischöfe des Saint-SimouismuS kennen lern-ten. Ein vortrefflicher Mann, der nur dm Fehler hatte, für seinen damaligenStand viel zu trübsinnig zu sein. Auch hat ihm Enfantin das sarcastischeLob crtheilt: „Das ist der tugendhafteste Mensch nach den Begriffen der Ver-gangenheit." Seine Tugend hat allerdings etwas vom alten Sauerteig derEntsagungsperiodc, etwas verschollen Stoisches, das in unsrer Zeit ein fastbefremdlicher Anachronismus ist, und gar den heitern Richtungen einer pan-theistischen Gcnußrcligion gegenüber, als eine honorable Lächerlichkeit erscheinenmußte. Auch ward cS diesem traurigen Vogel am Ende sehr unbehaglich indem glänzenden Gittcrkorb, worin so viele Goldfasanen und Adler, aber nochmehr Sperlinge flatterten, und Pierre Lerour war der erste, der gegen dieDoctrin von der neuen Sittlichkeit protcstirte und sich mit einem fanatischenAnathcma von der fröhlich bunten Genossenschaft zurückzog. Hierauf unter-nahm er, in Gemeinschaft mit Hyppolpt Carnot, die neuere ldevue enez'lllo-xsäi<zus und die Artikel, die er darin schrieb, so wie auch sein Buch Vv lllm-mimits bilden den Uebergang zu den Doctrincn, die er jetzt, seit einem Jahre,in der klevns inckspeuck-mts niederlegte. Wie es jetzt mit der großen Ency.clopädie aussieht, woran Leroux und der vortreffliche Reynauld am thätigstenwirken, darüber kann ich nichts Bestimmtes sagen. So viel darf ich behaup-