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6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
Entstehung
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Anha n g.

Cvmnrililismns, Philosophie n>»d Clerisei.

1.

Paris, den 15. Juni 1813.

Hätte ich zur Zeit deS Kaisers Nero iu Rom privatisirt und etwa für dieObcrpostamtSzeitung von Böoticn oder für die unofficiclle StaatSzcitung vonAddern die Cvrrcspondcuz besorgt, so würden meine College« nicht selten dar-über gescherzt haben, daß ich z. B. von den StaatSintrigucn der Kaiscrin-Mnttcr gar nichts zu berichten wisse, daß ich nicht einmal von den glänzendenDiners rede, womit der judäischc Konig Agrippa daö diplomatische Corps zuRom jeden Samstag rcgalirc, und daß ich hingegen beständig von jenen Gali-läcrn spräche, von jenem obscurcn Häuflein, das, meistens aus Sklaven undalten Weibern bestehend, in Kämpfen und Visionen sein blödsinniges Lebenverträume und sogar von den Juden deSavouirt werde. Meine wohlunter-richteten Kollegen hätten gewiß ganz besonders ironisch über mich gelächelt,wenn ich vielleicht von dem Hoffcstc des CäsarS, wobei Sc. Majestät Höchst-selbst die Guitarrc spielte, nichts Wichtigeres zu berichten wußte, als baß einigejener Galiläer mit Pech bestrichen und angezündet wurden, und solchergestaltdie Gärten des goldenen Palastes erleuchteten. Es war in der That eine sehrbedeutsame Illumination, und es war ein grausamer, echt römischer Witz,daß die sogenannten Obskuranten als Lichter dienen mußten bei der Feier derantiken Lebenslust. Aber dieser Witz ist zu Schanden geworden, jene Mcn-schcnsackcln streuten Funken umher, wodurch die alte NLmerwelt mit all ihrermorschen Herrlichkeit in Flammen aufging: die Zahl jenes obscurcn Häufleinsward Legion, im Kampfe mit ihr mußten die Legionen CäsarS die Waffenstrecken, und das ganze Reich, die Herrschaft zu Wasser und zu Laude, gehörtjetzt den Galiläern.

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