dm tobten Ritter Jgnaz von Loyola und seine GrabcSgcnosscn. Wir schen-ken hingegen dem Liberalismus der Gegner zu wenig Glauben, als daß wirihre radikalen Grundsätze in Betreff der Lchrfrciheit, ihre eifrige Anpreisungder Freiheit des Unterrichts, für baare Münze nehmen möchten. Das öffent-liche Feldgcschrci ist hier im Widerspruch mit dem geheimen Gedanken. Ge-lehrte List und fromme Luge. Die wahre Bedeutung dieser Zwiste ist nichtsanderes als die uralte Opposition zwischen Philosophie und Religion, zwischenVcrnunftcrkcnntniß und Offcnbarungsglauben, eine Opposition, die, von denMännern der Wissenschaft geleitet, sowohl im Adel wie in der Bürgerschaftbeständig gährtc, und in den neunziger Jahren den Sieg erfocht. Ja beieinigen überlebenden Actcurs der französischen Staatstragödie, bei den Poli-tikern von tiefster Erinnerung, erlauschte ich nicht selten das Bekenntniß, daßdie ganze französische Revolution zuletzt doch nur durch den Haß gegen dieKirche entstanden sei, und daß man den Thron zertrümmerte, weil er den Al-tar schützte. Die constitutionclle Monarchie hätte sich, ihrer Meinung nach,schon unter Ludwig XVI. festsetzen können; aber man fürchtete, daß derstrenggläubige König der neuen Verfassung nicht treu bleiben könne aus from-men Gewissensscrupeln, man fürchtete, daß ihm seine religiösen Uebcrzeugun-gcn höher gelten würden, als seine irdischen Interessen — und Ludwig XVI.ward das Opfer dieser Furcht, dieses Argwohns, dieses Verdachtes! Il staitsusxeat; das war in jener Schreckcnszeit ein Verbrechen, worauf die Todes-strafe stand.
Obgleich Napoleon die Kirche in Frankreich wieder herstellte und begünstigte,so galt doch sein eiserner Willenstolz für eine hinlängliche Bürgschaft, daß dieGeistlichkeit unter seiner Regierung sich nicht allzusehr überheben oder gar zurHerrschaft emporschwingen würde: er hielt sie eben so sehr im Zaum wie unsandre, und seine Grenadiere, welche mit blankem Gewehr neben der Processioneinher marschirten, schienen weniger die Ehrengarde als vielmehr die Gefangen-schaftscscorte der Religion zu sein. Der gewaltige Imperator wollte alleinregieren, wollte auch mit dem Himmel seine Gewalt nicht thcilcn, das wußtejeder. Im Beginn der Restauration wurden schon die Gesichter länger, unddie Männer der Wissenschaft fühlten wieder ein geheimes Grauen. AberLudwig XVIII. war ein Mann ohne religiöses Bewußtsein, ein Witzling, dcpsehr dick war, schlechte lateinische Verse machte, und gute Leberpasteten aß;das beruhigte das Publicum. Man wußte, daß er Krone und Haupt nichtgefährden werde, um den Himmel zu gewinnen, und je weniger man ihn alsMensch achtete, desto größeres Vertrauen flößte er ein als König von Frank-reich: seine Frivolität war eine Garantie, diese schützte ihn selbst vor dem Ver-dacht, den schwarzen Erbfeind zu begünstigen, und wäre er am Leben geblieben,so hätten die Franzosen keine neue Revolution gemacht. Diese machten sie